Umfrageergebnis anzeigen: Wer gewinnt die WM?

Teilnehmer
8. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Magnus Carlsen

    3 37,50%
  • Vishy Anand

    2 25,00%
  • Ich bin noch unentschlossen

    3 37,50%
Seite 1 von 4 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 47

Thema: Schach-WM 2013 Chennai

  1. #1
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    Schach-WM 2013 Chennai

    Gegen Ende dieses schachlich sehr intensiven Jahres wird uns der schachliche Höhepunkt in Chennai serviert. In der indischen Millionenmetropole und Hafenstadt, die in der Ostküste Südindiens liegt, findet die WM 2013 zwischen Weltmeister Vishy Anand und Herausforderer Magnus Carlsen statt. Die Veranstaltung ist vom 9.11.2013 - 28.11.2013 angesetzt. Wegen der etwas eigentümlichen und wenig transparenten Vergabe an Chennai hatte es in der Schachwelt Irritationen gegeben. Die Kritik an diesem Vergabeverfahren mag berechtigt sein. Doch daran, daß Indien, was die Ausrichtung von Weltmeisterschaften angeht, auch einmal an der Reihe ist, dürfte sich deutlich weniger Mißfallen entzünden. Denn der uns Europäern immer noch rätselhaft erscheinende Riesenstaat in Südasien beherbergt bereits über 1,2 Milliarden Menschen und wird China als bevölkerungsreichsten Staat in einigen Jahren überholen. Von daher kann so eine Weltmeisterschaft in Indien sehr viele Menschen erreichen. Die Person des langjährigen Weltmeisters Vishy Anand brachte es ohnehin mit sich, daß in dem Riesenreich ein Schachboom eingesetzt hatte. Bei der WM 2012 sollen z. B. 120 Millionen Inder den Tiebreak zwischen Anand und Gelfand verfolgt haben, was vor allem unter dem Gesichtspunkt der mangelhaften Infrastruktur Indiens großartig anmuten muß. Von daher wird diese WM auch im eigenen Land auf großes Interesse der gastgebenden Bevölkerung stoßen.

    Der Modus ist wieder derselbe wie vor einem Jahr. Gespielt wird, bis jemand 6,5 Punkte erzielt hat, und geht das Duell 6:6 aus, entscheiden Schnellschachpartien, ggf. Blitzschachpartien, und steht es auch dann noch Unentschieden, wird eine Sudden-Death-Partie die Entscheidung bringen. Immer noch besser als ein Los.

    Ansonsten ist natürlich Magnus Carlsen favorisiert. Die Schachwelt erwartet eine Wachablösung ähnlich wie 1921, als der junge Capablanca den älteren Lasker schlug und damit zu einer neuen Epoche überleitete. Magnus Carlsen stagniert derzeit ein wenig, aber auf höchstem Niveau. Seine Elo von 2862 ist bereits deutlich über der Elo von Anand, der derzeit auf 2775 kommt und in der Weltrangliste nur noch den 8. Platz belegt. Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden in Moskau beim Tal-Memorial hatte Carlsen Anand auch vernichtend geschlagen.

    Interessant dürfte von daher sein, daß Vishy Anand noch am 4. Juli dem Indian Express ein Interview gegeben hatte, in dem er seine Turnierspiele in diesem Jahr trotz des vermasselten letzten Turniers in Moskau insgesamt eher positiv sieht und ankündigte, aus den gewonnenen Erkenntnissen seine Schlüsse für das Duell gegen Carlsen zu ziehen. Der Tiger von Madras ist nicht gewillt, sich schon vorher geschlagen zu geben. Experten erwarten, daß die größte Chance von Anand darin besteht, sein größeres Verständnis von Eröffnungsvarianten auszuspielen, um so besser ins Spiel zu kommen als der Herausforderer. In diese Richtung äußerte sich bspw. Wladimir Kramnik, der Gegner von Anand bei der Schach-WM von 2008 in Bonn, also ein Topspieler, der Anand sehr genau kennt.
    Geändert von Kiffing (02.11.2013 um 19:11 Uhr) Grund: Datums-Update
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  2. #2
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    AW: Schach-WM 2013 Chennai

    Seit der Eröffnung des Threads am 19.7. hat sich einiges getan vor der WM. Das Team Carlsen hat bereits den WM-Ort besichtigt, und der Norweger wurde auch gebührend empfangen.

