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Schach-Weltmeisterschaft 2018

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  • Kiffing
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    @Kampfkeks: Ja, darüber haben sich viele Schachfreunde aufgeregt. Allerdings gehört zu der Geschichte auch das Verhalten von Caruana, der seinen Gegner in die Position kommen ließ, dass dieser entscheiden konnte, ob er die vielversprechende Stellung weiter knetet (wie es sonst Carlsens Art ist) oder mit einem Remis auf den Tiebreak setzt. Hätte Caruana in der letzten Partie besser gespielt, hätte sich die Situation erübrigt.

    @Lasker2.1: Mit den vielen Superturnieren hast du natürlich recht. Das ist insgesamt eine positive Entwicklung, die da eingetreten ist. Allerdings wäre ein 24-Partien-Modus jetzt auch nicht unüberschaubar lang. Es kommt eben darauf an, welchen Wert einer Schach-WM beigemessen wird, und dieser Wettbewerb genießt im Schach traditionell eine Sonderrolle.

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  • Lasker2.1
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Für die beiden Spieler und (manchmal) auch die FIDE ist so ein WM-Match ein großer Zahltag. Ein längeres Match hätte vielleicht auch weniger mediale Aufmerksamkeit und damit weniger Einnahmen, während wahrscheinlich alle Kosten steigen werden: Raummiete für den Veranstaltungsort, Kosten für Schiedsrichter und Organisatoren, Hotelmieten, Sekundanten.

    Allgemein ist der Zeitplan auch knapper geworden als zu den Zeiten der epischen K+K-Kämpfe. Es reiht sich doch Superturnier an Superturnier. Und zwischendurch noch Schacholympiade, Bundesliga, etc..

    Iljumschinows Reformen zur Jahrtausendwende mit dem KO-Modus der Weltmeisterschaften und seine radikalen Bedenkzeitkürzungen sind ja auch deswegen gescheitert, weil weder die Mehrheit der Schachspieler noch der Zuschauer diesen Weg mitgehen wollten.
    Es findet zwar nicht mehr die Weltmeisterschaft, aber immer noch der World Cup in diesem KO-Modus statt. Hier wird neben Sieg und Preisgeldern auch um Plätze fürs Kadidatenturnier gespielt. Als Europäer kann man sich bei der EM (Open mit riesem Teilnehmerfeld, jeder von uns könnte mitmachen!) für diesen World Cup qualifizieren. Früher gab es ja mal diese Zonen- und Interzonenturniere.

    Auch wenn zwei bzw. vier Partien + ggf. ein Stichkampf in Schnell- und Blitzschach alles andere als optimal sind, ist es zumindest ein direktes Duell. Bei 128 Spielern im World Cup wäre das Schweizer System mit ganz eigenen Vor- und Nachteilen denke ich keine bessere Alternative.

    Die Playoffs vorher ausspielen fände ich auch ganz gut.

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  • Kampfkeks
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
    Das halte ich für problematisch, weil damit das Schnellziehen belohnt wird und damit eine Eigenschaft, die Schachspieler nicht tun sollten, weil dies die Qualität ihres Spiels beeinträchtigt.
    Stimmt, da hast du natürlich Recht. Andererseits fällt mir da aber auch die letzte Partie der WM ein, bei der Carlsen bei besserer Stellung ein Remis anbot - und zwar aus taktischen Gründen, um sicher in den Schnellschachmodus(!) zu kommen.

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  • Kiffing
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Das halte ich für problematisch, weil damit das Schnellziehen belohnt wird und damit eine Eigenschaft, die Schachspieler nicht tun sollten, weil dies die Qualität ihres Spiels beeinträchtigt.

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  • Kampfkeks
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Was haltet ihr davon, wenn bei Punktgleichstand derjenige gewinnt, der insgesamt weniger Zeit verbraucht hat?

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  • Kiffing
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Der Autor Ken Follett ist einmal gefragt worden, warum er im Zeitalter der Digitalisierung nach wie vor Werke mit über 1000 Seiten veröffentliche. Er antwortete, er sei froh, dass diese sich nach wie vor so gut verkauften und sagte, dies erkläre er sich damit, dass die Zeit zwar tatsächlich immer schnelllebiger geworden, dass aber deswegen auch die Sehnsucht nach einem Korrektiv gewachsen sei. Genauso stelle ich mir das mit Schach-Weltmeisterschaften im klassischen Format vor, das trotz oder wegen der schnelllebigeren Zeit seine Anhänger hat. Iljumschinows Reformen zur Jahrtausendwende mit dem KO-Modus der Weltmeisterschaften und seine radikalen Bedenkzeitkürzungen sind ja auch deswegen gescheitert, weil weder die Mehrheit der Schachspieler noch der Zuschauer diesen Weg mitgehen wollten.

