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Thema: Der Niedergang von 1. e4 - was tun, wenn man gewinnen will?

  1. #1
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    Der Niedergang von 1. e4 - was tun, wenn man gewinnen will?

    1. e4 galt lange Zeit als aktive Kampfansage an den Gegner. Der Zug galt lange Zeit sogar als bester Zug, weil er wie 1. d4 gleich mit einem Bauern das Zentrum besetzt, im Gegensatz zu 1. d4 aber gleich zwei Linienfiguren den Weg ebnet. Auch paßte 1. e4 aufgrund dieser Charakteristik wunderbar zur der Auffassung der romantischen Epoche, daß Bauern nur Kanonenfutter seien und lebhaftes Figurenspiel die feindlichen Barrikaden überrennen sollte, um dem gegnerischen Monarchen den Garaus zu machen.

    Im Zuge der „wissenschaftlichen Revolution“ seit Steinitz und dem Aufkommen der Hypermodernen wurden andere Einleitungszüge populär. Die Modernen schwörten auf die „positionellere“ Variante mit 1. d4, während die Hypermodernen die Entwicklung der Zentralbauern gleich gänzlich zurückhielten, weil sie dies als ernstzunehmende Schwächung begriffen, und auf Fianchettoaufbauten setzten. Das beste Beispiel dafür ist das Reti-System. Bei dieser Eröffnung bildet Weiß gleich zwei Fianchetti, und er unterstützt den fianchettierten Lb2 mit der Fernwirkung der Dame auf a1.

    Vor allem Alexander Aljechin, diverse Neoromantiker wie Spielmann und Boguljubov sowie die Sowjetische Schachschule befreiten beide Schulen von ihrer statischen Schwerfälligkeit und gaben dem dynamischen Schach unter Beibehaltung der allerdings in ein rechtes Verhältnis gebrachten positionellen Lehren beider Schulen ihre Renaissance. Dem „Ultradynamismus“ (Suetin) nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zwar durch Weltmeister wie Fischer und Karpov mit ihrem klassischen Stil noch einmal Einhalt geboten. Es war die Zeit, als die stärksten Großmeister untereinander bei Turnieren oft „freche“ Kurzremisen „schoben“. Doch gab ein Garri Kasparov, dessen Aktionismus auf dem Brett sehr viele Anhänger fand, dem Schach endgültig wieder die Dynamik in voller Blüte zurück.

    Insofern konnte auch der Einleitungszug 1. e4 seine anfängliche Popularität allen Widrigkeiten zum Trotze behaupten. Er bleibt bis heute der am meisten gespielte Einleitungszug. Doch schon bei der skandalträchtigen „PCA-WM“ von 2000 bildeten sich für 1. e4 wieder dunkle Wolken am Firmament. Herausforderer Wladimir Kramnik sorgte mit der Berliner Verteidigung dafür, daß Garri Kasparov mit Weiß nicht ein Spiel gegen ihn gewinnen konnte. Die „Berliner Mauer“ war damit das Faustpfand für Kramniks überraschenden Titelgewinn gegen den „zweiten Patriarchen“ der Schachwelt. Bei verschiedenen Spitzenturnieren war die Berliner Mauer nun ein ständiger Gast und galt zunehmend als relativ sicherer Remisgarant. Bei der WM 2013 in Chennai gab es für 1. e4 nun einen vorläufigen Negativhöhepunkt. Vishy Anand wurde mit seinem 1. e4 gleich viermal mit der Berliner Verteidigung konfrontiert. Wie dreizehn Jahre vorher Garri Kasparov gewann er dagegen kein Spiel. Dafür verlor er gleich zweimal und verzeichnete damit eine Ausbeute gegen den Berliner von 1:3 – eine niederschmetternde Bilanz. Als er später wieder auf 1. d4 umsattelte, wurde seine Eröffnungswahl von der Schachwelt unisono als kämpferischer Ansatz gewertet, mit der es Anand noch einmal wissen wolle. Das nenne ich verkehrte Welt.

