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Tals mysteriöser Springer

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    Tals mysteriöser Springer

    Ein zeitgenössischer GM hat einmal über Michail Tal gesagt, Tal baue sich einfach aktiv auf, plaziere seinen Springer auf e5 oder e4 (Weiß e5, Schwarz e4), um ihn dann zu opfern und die Partie zu gewinnen. Ein Apercu durchaus, aber natürlich ist da was dran. Ich selbst merke in meinen Partien auch, daß mir ein Springer auf e5/e4 im Sinne eines Angriffsspiels einfach viel nutzt, viele taktische Wendungen gegen den gegnerischen klein rochierten König bauen etwa auf einem Springer auf e5 auf, und auch im Spiel mit einer Isolanistellung gehört der Springer nach der klassischen Lehre nach e5/e4. Deswegen versuche ich in Stellungen, in denen ich Druck habe, diese Idee, wenn möglich, anzuwenden. Wie ist es bei euch?
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

    #2
    AW: Tals mysteriöser Springer

    Von Reinhart Fuchs las ich mal sinngemäß folgende Arbeitsanleitung:

    Schach ist doch recht einfach. Man bringt einen Springer nach f5 (W) oder f4 (S) und gewinnt damit die Partie.
    Es gibt viele Beispiele, in denen diese Springerposition die Partie faktisch-taktisch entscheidet.
    Zumindest im Kombisinn scheint mir diese Springerposition noch bedeutsamer als ein e4-e5-Vorposten zu sein.

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      #3
      AW: Tals mysteriöser Springer

      Ein Springer-Vorposten stellt natürlich einen großen strategischen Vorteil dar, vor allem da er die Bewegungsfreiheit des Gegners beschränkt. Stellt euch einfach mal ein Pferd in euren Hausflur und versucht dann euer Heim zu verlassen.
      Besonders gefährlich ist dabei der ewige Springer, der sich nicht von Bauern vertreiben lässt.

      Ein gutes Eröffnungsbeispiel ist eine Stellung aus der Sweschnik/Kalaschnikow-Variante im Sizi.



      Ich hatte einmal einen solche Stellung mit Weiß gegen einen 2000er und entschied mich für 1.Nxf6+ Bxf6 2.Bxf6 Qxf6. Nach der Partie (ich verlor ) erklärte mir mein Gegner, dass 1.Bxf6 Bxf6 2.c3 stärker gewesen wäre. Da die Stellung recht geschlossen ist und der Läufer f6 keine guten Felder hat, kommt das Läuferpaar nicht zur Geltung und Schwarz will seinen Läufer gegen den starken Springer d5 tauschen. Hier ist also der ewige Springer besser als das Läuferpaar.
      Philosophie über einen Donut:
      Der Optimist sieht den Donut, der Pessimist das Loch!


      "You like it, it likes you!"
      Full Dark, No Stars from Stephen King

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