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Thema: Syrien

  1. #1
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    Syrien

    Das britische Parlament spricht sich gegen militärische Aktionen gegen das Regime von Baschar al-Assad aus , lame. Na dann weiter mit dem vergasen ..
    Ich hoffe mal die Amis werden trotzdem handeln , von den Deutschen ist ja generell nichts zu erwarten ..
    “I’m at home in Moscow in the company of 2 cats and 3 computers. I consult them constantly when studying a position, but I don’t trust any of them” Sergey Shipov
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  2. #2
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    AW: Syrien

    Es stellt sich die Frage, wofür Deutschland Geld und womöglich Soldaten opfern sollte. Das Problem bei einem militärischen Eingriff besteht ja darin, daß eine Seite gegenüber der anderen unterstützt wird. Aber gerade im Nahen Osten ist die Wirklichkeit nicht so schwarzweiß. Vielmehr stellt sich dort das Problem, daß islamische Fundamentalisten in den Ländern an der Macht wären, wenn das Volk demokratisch entscheiden würde, wer in diesem Kulturkreis die Regierung stellt. Das macht demokratische Prozesse dort, siehe Ägypten, ja auch so schwierig. In jedem dieser Länder gibt es zwar eine aufgeklärte, intellektuelle Elite, die sich über das Internet mit Informationen versorgt und dort mit der Welt verbunden ist. Und gerade die Intellektuellen unter der Jugend, z. B. Studierende, sehnen sich nach politischen Freiheitsrechten. Aber diese Bevölkerungsteile sind dort in der Minderheit.

    Wenn es sich also bei den mehr oder weniger weltlichen Militärregimes in Arabien nicht um solch quasireligiöse totalitäre Regimes handelt wie im Irak, sind diese Regimes für den Westen sogar Partner oder mindestens verläßlicher als islamisch fundamentalistische Gottesstaaten. Und leider besteht die bewaffnete Opposition in Syrien zu einem Großteil aus solchen Strömungen, aber auch schlichtweg einfach aus Kriminellen. Der Regimewechsel im Iran nach der Revolution 1979 sollte jedem eine Warnung sein. Die Kerker für politische Gefangene schwollen im neuen Regime gegenüber dem ehemaligen Schah um ein Vielfaches an. Und das, obwohl an der Revolution im Gegensatz zu Syrien heute auch eine große Anzahl an sozialen und demokratischen Strömungen vertreten waren, die aber von den Islamisten nach der erfolgreichen Revolution schnell kaltgestellt werden konnten.

    Im übrigen halte ich es für verfrüht, schon jetzt nach einem Kriegseinsatz gegen Syrien zu schreien, solange der Bericht der UN-Inspektoren noch aussteht. Die Behauptung der USA, die Beweise schon zu besitzen, reichen für mich nicht aus, da gerade die USA in solchen Dingen nie sehr vertrauenswürdig waren, man denke etwa an die Tonkin-Lüge in Vietnam, die Brutkastenlüge im Irak im zweiten Golfkrieg, die Hufeisenlüge in Jugoslawien oder die Geschichte mit den irakischen Massenvernichtungswaffen. Selbst wenn sich Assads Schuld bestätigen sollte, sollten die Reaktionen nichtmilitärischer Natur sein, weil jeder Krieg eine neue humanitäre Katastrophe auslöst und das Leiden der Bevölkerung noch vergrößert. Schon jetzt sollen Zehntausende Syrer auf der Flucht sein aus Angst vor Bombenangriffen der USA. Die Bilder, als Bagdad vor zehn Jahren brannte, sind den Menschen in Syrien noch allgegenwärtig.

    Ein Krieg gegen Syrien macht also machtpolitisch keinen Sinn und vergrößert das Leid der Bevölkerung. Deswegen unterstütze ich das Nein der Bundesregierung.
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  3. #3
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    AW: Syrien

    Zitat Zitat von Bauerndiplom Beitrag anzeigen
    Das britische Parlament spricht sich gegen militärische Aktionen gegen das Regime von Baschar al-Assad aus , lame. Na dann weiter mit dem vergasen ..
    Ich hoffe mal die Amis werden trotzdem handeln , von den Deutschen ist ja generell nichts zu erwarten ..
    Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung der Mehrheit des britischen Parlaments.
    Und vermutlich haben selbst die Befürworter eines Waffeneinsatzes mehr Kopfarbeit geleistet als der Threadersteller Bauerndiplom bei seiner Kurzdarstellung.