    Was ist also los mit dem Einleitungszug 1. e4? Ist die Berliner Verteidigung nun gar die „Widerlegung“ von 1. e4 als Eröffnungszug, mit dem Weiß gewinnen will, oder findet Weiß auf die Geschehnisse in den letzten Jahren mit 1. e4 geeignete Antworten? Sollte dies der Fall sein, sehe ich zwei wahrscheinliche Möglichkeiten für den Weißspieler: Entweder er findet ein besseres Konzept gegen die Berliner Verteidigung, oder er weicht dem Spanier aus, indem er z. B. wie früher Boris Spasski auf das Königsgambit setzt. Spasski hatte damit noch in den 70er Jahren nicht mehr für möglich gehaltene Erfolge. Wie denkt ihr darüber?
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  2. #2
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    AW: Der Niedergang von 1. e4 - was tun, wenn man gewinnen will?

    Spanisch ist natürlich eine sehr gute Eröffnung, die durch die Berliner Mauer halt entkräftigt wird. Denke das größte Problem ist aber,dass weiß bei der Berliner Mauer nie eine richtige Druckposition entstehen lassen kann. Wenn man nicht aggressiv spielen möchte, verstehe ich nicht, warum diese Leute dann 1.e4 spielen. Vor allem auf GM-Niveau finde ich, dass es für den Schwarzspieler genügend Ressourcen gibt, das Spiel im Spanier, jetzt explizit in der Berliner Mauer Eröffnung , unter Kontrolle zu bekommen. Man muss da als Spanischspieler echt vorsichtig sein. Eventuell andere Eröffnungen spielen :
    Es gibt ja nicht nur das Königsgambit. Ebenso Schottisch ist eine gute alternative. Auch italienisch kann man sehr gut als Weißer spielen. Die Morphy-Variante gibt es auch noch oder die Wiener Verteidigung.
    Ich denke deshalb, dass nur die Eröffnung des Spanischen Systems momentan durch die Berliner Mauer unter Druck steht, aber nicht komplett 1.e4 . Zwar spielt die Allgemeinheit der Leute mit 1.e4 auch 3.Lb5, aber eben nicht alle, sodass es für mich kein Untergang von 1.e4 ist. (Es muss auch nicht direkt die Widerlegung von Spanisch sein, auch, wenn die Statistik die Schwarzvariante bevorzugt)

  3. #3
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    AW: Der Niedergang von 1. e4 - was tun, wenn man gewinnen will?

    Spanisch "scheitert" ja nicht nur an der berliner mauer, das zulassen des marshall-gambits gilt auf höchstem niveau momentan auch fast als remis-annahme. Im gegensatz dazu gilt die berliner mauer ja fast als kampferöffnung, Aronian meinte mal, dass er mit schwarz das marshall-gambit spielt wenn er remis will und die berliner mauer wenn er auf gewinn spielt (Er hat laut meiner datenbank sagenhafte 9 siege, 13 remis und nur 4 niederlagen!).
    Das "problem" an der berliner mauer ist auch, dass schwarz immer wieder mit neuen ideen kommt. Kramnik gegen Kasparov war Bd7-Kc8 + künstliche lange rochade im remis-sinn. Dann kamen spieler wie Aronian und Topalov mit der Ne7-idee und spielten das auf gewinn. Kritz spielt mit Ke8-Be7 wiederum auf remis. Dann kam in den letzen 5 (???) jahren auf einmal kramnik und andere mit der damals ganz neuen idee, direkt h5 zu spielen (klassisch spielt man erst h6 um Ng5 zu verhindern, und erst später h5). Und jetzt spielen auf einmal wieder alle Bd7-Kc8 + künstliche lange rochade, aber diesmal auf gewinn!

    Mit spanisch scheint weiss momentan nur mit den d3-varianten auf gewinn spielen zu können. Dies aber auch eher von der idee her, "einfach schach zu spielen", schwarz hat zwar ausgleich aber es ist eine komplizierte stellung mit (fast) allen figuren auf dem brett und vielen verschiedenen "pawn breaks" (wie heisst das nochmals auf deutsch?).

