Umfrageergebnis anzeigen: Wer gewinnt das Kandidatenturnier?

Teilnehmer
6. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Anand

    1 16,67%
  • Karjakin

    0 0%
  • Swidler

    0 0%
  • Aronian

    3 50,00%
  • Mamedyarov

    0 0%
  • Kramnik

    2 33,33%
  • Topalov

    0 0%
  • Andreikin

    0 0%
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 28

Thema: FIDE-Kandidatenturnier Chanty-Mansijsk 2014

  1. #1
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    FIDE-Kandidatenturnier Chanty-Mansijsk 2014

    Im Kandidatenturnier 2014 im russischen Chanty-Mansijsk wird der Herausforderer von Weltmeister Magnus Carlsen ausgespielt. Es nehmen wieder acht Spieler teil, die sich aus verschiedenen Gründen für das Turnier qualifizieren konnten, die vom 12. - 30. März doppelrundig miteinander die Klingen kreuzen. Nachdem der entthronte Weltmeister Vishy Anand endgültig zugesagt hat, stehen mit Anand, Kramnik, Andreikin, Topalov, Mamedyarov, Aronian, Karjakin und Swidler die Teilnehmer fest. Was glaubt ihr, wer sich in dem Turnier durchsetzen wird. Ich persönlich tippe konventionell auf den Setzlistenersten Aronian, der in diesem Jahr von allen Teilnehmern bisher den besten Eindruck hinterlassen hat.
    Alles wartet auf das Licht
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  2. #2
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    AW: FIDE-Kandidatenturnier Chanty-Mansijsk 2014

    Morgen geht das Kandidatenturnier los, und es kann tagsüber ab 10:00 deutsche Zeit (15:00 Zeit in Chanty Mansijsk) verfolgt werden. Alle drei Tage ist Ruhepause.

    Wie schon gesagt tippe ich persönlich auf Aronian, aber auch Kramnik kann eine gute Rolle in dem Turnier spielen, ebenso wie Sergei Karjakin, dessen Potential stimmt, aber der in Turnieren oft als Wundertüte auftritt, bei der sowohl nach oben, als auch nach unten alles möglich ist. Anand sehe ich persönlich leider nicht mehr in der absoluten Weltspitze, und der grundsolide Andreikin ist ähnlich Leko zu selten für Highlights gut. Mamedyarov, Topalov und Swidler werden eher in der Tabellenmitte gesehen. Alle drei Spieler verfügen aber über das außergewöhnliche Potential, und insofern sind hier auch Höhenflüge im Bereich des Realistischen.
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  3. #3
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    AW: FIDE-Kandidatenturnier Chanty-Mansijsk 2014

    Heute war in Chanty-Mansijsk Startschuß, aber das betraf nur die Eröffnungszeremonie. Morgen geht es endlich los mit den Paarungen:

    Andreikin - Kramnik
    Karjakin - Swidler
    Mamedyarov - Topalov
    Anand - Aronian

    Meine Prognose:

    1. Aronian
    2. Kramnik
    3. Karjakin
    4. Topalov
    5. Swidler
    6. Mamedyarov
    7. Anand
    8. Andreikin
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  4. #4
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    AW: FIDE-Kandidatenturnier Chanty-Mansijsk 2014

    Es hängt bei Aronian lediglich von den Nerven ab. Der Mann zeigte diesbezüglich in den letzten Jahren immer wieder große Schwächen (Kazan). Kramnik traue ich am meisten zu, solange er seine Motivation von London abrufen kann.

  5. #5
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    AW: FIDE-Kandidatenturnier Chanty-Mansijsk 2014

    Das Turnier wird anders als Mannheim 1914 beendet und niemand wird interniert.
    Okay, Japs-Ammie Naka ist auch nicht vor Ort und kein Ukrainer dabei.

  6. #6
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    Daumen hoch Paukenschlag zum Auftakt - Anand schlägt Aronian

    Das Kandidaternturnier in Chanty-Mansijsk ist mit einer faustdicken Überraschung gestartet. Der entthronte Weltmeister Vishy Anand will es offenbar noch einmal wissen und schlug niemand geringeren als den Turnierfavoriten Lewon Aronian!

    Vishy Anand wählte in einem geschlossenen Spanier zwar ein Anti-Marshallsystem mit 8. h3. Wenig später kam es aber doch zu dem Bauernopfer Aronians. Der Tiger aus Tamil Nadu ließ sich davon aber nicht beeindrucken und opferte den Bauern zum rechten Zeitpunkt zurück, so daß Anand eine kluge Abwicklung mit leichten Vorteilen im Endspiel gelang, da er über den Vorteil des Läuferpaars und der besseren Bauernstruktur verfügte. Anands Vorteilverwertung war dabei sehr lehrreich. Anand überließ den beiden Türmen des Armeniers die e-Linie, da dieser ohnehin kein Feld zum Einsickern besaß und besetzte dafür mit einem Turmlift die b-Linie, mit der er im Gegensatz zu Aronian und „seiner“ e-Linie durchaus etwas anzufangen wußte. Unterstützt vom Läufer setzte Anand mit seinen beiden Türmen nun die geschwächten Bauern Aronians auf dem Damenflügel unter Druck, die Aronian mit allen Mitteln zu retten versuchte, nach einem wilden taktischen Schlagabtausch aber nur eine Figur einbüßte. Die übrigen Partien endeten mit einem Remis.


    [Event "World Chess Championship Candidates"]
    [Site "1:17:33-0:45:33"]
    [Date "2014.03.13"]
    [EventDate "2014.03.12"]
    [Round "1"]
    [Result "1-0"]
    [White "Anand"]
    [Black "Aronian"]
    [ECO "C88"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "2"]

    1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.O-O Be7 6.Re1 b5 7.Bb3 O-O 8.h3 Bb7 9.d3 d5 10.exd5 Nxd5 11.Nbd2 Qd7 12.Nxe5 Nxe5 13.Rxe5 Nf6 14.Re1 Rae8 15.Nf3 Bd6 16.Be3 Re7 17.d4 Rfe8 18.c3 h6 19.Ne5 Bxe5 20.dxe5 Rxe5 21.Qxd7 Nxd7 22.Red1 Nf6 23.c4 c6 24.Rac1 R5e7 25.a4 bxc4 26.Bxc4 Nd5 27.Bc5 Re4 28.f3 R4e5 29.Kf2 Bc8 30.Bf1 R5e6 31.Rd3 Nf4 32.Rb3 Rd8 33.Be3 Nd5 34.Bd2 Nf6 35.Ba5 Rde8 36.Rb6 Re5 37.Bc3 Nd5 38.Bxe5 Nxb6 39.Bd4 Nxa4 40.Rxc6 Rd8 41.Rc4 Bd7 42.b3 Bb5 43.Rb4 Nb2 44.Bxb5 axb5 45.Ke3 Re8+ 46.Kd2 Rd8 47.Kc3 1-0

    @zugzwang: man sollte den Tag nicht vor den Abend loben.

    PS.: Partien in dem Beitrag und meinen zukünftigen Beiträgen in diesem Thread allesamt von www.chessgames.com.
    Geändert von Kiffing (13.03.2014 um 20:25 Uhr) Grund: Ergänzung
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  7. #7
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    AW: FIDE-Kandidatenturnier Chanty-Mansijsk 2014

    Vishys Gewinnpartie war aber nicht die einzig interessante Partie heute.

    Über Andreikin-Krasmnik wurde wegen des schnellen Remis in den Chats mal wieder kräftig gemeckert. Natürlich waren beide auf dieses Abspiel heute bestens vorbereitet, wie der zeitverbrauch verdeutlicht. Dadurch kommt auch wieder auf, ob etwas abgesprochen sein könnte.
    Da ich den Vorgänger von Kramnikselbst aber nicht kannte, kann ich nur sagen, daß diese schnell gespielte Partie für den Amateur durchaus spannend und inhaltsreich war. Ich habe jedenfalls mehrfach beim Durchklicken ganz schön gestaunt, was da auf dem Brett stand. Okay, war wohl schon bekannt ... Trotzdem.
    Topalov ist anscheinend knapp entkommen. Ohne ein kleines Übersehen von Shaq-Attack O'Neal - nein es ist doch olle Mamed... - wäre der Geheimfavorit auch fehlgestartet.
    Auf Big Pete Svidler habe ich zwischendurch keine Pfifferling mehr gesetzt. so eine Stellung strebt man gegen Karjakin bestimmt nicht an, dachte ich. Der schwarze wird zertrümmert. Nicht daß ich dazu eine konkrete Idee gehabt hätte, doch kann ich ja auf Karjakin verlassen, der für mich die weißen Steine führte. Dieser zögerte jedoch bei leicht schwindender Zeit irgendwie und auf einmal sah Ängie Big Pete aus dem Gröbsten raus. Sicherlich eine Stellung, die später im Turnier, wenn die Leute warmgespielt sind und um den Turnierstand wissen, nicht im in der Partie gewählten Dauerschach geendet wäre.