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  • Zapp Brannigan
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    24 Partien wären gut, aber welcher Veranstalter würde sowas machen? Mindestens alle 4 Partien braucht es einen Ruhetag, das wird ein ganzer Monat! Sowas kannst du heutzutage einfach nicht mehr vermarkten. 16 Partien wie bei Leko-Kramnik wäre eine Idee, mit etwas weniger Ruhetage bekommt man das auch in der gleichen Zeit hin wie bei 12 Partien. Wobei nachher natürlich die Frage ist, wie umstritten die 4 Mehrpartien sein werden, oder ob einfach immer jede 4te Partie ein Kurzremis wird und die Zuschauer am Schluss nichts gewinnen.

    Interessant finde ich die Idee, die Tie-Breaks am Anfang zu spielen. Dann wissen wir wo wir dran sind, und einer der beiden Spieler muss zumindest in der letzte Partie alles geben...

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  • Kiffing
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Ich wäre für eine Erhöhung der Partieanzahl auf 24. Es gab mit diesem Modus in der Vergangenheit gute Erfahrungen und innerhalb eines so breiten Rahmens haben die Spieler viel mehr Raum, um auf Risiko zu gehen.

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  • Qf3
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Nach dem WM-Kampf zwischen Carlsen und Karjakin gab es schon einige Stimmen, die eine Änderung des WM-Modus gefordert haben.
    Nach dem jetzigen WM-Kampf zwischen Carlsen und Caruana werden die Stimmen nochmal wesentlich lauter, dass der jetzige Modus ungeeignet sei. Hintergrund sind die ausschließlich Remis ausgegangenen Partien und die recht offensichtliche Einstellung der Kontrahenten, zum Ende des regulären Matches nichts mehr anbrennen zu lassen und in den Tie-Break zu steuern.

    Einige aufgekommene Änderungs-Vorschläge:
    - mehr Partien spielen; eventuell weniger Ruhetage
    - Tie-Break vor Beginn der klassischen Partien, sodass dann ein Spieler zum Punkten verpflichtet ist
    - Nach bspw. 12 Partie ohne Sieger, Fortsetzung mit klassischen Minimatches à zwei Partien
    - Weltmeister behält bei Gleichstand den Titel (auch hier ist immer ein Spieler zum Punkten verpflichtet)
    - Spielen, bis einer der Kontrahenten drei Partien gewonnen hat
    - ungerade Partien-Zahl. Spieler, der eine Schwarz-Partie mehr hat, gewinnt (siehe Kiffings Thread: Die Krux mit der krummen Zahl)
    - nach jedem Remis im klassischen Schach kommt ein Entscheidungsspiel im Schnellschach/Blitz
    - ausschließlich klassisches Schach, aber Verkürzung der Bedenkzeiten; bspw. 90 min + Inkrement
    - radikalere Lösungen: Abschied vom Zweikampf; also bspw. Rundenturnier oder Turnier im K.O.-Modus
    - oder eben: beim jetzigen Modus belassen

    Wie seht ihr das? Bedarf es da Veränderungen oder ist der jetzige Modus so gut, wie er ist?

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  • Kampfkeks
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Zitat von Zapp Brannigan Beitrag anzeigen
    Klar, schwarz ist besser. Aber das ist noch sehr viel Spiel! Verliert man das wirklich 100% nicht mehr? Wenn er weiter spielt, es irgendwo vergeigt, ist der WM-titel und die nummer 1 der weltrangliste weg.
    Mag ja sein, dass das taktisch die richtige Entscheidung war, aber in sportlicher Hinsicht war es ein Armutszeugnis.

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  • Babylonia
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Inzwischen habe ich die 3. Schnellpartie des Tie Breaks angeschaut. Diese hat Carlsen gewonnen und ist damit mit 3 gewonnenen Schnellpartien Schachweltmeister 2018!

    Diese Partie war lange ausgeglichen und damit für mich interessanter, weil ich ein schönes Endspiel genießen konnte. Carlsen konnte 1 Bauern umwandeln und hatte demzufolge 2 Damen auf dem Brett + 1 Läufer, Caruana 1 Springer + nur eine Dame.

    Zum Schluss war eine Position auf dem Brett, wo Stockfish bewertete: "#20" "Las blancas (de Carlsen) pueden dar mate in 20".

    Ich kann kein 20 Züge bis zum Matt kalkulieren, aber mit 2:1 Damen auf dem Brett, war das natürlich eine gewonnene Stellung für Carlsen.

    Ob die Beiden jetzt die 4. Schnellpartie noch spielen, ist vom Ergebnis her unerheblich, der Schachweltmeister 2018 steht fest!

