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Thema: Französisch Winawer

  1. #1
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    Französisch Winawer

    Einleitung und Vorgeschichte sowie kleine, lückenhafte Zeitreise durch die "Franz"-Geschichte mit und ohne 3. ... Lb4

    Die französische Verteidigung ist eine Verteidigung der Weltmeister.

    Fast alle Weltmeister wandten diese Verteidigung mit Schwarz im Laufe ihrer Karriere an - häufig als amtierende Titelträger, manchmal auch erst später oder in Karriereanfängen.

    Ausnahmen scheinen der 1. Weltmeister Wilhelm Steinitz und Bobby Fischer zu sein. Und mit Fischer überhaupt eine stärkere Zäsur (Kasparow, Kramnik).

    Bei Steinitz ist es erstaunlich, weil sie zu seiner Aufassung von der Verteidigung zu passen scheint.
    Anscheinend hielt er sie aber für minderwertig und bevorzugte teilweise 2. e5 als direkte Fortsetzung. Zu seiner Zeit war die Verteidigung aber noch nicht gut untersucht und die "französische Revolution im Schach" mit dem Zug 3 ... Lb4, der nach Szymon Winawer benannt ist, stand erst noch bevor.
    Dafür zeigte Steinitz wie auch andere Weltmeister nach ihm Lehrstücke in der Führung der weißen Steine gegen diese Verteidigung.
    Bekannt und berühmt ist die Partie gegen Selman. Eine Lehrstunde in Positionsspiel und Bauernstruktur.
    Die französische Verteidigung war spätestens im 20. Jahrhundert auch ein regelmäßiger Gast in Weltmeisterschaftskämpfen bzw. in Qualifikationsturnieren für die WM.
    Einen gewissen Stimmungswechsel und einen Umbruch ins sizilianische Zeitalter scheint Bobby Fischer indirekt bewirkt zu haben.
    Obwohl er mit Weiß nicht unbedingt supererfolgreich gegen die französische Verteidigung war und unter seinen wenigen Niederlagen der Französisch-Anteil beachtlich ist, vertraute er dieser Verteidigung mit Schwarz nicht.

    (Hypothese: Nicht dynamisch, riskant genug, wenn Weiß das Winawer-System vermeidet?!)

    Im Anlauf auf den WM-Titel 1971 besiegte er in der wichtigen und richtungsweisenden 1. Partie in Denver Bent Larsen, der eigentlich psychologisch und schachtechnisch geschickt den Sizilianer pausieren ließ.
    Knockout bereits in der 1. Runde, gerade und weil Larsen mutig den offenen Schlagabtausch anbot (sein König ging im Mittelspiel nach g6!)


    [Site "Denver, USA"]
    [Date "1971.07.06"]
    [Round "1"]
    [Result "1-0"]
    [White "Robert James Fischer"]
    [Black "Bent Larsen"]
    [ECO "C19"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. e5 Ne7 5. a3 Bxc3+ 6. bxc3 c5
    7. a4 Nbc6 8. Nf3 Bd7 9. Bd3 Qc7 10. O-O c4 11. Be2 f6 12. Re1
    Ng6 13. Ba3 fxe5 14. dxe5 Ncxe5 15. Nxe5 Nxe5 16. Qd4 Ng6
    17. Bh5 Kf7 18. f4 Rhe8 19. f5 exf5 20. Qxd5+ Kf6 21. Bf3 Ne5
    22. Qd4 Kg6 23. Rxe5 Qxe5 24. Qxd7 Rad8 25. Qxb7 Qe3+ 26. Kf1
    Rd2 27. Qc6+ Re6 28. Bc5 Rf2+ 29. Kg1 Rxg2+ 30. Kxg2 Qd2+
    31. Kh1 Rxc6 32. Bxc6 Qxc3 33. Rg1+ Kf6 34. Bxa7 g5 35. Bb6
    Qxc2 36. a5 Qb2 37. Bd8+ Ke6 38. a6 Qa3 39. Bb7 Qc5 40. Rb1 c3
    41. Bb6 1-0
    Vielleicht hat dieser Partieverlauf Spassky, der erst später zum eingefleischten Franzosen - nicht unbedingt in der Eröffnungswahl! - wurde, dazu bewogen, auf französisch in Reykjavik zu verzichten.
    Immerhin hatte Spassky selbst 1967 Gellers Weißaufschlag gerade mit Französisch erfolgreich geblockt, doch vertrat Spassky lieber und erfolgreicher die Weißseite dieser Eröffnung.

    Die französische Verteidigung hält aber auch einen eigenartigen "Fluch" für die Titelträger bereit:

    Mit kaum einer anderen Verteidigung gingen amtierende Weltmeister so spektakulär unter, wie gerade mit dieser Verteidigung. Und auch im Vorlauf oder Auslauf waren die Weltmeister mit dieser Verteidigung nicht so glücklich.

    Bereits der große Lasker verlor eine mit dem Schönheitspreis versehene Partie gegen den neuen Schachstern Pillsbury in Nürnberg 1896.


    [Site "Nuernberg"]
    [Date "1896.07.29"]
    [Round "9"]
    [Result "1-0"]
    [White "Harry Nelson Pillsbury"]
    [Black "Emanuel Lasker"]
    [ECO "C11"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Nf6 4. e5 Nfd7 5. f4 c5 6. dxc5 Nc6
    7. a3 Nxc5 8. b4 Nd7 9. Bd3 a5 10. b5 Ncb8 11. Nf3 Nc5 12. Be3
    Nbd7 13. O-O g6 14. Ne2 Be7 15. Qe1 Nb6 16. Nfd4 Bd7 17. Qf2
    Nba4 18. Rab1 h5 19. b6 Nxd3 20. cxd3 Bxa3 21. f5 gxf5 22. Nf4
    h4 23. Ra1 Be7 24. Rxa4 Bxa4 25. Ndxe6 fxe6 26. Nxe6 Bd7
    27. Nxd8 Rxd8 28. Bc5 Rc8 29. Bxe7 Kxe7 30. Qe3 Rc6 31. Qg5+
    Kf7 32. Rc1 Rxc1+ 33. Qxc1 Rc8 34. Qe1 h3 35. gxh3 Rg8+
    36. Kf2 a4 37. Qb4 Rg6 38. Kf3 a3 39. Qxa3 Rxb6 40. Qc5 Re6
    41. Qc7 Ke7 42. Kf4 b6 43. h4 Rc6 44. Qb8 Be8 45. Kxf5 Rh6
    46. Qc7+ Kf8 47. Qd8 b5 48. e6 Rh7 49. Ke5 b4 50. Qd6+ 1-0
    Der Fluch setzte aber erst ein, als Weltmeister Capablanca, die für Aljechin und viele andere damals unbesiegbare Schachmaschine ausgerechnet in der 1. WM-Partie 1927 gegen die neue Französisch-Revolution (Lb4) die Abtauschvariante wählte und seine 1. Partie überhaupt gegen Aljechin verlor. Entscheidend war hierbei bei einer petite combinaison übrigens das Anfängermotiv "Grundreihenmatt".

    [Event "WM Buenos Aires"]
    [Date "1927.09.16"]
    [Round "1"]
    [Result "0-1"]
    [White "Jose Raul Capablanca"]
    [Black "Alexander Alekhine"]
    [ECO "C01"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. exd5 exd5 5. Bd3 Nc6 6. Ne2
    Nge7 7. O-O Bf5 8. Bxf5 Nxf5 9. Qd3 Qd7 10. Nd1 O-O 11. Ne3
    Nxe3 12. Bxe3 Rfe8 13. Nf4 Bd6 14. Rfe1 Nb4 15. Qb3 Qf5
    16. Rac1 Nxc2 17. Rxc2 Qxf4 18. g3 Qf5 19. Rce2 b6 20. Qb5 h5
    21. h4 Re4 22. Bd2 Rxd4 23. Bc3 Rd3 24. Be5 Rd8 25. Bxd6 Rxd6
    26. Re5 Qf3 27. Rxh5 Qxh5 28. Re8+ Kh7 29. Qxd3+ Qg6 30. Qd1
    Re6 31. Ra8 Re5 32. Rxa7 c5 33. Rd7 Qe6 34. Qd3+ g6 35. Rd8 d4
    36. a4 Re1+ 37. Kg2 Qc6+ 38. f3 Re3 39. Qd1 Qe6 40. g4 Re2+
    41. Kh3 Qe3 42. Qh1 Qf4 43. h5 Rf2 0-1
    Hat der Abtausch 4. exd5, der damals übrigens theoretisch favorisiert wurde, die Weltmeister hinsichtlich französisch verwunschen?
    Capablanca verlor jedenfalls später mit Schwarz gegen seine Vorgänger Lasker (der alte Mann in Moskau!) und Aljechin weitere Partien.

    [Event "Moscow"]
    [Date "1935.02.27"]
    [Round "9"]
    [Result "1-0"]
    [White "Emanuel Lasker"]
    [Black "Jose Raul Capablanca"]
    [ECO "C15"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.Nge2 dxe4 5.a3 Be7 6.Nxe4 Nf6
    7.N2c3 Nbd7 8.Bf4 Nxe4 9.Nxe4 Nf6 10.Bd3 O-O 11.Nxf6+ Bxf6
    12.c3 Qd5 13.Qe2 c6 14.O-O Re8 15.Rad1 Bd7 16.Rfe1 Qa5 17.Qc2
    g6 18.Be5 Bg7 19.h4 Qd8 20.h5 Qg5 21.Bxg7 Kxg7 22.Re5 Qe7
    23.Rde1 Rg8 24.Qc1 Rad8 25.R1e3 Bc8 26.Rh3 Kf8 27.Qh6+ Rg7
    28.hxg6 hxg6 29.Bxg6 Qf6 30.Rg5 Ke7 31.Rf3 Qxf3 32.gxf3 Rdg8
    33.Kf1 Rxg6 34.Rxg6 Rxg6 35.Qh2 Kd7 36.Qf4 f6 37.c4 a6 38.Qh4
    Rg5 39.Qh7+ Kd8 40.Qh8+ Kc7 41.Qxf6 Rf5 42.Qg7+ Bd7 43.Ke2 Kc8
    44.Qh8+ Kc7 45.Qh2+ Kc8 46.Qd6 Rh5 47.Ke3 Rf5 48.Ke4 Rh5
    49.Qf8+ Kc7 50.Qf4+ Kc8 51.Qd6 Rf5 52.Ke3 Rh5 53.Kd3 Rf5
    54.Ke2 Rh5 55.Kd2 Rf5 56.Ke3 Rh5 57.Qf8+ Kc7 58.Qf4+ Kc8
    59.Qd6 Rf5 60.Qg3 Rh5 61.Qg4 Rf5 62.Qg8+ Kc7 63.Qg3+ Kc8
    64.Qg6 1-0

    Mit Weiß waren die amtierenden Weltmeister gegen französisch jedenfalls gefühlt deutlich erfolgreicher als mit französisch. Ist es nur der Weißfaktor oder die Bestimmung als WM gegen "Franz" zu gewinnen und mit ihm zu verlieren?

    Aljechin vernichtete 2x Nimzowitschs Winawer mit Lehrpartien zusätzlich zum erwähnten späteren Sieg gegen Capa (kein Winawer).

    [Event "San Remo"]
    [Date "1930.01.18"]
    [Round "3"]
    [Result "1-0"]
    [White "Alexander Alekhine"]
    [Black "Aron Nimzowitsch"]
    [ECO "C17"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. e5 c5 5. Bd2 Ne7 6. Nb5 Bxd2+
    7. Qxd2 O-O 8. c3 b6 9. f4 Ba6 10. Nf3 Qd7 11. a4 Nbc6 12. b4
    cxb4 13. cxb4 Bb7 14. Nd6 f5 15. a5 Nc8 16. Nxb7 Qxb7 17. a6
    Qf7 18. Bb5 N8e7 19. O-O h6 20. Rfc1 Rfc8 21. Rc2 Qe8 22. Rac1
    Rab8 23. Qe3 Rc7 24. Rc3 Qd7 25. R1c2 Kf8 26. Qc1 Rbc8 27. Ba4
    b5 28. Bxb5 Ke8 29. Ba4 Kd8 30. h4 1-0

    [Event "Bled"]
    [Date "1931.08.30"]
    [Round "6"]
    [Result "1-0"]
    [White "Alexander Alekhine"]
    [Black "Aron Nimzowitsch"]
    [ECO "C15"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. Nge2 dxe4 5. a3 Bxc3+ 6. Nxc3
    f5 7. f3 exf3 8. Qxf3 Qxd4 9. Qg3 Nf6 10. Qxg7 Qe5+ 11. Be2
    Rg8 12. Qh6 Rg6 13. Qh4 Bd7 14. Bg5 Bc6 15. O-O-O Bxg2
    16. Rhe1 Be4 17. Bh5 Nxh5 18. Rd8+ Kf7 19. Qxh5 1-0

    Im WM-Kampf 1935 gegen Euwe zerstörte er dessen Winawer mit Weiß - nur um den Kampf schließlich doch zu verlieren.

