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Thema: Wie wird man ein guter Schachspieler?

  1. #1
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    Wie wird man ein guter Schachspieler?

    Liebe Mitglieder

    Ich habe mich vor wenigen Wochen hier angemeldet und mag dieses Forum.Ich dachte ich stelle jetzt diese entscheidende Frage mal mit dem oben genannten Titel.
    Ich war jetzt beim Probetraining eines Schachvereins und war sehr zufrieden.Ich hab Spieler unterschiedlichen Leistungsniveaus kennengelernt.
    Auch Spieler die jahrelang spielen und trotzdem auf unterster oder unterer Stufe förmlich stagnieren.
    Woran liegt so etwas?Was muß ich tun um besser zu werden?Systematische Übungen aus Büchern?Zahlreiche Eröffnungsvarianten lernen um Gegnern zu Fehlern zu zwingen weil sie unsicherer spielen weil sie das nicht kennen?
    In dem Verein wird so mein Eindruck nicht systematisch trainiert-es gibt vereinseigene Turniere und ansonsten spielt man Partien.
    Ich werde wohl zu hause alleine ein Selbststudium machen müssen.Wie sollte dieses Aussehen und wer hat Tipps für mich?
    Bin dankbar und nicht beratungsresitent,lach.

    LG
    Holger

  2. #2
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    AW: Wie wird man ein guter Schachspieler?

    Ah, die schachliche Gretchenfrage mußte ja mal irgendwann kommen.

    Zunächst einmal braucht man im Schach einen langen Atem und viel Geduld. Denn wegen der Komplexität des Spiels und seiner Schwierigkeit, Gelerntes in die Praxis umzusetzen, gestaltet sich eine Steigerung der Spielstärke im Schach recht zäh. Ein gewisses Niveau kann man zwar relativ schnell erlangen, aber als Faustregel gilt, daß nach oben eine Steigerung der Spielstärke immer schwächer wird.

    Aber zunächst einmal Glückwunsch dazu, daß Du nun in einem Schachverein bist. Ein Schachverein scheint mir für eine ernsthafte Steigerung der Spielstärke fast schon eine notwendige Bedingung zu sein, denn von wirklich guten Hobbyspielern habe ich nur sehr selten gehört. Nicht umsonst wird ja immer zwischen Hobbyspielern und Vereinsspielern unterschieden.

    Es ist tatsächlich ein Problem, daß in vielen Vereinen im Erwachsenenbereich zuwenig gemacht wird. Zwar bieten viele Vereine Jugendtraining an, aber im Erwachsenenbereich ist man dann meistens auf sich alleine gestellt, quasi sein eigener Herr bzw. sein eigenes Unternehmen, eine lupenreine Ich-AG sozusagen.

    Allerdings hängt die Art und Weise eines Vereinslebens auch stark von den Mitgliederaktivitäten ab. Zum Beispiel könntest Du in Deinem neuen Schachverein anregen, eine Trainingsgruppe zu bilden, und wenn Du genügend Leute dafür begeistert hast, dann setzt ihr euch einfach regelmäßig in eurem Verein zusammen. Sinnvoll wäre z. B. ein von Sitzung zu Sitzung wechselndes Schwerpunktthema, auf das sich jeder vorbereiten kann, um dann in der Gruppe interessantes dazu beizusteuern.