    Herzlichen Glückwunsch an Magnus!

    Babylonia

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  • Babylonia
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Schach WM 2018 - Tie Breaks

    Also es sind insgesamt 4 Schnellschach-Partien, die Carlsen und Caruana zu spielen haben.

    Bevor ich nach Hause kam, hatte Carlsen die erste Schnellpartie gewonnen.

    Die zweite Schnellpartie habe ich - bis auf die Eröffnung - live mitverfolgt. Caruana hatte mit Zeitnot zu tun, und Carlsen baute als Schwarzer einen vernichtenden Angriff auf. Zuerst mit dem Springer auf die weiße Dame, dann mit dem Turm dazu. Falls Caruana seine D von C-Linie weggezogen hätte, drohte doppelter Turmverlust (durch Spieß) für weiß. Stockfish bewertete mit "Las negras están ganando" "- 4.32", das war also ein überzeugender Sieg für Carlsen.

    Die 3. Schnellpartie will ich auch noch anschauen.

    Babylonia

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  • Zapp Brannigan
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Ich schreibe jetzt extra noch, bevor der Tie-Break anfängt, also keine mit "hindsight" aufgestellt These.

    Die Entscheidung kann ich nachvollziehen:
    Carlsen gilt als viel stärker im Schnell-/Blitzschach; auβerdem gibt es im Tiebreak ein Sicherheitsnetz, da es dort - bis auf Armageddon - "Hin- und Rückspiel" gibt; somit kann man eventuell einen Bock später noch ausgleichen.
    Ja, zu dieser Meinung kam ich unterdessen auch. Am Anfang schaute ich (vor allem) auf die engine-evaluation und was Svidler sagte und dachte mir, wieso nicht weiterspielen. Aber ich denke wichtig ist folgende aussage:
    Das Ganze bei vollem Brett und unausgespielter Stellung.
    Eben genau. Klar, schwarz ist besser. Aber das ist noch sehr viel Spiel! Verliert man das wirklich 100% nicht mehr? Wenn er weiter spielt, es irgendwo vergeigt, ist der WM-titel und die nummer 1 der weltrangliste weg. Wenn er remis bietet hat er danach 4 Rapid-Partien, wo Carlsen der klare Favorit ist (Carlsen's Rapid-Wertung ist fast 100 punkte höher als die von Caruana). Auch erscheint es mir aus rein statistischer sicht viel besser, 4 partien spielen zu können als zu versuchen eine einzige partie zu gewinnen. in einer partie kann viel passieren, in 4 partien sollte der 100 elo-punkte unterschied eigentlich aussagekräftig sein.

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  • blunder1
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Zitat von Qf3 Beitrag anzeigen
    Kasparov bläst ins gleiche Horn wie Giri; auf Twitter schreibt Kasparov: "In light of this shocking draw offer from Magnus in a superior position with more time, I reconsider my evaluation of him being the favorite in rapids. Tiebreaks require tremendous nerves and he seems to be losing his."
    Vielleicht lag ich ja falsch; da Kasparow schachlich in ganz anderen Sphären als ich schwebt und auβerdem Magnus' Trainer gewesen ist, klingt das wirklich bedrohlich für Carlsen.
    Zitat von Qf3 Beitrag anzeigen
    Aber einfach mal bei vollem Brett Remis vereinbaren und das Spielen aufhören, ist m.E. eines WM-Kampfes unwürdig. Das ist auch tödlich für das Schach insgesamt.
    Allgemein gesehen teile ich deine Ansicht, aber was ist, wenn Kasparow richtig liegen sollte und Carlsen wirklich groβe Probleme mit den Nerven hätte? Er hatte auβerdem im 29. Zug eine viel stärkere Möglichkeit ausgelassen (29...La4!), die ihm gute Siegchancen eingeräumt hätte. Dann wäre das Remisangebot, zumindest menschlich gesehen, verständlich.

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  • Qf3
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Zitat von blunder1 Beitrag anzeigen
    Der "nervous breakdown" würde mich sehr wundern,...
    Kasparov bläst ins gleiche Horn wie Giri; auf Twitter schreibt Kasparov: "In light of this shocking draw offer from Magnus in a superior position with more time, I reconsider my evaluation of him being the favorite in rapids. Tiebreaks require tremendous nerves and he seems to be losing his."

    Kramnik bezieht sich nicht auf die Nerven, sondern sagt dazu einfach:
    "It’s a shame for Black to offer a draw in such position."

    Meine Meinung geht da in die Richtung von Kramniks Aussage.
    Wenn man eine ruhige Variante spielt und mit seiner Spielweise wenig oder kein Risiko eingeht, dann ist das zwar nicht besonders spannend aber absolut okay. Aber einfach mal bei vollem Brett Remis vereinbaren und das Spielen aufhören, ist m.E. eines WM-Kampfes unwürdig. Das ist auch tödlich für das Schach insgesamt.