    [Event "WM - Amsterdam"]
    [Date "1935.10.08"]
    [Round "3"]
    [Result "1-0"]
    [White "Alexander Alekhine"]
    [Black "Max Euwe"]
    [ECO "C15"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. a3 Bxc3+ 5. bxc3 dxe4 6. Qg4
    Nf6 7. Qxg7 Rg8 8. Qh6 c5 9. Ne2 Nbd7 10. Ng3 Rg6 11. Qe3 Nd5
    12. Qxe4 Nxc3 13. Qd3 Nd5 14. Be2 Qf6 15. c3 cxd4 16. cxd4
    N7b6 17. Bh5 Rg7 18. Bf3 Qg6 19. Be4 f5 20. Bf3 Kf8 21. a4 Rc7
    22. O-O Bd7 23. Ba3+ Kg8 24. a5 Rc3 25. Qb1 Na4 26. Bxd5 exd5
    27. Qxb7 Qc6 28. a6 Nb6 29. Bc5 f4 30. Nf5 Kh8 31. Ne7 Qe6
    32. Bxb6 Bc6 33. Nxc6 Rg8 34. Ne5 Rg7 35. Qb8+ Rc8 36. Ng6+
    Rxg6 37. Qxf4 Qxb6 38. Qe5+ Rg7 39. Qxd5 Rd8 40. Qe5 Qxd4
    41. Qxd4 1-0

    [Event "WM - Utrecht"]
    [Date "1935.10.17"]
    [Round "7"]
    [Result "1-0"]
    [White "Alexander Alekhine"]
    [Black "Max Euwe"]
    [ECO "C15"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. Nge2 dxe4 5. a3 Be7 6. Nxe4
    Nc6 7. g4 b6 8. Bg2 Bb7 9. c3 Nf6 10. N2g3 O-O 11. g5 Nxe4
    12. Nxe4 Kh8 13. Qh5 Qe8 14. Nf6 Bxf6 15. gxf6 gxf6 16. Qh4
    Qd8 17. Bf4 e5 18. Bg3 f5 19. dxe5 Rg8 20. Bf3 Qd3 21. Be2 Qe4
    22. Qxe4 fxe4 23. Bh4 h6 24. O-O-O Rae8 25. Bf6+ Kh7 26. f4
    exf3 27. Bxf3 Na5 28. Bxb7 Nxb7 29. Rd7 Nc5 30. Rxf7+ Kg6
    31. Rxc7 Nd3+ 32. Kb1 Kf5 33. Rd1 Nxe5 34. Rf1+ Ke4 35. Rxa7
    Nc4 36. Rd7 Ke3 37. Re1+ Kf3 38. Rxe8 Rxe8 39. Rd4 Ne3 40. Rh4
    Nf5 41. Rb4 1-0


    [Event "WM - Amsterdam"]
    [Date "1935.10.22"]
    [Round "9"]
    [Result "1-0"]
    [White "Alexander Alekhine"]
    [Black "Max Euwe"]
    [ECO "C15"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. Qg4 Nf6 5. Qxg7 Rg8 6. Qh6 Rg6
    7. Qe3 Nxe4 8. Bd3 f5 9. Ne2 c5 10. Bxe4 fxe4 11. Qh3 Nc6
    12. Qxh7 Qf6 13. Nf4 cxd4 14. Nxg6 dxc3 15. b3 Ne7 16. Nxe7
    Bxe7 17. h4 Qf7 18. Qh8+ Qf8 19. Qxf8+ Kxf8 20. Bg5 e5 21. f3
    exf3 22. gxf3 Ba3 23. f4 Bf5 24. fxe5 Bxc2 25. O-O+ Kg8
    26. Rac1 Bxc1 27. Rxc1 Bf5 28. Rxc3 Rc8 29. Rf3 Rf8 30. Bf6
    Be4 31. Rg3+ Kf7 32. h5 Rc8 33. Rg7+ Ke6 34. h6 d4 35. h7 Rc1+
    36. Kf2 Rc2+ 37. Kg3 Bxh7 38. Rxh7 Rxa2 39. Kf4 b5 40. Ke4
    Re2+ 41. Kxd4 1-0

    Euwe als Weltmeister mit "Franz":

    [Event "Nottingham"]
    [Date "1936.08.20"]
    [Round "9"]
    [Result "1-0"]
    [White "Alexander Alekhine"]
    [Black "Max Euwe"]
    [ECO "C02"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. Nf3 Nc6 5. Bd3 cxd4 6. O-O f6
    7. Bb5 Bd7 8. Bxc6 bxc6 9. Qxd4 fxe5 10. Qxe5 Nf6 11. Bf4 Bc5
    12. Nc3 O-O 13. Bg3 Qe7 14. a3 a5 15. Rfe1 Ra7 16. Na4 Rb7
    17. Qc3 Ba7 18. Qxa5 Ne4 19. Qa6 Be8 20. b4 g5 21. Nc5 Bxc5
    22. bxc5 Nxc5 23. Qe2 Ne4 24. Qe3 Bg6 25. Ne5 c5 26. Nxg6 hxg6
    27. f3 Nxg3 28. hxg3 Kf7 29. a4 Ra8 30. Kf2 Rb2 31. Re2 c4
    32. Rh1 Kg8 33. Qe5 Qa7+ 34. Kf1 Rb1+ 35. Re1 Rxe1+ 36. Kxe1
    Qg7 37. Qxe6+ Kf8 38. Qxd5 Qc3+ 39. Kf2 Re8 40. g4 Qe3+
    41. Kg3 Qf4+ 42. Kh3 Re7 43. Qc5 Qf6 44. g3 Qh8+ 45. Kg2 Qc3
    46. Rh7 Qxc2+ 47. Kh3 Qe2 48. Rxe7 Qxe7 49. Qxc4 Qe1 50. Qc5+
    Kf7 51. Kg2 Qa1 52. Qc2 Kf6 53. Qb3 Ke5 54. Kf2 Kf6 55. Qb6+
    Kg7 56. Qb4 Qh1 57. Qe1 Qh2+ 58. Ke3 Kh7 59. a5 Qa2 60. Qd2
    Qa1 61. Ke2 Kh6 62. f4 gxf4 63. gxf4 Qa4 64. Kf2 Kh7 65. g5
    Qa3 66. Qd7+ Kh8 67. Qc8+ Kh7 68. Qc7+ Kh8 69. Ke2 Qa2+
    70. Ke3 Qb3+ 71. Kd4 Qb4+ 72. Kd5 Qb5+ 73. Kd4 Qa6 74. Qb6 Qc8
    75. Qd6 Qc2 76. a6 Qd2+ 77. Ke5 Qc3+ 78. Ke6 Qc8+ 79. Ke7 Kh7
    80. Qd7 Qc3 81. Ke6+ 1-0

    Mit dieser Niederlage und der unglücklich-überflüssigen gegen Lasker verpaßte Euwe hauchdünn als amtierender Weltmeister den Sieg im legendären Turnier der Weltmeister von 1936. Es fehlte nur ... Steinitz beim Sieg von Capa und dem künftigen WM Botwinnik, der ebenso wie Fine unbesiegt blieb.

    Gegen seinen guten Kunden Bogoljubow war Aljechin sehr erfolgreich. Erstaunlicherweise weniger, wenn er mit Schwarz französisch anbot.

    Exemplarisch:

    [Event "Bad Nauheim-Stuttgart-Garmisch"]
    [Date "1937.07.22"]
    [Round "4"]
    [Result "1-0"]
    [White "Efim Bogoljubov"]
    [Black "Alexander Alekhine"]
    [ECO "C17"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. e5 c5 5. dxc5 Nc6 6. Nf3 f6
    7. Bb5 Bxc5 8. O-O Bd7 9. Re1 fxe5 10. Nxe5 Nxe5 11. Rxe5 Bxb5
    12. Nxb5 Nf6 13. Rxe6+ Kf7 14. Rxf6+ gxf6 15. Qh5+ Kg8 16. Bh6
    Qd7 17. Nc7 Qf7 18. Qh3 Rb8 19. Re1 Rd8 20. Nxd5 Rxd5 21. Qg4+
    Rg5 22. Qc8+ Bf8 23. Bxf8 h5 24. f4 Kh7 1-0

    Aljechins Nachfolger, der letztliche Patriarch des sowjetischen Schachs Botwinnik, setzte die französische Revolution in eine eigene schachliche Oktoberrevolution um.
    Mit ihm brachen sich die revolutionären Gedanken eines Nimzowitsch zu (Doppel)bauernstrukturen endgültig ihren Weg in die Schachwelt. Das geteilte Deutschland wurde in seinem östlichen Teil über Jahrzehnte hinweg französisch geprägt oder gar dominiert. Das galt für das Nahschach ebenso wie für das Fernschach in der Spitze wie in der Breite.
    Horst Rittner, Chefredakteur von Schach und Funktionär in Sachen Schach, wurde 1971 Fernschachweltmeister. Sein Winawer blieb unbesiegt und holte 2 wichtige Siege.
    Die Konzentration der Analysekraft eines Verbands auf bestimmte Gebiete zeigte hier seinen titelmäßig größten Erfolg, auch wenn die Karriere und das Schach-Credo ("Ein Leben lang französisch") des Aushängeschilds GM Wolfgang Uhlmann noch herausragender ist.

    Zurück zu Botwinnik.
    Seine Niederlagen mit französisch gingen in die Schachgeschichte ein (gegen Alexander scheint es erst die 3. offizielle Niederlage mit "Franz" gewesen zu sein) und "bewegten" die Theorie.
    Aus seiner Niederlage im Radiomatch gegen den Engländer Alexander wurde geschlossen, daß die schwarze Dame im Winawer früh auf a5 nichts zu suchen habe und ihr angestammter Platz auf c7 sei.
    Eine gewiss strittige Auffassung, die aber trendsettend wurde. Zur "Geheimvariante" 6 ... Da5 irgendwann einmal...

    [Event "URS-BCF"]
    [Date "1946.??.??"]
    [Result "1-0"]
    [White "C H Alexander"]
    [Black "Mikhail Botvinnik"]
    [ECO "C18"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 c5 5.a3 Bxc3+ 6.bxc3 Ne7 7.Qg4
    cxd4 8.Qxg7 Rg8 9.Qxh7 Qa5 10.Rb1 Qxc3+ 11.Bd2 Qc7 12.f4 Nbc6
    13.Nf3 Bd7 14.Ng5 Rxg5 15.fxg5 O-O-O 16.Qxf7 Qxe5+ 17.Kd1 Nf5
    18.g6 Ne3+ 19.Kc1 Qe4 20.Bd3 Qxg2 21.Re1 Ne5 22.Qf4 Nf3 23.Re2
    Qh3 24.Bxe3 e5 25.Qf7 dxe3 26.g7 Qg4 27.h3 Qg1+ 28.Kb2 Qg3
    29.Bg6 Nd4 30.g8=Q Rxg8 31.Qxg8+ Kc7 32.Qh7 Kd6 33.Bd3 e4
    34.Qh6+ Kc7 35.Rxe3 Qe5 36.Ka2 Nf5 37.Qg5 Be6 38.Be2 d4
    39.Reb3 b6 40.Qd2 d3 41.Bg4 1-0
    Auf dem Wege zum Titel gewann Botwinnik mit französisch gegen Reshevsky, der als gößter Konkurrent galt.


    [Event "WM Hague/Moscow"]
    [Date "1948.05.03"]
    [Round "19?"]
    [Result "0-1"]
    [White "Samuel Reshevsky"]
    [Black "Mikhail Botvinnik"]
    [ECO "C18"]

    1.d4 e6 2.e4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 c5 5.a3 Bxc3+ 6.bxc3 Qc7 7.Qg4
    f5 8.Qg3 cxd4 9.cxd4 Ne7 10.Bd2 O-O 11.Bd3 b6 12.Ne2 Ba6
    13.Nf4 Qd7 14.Bxa6 Nxa6 15.Qd3 Nb8 16.h4 Nbc6 17.Rh3 Rac8
    18.Rg3 Kh8 19.h5 Rf7 20.h6 g6 21.Rc1 Rff8 22.Ne2 Nb8 23.Kf1
    Rc4 24.Kg1 Nbc6 25.Bg5 Ng8 26.Re1 Qf7 27.c3 Na5 28.Nf4 Rc6
    29.Bf6+ Nxf6 30.exf6 Nc4 31.Qb1 Qxf6 32.a4 g5 33.Nd3 f4 34.Rh3
    g4 35.Rh1 Rc7 36.Qd1 Qg6 37.Rh4 f3 38.g3 Rcf7 39.Nf4 Rxf4
    40.gxf4 Rxf4 41.Qb1 Rf5 42.Qd3 g3 43.Qf1 gxf2 44.Kxf2 Rg5
    45.Qh3 Rg2+ 46.Kxf3 Nd2+ 47.Ke3 Rg3+ 0-1
    Als Weltmeister hatte Botwinnik mit "Franz" einen schwierigeren Stand - in den Titelverteidigungen gegen Smyslov und Tal, aber auch "nebenher" gegen Wolfgang Unzicker, der einmal den Pfosten (1954, da traf D-Land gut zwischen die Pfosten) und einmal das Tor in ebenfalls denkwürdigen Partien traf.

