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Thema: Schachjahr 2013 - Gewinner und Verlierer

  1. #1
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    Schachjahr 2013 - Gewinner und Verlierer

    Das sehr intensive Schachjahr 2013 geht dem Ende zu. Sehr viele Entscheidungen sind gefallen, und wir haben einen neuen Weltmeister im Schach. Am Ende eines Jahres steht traditionell die Besinnung auf das Gewesene, das nun in Ruhe ausgewertet werden kann. In diesem Kontext würde mich einmal interessieren, welche Spieler ihr zu den Gewinnern und Verlierern dieses Schachjahres zählen würdet.

    Meine Meinung lautet wie folgt:

    Gewinner:

    Hikaru Nakamura: der streitbare US-Amerikaner und Neoromantiker im Schach hat sich mit nun 2789 Elopunkten fest in der Weltspitze etabliert und belegt nun Rang drei in der Weltrangliste.

    Magnus Carlsen: große Jahre vor ihm wurden in diesem Jahr noch übertroffen. Der neue Weltmeister überzeugt mit fast übermenschlicher Präzision, hervorragender Technik und ganz großem Kampfgeist. Eine 29xxer Eloperformance nach der anderen ließ er bei Turnieren folgen. Der Weltmeistertitel war da nur die logische Konsequenz. Nebenbei knackte er noch den Elorekord von Garri Kasparov und führt die Elo-Liste nun schon mit 60 Punkten vor Aronian an.

    Weselin Topalov: der angriffslustige Bulgare ist wieder da. In überzeugender Manier gewann er das Grand-Prix-Turnier in Zug, qualifizierte sich über den Grand-Prix-Modus für das nächste WM-Kandidatenturnier und kletterte nebenbei auf Rang fünf der Eloweltrangliste.

    Verlierer:

    Teimour Radjabov: war der Aseri in diesem Jahr schon ganz nah dran an der magischen 2800er Elomarke, so folgte ein jäher und dramatischer Absturz. Er wurde in drei Spitzenturnieren in Folge regelrecht durchgereicht

    Vishy Anand: das Schachjahr verlief äußerst wechselhaft für den sympathischen Inder. Bei der WM in seiner Heimatstadt Chennai (Madras) war er aber eindeutig seinem Gegner nicht gewachsen und verlor ohne seinen Gegner auch nur einmal besiegt zu haben. In der Weltrangliste gehört er aber noch knapp den Top-Ten an. Wie lange noch?

    Wassili Iwantschuk: der geniale Ukrainer stand sich einmal mehr selbst im Weg. Beim prestigeträchtigen Kandidatenturnier konnte er zwar durch Siege gegen die beiden Favoriten Carlsen und Kramnik positiv auf sich aufmerksam machen. Zu seiner Saison gehört aber doch wesentlich mehr Schatten als Licht. Er verlor auffällig oft, u. a. durch ein katastrophales Zeitnotmanagement.

    Ansonsten werde ich persönlich sehr gespannt auf Sergei Karjakin sein, dessen Spielkultur äußerst sehenswert ist, und bei dem ich immer das Gefühl habe, für ihn ist noch sehr viel Luft nach oben. Gespannt darf man auch sein über die Entwicklung von Fabiano Caruana, Lewon Aronian und den konstant nach vorne preschenden Alexander Grischuk. Das neue Schachjahr wird es zeigen. Was sind eure Beobachtungen?
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

  2. #2
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    AW: Schachjahr 2013 - Gewinner und Verlierer

    Deinen Gewinner-Beobachtungen schließe ich mich an.
    Allerdings möchte ich hier noch Fabiano Caruana anfügen, der trotz seiner Vielspielerei seinsehr hohes Niveau bestätigte und sich virtuell kurz auf die 2800 hievte. Auch ist sein Schachstil sehr kampfbetont und kompliziert, was bei ihm aber auch zu einigen Zeitnotproblemen führt(e).
    Virtuell hat er die GrandPrix-Serie "gewonnen" (=höchste Punktzahl ohne Streichergebnis). Virtuell, weil man nicht weiß wie "Topa" und "Shakh" sich ins Zeug gelegt hätten, wenn es kein Streichergebnis gäbe.
    Insgesamt ist er äußerst knapp an der Kandidatenquali über den GrandPrix gescheitert, was ich persönlich sehr bedauere.
    Er ist aber der 1. Nachrücker, wenn die verbreiteten Infos stimmen.

    Carlsen ist Gewinner, weil er sich in einem ähnlich fulminanten Lauf wie Tal und Kasparow die WM-Krone im 1. Anlauf sicherte.
    Was ihn von Tal und Kasparow unterscheidet und warum seine Popularität als gerade gekürter WM gespaltener als bei diesen beiden Spielern zu Zeiten ihres Titelerwerbs zu sein scheint, verdient eine gesonderte Betrachtung.

    Nakamura ist ein weiterer auffällig verbesserter Spieler der Weltspitze.
    Er scheint nur noch einen einzigen Angstgegner zu haben: Carlsen.
    Mit Anand, Kramnik und auch Aronjan kommt er inzwischen ganz gut zurecht - vllt. ist dies noch untertrieben.
    Dabei fällt auf, daß er gegen diese Spieler auch einige dubiose Stellungen noch umbiegen konnte in vollen Punktgewinn. Seine Endspielbehandlung wirkt nachhaltiger und weniger fehleranfällig als früher.
    Formschwankungen und Krisen, die es auch 2012/2013 (Grandprix-Serie!) gab, steckt er ganz gut weg, wie seine Elo-Zahl nachhaltig zeigt.