    Hätte Caruana das Remis-Angebot Carlsens abgelehnt, dann die leicht unangenehmere Stellung kämpferisch auf dem Brett Remis gehalten, dann hätte Caruana einen riesigen psychologischen Vorteil für den Tie-Break. So aber verpufft der mögliche Vorteil für Caruana.

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  • blunder1
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Zitat von Qf3 Beitrag anzeigen
    Selbst Anish Giri sagte, dass das eine "completely playable position" sei. Und wenn Carlsen in einer solchen Stellung mit soviel Vorsprung auf der Uhr Remis böte, dass das ein "nervous breakdown" sei.
    Der "nervous breakdown" würde mich sehr wundern, auch wenn ich mir sicher bin, dass Carlsen unter normalen Umständen weitergespielt hätte.

    Die Entscheidung kann ich nachvollziehen:
    Carlsen gilt als viel stärker im Schnell-/Blitzschach; auβerdem gibt es im Tiebreak ein Sicherheitsnetz, da es dort - bis auf Armageddon - "Hin- und Rückspiel" gibt; somit kann man eventuell einen Bock später noch ausgleichen.

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  • Babylonia
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Ja, klar Carlsen setzt ganz auf den bevorstehenden Tie Break und das Armageddon. Da will er in der letzten Langpartie nichts mehr riskieren. Was man liest über Carlsen, ist dass er sehr stark im Schnellschach und Blitzschach sei. Darauf wird es jetzt ankommen. Ich wünsche mir, dass Caruana gut dagegen hält. Letztendlich wird morgen am Mittwoch der Weltmeister feststehen. Ich habe morgen einen Wandertag und kann das daher nicht mitverfolgen.

    Babylonia

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  • Qf3
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Im zwölften Spiel hat Carlsen im 31. Zug Remis geboten. Das Ganze bei vollem Brett und unausgespielter Stellung. Ab 3:12:20 sieht man die absolute Überraschung, Ungläubigkeit und Enttäuschung der beiden Chess24-Kommentatoren Melanie und Nikolas Lubbe:
    https://www.youtube.com/watch?v=FSCIWmlC2Do

    Selbst Anish Giri sagte, dass das eine "completely playable position" sei. Und wenn Carlsen in einer solchen Stellung mit soviel Vorsprung auf der Uhr Remis böte, dass das ein "nervous breakdown" sei.
    Grischuk meinte wohl etwas scherzhaft: "RIP classical ches".

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  • Qf3
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    blunder1 hat es m.E. schon richtig ausgeführt: Wenn nur relativ wenige Partien zu spielen sind, dann geht man eventuell nicht volles Risiko, da man eine Verlustpartie im weiteren Match-Verlauf nur noch schwer ausgleichen kann. In der Hinsicht würde eine größere Partienanzahl schon helfen. Da gibts dann eben noch genug Partien, von denen man "schon irgendeine gewinnt".
    Aber stimmt wohl auch was du sagst: Auch bei 16 oder 18 Partien kann es vor den letzten Partien ausgeglichen stehen und dann wird wieder übervorsichtig gespielt. Und den Charakter eines Spielers ändert die Partienanzahl auch nicht.
    Ich würde daher noch einen Schritt weiter gehen: Mehr Partien und den alten Modus zurück: Bei Gleichstand behält der Weltmeister seinen Titel. Dann gibt es kein Punkte-Gleichgewicht, das beide Spieler vorsichtig vor sich herschieben. Dann ist zu jedem Zeitpunkt des WM-Matches jemand in der Verpflichtung zu punkten.

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  • Kampfkeks
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Zitat von Qf3 Beitrag anzeigen
    Auf der Pressekonferenz nach der zehnten Partie hat Carlsen gesagt, dass er nicht abgeneigt ist, wenn der WM-Kampf zukünftig auf 16 oder 18 Partien verlängert werden würde. Dadurch gebe es mehr Raum zum Experimentieren.
    Meinst du wirklich? Bei 16 Partien wird eine magische Grenze überschritten, und die Spieler werden plötzlich mutig? Ich habe bei solchen Aussagen immer meine Zweifel.

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  • blunder1
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Das sehe ich wie Carlsen: 12 Partien sind wenig, ein Bock und schon steht man mit dem Rücken zur Wand.
    Wie hätte sich das Match entwickelt, wenn Carlsen seine Gewinnstellung in der 1. Partie verwertet hätte?