    [Event "Amsterdam ol final"]
    [Date "1954.09.22"]
    [Round "9.1"]
    [Result "1/2-1/2"]
    [White "Wolfgang Unzicker"]
    [Black "Mikhail Botvinnik"]
    [ECO "C18"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 c5 5.a3 Ba5 6.b4 cxd4 7.Qg4 Kf8
    8.bxa5 dxc3 9.Nf3 Ne7 10.Bd3 Nd7 11.Qb4 Qc7 12.O-O Nc5 13.Qxc3
    Bd7 14.a4 Rc8 15.Ba3 Nxd3 16.Qxc7 Rxc7 17.cxd3 f6 18.Rfc1
    Rxc1+ 19.Rxc1 Kf7 20.Rc7 Rd8 21.Bxe7 Kxe7 22.Rxb7 Rc8 23.Kf1
    a6 24.Ra7 Rc2 25.Rxa6 Ra2 26.Ra7 Rxa4 27.Ke2 d4 28.Nd2 Ra2
    29.Kd1 Kd8 30.exf6 gxf6 31.Ne4 Bc6 32.Nc5 Bd5 33.a6 Ra1+
    34.Kc2 Ra3 35.Kb2 Ra2+ 36.Kb1 Ra5 37.Nb7+ Bxb7 38.axb7 Rb5+
    39.Kc2 Kc7 40.b8=Q+ Kxb8 41.Rxh7 Kc8 42.Re7 Re5 43.Kd2 Kd8
    44.Rf7 Rf5 45.Ke2 Ke8 46.Ra7 Re5+ 47.Kf1 Rb5 48.h4 f5 49.g3
    Kf8 50.Rd7 e5 51.Kg2 Kg8 52.h5 Ra5 53.h6 Rb5 54.Rg7+ Kh8
    55.Re7 Ra5 56.Kf3 Rd5 57.g4 e4 58.dxe4 fxg4 59.Ke2 d3 60.Kd2
    Rd4 61.Re8+ Kh7 62.Re6 Ra4 63.Kxd3 Ra3+ 64.Ke2 Rf3 65.e5 Rf5
    66.Ke1 Rf4 67.Rf6 Re4+ 68.Kf1 Rxe5 69.Kg2 Ra5 70.Kg3 Rg5
    71.Kh4 Rg8 72.Kh5 g3 1/2-1/2

    [Site "Oberhausen"]
    [Date "1961.06.25"]
    [Round "5.1"]
    [Result "1-0"]
    [White "Wolfgang Unzicker"]
    [Black "Mikhail Botvinnik"]
    [ECO "C18"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 c5 5.a3 Bxc3+ 6.bxc3 Qc7 7.Nf3
    Ne7 8.Bd3 Bd7 9.a4 Nbc6 10.Qd2 h6 11.O-O c4 12.Be2 a5 13.Ba3
    Na7 14.g3 Nac8 15.Nh4 Qd8 16.f4 Nf5 17.Nxf5 exf5 18.Bf3 Be6
    19.Rfb1 b6 20.Qg2 Ra7 21.Rb5 Rd7 22.g4 Ne7 23.Bxe7 Kxe7 24.Kh1
    g6 25.Rab1 Kf8 26.gxf5 Bxf5 27.Bxd5 Qh4 28.Be4 Qxf4 29.Bxf5
    gxf5 30.Rxb6 Ke7 31.e6 1-0

    Es scheint ganz so, als hätte Botwinnik mit seiner überragenden Schwarzbilanz noch als Herausforderer als Weltmeister in den Titelkämpfen ein klares Französisch-Minus erzielt.

    Fast schon Mythen ranken sich um die 1. Partie des WM-Kampfes 1960 gegen Mikhail Tal.

    [Site " WM Moscow"]
    [Date "1960.03.15"]
    [Round "1"]
    [Result "1-0"]
    [White "Mikhail Tal"]
    [Black "Mikhail Botvinnik"]
    [ECO "C18"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 c5 5.a3 Bxc3+ 6.bxc3 Qc7 7.Qg4
    f5 8.Qg3 Ne7 9.Qxg7 Rg8 10.Qxh7 cxd4 11.Kd1 Bd7 12.Qh5+ Ng6
    13.Ne2 d3 14.cxd3 Ba4+ 15.Ke1 Qxe5 16.Bg5 Nc6 17.d4 Qc7 18.h4
    e5 19.Rh3 Qf7 20.dxe5 Ncxe5 21.Re3 Kd7 22.Rb1 b6 23.Nf4 Rae8
    24.Rb4 Bc6 25.Qd1 Nxf4 26.Rxf4 Ng6 27.Rd4 Rxe3+ 28.fxe3 Kc7
    29.c4 dxc4 30.Bxc4 Qg7 31.Bxg8 Qxg8 32.h5 1-0
    Botwinnik verlor den Winawer und den WM-Kampf und trotz seines Comebacks mit "Caro-Kann" 1961 war klar, daß er dem Ansturm der Jüngeren (Keres *1916 ...Smyslov, Tal, Petrosjan, Korchnoi, Spassky) nicht ewig widerstehen kann.

    Smyslow entging dem Schwarz-Fluch eines Weltmeisters mit französisch recht geschickt. Zunächst reichte er den Titel kurzerhand zurück an Botwinnik und spielte selbst nur sehr sporadisch "Franz" und auch erst in späteren Jahren.

    Für den Schachkometen Tal hielt der Franz-Fluch besonderen Schabernack bereit.
    Er spielte als junger Meister für seine sonstigen Erfolge unglücklich und erfolglos die Verteidigung des Patriarchen. Mit Weiß dagegen war er in seinem Element.
    Das Schicksal - mit Schwarz als amtierender Weltmeister eine Glanzpartie mit "Franz" zu verlieren - forderte aber auch er heraus. Ausgerechnet im kalten Krieg gegen den jungen gefährlichen Vertreter des Klassenfeindes wagte Mischa gegen Bobby die Leipziger Völkerschlacht.
    Und Caissa hatte ein Einsehen, setzte ob des Gemetzels auf dem Brett und der schon zu Jugendzeiten geleisteten Französisch-Bußen des jungen Weltmeisters gegen seinen noch jüngeren Konkurrenten den Fluch aus und ließ die Partie im Dauerschach friedlich auf deutschem Boden im Kalten Krieg enden.
    Caissa besitzt weltpolitisches Fingerspitzengefühl...

    [Event "Leipzig Olympiad Final"]
    [Date "1960.11.01"]
    [Round "5"]
    [Result "1/2-1/2"]
    [White "Robert James Fischer"]
    [Black "Mikhail Tal"]
    [ECO "C18"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. e5 c5 5. a3 Ba5 6. b4 cxd4
    7. Qg4 Ne7 8. bxa5 dxc3 9. Qxg7 Rg8 10. Qxh7 Nbc6 11. Nf3 Qc7
    12. Bb5 Bd7 13. O-O O-O-O 14. Bg5 Nxe5 15. Nxe5 Bxb5 16. Nxf7
    Bxf1 17. Nxd8 Rxg5 18. Nxe6 Rxg2+ 19. Kh1 Qe5 20. Rxf1 Qxe6
    21. Kxg2 Qg4+ 1/2-1/2

    Sehenswert das Foto aus dem Sportverlagbuch zur Olympiade hier:

    http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1008399

    In seiner weiteren Karriere ritt der Lette Tal auf den weißen Rössern gegen die Franzosen und fügte ihnen noch manche heftige Schlachtenniederlage zu (u. a. gegen 1-0 Uhlmann in rund 20 Zügen!).

    Skeptisch und mißtrauisch geworden von Caissas Launen setzten Botwinnik und der neue Weltmeister Petrosjan französisch und 1. e2-e4 erst einmal aus und läuteten damit den Schwanengesang für "Franz" in der allerhöchsten Liga ein.

    Petrosjan erweiterte das Winawerspektrum um die auf den ersten Blick schwerer verständlichen Fortsetzungen 4... b6 und 4. ... Dd7, die zu positioniellen Lavierkämpfen hiner verschachtelten Bauernketten führen können.
    Weil Petrosjan seinen Französisch-Tribut als Schwarzer noch nicht entrichtet hatte, durfte er als Weltmeister mit "Franz" gegen Spassky, Geller und Stein verlieren.
    Insbesondere die Partie gegen Stein trat wieder die Runde durch die Schachzeitschriften an.

    Okay gegen Stein hat er auf dem Wege zum WM so verloren:

    [Event "USSR Championship 1961a"]
    [Site "Moscow (RUS)"]
    [Date "1961.01.19"]
    [Round "6"]
    [Result "1-0"]
    [White "Leonid Stein"]
    [Black "Petrosian"]
    [ECO "C18"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. e5 Ne7 5. a3 Bxc3+ 6. bxc3 c5
    7. Qg4 Nf5 8. Bd3 h5 9. Qf4 Nc6 10. Ne2 Nce7 11. Ng3 Ng6
    12. Qd2 Bd7 13. Rb1 Rb8 14. O-O c4 15. Be2 Nxg3 16. fxg3 h4
    17. Bg4 hxg3 18. hxg3 Qe7 19. a4 Bxa4 20. Ra1 b5 21. Ba3 Qd7
    22. Rf2 Rb7 23. Raf1 Qd8 24. Qd1 Rh6 25. Bc1 Rh7 26. Bxe6 1-0

    Wahrscheinlich gabs deshalb bei der WM 1963 kein 1. e2-e4.
    Beide Kontrahenten hatten genug davon, daß ihr "Franz" sie zuletzt häufiger versetzte.


    [Site "Moscow Spartakiad"]
    [Date "1963.??.??"]
    [Result "1-0"]
    [White "Efim Geller"]
    [Black "Petrosian"]
    [ECO "C16"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 b6 5.Nf3 Qd7 6.Bd2 Bf8 7.a4 Nc6
    8.Be2 Nge7 9.O-O f6 10.Re1 fxe5 11.Bb5 Ng6 12.Nxe5 Ngxe5
    13.Rxe5 a6 14.Bxc6 Qxc6 15.Nxd5 Bd7 16.Bg5 Bd6 17.Qh5+ Kf8
    18.Qf3+ Kg8 19.Rxe6 Rf8 20.Ne7+ Bxe7 21.Qxc6 Bxc6 22.Rxe7 Rf7
    23.Rae1 Bxa4 24.b3 Bc6 25.R1e6 Bd5 26.Re8+ Rf8 27.R6e7+ h6
    28.Rxf8+ Kxf8 29.Rxc7 Kg8 30.Bf4 g5 31.Be5 Rh7 32.Rc8+ Kf7
    33.c4 Bb7 34.Rd8 Ke6 35.Rd6+ Kf5 36.f3 g4 37.Rf6+ Kg5 38.f4
    Kh5 39.Rxb6 Be4 40.Kf2 Rb7 41.Rxb7 Bxb7 42.d5 1-0

    Diese Partie, Spasskys Ausgleich, brachte Petrosjan fast um den Titel:

    [Event "WM Moscow"]
    [Date "1966.05.27"]
    [Round "19"]
    [Result "1-0"]
    [White "Boris Spassky"]
    [Black "Petrosian"]
    [ECO "C11"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Nf6 4. e5 Nfd7 5. Nf3 c5 6. dxc5 Nc6
    7. Bf4 Bxc5 8. Bd3 f6 9. exf6 Nxf6 10. O-O O-O 11. Ne5 Bd7
    12. Nxc6 Bxc6 13. Qe2 Qe7 14. Rae1 Rae8 15. Bg3 a6 16. a3 Qf7
    17. b4 Bd4 18. Be5 Bxe5 19. Qxe5 Nd7 20. Qg3 e5 21. f3 Qf4
    22. Qxf4 Rxf4 23. Rf2 g6 24. Rd2 Nb6 25. Rde2 Nd7 26. Nd1 b5
    27. c3 Rf7 28. Bc2 Kg7 29. Bb3 h5 30. Ne3 Nb6 31. Nc2 Nd7
    32. Re3 h4 33. h3 Rf6 34. Nd4 Bb7 35. a4 Rd8 36. Ne2 bxa4
    37. Bxa4 Nb6 38. Bb3 e4 39. Nd4 Kh6 40. Rd1 Rc8 41. fxe4 dxe4
    42. Ne6 Nc4 43. Bxc4 Rxc4 44. Nc5 Rf7 45. Ra1 Kg5 46. Ra5 Kf4
    47. Kf2 Bd5 48. Nb3 Ke5+ 49. Ke2 Rc6 50. Nd2 Ke6 51. Nxe4 Bc4+
    52. Kd2 Rd7+ 53. Kc2 Kf7 54. Re5 Kg7 55. Nd2 Bb5 56. Nf3 Ba4+
    57. Kb2 Rd1 58. R5e4 Rf1 59. Re1 Rxe1 60. Rxe1 Rf6 61. Re4 g5
    62. Nxg5 Rf2+ 63. Ka3 Bc6 64. Rxh4 Bxg2 65. Ne4 Re2 66. Nc5
    Bf1 67. Rf4 Re1 68. h4 1-0

    Der Kandidat Spassky überraschte Geller mit "Franz", doch ließ er dies nicht zur Regel werden. Als Weltmeister gab er der launenhaften Caissa mit ihrem Fluch keine Chance und wurde trotzdem bestraft - schließlich hatte er schon mal "Franz" mit Schwarz gespielt.
    Er verlor gegen Bobby Fischer klar und deutlich und hätte vllt gerade mit "Franz" gegen den Amerikaner etwas besser ausgesehen (siehe Statistik von Bobby versus "Franz").

    Mit Bobby Fischer und seiner totalen Weigerung "Franz" im nächsten Match gegen den neuen 1.e4-Herausforderer Tolja Karpow zu spielen wurde "Franz" weiter boykottiert und durfte sich zukünftig nur noch auf Kandidatenebene austoben.