    Dein Beitrag, Bauerndiplom, ist offensichtlich als Provokation gedacht.
    So formuliert kein mitdenkender Bürger im Land der Dichter, Denker und leider auch Henker.

    Die Argumente gegen einen derzeitigen Waffenseinsatz sind zahllos, daß selbst die Ammies von alleine drauf gekommen wären.
    Daß ihr historisch größter Verbündeter GB erst einmal den blinden Gefolgsam und die uneingeschränkte Solidarität zurückstellt, wird einige Ammies mehr darüber nachdenken lassen, daß sie ihre Demokratie mit Mitteln der Diktatur verteidigen, zu einem der größten Lügnerstaaten verkommen sind und vermutlich von einem Gemisch unkontrollierter und unkontrollierbarer Geheimdienste und Militärs gelenkt werden.

    Achso:

    Schöne Grüße an die mitlesenden haupt- und nebenberuflichen Mitarbeiter von NSA und Co.!


    Für mich sind Edward Snowden und Bradley Manning echte us-amerikanische Helden.

    Der eine intelligent, der andere etwas dumm, aber beide mehr den Werten verbunden, die in der US-Verfassung genannt werden und damit über den zahllosen Lügnern und Schurken stehend, die für "Big Brother" weltweit im Einsatz sind.

  4. #4
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    AW: Syrien

    Krieg, Krieg, endlich wieder Krieg! Wer nicht mitmordet ist "lame"!

    Aber @Kiffing: Das ist jetzt vermutlich wieder "Kulturrelativismus" oder so, aber Aussagen wie die, dass "islamische Fundamentalisten in den Ländern an der Macht wären, wenn das Volk demokratisch entscheiden würde, wer in diesem Kulturkreis die Regierung stellt", sind auch nicht viel besser, erst recht nicht, wenn sie der Legitimation von Diktaturen gelten. Pauschaler geht es wohl nicht mehr? Und dass es in Syrien keine sozialen und demokratischen Strömungen gebe, würde ich auch nicht sagen - was ist z.B. mit dem quasi-autonomen kurdischen Nordsyrien oder den lokalen Koordinationskomitees?

  5. #5
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    AW: Syrien

    Der islamische Kulturkreis hat in den vergangenen Jahrzehnten in der Tat eine Radikalisierung erfahren, die dem Trend zur Säkularisierung in den westlichen Staaten entgegengesetzt ist. Die Intoleranz gegenüber Andersdenkenden ist gestiegen, und gleichzeitig ist es für die Menschen deutlich schwerer geworden, da auszubrechen. Denn der Konformitätsdruck, welche die religiösen Gemeinden in den islamischen Ländern, aber auch in der westlichen Diaspora auf die Menschen ausüben, ist durchaus vergleichbar mit dem von Sekten. Viele Historiker, Soziologen und andere erklären sich dieses Phänomen mit der aggressiven US-Politik im Nahen Osten, aber auch mit dem totalen Bedeutungsverlust des islamischen Kulturkreises gegenüber dem Westen, aber auch gegenüber Südamerika und seines derzeit wachsenden Selbstbewußtseins und zahlreichen aufstrebenden Tigerstaaten in Asien, der mit einem trotzigen Beharren auf eigene Traditionen sowie einem gleichzeitigen Haß auf den Westen, aber auch auf westliche Werte einhergeht. In diesem Zusammenhang wundere ich mich immer wieder über zahlreiche Linke, bei denen Religionskritik mit gleichzeitig positivem Bezug zu Vernunft und Aufklärung einhergeht, und die nie müde werden, teilweise berechtigte Kritik gegenüber dem Papst und der katholischen Kirche zu üben, die aber oft seltsam schweigsam sind gegenüber der islamischen Wirklichkeit, von der wir doch, wenn auch eher indirekt, davon betroffen sind. Es war immer ein Verdienst der Linken gewesen, im Sinne der Aufklärung Lebensverhältnisse zu kritisieren, bei denen die christlichen Kirchen einen breiten Raum einnehmen, sich bevormundend verhalten, und die vor allem in der Vergangenheit oft wissenschafts-, -frauen- und fortschrittsfeindlich und systemstabilisierend agiert haben. Man muß dabei gar nicht ins Mittelalter zurückblicken, ein Blick auf die unheilvolle Allianz von Preußentum (im Königreich Preußen, aber auch im deutschen Kaiserreich) und lutherischer Kirche geht gar nicht so weit zurück.

