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    Meine Endspielecke

    Diesen Thread und andere, werde ich auflösen und deren Inhalte im Forum auf verschiedene Threads aufteilen.
    Grund: Auf lange Sicht wird das wesentlich übersichtlicher.
    Also nicht wundern, wenn der Thread auf einmal weg ist - die Inhalte werden leicht zu finden sein, wie ich meine, und wenn nichts dazwischen kommt, werde ich noch jede Menge mehr posten.
    Es is schon gar nicht verkehrt, wenn man Themen wie Matt mit Springer und Läufer, oder Lucena-Stellung einen separaten Thread gibt. Da fällt ne Menge an - Das Thema Endspiele komplett in einem Thread abzuhandeln ist irrsinnig lol und da ich mich nun entschlossen habe, mehr zu posten, pack ich die Sachen lieber jetzt um, als später.

    A) Matt setzen
    1. Matt mit Springer und Läufer
    1.1. Mögliche Mattstellungen
    1.2. Lösung: sogenannte "W-System"
    1.3. Erläuterungen / Kommentierung zu 1.2.
    1.4. Schlußkommentar

    B) Turmendspiele
    1. Das Prokeš-Manöver
    1.2. Die Studie von Prokeš (Lösung) (neuester Beitrag)
    1.3. Das Prokeš-Manöver in der Turnierpraxis (übersehen und angewandt) (in Bearbeitung)
    1.3.1. Jan Timman - Borislav Ivkov (1971 - IBM Amsterdam)

    C) Endspielaufgaben und Lösungen
    1. Endspielaufgabe 1
    Zuletzt geändert von Anonym; 30.08.2014, 21:27.

    #2
    AW: Meine Endspielecke

    1.1. Mögliche Mattstellungen

    a)

    b)

    c)



    Mattstellungen wie in den Beispielen a) und b) können nicht erzwungen werden, wohingegen Beispiel c) die Mattstellung zeigt, die wir anstreben und erzwingen können. Hierbei steht der gegnerische König auf dem Eckfeld derselben Farbe, die unser Läufer hat. Die Mattbilder a) und b) helfen uns, den König in die richtige Ecke zu treiben.
    Hinweis: es gibt noch weitere mögliche Mattbilder, die aber für das hier dargestellte Lösungsschema nicht relevant sind. Ich werde sie später als Ergänzung nachreichen.
    Zuletzt geändert von Anonym; 28.08.2014, 00:49.

