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Zwei Möglichkeiten gegen den Drachen

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    Zwei Möglichkeiten gegen den Drachen

    Gegen die Drachenvariante gibt es ja im 8. Zug zwei Hauptfortsetzungen. Nach 1. e4 c5 2. Sf3 d6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5. Sc3 g6 6. Le3 Lg7 7. f3 0-0 kann Weiß entweder mit 8. Lc4 seinen Lf1 in den Angriff integrieren, oder er verzichtet darauf und spielt 8. Dd2.

    Ich selber spiele gegen den Drachen mit dem Lf1, d. h. ich spiele 8. Lc4. Denn der Läufer kann mir im Angriff gute Dienste leisten. Durch die Fesselung des Bf7 kann etwa g6 schwach werden, und das ist in dem schematischen Bauernsturm natürlich eine Angriffsmarke.

    Was spielt ihr gegen den Drachen? Was findet ihr besser? Und womit ließe sich der Verzicht auf den Lf1 für direkte Angriffszwecke rechtfertigen? Fragen über Fragen, die nach Antworten verlangen.
    11
    8. Lc4
    27,27%
    3
    8. Dd2
    54,55%
    6
    Beide Varianten sind ungefähr gleichstark
    0,00%
    0
    Enthaltung
    18,18%
    2
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

    #2
    AW: Zwei Möglichkeiten gegen den Drachen?

    Lc4 sieht irgendwie besser aus.^^
    http://musescore.com/tobefree

    Zitat von derair
    also ich hab jetztd en internet explorer 9 und der ist toll
    der ist viel übersichtliger geworden und íst viel besser als fire fox
    "Alle aussteigen, wir klauen jetzt einen A380."

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      #3
      AW: Zwei Möglichkeiten gegen den Drachen?

      Herrlich,die Drachenvariante...Eine der schärfsten Varianten im Sizilianer nach dem Richter-Rauser-Angriff mit 6.Lg5. Aber wer erschuf überhaupt die Hauptfortsetzung für Weiß mit 6.Le3? Wer brachte die idee mit der Jugoslawischen Verteidigung? Klar,der Experte im Sizi: Wsewolod Alfredowitsch Rauser! Genau. Die Drachenvariante-das Thema hier- wurde vom Meister Fjodor Dus-Chotimirski eingeführt. Er beschäftigte sich mit Astronomie und fand Ähnlichkeiten der Bauernstellung d6-e7-f7-g6-h7 zum Sternbild Drache. Nun,gutes Schachkunde,jetzt stellt sich die Frage: Was ist denn jetzt für Weiß der beste Aufbau?
      Es gibt sehr viele Varianten und Eröffnungsideen,z.B. :

      - Die Klassische Variante mit 6.Le2 : Bei der ersten Begegnung Aljechins gegen Botwinnik spielte dieser die Eröffnung solide und mit Erfolg.

      - Die Löwenfisch Variante mit 6.f4 : Die heutige HV: 6. ...Sb8-c6 7. Sd4xc6 b7xc6 8. e4-e5 Sf6-d7 9. e5xd6 e7xd6 10. Lf1-e2 Lf8-e7 mit Ausgleich.

      - 6.f3 , Übergang in den jugoslawischen Angriff: Diese Variante ist für mich ziemlich ziemlich schlecht. Warum? Es gibts nämlich eine Eröffnungsfalle! Falls man 6.Le3 spielt,und Sg4? kommt,kann Weiß mit 7.Lb5+! die Figur auf g4 gewinnen. Wieso will man das also verhindern,wenn man dazu die Chance hat?

      - 6.g3 : Das positionelle Gegenfianchetto,was häufig zu Remis führt. Schwarz punktet leicht besser.

      Und nun zu der eigentlichen Variante,meine Lieblingsvariante,nämlich 6.Le3!