    In diesem Zusammenhang habe ich auch gar nicht das Wirken von mehr oder weniger weltlichen Diktaturen im islamischen Kulturkreis legitimiert. Ich habe stattdessen darauf hingewiesen, daß in diesem Kulturkreis oft nur die Alternative zwischen Pest und Cholera besteht, weil fortschrittliche Gruppen an den Rand gedrängt wurden, was den Demokratisierungsprozeß dort eben so schwierig macht. Um auf das Beispiel Ägypten zurückzukommen, so hat der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad neulich darauf hingewiesen, daß der durch Wahlen an die Macht gekommene Muslembruder Mursi die in der Revolution gegen Mubarak errungenen demokratischen Rechte handstreichartig wieder abgeschafft hat, so daß die Demokratie also von einer demokratisch an die Macht gekommenen "Partei" zerstört wurde. Abdel-Samad wies anhand dessen darauf hin, daß Demokratie sich nicht allein aus Wahlen schöpfe. Hier ein detaillierter Lagebericht von Manfred Idler in der DKP-Zeitung Unsere Zeit, der die Ausführungen Abdel-Samads bestätigt:

    Das Entsetzen über das vom ägyptischen Militär in Kairo und anderen Städten angerichtete Blutbad sollte nicht den Blick auf die Tatsache verstellen,
    dass die Angehörigen der Muslimbruderschaft, die jetzt die Opfer des Armeeeinsatzes werden, einen großen Teil der Verantwortung für die entstandene Situation tragen. Die „Freiheits- und Gerechtigkeitspartei“ Mohammed Mursis war in der Folge derRevolution vom Januar 2011, die das
    Mubarak-Regime überwunden hat, des „arabischen Frühlings“, ins Amt gewählt worden. Kaum an der Macht, rückte die Regierung Mursi von den demokratischen Zielen der Volkserhebung
    ab. Den revolutionären Forderungen nach sozialen und wirtschaftlichen,politischen und kulturellen Rechten stellte sie einen religiös-reaktionären, an der Scharia orientierten Verfassungsentwurf
    entgegen. Sie organisierte Verfolgung und Anschläge auf schiitische und christliche Minderheiten,
    stellte sich mit der Unterstützung terroristischer Kräfte in Syrien auf die Seite des Imperialismus und verfolgte das Ziel eines Machtmonopols, das keinen Raum für religiöse Minderheiten, linke und säkulare politische Parteien und Gewerkschaften ließ.
    Aus anderen Medien habe ich über die Vorgänge in Ägypten nach dem Aufstieg Mursis ähnliches gehört, und insofern erinnert mich vieles an die Machtergreifung der NSDAP 1933, wo eine radikale Gruppe, formell legitimiert, sich nun keinerlei Grenzen mehr auferlegt, um ihre Feindbilder sowie die verfassungsgebende Ordnung zu vernichten. Und einer solche Gefahr kann man leider nicht mit Friedenstauben und Lichterketten beikommen, das ist auch das Problem des ägyptischen Militärs, dem man zwar ein gewisses Verantwortungsbewußtsein nicht absprechen kann. Aber ein Blick in die Geschichte zeigt eben auch, daß Situationen, wo eine gewisse Härte gefordert ist, dazu neigen, daß die Gewalt selbst zum Fetisch wird und mit der Zeit immer hemmungsloser ausgelebt und kultiviert wird. Die Gewalt beginnt sich zu verselbständigen. In Ägypten scheinen derzeit alle Dämme gebrochen zu sein. Doch Syrien ist noch schlimmer dran.
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  6. #6
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    AW: Syrien

    Lame? Lame! Lame!? Lame?! Lame ...