    Viktor Kortschnoi, ein großer und ebenfalls lebenslanger Mentor des "Franz", hielt mit diesem 1974 in einigen Franz-Seeschlangen Tolja Karpow (= noch kein Winawer zulassend!) auf Remisdistanz und trug mit Boris Spassky ein episches Winawerduell in Belgrad 1977/1978 aus.
    Dieser Wettkampf lieferte in vielen Dingen einen Vorgeschmack auf den Titelkampf von Baguio und verdient eine gesonderte Betrachtung.

    Vorab:

    [Event "Candidates Final Match"]
    [Site "Belgrad"]
    [Date "1977.11.23"]
    [Round "2"]
    [Result "0-1"]
    [White "Boris Spassky"]
    [Black "Viktor Korchnoi"]
    [ECO "C18"]
    [WhiteElo "2610"]
    [BlackElo "2645"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. e5 c5 5. a3 Bxc3+ 6. bxc3 Ne7
    7. Qg4 cxd4 8. Qxg7 Rg8 9. Qxh7 Qc7 10. Ne2 Nbc6 11. f4 Bd7
    12. Qd3 dxc3 13. Be3 d4 14. Bf2 O-O-O 15. Nxd4 Nxd4 16. Qxd4
    b6 17. Bh4 Bb5 18. Qe4 Bxf1 19. Rxf1 Rd5 20. Bxe7 Qxe7 21. Rf3
    Kb8 22. Kf1 Rd2 23. Rf2 Rgd8 24. Qf3 Rxf2+ 25. Kxf2 Rd2+
    26. Kg3 Qd8 27. Qe4 Qg8+ 28. Kh3 Qh8+ 29. Kg3 Qg7+ 30. Kh3 Rd8
    31. g4 Rh8+ 32. Kg3 Qh6 33. Qg2 Qh4+ 34. Kf3 Rd8 35. Qg3 Qe7
    36. g5 Rd2 37. Kg4 Qb7 38. Qxc3 Rg2+ 39. Kh3 Rf2 40. Kg4 Qe4
    0-1


    [Event "Candidates Final Match"]
    [Site "Belgrad"]
    [Date "1977.12.12"]
    [Round "8"]
    [Result "0-1"]
    [White "Boris Spassky"]
    [Black "Viktor Korchnoi"]
    [ECO "C19"]
    [WhiteElo "2610"]
    [BlackElo "2645"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. e5 c5 5. a3 Bxc3+ 6. bxc3 Ne7
    7. Nf3 Bd7 8. dxc5 Qc7 9. Bd3 Ba4 10. O-O Nd7 11. Nd4 Nxc5
    12. Bb5+ Bxb5 13. Nxb5 Qxe5 14. Re1 Ne4 15. f3 a6 16. Nd4 Nxc3
    17. Qd2 Qc7 18. a4 Rc8 19. Bb2 b5 20. Bxc3 Qxc3 21. Qxc3 Rxc3
    22. axb5 axb5 23. Nxb5 Rxc2 24. Nd6+ Kd7 25. Nxf7 Rb8 26. Ra7+
    Ke8 27. Ne5 Rbb2 28. Ra8+ Nc8 29. Nd3 Rb6 30. h4 Kd7 31. Ra4
    Kd6 32. Rg4 Rd2 33. Nf4 e5 34. Nh5 g6 35. Nf6 Rb7 36. Ne8+ Kd7
    37. Rxe5 Rb1+ 38. Kh2 Ne7 39. Ra4 Nc6 40. Nf6+ Kd6 41. Rg5 Rb7
    42. Ra6 Rf7 43. Nxh7 Kc5 44. Rxg6 Ne5 45. Ng5 Nxg6 46. Rxg6
    Ra7 47. h5 Rda2 48. f4 d4 49. h6 d3 50. Rg8 R2a6 51. h7 Rxh7+
    52. Kg3 Rd7 53. Rc8+ Kb4 54. Rb8+ Ka3 55. Ne4 d2 56. Nxd2 Rxd2
    57. Rg8 Kb4 58. Kf3 Kc5 59. g3 Ra3+ 60. Ke4 Re2+ 61. Kf5 Kd6
    62. g4 Ra5+ 63. Kg6 Re6+ 64. Kh7 Ra7+ 65. Rg7 Rxg7+ 66. Kxg7
    Re4 0-1


    [Event "Candidates Final Match"]
    [Site "Belgrad"]
    [Date "1977.12.16"]
    [Round "10"]
    [Result "0-1"]
    [White "Boris Spassky"]
    [Black "Viktor Korchnoi"]
    [ECO "C19"]
    [WhiteElo "2610"]
    [BlackElo "2645"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. e5 c5 5. a3 Bxc3+ 6. bxc3 Ne7
    7. Nf3 Bd7 8. dxc5 Qc7 9. Bd3 Ba4 10. Rb1 Nd7 11. Rb4 Bc6
    12. O-O Nxc5 13. Rg4 Ng6 14. Nd4 O-O-O 15. f4 Bd7 16. Rg3 Kb8
    17. Qe1 Ka8 18. h4 Nxd3 19. cxd3 h5 20. Be3 Rde8 21. a4 Rh7
    22. Rg5 Ne7 23. Bf2 g6 24. Qa1 Rc8 25. Rc1 Rhh8 26. a5 Nf5
    27. c4 Ne7 28. Rg3 Rhd8 29. Rf3 Qb8 30. Qa3 Nf5 31. Nxf5 gxf5
    32. Bc5 Rc6 33. cxd5 exd5 34. d4 Rg8 35. Rb1 Ra6 36. Qb4 Bc6
    37. Rc3 Qd8 38. g3 Qxa5 39. Qb2 Qa2 40. Qc1 Qe2 41. Re3 Qg4
    42. Kh2 Ra2+ 43. Rb2 Ra4 44. Rg2 Bb5 45. Ra3 Ra6 46. Rxa6 Bxa6
    47. Qa3 Rc8 48. Ra2 Qd1 49. Qb2 Qf1 50. Qb3 Qc4 51. Qa3 b6
    52. Qxa6 Qxa6 53. Rxa6 Kb7 54. Ra1 bxc5 55. Rb1+ Kc6 56. dxc5
    Ra8 57. g4 fxg4 58. Kg3 a5 59. f5 a4 60. Kf4 a3 61. Kg5 a2
    62. Ra1 Kxc5 63. Kf6 Kd4 64. Kxf7 Kxe5 65. f6 Kd4 0-1

    [Event "Candidates Final Match"]
    [Site "Belgrad"]
    [Date "1977.12.26"]
    [Round "12"]
    [Result "1-0"]
    [White "Boris Spassky"]
    [Black "Viktor Korchnoi"]
    [ECO "C18"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. e5 c5 5. a3 Bxc3+ 6. bxc3 Ne7
    7. Qg4 cxd4 8. cxd4 Qc7 9. Kd1 O-O 10. Nf3 f6 11. Bd3 Nf5
    12. Qh3 Nc6 13. g4 fxe5 14. dxe5 Nxe5 15. Nxe5 Qxe5 16. Rb1
    Nh6 17. Re1 Qc7 18. Bxh6 gxh6 19. g5 e5 20. Qg3 h5 21. Rxe5
    Bg4+ 22. Kc1 Qg7 23. Qe3 Rf3 24. Qd4 Rd8 25. Rb4 b6 26. Be4
    Rxf2 27. h3 Rf1+ 28. Kb2 Bxh3 29. Bxd5+ Kh8 30. Qc3 Rff8
    31. Bb3 Bf5 32. Rf4 Rc8 33. Bc4 Bg6 34. Rf6 Rfe8 35. Rd5 Rc7
    36. Qd4 h4 37. Bb3 h3 38. Qh4 Bf7 39. Rd2 Bxb3 40. cxb3 Rc5
    1-0


    Sie hatten auch noch "Franz"-Remispartien und einen Vorstoß-Franzosen, den der Sieger gewann. Viktor natürlich, logisch bei dem Vornamen.

    Karpow hatte inzwischen seinen WM-Franztribut gegen Geller mit einem spektakulären Damenopfer gegen einen Bauern in der Landesmeisterschaft 1976 entrichtet und durfte trotzdem zum 1. Mal auch Landesmeister werden. Caissa Launen eben.

    [Event "USSR Championship"]
    [Site "Moscow URS"]
    [Date "1976.11.29"]
    [Round "3"]
    [Result "1-0"]
    [White "Efim Geller"]
    [Black "Anatoly Karpov"]
    [ECO "C16"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 Qd7 5.Nf3 b6 6.Bd2 Ba6 7.Bxa6
    Nxa6 8.O-O Nb8 9.Ne2 Be7 10.Rc1 b5 11.Nf4 h5 12.b3 Ba3 13.Rb1
    a5 14.c4 c6 15.c5 Bb4 16.Bc1 a4 17.Nd3 Ba5 18.bxa4 bxa4
    19.Qxa4 Qa7 20.Bg5 Bc7 21.Rxb8+ Qxb8 22.Qxc6+ Kf8 23.Nf4 Ra7
    24.Nh4 Qe8 25.Qxe6 fxe6 26.Nfg6+ Qxg6 27.Nxg6+ Ke8 28.Nxh8 Ra4
    29.Rd1 Ne7 30.Bxe7 Kxe7 31.Ng6+ Kf7 32.Nf4 Bxe5 33.dxe5 Rxf4
    34.Rc1 Ke8 35.c6 Kd8 36.c7 Kc8 37.g3 Ra4 38.Rc6 Rxa2 39.Rxe6
    g5 40.Rd6 Rd2 41.e6 Kxc7 42.e7 1-0

    Im WM-Kampf wurde dann Kortschnoi für seine jahrelange Französischliebe bestraft.
    Er spielte es ... zu selten, 2x, verlor nicht, dafür aber den offenen Spanier.
    Schicksal. Caissa und "Franz" sind schon etwas tückisch.

    Hat Kortschnoi jemals einen Franzosen gegen Karpow verloren? Hat er ihn so sehr geliebt, daß er ihn 1978 später vor Karpow (und Uhlmann) weitgehend versteckte, damit er mit seiner Liebe nie verliert?

    Es sieht fast aus; denn 1980/81 kam Viktor der Schreckliche dank und mit "Franz" gegen den deutschen Großmeister Dr. Robert Huebner - ebenfalls ein Mentor des "Franz" wieder in die Erfolgsspur und zum Match gegen Karpow.

    Die Partie, die wohl verhinderte, daß ein Schachboom in Deutschland grenzenlos geworden wäre:

    [Event "Candidates Final Meran"]
    [Date "1980.??.??"]
    [Round "07"]
    [Result "0-1"]
    [White "Robert Huebner"]
    [Black "Viktor Korchnoi"]
    [ECO "C07"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nd2 c5 4. exd5 exd5 5. Bb5+ Nc6 6. Ngf3
    cxd4 7. Qe2+ Qe7 8. Nxd4 Qxe2+ 9. Kxe2 Bd7 10. N2f3 Nf6
    11. Re1 Nxd4+ 12. Nxd4 O-O-O 13. Bd3 Bc5 14. c3 Rde8+ 15. Kf1
    Rxe1+ 16. Kxe1 Ng4 17. Bf4 f6 18. Rd1 Ne5 19. Bc2 Bxd4
    20. Rxd4 Be6 21. f3 h6 22. Kf2 Rd8 23. Rd1 Kd7 24. Re1 Nc4
    25. h4 a6 26. Bg6 Rc8 27. g4 Rc6 28. Re2 b5 29. h5 a5 30. Bd3
    Rb6 31. b3 Nd6 32. Rc2 Nf7 33. Be2 Ne5 34. Rd2 Kc6 35. Kg3 Rb7
    36. Be3 Nf7 37. Bd4 Rb8 38. Bf1 Kc7 39. Kf4 Nd8 40. Bd3 Bd7
    41. Kg3 Ne6 42. Bf2 a4 43. Bc2 axb3 44. axb3 Kd6 45. Be4 Bc6
    46. Be3 Ra8 47. c4 bxc4 48. bxc4 d4 49. Bxd4 Bxe4 50. Bxf6+
    Kc5 51. Be7+ Kxc4 52. fxe4 Ra7 53. Bd6 Ng5 54. Kf4 Rf7+
    55. Ke3 Rf3+ 56. Ke2 Rf7 57. Be5 Nf3 58. Rc2+ Kb5 59. Ba1 Nh2
    60. Kd3 Nxg4 61. Rg2 Rf3+ 62. Kd4 Rf4 63. Kd5 Ne3+ 0-1

    Und in diesem Match 1981 verlor er sang- und klanglos trotz interessantem offenen Spanier, aber gänzlich ohne "Franz".
    So blieben "Franz" und Viktor gegen Tolja auf diesem Gebiet eben unbesiegt aber auch nicht Weltmeister aller Klassen.
    Doch Caissa holte sich sich von Viktor ihren Tribut, indem sie Garri später mit dem Ursprungsabtauschfranzosen gewinnen ließ.
    Als wäre der Strafe nicht genug gewesen.

