In der Geschichte sind Teilungen aus großen Organisationen nichts Ungewöhnliches. Mit der Zeit gibt es immer mehr Kritik am Mutterverband, dieser hat sich in seiner Macht eingenistet, Korruption und Vetternwirtschaft regieren, und der Mutterverband reagiert mitunter zu träge auf konkrete zeitgenössische Probleme. Die Konflikte verschärfen sich, und aus dem Mutterverband lösen sich dann neue Verbände heraus, die mit dem Anspruch antreten, es besser zu machen. Das Schisma im Abendland, also die Teilung zwischen römischer und orthodoxer Kirche, ist schon aus dem Mittelalter bekannt. Die Reformation brachte dann auch Westeuropa eine Teilung der Religionen in evangelisch und katholisch, die schließlich in den 30jährigen Krieg gipfelte. Heute gibt es neben lutheranischer und calvinistischer Kirche unzählige alternative religiöse Gruppierungen, von denen die Kleinsten als Sekten bezeichnet werden und die in vielerlei Hinsicht radikaler und abgeschlossener agieren als die größeren etablierten religiösen Gruppierungen. Auch dem Katholizismus sind Reformbewegungen nicht fremd. Dasselbe Phänomen findet sich im Bereich der deutschsprachigen Schachforen mit teilweise außergewöhnlichen Geschichten.

Im weltweiten Schach verhielt es sich ähnlich. Die Etablierung der FIDE unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, die es zwar schon seit 1924 gab, aber die erst seit 1948 WM-Turniere veranstalten kann, die in der Schachwelt auf uneingeschränkte Autorität stoßen, wurde gemeinhin als großer Fortschritt gepriesen. Denn endlich sollten Chancengleichheit und Berechenbarkeit regieren. Die Zeit, wo Weltmeister ihnen unliebsamen Herausforderern ausweichen oder ihnen unannehmbare Bedingungen diktieren, schien endlich vorbei zu sein.

Der Friede innerhalb der FIDE währte durchaus eine lange Zeit. Doch irgendwann in den 80er Jahren hatten sich die Widersprüche verschärft, und mit Garri Kasparov trat ausgerechnet aus der Sowjetunion, also einem Staatengebilde, das doch so gekonnt immer jegliche Eigeninitiative ihrer Bürger im Keime erstickt hatte, ein Rebell auf dem Plan, der dieser Organisation den Kampf angesagt hatte. Was genau Garri Kasparov der FIDE vorwarf und was genau er von der FIDE wollte, wird erklärlicher, wenn wir uns Kasparovs Vorgeschichte ansehen:

Garri Kasparov kam aus einem undemokratischen Land, für das Schach nicht nur ein Sport war, sondern gleichzeitig auch ein kultureller Gradmesser für die Überlegenheit des eigenen Systems. Auf der einen Seite kam so auch Garri Kasparov in den Genuß einer ausgezeichneten Förderung, auf der anderen Seite aber merkte er, daß dieses System nichts dem Zufall überlassen wollte und zur Not auch vor Manipulationen und ähnlichen unfairen Methoden nicht zurückschreckte. Eine Manipulation des sowjetischen Staates der Schach-WM 1948, der seine anderen beiden Großmeister, die an diesem Turnier mitspielten, nämlich Smyslow und Keres, gegen Botwinnik verlieren lassen wollte, um zu verhindern, daß der US-Amerikaner Reshevsky Weltmeister wird, konnte von Botwinnik nur mit Mühe abgewendet werden. 1953 beim WM-Kandidatenturnier von Zürich 1953 wurde Reshevsky freilich dann doch das Opfer von Partieabsprachen, wie von David Bronstein eingeräumt, die so seine Qualifikation für das WM-Finale gegen Botwinnik verhinderten. Auch Reshevskys berühmter Landsmann, Robert Fischer, hatte ähnliches immer wieder bemängelt. Und auch mit welchen Methoden das Sowjetsystem gegen abtrünnige Systemgegner aus dem Schachbereich umging, blieb einem Garri Kasparov natürlich nicht verborgen. Als Musterbeispiele seien hier nur die prominentesten Fälle, nämlich David Bronstein, Mark Taimanov, Boris Gulko, Ludek Pachman und Viktor Kortschnoi genannt.