    Vishys Gewinn ist ein kleines Mysterium. Ich habe seine Stellung erst gesehen, als er schon stolzer L-Paarverwalter und Levon Aronjan unglücklicher Splitterbauernbesitzer mit Großbauer Lb7 und wenig Zeit war. Die Partie war (vor)entschieden. Das sagte Ängie, doch war es auch auf dem Brett deutlich. Das läßt sich ein Weltklassspieler nicht mehr nehmen und so kam es auch.
    Die Frage, ob Vishy einbricht oder Levon unverhofft noch zaubert, wurde mit klarem Nein beantwortet.
    Wo war der Fehlerdes Armeniers? Taugt die ganze Variante nichts. Vishys Spiel auf Läuferpaar bei Bauernrückgabe war glasklar. Es entstand eine Stellung, die man auf diesem Niveau doch eher vermeidet, weil es ein Spiel auf 2 Ergebnisse mit langem Leiden für den Halben versprach.
    Mal sehen, welche Stelle die Profis ausmachen, an der mein Wunschgegner für Carlsen sich verknackste.

    Jetzt wird es für den Favoriten noch schwerer. Die Strecke ist aber noch lang.
    Für Vishy freut es mich, daß er nicht den Bettvorleger spielt. Aronjan, nicht gerade sein Lieblingsgegner trotz Wijk 2013, war gerade für den Ex-WM ein sehr unangenehmer Auftakt.

  8. #8
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    Cool Das Kandidatenturnier kommt in Schwung

    Das Kandidatenturnier in Chanty-Mansijsk kommt in Schwung. Mit Lewon Aronian, Peter Swidler und Wladimir Kramnik konnten sich heute gleich drei Spieler in die Siegerliste eintragen. Die drei Spieler gewannen mit Weiß.

    Lewon Aronian konnte dabei mit seinem Sieg gegen Shakhriyar Mamedyarov seine Scharte vom Vortage auswetzen und bleibt im Geschäft. Besonders bemerkenswert ist der frühe Reinfall von Mamedyarov, der auf diesem Niveau untypisch ist. In einer normalen Hauptvariante im Damengambit hatte Aronian mit 7. Sd2 einen eher seltenen, aber ehrgeizigen Pfad eingeschlagen. Aronjan untermauerte mit dieser Nebenvariante seine Ambitionen am Königsflügel und griff Mamedyarov mit seinem f-Bauern an. Das reichte auch schon zum Sieg, denn bereits im 13. (!) Zug übersah Mamedyarov eine in der Stellung verborgene Raffinesse. Seine Dame ist nun eingesperrt, was sich Aronian taktisch zunutze machen konnte, um diese zu fangen. Aronian verwertete in der Folge seinen materiellen Vorteil, ließ aber mit 37. Txg7+!! eine Kombination aus, die demnächst in Taktikbüchern zur Aufgabe gestellt werden könnte. Nach 37. ...Kxg7 38. Dh5 ist ...Tf8 wegen akuter Mattgefahr erzwungen, wonach der e-Freibauer das Rennen macht: 39. Lxd5 cxd5 40. Dg6+ Kh8 41. Dxh6+ Kg8 42. e7 Tde8 43. exf8+D +-. Wahrscheinlich wollte Aronian, der ohnehin klar auf Gewinn stand, nichts mehr riskieren und wählte deshalb den weniger verwickelten technischen Weg.

    Hochinteressant war ebenfalls der Sieg von Wladimir Kramnik gegen Sergei Karjakin. Beide Spieler sind als Künstler für ihre gehobene Spielkultur bekannt, und so mußte Wladimir Kramnik etwas ganz Besonderes bieten, um seinen neuen Landsmann zu schlagen, der wegen des extremen Abbaus der staatlichen Schach-Förderung in der Ukraine seine Nationalität zugunsten Rußlands gewechselt hatte, eine wegen der aktuellen Krim-Krise interessante Entscheidung. Mit dem tiefen 18. Ta5 aktivierte Kramnik mittels Turmlift seinen Turm, der auf c5 einen dankbaren Standort fand, um mit c5 ein Bauernopfer zu provozieren. Tatsächlich mußte der Bauer genommen werden, da sonst der weiße Druck am Damenflügel, wohin Kramnik rochiert hatte, gefährlich anschwillt. Das tat er aber auch so, denn nach dem Bauernopfer waren nun beide weißen Türme vortrefflich gegen den gegnerischen König postiert. Mit einem Qualitätsopfer auf c6 aktivierte Kramnik seinen Springer und zersplitterte die schwarze Bauernfestung. Schwarz hat bereits zu viele Schwächen, so daß Karjakin nach und nach dem Druck des Gegners erlag und nun rasch überspielt werden konnte. Ein überaus schöner Sieg von Künstler Kramnik!

    Auch bei Peter Swidler setzte sich Nachhaltigkeit gegen Dmitri Andreikin durch. Swidler, der gegen die Kalashnikov-Verteidigung mit starkem Zentralspiel auftrat, provozierte seinen Gegner in dieser für ihn unangenehmen Stellung früh zu diversen Ungenauigkeiten. Nach 16. ...Lxe5 17. dxe5 Se7 ist es für Weiß schwer bis unmöglich, irgendeinen Vorteil nachzuweisen. Andreikins Sprengung 16. ...b5?! war aber voreilig, denn nun konnte sich Weiß mit einem Damenschwenk zum Königsflügel die Vorteile von Stellungen mit starkem Zentrum augenblicklich zunutze machen, der nach einer taktischen Abwicklung auf dem Königsflügel bereits eine Schwächung Andreikins erzwang. Ebenso voreilig war das verwegene 22. ...Ld3? Andreikin spekulierte offenbar auf 23. Lxd3 cxd3 24. Txd3? Sxb4, hatte aber mit 24. Sf5! einen unauffällig scheinenden Zug übersehen, der wesentlich stärker ist als er im ersten Moment aussieht. Tatsächlich gewann Weiß nun forciert einen Bauern, da sein Gegner diesen opfern mußte, um angesichts der Drohung Txc6! Figurenverlust zu vermeiden. Andreikin setzte nun mit seinen beiden weit vorgerückten verbundenen zentralen Freibauern alles auf eine Karte, doch hatte Swidler zwischenzeitlich soviel an Material eingesammelt, daß er sich das blockierende Turmopfer 28. Tcc1! leisten konnte. Ansonsten verteidigte Vishy Anand gegen seinen früheren WM-Gegner Topalov erfolgreich ein klassisches Turmendspiel mit vier gegen drei Bauern an einem Flügel und konnte die Partie dadurch Remis halten.

    Morgen geht es weiter mit:

    Andreikin – Karjakin
    Swidler – Kramnik
    Topalov – Aronian
    Mamedyarov - Anand

    [Event "World Chess Championship Candidates"]
    [Site "Khanty-Mansiysk RUS"]
    [Date "2014.03.14"]
    [EventDate "2014.03.13"]
    [Round "2.1"]
    [Result "1-0"]
    [White "Levon Aronian"]
    [Black "Shakhriyar Mamedyarov"]
    [ECO "D38"]
    [WhiteElo "2830"]
    [BlackElo "2757"]
    [PlyCount "88"]

    1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nf3 d5 4. Nc3 Bb4 5. Bg5 Nbd7 6. cxd5 exd5 7. Nd2 c6
    8. e3 Nf8 9. Bd3 Ng6 10. O-O O-O 11. f4 h6 12. Bxf6 Qxf6 13. f5 Ne7 14.
    Nde4 dxe4 15. Nxe4 Qh4 16. g3 Qh3 17. Nf2 Qxf1+ 18. Kxf1 Nxf5 19. Qf3 Nd6
    20. e4 f6 21. Bc2 Be6 22. Nd3 Nc4 23. Kg1 Bd6 24. Nf4 Bxf4 25. gxf4 Rad8
    26. f5 Bf7 27. Qc3 Rfe8 28. Bd3 Nb6 29. a4 a6 30. a5 Nc8 31. e5 Ne7 32. e6
    Bh5 33. Be4 Nd5 34. Qh3 Be2 35. Kf2 Bb5 36. Rg1 Kh7 37. Qa3 Bc4 38. Rg4 Bb5
    39. Rg1 Bc4 40. Rc1 Bb5 41. Bf3 Nf4 42. Rd1 Kh8 43. d5 Nxd5 44. Bh5 1-0

    [Event "World Chess Championship Candidates"]
    [Site "Khanty-Mansiysk RUS"]
    [Date "2014.03.14"]
    [EventDate "2014.03.13"]
    [Round "2.3"]
    [Result "1-0"]
    [White "Peter Svidler"]
    [Black "Dmitry Andreikin"]
    [ECO "B32"]
    [WhiteElo "2758"]
    [BlackElo "2709"]
    [PlyCount "62"]

    1. e4 c5 2. Nf3 Nc6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 e5 5. Nb5 d6 6. c4 Be7 7. N1c3 a6 8.
    Na3 Be6 9. Be2 Bg5 10. Nc2 Bxc1 11. Rxc1 Qg5 12. O-O Rd8 13. b4 Nf6 14. Qd3
    O-O 15. Rfd1 Rc8 16. Nd5 b5 17. Qg3 Qxg3 18. Nxf6+ gxf6 19. hxg3 bxc4 20.
    f4 f5 21. exf5 Bxf5 22. Ne3 Bd3 23. Bxd3 cxd3 24. Nf5 e4 25. Nxd6 e3 26.
    Nxc8 d2 27. Rxc6 e2 28. Rcc1 exd1=R+ 29. Rxd1 Rxc8 30. Rxd2 Rc3 31. Rd5 1-0