    Nun gibt es allerdings den ersten Streitfall. Vishy Anand akzeptiert nicht die vom Team Carlsen vorgeschlagene Pause im Falle einer Erkrankung einer der beiden Kontrahenten. Der Weltmeister spricht gar davon, so etwas "verstoße gegen den Geist der Schach-Weltmeisterschaft".

    Nun wird im Vorfeld von Schach-Weltmeisterschaften traditionell viel gefordert und abgelehnt. Wahrscheinlich gehört das zur Psychologie von Weltmeisterschaftskämpfen, um dem Gegner schon vor dem Match eigene Stärke zu suggerieren. Ein bißchen Ähnlichkeit mit Boxern vor ihren WM-Kämpfen ist schon dabei. Natürlich begünstigt diese Klausel auch dem Herausforderer, der aus dem kleinen, kühlen Norwegen kommt, und der sich in Indien auf völlig andere klimatische und kulinarische Gegebenheiten einstellen muß. Bekanntlich werden viele Europäer schnell krank, wenn es sie in die Tropen zieht.

    Trotzdem kann es natürlich nicht im Sinne Anands sein, die Schach-Weltmeisterschaft aufgrund einer Krankheit des Herausforderers zu gewinnen. Insofern hoffe ich, daß Anand zwar am Anfang hoch pokert, aber mit sich verhandeln läßt. Grundsätzlich halte ich den Vorschlag des Teams Carlsen für vernünftig und auf den konkreten Sachverhalt abgestimmt. Die Schachwelt wünscht sich zwei Gegner, die im Vollbesitz ihrer Kräfte miteinander ringen, und wo der Bessere siegen möge. Einen Sieger durch verletzungsbedingte Aufgabe oder einen Sieger, der einen kranken Gegner besiegt, will niemand. Anand hat ohnehin schon den Heimvorteil, und Carlsen ist Anand schon entgegengekommen, indem er auf die Dienste von GM Peter Heine Nielsen verzichtet, der jahrelang Anand sekundiert hatte. Wie Carlsens Manager Espen Agdestein erklärte, "können wir Peter dann nicht einsetzen, nachdem er so lange mit Anand gearbeitet hat. Denn selbst wenn es keine rechtlichen Bedenken gibt, wäre das moralisch nicht gut". (ebd.) Wie denkt ihr darüber?
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  3. #3
    Kornel
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    AW: Schach-WM 2013 Chennai

    Ich finde es gut, dass Magnus bei der Weltmeisterschafft nicht mit Peter Heine Nielsen arbeitet. Es wäre gegenüber von Anand einfach nicht fair und unmoralisch. Ich finde jedoch, dass Anands Ablehnung, was Carslens Vorschlag betrifft unsportlich und unverschämt ist. Ich glaube Anand will davon profitieren, dass Carlsen nicht an das Klima gewöhnt ist.

  4. #4
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    AW: Schach-WM 2013 Chennai

    Sandipan, Ganguly and Wojtaszek in Anand's team .....
    “I’m at home in Moscow in the company of 2 cats and 3 computers. I consult them constantly when studying a position, but I don’t trust any of them” Sergey Shipov
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    Form is temporary, class is permanent. (Hikaru Nakamura, 03.10.2012)
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    MVL: "I was just panicking for no reason..." Kramnik: "There was a good reason, you were playing me!"

  5. #5
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    AW: Schach-WM 2013 Chennai

    Zitat Zitat von Kornel Beitrag anzeigen
    Ich finde es gut, dass Magnus bei der Weltmeisterschafft nicht mit Peter Heine Nielsen arbeitet. Es wäre gegenüber von Anand einfach nicht fair und unmoralisch. Ich finde jedoch, dass Anands Ablehnung, was Carslens Vorschlag betrifft unsportlich und unverschämt ist. Ich glaube Anand will davon profitieren, dass Carlsen nicht an das Klima gewöhnt ist.
    Ich möchte in diesem Zusammenhang darauf verweisen, daß krankheitsbedingte Unterbrechungen bei Schach-Weltmeisterschaften nichts Ungewöhnliches sind. Im Kandidatenturnier zur Schach-WM 1972 gab es zwei krankheitsbedingte Unterbrechungen. Im Viertelfinale mußte Mark Taimanov beim Stande von 0:3 nach drei kräftezehrenden Dramen, die sich gegen den späteren Weltmeister Robert Fischer zugetragen haben, wegen überhöhten Blutdrucks in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die krankheitsbedingte Pause dauerte vier Tage. Auch Fischers späterer Gegner Bent Larsen verkraftete die "Urgewalt" Fischer nicht, auch er wurde das Opfer hohen Blutdrucks. Beim Stande von 0:4 ließ auch er sich behandeln, und das Match ruhte drei Tage. Soviel zu Anands Behauptung, verletzungsbedingte Unterbrechungen widersprächen dem Geist von Schach-Weltmeisterschaften...

