Der mit Abstand nominell stärkste Spieler der Nationalmannschaft, Arkadij Naiditsch, will mit dem deutschen Kader offensichtlich nichts mehr zu tun haben. Jedenfalls wurde er auf eigenem Wunsch nicht mehr berücksichtigt, steht aber noch für die Schach-Olympiade 2014 im norwegischen Tromso zur Verfügung (siehe: http://www.schachbund.de/id-2014-maenner.html).

Da der von Naiditsch in der Vergangenheit auch öffentlich heftig kritisierte Bundestrainer GM Uwe Bönsch nun das Amt des Sportdirektors bekleidet, kommt diese wie ein Abschied auf Raten wirkende Entscheidung Naiditschs für viele sicherlich überraschend. Da in der Quelle keine Gründe genannt wurden, kann zur Zeit über diese nur spekuliert werden. Ich persönlich vermute eine Kombination aus genereller Enttäuschung über das Niveau der Schachförderung in Deutschland sowie die Befürchtung, daß mit dieser Mannschaft nach dem sensationellen Gewinn der Europameisterschaft 2011 auf lange Sicht wohl kein internationaler Titel mehr geholt werden kann. Die beiden mehr oder weniger enttäuschenden Plazierungen bei der EM und WM im letzten Jahr könnten auch auf Naiditsch ernüchternd gewirkt haben.