    [Event "World Chess Championship Candidates"]
    [Site "Khanty-Mansiysk RUS"]
    [Date "2014.03.14"]
    [EventDate "2014.03.13"]
    [Round "2.4"]
    [Result "1-0"]
    [White "Vladimir Kramnik"]
    [Black "Sergey Karjakin"]
    [ECO "D20"]
    [WhiteElo "2787"]
    [BlackElo "2766"]
    [PlyCount "78"]

    1. d4 d5 2. c4 dxc4 3. e4 Nf6 4. e5 Nd5 5. Bxc4 Nb6 6. Bd3 Nc6 7. Be3 Nb4
    8. Be4 f5 9. a3 fxe4 10. axb4 e6 11. Nc3 Bxb4 12. Qh5+ g6 13. Qg4 Bxc3+ 14.
    bxc3 Qd5 15. Ne2 Bd7 16. O-O Qc4 17. Ng3 Bc6 18. Ra5 O-O-O 19. Rc5 Qb3 20.
    c4 Kb8 21. Qxe6 Rde8 22. Qh3 Nxc4 23. Rxc6 bxc6 24. Nxe4 Nb6 25. Nc5 Qd5
    26. Rc1 Ka8 27. Na6 Kb7 28. Nb4 Qf7 29. Qg4 Nd5 30. Nxc6 Re6 31. Na5+ Ka8
    32. Qe4 Rb6 33. g4 h5 34. Rc5 Rd8 35. Nc6 Rxc6 36. Rxc6 hxg4 37. Rf6 Qh7
    38. Bg5 Qg8 39. Rxg6 1-0
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  9. #9
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    AW: Das Kandidatenturnier kommt in Schwung

    Zitat Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
    ...Aronian verwertete in der Folge seinen materiellen Vorteil, ließ aber mit 37. Txg7+!! eine Kombination aus, die demnächst in Taktikbüchern zur Aufgabe gestellt werden könnte. Nach 37. ...Kxg7 38. Dh5 ist ...Tf8 wegen akuter Mattgefahr erzwungen, wonach der e-Freibauer das Rennen macht: 39. Lxd5 cxd5 40. Dg6+ Kh8 41. Dxh6+ Kg8 42. e7 Tde8 43. exf8+D +-. Wahrscheinlich wollte Aronian, der ohnehin klar auf Gewinn stand, nichts mehr riskieren und wählte deshalb den weniger verwickelten technischen Weg...
    Aronjan hat für die Verwertungsphase mehr Zeit verbraucht, als es bei ihm üblich ist, wenn Stellung und Selbstbewußtsein stimmt.
    Er muß weiterhin erst ins Turnier finden, wofür der heutige Sieg enorm wichtig ist und ihm hoffentlich Sicherheit zurückgibt.

    Die Partie Kramnik-karjakin stellt einen Höhepunkt dieses Turniers jetzt schon dar.von Kramnik sind mir nur "klassische" QGA-Partien in Erinnerung. Gegen die gewisse Überraschund seitens Karjakin, sich nicht Katalanisch, Dameninisch und vllt. Nimzoindisch (falls Vlad das anbietet) testen zu lassen, spielt Kramnik 3. e4 mit anscheinend neuen Erkenntnissen in der Hinterhand. Den Angriff spielt er kraftvoll-energisch, erinnert an Kasparovs Angriffe aus gelungener Eröffnungswahl.
    Trotzdem hat sich Karjakin lange zäh verteidigt.

    Bei Topa-Anand stand, glaube ich, das Thema aus Vishys WM-Kampf gegen Gelfy wieder auf dem Programm. Auch damals gelang es nicht Vorteil aus dem schwarzen Bauernopfer zu ziehen. Vishy war lange in der geprüften Vorbereitung und es war ausm einer sicht schon krass, daß "Ängie" volle Kompensation für den Bauern anzeigte (Bewertung 0) und erst dann zu Topa umschwenkte, als klar wurde, daß Vishy eigentlich sämtliche Problemchen am Damenflügel beseitigte und das auf diesem Niveau bekannte und sichere Endspiel bequem erreichen wird. Topa hatte an keiner erkennbaren Stelle eine Chance, Schwarz an h7-h5 mit optimaler Verteidungsaufstellung zu hindern.
    Eine Belebung dieser Variante aus weißer Sicht mit realen Gewinnaussichten war diese Partie nicht. In Nachteil konnte Weiß allerdings auch nur geraten, wenn er das leicht vorteilhafte Endspiel ausschlägt und zuviel versucht.

    Svidler-Andreikin gibt ein Lob für die risikobereite Eröffnungswahl von Andreikin.
    Dieser ist für mich imer noch ein unbeschriebenes Blatt, kenne kaum Partien von ihm und weiß gar nicht, was er im Repertoire hat.

  10. #10
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    AW: FIDE-Kandidatenturnier Chanty-Mansijsk 2014

    Vorgestern hatte Vishy Anand wieder für Furore gesorgt und als einziger an diesem Tag sein Spiel gewonnen. Er bezwang mit Schwarz den formschwachen Shakhriyar Mamedyarov und lag damit mit nach Abschluß des ersten Blockes mit 2,5 Punkten in Führung. Sein Gegner trug nun mit nur einem halben Zähler die rote Laterne.

    Vishy Anand zeigte an diesem Tag erneut ganz großes Schach. Mit aktivem Druckspiel stand er von Beginn an leicht besser und war jederzeit bereit für Scharmützel. Als der Druck immer stärker zunahm, patzte Mamedyarov mit 26. Tf1?? Der Aseri vertraute darauf, 26. ...Sg4 mit 27. Dc2 parieren zu können. Er übersah allerdings die Kombination 27. ...c5!!, die sich nach dem erzwungenen Schlagzug die Fesselung der weißen Figur auf c5 zunutze macht. Da mit der Dc2 ein weiterer potentieller Verteidiger von c5 wegen Bindung an h2 ausfällt, ging so eine ganze Figur über den Jordan. Nach 31. Kh1?? Sf2+!! verlor Weiß schließlich noch viel mehr. Den effektvollen Schluß ließ sich Mamedyarov schon nicht mehr zeigen. Ein schöner Sieg mit leichter Hand von Vishy Anand!

    Weselin Topalov versuchte es gegen Lewon Aronian in einem geschlossenen Spanier mit frühem a4 und hatte mit Läuferpaar und aktiver Stellung einige Ansatzpunkte für sein Spiel. Erst schien es, als könne Aronian dem Druck standhalten. Er patzte aber im 23. Zug, als er eine Kombination des Bulgaren übersah und kam nun in die Bredouille. Mit etwas Glück und viel Geschick konnte sich Aronian aus der Situation befreien. Durch aktive Verteidigung rund um seinen Freibauern auf der d-Linie zwang er Topalov ins Dauerschach. Beide Spieler mußten in kompliziertesten Stellungen gedankliche Höchstleistungen vollbringen. Aronian wird froh sein, diese Situation überstanden zu haben. Eine zweite frühe Niederlage wäre für ihn wohl des Guten zuviel gewesen.

    Peter Swidler hingegen versuchte es gegen Wladimir Kramnik mit dem Engländer, wogegen Kramnik die Igel-Struktur wählte. Swidler versuchte in der Folge, den Igel mit 22. e5 und 25. c5 zu sprengen und verblieb nach den Verwicklungen mit einem starken Freibauern auf d6. Als Swidler später seinen Trumpf gegen dynamische Vorteile eintauschte, schien es auch um Wladimir Kramnik schlecht bestellt. Doch Kramnik parierte alle Drohungen wie 45. e5 (45. ...Dxe5 46. Dxe5 fxe5 47. Txf8+ Kxf8 48. Lb4 +/-) und gxf5 und zog taktisch den gefährlichen weißen verbundenen Freibauern den Zahn. Auch er entkam ins Dauerschach. Die Partie Andreikin gegen Karjakin verlief unspektakulär.