    Krankheiten sind einfach höhere Gewalt, und es ist doch das Normalste der Welt und überall geregelt, ob in Schule, bei Universitätsprüfungen oder in der Arbeitswelt, daß man sich im Krankheitsfalle behandeln lassen kann ohne Nachteile in Kauf nehmen zu müssen bzw. für seine Krankheit bestraft zu werden.
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  6. #6
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    AW: Schach-WM 2013 Chennai

    Irgendwo meine ich gelesen zu haben, daß über die Krankheitauszeiten inzwischen eine Einigung erzielt wurde.

    Krankheitsauszeiten gab es auch schon früher mit unterschiedlichen Regularien.
    Spieler hatten ein Kontingent von Auszeiten für den Wettkampf und konnten diese ohne Attest nach Wunsch einsetzen.
    Dr. Hübner gestattete seinem tatsächlich erkrankten Gegner Smyslov eine Pause über die Auszeit hinaus (oder ohne Anrechnung der Auszeit). Dafür durfte er später in diesem Wettkampf keine Kopfmassage in Ruheraum während der Partie erhalten.
    Das war die sowjetische Auslegung von Fairness, der sich sogar die Roulettekugel anschloß.

    Ich weiß jetzt nicht, wie die letztenWM-Kämpfe hinsichtlich dieses Umstands geregelt waren.
    Bevor man also am Team Anand herummäkelt, sollte man herausfinden, was zuletzt ausgehandelter Brauch war. Und danach kann man überlegen, ob von diesem Ablauf abgewichen werden sollte.
    Angesichts Carlsens Klima- und Essensvorbehalte halte ich eine deratige Regeleung durchaus für sinnvoll und angemessen.
    Ich kann mir aber vorstellen, daß man dem norwegischen Team auch langsam die "rote Linie" aufzeigen wollte.
    Die Verlautbarungen zum WM-Austragungsort usw. hätten schon etwas diplomatischer ausfallen dürfen, als es von norwegischer Seite aus geschah.
    Es ist ja nicht so, daß Magnus Carlsen von der Fide permanent Steine in den Weg gerollt werden.
    Vishy Anand hat seinen Titel in Bonn, Sofia und Moskau verteidigt.
    Das Vorrecht für Chennai ist für einen Herausforderer nicht glücklich und typisch für die Fide-Alleingänge. Als Ausgleich für Moskau und insbesondere Sofia hat es der Titelverteidiger aber verdient an einem für ihn genehmeren Ort spielen zu dürfen.
    Und wenn Carlsen WM wird, dann bin ich recht sicher, daß sich künftige Herausforderer recht stark an den örtlichen Vorlieben Carlsens orientieren müssen.

    Der Fall, daß ein WM-Kampf o. ä. wegen Krankheit ganz ausfiel, kam bisher noch nicht vor. Auszuschließen ist so ein Szenario aber nicht.
    Was macht man in diesem Fall: Pech, Kismet, Verschiebung, Neuansetzung?

    Bleibt zu hoffen, daß beide Protagonisten gesund bleiben und die Tradition stattfindender WM-Kämpfe fortsetzen.

    So und vorher sind erst einmal die Damen am Werk: Anna Ushenina contra Hou Yifan.

  7. #7
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    AW: Schach-WM 2013 Chennai

    Danke für den Hinweis. Es ist tatsächlich erfreulicherweise eine Einigung erzielt worden, die jedem Spieler zwei Tage Auszeit gewährt. Die Behauptung in der Quelle, dies sei ein Novum, ist aber falsch. Ich habe bereits auf die Fälle von Taimanov und Larsen in ihren Kandidatenkämpfen gegen Fischer 1971 aufmerksam gemacht. Chessbase weist auf einen anderen Fall hin:

    Auszeiten im Krankheitsfall waren aber auch schon früher bei WM-Kämpfen durchaus üblich. So musste Symyslov einmal in seinem zweiten Wettkampf gegen Botvinnik wegen Krankheit mehrere Tage pausieren.
    Es würde ja auch wenig Sinn machen, im Falle einer Erkrankung eines Spielers, die bei einer so langen Veranstaltung wie die einer Schach-WM jederzeit passieren kann, gleich die ganze Schach-WM abzubrechen und den glücklicherweise gesunden Spieler dann zum Weltmeister zu erklären (schon alleine das Kampflos-Verlieren von WM-Partien kann spielentscheidend sein). Was würde das auch für einen Eindruck auf Schachspieler und Nichtschachspieler machen?
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  8. #8
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    AW: Schach-WM 2013 Chennai