    Wie man sich im Schach verbessern kann, ist neben dem reinen Spielen, zu dem mittlerweile heute ohnehin jeder mehr als genügend Möglichkeiten finden kann, natürlich auch geeignetes Schachtraining sehr wichtig, das sich erst dann richtig festsetzen kann, wenn es praktisch erprobt wird. Wie in den meisten Disziplinen ist eine Harmonisierung von Theorie und Praxis der beste Weg. Es bietet sich das Lösen von Aufgaben an (hier im Forum, aber vor allem durch Taktikbücher). Training am Computer verführt nämlich zu einer gewissen Oberflächlichkeit, nachhaltiger ist das traditionelle Training mit Büchern. Generell sind gute Schachbücher ein guter Weg, sich zu verbessern. Es gibt gute allgemeine Lehrbücher, auch gute Bücher zu Eröffnungen, zu Endspielen und zu allerlei anderen schachlichen Schwerpunkten. Hier im Forum bietet sich übrigens an, das Gelernte zu vertiefen. Wenn Dir z. B. etwas unklar sein sollte oder Du noch weiteren Diskussionsbedarf hast, kannst Du das Thema hier zur Diskussion stellen, und im Idealfall werden Dir starke Schachspieler dann bei ihren Beiträgen helfen. Übrigens findest Du im Internet auch noch gutes Material. Wenn Du z. B. ein Stichwort wie z. B. Bauernketten in Google eingibst, dürftest Du sehr viele weitergehenden Informationen dazu finden, die mehr oder weniger sinnvoll sind. Es gibt Schachspieler, die Dir raten werden: "Taktik, Taktik, Taktik". Ich rate aber zu einem ganzheitlichen Weg, da nur so Dir ein wirkliches Schachverständnis ermöglicht werden kann. Viel Glück bei Deinem Projekt der Steigerung der Spielstärke!
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  3. #3
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    AW: Wie wird man ein guter Schachspieler?

    Hallo Kiffing

    Vielen Dank für deine vielen Tipps und Anregungen.Den Verein zu einem Systemtraining anzuregen find ich gut.Vielleicht kann ich diplomatisch diesbezüglich mal einen Vorstoß unternehmen.
    Ich hab gehört das der Deutsche Schachbund ein Bauern-Turm-und Königsdiplom anbietet-klingt irgendwie motivierend.Wie läuft das ab?Fragen beantworten die man zugeschickt bekommt,Urkunde gibts danach?
    Hast du gute Buchemphelungen für mich?
    Ich übe derzeit mit dem Buch Bauer,Dame,Känig-Matt von Schneider/Schulmyer.Ist das gut?

    LG
    Holger

  4. #4
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    AW: Wie wird man ein guter Schachspieler?

    Genau, man muß die jeweiligen Diplome lösen und dann gibt es das Diplom. Das Bauerndiplom wäre vielleicht mit dem Seepferdchen im Schwimmen vergleichbar. Du kannst Dich, wenn Du es hast, zumindest schon einmal schachlich "über Wasser" halten. Wenn Du interessiert daran bist, die Diplome zu machen, würde ich mal euren Vorstand ansprechen. So genau kenne ich mich damit auch nicht aus.

    Genausowenig kenne ich mich mit den Büchern für Einsteiger aus, da ich diese seit mehr als 20 Jahren nicht mehr lese. Allerdings könnte ich Dir die beiden Einsteigerbücher nennen, die mir am besten im Gedächtnis haftengeblieben sind und die einem die Grundlagen im Schach gut vermittelt haben. Es sind beides Einsteigerbücher aus der DDR, und zwar: "Schach macht Spaß" von Bodo Starck. Und wenn Du das durch hast, wird es mit dem nächsten Einsteigerbuch etwas komplexer: "ABC des Schachspiels" von Juri Awerbach. Durchgehend positiv wird auch das Einsteigerbuch von John Nunn gesehen: "Schach verstehen Zug für Zug". Der Titel ist selbsterklärend, in Meisterpartien wird Dir Zug für Zug genau erklärt, so daß klar wird, warum der Großmeister diesen und nicht einen anderen Zug gespielt hat.
    Geändert von Kiffing (07.12.2013 um 12:54 Uhr) Grund: Verwechslung von Pfleger und Nunn
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  5. #5
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    AW: Wie wird man ein guter Schachspieler?

    Hallo Kiffing.
    Danke.Ich hab noch mal ein paar Sachen die mir durch den Kopf gehen.

    1)Hilft eine Homepage den Vereinen nachweislich bei der Mitgliedergewinnung?Kleinere Vereine haben oft keine HP.Mir fällt auf das scheinbar in einigen Vereinen der "Mittelbau" fehlt-Kinder sind da und ältere,wertgeschätzte Herren aber von 25-40 ist es mau.

