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Modern Benoni

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    Modern Benoni

    1.d4 Nf6 2.c4 c5 3.d5 e6 4.Nc3 exd5 5.cxd5 d6

    (Ich spiele die Zugumstellung 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 c5 4.d5 exd5 5.cxd5 d6)


    Die Grundidee der Schwarzen ist recht einfach: Raumvorteil am Damenflügel aufbauen und im Zentrum mit Leichtfiguren und dem Turm auf e8 mitmischen.

    Eine Variante ist: 6.Nf3 g6 7.e4 a6
    Sehr interessant ist das Damenschach 7.Qa4+.
    7. .. a6 hat den schönen Effekt, dass Weiß gleich 2 „Probleme“ zu lösen hat. Auf 8.a4 folgt 8. .. Bg4 und Schwarz wird seinen schlechten Läufer los. Nach 8.h3 b5 hat Schwarz bereits seinen Raumvorteil am Damenflügel. Lästig (aber nicht zu unterschätzen!!!) finde ich die Fortsetzung 8.De2 mit 9.e5, da der schwarze König nicht wegrochieren kann und gradlinig angegriffen wird.

    Wem das zu gefährlich ist, bleibt die solide Variante 6.Nf3 g6 7.e4 Bg7 8.h3 a6 9.a4 0-0 10.Bd3 Re8, wo Schwarz etwas eingeengt ist (zumindest meiner Meinung nach ).

    Eine gute Verwendung für den weißfeldrigen Läufer gibt auch diese Variante:
    6.Nf3 g6 7.g3 Bg7 8.Bg2 0-0 9.0-0 Re8 10.Nd2 b6 11.e4 Ba6
    Hier hat der Läufer ein nettes Feldchen und Beschäftigung, statt doff in der Ecke zu stehen.
    Philosophie über einen Donut:
    Der Optimist sieht den Donut, der Pessimist das Loch!


    "You like it, it likes you!"
    Full Dark, No Stars from Stephen King

    #2
    AW: Modern Benoni

    Modernes Benoni ist auch der Kampfplatz von und für Zugumstellungen.
    Einigen Schachfreunden ist bekannt, daß Benonispezialisten wegen Repertoireproblemen
    diese Eröffnung eher über die damenindische oder katalanische Zugfolge anstreben:

    1. d4 Sf6, 2. c4 e6, 3. Sf3 (kein Nimzo) c5 (kein Dameninder oder Bogoinder!), 4. d5 (Engländer verweigern hier teilweise!) e6 (oder d6!?, b5!? Blumenfeld)
    1. d4 Sf6, 2. c4 e6, 3. Sf3 c5, 4. d5 exd5, 5. cxd5 d6 (oder b5!?)

    Es ergeben sich daraus für beide Seiten neue Möglichkeiten und Herausforderungen.

    Der Hintergrund für die "Abwahl" der alten Zugreihenfolge sollen Probleme beim 3-Bauern-Angriff sein (8. Lb5+ Taimanov-Angriff genannt, obwohl von anderen eingeführt und von Taimanov nicht zu häufig gespielt).
    Die diesbezüglichen Fragen scheinen für die allgemeine schachliche Unter(meister)welt nicht vollständig geklärt.
    So ergibt das verpönte 8. ... Sbd7 anstatt des "vorgeschriebenen" 8. ... Sfd7 haarsträubende Varianten und wird zu einem Gedächtnisspiel.
    Weiß kann allerdings auch klassischer reagieren und auf Lb5+ verzichten.

    Ein anderes Problemfeld, dem sich Schwarz mit anderer Zugreihenfolge nicht aussetzt, ist der Mikenas-Angriff.
    Dieser gilt zwar als nicht durchschlagend-remisig, doch nicht jeder will die Varianten parathalten und den Stellungstyp verstehen müssen.

    Noch bevor der Mikenas-Angriff so richtig anfängt, beschäftigen sich 2 alte Eröffnungsbücher mit einer unzureichenden schwarzen Abweichung.
    Die Bücher sind: Hartston "Benoni" (Batsford 1977) und Taimanow "Benoni bis Wolga-Gambit (Sportverlag 1982 1.Auflage, 1987 2. stark bearbeitete Auflage).

    Es findet sich dort folgendes Spielgeschehen:

    [Event "Batsford Sportverlag"]
    [White "Mikenas-Angriff"]
    [Black "Theorie"]
    [Result "*"]
    [ECO "A66"]

    1. d4 Nf6 2. c4 c5 3. d5 e6 4. Nc3 exd5 5. cxd5 d6 6. e4 g6 7. f4 Qe7 8. Nf3
    Nxe4 9. Nxe4 Qxe4+ 10. Kf2 Qf5 11. Bd3 Qd7 12. Re1+ Be7 13. Qe2 *



    In dieser Variante steckt nach 7. ... De7 ein großes ""
    Weiß kann die Sache chirurgischer gestalten und einen klaren Schnitt machen.

    Das Motiv findet sich bei den Zugfolgenspielereien auch hier wieder:


    [Event "Spielerei"]
    [White "Zugspielerei"]
    [Black "Benoni"]
    [Result "*"]
    [ECO "E10"]


    1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nf3 c5 4. d5 exd5 (4... d6 5. Nc3 exd5 6. cxd5) 5. cxd5
    d6 6. e4 g6 7. Bd3 {Der Sb1 steht noch nicht auf c3 und Weiss kann auch ueber
    Sbd2-c4 oder Sa3-c4 nachdenken.} *
    Zuletzt geändert von zugzwang; 26.06.2013, 20:11.

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      #3
      AW: Modern Benoni

      Wieso opfert Weiß beim Mineka-Angriff einen Bauern? Er hat doch so gesehen kaum Kompensation
      Philosophie über einen Donut:
      Der Optimist sieht den Donut, der Pessimist das Loch!


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        #4
        AW: Modern Benoni

        Zitat von hako Beitrag anzeigen
        Wieso opfert Weiß beim Mineka-Angriff einen Bauern? Er hat doch so gesehen kaum Kompensation
        König und Dame sind auf einer offenen Linie. Das ist ein wichtiges Motiv. Und wie Du selbst siehst, kann Weiß auch das Schach gegen den gegnerischen König erzwingen und behindert seine Entwicklung dadurch, daß er den schwarzen König auf e8 festhält. Ich finde, das ist eine deutliche Kompensation. Auch der Bd5 steht in diesem Sinne gut, weil er die Entwicklung des Sb8 blockiert. Nie würde ich eine solche Stellung als Schwarzer haben wollen!
        Alles wartet auf das Licht
        Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

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          #5
          AW: Modern Benoni

          Zitat von hako Beitrag anzeigen
          Wieso opfert Weiß beim Mineka-Angriff einen Bauern? Er hat doch so gesehen kaum Kompensation
          Das kann ich ohne weitere Erläuterung nicht nachvollziehen.
          Weiß hat im Mikenas-Angriff einige "Ausfahrten" zum Ausgleich.
          Mein (alter?!) Stand ist: kein Vorteil für Weiß, aber ohne zwingenden Nachteil spielbar.

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            #6
            AW: Modern Benoni

            Ja gut, hab meinen Denkfehler gefunden. Hab scheel geguckt und gedacht, Schwarz kann rochieren.
            Philosophie über einen Donut:
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