    Kommentar


      #3
      AW: Meine Endspielecke

      1.2. Lösung: das sogenannte "W-System"

      Habe hier schon mal die Lösung als Partie gepostet, werde aber das Ganze noch ausführlicher nachbearbeiten. Im Prinzip stellt dies schon die Gesamtlösung dar, auch wenn nicht alle Zugmöglichkeiten des schwarzen Königs berücksichtigt wurden - das würde es zu unübersichtlich machen. Eventuell mache ich noch einen Nachtrag für eine Komplettlösung, die alle Alternativen berücksichtigt.
      Wer es sich das erste mal erarbeitet, sollte selbst mal gegen den Computer die Ausgangsposition durchspielen. Aber aufgepasst: die meisten Engines wählen nur einen bestimmten Weg für den schwarzen König und bei Alternativen sollte man diese dann selbst eingeben.
      Auch darauf, wie wir die Position herstellen, die hier die Ausgangsposition ist, gehe ich bei Bedarf ein. Einfach dazu eine Nachricht an mich schicken.
      In der Notation sind Hinweise zu Erläuterungen (z.B.: "siehe Kommentar 1). Unter der Notation findet ihr dann eine Liste von entsprechenden Links auf die ihr klicken könnt, wenn ihr an dieser Stelle eine Erklärung braucht. Die dick gedruckte Notation ist die Hauptvariante - die einfachste Variante zum Einstieg. Folgt einfach den Zügen und den Kommentaren, die am Ende der jeweiligen Variante auch sagen, an welcher Stelle es weitergeht.
      [Event "?"]
      [Site "?"]
      [Date "2014.08.23"]
      [Round "?"]
      [White "Springer+Läufer"]
      [Black "König"]
      [Result "1-0"]
      [SetUp "1"]
      [FEN "5k2/5N2/5K2/5B2/8/8/8/8 w - - 0 1"]
      [PlyCount "19"]
      [SourceDate "2014.06.19"]
      1. Bh7 {(siehe Kommentar 1)}Ke8 2. Ne5 {(siehe Kommentar 2)} Kf8 (2... Kd8 {(siehe Kommentar 6)}3. Ke6
      Kc7 (3... Kc8) 4. Nd7 Kb7 (4... Kc8) (4... Kc6) (4... Kd8) 5. Bd3 {(siehe Kommentar 7)}Kc6 (5... Kc8
      ) (5... Ka7) (5... Ka8) (5... Kc7) 6. Bc4 Kb7 (6... Kc7) 7. Bb5 {(siehe Kommentar 8 - wichtig)}Kc7 (7... Kc8)
      (7... Ka8) (7... Ka7) 8. Ke7 Kc8 (8... Kb7) 9. Kd6 Kd8 (9... Kb7 10. Be2 Kc8
      11. Nc5 Kd8 12. Bb5 Kc8 13. Bd7+ Kd8 (13... Kb8 14. Kc6 Ka8 (14... Ka7 15. Kc7
      Ka8 16. Kb6 Kb8 17. Na6+ Ka8 18. Bc6#) 15. Kb6 Kb8 16. Na6+ Ka8 17. Bc6#) 14.
      Ne6#) 10. Nc5 Kc8 {(siehe Kommentar 9)}11. Bd7+ Kd8 (11... Kb8 12. Kc6 Ka7 {(diese Stellung kennen wir bereits - siehe auch Kommentar 4)}13. Kc7 Ka8 14. Kb6 Kb8
      15. Na6+ Ka8 16. Bc6#) 12. Ne6#) 3. Nd7+ Ke8 4. Ke6 Kd8 5. Kd6 Ke8 (5... Kc8)
      6. Bg6+ Kd8 7. Nc5 Kc8 8. Bf5+ Kd8 (8... Kb8) 9. Ne6+ {(siehe Kommentar 3 - wichtig)}Ke8 (9... Kc8 10. Kc6 Kb8
      11. Nc5 Ka7 {(siehe Kommentar 4)}12. Kc7 Ka8 13. Kb6 Kb8 14. Na6+ Ka8 15. Be4#) 10.
      Bg6# {(siehe Kommentar 5)}1-0



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      Kommentar 9
      Zuletzt geändert von Anonym; 27.08.2014, 22:09.

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        #4
        AW: Meine Endspielecke

        1.3 Erläuterungen / Kommentierung zu 1.2 - Kommentar 1



        In der Ausgangsstellung befindet sich der gegnerische König bereits am Rand und ist bereits in die Zange genommen. Den König in die richtige Ecke zu zwingen ist aus meiner Sicht schwieriger, als ihn an den Rand zu zwingen - darum fange ich mit dieser Ausgangsstellung an.
        Da wir den König in die Ecke der Läuferfarbe zwingen wollen, liegt der erste Zug auf der Hand. Mit Läuer h7 schneiden wir dem schwarzen König den Weg in die "falsche Ecke" ab.
        Zuletzt geändert von Anonym; 27.08.2014, 14:45.

        Kommentar


          #5
          AW: Meine Endspielecke

          1.3 Erläuterungen / Kommentierung zu 1.2 - Kommentar 2



          Hier hat Schwarz nun zwei Möglichkeiten: a) er kann sich mit Kf8 in die sichere Ecke verkriechen oder b) über Kd8 versuchen "auszubrechen. Interessanterweise führt a) Kf8 schneller zum Matt und ist einfacher zu spielen. Darum ist dies unsere Hauptvariante und sollte als erstes erarbeitet werden, bevor wir zu b) Kd8 kommen.