    2)Ich habe eine Schachpartie gegen Mephisto Chess Trainer nun erstmals mt Notation gespielt und hab diesbezüglich ein paar Fragen.
    Wenn der Bauer schlägt wird ka kein GRoßbuchstabe seperat für den Bauer aufgeschrieben wie z.b ein L fü den Läufer.Schreib ich dann komplett A1xB2 während ich ja bei Läufer nur angebe z.b LxG5 z.b?
    Wie wird die Rochade und die Umwandlung aufgeführt?

    LG
    Holger

  6. #6
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    AW: Wie wird man ein guter Schachspieler?

    Durchgehend positiv wird auch das Einsteigerbuch von John Nunn gesehen: "Schach verstehen Zug für Zug". Der Titel ist selbsterklärend, in Meisterpartien wird Dir Zug für Zug genau erklärt, so daß klar wird, warum der Großmeister diesen und nicht einen anderen Zug gespielt hat.
    mal davon abgesehen dass es sich absolut nicht um ein einsteigerbuch handelt Moderne grossmeisterpartien sind sehr kompliziert und verfehlen wol das ziel, eineme anfänger zu erklären wie man schach spielt... Irving Chernev's “Logical Chess Move by Move” ist von der idee sehr ähnlich wie Nunn's buch, aber die partien sind einfacher zu verstehen.

    Ich denke um besser im schach zu werden kommt man um ein regelmässiges taktiktraining nicht herum. Ob man das lieber am computer oder im buch oder am brett macht ist wohl individuell. Für mich persönlich ist das taktiktraining bei chesstempo.com ideal, das ranking-system gibt den anreiz, wirklich jede aufgabe ernst zu nehmen, ausserdem gehen die aufgaben mehrere züge weit, es reicht nicht, nur den ersten zug richtig zu lösen, man muss auch die folgenden züge gesehen haben.
    Wichtig ist aber vor allem, dass man es auch macht! Es bringt nichts, zu sagen, dass das taktiktraining mit dem buch sinnvoller ist als am computer, dann aber nur 1x im monat taktikaufgaben zu lösen. Es bringt ebenfalls nichts, sich vorzunehmen, täglich 1h taktik zu üben, das zieht man ja eh nie durch!
    Stell dir ein machbares ziel, z.bsp. 5 taktikaufgaben pro tag oder 15 minuten taktik pro tag oder sowas, aber das dann auch durchziehen.

    edit:
    algebraische schachnotation:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Algebraic_chess_notation

  7. #7
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    AW: Wie wird man ein guter Schachspieler?

    Ich denke, einige Spieler bleiben immer auf dem gleichen Niveau, weil sie nur spielen. Sie denken "Praxis ist der beste Lehrmeister", was zu einem Teil sicherlich stimmt, machen aber immer die gleichen Fehler und wundern sich dann, dass sie nicht vorwärtskommen. Oder sie sind einfach zufrieden damit, wie es ist, was ja auch ok ist. Wer sich verbessern will, muss viel Schachliches aufnehmen (z.B. Bücher mit Meisterpartien) und das eigene Schaffen analysieren. Heutzutage (Internet, Engines, Datenbanken, Unmengen von Gedrucktem) eigentlich leichter denn je !

  8. #8
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    AW: Wie wird man ein guter Schachspieler?

    Zitat Zitat von Holger74 Beitrag anzeigen
    ...
    Hast du gute Buchemphelungen für mich?
    Ich übe derzeit mit dem Buch Bauer,Dame,Känig-Matt von Schneider/Schulmyer.Ist das gut?...
    Hallo Holger,

    zu diesem Thread-Thema kann man längere Abhandlungen schreiben, aber ich will erstmal eine Buchempfehlung loswerden:

    "Bobby Fischer lehrt Schach" - gebunden, Taschenbuch rororo - antiquarisch erhältlich.
    Der gute Bobby hat hier vermutlich recht wenig zur Konzeption beigetragen und mehr seinen Namen zur verfügung gestellt. Allerdings sind einige seiner Partien als Lehrbeispiele gut verarbeitet.
    Die Konzeption ist für Anfänger und fortgeschrittene Anfänger aus meiner Sicht sehr gut geeignet. Es ist eine Schule des Sehens und Erkennens erster Basistaktiken einschließlich Verteidigungen und war schon damals (das Buch ist aus den 70ern) nach dem Konzept der Stappenmethode aufgebaut.
    Die Schwierigkeit steigert sich also mit Fortschritt.
    Als ich das Buch kaufte, war ich zunächst enttäuscht. Das lag daran, daß ich schon ein halbwegs brauchbarer Vereinsspieler war und mir die 1. Hälfte des Buchs wenig bis gar nichts mehr brachte. Die 2. Hälfte war dagegen für mich als fortgeschrittener Amateur deutlich brauchbarer und es schlichen sich die ersten Fehler und Unaufmerksamkeiten bei den Lösungen ein.
    Im Anfängerstadium wäre das Buch dagegen für mich ideal gewesen, doch da kannte ich es eben noch nicht...
    Heute weiß ich seine Konzeption sehr zu schätzen und empfehle es.

    Zu den Bauern-, Turm- und Königsdiplomen gab es die Serie "Zug um Zug 1-3" von Helmut Pfleger und anderen, die den Stoff nahebringen und nach meiner Erinnerung gut sind.

    Zur Frage "Wie wird man ein guter Turnierspieler?" gibt es ein Buch von Edmar Mednis, das so oder ähnlich heißt. Ich glaube, ich habe es irgendwo, aber noch nicht gelesen. Diese Mißachtung soll aber bitte nichts über das Buch selbst aussagen.
    Daß ich in dem Buch bisher noch nicht geblättert habe, liegt an anderen Dingen, aber vllt. bewirkt dieser Thread, daß ich das demnächst nachhole.

    Wichtig scheint mir, daß man an Schach auch Spaß haben kann und bleibendes Interesse entwickelt, wenn man kein so guter Turnierspieler wird...


    Natürlich sind Erfolge Treib- und Schmierstoff, doch kenne ich etliche Schachfreunde, denen ich ich das Diplom "guter Turnierspieler" aus meiner Sicht nicht ausstellen würde (genauso wie mir Meisterspieler diese Bezeichnung - berechtigt - verweigerten).
    Diesen Schachfreunden ist die Begeisterung und das Interesse für ihr Hobby aber häufig über Jahrzehnte nicht abhanden gekommen und sie spielen regelmäßiger und häufiger Turnierschach als etliche stärkere Spieler, die an eigenen "Qualitätsansprüchen" scheitern und das Spiel eher theoretisch denn praktisch verfolgen.

    Es gibt ein paar persönliche Eigenschaften, die eine gewisse Turnierschachaffinität nahelegen und die Chance auf recht erfolgreiches Spielen erhöhen.
    Diese Eigenschaften kann man bei Spitzenspielern gut feststellen und dann auf die Amateurebene herunterbrechen.


    Dazu rechne ich:

    ein gutes, besser exzellentes Gedächtnis

    soll heißen, wer Schwierigkeiten hat, sich etwas zu merken, sich zu erinnern, etwas Bekanntes/Gesehenes richtig einzuordnen, der wird im Schach Schwierigkeiten haben.

    Besonders gut ist natürlich, wenn man Strukturen und Muster wiedererkennt und dabei kleine, aber feine Unterschiede ausfindigmacht.
    Spitzenspieler im Schach vollbringen hier kleine Wunder. Bekannt sind die Geschichten von eben Bobby Fischer, Nigel Short, Magnus Carlsen und Garry Kasparov.
    Vielfach getestet ihr visuelles Gedächtnis. Und bei weniger bekannten GM fiele das Ergebnis nicht sehr viel schlechter aus.
    Von Short gibt es die Anekdote, daß er mehrere Stellungen kurz ansehen sollte und sie anschließend wieder aufbaute. Dabei beging er einen Fehler, wie der Reporter schmunzelnd feststellte. Eine Figur war flasch platziert, also der junge "Chess Prodigy" doch nicht so ganz fehlerfrei?
    Nun, Short hatte sich einfach den Scherz erlaubt, den Gewinnzug in der Stellung bereits auszuführen und aufzubauen.
    Etliche Schachspieler sind auch kleine Sprachgenies. Bekannt ist sicher Dr. Robert Hübner mit seinen Fremdsprachenkenntnissen, aber das hat er mit vielen anderen Spielern gemein.
    Magnus Carlsen hat für seine erste kurze Bundesligasaison für die Schachfreunde Neukölln (jetzt Berlin) mal kurz ganz brauchbar etwas deutsch gelernt.
    Ich glaube, eine ausführlichere Beschreibung findet sich aktuell wieder auf der Homepage des Vereins.