    [Event "World Chess Championship Candidates"]
    [Site "Khanty-Mansiysk RUS"]
    [Date "2014.03.15"]
    [EventDate "2014.03.13"]
    [Round "3.4"]
    [Result "0-1"]
    [White "Shakhriyar Mamedyarov"]
    [Black "Viswanathan Anand"]
    [ECO "D11"]
    [WhiteElo "2757"]
    [BlackElo "2770"]
    [PlyCount "62"]

    1. d4 d5 2. c4 c6 3. Nf3 Nf6 4. Qc2 dxc4 5. Qxc4 Bg4 6. Nbd2 Nbd7 7. g3 e6
    8. Bg2 Be7 9. Ne5 Bh5 10. Nxd7 Nxd7 11. O-O O-O 12. Nb3 a5 13. a4 Bb4 14.
    e4 e5 15. Be3 exd4 16. Bxd4 Kh8 17. e5 Re8 18. f4 f6 19. exf6 Nxf6 20. Bf3
    Bxf3 21. Rxf3 Re4 22. Re3 Rxe3 23. Bxe3 Qe8 24. Bb6 Qh5 25. Bd4 Re8 26. Rf1
    Ng4 27. Qc2 c5 28. Nxc5 Rc8 29. Rd1 Bxc5 30. Bxc5 h6 31. Kh1 0-1

    [Event "World Chess Championship Candidates"]
    [Site "0:24:33-0:23:33"]
    [Date "2014.03.15"]
    [EventDate "2014.03.12"]
    [Round "3"]
    [Result "1/2-1/2"]
    [White "Svidler"]
    [Black "Kramnik"]
    [ECO "A35"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "2"]

    1.c4 c5 2.Nf3 Nf6 3.Nc3 Nc6 4.g3 g6 5.d4 cxd4 6.Nxd4 Bg7 7.Bg2 O-O 8.O-O Nxd4 9.Qxd4 d6 10.Qd3 Be6 11.Bd2 Qc8 12.b3 Bh3 13.Rac1 Bxg2 14.Kxg2 Qc6+ 15.f3 e6 16.Rfd1 Rad8 17.Bf4 Rd7 18.Qe3 b6 19.Rd3 Rc8 20.Qd2 Ne8 21.e4 a6 22.e5 h6 23.h4 Rcd8 24.Rd1 b5 25.c5 Qxc5 26.Ne4 Qb6 27.Nxd6 Bf8 28.h5 Nxd6 29.exd6 g5 30.Be5 Rc8 31.Rc1 Rxc1 32.Qxc1 Qb7 33.g4 b4 34.Qc4 Bg7 35.Bg3 Qb5 36.Be1 Qe5 37.Bg3 Qe2+ 38.Bf2 Bf8 39.Qxa6 e5 40.Qc4 Qxa2 41.Qc6 e4 42.fxe4 Qe2 43.Rf3 Rxd6 44.Qe8 f6 45.e5 f5 46.gxf5 Rf6 47.Kg3 Qe4 48.Bc5 Qe1+ 49.Bf2 Qe4 50.Bc5 Qe1+ 51.Bf2 1/2-1/2

    [Event "World Chess Championship Candidates"]
    [Site "Khanty-Mansiysk RUS"]
    [Date "2014.03.15"]
    [EventDate "2014.03.13"]
    [Round "3.1"]
    [Result "1/2-1/2"]
    [White "Veselin Topalov"]
    [Black "Levon Aronian"]
    [ECO "C88"]
    [WhiteElo "2785"]
    [BlackElo "2830"]
    [PlyCount "70"]

    1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 a6 4. Ba4 Nf6 5. O-O Be7 6. Re1 b5 7. Bb3 O-O 8.
    a4 b4 9. d4 d6 10. dxe5 dxe5 11. Nbd2 Bc5 12. h3 Bb7 13. Qe2 Nd4 14. Nxd4
    Bxd4 15. Bc4 a5 16. Bd3 Nd7 17. Nf3 Nc5 18. Nxd4 exd4 19. Bf4 Re8 20. Qh5
    Qe7 21. Bb5 c6 22. Bc4 Ba6 23. Bd6 Qxd6 24. Bxf7+ Kf8 25. e5 Qd7 26. e6
    Nxe6 27. Bxe8 Rxe8 28. Qxh7 Qd5 29. f4 d3 30. f5 d2 31. Qh8+ Kf7 32. Qh5+
    Kf8 33. Qh8+ Kf7 34. Qh5+ Kf8 35. Qh8+

    Heute ging es nach dem gestrigen Ruhetag weiter mit Runde 4, und es war zu spüren, daß Mamedyarov aus dem vermasselten ersten Block die richtigen Lehren gezogen hatte. Der Dresscode-Rebell erspielte sich im Laufe der Partie gegen Dmitri Andreikin zwei Ansatzpunkte; sein Gegner war auf dem Königsflügel geschwächt, so daß sein König unsicher stand. Zudem hatte Mamedyarov auf c6 einen starken Freibauern behaupten können. Hier konnte Mamedyarov seine Stärken ausspielen und Andreikin mit kreativem Angriffsspiel ausmanövrieren.

    Der zweite Sieger des heutigen Tages war Lewon Aronian, der sich gegen Peter Swidler behaupten konnte. Gegen Swidlers Grünfeldinder opferte der Armenier den Ba2, was sehr verpflichtend war, da Schwarz zwei verbundene entfernte Freibauern auf a7 und b7 besitzt, was sich auszahlen wird, sollte die Position verflachen. Doch Aronians Mut wurde belohnt. Im 22. Zug fand er mit 22. Lxf7+! eine Kombination, durch die er die königliche Festung des Gegners sprengen konnte. Der in der Mitte verbliebene schwarze König war nun für Swidler ständiges Sorgenkind. Zudem liefen die weißen verbundenen Freibauern auf d5 und e5 nun geradewegs auf ihn zu. In dieser Not opferte Swidler seine Mehrfigur für den Damentausch zurück, um den Druck des Gegners ein wenig zu drosseln. Doch blieb der Druck danach stark genug, um den Gegner später zur Aufgabe zu zwingen. Diese Partie stellt einen Höhepunkt des Turniers dar.

    Ansonsten vollzogen die „alten Bekannten“ Anand und Kramnik ein „Gentleman-Agreement“, während Sergei Karjakin im Engländer gegen Veselin Topalov nichts herausholen konnte. Der spektakuläre Turmzug 26. ...Td4!? war der Höhepunkt der Partie. Karjakin bleibt in diesem Turnier bislang ungewohnt blaß.

    [Event "World Chess Championship Candidates"]
    [Site "Khanty-Mansiysk RUS"]
    [Date "2014.03.17"]
    [EventDate "2014.03.13"]
    [Round "4.1"]
    [Result "1-0"]
    [White "Shakhriyar Mamedyarov"]
    [Black "Dmitry Andreikin"]
    [ECO "D45"]
    [WhiteElo "2757"]
    [BlackElo "2709"]
    [PlyCount "84"]

    1. d4 d5 2. c4 c6 3. Nc3 Nf6 4. e3 a6 5. Nf3 e6 6. a3 Nbd7 7. Qc2 Qc7 8. e4
    dxe4 9. Nxe4 c5 10. Nxf6+ Nxf6 11. dxc5 a5 12. g3 Bxc5 13. Bg2 O-O 14. O-O
    e5 15. Bg5 Ra6 16. Rae1 Re8 17. Qc3 h6 18. Bxf6 gxf6 19. b4 Bf8 20. Nh4
    axb4 21. axb4 Be6 22. c5 b6 23. c6 Ra4 24. Rb1 Rd8 25. Qf3 Rd4 26. Nf5
    Rdxb4 27. Rxb4 Rxb4 28. Qh5 Kh7 29. Rd1 Qc8 30. Ne3 f5 31. Bd5 f4 32. Nc2
    Ra4 33. Qxe5 Bg7 34. Be4+ Kg8 35. Qxf4 f5 36. c7 Rxe4 37. Rd8+ Kf7 38. Qd6
    Qa6 39. Rd7+ Kg6 40. Qc6 Qc8 41. Rd8 Rc4 42. Qxc4 1-0

    [Event "World Chess Championship Candidates"]
    [Site "Khanty-Mansiysk RUS"]
    [Date "2014.03.17"]
    [EventDate "2014.03.13"]
    [Round "4.4"]
    [Result "1-0"]
    [White "Levon Aronian"]
    [Black "Peter Svidler"]
    [ECO "D85"]
    [WhiteElo "2830"]
    [BlackElo "2758"]
    [PlyCount "114"]

    1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nc3 d5 4. Nf3 Bg7 5. cxd5 Nxd5 6. e4 Nxc3 7. bxc3 c5
    8. Rb1 O-O 9. Be2 cxd4 10. cxd4 Qa5+ 11. Bd2 Qxa2 12. O-O b6 13. Qc1 Bb7
    14. Bc4 Qa4 15. Bb5 Qa2 16. Re1 Rc8 17. Qd1 Qc2 18. Qe2 Nc6 19. Bd3 Qa2 20.
    Bc4 Qa4 21. Bb3 Qa3 22. Bxf7+ Kxf7 23. Qc4+ e6 24. Ng5+ Ke8 25. Nxe6 Qe7
    26. Nxg7+ Qxg7 27. Bc3 Nd8 28. Qb3 Rc7 29. Ba1 Rac8 30. d5 Qd7 31. Qb2 Qe7
    32. Rbd1 Nf7 33. e5 Rc2 34. Qb5+ Qd7 35. Qxd7+ Kxd7 36. e6+ Kd6 37. exf7
    Rf8 38. Re6+ Kd7 39. Rf6 Re2 40. f4 Re7 41. Be5 Rexf7 42. Rd6+ Ke8 43. Re1
    Re7 44. Rc1 Rff7 45. Bf6 Rd7 46. Re6+ Kf8 47. d6 Kg8 48. h4 Rf8 49. Bg5 Kf7
    50. Rce1 Bc6 51. h5 a5 52. Re7+ Kg8 53. hxg6 hxg6 54. R1e6 Rf7 55. Rxg6+
    Kh7 56. Rh6+ Kg7 57. Ree6 1-0
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

  11. #11
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    Bretter, die die Welt bedeuten (können)

    Das Kandidatenturnier in Khanty sollte man dringend boykottieren und scharf sanktionieren.

