Bei der Schach-WM 1972 in Reykjavik gelten vor allem die 6., 10. und 13. Partie als Momumente der Schachkunst des US-Amerikaners. Die 13. Partie sticht dabei durch eine besondere Spektakularität heraus, weil ab dem 62. Zug Fischer sich technisch mit fünf Bauern gegen den weißen Turm durchsetzt. Überhaupt ist hier sein Vorgehen mit zahlreichen Mehrbauern gegen Figuren das zentrale Thema dieser Partie. Eindrucksvoll und lehrreich ist auch das (nicht angenommene) Qualitätsopfer im 37 Zug, mit dem Fischer seine Türme aktiviert. Dieser Zug ist in dieser Stellung dafür auch die einzige Möglichkeit, andernfalls nehmen die Türme nicht am Spiel teil (37. ...a3 38. Tf4). Aktivität geht im Endspiel eben über alles. Spasski lehnt das Qualitätsopfer ab, weil sein Le5 in dieser Stellung ein Riese ist. Aber gegen die vielen schwarzen Mehrbauern am Ende half auch kein Riese mehr...

[Event "Reykjavik"]
[Site "m"]
[Date "1972.08.10"]
[EventDate "?"]
[Round "13"]
[Result "0-1"]
[White "Boris Spassky"]
[Black "Robert James Fischer"]
[ECO "B04"]
[WhiteElo "?"]
[BlackElo "?"]
[PlyCount "148"]

1. e4 Nf6 2. e5 Nd5 3. d4 d6 4. Nf3 g6 5. Bc4 Nb6 6. Bb3 Bg7
7. Nbd2 O-O 8. h3 a5 9. a4 dxe5 10. dxe5 Na6 11. O-O Nc5
12. Qe2 Qe8 13. Ne4 Nbxa4 14. Bxa4 Nxa4 15. Re1 Nb6 16. Bd2 a4
17. Bg5 h6 18. Bh4 Bf5 19. g4 Be6 20. Nd4 Bc4 21. Qd2 Qd7
22. Rad1 Rfe8 23. f4 Bd5 24. Nc5 Qc8 25. Qc3 e6 26. Kh2 Nd7
27. Nd3 c5 28. Nb5 Qc6 29. Nd6 Qxd6 30. exd6 Bxc3 31. bxc3 f6
32. g5 hxg5 33. fxg5 f5 34. Bg3 Kf7 35. Ne5+ Nxe5 36. Bxe5 b5
37. Rf1 Rh8 38. Bf6 a3 39. Rf4 a2 40. c4 Bxc4 41. d7 Bd5
42. Kg3 Ra3+ 43. c3 Rha8 44. Rh4 e5 45. Rh7+ Ke6 46. Re7+ Kd6
47. Rxe5 Rxc3+ 48. Kf2 Rc2+ 49. Ke1 Kxd7 50. Rexd5+ Kc6
51. Rd6+ Kb7 52. Rd7+ Ka6 53. R7d2 Rxd2 54. Kxd2 b4 55. h4 Kb5
56. h5 c4 57. Ra1 gxh5 58. g6 h4 59. g7 h3 60. Be7 Rg8 61. Bf8
h2 62. Kc2 Kc6 63. Rd1 b3+ 64. Kc3 h1=Q 65. Rxh1 Kd5 66. Kb2
f4 67. Rd1+ Ke4 68. Rc1 Kd3 69. Rd1+ Ke2 70. Rc1 f3 71. Bc5
Rxg7 72. Rxc4 Rd7 73. Re4+ Kf1 74. Bd4 f2 0-1