    Das eigene visuelle Gedächtnis bezogen auf Schachpartien bzw. Schachstellungen kann jeder im Selbstdurchlauf testen.
    Wer eine Schnellpartie spielt und sie nach kürzerer oder längerer Pause dann ohne Mitschrift wieder konstruieren kann, hat eine bessere Leistungs-Schacheignung als derjenige, der ohne Notation recht hilflos ist.
    Für Spitzenleistungen in diesem Bereich siehe Bobby Fischers Wiedergabe von zig Blitzpartien en bloc, aber auch viele andere Meisterspieler können die Simultanpartien (20-30), zumindest die anspruchsvolleren recht problemlos wiedergeben.
    Von den Spitzenleistungen eines Harry Pillsbury, Alexander Aljechin, Miguel Najdorf oder aktuell Thorsten Lang (aktueller Blindsimultanweltrekordler) gar nicht erst zu reden.

    Neben diesem visuellen Gedächtnis ist auch ein gutes Nervenkostüm, "Sitzfleisch", Liebe zu Details und Kleinigkeiten von Bedeutung.
    Wer zu ungeduldig und zappelig, etwas oberflächlich und zu wenig forschend sowie ausdauernd ist, wird es schwerer im Leistungsschach haben.
    Kritikfähigkeit und gesundes Selbstbewußtsein sind auch förderlich, aber hier wird es schon "nebulöser".
    Ich kenne einige wenige Meisterspieler, die häufig meinen und behaupten, hier stünden sie besser und damit basta. Meines Erachtens ein großes Handicap, doch haben sie trotzdem eine hohe Spielstärke erreicht.
    Ich frage mich allerdings, wo sie stünden, wenn sie ausgewogener und objektiver urteilen.
    Die Mehrheit starker Schachspieler geht allerdings in Richtung Objektivität und gesunder Selbstkritik ohne zu nagende Selbstzweifel.
    Neben Spielern mit überbordendem Selbstbewußtsein gibt es auch Spieler mit zuviel Selbstzweifeln (häufig auch Zeitnotkandidaten!). Trotzdem sind auch diese Spieler ausgesprochen spielstark, nur wären sie wahrscheinlich noch einen Tick sportlich erfolgreicher, wenn sie ein etwas größeres Selbstbewußtsein hätten.
    Zu große schachliche Objektivität und Selbstzweifel stehen einem sportlichen Erfolg durchaus entgegen.
    Ein selbstbewußter Spieler mit entsprechender Mine kann mit einem drittklassigen Zug oder gröberen Fehler auch schon mal die eine oder andere Partie gewinnen, während ein Spieler mit etwas anderem Ego dieses Überlegenheitsgefühl nicht so ausstrahlt und seinem Gegenüber vermittelt.
    Trotzdem können beide ähnlich viel vom Schach selbst verstehen...

    Ein klassisches Partiebeispiel ist diese Partie zwischen Mister Energy und Dynamics Garry Kasparov und Träumer Vassili Ivanchuk ("Chu(c)ky").

    [Event "Linares"]
    [Site "Linares ESP"]
    [Date "1999.03.03"]
    [Round "9"]
    [Result "1-0"]
    [White "Garry Kasparov"]
    [Black "Vassily Ivanchuk"]
    [ECO "D27"]


    1.d4 d5 2.c4 dxc4 3.Nf3 e6 4.e3 c5 5.Bxc4 a6 6.O-O Nf6 7.Bb3
    Nc6 8.Nc3 cxd4 9.exd4 Be7 10.Re1 O-O 11.a3 Na5 12.Bc2 b5 13.d5
    Nc4 14.Qd3 Re8 15.a4 exd5 16.axb5 a5 17.b3 Nd6 18.Nd4 Bb7
    19.f3 Rc8 20.Na4 Bf8 21.Bg5 g6 22.Qd2 Rxe1+ 23.Rxe1 Nde8
    24.Re2 Bb4 25.Qe3 Rc7 26.Bd3 Re7 27.Qc1 Rxe2 28.Bxe2 Qe7
    29.Qe3 Qxe3+ 30.Bxe3 Nd7 31.Nc6 Bxc6 32.bxc6 Nb8 33.Bb6 Bd6
    34.Nc3 Bc7 35.Bf2 d4 36.Nd5 1-0