    Ja,

    Deutschland kann mehr als "lame" und die Welt kann mehr von Deutschland erwarten.

    Das schaffen wir mit etwas Anstrengung, auch ohne das Grundgesetz oder das Völkerrecht zu vergewaltigen, ohne unsere Freunde zu sehr zu brüskieren und ihnen zu offen zu sagen wie unhaltbar dumm und gefährlich ihre Ideen, Ansichten und Vorhaben sind.

    Obwohl so ganz schmerzfrei und ohne Opfer geht es doch nicht ab - zumindest muß man gewisse geistige Opfer bringen, um eine Bewußtseinserweiterung bei denen zu erzeugen, die etwas ver- oder benebelt erscheinen, ohne daß sie erkennbar einer Art Gasattacke ausgesetzt waren.

    Deutschland kann thinktankmäßig helfen ein paar Szenarien durchzuspielen und sich bei realer Umsetzung der Gedankenspiele mal richtig einbringen - für Erkenntnisgewinn der internationalen Völkergemeinschaft und einigen Teilen (Anti-Lame-Vordenker!?) der eigenen Bevölkerung.

    Von FM (Friedensmeister) Obama las ich folgenden Vorschlag, den ich zuerst für verrückt, aberwitzig und nicht zielführend hielt, aber wer weiß...?
    Habe ich mich nur verhört oder verlesen oder wurde dieses Ansinnen Obama nur untergeschoben?

    Egal.

    Im Raume steht, daß Obama zur Sanktionierung (dt. Bestrafung/Ahndung) des Chemiewaffeneinsatzes in Syrien und zur Verhinderung weiterer Vorkommnisse die Chemiewaffendepots des dortigen Machthabers/Despoten/Diktators Assad per Raketen- und ggf. Bomberangriff vernichten will.

    Dazu soll auch Damaskus mit Vororten und Umgebung angegriffen werden, weil dorthin angeblich das Chemiewaffenarsenal teilweise verlegt wurde.

    Damaskus http://de.wikipedia.org/wiki/Damaskus

    - in der Agglomeration waren es mal fast 3 Mio. Menschen, die dort leben.
    Aktuell dürften es trotz Bürgerkrieg noch über 2.000.000 Menschen sein.

    Syrien gilt nach einigen durchaus glaubhaften Kreisen als einer der größten Chemiewaffenbesitzer der Welt. Manche behaupten, daß nur die Sanktionierer USA und die Russen über mehr Chemiewaffen verfügen.
    Dieser Dreck muß daher weg, damit hat Obama Recht - nur wie?

    Und hier können wir lahmenden Deutschen uns endlich einbringen und unseren internationalen Beitrag leisten.
    Zunächst indem wir folgendes Gedankenspiel offerieren und bei uns, aber auch weltweit diskutieren lassen:

    Damaskus scheint kein ganz unbesiedeltes Gebiet zu sein und auch nicht in einer total lebensfeindlichen Wüste zu liegen, die man zum Nutzen der Weltgemeinschaft einfach mal im Rahmen einer bestrafenden Säuberungsaktion unter Raketenbeschuß legt.
    Es gibt jedenfalls Stimmen, die den Ammies grundsätzlich wenig glauben und denken, daß die Zerstörung von Chemiewaffendepots in einer bevölkerten Großstadt oder in der Nähe dicht besiedelter Gebiete irgendwie größere Schäden anrichten können.
    Das scheint nicht so ganz abwegig, könnte ja mal sein, daß die Rakete 100m zu früh abbiegt und die Sommerresidenz des russischen oder chinesischen Botschafters trifft oder auch nur ein Krankenhaus oder ein Gotteshaus mit Gottesanbetern bei der Tagesarbeit (Christen und Moslems diverser Feinausrichtungen sind denkbar). Weiterhin meinen (über)vorsichtige Naturen, daß die Zersörung von Chemiewaffendepots mit aus 1000den km ferngelenkten Präzionsraketen zu einer Freisetzung gerade dieser tödlichen Kampfstoffe führen könnte, die man lieber unter Verschluß bzw. sorgsam vernichtet wissen möchte.

