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Meine Remisangebote sind oft erfolglos!

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    Meine Remisangebote sind oft erfolglos!

    Ich mache die Erfahrung, dass Remisangebote von mir oft abgelehnt werden. Dabei frage ich mich, ob ich strategisch etwas falsch mache. Wer kann mir Tipps geben? Oder liegt es daran, dass mein Rating niedriger ist als das meiner Gegner?

    Babylonia

    #2
    Das Rating ist sicherlich eine Ursache. Außerdem kommt es dabei auch auf die Position und die Körpersprache an. Vor allem, wenn man auf den Gegner einen nicht gerade selbstbewussten Eindruck macht, motiviert das viele zum Weiterspielen. Manche Spieler lehnen ein Remisangebot auch aus Prinzip ab. Sie denken, wenn der Gegner schon Remis bietet, muss irgendetwas an seiner Stellung falsch sein. Insgesamt erhöht ein selbstbewusster Eindruck die Wahrscheinlichkeit, dass der Gegner das Remis akzeptiert, vor allem, wenn er glaubt, dies geschehe aus einer Position der Stärke heraus.
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

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      #3
      Wie definierst du erfolglos? Bietest du Remis, der Gegner lehnt ab und du verlierst die Partie? Oder wird es trotzdem remis?

      Im allgemeinen sollte man als deutlich schwächerer Spieler nicht Remis bieten. Auf der anderen Seite, wenn ein deutlich stärkere Gegner remis bietet ist normalerweise was Faul. In einer meiner ersten Turnierpartien hat mir ein viel stärkerer Gegner Remis angeboten, ich nahm "dankend" an, danach zeigte er mir wie ich gewinnen hätte können. Ich konnte mich mit dem gleichen Trick auch schon ein paar Partien retten, erinnere mich konkret an zwei Endspiele mit Minusbauer wo ich einfach mal frech Remis geboten habe, das wurde angenommen! "Nur" besser zu stehen ist gegen einen besseren Gegner halt keine Garantie des Gewinnes oder gar des nicht Verlierens. Sogar GM Smerdon hat gegen Carlsen bei der Olympiade bei +1 Dauerschach gegeben.

      Der Zug, mit dem man Remis bietet, ist auch oft schlecht! Ich habe in bereits drei Partien mit Remisgebot den Verlustzug ausgeführt. Der Grund ist einfach, anstelle zu überlegen was der beste Zug ist, überlegt man, ob man Remis bieten soll. Von daher sollte man immer zuerst wissen, welchen Zug man ausführt, bevor man überlegt, ob man remis bieten will. Andersherum sollte der erste Gedanke bei Remisgebot auch nicht sein, "will ich das Remis annehmen" sondern immer, "Was ist mein bester Zug", und nur wenn der nicht Vorteil bringt soll man das Remis annehmen.

      Zitat von Sam Collins
      I think people need to emphasise skills over knowledge. It's no good playing 30 moves of Dragon theory if you blunder on move 31. The fact that modern tournaments can be watched with engines creates a false impression that chess is easy, and players often forget to work on basic skills like calculation.

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        #4
        Ja, ich hatte jetzt gerade einen Fall wo die Stellung und das Materialverhältnis ausgeglichen war. Das Remis wurde abgelehnt, später kippte die Stellung und ich verlor die Partie.

        Der Gegner hatte zudem 300 Ratingpunkte mehr, was ich aber während des Mannschaftskampfes nicht wusste. Mein Gegner kannte wahrscheinlich mein Rating auch nicht.

        Vielleicht war der Zug mit dem ich Remis anbot, nicht gut gewählt, das könnte gut sein.

        Babylonia

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          #5
          Remis in ausgeglichener Stellung bieten, Gegner lehnt ab und gewinnt danach. Kann passieren. Noch schlimmer ist: Gegner bietet Remis, ich lehne ab, danach gewinnt er...

          Die Frage, die du dir aber stellen musst ist nicht, warum er das Remis nicht angenommen hat sondern warum du danach verloren hast. Was mein die Engine denn zu Position beim Remis bieten? Ist es wirklich ausgeglichen? Wie stand denn die Mannschaft? Vielleicht durfte er nicht annehmen?

          Ich hatte eine Zeitlang öfters gegen stärkere Gegner in "ausgeglichener Stellung" remis geboten. Angenommen wurde es nie, verloren habe ich allermeisten dieser Partien. Es kam mir auch oft vor, dass ich nicht wirklich Remis geboten habe, sondern um Remis gebettelt habe. Von daher habe ich mir vorgenommen, gegen stärkere Gegner keine Remis zu bieten.
          Zitat von Sam Collins
          I think people need to emphasise skills over knowledge. It's no good playing 30 moves of Dragon theory if you blunder on move 31. The fact that modern tournaments can be watched with engines creates a false impression that chess is easy, and players often forget to work on basic skills like calculation.

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            #6
            Sehr interessanter Beitrag, Zapp!

            Die Partie werde ich noch mit meinem Schach-Buddy analysieren, daher darf ich jetzt noch nicht die Engine befragen, ob die Stellung zur Zeit des Remisangebots wirklich ausgeglichen war. Die Gegnerische Mannschaft lag in Führung, daher hätte mein Gegner annehmen dürfen.

            Mann sollte also nicht "um Remis betteln" sondern aus einer Position der Stärke heraus "Remis anbieten". Vielleicht sogar, wenn man etwas im Vorteil seht.

            In Turnieren oder bei der Vereinsmeisterschaft ist mir die DWZ meiner Gegner bekannt. Bei den Mannschaftskämpfen aber nicht, da man vorher nicht weiß, welche seiner Leute der gegnerische Mannschaftsführer aufstellen wird.

            Babylonia

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              #7
              Gestern meine zwölfjährige Tochter im Mannschaftskampf: Bietet ihrem (uralten) Gegner in ausgeglichener Stellung Remis an. Der spielt weiter. Später versemmelt sie das Bauernendspiel und verliert. Ich dann zu ihrem Gegner: "Aber als meine Tochter Remis bot, stand es absolut ausgeglichen.". Er: "WAS?". "Ich sagte, ALS MEINE TOCHTER REMIS BOT, STAND ES ABSOLUT AUSGEGLICHEN!!". "Ach, sie hatte mir Remis geboten? Hatte ich gar nicht gemerkt, mein Hörgerät habe ich nämlich hier in der Tasche..."

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                #8
                Zitat von Pantau Beitrag anzeigen
                Gestern meine zwölfjährige Tochter im Mannschaftskampf: Bietet ihrem (uralten) Gegner in ausgeglichener Stellung Remis an. Der spielt weiter. Später versemmelt sie das Bauernendspiel und verliert. Ich dann zu ihrem Gegner: "Aber als meine Tochter Remis bot, stand es absolut ausgeglichen.". Er: "WAS?". "Ich sagte, ALS MEINE TOCHTER REMIS BOT, STAND ES ABSOLUT AUSGEGLICHEN!!". "Ach, sie hatte mir Remis geboten? Hatte ich gar nicht gemerkt, mein Hörgerät habe ich nämlich hier in der Tasche..."
                Wirklich schade für deine Tochter, wenn sie das geahnt hätte, hätte sie mit Handzeichen kommuniziert! Aber ich hatte das gleiche Gefühl in meiner ausgeglichenen Stellung fortgeschritten in der Partie, als ich nämlich dachte, ich hätte schon was errungen.

                Babylonia

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