          Kommentar


            #6
            AW: Meine Endspielecke

            1.3 Erläuterungen / Kommentierung zu 1.2 - Kommentar 3



            Hier noch mal die Stellung vor Se6+. Tatsächlich zwingen wir den König an dieser Stelle weiter Richtung Schlachtbank zu marschieren. Denn wenn er wie in der Folge versucht, sich nach Se6+ wieder in die andere Richtung zu verkriechen, führt dies zum frühen Matt. Die Folgezüge sind in der Notation, aber ich habe hier eine Marke gesetzt, damit der Mattmechanismus an dieser Stelle ganz klar wird. Versucht zunächst selbst im Kopf die Mattkombi für den Fall, daß der König nach e8 zieht vorzustellen, oder wiederholt es von dieser Position, nachdem ihr es mit der Notation nachgespielt habt.
            Zuletzt geändert von Anonym; 27.08.2014, 16:21.

            Kommentar


              #7
              AW: Meine Endspielecke

              1.3 Erläuterungen / Kommentierung zu 1.2 - Kommentar 4



              Wenn wir uns an die Mattstellung erinnern, die wir zum Ziel haben, wissen wir, dass unser König nach b6 gehört. Dies können wir einfach realisieren, indem wir mit dem König einen Zwischenzug nach c7 machen, um dann nach b6 zu kommen. Der Königszug hat gegenüber einem anderen Zwischenzug durch den Läufer an dieser Stelle noch einen anderen Vorteil. Er blockiert das Feld b8. Das ist einfach die bessere Technik, denn wie ihr sehen werdet, kommt es schon darauf an, dass der Springerzug nach a6 mit Schach erfolgt, der König also dann erst auf b8 stehen sollte. -
              Spielt es einfach eiter durch und lest den Rest in diesem Beitrag danach, wenn ihr die Mattkombi durchgespielt habt, dann ist es einafcher zu verstehen.

              Würden wir jetzt einen Zwischenzug mit dem Läufer machen und der schwarze König ginge nach b8 - dann setzen wir unseren König nach b6 - müssten wir nach Ka8 wieder einen Zwischenzug mit dem Läufer machen, damit der schwarze König zurück nach b8 geht und wir mit Schach den Springer nach a6 bringen können. - ein Zwischenzug mit dem Läufer zu machen, damit unser König nach b6 kommt, wäre also kein Weltuntergang, aber schlechte Technik.
              Zuletzt geändert von Anonym; 28.08.2014, 09:43.

              Kommentar


                #8
                AW: Meine Endspielecke

                1.3 Erläuterungen / Kommentierung zu 1.2 - Kommentar 5

                Dies war der einfache Weg. Inzwischen wurde auch ersichtlich, warum dieser Mechanismus auch "W-System" genannt wird: Die Zugfolge des Springers beschreibt ein W. Wer dieses System noch nicht verinnerlicht hat und im Streß einer Partie Probleme bekommt, die richtigen Züge zu finden, hat damit auch eine kleine Brücke, wenn er an das "W" denkt.
                Dieser einfache Weg ergab sich, nachdem der gegnerische König aus der Diagrammstellung versuchte, sich über f8 in Richtung "sichere Ecke" zu verkriechen.



                In der Folge schauen wir uns die andere Variante nach Kd8 an.

                Kommentar


                  #9
                  AW: Meine Endspielecke

                  1.3 Erläuterungen / Kommentierung zu 1.2 - Kommentar 6



                  Wir werden im Verlauf sehen, wie gut Springer und Läufer zusammenwirken können, um mit dem eigenen König hinreichend viele Felder abzudecken, um den gegnerischen König inerhalb eines Bereiches "gefangen zu halten" und ihn an die Ecke zu drängen, auch wenn wir dabei zulassen, daß dieser die Randfelder zwischenzeitlich verläßt.
                  In dieser Stellung wirkt der Springer auf dieselben Felder, wie der Läufer - damit erreichen wir nicht die nötige "Felderabdeckung". Wir wollen den Springer darum auf das weiße Feld d7 bringen. Dies ist direkt nicht möglich, weil er geschlagen werden könnte. Daher bietet sich der Zug Ke6 an. Damit deckt der König, der aus naheliegenden Gründen sowieso mitmarschieren muß, das Feld d6 ab und kann den Springer auf d7 unterstützen. Danach können wir den Läufer hinzuziehen, um auch einen Ausbruch über die weißen Felder zu verhindern.