    Und hier können wir Deutschen endlich einmal den Ammies beistehen und ihre Glaubwürdigkeit und Zuverklässigkeit wieder herstellen.
    In 1. Stufe als Gedankenexperiment und unter Ausnutzung einer kleinen Pause, die derzeit noch vor einem Feuerbefehl zu liegen scheint.

    Wir starten weltweit eine Umfrage, welche Länder und welche Bürger dieser Länder es für sicher akzeptabel hielten, wenn ein kleines Chemiewaffendepot in Deutschland durch us-amerikanische Raketen sauber vernichtet wird.

    Die Rakten könnten in der Simulation, sagen wir mal, von Zerstörern und U-Booten vor der französischen Atlantikküste aus starten und ein paar Bomberstaffeln aus England.
    Dann hätten wir gleich mal die Einbindung von Monsieur Hollande, ein großer Sozialist, und von David Cameron, ein großer Konservierender. England bzw. das United Kingdom müßten sich nicht mehr wegen ihrer neuartigen Zweifel gegenüber Können und Wollen der Ammies schämen.
    Das hübsche Chemiewaffendepot könnten die Ammies mit ihrem Allwissen über die Waffen des Diktators Assads nahezu wirkungsgleich mit eigenen Materialien ausstatten.
    Damit hätten wir uns der Ausgangslage in Damaskus etwas angenähert.

    Nur bräuchten wir ein geeignetes Gebiet. Vielleicht nicht gerade Heide, was Bauerdiplom wohl mag und kennt. Das erscheint zu lütt und gibt nicht den richtigen Vergleich.
    Besser sind da schon Hamburg, Dresden oder Berlin. Groß genug, fast schon übergroß und auch mit historischen Erfahrungswerten, die mal wieder aufgefrischt werden könnten.

    In der Endausscheidung entscheide ich mich mal für Berlin - zumindest im Gedankenspiel. Meine Geburts- und Heimatstadt. Eine Stadt, die Obama und andere Präsidenten der USA ganz gerne besucht haben und die die Ammies gegen den bösen Sowjet auch verteidigt und gestützt haben. Ich wäre ohne us-amerikanisches Engagement für Berlin (West) nicht geboren und in relativem Frieden und Wohlstand aufgewachsen. Das ist und bleibt Fakt, verhindert aber nicht, daß ich mitdenke und nachdenke.

    Es ist an der Zeit, daß wir Berliner für Deutschland, unsere amerikanischen Freunde und die ganze Welt endlich mal etwas zurückgeben und Verantwortung übernehmen.
    Immerhin hat die für uns gerüchteweis bestimmte Atombombe die japanische Bevölkerung - unserer ehemaliger Verbündeter und Mit-Angriffskrieger als Staat - abbekommen.

    Also risikofreudig sind wir irgendwie schon in D-Land und historisch zumindest gar nicht so lame. Zeit für einen global-internationalen Vertrauensbeweis ist es ohnehin.

    Kein Herumeiern und aussitzen. Stellung beziehen, Vorschläge machen und nicht Windfähnchen spielen.

    Wenn die Ammies also sagen, es ist machbar und sinnvoll die Chemiewaffendepots bei Damaskus via Raketensteuerung zu entsorgen, dann stellen wir Berliner unserer ehemaligen Schutzmacht für den schnellen Feldversuch mal den Grunewald zur Verfügung.
    Falls etwas ein klein wenig schiefgeht, dann ist dort ein bißchen Abstand zum bewohnteren Stadtgebiet gegeben. Wir müssen ja nicht das Gedankenexperiment im 1. Schritt mit einem Chemiewaffendepot unter dem Platz der Republik vor dem Reichstag beginnen.

    Nee, der Grunewald ist schon in Ordnung, war schließlich klassischer us-amerikanischer Sektor und schont die Ossies, die von den Ammies weniger beschützt wurden damals.
    Einen Sprengplatz im Grunewald haben wir ohnehin seit Jahrzehnten und da werden ohne Gefahr für die Bevölkerung immer noch gefundene Weltkriegsmunition und Blindgänger kontrolliert gesprengt.