    [Event "Tilburg"]
    [Date "1991.??.??"]
    [Round "2"]
    [Result "1-0"]
    [White "Garry Kasparov"]
    [Black "Viktor Korchnoi"]
    [ECO "C01"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.exd5 exd5 4.Nf3 Nf6 5.Bd3 c5 6.O-O c4 7.Re1+
    Be7 8.Bf1 O-O 9.Bg5 Bg4 10.h3 Bxf3 11.Qxf3 Nc6 12.c3 Qd7
    13.Nd2 Rae8 14.b3 b5 15.bxc4 bxc4 16.Rab1 Bd8 17.h4 Rxe1
    18.Rxe1 Re8 19.Rb1 h6 20.Bxf6 Bxf6 21.g3 Ne7 22.Qd1 g5 23.hxg5
    hxg5 24.Bg2 g4 25.Nf1 Bg5 26.Rb2 Kg7 27.Qb1 Rc8 28.Re2 Rc6
    29.Re5 f6 30.Re2 Rb6 31.Qd1 Nf5 32.Re1 Nh6 33.Qe2 Kf7 34.f4
    gxf3 35.Qxf3 Rd6 36.Re5 Kg7 37.Rxd5 Rxd5 38.Qxd5 Qa4 39.Qb7+
    Kg6 40.Bc6 Qa5 41.Be8+ Kf5 42.Qh7+ Kg4 43.Qe4+ Kh3 44.Bd7+ f5
    45.Qg2+ 1-0

    "Franz" tauchte später wieder in den Vorkämpfen auf und brachte Rafael Vaganian und Artur Jussupow letztlich nicht den Matcherfolg, obwohl "Franz" durchaus" zu erstrahlen wußte.

    [Event "Candidates Match Minsk"]
    [Date "1986.01.??"]
    [Round "2"]
    [Result "1-0"]
    [White "Andrei Sokolov"]
    [Black "Rafael Vaganian"]
    [ECO "C18"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 c5 5.a3 Ba5 6.Bd2 Nc6 7.Nb5
    Nxd4 8.Nxd4 Bxd2+ 9.Qxd2 cxd4 10.Qxd4 Ne7 11.Nf3 O-O 12.Bd3
    Nc6 13.Qe3 Qb6 14.Qxb6 axb6 15.O-O Rd8 16.Rfe1 Kf8 17.h4 h6
    18.Nd2 Ra4 19.g3 Bd7 20.f4 Nd4 21.c3 Bb5 22.Bb1 Nc6 23.Bc2
    Raa8 24.a4 Ba6 25.b4 b5 26.Reb1 Rac8 27.Bd3 Na7 28.Ra3 Rc7
    29.a5 d4 30.cxd4 Rxd4 31.Nf3 Rd8 32.Kf2 Nc8 33.Be4 f5 34.exf6
    gxf6 35.Re1 Rc4 36.Rb3 b6 37.Bb1 Rd6 38.Rb2 bxa5 39.bxa5 Ra4
    40.Ba2 Rxa5 41.Bxe6 Bb7 42.h5 Bxf3 43.Kxf3 Ne7 44.Kg4 Rb6
    45.Rd2 Ra7 46.Rd8+ Kg7 47.Bb3 Rbb7 48.Re8 b4 49.Kh3 Rc7 50.f5
    Kh7 51.Rf8 Rc3 52.Rf7+ Kh8 53.Rf8+ Kh7 54.Rf7+ Kh8 55.Rd1 Ra8
    56.Rxe7 Rxb3 57.Rdd7 Rb1 58.Rh7+ Kg8 59.Rdg7+ Kf8 60.Rb7 Kg8
    61.Rxh6 Rf8 62.Rhh7 Rb8 63.Rbg7+ Kf8 64.Ra7 Kg8 65.h6 1-0

    [Event " Candidates Match Minsk"]
    [Date "1986.01.??"]
    [Round "4"]
    [Result "1-0"]
    [White "Andrei Sokolov"]
    [Black "Rafael Vaganian"]
    [ECO "C18"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 c5 5.a3 Ba5 6.Bd2 cxd4 7.Nb5
    Nc6 8.Nf3 f6 9.Nbxd4 Nxd4 10.Nxd4 Bxd2+ 11.Qxd2 fxe5 12.Bb5+
    Kf8 13.Nf3 Qd6 14.Qg5 e4 15.Ne5 Qe7 16.Qe3 Nh6 17.O-O-O Nf5
    18.Qc3 a6 19.Be2 Bd7 20.Bg4 Rc8 21.Qb4 Bc6 22.Qb3 Qc7 23.Nxc6
    bxc6 24.Bxf5 exf5 25.c4 Ke7 26.cxd5 cxd5 27.Kb1 Rhd8 28.Rxd5
    Rb8 29.Qa2 Rxb2+ 30.Qxb2 Rb8 31.Rd2 Rxb2+ 32.Rxb2 Qd6 33.Rc1
    Kf6 34.h4 Qxa3 35.Rc6+ Ke5 36.Rc7 Qd3+ 37.Ka2 Qd5+ 38.Kb1 Qd1+
    39.Ka2 Qd5+ 40.Kb1 f4 41.Rbc2 Kd6 42.Kc1 Qb5 43.Rxg7 e3
    44.fxe3 fxe3 45.Rcc7 Qa4 46.Rxh7 a5 47.Rcg7 Qc4+ 48.Kb2 Qe6
    49.Ra7 Qe5+ 50.Kc2 Qe4+ 51.Kc3 Qb4+ 52.Kd3 Qd2+ 53.Ke4+ Kc6
    54.Rab7 1-0

    [Event "Riga csf Match"]
    [Date "1986.09.??"]
    [Round "1"]
    [Result "0-1"]
    [White "Andrei Sokolov"]
    [Black "Artur Yusupov"]
    [ECO "C19"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 c5 5.a3 Bxc3+ 6.bxc3 Ne7 7.Nf3
    b6 8.Bb5+ Bd7 9.Bd3 Ba4 10.h4 h6 11.h5 Nbc6 12.Rh4 c4 13.Be2
    Kd7 14.Be3 Qg8 15.Qd2 Qh7 16.Rc1 Kc7 17.Rf4 Raf8 18.Nh4 Nd8
    19.Bg4 Kb7 20.Rf3 Be8 21.Rh3 g5 22.hxg6 fxg6 23.Nf3 g5 24.Nh2
    Qg7 25.Qe2 Bg6 26.Bh5 Nf5 27.Kd2 Bh7 28.Ng4 Nc6 29.Nf6 Rxf6
    30.exf6 Qxf6 31.Bg4 Nd6 32.f3 Bf5 33.Bxf5 exf5 34.Rch1 f4
    35.Bf2 Re8 36.Qd1 Nf5 37.Re1 Re7 38.Rhh1 Kc7 39.a4 Qf7
    40.Rxe7+ Qxe7 41.Re1 Qf7 42.Qe2 Kd7 43.Kc1 h5 44.Kb2 Qg6
    45.Qf1 g4 46.Re2 g3 47.Be1 Nfe7 48.Bd2 Qf5 49.Qe1 h4 50.a5
    bxa5 51.Qa1 Ng6 52.Qa3 h3 53.gxh3 Qh5 54.Qc5 Qxf3 55.Re1 Nge7
    56.Qb5 g2 57.Qb7+ Kd6 58.Rg1 Qf2 59.Bxf4+ Qxf4 60.Rxg2 Qf3
    61.Rg4 Qxh3 62.Rf4 Ke6 63.Rf8 Qh6 64.Rf3 Qh8 65.Re3+ Kd6
    66.Rf3 Qh6 67.Rf1 Qg7 68.Ka3 Nf5 69.Qc8 Ne3 70.Rf8 Nxc2+
    71.Ka4 N2xd4 72.cxd4 Qxd4 0-1

    [Event "Riga csf Match"]
    [Date "1986.??.??"]
    [Round "3"]
    [Result "0-1"]
    [White "Andrei Sokolov"]
    [Black "Artur Yusupov"]
    [ECO "C19"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 c5 5.a3 Bxc3+ 6.bxc3 Ne7 7.Nf3
    b6 8.a4 Ba6 9.Bxa6 Nxa6 10.O-O Nb8 11.dxc5 bxc5 12.c4 O-O
    13.cxd5 Nxd5 14.Qd3 h6 15.c4 Ne7 16.Qe4 Nd7 17.Rb1 Qa5 18.Rd1
    Rad8 19.Qc2 Nxe5 20.Nxe5 Qc3 21.Qe2 Qxe5 22.Be3 Nf5 23.Qf3
    Rxd1+ 24.Rxd1 Nd4 25.Bxd4 cxd4 26.Qd3 Rd8 27.g3 Qc5 28.f4 Qb4
    29.Ra1 a5 30.h4 h5 31.Rb1 Qxa4 32.Rb5 g6 33.Kg2 Qa2+ 34.Kf3 a4
    35.Rb6 Kg7 36.Rb1 Kg8 37.Rb6 Qa1 38.Ke2 a3 39.Ra6 Qb2+ 40.Qd2
    d3 0-1

    Teile der dramatischen Wende eines überaus spannenden Matches:

    [Event "Riga csf Match"]
    [Date "1986.??.??"]
    [EventDate "?"]
    [Round "11"]
    [Result "1-0"]
    [White "Andrei Sokolov"]
    [Black "Artur Yusupov"]
    [ECO "C19"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 Ne7 5.a3 Bxc3+ 6.bxc3 c5 7.Nf3
    Qa5 8.Bd2 Nbc6 9.Be2 cxd4 10.cxd4 Qa4 11.Be3 b6 12.Qd3 Na5
    13.Nd2 Bd7 14.O-O Rc8 15.Rfc1 O-O 16.Rab1 Nc4 17.Rb3 Rc7
    18.Nf3 Rfc8 19.Bg5 Ng6 20.h4 Na5 21.Rb4 Qc6 22.h5 Nf8 23.Qe3
    Be8 24.Bf6 h6 25.Qf4 Qc3 26.Qg4 Ng6 27.hxg6 fxg6 28.Bh4 Qxa3
    29.Rbb1 Bf7 30.Rd1 g5 31.Bxg5 hxg5 32.Nxg5 Qe7 33.Bd3 Rxc2
    34.Bxc2 Rxc2 35.Rbc1 Rc6 36.Rxc6 Nxc6 37.Rd3 Bg6 38.Rc3 Nd8
    39.Rc8 Bf7 40.f4 Qd7 41.Ra8 1-0

    [Event "Riga csf Match"]
    [Date "1986.??.??"]
    [Round "13"]
    [Result "1-0"]
    [White "Andrei Sokolov"]
    [Black "Artur Yusupov"]
    [ECO "C19"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 Ne7 5.a3 Bxc3+ 6.bxc3 c5 7.Nf3
    b6 8.Ng5 h6 9.Qh5 g6 10.Qh3 Qc7 11.a4 Kf8 12.Kd1 cxd4 13.cxd4
    Nbc6 14.Nf3 Nb4 15.Ne1 Bd7 16.Ba3 a5 17.c3 Na6 18.Bd6 Qd8
    19.Bd3 Nc7 20.Kd2 Ne8 21.Ba3 Kg7 22.Nc2 Nf5 23.Bb2 Qg5+ 24.Ke2
    h5 25.Rhb1 Rb8 26.Ne3 Nc7 27.Bc1 Qd8 28.Qf3 b5 29.Nxf5+ exf5
    30.axb5 Nxb5 31.Bd2 Bc6 32.Kf1 a4 33.e6 Nd6 34.Rxb8 Qxb8
    35.Bf4 Qd8 36.c4 Ne4 37.exf7 Kxf7 38.Qe3 dxc4 39.Bxc4+ Bd5
    40.Rxa4 Re8 41.Ra7+ Kg8 42.Qb3 Nf6 43.Be5 Bxc4+ 44.Qxc4+ Qd5
    45.Qxd5+ Nxd5 46.Rg7+ Kf8 47.Rxg6 Ra8 48.g3 Ra1+ 49.Kg2 Ra2
    50.Rg5 Ke7 51.Rxh5 Ke6 52.Rh6+ Ke7 53.Rh5 Ke6 54.Rh6+ Ke7
    55.h3 Ne3+ 56.Kf3 Nd1 57.Kf4 Rxf2+ 58.Kg5 Nc3 59.Ra6 Ne4+
    60.Kg6 Nxg3 61.Bxg3 Rg2 62.Kxf5 Rxg3 63.h4 Rh3 64.Rh6 Re3
    65.h5 Re1 66.Rh8 Kf7 67.h6 Ra1 68.Ke5 Ra6 69.d5 1-0

    K und K verbannten ihn völlig. Und auch der talle Short entsagte seiner Französisch-Liebe, die ihn seit der Jugend begleitete.
    Grub er die alte franz.-englische Feindschaft aus oder wollte er seinen Liebling nicht vom Eröffnungsungeheuer Kasparov zerfleischen lassen?

    Wohl letzteres, weil auch der weitgereiste Neuling Vishy Anand in New York nahe den Wolken "Franz" lieber die Aussicht genießen ließ und lieber den offenen Spanier dem Eröffnungsgott zum Opfer anbot.
    Dieser nahm bekanntlich heißhungrig türenknallend das Opfer an.
    Die Towers hätte er vermutlich stehengelassen, selbst wenn ihm "Franz" aufgetischt worden wäre.
    Und damit mußte er rechnen. Hatte Vishy ihm doch 1991 den "Franz" entgegengehalten und er hatte sich nicht verbeißen können, sondern es wurde ihm ein Weisheitszahn gezogen.

