Die Frankenstein-Dracula-Variante, womit immerhin eine offizielle Schacheröffnung gemeint ist, geht zurück auf die literarische Verarbeitung einer Schachpartie zwischen den beiden grauenvollen Grafen Francenstein und Dracula. Der Fernschachmeister Tim Harding entwickelte dieses Abspiel, welches durch ein frühes Figurenopfer in der Wiener Partie (3. ...Sxe4) eingeleitet wird. In der Folge gehen beide Parteien aufeinander los wie betrunkene Straßenschläger. 1978 griff der Schachspieler und Buchautor Baruch Harold Wood diesen schwarzen Humor auf und veröffentlichte eine Kurzgeschichte im Magazin Chess, in dessen Mittelpunkt eine Schachpartie dieser beiden Grafen steht, für die noch kein Wort erfunden worden ist, um die abgrundtiefe Schrecklichkeit dieser beiden Grafen wirklichkeitsnah abzubilden. Die Partie entwickelte er freilich nicht selber, wie das bspw. bei der erfundenen Partie Nimzowitsch vs. Systemsson von Hans Kmoch der Fall gewesen ist. Als Vorbild diente die Partie Ost-Hansen gegen Nunn von 1974. Hier ist die "Partie zwischen Graf Frankenstein gegen Graf Dracula". Wenn das Schach der Spiegel der Seele ist, dann ist diese Partie fürwahr zum Schaudern!

[Event "Teesside"]
[Site "Teesside"]
[Date "1974.??.??"]
[EventDate "?"]
[Round "?"]
[Result "0-1"]
[White "Jacob Ost-Hansen"]
[Black "John Nunn"]
[ECO "C27"]
[WhiteElo "?"]
[BlackElo "?"]
[PlyCount "76"]

1.e4 e5 2.Nc3 Nf6 3.Bc4 Nxe4 4.Qh5 Nd6 5.Bb3 Nc6 6.Nb5 g6
7.Qf3 f5 8.Qd5 Qe7 9.Nxc7+ Kd8 10.Nxa8 b6 11.d3 Bb7 12.h4 f4
13.Qf3 Bh6 14.Qg4 e4 15.Bxf4 exd3+ 16.Kf1 Bxf4 17.Qxf4 Rf8
18.Qg3 Ne4 19.Qc7+ Ke8 20.Nh3 Nxf2 21.Nxf2 Qe2+ 22.Kg1 Qxf2+
23.Kh2 Qxh4+ 24.Kg1 Qd4+ 25.Kh2 Ne5 26.Rhf1 Ng4+ 27.Kh3 Qe3+
28.Kxg4 h5 29.Kh4 g5 30.Kxh5 Rh8+ 31.Kg6 Be4+ 32.Rf5 Bxf5+
33.Kxf5 Rf8+ 34.Kg6 Qe4+ 35.Kg7 Qe7+ 36.Kg6 Qf6+ 37.Kh5 Qh8+
38.Kg4 Qh4# 0-1