    Die genauen Bedingungen der Schach-WM in Chennai (Madras) sind nun heraus. Hervorheben möchte ich ein Remisvereinbarungsverbot bis zum 30. Zuge, eine Anzugspflicht, eine Verpflichtung, jeweils zehn Minuten vor Matchbeginn zu erscheinen, und eine Verpflichtung der Spieler, sich "kooperativ" gegenüber den Medien zu verhalten, was im Klartext bedeutet, daß sie sich bis zu 20 Minuten nach Matchende einer Pressekonferenz stellen müssen. Wenn das Robert Fischer gewußt hätte...

    Ansonsten gibt es für mich keine Überraschungen. Hier könnt ihr alle Bedingungen lesen und auch nette Bilder von Stadt und Turnierort einsehen: http://www.chessbase.de/Home/TabId/1...en-260913.aspx
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  9. #9
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    AW: Schach-WM 2013 Chennai

    Die Zeit hat es geschafft, kurz vor dem WM-Kampf zwischen Anand und Carlsen beide Teilnehmer zu einem Interview zu bitten:

    Anand: http://www.zeit.de/sport/2013-10/vis...rview-schachwm
    Carlsen: http://www.zeit.de/2013/45/schach-we...magnus-carlsen

    Was wenige überraschen dürfte, so geben die beiden WM-Teilnehmer an, sich gut vorbereitet zu haben. Doch die Interviews fördern auch Interessanteres zutage. So übt Carlsen direkte Kritik an Anand wegen dessen vielen frühen Remisen gegen Gelfand bei der letzten WM:

    ZEITmagazin: Wie fanden Sie die letzte Weltmeisterschaft?
    Carlsen: Etliche Partien wurden zu früh remis gegeben. Wenn man eine WM spielt, gibt es dafür keine Entschuldigung. Man sollte in jedem Spiel das Letzte geben, das ist man sich und allen Schachfans schuldig.
    Es ist bekannt, daß sich beide nicht sonderlich mögen, auch wenn sie sich in den Interviews diplomatisch geben. Magnus Carlsen selbst versucht in dem Interview gegen seinen Ruf als "typisches Computerkind" zu arbeiten, indem er sehr genau um die Schattenseiten der Engine-Unterstützung bei Training und Vorbereitung weiß und die Engines demzufolge auf richtige Distanz hält:

    Carlsen: Ich nutze sie zur Analyse. Ich spiele nie gegen Computer. Ich habe das nie gemocht. Ich bin ohne Computer aufgewachsen. Meine erste Datenbank hatte ich erst mit elf oder zwölf. Davor habe ich nur auf dem Brett gespielt. Ich habe früher nie Software zur Vorbereitung benutzt, und das hat meinem Schachverständnis sehr gutgetan.
    Von diesen Möglichkeiten konnte ein Anand in seiner Kindheit natürlich nur träumen. Über seine damaligen Bedingungen gibt Anand Auskunft:

    ZEIT ONLINE: Als Sie anfingen, gab es keine Datenbanken mit Millionen gespeicherter Partien.
    Anand: Null. Früher haben wir uns vor der Partie ein Buch gegriffen, nach einer Idee gesucht und dann gesagt: Das probier' ich gleich mal aus. Heute unvorstellbar.
    Das könnte auch ein Grund dafür sein, daß Anand, wie er einmal gesagt hatte, Carlsen schon nicht mehr so gut "lesen" könne wie etwa Spieler aus seiner Generation. Die beiden trennt eine Generation, und insofern dürfte ihr Zugang zum Schach auch ein anderer sein. Anand selbst versucht parallel zu seinem Profidasein das Schach in Indien zu fördern und damit den durch seine Person ausgehenden Schach-Boom in seiner Heimat am Leben zu halten:

    ZEIT ONLINE: Was tun Sie für das indische Schach?
    Anand: Ich arbeite für die Mind Champions Academy des Nationalen Institutes für Informationstechnologie, NIIT. Wir versuchen, Schach landesweit an die Schulen zu bringen. Das Projekt wurde 2002 gegründet. Seither haben wir anderthalb Millionen Schüler in mehr als 15.000 Schulen unterrichtet, auf dem Land wie in der Stadt. Es gibt ein richtiges Netzwerk der Schulen inzwischen. Darauf bin ich sehr stolz. Darüber hinaus haben zwei Bundesstaaten Schach zum Schulfach gemacht; aus einem, Tamil Nadu, komme ich. Dort wird unser Match stattfinden.
    Sollte Magnus Carlsen die WM gewinnen, wird er der Schachwelt folgendes als Weltmeister mitgeben:

    ZEITmagazin: Was wäre Ihre Botschaft als Weltmeister?