    [Event "Reggio Emilia"]
    [Date "1991.??.??"]
    [Result "0-1"]
    [White "Garry Kasparov"]
    [Black "Viswanathan Anand"]
    [ECO "C07"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nd2 c5 4.exd5 Qxd5 5.dxc5 Bxc5 6.Ngf3 Nf6
    7.Bd3 O-O 8.Qe2 Nbd7 9.Ne4 b6 10.Nxc5 Qxc5 11.Be3 Qc7 12.Bd4
    Bb7 13.O-O-O Nc5 14.Be5 Nxd3+ 15.Rxd3 Qc4 16.Nd4 Be4 17.Re3
    Qxa2 18.Bxf6 Bg6 19.Ra3 Qd5 20.h4 gxf6 21.h5 Qxd4 22.hxg6 hxg6
    23.Rah3 f5 24.Rh4 f4 25.Qf3 Rac8 26.Rxf4 Qc5 27.c3 Kg7 28.Rhh4
    Qe5 29.g3 Qe1+ 30.Kc2 Rcd8 31.Rd4 Qe5 32.Rhf4 Qc7 33.Qe3 e5
    34.Rxd8 Rxd8 35.Re4 Rd5 36.g4 b5 37.g5 Qd6 38.f3 a5 39.Qe2 Qe6
    40.Qh2 Qf5 41.Qg3 Qd7 42.Qe1 b4 43.cxb4 Qa4+ 44.b3 Qa2+ 45.Kc3
    a4 46.bxa4 Qa3+ 47.Kc2 Qxa4+ 48.Kc3 Qa3+ 49.Kc2 Rd3 0-1

    [Event "Linares"]
    [Date "1992.??.??"]
    [Round "4"]
    [Result "1/2-1/2"]
    [White "Garry Kasparov"]
    [Black "Viswanathan Anand"]
    [ECO "C18"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 c5 5.a3 Bxc3+ 6.bxc3 Ne7 7.h4
    Nbc6 8.h5 Qa5 9.Bd2 cxd4 10.cxd4 Qa4 11.Nf3 Nxd4 12.Bd3 Nec6
    13.Kf1 Nxf3 14.Qxf3 b6 15.h6 Ba6 16.hxg7 Rg8 17.Bxa6 Qxa6+
    18.Kg1 Rxg7 19.Qf6 Rg8 20.Rxh7 Qb7 21.Bg5 Nd4 22.c4 Ne2+
    23.Kh2 Nc3 24.Rh8 Rxh8+ 25.Qxh8+ Kd7 26.Qh7 Rf8 27.Bh6 Re8
    28.Qxf7+ Re7 29.Qg6 Qb8 30.cxd5 Nxd5 31.Rd1 Qxe5+ 32.f4 Qh8
    33.f5 Qe5+ 34.Kh1 1/2-1/2

    Das Schattendasein des "Franz" auf WM-Ebene endete mit den neuen Fide-Formaten.

    Dadurch wird die Übersicht etwas schwieriger.
    Der erste "Neu"-Weltmeister Alex Khalifman gab "Franz" dem immer noch herrschenden Eröffnungsgott bald nach seinem Titelgewinn zur Erziehung. Überraschenderweise wurde "Franz" nicht getadelt, sondern versetzt.

    Ein Erfolg für den "Poker"-Weltmeister von Las Vegas, den nicht nur Kasparov zu selbstgefällig abqualifizierte:

    [Event "Linares"]
    [Date "2000.03.07"]
    [Round "7"]
    [Result "1/2-1/2"]
    [White "Garry Kasparov"]
    [Black "Alexander Khalifman"]
    [ECO "C17"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 c5 5.a3 Ba5 6.Bd2 Nc6 7.Qg4 Kf8
    8.dxc5 Nxe5 9.Qg3 Ng6 10.O-O-O Nf6 11.f3 Bd7 12.Nge2 Bc7
    13.Qf2 b6 14.Be3 Ne7 15.g4 bxc5 16.Bxc5 Bb6 17.h4 Bxc5 18.Qxc5
    Qb6 19.Qxb6 axb6 20.Bh3 Ne8 21.f4 h5 22.g5 g6 23.Nd4 Kg7
    24.Nf3 Nc7 25.Ne5 Rhd8 26.Ne2 Nc6 27.Nd4 Nxd4 28.Rxd4 Be8
    29.Rhd1 Rdc8 30.Bf1 Kf8 31.Rb4 b5 32.Rbd4 Na6 33.Bd3 Nc5
    34.Kd2 Nb7 35.Ra1 Ra7 36.Re1 Nd6 37.c3 Nc4+ 38.Kc1 Na5 39.Bc2
    Nc6 40.Nxc6 Bxc6 41.Kd2 Bd7 42.Rb4 Rca8 43.Bd3 Ra5 44.Re3 Bc6
    45.Rd4 Bd7 46.Rb4 Bc6 47.Bc2 Bd7 48.Bb3 Bc6 49.Rd4 R5a7 50.Bc2
    Bd7 51.Bd1 Bc6 52.Bf3 Ra4 53.Bd1 R4a7 54.Bb3 Ra5 55.Re5 Rd8
    1/2-1/2


    Da hatte der "Neu"Neu"-WM Pono mit seinem "franz" so um 2003 weniger Glück. Ein Fingerfehler im Rubinstein brachte etwas kräftig auf dieselben.


    [Site "Linares ESP"]
    [Date "2002.03.09"]
    [Round "13"]
    [Result "1-0"]
    [White "Garry Kasparov"]
    [Black "Ruslan Ponomariov"]
    [ECO "C10"]
    [WhiteElo "2838"]
    [BlackElo "2727"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 dxe4 4. Nxe4 Nd7 5. Nf3 Ngf6 6. Nxf6+
    Nxf6 7. c3 c5 8. Ne5 Nd7 9. Bb5 Bd6 10. Qg4 Kf8 11. O-O Nxe5
    12. dxe5 Bxe5 13. Bg5 Bf6 14. Rad1 Qc7 15. Qh4 Bxg5 16. Qxg5
    f6 17. Qh5 g6 18. Qh6+ Kf7 19. Rd3 a6 20. Rh3 Qe7 21. Bd3 f5
    22. g4 Qf6 23. Rd1 b5 24. Be2 e5 25. Rhd3 Ra7 26. Rd6 Qg7
    27. Qe3 Rc7 28. a4 e4 29. axb5 axb5 30. Bxb5 Qe5 31. Qg5 Qe7
    32. Qh6 Be6 33. Qf4 Bc8 34. Qh6 Be6 35. gxf5 gxf5 36. Be2 Qf6
    37. Bh5+ Ke7 38. Rxe6+ 1-0
    Weltmeister wurde Pono aber auch durch strenge Behandlung des "Franz Ivanchuk".

    KO in der 1. Runde und ein wichtiger Grund, warum ich mitleide, wenn Chucky doch den "Franz" riskiert:

    [Event "FIDE WCh KO Final"]
    [Site "Moscow RUS"]
    [Date "2002.01.16"]
    [Round "1"]
    [Result "1-0"]
    [White "Ruslan Ponomariov"]
    [Black "Vassily Ivanchuk"]
    [ECO "C11"]
    [WhiteElo "2727"]
    [BlackElo "2717"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Nf6 4. Bg5 dxe4 5. Nxe4 Be7 6. Bxf6
    Bxf6 7. Nf3 O-O 8. Qd2 Be7 9. O-O-O Qd5 10. Nc3 Qa5 11. a3 Nd7
    12. Kb1 Qb6 13. Qe3 Nf6 14. Ne5 Rd8 15. Bc4 Bd7 16. Bb3 Be8
    17. Rhe1 Bf8 18. g4 Nd5 19. Qf3 c6 20. Ne4 Qc7 21. c4 Ne7
    22. Ng5 Nc8 23. c5 1-0

    Andernorts, etwas später:

    [Site "Linares ESP"]
    [Date "2002.02.23"]
    [Round "1"]
    [Result "1-0"]
    [White "Ruslan Ponomariov"]
    [Black "Vassily Ivanchuk"]
    [ECO "C18"]
    [WhiteElo "2727"]
    [BlackElo "2717"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. e5 c5 5. a3 Bxc3+ 6. bxc3 Ne7
    7. Qg4 O-O 8. Bd3 f5 9. exf6 Rxf6 10. Bg5 Rf7 11. Qh5 g6
    12. Qd1 Nbc6 13. Nf3 Qf8 14. O-O c4 15. Be2 h6 16. Bc1 Bd7
    17. Ne1 g5 18. g3 Nf5 19. Ng2 Qg7 20. f4 Nd6 21. Qe1 b5
    22. fxg5 Rxf1+ 23. Bxf1 hxg5 24. Ne3 Rf8 25. Bg2 a5 26. Bd2
    Qg6 27. Ng4 Rf5 28. Qe3 Kg7 29. Rb1 Kh7 30. a4 bxa4 31. Bc1
    Rf7 32. Ba3 Qxc2 33. Rc1 Qf5 34. Bh3 Ne4 35. Ne5 Qf2+ 36. Qxf2
    Rxf2 37. Nxd7 Ra2 38. Bc5 Nd2 39. Bg2 a3 40. Nf8+ Kh6 41. Re1
    e5 42. dxe5 g4 43. e6 Nf3+ 44. Bxf3 gxf3 45. Kf1 1-0

    Dieser hoffnungsvolle Anwärter auf den allerhöchsten Titel kam gegen den Außenseiter mit "Franz" auf der Match-Sprintstrecke Wegen eigelegtem Leerlauf gleich in der 1. Runde also nicht in die Gänge.

    Dagegen konnte der Schnelldenker der Szene seinen ersten Weltmeistertitel auch mit hilfe von "Franz" erringen, dem er gegen den Feuer(werks)künstler aus Lettland einen speziellen Hitzeschild überzog, nur um ihn selbst in der letzen Partie (4.) als Wunderkerze anzuzünden.

    [Event "2000 World Chess Champion"]
    [Site "Tehran"]
    [Date "2000.01.02"]
    [Round "1"]
    [Result "1/2-1/2"]
    [White "Alexey Shirov"]
    [Black "Viswanathan Anand"]
    [ECO "C02"]
    [WhiteElo "2746"]
    [BlackElo "2762"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. c3 Nc6 5. Nf3 Qb6 6. a3 a5
    7. Bd3 Bd7 8. O-O cxd4 9. cxd4 Nxd4 10. Nxd4 Qxd4 11. Nc3 Qb6
    12. Qg4 g6 13. Be3 Bc5 14. Na4 Bxa4 15. Qxa4+ Kf8 16. Bxc5+
    Qxc5 17. Rac1 Qb6 18. Qd7 Rd8 19. Qc7 Qxc7 20. Rxc7 Rb8
    21. Rfc1 Ne7 22. f4 Nc6 23. Rc5 Kg7 24. Rb5 g5 25. g3 h5
    26. Rbxb7 Rxb7 27. Rxb7 h4 28. Kg2 hxg3 29. hxg3 gxf4 30. gxf4
    Rh4 31. Kg3 Rh1 32. Kg2 Rh4 33. Kg3 Rh1 34. Kg2 1/2-1/2

    [Event "2000 World Chess Champion"]
    [Site "Tehran"]
    [Date "2000.01.05"]
    [Round "4"]
    [Result "1-0"]
    [White "Viswanathan Anand"]
    [Black "Alexey Shirov"]
    [ECO "C11"]
    [WhiteElo "2762"]
    [BlackElo "2746"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Nf6 4. e5 Nfd7 5. Nce2 c5 6. f4 Nc6
    7. c3 Qb6 8. Nf3 f6 9. a3 Be7 10. h4 O-O 11. Rh3 a5 12. b3 Qc7
    13. Neg1 a4 14. b4 fxe5 15. fxe5 Ndxe5 16. dxe5 Nxe5 17. Nxe5
    Qxe5+ 18. Qe2 Bxh4+ 19. Kd1 Qf6 20. Nf3 Qxc3 21. Bb2 Qb3+
    22. Kc1 e5 23. Rxh4 Bf5 24. Qd1 e4 25. Qxb3 axb3 26. Nd2 e3
    27. Nf3 Rae8 28. Kd1 c4 29. Be2 Be4 30. Kc1 Re6 31. Bc3 Rg6
    32. Rh2 Bd3 33. Bxd3 cxd3 34. Kb2 d2 35. Kxb3 Rg3 36. Kb2 g5
    37. Kc2 Rc8 38. Kd3 g4 39. Be5 Rc1 40. Rh1 Rxg2 41. Nh4 1-0
    Damit ist das neue Jahrtausend erreicht und weitere Entwicklungen zu "Franz" müssen erst recherchiert werden.

    Der aktuelle Weltmeister ist der gleiche wie zu Anfang 2000.
    Und bei ihm konnte ich noch keinen "Franz-Fluch" feststellen.

    Vielleicht tritt dieser Fluch aber ein, wenn ausgerechnet gegen ihn,

    der neben dem zurückgetretenen Schachgott selbst einer der größten und erfolgreichsten Weißerzieher des ewigjungen "Franz" ist,

    in Kürze auf sein 1. e4 überraschend der schwarze e-Bauer nicht zum Spanier nach e5 rückt, sondern herausfordernd auf e6 verharrt?

    Wer weiß?!
    In ein paar Tagen wissen wir mehr, ob der "Franz-Fluch" für den WM wieder auflebt und neues Unwesen treibt in Chennai.

    [Event "FIDE WM"]
    [Site "Chennai"]
    [Date "2013.11.??"]
    [Round "?"]
    [Result "?"]
    [White "Vishy"]
    [Black "Magnus"]
    [ECO "C11"]
    [WhiteElo "2775"]
    [BlackElo "2870"]

    1. e4 e6


    Vishy ist ein reißender Weißtiger gegen den Winawer-Komplex (C16-C19).

