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Thema: Zugzwang im Mittelspiel

  1. #1
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    Zugzwang im Mittelspiel

    Zugzwang im Mittelspiel - Aaron Nimzowitsch hat dieses Motiv geliebt und zahlreiche Klassiker aufs Brett gezaubert. Aber auch Svetozar Gligoric lieferte eine Perle dieser Art. 1970, ausgerechnet gegen den Meister des strategischen Positionsspiels, Tigran Petrosjan, engte er seinen Gegner so ein, daß dieser am Ende nichts mehr tun konnte. Bereits nach 17. Dh1 zeigte sich die Malaise von Weiß in deutlichen Umrissen. Im späteren Verlauf konnte Weiß die Niederlage nicht mehr abwenden. Rettet er z. B. die Qualität mit 28. Txe8, verliert er auf andere Art, weil er nach einem Fluchtzug mit der Dame nach 28. ...Txe8 den verheerenden Zug ...Lh3+ nicht mehr abwenden kann. Mit diesem Sieg setzte Gligoric nebenbei die Tradition starker sowjetischer Spieler seit der Nachkriegszeit fort, den Königsinder mit immer neuen schopferischen Ideen zu beleben. Gerade sowjetische Spieler hatten nach dem Zweiten Weltkrieg im Königsinder bedeutsame Musterpartien kreiert.

    [Event "Rovinj/Zagreb"]
    [Site "Rovinj/Zagreb YUG"]
    [Date "1970.04.16"]
    [EventDate "1970.04.12"]
    [Round "5"]
    [Result "0-1"]
    [White "Petrosian"]
    [Black "Svetozar Gligoric"]
    [ECO "E97"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "66"]

    1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nc3 Bg7 4. e4 d6 5. Be2 O-O 6. Nf3 e5
    7. O-O Nc6 8. d5 Ne7 9. b4 Nh5 10. Nd2 Nf4 11. a4 f5 12. Bf3
    g5 13. exf5 Nxf5 14. g3 Nd4 15. gxf4 Nxf3+ 16. Qxf3 g4 17. Qh1
    exf4 18. Bb2 Bf5 19. Rfe1 f3 20. Nde4 Qh4 21. h3 Be5 22. Re3
    gxh3 23. Qxf3 Bg4 24. Qh1 h2+ 25. Kg2 Qh5 26. Nd2 Bd4 27. Qe1
    Rae8 28. Nce4 Bxb2 29. Rg3 Be5 30. Raa3 Kh8 31. Kh1 Rg8
    32. Qf1 Bxg3 33. Rxg3 Rxe4 0-1
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

  2. #2
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    AW: Zugzwang im Mittelspiel

    So wie ich die Sache sehe, beginnt die Einengung von Weiß mit 14...Sd4 und dem anschließenden Springeropfer. Gut, Weiß kann die schwarzen Springer dort schlecht stehen lassen - aber dann stellt sich auch die Frage, warum Weiß mit 10. Sd2 die Deckung von d4 überhaupt aufgegeben (und damit 14...Sd4 zugelassen) hat. Was auch immer der Plan von Petrosian war (Überdeckung von e4 vielleicht?)... er war entweder nicht gut oder zu langsam (was 11.a4 bezwecken soll, ist mir ein Rätsel).

  3. #3
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    AW: Zugzwang im Mittelspiel

    Zitat Zitat von Kampfkeks Beitrag anzeigen
    ... (was 11.a4 bezwecken soll, ist mir ein Rätsel).
    Das "Bajonettsystem 9.b4" war Anfang der 70er eher noch in der erweiterten Versuchsphase.
    Zu 10. Sd2 schreibt Geller in "Königsindische Verteidigung":

    In der Absicht, den Springer auf den Damenflügel oder auf den zentralen Punkt e4 (nach Abtausch auf f5) zu überführen. Vorsichtiger war 10.g3.

    Mit den Erfolgen Kramniks wurde 10. Te1 populär und erfolgreich angewandt. Vorher hatte 10. g3 um die 80er Jahre eine Blütezeit mit hochkomplexen Problemen.
    Beide Züge sorgen für den Erhalt des weißfeldrigen Läufers, der obwohl nominell "schlechter Läufer" bei der weißen KID-Bauernstruktur bei späteren Stellungsöffnungen sehr wichtig werden kann und grundsätzlich auch auf den schwarzen Damenflügel drückt.
    Zuletzt wurde auch mal wieder auf 10. g3 zurückgegriffen, aber wie der letzte theoretische Bewertungsstand zwischen Te1/g3 ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Vielleicht kommt irgendwann plötzlich wieder 10. Sd2?!

    Züge wie a2-a4 in derartigen Stellungstypen verfolgen als Zweck:

    a) Bauernwalze am Damenflügel (etwas langsam und schwerfällig wirkend, aber die strategische Hauptwaffe des weißen im KID - der Raumvorteil soll eine vorteilhafte Öffnung am Damenflügel ermöglichen und Schwarz wird über die Seite ausgeknipst oder im Endspiel mit schwachem schwarzfeldrigem Läufer an den Brettrand gespielt)

    b) Aktivierung(smöglichkeit) des Damentrums über a3 zwecks seitlichem Schutz des Königsflügels mit Überführung des Turms auf den K-Flügel für eigenen Gegenangriff

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