    Die Frauen-WM habe ich mit Aufmerksamkeit verfolgt. Auch ich glaube, dass Ju Wenjun ihren Titel verdient verteidigt hat; allerdings zeigte sie deutliche Schwächen, wenn sie Gewinnstellungen verwerten musste:
    Ihren Schwarzsieg im Halbfinale gegen Kosteniuk hat sie unnötig in die Länge gezogen, die 3. Partie im Finale gegen Lagno hätte sie unbedingt gewinnen müssen.

    Gut hat sie die 4. Partie des Finales bestritten, als sie mit Schwarz unbedingt gewinnen musste, um den Tiebreak zu erzwingen.

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  • Qf3
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Leider ist die gleichzeitig zum Carlsen-Caruana Match laufende Frauen-Weltmeisterschaft etwas untergegangen.
    Im Finale setzte sich Ju Wenjun gegen Kateryna Lagno durch. Von den vier Finalpartien mit klassischer Bedenkzeit gab es dabei zwei entschiedene Partien. Nachdem Ju Wenjun beim letzten WM-Match den Titel im Zweikampf erringen konnte, hat sie ihn jetzt beeindruckend auch im K.O.-Modus verteidigt.

    Zurück zu Carlsen-Caruana: Auf der Pressekonferenz nach der zehnten Partie hat Carlsen gesagt, dass er nicht abgeneigt ist, wenn der WM-Kampf zukünftig auf 16 oder 18 Partien verlängert werden würde. Dadurch gebe es mehr Raum zum Experimentieren.

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  • Kampfkeks
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Zitat von Qf3 Beitrag anzeigen
    Wenn ich mich recht entsinne, hast du auch mal Russisch gepielt. Spielst du das noch?
    Das dürfte schon länger zurückliegen. Nein, ich spiele auf 1.e4 meistens Französisch oder Caro-Kan. Ein festes Repertoire habe ich nicht.

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  • Qf3
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Zitat von Kampfkeks Beitrag anzeigen
    Die Partien sind ja nicht uninteressant, ...
    Das denke ich auch. Als Russisch-Spieler finde ich es auch gut, dass durch Caruana die Russische Verteidigung wieder auf absolutem Top-Niveau gespielt wird. Wenn ich mich recht entsinne, hast du auch mal Russisch gepielt. Spielst du das noch?




    Zitat von Kampfkeks Beitrag anzeigen
    ....aber ein echter Sieg wäre trotzdem mal schön...
    Ja, das würde auch dem Wettkampf guttun. Vor allem wenn Carlsen die Partie gewinnt. Weil dann auch Caruana (der m.E. bislang nicht so stark wie Carlsen auf den Sieg presst) nochmal wesentlich druckvoller auftreten müsste. Aber heute läuft ja schon die achte Partie. Müsste dann jetzt mal langsam passieren.

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  • Kampfkeks
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Die Partien sind ja nicht uninteressant, aber ein echter Sieg wäre trotzdem mal schön. Mal sehen, was die nächsten Tage bringen.

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  • Qf3
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Ein Drittel der Partien sind gespielt.
    Mein bisheriges Fazit: Es gab zwar ausschließlich Remis-Partien, aber die Remise waren größtenteils ausgespielt, sodass man mit dem bisherigen Verlauf absolut zufrieden sein kann.
    Meine anfänglichen Sympathien für Carlsen haben sich noch verstärkt. Wenn man sich die Spiele und auch das Verhalten auf den Pressekonferenzen ansieht, ist klar zu erkennen, dass es Magnus ist, der den unbedingten Willen hat, ein Spiel zu gewinnen. Kleinste Ungleichgewichte versucht er noch auszunutzen. Caruana hingegen hat zwar eine Top-Vorbereitung und hofft, Carlsen in der Eröffnung auf dem falschen Fuß zu erwischen und einen erheblichen Vorteil aus der Eröffnung zu generieren. Gelingt ihm das aber nicht, spielt er relativ verhalten und zeigt auf dem Brett nur wenig Biss. In Stellungen, in denen Carlsen es weiter probiert hätte, versucht Caruana möglichst schnell Remis-Positionen zu bekommen. Das wird durch Caruanas Verhalten auf den Pressekonferenzen bestätigt.
    Während Carlsen immer etwas unzufrieden mit den Remisen ist, scheint Caruana mit den Remisen nicht unzufrieden zu sein.
    Meines Erachtens kann Caruana das Match nur gewinnen, wenn er Carlsen in der Eröffnung wirklich mal auf dem ganz falschen Fuß erwischt und mit klarem Vorteil aus der Eröffnung rausgeht oder wenn Carlsen den Sieg mit der Brechstange erzielen will und eine Partie überzieht. Und Caruana den Rest des Matches dann wegmauert.