      6.Le3 Lg7 7.f3. Hier beginnt der Jugoslawische Angriff. Eine theorie und Beispielpartie:

      7. ...Sc6 8.Dd2 0-0 9.0-0-0 Sxd4 10.Lxd4 Le6 11.Kb1! Nun kann Schwarz die dame auf d2 NICHT mit Schach tauschen. Warum ist das so wichtig? Beispiel folgt:
      11. ...Dc7 (11. ...Da5? 12.Sd5! Dxd2? 13.Sxe7+ Kh8 14.Txd2 +-) 12.Sb5! Das Ziel deses Springerzuges ist,dass die Dame nicht mehr nach a5,zu ihrem natürlichen Feld in der Drachenvariante,hinkommt. 12. ...Db8 (12. ...Dc6!? 13.g4 a6 14.Sc3 b5 15. h4 und Weiß hat schönen Angriff.../ 12. ...Dd7 13.g4 Tfc8 14.h4 a6 15.Sc3 h5 16.gxh5 Sxh5 16.Lxg7 Kxg7 17. f4 Lg4 18.Te1 mit Vorteil für Weiß./ 12. ...Dd8 13.g4 Der schwarze f-Turm kann nicht nach c8. 13. ...a6 14.Sc3 Dc7 15.h4 und Weiß hat besseren Angriff und besitzt Vorteil) 13.g4 a6 14.Sc3 b5 15.h4 Tc8 16.h5 a5 17.hxg6 hxg6 18.g5 Sh5 19.Lxg7 Sxg7 20.Lh3 Tc5 21.Lg4 Df8 22.Th6! (22.Dh2 +- ist auch gewonnen) f5 23.gxf6 Dxf6 24.Lxe6+ Sxe6 25.Sd5 1-0 Sokolov,A(2591) - Le Quang,K (2276) /Bethune 2004

      Man sieht den Vorteil hier an Dd2,da Sb5 sowohl scharf als auch sehr gut spielbar ist.
      Noch ein Theoriebeispiel mit 8.Dd2:

      1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 g6 6.Le3 Lg7 7.f3 0-0 8.Dd2 Sc6 9.0-0-0 d5. Die HV. 10.De1! Die Idee dieses zuges ist ganz simpel.Man möchte die Dame mal gelegentlich zum Königsflügel bringen,die e-linie unter anderem verstärkern. Ebenfalls will man mit 10.De1! den Turm auf die Linie der schwarzen Dame haben und taktische Möglichkeiten ausnutzen. 10. ...e6 11.h4! Man darf diesmal keine Zeit mit g4 verlieren,da man selber h5 spielen will. Falls 11. ...h5!? von Schwarz kommt: 11. ...Dc7 (11. ...h5!? 12.g4 hxg4 sollte kommen,da nach z.B. 12. ...Dc7?! 13.gxh5 Sxh5 14.exd5 mit Vorteil Weiß. Aber auch nach hxg4 steht Weiß auf Angriff und besser.) 12.h5 Sxh5 13.g4 Sxd4! Ansonsten 14.Sdb5 +/-. 14.Lxd4 Lxd4 15.Txd4 Dg3 16.Dd2! Man hat nun den schwarzen Läufer getauscht und möchte weiter auf Angriff spielen. Ohne was mehr möchte man höchstens remis geigen. 16. ...Sf4 17. exd5 e5!? 18.Te4 Dxf3 19.Dh2 h5 20.gxh5 Dxh5 21.Txe5! Dxh2 22.Txh2 Kg7 23.Tf2 und Weiß hat ein besseres Endspiel.


      8.Lc4 gefällt mir aufgrund von dem Manöver Sc6-Se5 nicht,da de rläufer nochmal unnötig gezogen werden muss. Falls Tfc8 kommt,kann Schwarz schon Sc4 spielen,Dame angreifen und einen guten Springer dort haben. Weiß muss den also logischerweise mit dem Läufer schlagen und nun meine Frage: Wieso lässt man den denn dann nicht einfach auf f1 stehen und schlägt den Springer dann direkt mit dem ersten zug des weißen f1-Läufers?

      Hoffe die Analysen waren lehrreich!