Den feinen Antennen des in diesen Zeiten schachlich stark spezialisierten Spiegels blieb schon 1982 nicht verborgen, daß in dem jugendlichen Garri Kasparov ein möglicher neuer Superstar heranwächst, der dem roten Imperium, für das Anatoli Karpov der Wunsch-WM war, ein Dorn im Auge werden könnte. Damals hieß es noch vorsichtig:

Kasparow ist, wie es scheint, nicht bereit, auf gleiche Weise [wie Karpov] politische Dienste zu leisten. Zwar gab er mit keinem einzigen Wort je Veranlassung, an seiner Loyalität gegenüber dem Sowjetstaat zu zweifeln, aber anders als der derzeitige Weltmeister hält er sich mit Propagandasprüchen zurück.
Ein anderes ähnliches Anzeichen, aus demselben Artikel:
Zu seinem Vorbild erklärt Kasparow nicht etwa einen sowjetischen, sondern einen anderen Weltmeister: Alexander Aljechin, einen Russen, der 1921 aus der Sowjet-Union emigrierte, sich in Frankreich niederließ und im Zweiten Weltkrieg mit den Nazis kollaborierte.
Kasparow: "Man muß Schach und Politik trennen."
Und in der Tat wurde Garri Kasparov für das „System Karpov“ eine Gefahr. Sicherlich war er sowjetischer Staatsbürger, so daß die Weltmeisterschaftskrone bei einer Entthronung Karpovs durch Kasparovs im Lande blieb. Aber Karpov war für den Apparat wesentlich pflegeleichter als Kasparov, leichter zu steuern, und überdies hatten einige Funktionäre im sowjetischen Schach plus dem Geheimdienst KGB dem „System Karpov“ ihre Position zu verdanken. Es geht in diesem Artikel nicht darum, die ganzen Vorwürfe Kasparovs jetzt genauestens darzustellen und zu überprüfen, denn das wäre genug Stoff für ein eigenes Thema. Tatsächlich sollten der Pasadena-Zwischenfall 1983 und die Geschehnisse um die Schach-WM 1984 gegen Anatoli Karpov aber durchaus Zeichen dafür sein, daß der Apparat dem aufstrebenden Kasparov Steine in den Weg legen wollte, um Karpovs Weltmeisterschaftswürde nicht zu gefährden.

Über das Maß dieser Wühlarbeit, die mit Hilfe des KGBs durchgeführt wurde, informieren die ehemaligen hochrangigen Geheimdienstler Wladimir Popow und Juri Felschtinski, die aus moralischen Gründen dem KGB in der Wendezeit den Rücken kehrten und auspackten. Sie schildern diese Wühlarbeit so:

Im September 1984 begann im Moskauer Säulensaal das zeitlich unbegrenzte Match zwischen dem Protegé des KGB und der sowjetischen Regierung, Anatoli Karpow, und Garri Kasparov. Wer zuerst sechs Partien gewonnen hatte, würde Weltmeister sein.
Seit Beginn des Matches arbeitete die 11. Abteilung der V. Hauptverwaltung nach einem weitreichenden Plan geheimdienstlich-operativer Maßnahmen, der von Generaloberst Bobkow bestätigt worden war. Alle Telefongespräche Kasparovs, seiner Mutter und der Mitglieder seines Teams wurden aufgezeichnet. Der Ruheraum des Herausforderers war verwanzt. So war der KGB – und mit ihm Karpov – ständig über die theoretischen Ausarbeitungen des Gegenspielers, seine Pläne sowie seine psychologische und sportliche Verfassung im Bilde. Den gesamten Wettkampf über, keine einzige Partie auslassend, befand sich Perfiljow im Spielsaal und organisierte vor Ort die Arbeit der ihm untergebenen Einsatzoffiziere, kontrollierte die Tätigkeit der Mitarbeiter und Agenten des KGB und koordinierte ihren Einsatz mit dem Leiter der Abteilung „Schach“ beim Staatlichen Sportkomitee, Großmeister Krogius.