    Also Logistik und Know-How ist unsererseits verfügbar:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Sprengplatz_Grunewald

    Nun brauchen wir nur noch die Ammies, die hier assadmäßige Chemiewaffen einlagern und diese dann punktgenau mit ihren Lenkwaffen zerstören.
    Wenn diese Pyronale http://de.wikipedia.org/wiki/Pyronale
    (war gerade wieder an diesem Wochendende = 2 Tage = begrenzter Waffengang) vorbei ist, dann können die Berlinerinnen und Berliner nach vllt. einer Woche wieder raus zum Picknick im Grünen oder ins nahegelegene Strandbad Wannsee fahren.
    Die Ammies haben gezeigt, wie zielgenau, fachgerecht und damit gefahrlos für eine Millionenbevölkerung sie eine Chemiewaffenbeseitigung per Luftangriff vollziehen können.
    Die Welt kann dann staunen und auch gegen Russen und Chinesen-Votum im nächsten Schritt die Säuberungsaktion für den Ballungsraum Damaskus beim Pyrotechniker USA in Auftrag geben.

    Bei diesem Gedankenspiel interessiert mich folgendes:

    Werden die Berliner und Brandenburger im Vertrauen auf die Ammies im Dienste der guten Sache mitziehen, ihren Beitrag leisten und das kleine Restrisiko gerne und freudig auf sich nehmen?

    Werden die Rest-Deutschen, inbesondere die deutsche Anti-Lame-Bewegung, dem zustimmen und Berlin als Testgebiet freigeben?

    Werden die Resteuropäer uns sachlich und moralisch unterstützen und uns ggf. alle erdenkliche Hilfe in großer Solidarität zukommen lassen, falls ein Kleinigkeit schiefgeht?

    Oder werden sie gemeinsam mit einem Teil der Restwelt, z.B. Russen, Chinesen, Inder warnen und rufen. Das ist doch ausgemachter Wahnsinn und unkalkulierbar?

    Würden die Ammies unterteilt nach Regierung und Bevölkerung diesen Test wagen und uns garantieren, daß klinisch akkurat und präzise die Chemiewaffen folgenlos zerstört werden?


    Als Ergänzung ein Vorschlag für Sympathisanten der Anti-Lame-Bewegung:

    Wer meint, man könnte das Gedankenexperiment für Berlin mal genauso für Damaskus umsetzen und sich den Test vorher schenken, der kann gerne mal hier seine persönlichen Daten einstellen und auf die Diskussionsrunde aus Berlin oder Damaskus kommend warten, die ihn zufällig oder gezielt ausgewählt aufsuchen und über die Ergebnisse informieren wird.

    Ich bin auch gespannt, ob ein US-Präsident noch einmal in Berlin auftauchen würde, wenn er dieses Gedankenexperiment den Berlinern als ihren Beitrag zur Neuordnung und sicherung der Weltgemeinschaft vorschlägt.

    Wie den USA und ihren Repräsentanten weltweit begegnet wird, wenn ihre Raketen Chemiedepots bei Damaskus zerstören, scheint einige wichtige Entscheidungsträger jenseits des Atlantiks anscheinend nicht zu interessieren.

    Genug Hirn, um derartige Gedankenspiele selbst durchzugehen haben sie allemal und damit auch genug Hirn, um zu wissen, daß nicht Rest der Menscheit außerhalb der Machtkreise der USA total verblödet und teilnahmlos ist.
    Inzwischen zeigen auch einige US-Bürger der eigenen Administration den Wahn- und Irrsinn ihrer Pläne auf.
    Geändert von zugzwang (09.09.2013 um 00:40 Uhr)

  7. #7
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    AW: Syrien

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    Russen scheinen erfolgreich zu sein , lass mal Chemiewaffen in 3+ Jahren vernichten ... Hauptsache die Syrien Flüchtlinge ersaufen nicht in der EU Zone .
    Syrien ppl dream of Obamacare
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