    In jeder Runde aggressive Provokationen und kritische Eskalationen, die beide Seiten in unklare Verhältnisse abstürzen lassen. Die Folgen für die Schachwelt sind kaum zu übersehen.
    Zwar finden sich die Gegner ab und zu am Verhandlungstisch mit Mikrofon und Livebild wieder und schließen kurz Waffenstillstand (noch mit der Aussicht auf Revanche), doch scheinen weitere Machtansprüche und Eroberungen in den Folgerunden nicht ausgeschlossen. Insbesondere die weiße Seite schlägt aktuell scharf zu und nur gut ausgerüstete und wachsame Schwarze können sich dem Einfall der Weißen tapfer und erfolgreich entgegenstellen.
    Erfreulich ist dagegen, daß beide Seiten den internationalen Beobachtern nach den Kampfaktionen gewissen Einblick in ihre Strategien und Absichten geben. Andererseits wird auch hier manches versteckt gehalten und Gegner sowie Weltöffentlichkeit über Ziele und Manöver im Unklaren gelassen.
    Angesichts des großen russischen Aufmarschs mit 4 Akteuren machen sich besonders SchEU, SchOECD, SchNATO Sorgen, ob der russische Schach- nein Machthunger schon allein mit der Besetzung des 1. Kandidatenplatzes in diesem Turnier gestillt wäre oder ob die Russen anschließend die norwestliche Schachburg in einem beispiellosen Eroberungszug zu schleifen gedenken.
    Erstaunlicherweise verzichtet der us-amerikanische Schachkampfverband bisher auf die Entsendung ihrer Naka-Drohne. Es wäre zwar gegen das Schachvölkerrecht die Naka-Drohne ins Turnier hereinplatzen zu lassen, weil er/sie/es nicht das Startrecht (geschweige denn Überflugsrecht) für diesen weit entfernt liegenden Wettkampf besitzt. In zähen Vorverhandlungen war dieses juristisch korrekt verlorengegangen.

    Ein fehlendes Startrecht hat den us-amerikanischen Verband nicht immer daran gehindert, doch etwas fliegen zu lassen. Immerhin ist man erster und von Caissa ausgewähler Bewahrer (America first!) von Freiheit, Demokratie und Frieden in der Schachwelt.

    Erstaunlicherweise kommt die Restwelt, wenn auch nicht unbedingt Westwelt zu nennen, bisher ganz gut gegen die russische Dampfwalze und Übermacht zurecht.
    Freiheitskämpfer aus Indien, Bulgarien, Armenien und Aserbaidschan halten dagegen. Alles Vertreter aus Ländern, die in relativer Nähe zum russischen Schachreich stehen und bereits früher intensive Kampferfahrungen mit und gegen die Russen hatten.
    Angesichts dieser Vorgeschichte und des Eindringens - allerdings auf Einladung über sportliche Qualifikation - dieser Schachkämpfer ins schachrussische Herrschaftsgebiet von Khanty waren größere Verluste zu erwarten, als bisher zutage treten. Die Restwelt siegte heute mit 3:1.
    Ein noch recht junger "Ukraino-Russe", der vor einigen Jahren in freier Wahl den Anschluß an den russischen Schachverband suchte, hält sich derzeit im Schachkampf noch im Hintergrund, vielleicht weil er Gegenstand bzw. Auslöser einer schachlichen Weltkrise sein könnte.
    Von ihm selbst hört man bisher keine Vorwürfe gegenüber den ihn annektrainierenden russischen Betreuern. Auch sendet er selbst keine Signale der Unterstützung an die freie Schachwelt. Die kommen allenfalls prophylaktisch aus der Schachnation, für die er schon Olympiasieger wurde.

    Trotzdem kann es passieren, daß eine westliche Experten-Trainer-Gruppe mit Silberfuchs Frank-Fighter Steinmaijer* als Versprecher etwas ungefragt, vielleicht nicht ganz uneigennützig und recht werbewirksam Analysen und Eröffnungscare-Pakete an den Ukraino-Russen schicken wird.
    Gleichzeitig wird gedroht, den übrigen Russen womöglich das Schach-Know-How zu sperren und ihnen insbesondere Analyseaufenthalte bei westlichen Elekronenhirnen zu untersagen. In schachlich-logischer Tataufklärung wurde festgestellt, daß gerade diese 3 Russen es sind, die das ungezügelte Machtstreben des russischen Schachverbandszaren unterstützen.
    Was aus dem Ukraino-Russen wird, ist offen und ungeklärt. Vielleicht muß er in einer nächsten Sanktionsstufe auch um sein Schach-Visum fürchten. Insbesondere wenn er sich trotz Rückstand doch noch nach vorne an die Spitze spielt und man entdeckt, daß er ganz offen für eine russische Firma Reklame läuft.
    Unklar bleibt auch, wie die SchEU die restukrainischen Kandidaten - also die sog. Ponojanovchuckies - künftig im Schachkampf gegen Russija ausrüsten und unterstützen wird.
    Bleibt es bei großen Tönen oder benutzt man sie als vorgeschobenes Mittel zum Zweck, um nachher doch mit Carl Nakaruana die vom Kampf ausgelaugten russischen Aggressoren schachlich zu zerstören und ihre Analysen und Forschungen in Besitz zu nehmen?
    Und wie sieht es mit der Einbeziehung der asiatischen Schachkämpfer aus? Dürfen Frank-Fighter Steinmaijer und Co die Heerscharen der chinesischen Schachkämpfer so ungefragt übergehen? Wer sorgt dafür, daß die indischen Naturtalente mit dem weisen alten Anführer Vishgandhy in Frieden ihrem trotzdem kriegerischen Spiel nachgehen dürfen?

    Derzeit ist noch nichts entschieden und die zukünftigen Entwicklungen sind nur schwer voraussehbar.
    Vereinzelte Schachregelpuristen fordern jedenfalls, daß Frank-Fighter Steinmaijer und Co ihre Deeskalationsforderungen gegenüber Russland nicht mit vergaloppierten Springerhüpfern penetrant über die Mittellinie verknüpfen, alte Schachanalysen verfälschen und neue fehlerhafte entgegen jeglichem Schachverstand in die Schachwelt setzen. Diesen Leuten sind die offenkundigen Löcher in den Analysen und Varianten von Silberfuchs Frank-Fighter & Co. ein Brechmittel und sie fragen sich, ob es nicht
    objektiver und weniger von der eigenen Stellung geblendet geht.

    Eine Blick zurück in west-östliche Schachgeschichte zeigt:

    Keine Steinmaus bzw . Steinlaus - http://de.wikipedia.org/wiki/Steinlaus -
    wurde aus ihrem westlichen Betonbunker gelockt, als 1972 in beispiellosem Blitzschach die Schachinsel Island vom US-Ammie Bobby Zischer im Handstreich besetzt und der Schachtitel dem westlichen Kulturkreis wieder einverleibt wurde. Der große Boris Spuckspatzky - halbdemokratischer schowjetischer Schachpräsident - wurde durch hartnäckige Demonstrationen und schachstreichartige Angriffe entmachtet.
    Dabei hatte der Westen den Titel in Verhandlungen von 1948 nahezu freiwillig an die Schowjets (Schach-Sowjets) abgetreten.
    Ihr Vertreter Fine machte erst gar keine Ansprüche irgendwelcher Art geltend und "Max Rzeczewski" ließ(en) sich über den Schachtisch ziehen.
    Ernsthafte Rückgabeansprüche wurden jahrzehntelang nicht erhoben.
    Nur ein einzelnes Schachwunderkind monierte ab 1962 die Bevorzugung der russischen Schacharistokratie und mahnte freie und offene Titelwahlkämpfe an.

    Relativ unbeachtet blieb, daß das Wunderkind und seine ihn unterstützende Organisation 1972 gegen einige Bestimmungen der schachlichen Landkriegsordnung beim Handstreich auf den Titel verstießen. Und das obwohl im Schachvölkerrecht gravierende Verbesserungen durchverhandelt und umgesetzt waren.
    Zunächst trat der nicht qualifizierte Zischer als Ersatz für einen eigentlich qualifizierten Schachflüchtling aus Ungarn an. Ob dieser Platz irgendwie verkauft bzw. vom US-Verband gekauft wurde, ist bis heute unklar.
    Jedenfalls verkauften die westlichen Schachfunktionäre der Schachwelt diesen kleinen Kunstgriff erfolgreich als schachlichen Freiheitskampf, bei dem die gute Seite eben den ein oder anderen Kniff anwenden dürfe.
    Die Flexibilität des Schach-Völkerrechts muß immer dem guten Schach dienen und darf nicht der bösen Schachaggression und seiner Diktarur sowie dessen Erhalt dienen.