    Auch der Präsident des Deutschen Schachbunds Ulrich Krause hofft auf Magnus Carlsen. Unter anderem in der Westfälischen Rundschau wird er zitiert mit: "Ich hoffe, dass Magnus Carlsen gewinnt, weil er aufgrund seines sehr lockeren und gewinnenden Auftretens meiner Meinung nach ein echtes Geschenk des Himmels für uns Schachspieler ist."


    Aufregung gab es wegen öffentlich gewordener Vorbereitungen von Caruanas Team.
    In diesem knapp zweiminütigem Video wird Carlsen bei der Vorbereitung zur WM gezeigt:
    https://www.youtube.com/watch?v=M6MMRFd9ou0

    Ein ähnliches Video gab es von Caruana. In der Originalfassung wurde da aber auch der Laptop von Caruanas Team in Großaufnahme gezeigt. Zu sehen waren u.a. Vorbereitungen zur Russischen und Grünfeld-Indischen Verteidigung.
    Darüber berichtet hat u.a. der Standard:
    https://derstandard.at/2000091268473...uTube-geleaked

    Auf der Pressekonferenz wird Caruana darauf angesprochen. Zu sehen ungefähr bei 2.59min:
    https://www.youtube.com/watch?v=T2s5A5MuUt8

    Es lohnt sich, die Pressekonferenz weiterzugucken. Bei 5.17min hört man den Präsidenten der Jamaikanischen chess federation und bei 7.40min antwortet Carlsen ganz witzig auf die Frage nach der "Englischen Verteidigung".

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  • Kiffing
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Diese ostentative Lustlosigkeit hat irgendwie Stil.

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  • Qf3
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Zitat von Babylonia Beitrag anzeigen
    2. Runde Schach WM 2018: Carlsen (Weiß) - Caruana (Schwarz)
    Ergebnis der Partie: Remis.
    Schöne Eröffnungsvorbereitung Caruanas durch die er mit den schwarzen Steinen eigentlich schon recht früh und mühelos ausgeglichen hat und später dann auch angenehmer stand. Bei der heutigen Pressekonferenz nach dem Spiel war Caruana dann auch recht entspannt.
    Etwas begehrter bei der Pressekonferenz war aber noch Carlsen. Zu sehen so ungefähr bei 11.30min:

    https://www.youtube.com/watch?v=l-8TINwB_Ig

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  • Babylonia
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    2. Runde Schach WM 2018: Carlsen (Weiß) - Caruana (Schwarz)

    Ergebnis der Partie: Remis.

    Die Endstellung:

    Weiß (Carlsen):

    T b4, K f1, f2, h3

    Schwarz (Caruana):

    K f4, e4, T g6, g7, h6

    Babylonia

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  • Qf3
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Zitat von Babylonia Beitrag anzeigen
    Die ganze Partie dauerte 7 Stunden und endete mit Remis.
    Ich bin froh, dass wir hier eine ausgekämpfte und ausgespielte Partie gesehen haben.
    Carlsen sagte auf der anschließenden Pressekonferenz: "In terms of fighting chess it was an excellent start". Und weiter sagte er, dass er versuchen werde, jeden Tropfen aus dem Stein herauszupressen.
    Das lässt hoffen und war eine echte Kampfansage an Caruana.
    Für mich ist Carlsen in dieser Hinsicht ein Vorbild.

    Schachlich war Carlsen hier m.E. klar oben auf. Mit den schwarzen Steinen hat er Caruana an den Rand einer Niederlage gebracht. Psychologisch weiß ich noch nicht, wer den Vorteil zieht. Entweder Carlsen, weil er eben selbst mit den schwarzen Steinen das Heft des Handelns in der Hand hatte; oder aber doch Caruana, der zwar schon mit dem Rücken zur Wand stand, sich dann aber doch noch rausverteidigt hat. So etwas kann auch Auftrieb geben.

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  • Babylonia
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    1. Runde Schach WM: Caruana (Weiß) - Carlsen (Schwarz)

    Die ganze Partie dauerte 7 Stunden und endete mit Remis.

    Die Endstellung:

    Weiß (Caruana):

    T a8, K b3, b4

    Schwarz (Carlsen):

    b5, T c4, c6, Kd5

    Also Carlsen hatte einen Bauern mehr ohne damit gewinnen zu können.