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                    #10
                    AW: Meine Endspielecke

                    1.3 Erläuterungen / Kommentierung zu 1.2 - Kommentar 7

                    Die Grafik soll deutlich zeigen, wie Springer, König und Läufer zusammenwirken und dabei den "Ausbruch" des gegnerischen Königs vehindern. Jedoch hat der gegnerische König mehr alternative Zugmöglichkeiten. Mit Hilfe von Zwischenzügen und Mattdrohungen jedoch können wir ihn weiter in die Ecke zwingen.

                    Kommentar


                      #11
                      AW: Meine Endspielecke

                      1.3 Erläuterungen / Kommentierung zu 1.2 - Kommentar 8



                      Statt 6. Läufer c4 hätten wir genau so gut den Läufer auch beispielsweise nach f1 spielen können, da dieser Zug ein Zwischenzug war - Zugzwang für Schwarz treibt den König weiter.
                      Mit dem Zug 7. Lb5 beherrschen wir nun auch noch das Feld c6 und engen den schwarzen König weiter ein.
                      Allerdings führt hier 7. Kd6 schneller zum Ziel, als der notierte Zug!
                      Wegen der 50-Züge-Regel kommt es natürlich auf jeden Zug an, jedoch ist dieses Schema mit den Folgezügen für die meisten leichter einsehbar. Darum mach ich hier mit 7. Lb5 weiter und zeige später gewisse Feinheiten auf, mit denen es noch schneller geht und bleibe beim einfachen Schema-F.

                      Kommentar


                        #12
                        AW: Meine Endspielecke

                        1.3 Erläuterungen / Kommentierung zu 1.2 - Kommentar 9



                        Hier können wir mit Ld7+ den König nach b8 zwingen. Zieht er nämlich stattdessen auf das Feld d8, kommt es zum frühzeiten Matt - zu einer Mattstellung, die ich Anfangs unter "Mögliche Mattstellungen" schon dargestellt habe. An dieser Stelle also einmal innhalten und sich die Zugfolge zum Matt vorstellen, falls nach Ld7+ der König nach d8 zieht - ansonsten einen Blick auf die Zugnotation werfen und es zur Verinnerlichung wiederholen. Ohne die Mattdrohung kämen wir an dieser Stelle nicht mehr weiter.
                        Zuletzt geändert von Anonym; 28.08.2014, 00:14.

                        Kommentar


                          #13
                          AW: Meine Endspielecke

                          1.4. Schlußkommentar

                          Die kommentierten Züge sollten ausreichen, um selbständig auch für die alternativen Zugfolgen des schwarzen Königs, die geeigneten Züge zu finden. Sollte dies nicht gelingen, dann bitte ich um eine Nachricht und ich werde es entsprechend vervollständigen. Bei Bedarf werde ich das Thema weiter ausführen - einfach ne Nachricht an mich schicken - habe aber derzeit die Befürchtung, dass es unübersichtlich werden könnte und wenig hilfreich wäre und gehe davon aus, dass alles Gezeigte den meisten ausreicht, den Rest selbst zu finden, da das Prinzip als solches vollständig erläutert wurde.

                          Kommentar


                            #14
                            AW: Meine Endspielecke

                            Lösung Endspielaufgabe 1

                            [Event "?"]
                            [Site "?"]
                            [Date "2014.08.27"]
                            [Round "?"]
                            [White "Verlierer"]
                            [Black "Gewinner"]
                            [Result "0-1"]
                            [SetUp "1"]
                            [FEN "R7/8/1k4p1/5p1p/4p2P/6P1/p3KP2/r7 b - - 0 1"]
                            [PlyCount "5"]

                            1... e3 2. Kxe3 (2. fxe3 Rg1 3. Rxa2 (3. Kf2 a1=Q) 3... Rg2+ 4. Kd3 Rxa2) (2.
                            Ra3 exf2 3. Kxf2 (3. Rf3 Rb1 4. Rxf2 a1=Q) 3... Rh1 {wie gehabt}) 2... Re1+ 3.
                            Kd2 a1=Q 0-1

                            Kommentar


                              #15
                              AW: Meine Endspielecke

                              Zu Beitrag #14: In einer praktischen Partie wäre 3. Kf4 a1D, 4. Txa1 Txa1, 5. Kg5 hartnäckiger, um die Technik des Schwarzen zu überprüfen - es bleibt "natürlich" bei -+.