    Garry führte den vermeintlichen Gewinnzug aus, nachdem Chucky sofort aufgab.
    Dieser Zug war aber ein grober - und für Kasparov natürlich seltener - Fehler, der gerade den Gewinn wegwarf.
    Träumer/Zweifler Chucky - sicherlich auch unter dem Eindruck des Spielverlaufs, ggf. der zeitnot aber auch der Ausstrahlung/Wirkung Kasparovs - warf dagegen seine (unverhoffte) Chance weg.

    Bei einer umgekehrten Konstellation stünden die Wetten gut, daß G.K. den Ausweg ergriffen hätte.
    Schachlich trennt die beiden in der besagten Stellung gar nichts, aber die unterschiedlichen Persönlichkeiten und Erfahrungen führen zu unterschiedlichen sportlichen Ergebnissen.

    Deshalb wird G.K. eben als einer der brillantesten - für der mich brillanteste, auch wennich ihn ansonsten nicht übermäßig mag - Weltmeister in den Geschichtsbüchern stehen und der gute Chucky, den die allermeisten Spieler mögen, als einer der brillantesten Nicht-Weltmeister.

    Erfolgreiche Turnierspieler sind und bleiben beide ....
    Geändert von zugzwang (07.12.2013 um 23:41 Uhr)

  9. #9
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    AW: Wie wird man ein guter Schachspieler?

    Ich bin zufriedenes Mitglied bei chess.com.

    Die Voll-Mitgliedschaft bei chess.com hört sich teuer an, ist es aber nicht.
    Durch deren Flaggschiff "Chess Tutor", Taktiktrainer, Videos uvm erspart man sich eine Menge Kosten! Alles was man braucht ist an einem Platz. Noch dazu gibt es einen Trainingsplan, in dem drin steht, wann man welche Angebote/Kurse nutzen sollte usw.

    Als Alternative fuer Autodidakten wuerde ich die Stappenmethode ansehen.

    Das grösste Problem das ich beim Schach sehe, ist die unglaubliche Vielfalt an Medien.
    Vor 50 Jahren hatte man (wie ich hörte) nur 1-2 Buecher (die konnte man aber auswendig) Was muss das fuer eine schöne Zeit gewesen sein!
    Zu Unrecht ist der Pinguin als Haustier bisher stark im Hintertreffen. Sein aufrechter Charakter und nicht zuletzt seine tadeligen Umgangsformen lassen ihn besonders im Winter als idealen Genossen bürgerlicher Häuslichkeit erscheinen. (Loriot)

  10. #10
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    AW: Wie wird man ein guter Schachspieler?

    Zitat Zitat von Schlaffi Beitrag anzeigen
    Vor 50 Jahren hatte man (wie ich hörte) nur 1-2 Buecher (die konnte man aber auswendig) Was muss das fuer eine schöne Zeit gewesen sein!
    Ja, das ist ein gutes Beispiel für die heutige Informationsflut. Das Wissen geht immer mehr in die Breite, aber immer weniger in die Tiefe. Modernitätskritiker betonen dabei das Zweite, während Modernitätsbegeisterte umso energischer auf das Erste verweisen. Beim Schach ist aber eine gewisse Tiefenwirkung unabdingbar. Große Schachspieler betonen immer wieder, daß man, um im Schach gut zu werden, sich vom oberflächlichen, schablonenhaften Denken lösen muß. Man muß in das Schach eindringen wie ein guter Wissenschaftler in seinen Fachbereich.
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  11. #11
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    AW: Wie wird man ein guter Schachspieler?

    Wenn du auf ein ausgewogenes Training Wert legst, dann befasse dich mit allen drei Phasen einer Schachpartie - und dies kann man am besten durch das (mehrfache) Nachspielen gut kommentierter Meisterpartien (sofern sie auch Endspiele enthalten).