Mit dieser gewaltigen Unterstützung im Rücken startete Karpow selbstbewußt in das Match, führte schnell mit 4-0 und später sogar mit 5-0. Nicht nur Karpow frohlockte, sondern mit ihm auch die „Schachspieler“ des KGB. Verfrüht – wie sich herausstellen sollte.
In scheinbar aussichtsloser Situation begann Kasparov entschlossener zu spielen, während Karpov sowohl körperlich als auch moralisch abbaute. Plötzlich stand es nur noch 5-3. Beim KGB schrillten die Alarmglocken. Breshnew und Andropow weilten nicht mehr unter den Lebenden, aber unverrückbar hielt der KGB daran fest, daß sein Agent, Anatoli Karpov, Weltmeister bleiben müsse.
Perfiljow nutzte alle ihm zur Verfügung stehenden operativen und administrativen Ressourcen. Nicht nur Karpovs Titel war in Gefahr, sondern mit ihm auch seine – Perfiljows – Karriere. Die ersehnten Generalssterne schienen plötzlich in weiter Ferne.
FIDE-Präsident Campomanes, der bereits KGB-Agent war, wurde mit zahlreichen Versprechungen und Geschenken gefügig gemacht, Karpovs Niederlage irgendwie, notfalls am Grünen Tisch, abzuwenden. Gleichzeitig wandte sich Sewastjanov an Campomanes. Mit der Unterschrift Bobkows erging schließlich der Vorschlag an das Zentralkomitee der KPdSU, das Match abzubrechen und beim Stande von 0:0 neu anzusetzen. Damit sollte der Eindruck vermieden werden, daß die Entscheidung Karpov bevorzuge, vor allem aber durfte man Kasparovs mächtigen Förderer, Gaidar Alijew, nicht verärgern.
Das Sekretariat des Zentralkomitees der KPdSU unterstützte den Vorschlag des KGB und Campomanes brach das Match ab.
Die Schachwelt war schockiert. Die Entscheidung des FIDE-Präsidenten lief allen bestehenden Normen und Regeln zuwider. Aber welche Regeln konnte es geben, wenn der KGB und das Zentralkomitee ebenfalls um den Weltmeistertitel kämpften?
An diesem Tag wurde Kasparov geboren, der Kasparov, den wir heute kennen: ein kompromißloser Kämpfer für die Gerechtigkeit in seinem Lande.
Gulko, Kortschnoi, Popow, Felschtinski, Der KGB setzt Matt – wie der sowjetische Geheimdienst KGB die Schachwelt manipulierte, Exzelsior Verlag, Berlin 2009, S. 193f.

Garri Kasparov selbst hatte in den 80er Jahren immer wieder auf die Kungelei zwischen Karpov und seinem Anhang und der FIDE, verkörpert durch Campomanes, aufmerksam gemacht. Sein Neologismus „Karpomanes“, längst zu einem geflügelten Wort geworden, soll dies symbolisieren. Kasparov selbst warf z. B. in seiner Vorkämpfer-Reihe der FIDE vor, in den 80er Jahren „völlig dem Einfluß Moskaus“ unterstanden zu haben und „moralisch Bankrott“ gegangen zu sein. (Garri Kasparov, Meine großen Vorkämpfer, Band 2, Edition Olms 2006, S. 383)

In diesem Sinne soll es nicht verwundern, daß Garri Kasparov, durch eine solch harte Schule des Lebens gegangen, sich gezwungen sah, sich selbst eine gewisse Skrupellosigkeit anzueignen, ohne die er vermutlich in diesem System ziemlich effektiv kaltgestellt worden wäre. Dies fiel z. B. Treppner und Pfleger auf, noch zu Zeiten, als Kasparov 1986 die Grandmasters Association gründete, ein Vorläufer der PCA, aber „nur“ eine Spielergewerkschaft, die noch im System der FIDE selbst blieb. Treppner und Pfleger urteilen kritisch:

Ein Thema für sich ist die Schachpolitik bzw. Kasparovs nunmehr völlig neue Rolle darin. Früher mußte er gegen Mächtige kämpfen; jetzt hatte er selbst immer mehr Macht und Einfluß. Ein so direkter, impulsiver und von sich überzeugter Charakter neigt aber nun einmal nicht dazu, diplomatisch um Mehrheiten und Kompromisse zu ringen, sondern das, was er für richtig hält, ohne langes Federlesen und ohne Abstriche in die Tat umzusetzen. Man denke nur an seine Vorliebe aus der Jugendzeit für starke Persönlichkeiten wie Napoleon. Fast sieht es wie eine gewisse Parallele aus, daß dieser infolge einer Revolution im Namen von „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ an die Macht kam, um dann als Kaiser sehr schnell so wie die absolutistischen Herrscher, gegen die sich die Revolution richtete, weiterzumachen. Also nichts Neues unter der Sonne – und nicht die erste Revolution, die ihre eigenen Kinder frißt
Pfleger/Treppner, Brett vorm Kopf, Leben und Züge der Schachweltmeister, Beck´sche Reihe, München 1994, S. 290

Pfleger und Treppner begründen dies auch an einem Vorfall, der zum Ende der Spielergewerkschaft GMA führte:

Als er vor der WM 1990 mit der GMA auf Kollisionskurs gehen wollte, um Campo endlich zu erledigen – er soll einmal öffentlich erklärt haben, er werde die FIDE „killen“ – kam es zu einem Konflikt in den eigenen Reihen. Bei der GMA-Generalversammlung 1990 wurde er zwar als Präsident neu gewählt, doch danach erlitt er bei einer Abstimmung über einen Vertrag zwischen GMA und FIDE eine Niederlage. Prompt trat er auf der Stelle als Präsident wieder zurück. An andere Meinungen oder gar Widerspruch schien er nicht mehr gewöhnt; offenbar hat er die GMA als reines Vollzugsorgan betrachtet. Sieht so die freie, demokratische Schachwelt aus, für die er einst angetreten war?
Ebd. S. 295

Doch im Prinzip brauchte Kasparov die GMA nicht mehr. Er hatte bereits Höheres im Sinne und wollte nicht mehr innerhalb der FIDE für Veränderung sorgen, sondern gegen die FIDE mit einer Konkurrenzorganisation kämpfen. Zusammen mit Nigel Short gründete er 1993 die Professional Chess-Association, die stark marktwirtschaftlich orientiert war und den Spitzenspielern dadurch gute Preisgelder ermöglichen konnte. Eine schöne neue Welt sollte in der Schachwelt Einzug halten, und insofern erinnerten die vollmundigen Versprechungen Kasparovs sogar an die vom Furor getragenen Manifeste der Avantgarde in den 20er Jahren:

Warum ist Tennis so populär? Warum boomen Golfturniere? Warum sind die Spieler reich? Schach-Weltmeister Garri Kasparow weiß die Antwort: Golf- und Tennisprofis haben sich vom Regime ihrer unbeweglichen Weltverbände befreit und sorgen selbst für Turnierserien, Sponsoren und Fernsehgelder. Also soll nun auch Schach zum selbstverwalteten Millionenspektakel werden, von dem nicht nur der Champion, sondern eine Schar von Spitzenspielern komfortabel leben können.
Die PCA organisierte eigene Weltmeisterschaften mit Qualifikationskämpfen im klassischen Sinne statt im KO-System und konnte auch tatsächlich reihenweise spielstarke Großmeister für sich gewinnen. Das Schisma in der Schachwelt hatte begonnen. 1993 in London setzte sich Kasparov im Finale gegen Nigel Short mit 12,5-7,5 durch, und 1995 kam es dann medienwirksam auf dem Dach des World Trade Centers zum Finale zwischen Kasparov und Anand. Auch hier fiel das Ergebnis mit 10,5-7,5 für Garri Kasparov recht deutlich aus.