    Die Schowjets (= Vor- und Nachfahren der russischen Schachschule zugleich) verließen sich damals etwas blauäugig auf Zusagen des Westens. Westliche Spieler versprachen damals schachlich mit wenigen Ausnahmen recht wenig und stellten keine wirkliche Bedrohung für das schowjetische Schachreich und seiner Einwohner dar.
    Die Schowjets und ihre rechtsnachfolgenden Russen interpretieren diese nicht eingehaltene, nur begrenzte Schachleistungsexpansion eben als schwerwiegenden Vertrauensbruch.
    Schachkenner argumentieren heutzutage deshalb auch, es seien gar keine Versprechungen gebrochen worden. Wer schließlich nichts verspricht, kann auch nichts einhalten.
    Die Russen dagegen fühlen sich jetzt, als hätte man sie ungefragt zurechtjadoubiert und ihnen ein Narrenmatt verpaßt.
    Wer auf die Befindlichkeiten der russischen Schachseele auch nur einen Funken Rücksicht nimmt, der weiß, daß ein Narrenmatt durch den Westen ein diplomatisches Selbstamtt ist. Ungefähr so, als würde man einem slawischen Schachthronfolger in Begleitung seiner reizenden Gattin bei einem Auslandsturnier eine Eröffnungsbombe unterjubeln. So etwas diente schon einmal - abgewandelt - als Vorwand, um aufgestaute Spannungen mit großem Getöse abzubauen und Schachspieler in ein Internierungslager zu stecken.


    Zurück zur Insel - keine halbe - 1972.

    In kleineren schachtaktischen Operationen und zermürbenden Scharmützeln -

    landet er oder landet er nicht, ist er schon gelandet (mit Abzeichen an der Uniform oder inkognito, bewaffnet mit dem weißen e-Bauern?) oder rochiert über den Teich zurück, Geld oder kein Geld, freie ungehinderte Presseberichterstattung mit Bild und Ton oder nicht -

    wurden die Russen auf Island schachlich schmählich in die Flucht geschlagen, woraufhin im Heimatland jahrelang Unruhe und Sorgen herrschten.
    Vereinzelte Übergriffe überforderter Schapparatschiks gegen Teile der schowjetischen Schachelite sind verbürgt.

    Im Nachhinein stellte sich heraus, daß der westliche Schachmessias keinesfalls das Anliegen hatte, Schach demokratischer, friedlicher (= gleichbedeutend mit sportlich-fair)er und gerechter für alle zu machen.
    Immer deutlicher wurde, daß er stark vom Bestreben besessen war, es allein den Schowjets zu zeigen und ihn die friedliche Weiterentwicklung des Wettkampfschachs nicht mehr so interessierte. Seinen erworbenen Besitzstand WM-Titel wollte er auch nicht wieder mit der Schachwelt teilen. Das Verfolgen eigener ganz persönlicher Interessen im schachlichen Machtstreben wurde offenbar.
    In Vollversammlungen der SchUNO wurde über sein versuchtes Schachdiktat abgestimmt und auch in der westeuropäischen Schachwelt breitete sich Unruhe aus, ob der schachliche Wertebruder aus der neuen Welt wirklich die gemeinsamen Interessen der westlichen Schachwelt im kalten Schachkampf gegen Schowjets verfolgt oder ob er einen Alleingang für das eigene Schach-Ego (Zischer first and forever) riskiert.

    Damals hatten die schachlichen Funktionärsväter des Westens einen weiseren Blick auf das Schachvölkerrecht und seine womögliche Überdehnung und rieten zu Schachkompromissen und Entspannung einer überdehnten Lage.
    Die Folge waren zwar Titel- und wiederum Ansehensverlust für den Westen, doch die große Schacheskalation mit unabsehbaren Folgen für die Schachwelt war vermieden.

    Zischer fürchtete eine schowjetische Übermacht, nachdem diese ihre Wunden geleckt und mächtig aufgerüstet hatten und trat zum Kampf nicht mehr, nachdem ihm die SchUNO den Einsatz bestimmter Schachwaffen aus schumanitären Überlegungen heraus nicht gestattete.
    Letztendlich blieb der schachliche Kulminationspunkt aus. War es nun ein letzter Funken Vernunft, der den berufenen Titelträger abhielt, das letzte Gefecht auszutragen?
    Oder war es die Vernunft der anderen, die hin- und hergezogen von Argumenten und Diktaten beider Pole letztlich doch klareren Kopf behielten?
    Ist der Schachwelt damit ein Untergang mit Knalleffekt erspart geblieben? Hätte es nach dem geplatzten Titanenkampf mit Eröffnungsfallen, Mittelspielkrachern und Endspielkämpfen um den Endsieg überhaupt noch Schachsport geben können?
    Die Folge des kurzen westlichen Hegemonialanspruchs auf schowjetisch-geprägten Territorium war jedenfalls eine Erstärkung schowjetischen SchVorherrschaft.
    In der Folge unterstützte der Westen legitim die schachlichen Menschen- und Freiheitsrechte eines schowjetischen Emigranten namens Viktor und bewahrte die westlichen Schachwerte halbwegs anständig vor der Zerstörung durch die schowjetische Schachdiktatur.
    In Schowjetland konnte sich trotz Intrigen und Hindernissen ein Schachstern mit kultureller Vielfalt in den Adern zu großer Stärke entwickeln und die Schachwelt relativ friedlich aber letztlich nicht unstrittig revolutionieren.
    Hinzukommende technische Innovationen (Ursprung Hamburg) trugen dazu bei, daß heutzutage in der Schachwelt keine wirklich starke Diktatur auf Spielerebene mehr exisitiert. Schachweltmeister kann jedes begabte Wunderkind aus allen Ecken der Schachwelt werden, wenn ihm die Funktionäre die Zukunft nicht verbauen.
    Führen Schachfunktionär Frank-Fighter Steinmaijer und Co in die Zukunft oder stehen sie ihr im Weg? Wie vertrauenswürdig und ehrlich sind sie?
    Versuchen sie Chancen zu bewahren und das Gleichgewicht zu erhalten oder verstellen sie die Waage im Gleichgewichtsspiel entgegen der schachlichen Eichordnung?

    Wer Anlogien findet, ist dazu eingeladen, während des Wartens auf die Züge beim Kandidatenturnier über andere, neue Bretter vor den Köpfen nachzudenken als
    über das schwarz-weiß-karierte.



    * Frank-Fighter trainierte unter seinem Jungennamen "Steinschieber" vor seiner ersten und nunmehr zweiten Heirat mit Caissa Ängie Murksel den legendären Fritzchen Fehlzug für das Firmenteam rororo-Juniorschach in den 70ern.
    Geändert von zugzwang (17.03.2014 um 21:08 Uhr)

  12. #12
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    AW: FIDE-Kandidatenturnier Chanty-Mansijsk 2014

    Beim Kandidatenturnier in Chanty-Mansijsk hatte auch die 5. Runde wieder einiges an Höhepunkten parat. Zwar gab es mit Peter Swidler nur einen Tagessieger, der sich gegen Weselin Topalov durchsetzen konnte. Aber auch bei den Remispartien gab es fesselnde Auseinandersetzungen.

    In der spanischen Möller-Archangalsk-Variante kam es bei Swidler gegen Topalov nach einem frühen Kreuzhebel im Zentrum zu Verwicklungen, nach denen die Damen getauscht wurden. Trotzdem verließ die Partie auch nach dem Damentausch nicht ihre taktische Ausrichtung. Nach 25 Zügen unternahm der Russe bei dem reduzierten Material mit Turm und Läuferpaar einen sehenswerten Mattangriff, der Topalov anscheinend überraschte, da er diesen nur unter Preisgabe eines Bauern abzuwehren vermochte. Den so entstandenen Materialvorteil baute Swidler in der Folge aus, als er eine Schwächung der schwarzen Bauernstruktur erzwang, der mit einem verdoppelten Isolani sich nun zweier weißer Freibauern erwehren mußte. Am Ende brachte Swidler seinen entfernten Freibauern auf der h-Linie zum Ziel.

    Die beste Partie war aber heute meiner Meinung nach das Remis zwischen Kramnik und Aronian. Im Duell der beiden Turnierfavoriten war es Kramnik, der mit einem Königsangriff als erstes die Initiative übernahm, der nach 27. d5! wirkungsvoll verstärkt werden konnte, da nun der Lb2 ebenfalls gegen den schwarzen König wirkt. Nach 30. Se4 kam es zu einer außergewöhnlichen Peripetie. Aronian konnte den schwarzen Angriff nur noch durch einen energischen Gegenangriff rund um seinen Freibauern auf der e-Linie neutralisieren, und so kam es zu schwersten taktischen Verwicklungen, die schön anzusehen waren und bei denen Aronian mit Nerven aus Stahl dem Druck standhielt. Als sich der Rauch gelegt hatte, verblieb Kramnik nach seinem Angriff nur ein Bauer im Turmendspiel, das der Setzlistenerste Remis halten konnte.