    Topalows Gewinn der GrandPrix-Serie war ein großartiges Comeback und zeigt, daß mit ihm wieder zu rechnen ist.
    Seine Ergebnisse gegen die absolute Spitze nach Reputation (Carlsen, Anand, Kramnik und Aronjan) sind mir für 2013 nicht so hängengeblieben.
    Aufgrund der Differenzen mit Kramnik ist es ja auch nicht so leicht, alle diese spielerin einem Turnier am Brett zu haben. Topa hat für mein Gefühl gegen die (ex)-2800er in 2013 nicht so viel Partien gespielt.
    Und diese Spieler sind aus meiner Sicht immer noch die Meßlatte nach oben wie nach unten.
    Topa ist also auf dem Weg nach oben. Wie weit es geht, werden diese Spieler aufzeigen.

    Ein weiterer Gewinner ist "Mickey", aber auch Bacrot, Vachier-Lagrave und Giri können zufrieden sein.
    Bei den Chinesen wartetman immer noch auf den großen Aufbruch/Durchbruch.
    Naja, irgendwie gehören lange Märsche und ausdauer wohl zu ihrerGeschichte und Tradition, die sich auch im Schach niederschlägt!?

    Die Verlierer des Jahres 2013 sind auch richtig ausgemacht.
    Für mich gehört Levon Aronjan leider auch in diese Kategorie, doch hoffe ich, daß diese gewisse Krise in Ergebnissen und Partieinhalt nur ein Zwischenstopp zum großen Finale bzw. auf dem Weg zum WM-Kampf ist.
    Ich wünsche ihm dafür alle Energie und Selbstvertrauen.

    Etwas zu blaß war mir in 2013 Sergei Karjakin. auch verglichen mit den älteren Russen Big Pete Svidler "Nachtdurchmacher" Sascha Grischuk.
    Allerdings hat sich beim immer noch jungen Sergei im Privatleben ja auch einiges getan.

    Chucky hat mit seiner irrationalen Zeiteinteilung im Kandidatenturnier für mehr als Aufregung gesorgt.
    Für mich zeigt dies nur, daß der Modus brauchbar, aber verbesserungsfähig ist.
    Aus meiner Sicht sollten die 2 Erstplatzierten dieser Ausscheidung immer noch ein Match spielen, um den Herausforderer des WM zu bestimmen.

    Zugegeben: Es gibt das Problem mit mehr als 2 Spielern auf den Plätzen 1 oder 2 nach Punkten ohne Sonderwertung.

    Für 2014 setze und hoffe ich auf Fabiano Caruana, Maxime Vachier-Lagrave und Levon Aronjan, um "Bayern München" Carlsen endlich die erste Saisonniederlage beizubringen.
    Carlsen kann noch weniger als Bayern für seine Überlegenheit. immerhin kauft er den anderen nicht die Eröffnungsvarianten oder Spielertrainer in großem Stil weg, sondern beschreitet seinen Weg aus eigener Kraft.
    Für den Schachsport wäre es aber wichtig, wenn sich die Lücke zwischen ihm und dem Rest (gut ablesbar an der hier aussagekräftigen Elo-Zahl) wieder verkleinert und die Turniere der Weltklasse auch einen anderen Sieger erleben.

    In der Damenwelt ist auch die amtierende Weltmeisterin Hou Yifan die große Siegerin.
    Eindrucksvoll zeigte sie ihre Qualitäten im klassischen Format.
    Kleine Formkrisen - vllt. auch bedingt durch Studium - steckt sie weg.
    Eine weitere Gewinnerin ist Ex-WM Alexandra Kosteniuk, die zwischenzeitlich unter die 2450 rutschte, was auch in der Damenwelt Niemandsland ist. Sie hat sich wieder über die 2500 gespielt und zählt damit nicht nur von der Reputation her zur Damenweltspitze.
    Humpy hat bei mir gewonnen, weil sie endlich mit einem feinen Lächeln ähnlich der Mona Lisa abgelichtet wurde und weit weniger "grimmig" bildmäßig herüberkommt als früher.
    Ihre Turniererfolge und Elozahl sagen deutlich aus, daß sie Konkurrentin Nr. 1 der jungen Hou bleiben wird und wer weiß
    ... vielleicht erobert sie wieder einen Schachweltmeistertitel für die Schachnation Indien.

    Etwas aus der Erfolgsspur geraten sind die Kosintseva-Schwestern, wobei Nadeschda hierfür den besten Grund des Lebens hat. Ihre Schwester spielte dagegen
    irgendwie unglücklich.

    Kommentator(in) des Jahres ist für mich trotz der konkurrenz von Lawrence Trent u.a. seine WM-Partnerin Tania Sachdev (bzw. Sachdev Tania).
    Ihre Co-Kommentierung der WM war charmant und schachlich fundiert und erst ihre kurze Pause bei der Kommentierung brachte Vishy Anand aus dem Tritt.
    Zumindest ist einigen aufgefallen, daß Vishy erst verlor, als Tania nicht vor Ort weilte.

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