                              Kommentar


                                #16
                                AW: Meine Endspielecke

                                B) Turmendspiele - 1. Das Prokeš-Manöver

                                Die ist die Ausgangsstellung der Studie von Prokeš, mit der er das Prokeš-Manöver beschreibt. Das Manöver selbst hat nichts mit der Figurenkonstellation dieser Studie zu tun, hilft aber auch in dieser Stellung noch Remis zu halten.



                                Weiß am Zug hält Remis
                                Zuletzt geändert von Anonym; 30.08.2014, 06:50.

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                                  #17
                                  AW: Meine Endspielecke

                                  B) Turmendspiele - 1.2. Die Studie von Prokeš (Lösung)

                                  Ich verzichte in diesem Fall auf die Kommentierung einzelner Züge bzw. einzelner Stellungen in dieser Studie. Den Schwierigkeitsgrad schätze ich nämlich so ein, daß viele diese Studie selbst am Brett entwickeln könnten, es sich aber spätestens dann erschließt, wenn man diese Studie Zug für Zug nachspielt. Wer also keine Lust hat, die gesamte Lösung selbst zu finden, hat somit immer noch die Möglichkeit von Zug zu Zug über die Stellung nachzudenken.

                                  [Event "?"]
                                  [Site "?"]
                                  [Date "2014.08.29"]
                                  [Round "?"]
                                  [White "Neue Partie"]
                                  [Black "?"]
                                  [Result "1/2-1/2"]
                                  [SetUp "1"]
                                  [FEN "8/8/8/7K/2k5/3pp3/8/5R2 w - - 0 1"]
                                  [PlyCount "13"]

                                  1. Kg4 d2 (1... e2 2. Rc1+ Kd4 3. Kf3 d2 4. Rc4+ Kd3 5. Rd4+ Kxd4 6. Kxe2 Kc3
                                  7. Kd1) 2. Kf3 Kd3 3. Ra1 e2 4. Ra3+ Kc2 5. Ra2+ Kc1 6. Ra1+ Kb2 7. Kxe2
                                  1/2-1/2


                                  Bemerkung: Wenn Weiß in einer früheren Phase des Spiels, Züge gemacht hätte, um eben diese Stellung zu vermeiden, weil er sie falsch eingeschätzte, dann wäre es besser gewesen, er hätte diese Studie gekannt. Genau so könnte ein Schwarz-Spieler auf die Idee kommen, einen Vorteil wegzuwerfen, weil er davon ausging, daß diese Stellung gewonnen ist. Insofern ist es immer gut, Schlüsselpositionen zu kennen und Muster zu erkennen. Wenn diese Stellung erst mal erreicht wird, würden dagegen viele wahrscheinlich mit Weiß Remis halten können (eventuell verbunden mit unnötigem Streß). Darum ist es immer gut, solche Stellungen auch mal selbst durchzuspielen, oder wenigstens mal nachgespielt zu haben.
                                  Falls jemandem die Lösung nicht klar wurde und er eine "aber-was-wäre-wenn-Frage" hat - dann einfach eine Nachricht an mich, und ich werde das ganze Dingen ausführlicher behandeln.
                                  Zuletzt geändert von Anonym; 29.08.2014, 20:47.

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                                    #18
                                    AW: Meine Endspielecke

                                    B) Turmendspiele - 1.3. Das Prokeš-Manöver in der Turnierpraxis (übersehen und angewandt) in Bearbeitung

                                    [Event "IBM"]
                                    [Site "Amsterdam"]
                                    [Date "1971.07.23"]
                                    [Round "9"]
                                    [White "Timman, Jan H"]
                                    [Black "Ivkov, Borislav"]
                                    [Result "1-0"]
                                    [ECO "C16"]
                                    [WhiteElo "2445"]
                                    [BlackElo "2560"]
                                    [PlyCount "107"]
                                    [EventDate "1971.07.13"]
                                    [EventType "tourn"]
                                    [EventRounds "15"]
                                    [EventCountry "NED"]
                                    [EventCategory "11"]
                                    [Source "ChessBase"]
                                    [SourceDate "1999.07.01"]