      Fazit: 8.Dd2 ist für mich sowohl taktisch als auch angriffslustiger,wobei 8.Lc4 auch eine gute Waffe gegen die Drachenverteidigung ist!

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        #4
        AW: Zwei Möglichkeiten gegen den Drachen

        Zitat von SiegerFCN
        Eine der schärfsten Varianten im Sizilianer nach dem Richter-Rauser-Angriff mit 6.Lg5
        Auch wenn es jetzt off-topic ist, aber noch schärfer als Richter-Rauser-Angriff erscheint mir gegen den klassischen Sizilianer der Velimirovic-Angriff.

        Vielen Dank jedenfalls für Deine Mühen. Ich werde jetzt aber nur auf die Einwürfe eingehen, die sich auf die beiden von mir genannten Varianten beziehen.

        Zitat von SiegerFCN
        8.Lc4 gefällt mir aufgrund von dem Manöver Sc6-Se5 nicht,da de rläufer nochmal unnötig gezogen werden muss. Falls Tfc8 kommt,kann Schwarz schon Sc4 spielen,Dame angreifen und einen guten Springer dort haben. Weiß muss den also logischerweise mit dem Läufer schlagen und nun meine Frage: Wieso lässt man den denn dann nicht einfach auf f1 stehen und schlägt den Springer dann direkt mit dem ersten zug des weißen f1-Läufers?
        Die Erfahrungen mit diesem System zeigen, daß der Tempoverlust, den Du angesprochen hast, so schlimm nicht ist, weil auch Schwarz mehrere Tempi investieren muß, um den Läufer abzutauschen. Der Lf1 zieht dreimal, bis er gezwungenermaßen abgetauscht sein wird. Aber der Gegner verwendet auch drei Züge, nämlich ...Sc6-e5-c4 und ...Tc8xc4.
        Auch wenn Du diesen Punkt nicht angesprochen hast, aber das darauffolgende drohende schematische Qualitätsopfer auf c3, hat mich noch nie groß gestört, Weiß nimmt einfach die Qualität und versucht mit dem Materialvorteil zu gewinnen, wenn sein eigener Angriff nicht durchschlägt. Merkwürdigerweise ist in meinem Spielstärkebereich sowieso niemand zu diesem Qualitätsopfer bereit. Wahrscheinlich wird nicht gewußt, wie man das Opfer anschließend kompensieren muß.

        Zitat von SiegerFCN
        Fazit: 8.Dd2 ist für mich sowohl taktisch als auch angriffslustiger,wobei 8.Lc4 auch eine gute Waffe gegen die Drachenverteidigung ist!
        Das stimmt nicht, als Spieler, der selbst gegen den Drachen mit 8. Lc4 spielt, weiß ich, daß die Stellungsbilder hier extrem scharf und für Schwarz gefährlich sein können. Ich kenne bspw. glänzende Motive um den Bauernsturm und um interessante Materialopfer. Was ist meine Lieblingseröffnung? Drache – wenn der Gegner sie spielt.
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          #5
          AW: Zwei Möglichkeiten gegen den Drachen?

          Zitat von SiegerFCN Beitrag anzeigen
          6.Le3 Lg7 7.f3. Hier beginnt der Jugoslawische Angriff. Eine theorie und Beispielpartie:

          7. ...Sc6
          7. ...Sc6 statt

          Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
          Gegen die Drachenvariante gibt es ja im 8. Zug zwei Hauptfortsetzungen. Nach 1. e4 c5 2. Sf3 d6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5. Sc3 g6 6. Le3 Lg7 7. f3 0-0
          7. ...Sc6 8.Lc4 Db6 9. Sf5 Dxb2 10. Sxg7+ Kf8
          oder
          7. ...Sc6 8.Lc4 Db6 9. Lb5 Dc7 10. Sd5 Sxd5 11. exd5 a6 12. Lxc6+ bxc6
          durchbrechen das Schema.

          Erst 8.Dd2 ist die bessere Angewohnheit.