    Aber was sind die weissen alternativen? Obwohl schottisch dank kasparov sehr populär wurde und heute von vielen top-gms gespielt wird glaub ich nicht wirklich daran, in der Mieses-variante gibt es für schwarz sogar mehrere gute varianten, ausgleich zu eirreichen (wobei es ein dynamischer ausgleich ist, also eine gute stellung, wo der bessere spieler/das bessere verständnis der position auf gewinn spielen kann).

    Bei Italienisch ist die frage welche variante? c3+d4 im klassischen stil kann es nicht sein, schwarz kann da ja sogar eine remis-schaukel mehr oder weniger erzwingen. c3+d4+e5 wurde von sveshnikov und in letzter zeit von jobava gespielt und ist sehr interessant (ich spiels ja auch ) aber ernsthaft gross vorteil ist das wohl auch nicht. die d3-variante ist sehr ähnlich zur d3-variante im spanier, aber ich denke die variante mit dem läuer auf b5 anstelle von c4 haben doch mehr gift. Bleibt noch das evan's gambit. sicher interessant und wohl nicht zu widerlegen. Aber die neue hauptwaffe von 1.e4-spielern? Kann ich mir nicht vorstellen.

    Kramnik hat in der letzten zeit das schottische 4-springer-spiel ausgegraben, mit seiner neuen h3-variante. Ist sicher sehr interessant, wird aber wohl auch eher eine giftige nicht zu unterschätzende nebenvariante bleiben.

    Ich denke, früher oder später werden die mainlines im spanier wieder auftauchen. Ich bin ziemlich sicher, dass im hintergrund bereits viele starke computer an einer starken variante gegen die berliner verteidigung arbeiten. Eine neuerung haben wir ja im letzten jahr bereits gesehen, wo weiss nicht mehr 9.Nc3 spielt sondern direkt 9.h3, diese ist vorallem gegen 9...Bd7 gerichtet, wonach der bauernsturm mit 10.Rd8 und 11.g4 viel stärker wird. Die positionen danach sind, trotz ohne dame, extrem scharf.
    Bei marshall bin ich mir weniger sicher ob das zulassen hier je wieder auftaucht, aber die anti-marshalls sind wohl doch mehrversprechender als die anti-berliner, weil schwarz sich bereits mit a6+b5 geschwächt hat, das gibt ja immer bereits mal einen angriffspunkt

  4. #4
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    AW: Der Niedergang von 1. e4 - was tun, wenn man gewinnen will?

    Eine aktuelle Einschätzung in der zeit von Ulrich Stock anläßlich der 1. Partie der Schach-WM in Sotschi:

    Viswanathan Anand eröffnete die erste Partie mit 1. d4, dem Doppelschritt des Damenbauern. Das war nun keine Überraschung. Der Königsbauernzug 1. e4, der über Jahrhunderte hinweg als besonders aussichtsreich galt, führt zur Zeit zu nichts, da alle Angriffsversuche des Weißen an der sogenannten Berliner Mauer zerschellen, einer sehr robusten Erwiderung des Schwarzen, gegen die Schachtheoretiker bislang kein Mittel gefunden haben.
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  5. #5
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    AW: Der Niedergang von 1. e4 - was tun, wenn man gewinnen will?

    Kasparov hat mal sinngemäß gesagt, dass d4 besser als e4 sei, weil der d-Bauer gedeckt ist
    Weiß aber nicht, ob es halb im Scherz war.

    Das Problem mit der Berliner Mauer verstehe ich nicht, es gibt soviele andere e4 e5 Sf3 Sc6 Eröffnungen und selbst im Spanier unzählige Abweichungsmöglichkeiten davor. Kasparov war wohl einfach nur stur damals.
    Blog meines Vereins SZ Elstertal Gera: http://elstertal.wordpress.com
    Mein persönlicher Schachblog: http://danielschach.wordpress.com

  6. #6
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    AW: Der Niedergang von 1. e4 - was tun, wenn man gewinnen will?