    Carlsen: Immer noch einen Zug machen, dem Gegner immer noch ein kleines Problem stellen. Es gibt immer Möglichkeiten, und du sollst immer kämpfen
    Allerdings scheint Magnus Carlsen, was seine eigene schachliche Entwicklung angeht, derzeit überwiegend von seiner Intuition zu zehren. Entgegen dem bekannten Phänomen, daß man umso mehr entdeckt, je tiefer man in eine Materie eindringt, kann er dem Schach nur noch wenig Neues entlocken:

    ZEITmagazin: Das machen Sie jetzt nicht mehr?
    Carlsen: Ich habe nicht mehr die gleiche Neugierde, am Brett gibt es auch nicht mehr so viel zu lernen.
    Hoffentlich sind dies nicht die ersten Anzeichen einer "Stalaktierungsphase", die laut Garri Kasparov irgendwann einmal jeden Weltmeister trifft, ihn selbst um 2000 (wo er gegen Kramnik die "PCA-WM" verlor) eingeschlossen...

    Die Schach-WM verfolge ich persönlich wieder über www.chessdom.com. Kurz bevor die WM losgeht, werde ich mich hier noch einmal melden.
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  10. #10
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    AW: Schach-WM 2013 Chennai

    Ich weiß nicht, wie es euch ging. Aber als ich zum ersten Mal von der Vergabe der Schach-WM nach Chennai gehört habe, wußte ich erst einmal nicht, wo dieses Chennai liegt und mußte nachschlagen. Als ich irgendwann einmal herausgefunden hatte, daß Chennei das frühere Madras ist, da war ich schon wesentlich klüger. Madras dürfte den meisten ja ein Begriff sein. Weil mich die Sache interessierte, habe ich mal Recherche betrieben. Und so ist die Umbenennung der Stadt tatsächlich noch relativ jung. Madras wurde erst 1996 in Chennai umbenannt. Es ist offenbar nicht die einzige Weltstadt, die in Indien in jüngster Zeit umbenannt wurde. Wikipedia meint dazu:

    Seit 1996 lautet der Name der Stadt offiziell Chennai, der alte Name Madras ist aber nach wie vor verbreitet. Beide Namen sind seit dem 17. Jahrhundert parallel in Gebrauch. Chennai ist die Kurzform von Chennappattinam (pattinam bedeutet Stadt) und war offenbar der Name der Siedlung, die sich um das 1639 von den Briten gegründete Fort St. George gebildet hatte. Der Name wird meist von einem lokalen Herrscher namens Chennappa Nayak abgeleitet.[3] Madras oder Madrasapattinam scheint dagegen ursprünglich der Name eines nahegelegenen Dorfes gewesen zu sein. Der Ursprung des Namens ist unklar: Vorgeschlagen wurden Herleitungen vom arabischen Wort Madrasa für „Koranschule“, dem portugiesischen Madre de Deus („Muttergottes“, nach einer gleichnamigen Kirche), einer portugiesischen Händlersippe namens Madeiros und sogar vom Sanskrit-Begriff Mandarajya („Reich der Einfältigen“).[4]