    Gäbe es nicht einen ehemals jungen Ger-manen, der in Tradition eines Uhlmann, dem jugendlich-unvorsichtigen Tiger mit dem Winawer-Speer erlegte:

    [Site "Muenchen (4)"]
    [Date "1991.??.??"]
    [Result "0-1"]
    [White "Viswanathan Anand"]
    [Black "Gerald Hertneck"]
    [ECO "C19"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 Ne7 5.a3 Bxc3+ 6.bxc3 c5 7.Nf3
    h6 8.a4 b6 9.a5 Bb7 10.Bb5+ Nd7 11.O-O O-O 12.Ba3 Rc8 13.axb6
    axb6 14.Re1 Bc6 15.Bd3 Ra8 16.Nd2 Ra4 17.Bb2 Rxa1 18.Qxa1 Qa8
    19.f4 Qa4 20.Qxa4 Bxa4 21.Ra1 b5 22.dxc5 Nxc5 23.Ba3 Rc8
    24.Bxc5 Rxc5 25.Ra3 g5 26.fxg5 hxg5 27.Nf3 Nc6 28.h3 Kg7
    29.Kf2 f6 30.Nd4 Kf7 31.exf6 Kxf6 32.Ke3 e5 33.Nxc6 Rxc6
    34.Kd2 e4 35.Be2 Ke5 36.Ke3 Rxc3+ 37.Rxc3 d4 38.Kd2 dxc3
    39.Kxc3 Kf4 40.Kd4 b4 41.Bd1 Bd7 42.Bh5 Bf5 43.Kc4 e3 44.Kxb4
    g4 45.Kc3 Kg3 46.hxg4 e2 0-1
    Geändert von zugzwang (02.11.2013 um 23:17 Uhr) Grund: diverse Bearbeitungsschritte und Styling - ff.

  2. #2
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    AW: Französisch Winawer

    Beim pseudo-WM-match topalov-kamsky kam der franzose auch 2x aufs brett, mit 2 niederlagen...

  3. #3
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    AW: Französisch Winawer

    @zugzwang:

    Vielen Dank für die originelle, humorvolle und vor allem gründliche Darstellung der Geschichte einer der bekanntesten Eröffnungen im Schach!

    Der gebotene Stoff ist derart intensiv, daß ich in meiner Antwort nicht auf alle Aspekte gleichzeitig eingehen möchte, zu denen ich noch etwas sagen möchte. Ich möchte vielmehr auf den Thread „häppchenweise“ eingehen:

    Die Partie Pillsbury gegen Lasker, Nürnberg 1896, habe ich schon unter einem anderen Aspekt gewürdigt. Dort ging es um den Aspekt Bauernvorstöße nach dem Vorbild von Pillsbury. Denn wie man sieht, war er darin ganz besonders gut, und insofern dürfte der geschlossene Charakter von Französisch-Winawer (bzw. dem Franzosen generell) ihm auch entgegengekommen sein, weil er hier ganz in seinem Element sein darf, an gefährlichen Vorstößen und Durchbrüchen zu basteln! Nicht immer spielt derjenige positionell oder gar defensiv, der geschlossene Strukturen anstrebt.

    Capablanca machte in der Tat während der WM 1927 keine gute Figur. Viele sind der Meinung, der lebensfrohe Kubaner habe sich auf sein gewaltiges Naturtalent verlassen, den sich akribisch auf den Titelkampf vorbereitenden Russen unterschätzt und sich nicht genügend auf den Gegner vorbereitet, was Capablanca schon in der ersten Partie zu spüren bekam. „Langweilig, fad und ideenlos“ nannte Kasparov in seiner Vorkämpfer-Reihe dessen Auftreten in der ersten Partie. Und tatsächlich war die Spielanlage des Titelverteidigers merkwürdig uninspiriert. Statt des passiven Springerrückzugs im 10. Zug wäre etwa 10. Sb5 interessant gewesen, was immerhin die taktische Drohung Sxc7 aufstellt. Nach 10. ...La5 11. Sg3 Sxg3 12. Dxg3 entsteht ein wesentlich lebhafteres Spiel. Weiß droht auf g7 zu nehmen, und die e-Linie ist ihm nicht vernagelt. Übrigens: Capablanca spielte nach diesem Paukenschlag den gesamten langen Wettkampf über nicht mehr 1. e4.
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  4. #4
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    AW: Französisch Winawer

    Ein toller Thread! Wenn sich das System der "goldenen Beiträge" durchgesetzt hätte, wäre der Eröffnungsbeitrag sicherlich einer geworden.

    Solche Einschübe...:
    Spassky, der erst später zum eingefleischten Franzosen - nicht unbedingt in der Eröffnungswahl! - wurde
    ..., die man beim Überfliegen vielleicht übersieht, machen den Thread besonders lehrreich - dieses Zitat hat mich zum Beispiel zum Wikipedia-Artikel über Spassky und auf Nachrichtenseiten (Spassky ist wieder in Moskau) geführt.


    Weil der Thread ein Aushängeschild für den Eröffnungsbereich der Schachburg ist, und auch ein tolles Beispiel für einen schachbezogenen Thread allgemein, hat er jetzt einen Ehrenplatz oben in der Threadliste bekommen.
    http://musescore.com/tobefree

    Zitat Zitat von derair
    also ich hab jetztd en internet explorer 9 und der ist toll
    der ist viel übersichtliger geworden und íst viel besser als fire fox
    "Alle aussteigen, wir klauen jetzt einen A380."

  5. #5
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    AW: Französisch Winawer

    Ebenso wie Bogoljubow war auch Nimzowitsch ein guter Kunde Aljechins. Offenbar zerschellte die Eigenwilligkeit der beiden großen Meister an der schonungslosen Objektivität Aljechins, der zwar auch scharf spielen konnte, dabei aber nie die „Gesetzmäßigkeiten“ des Schachs aus dem Auge verlor. Ganz bewußt hatte sich Aljechin vom Spieler Boguljubow abgegrenzt, und 1929 erklärte er die Unterschiede zwischen ihnen beiden:

    Boguljubow ist aggressiv und findig. Ich gebe zu, daß zwischen uns, was die Auffassungen von der Eleganz des Schachspiels betrifft, eine gewisse Ähnlichkeit besteht. In unseren Ansichten über das Leben und die Prinzipien des Kampfes unterscheiden wir uns aber ganz erheblich. Soweit ich das beobachten konnte, hofft Boguljubow in seinem grenzenlosen Optimismus, dem reichen Born seines Natrurtalents immer neue Ressourcen für den Kampf entlocken zu können. Er betrachtet den Gegner als ein ausgezeichnetes Experimentierfeld für die Anwendung seiner Kunst und versucht niemals, diesen zu studieren. Er hofft auf ein Wunder, wo eigentlich exaktes Wissen vonnöten wäre. Dies aber kann zu überraschenden Reinfällen führen, die das Selbstvertrauen unetrgraben Aber gerade innere Sicherheit braucht Bogoljubow mehr als alles andere. Als Hauptziel des Kampfes sieht er persönliche Befriedigung. Mein Verständnis vom Kampf war stets das Gegenteil. Ich halte für den Erfolg drei Faktoren für unerläßlich: Erstens das Wissen um die eigene Stärken und Schwächen; zweitens eine möglichst genaue Kenntnis der Stärken und Schwächen des Gegners; drittens ein höheres Ziel als eine kurzfristige Befriedigung. Dieses Ziel sehe ich in wissenschaftlichen und künstlerischen Leistungen, die das Schach in eine Reihe mit anderen Künsten stellen
    Garri Kasparov, Meine großen Vorkämpfer, Band 2, Edition Olms 2006, S. 222

    Zur Ehrenrettung Bogoljubows aber noch ein ausgewähltes Glanzstück, eine unvorstellbar schöne Partie gegen Jacques Mieses in Baden-Baden 1925:

    [Event "Baden Baden"]
    [Site "Baden Baden DEU"]
    [Date "1925.04.21"]
    [EventDate "1925.04.16"]
    [Round "5"]
    [Result "1-0"]
    [White "Efim Bogoljubov"]
    [Black "Jacques Mieses"]
    [ECO "A81"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "69"]
    1.d4 f5 2.g3 Nf6 3.Bg2 e6 4.Nf3 d5 5.O-O Bd6 6.c4 c6 7.Nc3
    Nbd7 8.Qc2 Ne4 9.Kh1 Qf6 10.Bf4 Bxf4 11.gxf4 Qh6 12.e3 Ndf6
    13.Ne5 Nd7 14.Rg1 Nxe5 15.dxe5 Nxc3 16.bxc3 Bd7 17.Rad1 b5
    18.Qb2 O-O 19.Qa3 Rfd8 20.cxb5 cxb5 21.Qa6 Qh5 22.Bxd5 exd5
    23.Rxg7+ Kxg7 24.Qf6+ Kg8 25.Rg1+ Qg4 26.Rxg4+ fxg4 27.f5 Rdc8
    28.e6 Bc6 29.Qf7+ Kh8 30.f6 Rg8 31.Qc7 Rac8 32.Qe5 d4+ 33.Kg1
    Bd5 34.f7 Rg7 35.Qxd5 1-0

    Die Partie Aljechin gegen Nimzowitsch, San Remo 1930, ist natürlich eine kristallklare Modellpartie. Sie wird auch in den Techniken des Positionsspiels von Bronznik und Terekhin aufgeführt, wo unter den Techniken zur Beherrschung von offenen Linien der „Blackburne Rammbock“ vorgestellt wird. Der Blackburne-Rammbock ist zwecks Gewinnung von offenen Linien nämlich die stärkste Waffe. Zum einen sind alle drei Schwerfiguren auf einer Linie konzentriert. Zum anderen ist die Dame hinter den eigenen Türmen postiert und gibt diesen so die nötige Energie.

    Eine andere pikante Note dieser Partie: Eigentlich ging die Partie laut Bronznik und Terekhin noch weiter mit 30. ...h5 31. Kh2 g6 32. g3. Und nun wendete sich Nimzowitschs eigene Waffe gegen ihn selber. 1923 war ihm noch die berühmte Unsterbliche Zugzwangpartie gegen Sämisch gelungen. Nun gelang Aljechin gegen ihn selbiges. Ein Jahr später in Bled erkannte Nimzowitsch endgültig die Überlegenheit Aljechins, der in diesen Jahre seine stärkste Phase hatte und ein Turnier nach dem anderen mit immer neuen Rekordwerten gewann, mit seinem bekannten Ausspruch an: "er geht mit uns um wie mit Grünschnäbeln“. Und tatsächlich sind 19 Züge bei diesem Niveau durchaus eine Hausnummer.
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  6. #6
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    AW: Französisch Winawer

    Die Namensgebung im Schach für Eröffnungssysteme und Varianten ist weniger historische-genaue Zuordnung als eine "Volksabstimmung" mit unterschiedlichen Ergebnissen je nach Region und Herkunft.
    Der sprachliche Gebrauch der Schachspieler ganz nach ihrer Einschätzung oder ihres nicht immer vollständigen Wissens ist die letztliche Taufe.
    Im deutsch-russischen Sprachraum wird der Franzose mit 3. Sc3 Lb4 gut begründet Nimzowitsch-(Botwinnik)-System anstelle von Winawer genannt.
    Damit wird zum Ausdruck gebracht, welche Schachspieler eine Spielmöglichkeit zu einem System, einer Architektur/Statik von Ideen entwickelten.

    Andere Beispiele wären die Botwinnik- oder doch eher Klaus Junge-Variante im Halbslawen oder die Tscheljabinsker Sweschnikow-Variante als deutliche Erweiterung der Lasker-Pelikan-Spielweise (wiese!?).

    Die Zuordnung im englischen Sprachraum zu Winawer ist ein kleines Mysterium, aber er hat den Zug 3.... Lb4 doch schon mehr als ein einziges Mal gespielt.

    Ein System und eine neue, erweiterte Philosophie wurde sicher erst mit Nimzowitsch daraus, dessen Züge Lb4 im Nimzowitschinder und im Franzosen die "neuen Ideen im Schachspiel" kennzeichneten.
    Im gleichnamigen kleinen Buch von Reti wird der wohl prägendste Vertreter der hypermodernen Schule noch gar nicht erwähnt.
    "Hypermodern" als Begriff stammt wohl von Tartakower, der Aljechin, Breyer und Bogoljubov so bezeichnete. Er selbst war mehr als nur der Taufpate mit Namensvorschlägen, sondern mischte in seinen Partien selbst hypermodern mit.
    Der leider früh verstorbene Reti und Nimzowitsch waren die Vordenker für neuartige Zentrumsstrukturen und lösten eine neue Dynamik im Schach aus, die im 4. Weltmeister Alexander Aljechin gipfelte.

    Der Zug Lb4 führt zu anderen Zentrumsstrukturen und Bauernformationen, als sie in der Mehrzahl der früheren klassischen Partien entstanden.
    Genauer muß es heißen: Können zu anderen Zentrums- und Bauernformationen führen, weil insbesondere der Weißspieler mit e4xd5 im Franzosen und Dc2 im Nimzoinder diese Entwicklung eindämmen kann, wenn er es mag.
    Die Neuerung bestand also darin, daß ein Angebot gerade an kämpferische, abenteuerlustige und ideenreiche Weißspieler gerichtet wurde, aus den e4/e5/d4/d5-Strukturen mit letztlich gänzlich aufgelöstem Bauernzentrum oder dem Kampf großes gegen kleines Zentrum auszubrechen.