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            #6
            AW: Zwei Möglichkeiten gegen den Drachen

            Zwei weitere Argumente zu denen, die ich in meiner Antwort an SiegerFCN geliefert habe, sind mir eingefallen, die für die Variante mit 8. Lc4 sprechen:

            1. Der Lf1 stünde auf seinem Ausgangsfeld dem weißen Angriff am Königsflügel nur im Weg. Weiß will ja groß rochieren. Wenn jetzt bspw. ein Einschlag auf h7 möglich ist, kann der weiße Ta1 im nächsten Zug nachsetzen. Wird der Lf1 deswegen auf e2 geparkt, dann steht er der Dame im Weg, die oft von d2 nach h2 setzen will, um nach der Öffnung der h-Linie sich vor den eigenen Turm zu stellen.

            2. Nicht immer wird der Lc4 mit dem langfristigen Manöver ...Tc8, ...Sc6-e5-c4 kaltgestellt. Wird er das nicht, dann leistet der Läufer auf c4 gute Dienste. Hier sollte man dem Gegner auch Gelegenheit geben, Fehler zu produzieren.
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              #7
              AW: Zwei Möglichkeiten gegen den Drachen

              Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen

              1. Der Lf1 stünde auf seinem Ausgangsfeld dem weißen Angriff am Königsflügel nur im Weg. Weiß will ja groß rochieren. Wenn jetzt bspw. ein Einschlag auf h7 möglich ist, kann der weiße Ta1 im nächsten Zug nachsetzen. Wird der Lf1 deswegen auf e2 geparkt, dann steht er der Dame im Weg, die oft von d2 nach h2 setzen will, um nach der Öffnung der h-Linie sich vor den eigenen Turm zu stellen.
              Den Läufer auf f1 braucht man für den angriff auch nicht! Das geht auch so ganz einfach.

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                #8
                AW: Zwei Möglichkeiten gegen den Drachen

                Im Weg stehen sollte er jedenfalls nicht.
                Alles wartet auf das Licht
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                  #9
                  AW: Zwei Möglichkeiten gegen den Drachen

                  Bei
                  1. e4 c5 2. Nf3 Nc6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 g6 5. Nc3 Bg7 6. Be3 d6

                  (ansonsten Nf6 7. Nxc6 bxc6 8. e5)

                  ziehe ich auch zunächst Dd2 vor

                  (7.Lc4 Sf6 8.f3 Ld7 9.Dd2 h5 oder 8.-Db6 kann von der Mainline abweichen)

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                    #10
                    AW: Zwei Möglichkeiten gegen den Drachen

                    Zitat von WilhelmH Beitrag anzeigen
                    Bei
                    1. e4 c5 2. Nf3 Nc6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 g6 5. Nc3 Bg7 6. Be3 d6

                    (ansonsten Nf6 7. Nxc6 bxc6 8. e5)

                    ziehe ich auch zunächst Dd2 vor
                    Danke für diese beiden schwarzen Alternativen. Dafür muß der Gegen-den-Drachen-Spieler natürlich gewappnet sein:

                    1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 g6 6. Be3 Bg7 7. f3 O-O 8. Bc4 Qb6 9. Bb3 und ich finde, Weiß steht ok, +=.

                    1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 g6 6. Be3 Bg7 7. f3 O-O 8. Bc4 Bd7 9. Qd2 h5 pariert man mit dem schematischen Bauernopfer h4 nebst g4.
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                      #11
                      AW: Zwei Möglichkeiten gegen den Drachen?