    Sergei Karjakin bleibt indes weiterhin auffallend blaß. Gegen den unberechenbaren Shakhriyar Mamedyarov vermochte er mit Weiß nichts herausholen, die Partie verblieb stattdessen in ständiger Remisbreite, und so fügte der Neurusse seiner Leistung in Chanty-Mansijsk eine weitere farblose Remispartie hinzu. Vishy Anand war hingegen gegen den ultrasoliden und auch in Chanty-Mansijsk betont defensiv auftretenden Dmitri Andreikin wieder heiß auf einen Sieg. Im Mittelspiel überließ der Inder für Figurenangriff seinem Gegner die vorletzte Reihe für einen schnellen Figurenangriff mit Dame und Läufer, konnte aber nur die Abwicklung in ein leicht besseres Turmendspiel erreichen, indem er später einen Bauern gewann, dann aber doch ins Remis einwilligte, weil er hierfür offenbar keine realen Gewinnmöglichkeiten mehr sah. So führt nach 5 Runden Anand weiter mit 3,5 Punkten vor Aronian, Kramnik und Swidler, die mit nur einem halben Punkt weniger auf ihre Chance warten. Das Kandidatenturnier bleibt spannend.

    [Event "World Chess Championship Candidates"]
    [Site "0:42:33-0:51:33"]
    [Date "2014.03.18"]
    [EventDate "2014.03.12"]
    [Round "5"]
    [Result "1-0"]
    [White "Svidler"]
    [Black "Topalov"]
    [ECO "C78"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "2"]

    1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.O-O Bc5 6.c3 b5 7.Bc2 d5 8.d4 dxe4 9.dxe5 Qxd1 10.Rxd1 exf3 11.exf6 gxf6 12.Be4 Bd7 13.a4 O-O-O 14.axb5 Ne5 15.Bf4 Bxb5 16.Na3 Rxd1+ 17.Rxd1 Be2 18.Rd5 Rg8 19.g3 Bxa3 20.bxa3 Ng6 21.Be3 Re8 22.Bf5+ Kb7 23.Rd4 Re5 24.g4 a5 25.h3 h5 26.Be4+ Ka6 27.gxh5 Rxh5 28.Rd8 Ne5 29.a4 c6 30.Rb8 Nc4 31.Bd4 c5 32.Bxf6 Nb6 33.Bd8 Nd5 34.Ra8+ Kb7 35.Rxa5 Re5 36.Rxc5 Rxe4 37.Rxd5 Rxa4 38.Rf5 Kc8 39.Bg5 Rc4 40.Bd2 Rc7 41.h4 Kd8 42.Bg5+ Ke8 43.Rd5 f5 44.h5 Rc4 45.Rd4 Rxc3 46.h6 Rc8 47.h7 Kf7 48.Bd8 1-0

    [Event "World Chess Championship Candidates"]
    [Site "0:01:33-0:15:33"]
    [Date "2014.03.18"]
    [EventDate "2014.03.12"]
    [Round "5"]
    [Result "1/2-1/2"]
    [White "Kramnik"]
    [Black "Aronian"]
    [ECO "E10"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "2"]

    1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nf3 d5 4.e3 b6 5.Nc3 Bb7 6.cxd5 exd5 7.Bb5+ c6 8.Bd3 Be7 9.O-O O-O 10.b3 Nbd7 11.Bb2 Re8 12.Ne5 Bd6 13.f4 c5 14.Qf3 cxd4 15.exd4 Bb4 16.Ne2 Ne4 17.a3 Bf8 18.Rad1 a6 19.a4 Rc8 20.Qh5 g6 21.Qh3 Ndf6 22.f5 g5 23.Ng3 b5 24.axb5 Qb6 25.Kh1 axb5 26.Bxe4 dxe4 27.d5 e3 28.Ng4 Nxg4 29.Qxg4 h6 30.Ne4 Rc2 31.Nf6+ Qxf6 32.Bxf6 e2 33.Bxg5 Bxd5 34.Bxh6+ Kh7 35.Bxf8 exf1=Q+ 36.Rxf1 Rxg2 37.Qxg2 Bxg2+ 38.Kxg2 Rxf8 39.Kf3 Kg7 40.Ke4 Rh8 41.Kd4 Rc8 42.Rf4 Kf6 43.h4 Re8 44.Kc5 Re5+ 45.Kd6 Re3 46.Rb4 Kxf5 47.Rxb5+ Kg4 48.h5 f5 49.h6 Rh3 50.Ke5 Rxh6 51.Rb4+ Kf3 52.Kxf5 Ke3 53.Ke5 Kd3 54.Rb8 Kc3 55.b4 Kc4 56.Rb7 Rh5+ 57.Kd6 Rh6+ 58.Kd7 Rh7+ 59.Kc6 Rxb7 60.Kxb7 Kxb4 1/2-1/2
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  13. #13
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    AW: FIDE-Kandidatenturnier Chanty-Mansijsk 2014

    Weiß ist Trumpf in Chanty-Mansijsk, denn wieder waren es die Weißspieler, die ihre Runde mit einem Sieg abschlossen. Weselin Topalov und Shakhriyar Mamedyarov hießen die glücklichen Gewinner, die sich gegen Wladimir Kramnik (!) und Peter Swidler durchsetzten.

    Weselin Topalov, der bisher ohne Sieg, dafür aber mit vier Remisen und einer Niederlage, noch für keine positiven Schlagzeilen sorgen konnte, hat sich nun in der 6. Runde mit einem Sieg gegen Wladimir Kramnik ins Turnier zurückgemeldet. Kramnik verzichtete in der Blackburne-Variante des abgelehnten Damengambits auf das typische 6. ...c5, das hier gerne gespielt wird, weil der Druck auf das Feld c5 durch die Bewegung des Lc1 nach f4 geringer ist, und gab so seinem Gegner die Möglichkeit, selbst c5 durchzusetzen. Mit der Abriegelung des Damenflügels spekulierte Kramnik auf freies Spiel am Königsflügel und Aushebelung der weit vorgerückten weißen Bauernkette am Damenflügel, doch konnte sich Weiß am Damenflügel behaupten und tief ins Lager des Weißen invadieren. Kramnik zeigte sich der belastenden Situation nicht gewachsen und patzte schon im 17. Zug, als er eine weiße Kombination nicht bemerkte, mit welcher der Bulgare nach diversen Abwicklungen mit einem Mehrbauern verblieb. Die Umwandlung des so entstandenen Freibauern leistete Topalov mit Perfektion.

    Shakhriyar Mamedyarov indes hat sich endgültig in Chanty-Mansijsk eingespielt. Während er nach dem ersten Block mit nur einem halben Punkt aus drei Partien auf dem letzten Tabellenstand war, hat er aus dem zweiten Block mit 2,5/3 ein spiegelverkehrtes Ergebnis herausgeholt. Diesmal bezwang er Peter Swidler in nur 31 Zügen. Sein 10. La3!? in der Holländischen Verteidigung wirkte ein wenig extravagant, konnte von Swidler aber nicht so leicht widerlegt werden. Zwar kam sofort der thematische Zentralvorstoß, aber nach dem provozierten 11. ...Tf7 war Schwarz auf den Diagonalen a3-f8 und a2-g8 schwach, was Weiß sich umgehend zunutze machte und über diese Diagonalen und auf dem Damenflügel aktiv wurde. In einer sehr offenen Partie sorgte Swidler mit einem Fehler schließlich für den Wendepunkt, der mit 24. ...h6? einen Bauern opferte, um Kontrolle über die lange Diagonale h1-a8 zu bekommen, dabei aber zuwenig die daraus resultierende Schwächung seiner Königsstellung berücksichtigte. Ein weiterer Patzer im 27. Zug sorgte dann für die endgültige Entscheidung. Offenbar hatte sich Swidler in der Berechnung der darauf folgenden komplizierten taktischen Variante vertan.

    Bei Vishy Anand gegen Sergei Karjakin bekamen wir mit der Berliner Verteidigung die Modevariante des letzten Jahres zu sehen, die bislang in diesem Kandidatenturnier überraschend ein Nischendasein gefristet hat. Jedenfalls zeigte auch Karjakin, warum diese Variante so populär geworden war. Trotz offensichtlicher Versuche von Anand, dem Gegner sein Spiel aufzuzwungen, hatte Karjakin keine Mühe, ins Remis zu entkommen.

    Lewon Aronian hingegen schaffte es trotz hartnäckigster Versuche nicht, gegen den vermeintlichen Turnierschwächsten Andreikin mit Weiß zu gewinnen. Nachdem Aronian seinen Gegner früh unter Druck gesetzt und materielle Ungleichgewichte geschaffen hatte, hatte er seinen Gegner im Mittelspiel überspielt, versäumte aber mit 28. Lxe4! die Gewinnstellung auszubauen. Der Le4 ist nicht zu schlagen wegen Motiven um die schwache Grundreihe von Schwarz. Die von Aronian gewählte Fortsetzung reichte hingegen nicht aus, das Spiel zu gewinnen. Nach Aronians Fortsetzung besaß er im Endspiel einen Mehrbauern, den er allerdings nicht verwerten konnte. Da aus dem Spitzenquartett niemand einen Sieg für sich verbuchen konnte, führt Anand weiterhin mit 4/6 vor Aronian mit 3,5/6. Gerade die 6. Runde in Chanty-Mansijsk hat gezeigt, wie eng das Teilnehmerfeld beieinander ist.