    3. ... Lb4 im Franzosen ist ein "Verstoß" gegen die entwicklungsregel, zuerst die Springer und dann erst die Läufer zu entwickeln. diese brav-naive Faustformel beruht auf der zutreffenden Erkenntnis, daß die guten Felder für einen Läufer im Entwicklungsstadium längst nicht so klar wie für einen Springer (c3, f3, c6, f6) sind. Daher resultierte der Merksatz "Springer vor Läufer".
    Der Zug 3 ... Lb4 ist aber auf jeden Fall der richtige Zug für denjenigen, der eine bestimmte Struktur erreichen. Sozusagen der einzige Zug und damit eine begründete und berechtigte Ausnahme.

    Mit dem anspruchsvollsten Zug 4. e5 als Antwort auf 3 ... Lb4 und der Bedrohung des e-Bauern eröffnet sich eine riesengroßer Spielplatz fürjung und alt sowie nah und fern.
    Das Labyrinth der Möglichkeiten beschäftigt die Schachwelt seit 80-90 Jahren und auch im Fernschachbereich fand diese Mixtur aus strategischen Komponenten voller taktischer Spannungen und Ideen großen Zuspruch.
    Wer was wann entdeckte und probierte wird dadurch immer undurchsichtiger. Die Fernschachspieler trauten sich an Spielweisen, die die Nahschachspieler lieber noch verschlossen hielten.

    Doch auch ohne 4. e5 können höchst spannende und taktisch noch stärker betonte Stellungen entstehen.
    Der Fluch für die Weltmeister begann, als Capa sich in der 1. WM-Partie "weigerte" auf neue Ideen einzugehen und mit 4. exd5 die verflachendste Fortsetzung wählte - entsprechend der damaligen theoretischen Bewertung.
    Was hätte alles entstehen können, wenn er sich an einem Beispiel aus der Zeit um 1860 (Morphy, Anderssen) orientiert hätte?

    Die Vorfahrenpartie ist erstaunlich modern, wenn man sieht, daß diese Spielweise 90 Jahre später im WM-Kampf nahezu identischangewandt wurde.

    Ihrer Zeit weit voraus waren:


    [Site "Leipzig"]
    [Date "1866.??.??"]
    [Round "2"]
    [Result "1/2-1/2"]
    [White "Johannes von Minckwitz"]
    [Black "Eugen Von Schmidt"]
    [ECO "C15"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.a3 Bxc3+ 5.bxc3 dxe4 6.Qg4 Nf6
    7.Qxg7 Rg8 8.Qh6 Rg6 9.Qe3 c5 10.Ne2 Nc6 11.Nf4 cxd4 12.cxd4
    Qxd4 13.Qxd4 Nxd4 14.Ra2 Rg8 15.Bb2 e5 16.Bxd4 exd4 17.Bc4 Bd7
    18.O-O Bc6 19.g3 Rd8 20.Rd1 Ng4 21.Be2 e3 22.Bxg4 exf2+
    23.Kxf2 Rxg4 24.c3 d3 25.Ke3 Bb5 26.a4 Bc4 27.Rb2 Rd7 28.Rb4
    Ba6 29.Nxd3 Rg6 30.Rd4 Rc7 31.Nf4 Rh6 32.Nd5 Rc5 33.R1d2 Kf8
    34.Rb4 b6 35.Rbd4 Bb7 36.c4 Ba6 37.Rc2 Rd6 38.Nb4 Re6+ 39.Kd3
    Bb7 40.Nd5 Bc6 41.Ra2 Ra5 42.Nc3 Rae5 43.Nd5 1/2-1/2


    [Site "WM Moskau"]
    [Date "1954.03.30"]
    [Round "7"]
    [Result "1-0"]
    [White "Vasily Smyslov"]
    [Black "Mikhail Botvinnik"]
    [ECO "C15"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.a3 Bxc3+ 5.bxc3 dxe4 6.Qg4 Nf6
    7.Qxg7 Rg8 8.Qh6 c5 9.Ne2 Rg6 10.Qe3 Nc6 11.dxc5 Ng4 12.Qxe4
    Qd1+ 13.Kxd1 Nxf2+ 14.Ke1 Nxe4 15.Nf4 Rg8 16.Bd3 Nxc5 17.Bxh7
    Rh8 18.Bd3 Nxd3+ 19.cxd3 Bd7 20.Be3 O-O-O 21.Kf2 e5 22.Ne2 Bg4
    23.h3 Bh5 24.d4 Bxe2 25.Kxe2 exd4 26.cxd4 Nxd4+ 27.Kf2 b6
    28.Rhd1 Ne6 29.Rac1+ Kb7 30.Rxd8 Rxd8 31.h4 Rh8 32.g3 b5
    33.Kf3 a5 34.Ke4 Re8 35.Kf3 Rh8 36.Rc3 f5 37.Rd3 Kc6 38.Bd2
    Ra8 39.Bc3 Kc5 40.Bf6 b4 41.h5 Ra7 42.Re3 Kd6 43.Be5+ Kd5
    44.Bb2 Kd6 45.Rd3+ Kc5 46.Rd2 Rh7 47.Rh2 Kd6 48.a4 Ke7 49.g4
    f4 50.Rd2 1-0

    Der "WM-Fluch" wirkte aber bereits 4 ahre früher in Moskau bei einem heutzutage halb vergessenen Titanenmatch: Isaak Boleslavsky gegen seinen späteren Schwiegersohn David Bronstein - 2 Freunde im Knockout über die moderne Distanz von 12 Partien.
    Allerdings galt damals eine altmodische Tiebreakregelung und Rapidchess hatte noch keine einzug gehalten.
    Keiner von beiden "durfte" Weltmeister werden. Und daran hatte Caissa nicht alleinigen, sondern irgendwelche Gööter und Mächte neben bzw. über ihr.
    Beim Verlierer ist es ja klar, für den Gewinner hießen die besonderen Umstände Botwinnik und das Sowjetschachsystem.
    Caissa ließ daher "Franz" als Eröffnung für die Entscheidungpartie des Wettkampf wählen.
    Übrigens genauso wie bereits in der 12. und letzten regulären Partie.
    doch da weigerten sich noch beide Protagonisten, die um ihr Schicksal in Sachen WM wußten bzw. es ahnten.


    [Site "Kandidatenstichkampf Moskau"]
    [Date "1950.??.??"]
    [Round "14"]
    [Result "0-1"]
    [White "Isaac Boleslavsky"]
    [Black "David Bronstein"]
    [ECO "C15"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. Bd2 dxe4 5. Qg4 Qxd4 6. O-O-O
    Nf6 7. Qxg7 Rg8 8. Qh6 Bf8 9. Qh4 Rg4 10. Qh3 Qxf2 11. Nb5 Na6
    12. Kb1 Bd7 13. Be3 Qf5 14. Nd4 Qg6 15. Nb3 Nb4 16. Ne2 Nfd5
    17. Nc3 Nxc3+ 18. bxc3 Nd5 19. Bd4 Rg5 20. g4 e5 21. Bf2 Bxg4
    22. Rxd5 Bxh3 23. Bxh3 Rd8 24. Rxd8+ Kxd8 25. Rd1+ Bd6 26. Be3
    f5 27. Nc5 f4 28. Ne6+ Ke7 29. Bxa7 Rh5 0-1

    Die Entscheidung darüber, wer dann doch nicht gewinnen darf, wurde hinausgezögert mit:

    [Event "Kandidatenstichkampf Moskau"]
    [Date "1950.??.??"]
    [Round "12"]
    [Result "1/2-1/2"]
    [White "Isaac Boleslavsky"]
    [Black "David Bronstein"]
    [ECO "C15"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. Bd2 c5 5. a3 Bxc3 6. Bxc3 Nf6
    7. dxc5 Nxe4 8. Bxg7 Rg8 9. Bd4 Nc6 10. Nf3 f6 11. b4 e5
    12. Bb2 Be6 13. Nd2 Qe7 14. Nxe4 dxe4 15. Qd6 Rd8 16. Qxe7+
    Kxe7 17. Rd1 Nd4 18. Bxd4 exd4 19. g3 h5 20. h4 Bg4 21. Be2 f5
    22. Rd2 Kf6 23. f3 exf3 24. Bd1 Rge8+ 25. Kf2 Re3 26. Rxd4
    Rde8 27. Rd6+ Kg7 28. Rd7+ Kf6 29. Rd6+ Kg7 30. Rd7+ 1/2-1/2

    In schärferer Form finden wir die weiße Eröffnungswahl bei einer WM-Partie wieder, als Botwinnik als neuer Weltmeister die letzte WM-Partie und damit zum quasi zum 1. Mal als Weltmeister verlor.
    Er unterlag damit zum allerersten Mal gegen Paul Keres. Ein Spieler, bei dem sich auch das Gerücht hält, er dürfte nicht immer so gewinnen, wie er wollte und vllt. auch konnte - gegen Botwinnik.
    In der Nach-Stalinzeit erzielte Keres jedenfalls ein 2:1 nach Siegen (die Niederlage war allerdings schrecklich), doch saßen sie sich mangels WM-kampf und Botwinniks teilweiser Abstinenz von Landesmeisterschaften kaum noch am Brett gegenüber.

    Seine Schutzmächte andernorts konnten Botwinnik in dieser Partie jedenfalls nicht vor Caissas "WM-Franz-Fluch" bewahren (25. Runde 16.05.48 Moskau):


    [Site "WM Moskau"]
    [Date "1948.05.16"]
    [EventDate "?"]
    [Round "25"]
    [Result "1-0"]
    [White "Paul Keres"]
    [Black "Mikhail Botvinnik"]
    [ECO "C15"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.Bd2 dxe4 5.Qg4 Nf6 6.Qxg7 Rg8
    7.Qh6 Nc6 8.O-O-O Rg6 9.Qh4 Bxc3 10.Bxc3 Qd5 11.b3 Ne7 12.f3
    Bd7 13.Bb2 Bc6 14.c4 Qf5 15.d5 exd5 16.fxe4 dxe4 17.Nh3 Ng4
    18.Qg3 Qc5 19.Qxc7 Rc8 20.Qf4 Qe3+ 21.Rd2 Qxf4 22.Nxf4 e3
    23.Rc2 Rg5 24.Be2 Nf2 25.Re1 Rd8 26.g3 Rf5 27.Bf1 Rxf4 28.gxf4
    Nd3+ 29.Bxd3 Rxd3 30.Rc3 Rxc3+ 31.Bxc3 Nf5 32.Bd2 Kd7 33.Bxe3
    b6 34.Bf2 f6 35.Kd2 h5 36.Kd3 Nh6 37.Bh4 f5 38.Re7+ Kd6 39.h3
    1-0

    Auch um diese Partie gab es Gerüchte, dabei ist es doch nur Caissas Franz-Blutzoll an die Weltmeister...


    Festzuhalten bleibt, daß Weiß als Antwort auf den hypermodernen Ansatz eines Nimzowitsch neben der Verschachtelung 4. e5, die aber in der sinnverwirrenden Bauernraubvariante weitgehend und schnell wieder aufgelöst wird, über eine Handvoll offener alternativen verfügt:

    4. a3 (Aljechin, Smyslov, Fischer)
    4. Ld2 (Aljechin, Keres)
    4. Sge2 (Aljechin, Lasker)
    4. Dg4 (Aljechin)
    4. exd5 (Capas Fluch)
    4. Ld3 (steinalt)
    4. Dd3 (20. Jahrhundert)
    4. Dd3 (20. Jahrhundert)


    Wer als Weißspieler Spiel- und Theorieverständnis seines Gegners testen möchte, ist nicht auf die Hauptsysteme nach 4. e5 beschränkt.
    Turniertaktisch und psychologisch finden sich gerade für den Amateurbereich gut spielbare Aufbauten gegen die erprobten Franzosen.

    Gegen Computer spielt man unter Anleitung des legendär-mysteriösen Claus Carstens ohnehin das Winckelmann-Reimer-Gambit (C15 - 4. a3 mit 6. f3 anstatt 6. DG4) und kann sich von den zahllosen Beispielen der Fernschachgemeinde (inclusive Schachtherapeut) inspirieren lassen.
    Geändert von zugzwang (06.11.2013 um 20:31 Uhr)

  7. #7
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    AW: Französisch Winawer

    Zitat Zitat von zugzwang Beitrag anzeigen
    "Hypermodern" als Begriff stammt wohl von Tartakower, der Aljechin, Breyer und Bogoljubov so bezeichnete.
    Wobei Alexander Aljechin immer empört von sich gewiesen hatte, ein Hypermoderner zu sein. Es ist klar, daß ein Name Aljechin, der auf dem Schachbrett so viele Begeisterungsstürme entfacht, für jede Schule ein Schmuckstück mit extrem großem Werbeeffekt ist. Aber die Hypermodernen waren Aljechin genauso wie die Modernen zu starr, während Aljechin in seinem Schaffen immer für eine große Beweglichkeit stand und sein Denken nicht durch solche Dogmatiken einengen wollte. Trotz seiner für die UdSSR brisanten Biographie wurde er so von der Sowjetischen Schachschule vereinnahmt, die auf das Schaffen Tschigorins aufbaute und einen konkret-schöpferischen Ansatz hatte. Nur Aljechins Biographie wurde den Lesern in dem Riesenreich natürlich verschwiegen oder nur sehr verzerrt dargestellt.
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

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