  12. #12
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    AW: Wie wird man ein guter Schachspieler?

    Hallo Holger74,

    bin selbst noch recht neu im Schach, die folgenden Ratschläge sind daher mit Vorsicht zu genießen

    Ich denke, dass der Beitritt zu einem Schachclub eine sehr gute Entscheidung war. Für das Training würde auch ich dir zu einem "ganzheitlichen" Konzept raten, dh lerne nicht nur Eröffnungen auswendig oder Endspiele, sondern übe alles gleichmäßig. Literatur/DVD´s gibts reichlich, ich kann dir leider nichts Spezielles empfehlen... Vom Hörensagen sollen die Tigersprung-Bücher ganz ok sein, google mal danach. Vielleicht gibt´s bei dir im Schachclub eine Büchersammlung?

    Was du auf jeden Fall immer gut machen kannst, sind Taktikaufgaben. Neben http://chesstempo.com/ kann ich dir auch http://www.shredderchess.de/schachau...der-woche.html empfehlen (täglich 8 Aufgaben, geht einfach los und wird immer schwerer).

    Mir persönlich hat auch die Analyse (sofern man das so nennen kann) der eigenen Partien geholfen. Zieh die Partie einfach nochmal kurz nach und versuch den Punkt zu finden, ab dem die Partie "gekippt" ist. Meistens gibt´s sogar mehrere Knackpunkte. Schau dir die einfach an und probier aus, wie du hättest besser spielen können. Mach keine Wissenschaft draus, sondern: Hab Spaß dabei

    lg keks

  13. #13
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    AW: Wie wird man ein guter Schachspieler?

    Zitat Zitat von Kampfkeks Beitrag anzeigen
    Mach keine Wissenschaft draus, sondern: Hab Spaß dabei
    lg keks
    Ah, amerikanischer Style bzw. amerikanischer Pragmatismus vs. Sowjetische Schachschule.
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  14. #14
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    AW: Wie wird man ein guter Schachspieler?

    Zitat Zitat von Holger74 Beitrag anzeigen
    1)Hilft eine Homepage den Vereinen nachweislich bei der Mitgliedergewinnung?Kleinere Vereine haben oft keine HP.
    Was heißt "nachweislich"? Letzten Samstag kam ein Gast in unseren Verein, der sich sofort als Mitglied angemeldet hat - die Informationen für den Besuch kamen von unserer Homepage.

    Mir fällt auf das scheinbar in einigen Vereinen der "Mittelbau" fehlt-Kinder sind da und ältere,wertgeschätzte Herren aber von 25-40 ist es mau.
    Wenn Kinder da sind, ist der "Mittelbau" irgendwann automatisch da - es sei denn, die treten alle ab einem bestimmten Alter aus. Das wäre dann tatsächlich ein Problem, das ich bei unserem Verein aber nicht so erlebt habe.


    Wenn der Bauer schlägt wird ka kein GRoßbuchstabe seperat für den Bauer aufgeschrieben wie z.b ein L fü den Läufer.Schreib ich dann komplett A1xB2 während ich ja bei Läufer nur angebe z.b LxG5 z.b?
    Es reicht sogar die Linie des Bauern: "axb2" ist vollkommen ausreichend.


    Wie wird die Rochade [...]
    0-0 für die kleine Rochade; 0-0-0 für die lange Rochade.

    [...]und die Umwandlung aufgeführt?
    z.B. mit "d8D" (Bauer zieht auf d8 durch und wandelt in eine Dame um).

    Siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Schach...ische_Notation
    http://musescore.com/tobefree

    Zitat Zitat von derair
    also ich hab jetztd en internet explorer 9 und der ist toll
    der ist viel übersichtliger geworden und íst viel besser als fire fox
    "Alle aussteigen, wir klauen jetzt einen A380."

  15. #15
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    AW: Wie wird man ein guter Schachspieler?

    Zitat Zitat von ToBeFree Beitrag anzeigen
    0-0 für die kleine Rochade; 0-0-0 für die lange Rochade.
    Dann gibt es noch die Pam-Krabbe-Rochade. Die wird mit 0-0-0-0 abgekürzt.
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

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