1995 wurde der verhaßte Florencio Campomanes als FIDE-Präsident endlich abgelöst. An seine Stelle trat der Kalmücke Kirsan Iljumschinow, womit in der FIDE eine neue Ära begann. Zwar legten Kasparov und die FIDE ihre Probleme nun bei. Noch schien Garri Kasparov nicht klargeworden zu sein, daß die FIDE mit Iljumschinow nun vom Regen in die Traufe gekommen war. Aber die mißglückten WM-Formate von Iljumschinow ließen den Gedanken an nach klassischen Mustern organisierten Schach-Weltmeisterschaften weiter an Attraktivität gewinnen, und noch einmal organisierte Kasparov, diesmal mit der PCA-Nachfolgeorganisation Braingames, eine alternative Schach-Weltmeisterschaft, nach der Garri Kasparov mit einem schweren Makel behaftet blieb. Das lag nicht an seiner Finalniederlage gegen Wladimir Kramnik, einer der Wenigen übrigens, die Kasparov als Schachspieler respektierte. Es lag an der Tatsache, daß sich Alexei Schirow, den Kasparov als Schachspieler nicht respektierte, für das WM-Finale, übrigens durch ein 5,5-3,5 gegen Kramnik, qualifiziert hatte, und weil sich für dieses Finale nicht genügend Sponsoren fanden, wählte Kasparov mit Kramnik kurzerhand den für ihn und Sponsoren attraktivsten Gegner heraus, gegen den er 2000 zur „PCA-Weltmeisterschaft“ in London antrat. Das war gegen die Regeln seiner eigenen Organisation, gegen Regeln, die er selbst aufgestellt hatte, und damit war Kasparov in den Augen vieler nicht besser als Campomanes, dem er selbiges stets vorgehalten hatte. Zudem war das Aussuchen eines Wunschgegners ein Rückfall in die Zustände, die vor dem Zweiten Weltkrieg überhaupt erst die Notwendigkeit deutlich gemacht hatten, einheitliche Weltmeisterschaftskämpfe mit klar umrissenen und für alle verbindlichen Regeln zu organisieren. Natürlich hatte Garri Kasparov mit Alexei Schirov dadurch einen neuen Feind, und dieser war sichtlich verärgert. So äußerte er sich in einem Interview mit Hartmut Metz auf die Frage, wie er die Weltmeisterschaften von FIDE und Braingames vergleiche:

Ich schätze die der Fide mehr. Als ich bei Kasparows Ausscheidung mitmachte, dachte ich, seine WM dürfe als WM-Alternative betrachtet werden. Nun denke ich, dass es sich lediglich um einen Alternativ-Wettbewerb ohne Regeln handelt.
2004 gab es noch einmal einen alternativen WM-Kampf zwischen dem letzten PCA-Sieger Wladimir Kramnik und Peter Leko, den Kramnik knapp für sich entscheiden konnte. Weil gleichzeitig die FIDE wieder zu klassischen Weltmeisterschaften zurückkehrte, war der Weg geebnet, das Schisma zu beenden. 2006 kam es dann endlich zur Vereinigungsweltmeisterschaft, die in Elista zwischen dem FIDE-Weltmeister Weselin Topalov und dem „klassischen“ Weltmeister Wladimir Kramnik ausgefochten wurde, und die Kramnik für sich entscheiden konnte. Daß diese Vereinigungs-Weltmeisterschaft selbst skandalumwittert war, ist wiederum ein anderes Thema, über das an anderer Stelle diskutiert werden kann...

Garri Kasparov hingegen trat 2005 vom Schachsport zurück. Er ging in die russische Politik, wo er mit Wladimir Putin einem anderen „Despoten“ einen harten Kampf liefert. 2007 bezeichnete Kasparov in der niederländischen Schachzeitschrift DNA seinen Bruch mit der FIDE als „Fehler“.

Doch laßt uns fair sein. Innerhalb der FIDE gab es offenbar erheblichen Reformbedarf, und so war die Gründung der PCA zumindest konsequent. Was dann freilich aus der PCA gemacht wurde, das ist ein anderes Thema, das ursächlich nicht viel mit der FIDE selbst zu tun hat. Garri Kasparov selbst scheint auch wieder Interesse an der Schachpolitik gefunden zu haben. Kirsan Iljumschinow, berüchtigt als Despotenfreund und ebenso berüchtigt für seltsame Interviews und Entscheidungen, soll gestürzt werden. Dafür tritt er 2014 zu den Wahlen zum FIDE-Präsidenten in Norwegen an. Wir sind gespannt, ob er wenigstens diese „Bastion des Bösen“ stürmen kann.