                                    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. e5 Ne7 5. a3 Bxc3+ 6. bxc3 b6 7. Qg4 Ng6 8. h4
                                    h5 9. Qd1 Ba6 10. Bxa6 Nxa6 11. Bg5 Qd7 12. Ne2 Qc6 13. O-O Ne7 14. Qd3 Qc4 15.
                                    Qf3 Nf5 16. Ng3 g6 17. Bf6 Rh7 18. a4 Nb8 19. Nxf5 gxf5 20. Qg3 Kf8 21. Rad1
                                    Nc6 22. Qg5 Qe2 23. Rd3 Qg4 24. Qd2 f4 25. Rf3 Na5 26. Rxf4 Nc4 27. Qc1 Qe2 28.
                                    Bg5 Ke8 29. Rf6 Na5 30. Re1 Qc4 31. Re3 Kd7 32. Ref3 Kc6 33. Qa3 Kb7 34. Rxf7
                                    Rxf7 35. Rxf7 Nc6 36. Qd6 Rc8 37. Qxe6 a5 38. Qd7 Qxc3 39. Qxd5 Qxd4 40. Qxd4
                                    Nxd4 41. Rd7 Nf5 42. e6 Kc6 43. Bd8 Ng7 44. Rxg7 Rxd8 45. f4 b5 46. axb5+ Kd6
                                    47. f5 a4 {Kommentar 1} 48. e7 Ra8 49. f6 a3 {Kommentar 2} 50. Rg8 Rxg8 51. f7 a2 52. fxg8=Q a1=Q+ 53. Kh2
                                    Kxe7 54. Qg5+ 1-0


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                                    Zuletzt geändert von Anonym; 30.08.2014, 19:29.

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                                      #19
                                      AW: Meine Endspielecke

                                      B) Turmendspiele - 1.3. Das Prokeš-Manöver in der Turnierpraxis (Kommentar 1)





                                      Diagramm: Kritische Stellung nach dem 47. Zug
                                      Hier zog Weiß 48. e7 mit einem ganz bestimmten Plan. Alternative Züge wären besser gewesen; zum Beispiel 48. Tg3 oder 48. c4. Da uns diese Partie aber primär als Beispiel für das Prokeš-Manöver dienen soll, gehe ich auf alternative Züge in dieser Stellung nicht weiter ein.
                                      Das Nachspielen von Partien, in denen bestimmte Muster zu finden sind oder Schemata möglich waren, hilft dabei, eben diese Muster und Schemata zu verinnerlich, so daß man sie dann auch gegebenenfalls in den eigenen Partien wiederfindet. Das ist nur meine persönliche Meinung - wie auch die Statements, die ich an anderen Stellen abgebe. Eigentlich bin ich bisher nie wirklich systematisch an die Sache rangegangen, mache mir daher neuerdings auch einige Gedanken darüber, wie das Lernen und Trainieren effektiv sein kann.
                                      Zuletzt geändert von ToBeFree; 07.09.2014, 01:19. Grund: Tabellenbreite -> 100% :)

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                                        #20
                                        AW: Meine Endspielecke

                                        B) Turmendspiele - 1.3. Das Prokeš-Manöver in der Turnierpraxis (Kommentar 2)

                                        Irgendwo im Intenet steht, daß hier nur noch 50. f7 Remis halten kann. Auch wenn ich hier auf diese Untervarianten der Übersicht wegen und in Konzentration auf das Thema nicht näher eingehe, will ich trotzdem darauf hinweisen, daß f7 zwar Remis ist, daß stattdessen aber Weiß mit 50 Tg3 noch Gewinnmöglichkeiten hat. Das habe ich so nicht selbst gefunden, aber ich prüfe eben alle Aussagen mit Hilfe der Engine nach, bevor ich es hier weitergebe. Die Komplettanalyse dieser Partie ist ganz schön kompliziert, wie ich meine, aber ich will wenigstens auf die Alternativen hinweisen, die Weiß gehabt hätte, statt an seinem Plan festzuhalten.
                                        Zuletzt geändert von ToBeFree; 07.09.2014, 01:34. Grund: Tabellenbreite -> 100% :)

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