    Zitat Zitat von Daniel72 Beitrag anzeigen
    Kasparov hat mal sinngemäß gesagt, dass d4 besser als e4 sei, weil der d-Bauer gedeckt ist
    Weiß aber nicht, ob es halb im Scherz war.
    Ich glaube nicht, daß das ein reiner Scherz war, denn mit dieser Aussage hat er durchaus Recht. Vor Kurzem hat auch schon der schachspielende Wissenschaftler (Mathematik und Physik) Ioannis Halkias eine wissenschaftliche Begründung für dieselbe These abgeliefert. In seinem Theoriegebäude ist die Deckung des Bd4 durch die Dame aber nur ein Argument von vielen, siehe: https://www.schachburg.de/threads/17...3019#post23019
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  7. #7
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    AW: Der Niedergang von 1. e4 - was tun, wenn man gewinnen will?

    Man muß nicht einmal Meister sein,um zu wissen,daß 1.d4 der stärkere Zug ist.Aber das ist für mich kein Grund mit 1.e4 aufzuhören! Partien wie diese sind mit 1.d4 nun mal nicht möglich

    [Event "Mendrisio op"]
    [Site "Mendrisio"]
    [Date "1989.??.??"]
    [Round "5"]
    [White "mein Trainer"]
    [Black "schwedischer Gm"]
    [Result "1-0"]
    [ECO "C46"]
    [WhiteElo "2270"]
    [BlackElo "2445"]
    [PlyCount "39"]
    [EventDate "1989.??.??"]
    [Source "ChessBase"]
    [SourceDate "1996.11.15"]

    1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Nc3 g6 4. d4 exd4 5. Nd5 Bg7 6. Bg5 Nce7 7. Bc4 c6 8.
    Nxe7 Nxe7 9. O-O h6 10. Bh4 b5 11. Bb3 c5 12. a4 bxa4 13. Rxa4 O-O 14. c3 dxc3
    15. Qd6 g5 16. Nxg5 hxg5 17. Bxg5 Nf5 18. Qf4 Qb6 19. exf5 Qxb3 20. Bf6 1-0

    ich will diese Welt weder bewerten ,noch beweinen,ich will sie so verstehen,wie sie ist

    (Baruch Spinoza)

  8. #8
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    AW: Der Niedergang von 1. e4 - was tun, wenn man gewinnen will?

    Carlsen eröffnet mit 1. e4. Gelingt ihm die Ehrenrettung dieses Zuges?
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  9. #9
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    AW: Der Niedergang von 1. e4 - was tun, wenn man gewinnen will?

    Zitat Zitat von chessiscruel Beitrag anzeigen
    Man muß nicht einmal Meister sein,um zu wissen,daß 1.d4 der stärkere Zug ist.
    Ich bin da gerne der gegenteidigen Meinung, nämlich, dass selbst unser Weltmeister zu dumm ist, um zu wissen, ob 1.d4 oder 1.e4 stärker ist.

    1.e4 ist meiner Meinung nach eben der taktischere Zug, während 1.d4 der strategischere ist. Welchen von beiden man spielt, ist - in meiner Spielklasse erst recht und in der WM immer noch - Jacke wie Hose.
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  10. #10
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    AW: Der Niedergang von 1. e4 - was tun, wenn man gewinnen will?

    Nun hat auch der Experte Sergej Schipow, unter rein prinzipiellen Eröffnungsaspekten, eine klare Überlegenheit von 1. d4, gegenüber 1. e4, ausgemacht und bezieht sich dabei auf das WM-Match Carlsen – Anand: „ Sehr interessant war der Vergleich der Züge 1. e4 und 1. d4. Das Match hat überzeugend gezeigt, dass 1. d4 stärker ist! “

    Wie sagte einst doch Robert Musil: " Man kann von allem auch das Gegenteil behaupten. "

  11. #11
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    AW: Der Niedergang von 1. e4 - was tun, wenn man gewinnen will?

    Nun hat auch der Experte Sergej Schipow, unter rein prinzipiellen Eröffnungsaspekten, eine klare Überlegenheit von 1. d4, gegenüber 1. e4, ausgemacht und bezieht sich dabei auf das WM-Match Carlsen – Anand: „ Sehr interessant war der Vergleich der Züge 1. e4 und 1. d4. Das Match hat überzeugend gezeigt, dass 1. d4 stärker ist! “
    Aha, deshalb hat auch Carlsen, welcher durchgehend 1.e4 spielte, gegen Anand, welcher durchgehend 1.d4 spielte, gewonnen?