    Babylonia

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  • Qf3
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Zitat von Babylonia Beitrag anzeigen
    Man lese hierzu: Zeit Online: "Stürzt König Magnus?"
    Link: https://www.zeit.de/sport/2018-11/sc...abiano-caruana
    Auszug aus dem Artikel:
    Magnus Carlsen ist bekannt für seine oft geradezu unambitionierte Eröffnungsbehandlung. Er sucht nicht sofortigen Vorteil, sondern will einfach nur ins Spiel kommen. Seine Stärke zeigt sich erst nach vier, fünf Stunden in vermeintlich ausgeglichenen Positionen, wenn sein jeweiliges Gegenüber schon denkt, das Schlimmste sei jetzt überstanden und man könnte demnächst eigentlich mal Remis machen.
    Ich hoffe auf lange, geknetete Partien.
    Und auch mal sehen, was Carlsen eröffnungstechnisch gegen den Spezialisten Caruana so zeigt.
    Beim letzten WM-Kampf gegen Karjakin hat Carlsen in der ersten Partie den "Trumpowsky" gespielt.

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  • Qf3
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Niclas Huschenbeth zeigt auch eine Vorschau zum WM-Kampf:
    https://www.youtube.com/watch?v=IjHt4UVYgMY

    Auf seinem Youtube-Kanal "GM Huschenbeth" wird er ungefähr eine Stunde nach Partie-Ende die jeweiligen Partien analysieren. Für die, die noch nicht wissen, welche Analyse man sich anschauen sollte, kann ich Huschenbeths Analysen sehr empfehlen. Er zeigt nicht nur klare Analysen, sondern bringt die ganze Sache vor allem locker und sympathisch rüber.

    Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dass Chess24 die Partien (kostenfrei) im Livestream kommentiert. Bei Bedarf einfach mal bei chess24.com vorbeischauen.

    Carlsen hat in der ersten Partie die schwarzen Steine. Bin ziemlich gespannt, was heute auf dem Brett passiert.

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  • Babylonia
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Man lese hierzu: Zeit Online: "Stürzt König Magnus?" veröffentlicht vor Beginn der Schach WM 2018

    Link: https://www.zeit.de/sport/2018-11/sc...abiano-caruana

    Babylonia

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  • Babylonia
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Mir geht es nur darum, die Ergebnisse der Partien dieser Schach WM mitzuverfolgen und Einschätzungen von Journalisten zu lesen, die schachlich etwas beurteilen können. Wenn zum Beispiel ein Artikel in der Zeit erscheint oder auf einer Schach-Webseite.

    Babylonia

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  • Qf3
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    In ein paar Tagen gehts ja los. Als offizieller Partner der FIDE übernimmt WorldChess die Übertragung. Mit Kreditkarte und umgerechnet knapp 20EUR ist man dabei: https://worldchess.com/paygate
    Guckt ihr euch die Partien über WorldChess an oder habt ihr andere Kanäle? Wenn ja: welche?
    Oder guckt ihr euch eventuell nur spätere Zusammenfassungen oder sogar nur die Ergebnisse an?

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  • KlaRo
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Die Vorfreude auf ein paar außergewöhnliche Partien - vielleicht Schachjuwelen - bestimmt meine Gedanken an die Weltmeisterschaft.
    Ob da einer gewinnt, der seit vielen Jahren die ELO-Spitze verteidigt, was mir allerhöchsten Respekt abnötigt, oder einer, der in letzter Zeit mit Stil einen tollen Aufstieg hingelegt hat, ist mir ziemlich egal.
    Den Computer mit der gelungenen Sprachausgabe habe ich nicht gesehen.
    Überhaupt finde ich, dass die Topspieler eine nicht zu überschätzende Gesamtleistung hinlegen, die man bestaunen muss - mental, sportlich, planerisch, kreativ und nicht zuletzt schachlich.
    Wer da jetzt auf den Punkt auf seiner Spitze ist, der möge den Titel erringen. Und wie lange er ihn dann behaupten kann liegt schließlich an vielen außer ihm selbst. Und Laufkundschaft ist da sicher nicht bei. Respekt!

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  • Qf3
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Zitat von Babylonia Beitrag anzeigen
    ...Auf der Schach-Olympiade in Batumi (Georgien) hat sich die US-Mannschaft in der offenen Klasse sehr stark profiliert, ich weiß aber nicht wie viele Siege und Remise davon Caruana beigetragen hat. ...
    Caruana wurde zehn Mal an Brett 1 eingesetzt (4 Siege, 6 Remis).
    Wenn man es positiv sehen will: Er hat keine Partie verloren, gegen Spieler wie Ding Liren und Aronian Remis gehalten und gegen den zur Zeit in Topform spielenden Shaki Mamadyarov sogar gewonnen.
    Wenn man es negativer sehen möchte: Caruana hat gegen mehrere Spieler, die deutlich schwächer als Magnus sind, nicht gewinnen können. Selbst ein ungefähr 350 Elo-Punkte schwächerer IM konnte gegen Caruana Remis spielen. Von den absoluten Top-Leuten konnte er eben nur Shaki besiegen.