                      Zitat von SiegerFCN Beitrag anzeigen

                      Fazit: 8.Dd2 ist für mich sowohl taktisch als auch angriffslustiger,wobei 8.Lc4 auch eine gute Waffe gegen die Drachenverteidigung ist!
                      8.Dd2 erlaubt noch 9.Lc4

                      Im 9.Zug wäre eine Umfrage angebrachter:

                      9.Lc4

                      9.0-0-0

                      9.g4

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                        #12
                        AW: Zwei Möglichkeiten gegen den Drachen

                        Wie ich schon beschrieb, gefällt mir persönlich der Kampf gegen den Drachen mit 8. Lc4 am besten (was nicht heißt, daß 8. Dd2 nicht auch gut geht). Ich finde, daß Schwarz hier sehr genau spielen muß, um nicht zu periklitieren. Ist er ein Experte, dann kann er aber wie in jeder anderen etablierten Eröffnung gut dagegenhalten. Ich möchte hier ein Beispiel aus einer Partie von mir präsentieren, wo der Schwarze ein ausgewiesener Drachen-Experte ist. Drachen-Experten gibt es im Schach zahlreich, weil dieses Systen für eine Schacheröffnung einen hohen Kultfaktor aufweist.

                        Laut meinem Gegner Outsider, der hier auch Mitglied ist, soll es sich bei dem gespielten Spielzug um eine Hauptvariante handeln, die wir aufgrund zahlreicher Themenpartien verfeinert haben:

                        [Event "Fernschach"]
                        [Site "MyTown"]
                        [Date "????.??.??"]
                        [Round "?"]
                        [White "Kiffing"]
                        [Black "Outsider"]
                        [Result "0-1"]
                        [PlyCount "60"]
                        [TimeControl "1200"]

                        {767MB, Fritz8.ctg, MYCOMPUTER} 1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5.
                        Nc3 g6 6. Be3 Bg7 7. f3 Nc6 8. Bc4 Bd7 9. Qd2 Rc8 10. Bb3 O-O 11. O-O-O Ne5 12.
                        h4 h5 13. Bh6 Bxh6 14. Qxh6 Rxc3 15. bxc3 Qa5 16. Kb1 Qxc3 17. g4 a5 18. gxh5
                        a4 19. hxg6 axb3 20. cxb3 fxg6 21. h5 g5 22. Qxg5+ Kh7 23. Rh2 Nxf3 24. Qg6+
                        Kh8 25. Rc2 (25. Qh6+ Nh7 26. Rc2 Qa5 27. Nxf3 Rxf3 28. Rg1 Qe5 29. Qg6 Rf8)
                        25... Qe3 26. Rc7 Nxd4 27. Rxd4 Qxd4 28. Qh6+ Nh7 29. Rxd7 Rf1+ 30. Kc2 Rf2+ *



                        Schwarz schafft sich also mit 12. ...h5 das im Thread bereits angesprochene Bollwerk, gegen das Weiß in der Folge nun arbeitet. Um selber Gegenspiel zu bekommen, bringt Schwarz gleichzeitig das hier schematische Qualitätsopfer auf c3 an. Nun gilt, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Denn Weiß versucht nun, das schwarze "Bollwerk" auf h5 aufzusprengen, während Schwarz den weißen Angriff ignoriert und seinen a-Bauern gegen den weißen König heranrollen läßt. Wie in allen taktischen Angriffen, ist hier Geschwindigkeit Trumpf. So verschwenden beide Seiten erst einmal keine Zeit für Verteidigungszüge. Weiß läßt sich bspw. im Interesse seines eigenen Angriffs seinen Lb3 schlagen. Schwarz gewinnt so die Figur und muß jetzt seinen Bg5 sogar mit Schach opfern, damit der weiße Angriff nicht durchschlägt. Weiß spielt nun 23. Th2!, um seinen Turm a tempo auf den anderen Flügel, d. i. die c-Linie, zu überführen und opfert einen Bauern. 26. Tc7?? war natürlich ein Fehler, der nicht passieren sollte, wenn man auf einmal wieder eigenständig spielen muß. Aber schon im 25. Zug gibt es eine Alternative: Nach 25. Dh6+ Sh7 26. Tc2 Da5 27. Sxf3 Dxf3 28. Tg1 De5 29. Dg6 Tf8 hat Schwarz alle Drohungen beseitigt. Die Figurenkonstellation von zwei Leichtfiguren gegen Turm und Bauer spricht für ihn. Dafür hat Weiß Kompensation in Form der Beherrschung der g-Linie und der Druckstellung gegen den schwarzen König. Da Schwarz aber alle neuralgischen Punkte unter Kontrolle hat, ist das Remis das wahrscheinliche Resultat. Was meinen die anderen dazu?
                        Alles wartet auf das Licht
                        Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