    Nachdem die beiden Orte zusammengewachsen waren, bürgerte sich im Englischen Madras als Name der Stadt ein, im Tamil blieb auch Chennai in Gebrauch. 1996 veranlasste die DMK-geführte Regierung von Tamil Nadu, dass der offizielle Name der Stadt von Madras in Chennai geändert wurde. Durch die Tilgung des eng mit der britischen Kolonialgeschichte verbundenen und als „un-tamilisch“ empfundenen Namens Madras konnte sowohl eine antikoloniale Stimmung bedient als auch die tamilische Identität der Stadt betont werden. In ähnlicher Weise sind bei einer Reihe anderer indischer Städte die kolonialzeitlichen Namensformen ersetzt worden (vgl. die Umbenennung von Bombay in Mumbai und Kalkutta in Kolkata).[5]
    Soviel zur Stadt- und Landeskunde. Daß diese WM in Indien stattfindet, ist jedenfalls für das weltweite Schach ein ungeheurer Glücksfall. Die Schach-WM wird in ganz Indien mit sehr starkem Interesse verfolgt und dürfte unserem Denksport weitere Kräfte erschließen. Um einmal einen Einblick in die Begeisterung zu geben, die das Schach in Indien derzeit weckt, hier gibt es ein authentisches Video vom Empfang des Volkshelden Anand nach dessen fünftem Sieg bei einer WM (2000, 2007, 2008, 1010 und 2012). Anand gehört längst zu den größten Meistern der Schachgeschichte. Und es wäre ein Fehler, zu meinen, Anand habe die WM gegen Carlsen schon verloren. Meiner Meinung entsteht diese Sichtweise durch eine viel zu verengte Sicht auf den Zweikampf, die sich als Referenzbezug fast ausschließ der Elo-Zahlen bedient, und keinen Blick hat für wesentlich interessantere Punkte, die den Wert und die Dramatik des kommenden Zweikampfes ausmachen.

    Hier die Termine für das Gipfeltreffen: http://chennai2013.fide.com/schedule/
    15:00 Indische Zeit bedeutet, daß es bei uns 10:30 ist. Das heißt also, die Spiele sind für uns immer um 10:30 zu verfolgen. Am 9.11.2013 und am 10.11.2013 sind also die ersten Spiele, nach jeweils zwei Spielen gibt es immer einen Ruhetag. Und bedenkt bitte, durch die vertraglich vereinbarte Auszeit, die jeder Spieler für insgesamt zwei Tage einnehmen kann, kann sich der Spielplan noch verschieben.
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  11. #11
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    AW: Schach-WM 2013 Chennai

    Wären die Züge der ersten Runde in irgendeiner Stadtmeisterschaft aufgetaucht, würden sie schnell wieder in Vergessenheit geraten. Aber es ist WM, und da stößt jede Zugfolge auf wie auch immer geartete Aufmerksamkeit. Den Spielfilm kurz erläutert, so versuchte es Magnus Carlsen diesmal mit einem geschlossenen Aufbau mit beiden Fianchetti, konnte aber gegen Anand nichts erreichen, der mit lebhaften Figurenspiel dagegenhielt und Carlsen in die Zugwiederholung zwang. Während vom spielerischen Aspekt der WM-Auftakt unzweifelhaft eine Enttäuschung darstellt, dürfte vom Wettbewerbsaspekt her Anand mit dem schnellen Schwarzremis zufriedener sein. Mühelos erreichte er den Ausgleich und sogar eine leicht bessere Stellung. Carlsen wird sich etwas Neues überlegen müssen, will er mit Weiß gegen Anand gewinnen.

    [Event "Schach-WM 2013 Chennai"]
    [Site "?"]
    [Date "????.??.??"]
    [Round "1"]
    [White "Magnus Carlsen"]
    [Black "Vishy Anand"]
    [Result "1/2 - 1/2"]
    [PlyCount "32"]

    1. Nf3 d5 2. g3 g6 3. Bg2 Bg7 4. d4 c6 5. O-O Nf6 6. b3 O-O 7. Bb2 Bf5 8. c4
    Nbd7 9. Nc3 dxc4 10. bxc4 Nb6 11. c5 Nc4 12. Bc1 Nd5 13. Qb3 Na5 14. Qa3 Nc4
    15. Qb3 Na5 16. Qa3 Nc4 *
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  12. #12
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    AW: Schach-WM 2013 Chennai

    1. Sf3 d5 ...

    2. g3

    Carlsen geht auf Anands Angebot Damengambit mit Verzweigungen Slawisch oder orthodox zu spielen nicht ein. Entweder blufft er hier noch oder er will dieses Gebiet nicht betreten.
    Dann steigt die Wahrscheinlichkeit, daß er es mit e2-e4 versucht (Englisch in der Hinterhand) und sich von Vishy zeigen läßt, was dieser in den sizilianischen Strukturen mit Lb5+ und Maroczy-Bauernstellung so nachgearbeitet. Mit dieser Struktur kam der WM letztens gegen Carlsen nicht zurecht.
    Umso wahrscheinlicher, daß er das Thema bearbeitet hat.
    Vielleicht hebt sich Carlsen diese Struktur aber für eine Art Entscheidungspartie auf oder wartet auf ein 1. e4 vom WM, der mit Spanisch gegen Carlsen zuletzt weniger als durchkam und nachteilige Stellungen verwaltete.