    [Event "World Chess Championship Candidates"]
    [Site "0:34:33-0:12:33"]
    [Date "2014.03.19"]
    [EventDate "2014.03.12"]
    [Round "6"]
    [Result "1/2-1/2"]
    [White "Aronian"]
    [Black "Andreikin"]
    [ECO "A11"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "2"]

    1.c4 c6 2.Nf3 d5 3.g3 dxc4 4.Bg2 Nd7 5.O-O Ngf6 6.Qc2 Nb6 7.Na3 Be6 8.Ne5 Qd4 9.Nxc6 bxc6 10.Bxc6+ Kd8 11.Nb5 Qc5 12.Bxa8 Qxb5 13.Bg2 Bd7 14.b3 e5 15.Rb1 cxb3 16.Rxb3 Qxe2 17.Ba3 Bxa3 18.Rxa3 Qc4 19.Qb1 Ke7 20.Rxa7 Qd4 21.Rb7 Na4 22.Rc1 Rd8 23.h3 Kf8 24.Qb3 e4 25.Rc4 Qd5 26.Qb4+ Kg8 27.Rd4 Qc6 28.Rbxd7 Nxd7 29.Qxa4 Qxa4 30.Rxa4 Nf8 31.Rxe4 Rxd2 32.a4 Ra2 33.Bf3 g6 34.Kg2 Ne6 35.Rc4 Kg7 36.Bd5 Kf6 37.Re4 Ra3 38.Bxe6 fxe6 39.Rf4+ Ke7 40.h4 h5 41.Re4 Kf7 42.Kf1 Ra2 43.Ke1 Kf6 44.Kd1 Ke7 45.f4 Ra3 46.Kc2 Rxg3 47.Rd4 Re3 48.Kb2 e5 1/2-1/2

    [Event "World Chess Championship Candidates"]
    [Site "Khanty-Mansiysk RUS"]
    [Date "2014.03.19"]
    [EventDate "2014.03.13"]
    [Round "6.1"]
    [Result "1-0"]
    [White "Veselin Topalov"]
    [Black "Vladimir Kramnik"]
    [ECO "D37"]
    [WhiteElo "2785"]
    [BlackElo "2787"]
    [PlyCount "82"]

    1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nf3 d5 4. Nc3 Be7 5. Bf4 O-O 6. e3 Nbd7 7. c5 Nh5 8.
    Be5 c6 9. Bd3 g6 10. h4 f5 11. Bh2 b6 12. b4 f4 13. O-O a5 14. b5 bxc5 15.
    bxc6 Nb8 16. Bb5 Ba6 17. a4 Qc8 18. dxc5 Nxc6 19. Nxd5 exd5 20. Qxd5+ Kh8
    21. Qxc6 Qxc6 22. Bxc6 Rac8 23. Bb5 Bxb5 24. axb5 Bxc5 25. Rxa5 fxe3 26.
    fxe3 Bxe3+ 27. Kh1 Rc2 28. Rb1 Rfc8 29. Raa1 Bb6 30. Be5+ Kg8 31. Ra6 Be3
    32. b6 Rc1+ 33. Rxc1 Rxc1+ 34. Kh2 Rb1 35. g4 Bf4+ 36. Kg2 Bxe5 37. Nxe5
    Nf4+ 38. Kf3 Ne6 39. b7 Rb3+ 40. Kf2 Rb2+ 41. Ke3 1-0

    [Event "World Chess Championship Candidates"]
    [Site "Khanty-Mansiysk RUS"]
    [Date "2014.03.19"]
    [EventDate "2014.03.13"]
    [Round "6.3"]
    [Result "1-0"]
    [White "Shakhriyar Mamedyarov"]
    [Black "Peter Svidler"]
    [ECO "A81"]
    [WhiteElo "2757"]
    [BlackElo "2758"]
    [PlyCount "62"]

    1. d4 f5 2. g3 Nf6 3. Bg2 g6 4. Nf3 Bg7 5. O-O O-O 6. c4 d6 7. Nc3 Qe8 8.
    b4 e5 9. dxe5 dxe5 10. Ba3 e4 11. Nd4 Rf7 12. Qb3 Nc6 13. Nxc6 Qxc6 14. b5
    Qe8 15. f3 Be6 16. Rad1 a6 17. bxa6 Rxa6 18. fxe4 fxe4 19. Nxe4 Nxe4 20.
    Bxe4 Rxf1+ 21. Rxf1 b5 22. Qe3 bxc4 23. Bc5 Qc8 24. h4 h6 25. Bxg6 Bd5 26.
    h5 Qd7 27. Bd4 Re6 28. Bf7+ Qxf7 29. Rxf7 Rxe3 30. Rxg7+ Kf8 31. Rg5 1-0
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  14. #14
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    AW: FIDE-Kandidatenturnier Chanty-Mansijsk 2014

    Die gestrige Runde brachte nach verhaltenem Beginn - die Eröffnungswahl ("Amateur-Carlsen-Eröffnung" mit verzögerter Pillsbury-Attacke seitens Kramnik, verweigerter Sizialianer und a6-Spanier seitens Anands) sah nicht so "prickelnd" aus - letztlich doch wieder spannend-komplizierte Partien, in denen Aronjan sich wieder als nervenstark-glücklicher Verteidiger erwies. Wie die kritische Stellung bei ehrgeizigster Fortsetzung Kramniks zu beurteilen war, weiß noch nicht mal Ängie sicher, auch wenn sie +3,x vermeldet. Topalov setzte Svidler unter Druck, um dann vom Kurs abzukommen und gegen das Läuferpaar bei unzähligen Bauernschwächen dann den ganzen Punkt abgeben zu müssen.
    Eine bittere Pille für Toppi, während sich Svidler von der Vortagsniederlage erholte, um heute aufs Ganze zu gehen mit Holländisch. Ihm ging es wie seinem Gegner vom Vortag: Keine schlechte Stellung aus der Eröffnung für ein scharfes Mittelspiel. Letztlich entschied vielleicht eine Halluzination; denn Big Pete's h7-h6 war dann doch ein Übersehen in für beide Seiten schwer zu überblickender Lage.
    Ob es Halluzinationen, schlechte Tagesform oder das Pariser Smogklima zwischen Vladi und Toppi war, jedenfalls schien Kramnik schnell die Luft auszugehen (siehe auch Zeitverbrauch) bei seinem aggressiven Schwarzvortrag. Daß ein Spieler wie Kramnik Topalovs in diesem Stellungstyp b4-b5 falsch einschätzt und gar mit a7-a5 herausfordert, kommt selten vor. Toppy ist mit diesem Gang der Dinge sicherlich viel zufriedener, als wenn er gegen Svidler und Kramnik nochmal 2 Remisen gespielt hätte.
    Dieser Sieg könnte ein Wachmacher für ihn sein und im engen Feld nach vorne marschieren lassen.
    Aronjan schuf früh und opferfreudig Ungleichgewichte vom Feinstenund Andreikin war um seine Stellung nicht zu beneiden. In Zeitnot wurde er auch überspielt, doch machte Aronjan den Sack nicht zu.auch das von ihm gewählte Endspiel sah sehr gewinnträchtig aus, hatte er doch einen soliden Mehrbauern.
    Überraschend war für mich, daß er im weiteren Verlauf des Endspiels keine richtigen Aufgaben mehr stellen konnte und beim Tausch seines Läufers dachte ich, jetzt zeigt er, wie dieses Turmendspiel zu behandeln ist. Im Gegenteil.
    Laufer gegen Springer mit Bauern auf beiden Flügel, Mehrrandbauer und Türme auf dem Brett.
    Dem Amateur wird in Leidt-Sätzen eingetrichtert, daß das Turmendspiel hier doch der "remisigste" Typus ist. Was hat der Weltranglistenzweite hier alles gesehen oder auch mal übersehen?
    Im 31. Zug gab es alternativ die Möglichkeit, mit dem Läufer zu schlagen und mit dem Turm vor dem Bauern zu bleiben, ggf. mit Aktivität Richtung 8. und 7. Reihe.
    Auf jeden Fall eine gute Trainingsstellung, um Endspiele auszuspielen und dabei allerhand zu lernen.
    Vishy bleibt in Führung, kann aber wie im WM-Match gegen 3. ... Sf6 im Spanier nicht durchdringen.

  15. #15
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    AW: FIDE-Kandidatenturnier Chanty-Mansijsk 2014

    Zitat Zitat von zugzwang Beitrag anzeigen
    Überraschend war für mich, daß er im weiteren Verlauf des Endspiels keine richtigen Aufgaben mehr stellen konnte und beim Tausch seines Läufers dachte ich, jetzt zeigt er, wie dieses Turmendspiel zu behandeln ist. Im Gegenteil.
    Laufer gegen Springer mit Bauern auf beiden Flügel, Mehrrandbauer und Türme auf dem Brett.
    Laut Chessbase machte Aronian einen typischen psychologischen Fehler, indem er den verlorenen Gelegenheiten aus seiner besten Partiephase hinterhertrauerte und so nicht mehr frei aufspielen konnte. In dem Artikel heißt es:

    Statt einer klaren Gewinnstellung bekam Weiß so "nur" ein sehr gutes Endspiel mit Mehrbauern. Doch wie er in der Pressekonferenz erklärte, war Aronian "zu frustriert, um in diesem Endspiel mein bestes Schach zu zeigen". So konnte Andreikin schließlich mit Glück im 48. Zug einen halben Punkt retten.
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