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Qualitätsunterschiede zu schachlichen Themen zwischen Spiegel und Stern

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    Qualitätsunterschiede zu schachlichen Themen zwischen Spiegel und Stern

    Der Spiegel ist traditionell eine wichtige Adresse, was die Popularisierung des Schachs in den allgemeinen Medien angeht. Ich selbst habe z. B. schon viele interessante Berichte des Spiegels gefunden, die schachliche Themen, eingebettet in den zeitgenössischen politischen Hintergrund, für ein interessiertes Publikum ebenso spannend wie kompetent behandelten. Gerade als schachhistorisch Interessierter bekam ich durch den Spiegel eine wahre Fundgrube an Artikeln geliefert, die meinen Blick für mein jeweiliges schachliches Thema gekonnt zu schärfen wußten. Pars pro toto sei folgender Artikel von 1958 genannt, indem das zeitgenössische Sowjetschach beleuchtet wurde: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41759438.html

    Da konnte sein klassischer Konkurrent, der Stern, natürlich nicht zurückstecken. Sein Artikel über die Schach-WM 2008 zwischen Kramnik und Anand in Bonn, die später Anand gewann, mißlang aber vollständig. Was bleibt, ist ein ekliger, klischeebeladener Artikel, in dem der Autor seine völlige Ahnungslosigkeit von der Materie dadurch zu kompensieren versucht, indem dieser in allerbester Pharisäermanier Vorurteil um Vorurteil bishin zu wirklichen Beleidigungen über diejenigen Schachspieler ausstreut, für die wir Schachspieler angesichts ihrer Leistungen großen Respekt empfinden: http://www.stern.de/sport/sportwelt/...en-642211.html

    Was bleibt von diesem Thread? Eine Warnung an die allgemeinen Medien, wie man es nicht machen soll, und eine Wertung, daß für schachliche Themen der Spiegel eine wesentlich profundere Quelle ist als der Stern.
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    #2
    AW: Qualitätsunterschiede zu schachlichen Themen zwischen Spiegel und Stern

    Hast Du die Welt gewarnt?

    Manchmal liegts nicht am Medium, der Redaktion, sondern am Autor.

    http://www.welt.de/kultur/article122...-Hoffnung.html

    Der Autor betreibt/betrieb immerhin das Spiel/ den Sport

    http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Krausser

    Und seine Ansichten, Überlegungen, Darstellungen kann man ja ergänzen, korrigieren oder auch verreißen.

    Ich kann nicht einschätzen, ob ein (vermeintlich) schlechter Artikel im STERN dem Schach mehr schadet oder (Überraschung!) mehr bringt als ein exzellenter Artikel im "Hinterwälder Abendblatt".

    Beim SC Kreuzberg hängt aktuell ein ein längerer Zeitungsartikel zur Schach-WM von Krausser am Pinbrett.
    Ich kann mir nicht vorstellen, daß der dort aufgehängt würde, wäre er sauschlecht und uninteressant - sprich nicht lesenswert.
    (unbeabsichtigte Doppeldeutigkeit bei "der" - bei Kreuzberg werden selbstverständlich nur Artikel aufgehängt bzw. angepinnt und nicht mehr!)

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      #3
      AW: Qualitätsunterschiede zu schachlichen Themen zwischen Spiegel und Stern

      Ah danke, jetzt verstehe ich auch woher diese Klischees gegenüber Schachspielern kommen, die, v. a. wenn Schachspieler beim Namen genannt werden, in ihrer Charakteristik schon als Beleidigung aufgefaßt werden können. Die größten Feinde der Schachspieler kommen nicht von der Außenwelt, sondern... von den Schachspielern selbst. Woher dieser Selbsthaß rührt, ist mir allerdings schleierhaft...
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        #4
        AW: Qualitätsunterschiede zu schachlichen Themen zwischen Spiegel und Stern

        Vielleicht ist Kraussers gesamter Schreibstil auch zu anderen Themen etwas bitter-scharf-aggressiv?
        Dann hat das nichts mit Schachspielern zu tun, sondern ist seine Art und Mentalität?!

        Ich (und Du) sollte(n) mal etwas von Krausser anfangen zu lesen, das kein Schachartikel ist...:hmpf:
        Mit dem Krimi könnte ich mal anfangen. Übernimmst Du die Lyrik?
        Zuletzt geändert von zugzwang; 10.12.2013, 17:38.

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          #5
          AW: Qualitätsunterschiede zu schachlichen Themen zwischen Spiegel und Stern

          Die Welt hat er jedenfalls deutlich besser repräsentiert als den Stern vor fünf Jahren. Angesichts der Elo-Performances Carlsens in seinen letzten Turnieren vor der WM, die einen furchtbaren Absturz von dessen Rekordelo von 2872 auf 2870 zur Folge hatten, würde ich zwar nicht von "Formkrise" sprechen. Aber folgender Abschnitt gefällt mir gut:

          Doch was für ein Anand war da zu sehen? Aus dem ehemaligen "Tiger von Madras" schien das ängstliche Kätzchen von Chennai geworden zu sein. Carlsen leistete sich kleine Fehler, die allesamt unbestraft blieben.
          Wegen Literatur, so ist demnächst Terror und Traum von Karl Schlögel dran. Einen Bezug zum Schach gibt es sogar:

          Manchmal war die Selektion zufällig, manchmal nicht und man kann nur raten, welches die ausschlaggebenden Erwägungen waren. Schlögel erwähnt, dass die sowjetischen Alpinisten besonders hart getroffen wurden, vielleicht weil sie Beziehungen zum Ausland besaßen oder im Ausland gewesen waren. Die führenden Schachspieler der Sowjetunion wurden hingegen verschont, obwohl man sie in gleicher Weise hätte verdächtigen können.
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