  12. #12
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    AW: Der Niedergang von 1. e4 - was tun, wenn man gewinnen will?

    Antwort Sergej Schipow (Schach 1/2015): " Warum Magnus gewonnen hat? Weil er jünger ist, widerstandsfähiger und stärker. Aber wenn der Anand von vor 15 Jahren gegen den Carlsen von Sotschi 2014 angetreten wäre, hätte das Ergebnis kardinal anders ausfallen können. Der damalige Anand spielte weitaus stärker als der heutige. "

    Unter "rein prinzipiellen Eröffnungsaspekten" betrachtet, ist schon was dran an Schipows Aussage, daß der Anand mit dem d4-Aufschlag in Sotschi stärker gespielt hat, als vor Jahresfrist der Anand mit dem e4-Aufschlag in Chennai. Mit 1. d4 gelang es Anand immerhin, Carlsen wirklich ernsthaft unter Druck zu setzen.

    Anand hatte in seinen d4-Eröffnungen mehr herausgeholt, als Carlsen mit seinen e4-Eröffnungen. Daß sich das nicht in den Endergebnissen widerspiegelte - siehe die eingangs erwähnte Antwort von Schipow.

  13. #13
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    AW: Der Niedergang von 1. e4 - was tun, wenn man gewinnen will?

    Ich hatte neulich das Gefühl, dass mehr Leute als sonst im Bullet online gegen mich mit d4 eröffnen - - ich dachte noch "kann doch nich sein, dass die these von ? die über chessbase veröffentlicht wurde aber auch hier irgendwo steht so eine Reaktion hervorbringt - aber dann war es wohl eher Anands Behauptung - wenn da überaupt ein Zusammenhang ist - kann ja auch Zufall sein

  14. #14
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    AW: Der Niedergang von 1. e4 - was tun, wenn man gewinnen will?

    Ich tippe mal, es war eher Zufall.

    Das Wort "These" gefällt mir übrigens sehr gut. Damit könnte ich leben. Denn mehr als eine These ist es auch nicht.

    Interessant ist in dem Zusammenhang, daß Carlsen, der mehrfach die "Berliner Verteidigung" zur WM spielte, nach seinem Match selbst feststellte: " Ich denke seit langer Zeit, dass diese Eröffnung zu meinem Stil passt - und dass mit beiden Farben. " Denn die in Computeranalysen vergleichsweise schwer zugänglichen Stellungsbilder, kommen Carlsen entgegen.

    Da auch Caruana leidenschaftlicher Anhänger der "Berliner Verteidigung" ist, ließe sich der Gedanke sogar weiterspinnen: Sollte das nächste WM-Match tatsächlich zwischen Carlsen und Caruana ausgetragen werden, dann könnte eine Weltmeisterschaft stattfinden, die zwischen beiden Spielern ausschließlich mit 1. e4 eröffnet wird! 12 Partien und 12 Mal die "Berliner Verteidigung".

    Harte Zeiten für die Fan-Gemeinde.

  15. #15
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    AW: Der Niedergang von 1. e4 - was tun, wenn man gewinnen will?

    Da auch Caruana leidenschaftlicher Anhänger der "Berliner Verteidigung" ist
    Aber vor allem mit weiss, mit schwarz hat er glaub ich erst 2014 damit angefangen und spielt öfters den "modernen archangel" oder den kan-sizilianer

    , ließe sich der Gedanke sogar weiterspinnen: Sollte das nächste WM-Match tatsächlich zwischen Carlsen und Caruana ausgetragen werden, dann könnte eine Weltmeisterschaft stattfinden, die zwischen beiden Spielern ausschließlich mit 1. e4 eröffnet wird! 12 Partien und 12 Mal die "Berliner Verteidigung".
    Besser als 33 mal abgelehntes damengambit

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