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                          #13
                          AW: Zwei Möglichkeiten gegen den Drachen

                          http://www.chessmail.de/game/e130ac2fc0054d79
                          so möchte ich mit dem drachen immer gewinnen
                          ist nicht fehlerfrei gespielt aber ich denke sehr interesant bis zum schluss!!
                          was denkt ihr??
                          gruss lonny

                          Kommentar


                            #14
                            AW: Zwei Möglichkeiten gegen den Drachen

                            Ich poste mal nur die ersten 24 Züge, weil Du bereits dort auf Gewinn standest und somit das Eröffnungsduell für Dich entschieden hast.

                            Psychologisch würde ich vor ...Se5 erst ...Tc8 spielen. Das ist nur eine Zugumstellung, bietet aber den Vorteil, daß Weiß hier noch patzen kann, indem er das Fesslungsmotiv auf der c-Linie übersieht und taktisch ...Sxd4 zuläßt.

                            Alternativen:

                            A.: 13. h5!? Sxh5 14. Lh6 Lxh6 15. Dxh6 Txc3 16. bxc3 Tc8 mit Chancen auf beiden Seiten
                            B.: 13. g4 b5 14. h5 b4 15. Sd5 Sxd5 16. Lxd5 Sc4 17. Lxc4 Txc4 18. Kb1 De5 (alternativ: 18. ...Dc7 =) 19. hxg6 hxg6 20. Dg2 Tfc8 21. f4 Da5 unklar

                            14. Lxg7 bewahrt im Unterschied zu 14. bxc3?! einen Bauern. 14. ...Kxg7 (oder 14. ...Txc2+ 15. Sxc2 Dxd2 + 16. Kxd2 Kxg7) 15. Dxc3 Dxc3 16. bxc3 Tc8. Aber auch hier hat Schwarz im Endspiel Kompensation.

                            Im 21. Zug war Sb3 Pflicht: 21. ...Le6 22. Tc1 und ...d5 ist erst einmal abgeblockt wegen Dg5.

                            Du dagegen hast den Drachen sehr stark behandelt. Hier sieht man, daß selbst, wenn der Weiße ebenso wie der Schwarze „perfekt“ spielt und das Spiel somit nicht im frühen Mittelspiel entschieden wird, der Drachen nach 8. Lc4 ein typisches Endspiel aufweist, wo Weiß meistens Qualität gegen Bauern hat, der Schwarze aber Kompensation und ausgezeichnet wirkende Leichtfiguren.


                            [Event "Blitz:20'"]
                            [Site "MyTown"]
                            [Date "????.??.??"]
                            [Round "?"]
                            [White "Neue Partie"]
                            [Black "Fritz 8"]
                            [Result "*"]
                            [PlyCount "48"]
                            [TimeControl "1200"]

                            {767MB, Fritz8.ctg, MYCOMPUTER} 1. e4 c5 2. Nf3 Nc6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 d6 5.
                            Nc3 Nf6 6. Bc4 g6 7. Be3 Bg7 8. f3 Bd7 9. Qd2 Ne5 10. Bb3 O-O 11. O-O-O Rc8 12.
                            h4 Qa5 13. Bh6 (13. h5 Nxh5 14. Bh6 Bxh6 15. Qxh6 Rxc3 16. bxc3 Rc8 17. g4 Nf6
                            18. Nf5 Bxf5 19. gxf5 Qxc3) (13. g4 b5 14. h5 b4 15. Nd5 Nxd5 16. Bxd5 Nc4 17.
                            Bxc4 Rxc4 18. Kb1 Qe5 19. hxg6 hxg6 20. Qg2 Rfc8 21. f4 Qa5 $13 22. Rh3 Bxd4
                            23. Bxd4 Rxc2) 13... Rxc3 14. bxc3 (14. Bxg7 Kxg7 (14... Rxc2+ 15. Nxc2 Qxd2+
                            16. Kxd2 Kxg7) 15. Qxc3 Qxc3 16. bxc3 Rc8) 14... Bxh6 15. Qxh6 Qxc3 16. Kb1 Nc4
                            17. Bxc4 Qxc4 18. h5 Rc8 19. hxg6 fxg6 20. Qd2 e5 21. Ne2 (21. Nb3 Be6 22. Rc1
                            Rc6 23. Rh6 Ra6 24. Kb2 Qa4 25. Ra1) 21... Be6 22. Nc1 d5 23. g4 dxe4 24. g5
                            Nd5 *