    Die Kurzpartie mag für viele Schachfreunde enttäuschend sein, die Hintergründe zu Auswahl der Varianten sind aber umfangreicher als die wenigen Züge.
    Was spielte Vishy bisher auf 1. Sf3 nebst 2. g3?
    War es auch 1. ... d5 nebst 2 ... g6, dann hat Carlsen einen schlappen Aufschlag nur geblufft, um den WM in Sicherheit zu wiegen und vllt. herauszulocken.
    Spielte Anand bisher anders, dann war die Vorbereitung von MC wohl darauf ausgerichtet und der WM hat ihn diesmal mit der Abweichung leerlaufen lassen.
    Carlsen hat aber weitere Aufschläge und da kann es sein, daß der Rückschlag ihm besser ins Konzept paßt als in seiner allerersten WM-Partie.
    Einen Teilerfolg hat Vishy erzielt, indem er sich nicht 5-6 Stunden und 60 Züge abmühen mußte.
    Keiner weiß, ob Carlsenseine größeren Siegchancen beim Rückschlag sieht, wenn der WM ans Netz mit dem 1. Aufschlag aufrückt und dann von Carlsen passiert wird.
    An Anands Stelle würde ich noch nicht den harten e4-Aufschlag probieren, sondern erst einmal sehen, was der d4-Komplex, den Carlsen mit Weiß noch nicht betreten wollte, so anzubieten hat.

    Wenn Vishy morgen e2-e4 spielt, dann gibt es eine Schlacht.
    Bei 1. d4 könnte ich mir eher eine Vertagung vorstellen.

    Nachtrag:

    Wenn meine Datenbank-Suche nichts unterschlagen hat, dann hatte Vishy mit Weiß und Schwarz die Stellung nach 1. Sf3 d5, 2. g3 ganz selten und spielte vor 20 Jahren das beliebt-solide c7-c6 dagegen.
    An sich keine schlechte Wahl von Carlsen also, nur hat der WM mit 2. ... g6 das Spiel in Richtung Fianchetto-Grünfeld gelenkt, zu dem es dann nicht kam.
    Geändert von zugzwang (10.11.2013 um 00:09 Uhr)

  13. #13
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    AW: Schach-WM 2013 Chennai

    e2-e4 - eine wenn auch nur kleine Überraschung, die größere war c7-c6 Caro-Kann.
    Doch die Tigerfalle war zu offensichtlich aufgebaut. Carlsen läßt eine der schärsten Stellungen der Eröffnungstheorie zu mit dem Caro-Kann mit 0-0.
    5-6 Minuten Zeitverbrauch nach 14. ... 0-0 - der Einladung zur Großwildjagd Polarbär gegen Tiger.
    Der Tiger ahnt, daß der Polarbär und sein Team die Stellung frisch und intensiv geprüft haben und lehnt die Einladung zum Treiben trocken ab.
    Während Leko und Co schon ihre alten Anlalysen prüfen und die Anlaufen lassen, wählt derweltmeister schmerzfrei eine Variante, die keine Unruhe aufkommen läßt.
    Forcierte Friedenstiftung im sanften, ruhigen Stil eines Gandhi.

    Sollte dieser Eröffnungsverlauf noch einmal aufs Brett kommen, dann wird es brennen und man wird sehen,ob tiger oder Polarbär besser zurechtkommen.

    Wieder wird manch einer enttäuscht sein, aber WM-Schach ist anders als Top-Turnier und auch die Vorgänger haben die Lücken und Löcher in WM-kämpfen gesucht und erspäht.

  14. #14
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    AW: Schach-WM 2013 Chennai

    18. Dg4!? wäre interessant geworden. Aber Anand fürchtete nach eigener Aussage, in die Vorbereitung Carlsens zu laufen. Die Philosophie Gandhis mag in der Politik hilfreich sein, auf dem Schachbrett ist sie nicht das, was die Zuschauer sehen wollen.