    Carlsen selbst hat gesagt, dass sich zumindest alle einig sind, dass diesmal wirklich die beiden momentan stärksten Spieler um den WM-Titel kämpfen.

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  • Babylonia
    antwortet
    AW: Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Spannende Frage: Wer wird 2018 den Titel des Schachweltmeisters holen?

    Über Magnus Carlsen besitze ich ein norwegisches Buch "Sjakkvidunder Magnus Carlsen" von GM Simen Agdestein. Das enthält seine schachliche Biographie der Kinder- und Jugendzeit.

    Magnus Carlsen ist jetzt schon wie oft Schachweltmeister geworden?

    Fabiano Caruana hatte diesen Titel auf jeden Fall noch nicht und ich würde mich sehr freuen, wenn dieses Mal die Weltmeisterschaft zum ersten Mal gewinnt. Auf der Schach-Olympiade in Batumi (Georgien) hat sich die US-Mannschaft in der offenen Klasse sehr stark profiliert, ich weiß aber nicht wie viele Siege und Remise davon Caruana beigetragen hat.

    Vom ganzen Auftreten her macht er einen sehr sympathischen und unspektakulären Eindruck, das gefällt mir.

    Rein schachlich kann ich mir keinen Vergleich der Beiden erlauben.

    Babylonia

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  • Qf3
    hat ein Thema erstellt Schach-Weltmeisterschaft 2018.

    Schach-Weltmeisterschaft 2018

    Hallo an alle

    In weniger als einen Monat beginnt in London die Schach-Weltmeisterschaft. Magnus Carlsen verteidigt seinen Titel gegen den Herausforderer Fabiano Caruana.

    Ich hoffe, dass Magnus Carlsen den Weltmeistertitel behält.
    Meine Beweggründe:
    Magnus spielt kreativeres Schach. Außerdem lehnt er öfter Remis ab und versucht stattdessen die Stellungen zu kneten. Das ist insgesamt gut für das Schach.
    Dann ist Magnus auch von der Persönlichkeit interessanter; Magnus hat wesentlich mehr Ausstrahlung als der langweilig wirkende, angepasste und vorhersehbare Caruana. Ich bin nun absolut kein ausgewiesener Carlsen-Fan, aber mit Magnus sitzt jedenfalls ein einigermaßen charismatischer Typ auf dem Schachthron. Caruana ist mehr so der Schachcomputer mit gelungener Sprachausgabe.
    Von den Chancen her sehe ich Carlsen ganz klar als den Favouriten an. Ich denke, dass Carlsen sich durchsetzt. Caruana spielt gutes Schach und er ist momentan recht gut in Form, aber am Ende wird es gegen Carlsen nicht reichen.

    Wie seht ihr das? Wer wird eurer Meinung nach am Ende als Weltmeister dastehen und wem gönnt ihr den Titel mehr?

    Vor Kurzem wurden mehrere Weltklassespieler zu den Chancen Caruanas gefragt.
    Ihre Antworten:

    Karjakin: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 55% gewinnt Magnus. Er hofft aber auf Caruana, weil er müde von Magnus ist und einen Wechsel will.

    Shaki Mamedyarov: Glaubt, dass Magnus gewinnt, will aber auch einen Wechsel und hofft ebenfalls auf Caruana.

    Anand: Diplomatisch wie immer. Sagt, dass er und Karajakin solide an die Sache herangegangen sind und denkt, dass Caruana einen anderen Weg gehen wird.

    Aronian: Caruana lernt ständig und kann sich an neue Gegebenheiten anpassen. Dennoch geht er davon aus, dass Caruana nur mit einer 45%igen Wahrscheinlichkeit den Titel holen kann.

    Giri: Hofft sehr, dass Caruana gewinnt, weil Caruana fantastisches Schach spielt und er Caruana auch als Mensch sehr schätzt.

    Nakamura: Wenn ich ihn richtig verstanden habe, sieht er Carlsen als den klaren Favouriten; vor allem weil Carlsen der stärkere Rapid- und Blitzspieler ist. Die Interviews waren allerdings in Englisch und bei Nakamura bin ich mir wie gesagt nicht sicher, ob ich ihn bezüglich der Chancen richtig verstanden habe.

    MVL: Carlsen ist der leichte Favourit und holt mit einer 55%igen bis 60%igen Wahrscheinlichkeit den Titel.

    Hier bleibt aber zu sagen, dass die Interviews von Maurice Ashley vom St. Louis Chess Club geführt wurden und der STL Chess Club ja recht offen für Caruana wirbt, um den Weltmeistertitel nach Amerika zu holen.
    Momentan gibts die Originalaussagen der Spieler hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=d1ASZSc0FfE
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