                            Alles wartet auf das Licht
                            Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

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                              #15
                              AW: Zwei Möglichkeiten gegen den Drachen

                              danke kiffing für das lob !!
                              wer von euch kennt noch schöne und spanende partien und pläne für und gegen den drachen!
                              gruss lonny

                              Kommentar


                                #16
                                AW: Zwei Möglichkeiten gegen den Drachen

                                Zitat von WilhelmH Beitrag anzeigen
                                8.Dd2 erlaubt noch 9.Lc4

                                Im 9.Zug wäre eine Umfrage angebrachter:

                                9.Lc4

                                9.0-0-0

                                9.g4
                                Ich denke WilhelmH macht einen guten Punkt, 8.Dd2 scheint flexibler, Lc4 kann man problemlos erst im 9ten spielen, und so weiss Schwarz einen Zug länger nicht, welches System kommt.

                                In letzter Zeit wird auf höchstem Niveau nach
                                1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 g6 6.Le3 Lg7 7.f3 0-0 8.Dd2 Sc6
                                fast nur noch 9.0-0-0 und 9.g4 gespielt, 9.Lc4 wurde etwas neutralisiert und ist auch eher unpraktisch:
                                nach 9.Lc4 Ld7 10.0-0-0 (10.h4 ist evtl besser?) hat schwarz gleich 4 verschiedene Systeme:

                                "Topalov": 10...Tc8 11.Lb3 Nxd4!? 12.Bxd5 b5
                                "Alt": 10...Tc8 11.Lb3 Ne5, jetzt ist 12.h4 h5 Soltis, aber Schwarz hat mehr probleme mit 12.Kb1
                                "Chineisch": 10...Tb8 mit der Idee, b5-Sa5-Sc4-bxc4
                                "Chris Ward": 10...Da5 mit der Idee Tfc8

                                Sowohl das Topalov-System wie auch der chinesische Drachen sehen theoretisch gut aus für schwarz, weshalb auch immer öfter 10.h4 empfohlen wird. Das "alte" System scheint Probleme mit 12.Kb1 zu habe, was aber nach 10.h4 nicht mehr erreicht werden kann, warum über die Zugfolge dann oft das Soltis System mit 10...h5 erreicht wird.

                                Chris Ward hat eine alte DVD und ein Buch zur 10...Da5 variante geschrieben, aber die Variante wird fast nicht mehr gespielt, auch da scheint 12.Kb1 ein Problem zu sein.

                                Aber auch wenn das alte System und die Da5-variante gespielt wird, zu wissen dass das "schlecht" ist bringt halt noch nichts, mann muss sich auch an die Widerlegung erinnern! 9.g4 und 9.0-0-0 scheinen einfach ökonomischer und 9.0-0-0 scheint aus theoretischer sicht sogar bessere aussichten zu geben, sowohl 9...d5 10.De1 was zu einem komplizierten Mittelspiel führt wie auch 10.exd5 Sxd5 11.Sxc6 bxc6 12.Ld4 wo das spiel etwas vereinfacht wurde und weiss die bessere bauernstruktur hat.
                                Zitat von Sam Collins
                                I think people need to emphasise skills over knowledge. It's no good playing 30 moves of Dragon theory if you blunder on move 31. The fact that modern tournaments can be watched with engines creates a false impression that chess is easy, and players often forget to work on basic skills like calculation.

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