    [Event "Anand-Carlsen World Championship"]
    [Site "1:18:33-1:34:33"]
    [Date "2013.11.10"]
    [EventDate "2013.11.07"]
    [Round "2"]
    [Result "1/2-1/2"]
    [White "Viswanathan Anand"]
    [Black "Magnus Carlsen"]
    [ECO "B18"]
    [WhiteElo "2775"]
    [BlackElo "2870"]
    [PlyCount "2"]

    1.e4 c6 2.d4 d5 3.Nc3 dxe4 4.Nxe4 Bf5 5.Ng3 Bg6 6.h4 h6 7.Nf3 e6 8.Ne5 Bh7 9.Bd3 Bxd3 10.Qxd3 Nd7 11.f4 Bb4+ 12.c3 Be7 13.Bd2 Ngf6 14.O-O-O O-O 15.Ne4 Nxe4 16.Qxe4 Nxe5 17.fxe5 Qd5 18.Qxd5 cxd5 19.h5 b5 20.Rh3 a5 21.Rf1 Rac8 22.Rg3 Kh7 23.Rgf3 Kg8 24.Rg3 Kh7 25.Rgf3 Kg8 1/2-1/2
    Alles wartet auf das Licht
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  15. #15
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    AW: Schach-WM 2013 Chennai

    Heute gab es in der dritten Runde die bisher wohl interessanteste Partie, die sich zum ersten Mal nicht mehr oder weniger durchgängig im Remishafen aufhielt. Nach einer beidseitig anspruchsvollen Eröffnung periklitierte Carlsen im frühen Mittelspiel, als er dem Gegner mit 13. Lb4 a tempo ermöglichte, das Zentrum zu dominieren und später am Damenflügel aktiv zu werden, wo der Inder sogar einen Bauern gewinnen konnte. Als Kompensation behauptete Carlsen durch die etwas eigentümliche Batterie Dh1+Lg2 die Beherrschung der großen Diagonalen h1-a8 und später das starke Zentralfeld d4 für den weißfeldrigen Läufer. Daß noch immer noch nicht richtig Feuer in diese Weltmeisterschaft gekommen ist, bewies der zwar nach wie vor solide, aber immer noch wenig angriffslustige und riskofreundliche Titelverteidiger durch sein gespieltes 37. ...Td8?, was alle Komplikationen auf dem Brett auf einen Schlag aufhebt. Dabei hatte er doch einen starken Freibauern auf d4 gehabt, der obendrein Mehrbauer gewesen ist. Mit Sicherheit interessant wäre der ambitionierte Multifunktionszug 37. ...Ld4! gewesen, was die d-Linie für den Weißen schließt, das wertvolle Zentralfeld d4 mit dem Läufer besetzt, der hier mittels ...e5 festgehalten werden kann und die Drohung ...Tf8 ermöglicht. Hier hätte Carlsen sich wohl lange auf einem sehr schmalen Grat verteidigen müssen. Will Anand nicht gewinnen?

    [Event "Anand-Carlsen World Championship"]
    [Site "0:54:33-0:58:33"]
    [Date "2013.11.12"]
    [EventDate "2013.11.07"]
    [Round "3"]
    [Result "1/2-1/2"]
    [White "Magnus Carlsen"]
    [Black "Viswanathan Anand"]
    [ECO "A07"]
    [WhiteElo "2870"]
    [BlackElo "2775"]
    [PlyCount "2"]

    1.Nf3 d5 2.g3 g6 3.c4 dxc4 4.Qa4+ Nc6 5.Bg2 Bg7 6.Nc3 e5 7.Qxc4 Nge7 8.O-O O-O 9.d3 h6 10.Bd2 Nd4 11.Nxd4 exd4 12.Ne4 c6 13.Bb4 Be6 14.Qc1 Bd5 15.a4 b6 16.Bxe7 Qxe7 17.a5 Rab8 18.Re1 Rfc8 19.axb6 axb6 20.Qf4 Rd8 21.h4 Kh7 22.Nd2 Be5 23.Qg4 h5 24.Qh3 Be6 25.Qh1 c5 26.Ne4 Kg7 27.Ng5 b5 28.e3 dxe3 29.Rxe3 Bd4 30.Re2 c4 31.Nxe6+ fxe6 32.Be4 cxd3 33.Rd2 Qb4 34.Rad1 Bxb2 35.Qf3 Bf6 36.Rxd3 Rxd3 37.Rxd3 Rd8 38.Rxd8 Bxd8 39.Bd3 Qd4 40.Bxb5 Qf6 41.Qb7+ Be7 42.Kg2 g5 43.hxg5 Qxg5 44.Bc4 h4 45.Qc7 hxg3 46.Qxg3 e5 47.Kf3 Qxg3+ 48.fxg3 Bc5 49.Ke4 Bd4 50.Kf5 Bf2 51.Kxe5 Bxg3+ 1/2-1/2
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