Umfrageergebnis anzeigen: Wie sollte sich die Schachwelt gegenüber Sponsoren verhalten?

Teilnehmer
5. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Wir sind auf die Sponsoren angewiesen, also sollten wir auch "mitspielen"

    1 20,00%
  • Ich plädiere für einen gesunden Mittelweg

    2 40,00%
  • Wir sind aus uns heraus genug attraktiv und brauchen keine wesentlichen Bedingungen zu erfüllen

    2 40,00%
  • Ich bin mir noch unsicher

    0 0%
Ergebnis 1 bis 2 von 2

Thema: Sponsoring im Schach - Chancen und Risiken

  1. #1
    Administrator
    Punkte: 111.275, Level: 100
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    Aktivität: 36,0%
    Errungenschaften:
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    Avatar von Kiffing
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    SC Tornado Wuppertal
    Beiträge
    4.760
    Punkte
    111.275
    Level
    100

    Sponsoring im Schach - Chancen und Risiken

    Promotion und Sponsoring ist in allen Sportarten längst üblich geworden und gehört zum Geschäft. Die Gelder von Sponsoren bringen auch dem Schachsport Gelder ein, mit denen die Bedingungen von Schachspielern verbessert werden können, etwa, indem Turniere finanziert werden, in denen hohe Preisgelder für die Spitzenspieler gezahlt werden können.

    Doch wie bei jedem Sponsoring entsteht natürlich eine gewisse Abhängigkeit. Sponsoren knüpfen ihre Unterstützung an Bedingungen, aber auch an Erwartungen, welche die Spieler erfüllen müssen. Wenn Schachspieler bei Privatverträgen für die Produkte ihrer Sponsoren werben müssen, ist natürlich nichts dagegen einzuwenden. Die Verträge sind freiwilliger Natur, und den Spielern wird ihr Werbeauftritt auch reichlich abgegolten. Wenn allerdings durch das Sponsoring das Klima und die Bedingungen bei Schachturnieren generell verändert werden, wird das Ganze zu einem Problem, das uns alle etwas angeht. Und so stellt sich die Frage, wie damit umgegangen werden soll.

    Damit meine ich z. B., daß von Schachspielern zunehmend erwartet wird, bei Schachturnieren „angemessen gekleidet“ zu erscheinen. Die neue Kleiderordnung der FIDE geht ja in diese Richtung. Auch wird von Spielern erwartet, sich während der Turniere „angemessen“ zu verhalten. Die Null-Toleranz-Regel der FIDE bei Verspätungen geschah nicht zuletzt mit Blick auf Sponsoren.

    Ich persönlich sehe diese „Prostitution“ vor Sponsoren, der sich die FIDE mit vorauseilendem Gehorsam anpaßt, sehr kritisch. Sie erzeugt damit lediglich zwangsweise kollektivierte Langeweile und erfüllt damit nicht einmal ihr Ziel, das Schach für die Gesellschaft attraktiver zu machen. Denn es sind nicht nur die Schachspieler selbst, die zunehmenden Repressalien unterworfen werden. Oberflächlich perfekt auftretende Schachspieler mit Schlips und Krawatte und einem Erscheinungsbild, das Jugendliche früher mit dem Begriff „Lackaffe“ mit Spott überzogen haben, wirken auf viele Menschen eben nicht attraktiv. Es fehlen die Freiräume, unter denen sich echte Spielertypen herauskristallisieren können, und in denen sich Menschen mit hohen persönlichen und intellektuellen Qualitäten profilieren konnten, die alleine durch ihr Handeln und Auftreten auch bei Nichtschachspielern schon für Interesse und Aufmerksamkeit gesorgt haben. Gerade das Schach hat bei vielen immer noch den Ruf als Spiel der Denker und Philosophen. Da erwartet man eben keine maßgeschneiderten „Lackaffen“, die sich auch so verhalten, wie sie aussehen, sondern interessante Persönlichkeiten, die durchaus auch einige schrullige Züge aufweisen können.

    In diesem Sinne bin ich der Meinung, daß die Schachwelt sich also nicht vor möglichen Sponsoren „prostituieren“ sollte, sondern daß der Schachsport schon aus sich selbst heraus genug attraktiv für die Gesellschaft ist und insofern gerade dann auch genug Format hat, um ohne jede Bedingung im Hinblick auf die Rahmenverhältnisse im Schachsport attraktiv für Sponsoren zu erscheinen. Dann sind die Verhältnisse zwischen Schachwelt und Sponsoren auf Augenhöhe. Der Sponsor weiß, was ihn erwartet, wenn er mit der Schachwelt kooperiert, und er hat die Möglichkeit, ein Engagement mit der Schachwelt zu beginnen oder auch nicht. Und ein Kirsan Iljumschinow, auf dessen Betreiben die Null-Toleranz-Regel bei Verspätungen zurückzuführen ist, hat mit Sicherheit wesentlich mehr Schaden im Hinblick auf mögliche Sponsoren angerichtet als zu spät kommende Schachspieler, indem er sich mit allen möglichen Despoten wie Hussein, Assad und Gaddafi traf und diese sogar umwarb. Aber das ist eben konservative Ideologie. Menschliche Werte spielen keine Rolle, das einzige, was zählt, ist die Hülle. Wie denkt ihr darüber?
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

  2. #2
    Candidate Beginner (CB)
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    AW: Sponsoring im Schach - Chancen und Risiken

    Zitat Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
    ...
    Ich persönlich sehe diese „Prostitution“ vor Sponsoren, dem sich die FIDE mit vorauseilendem Gehorsam anpaßt, sehr kritisch. ...
    Prostitution wird es, wenn man seine Ware verkauft, ohne selbst hinter dem Produkt stehen zu können.
    Was in anderen publikumswirksameren Sportarten mit ihren Idolen geht, ist bei kleineren Sportarten recht aussichtslos und wirkt skurril.
    Trotzdem habe ich nichts dagegen, wenn die deutschen Schach-Nationalmannschaften sagen wir mal von Goldpfeil gesponsert werden und die Herren mit Sonnenbrillen und Kugelschreiber aus dem Haus sowie wie Damen mit schicken Täschchen international antreten.

    Aber daraus wird nichts; denn auch Goldpfeil hats erwischt. Pech fürs Schach, ein möglicher Sponsor ist weg....

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