Ergebnis 1 bis 12 von 12

Thema: Bogo-Indisch

  1. #1
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    Bogo-Indisch

    Ich selbst habe gemerkt, daß ich nach 1. d4 Sf6 2. Sf3 eine Achillesferse habe, weil meine Reaktion darauf gegen stärkere Gegner beständig zu einer sang- und klanglosen Niederlage führt, indem Weiß in den geschlossenen Strukturen schnell ein += erhält, ich keine Gegenchancen entwickeln kann, und Weiß so den Vorteil konsequent zum Sieg führt.

    Nach vielen guten Ratschlägen von Lestat habe ich mich für Bogo-Indisch entschieden, das Magnus Carlsen ja wieder populär gemacht hat. Nachdem, was ich in Erfahrung bringen konnte, möchte Schwarz die schwarzfeldrigen Läufer tauschen, danach mit der Struktur Bd6 und Be5 seine Bauern auf schwarze Felder stellen, um so mit gutem gegen schlechtem Läufer zu spielen. Diese Idee finde ich interessant, besitzt eine gewisse Spieltiefe und bietet mir somit endlich eigene Möglichkeiten, die ich mir bislang mit meinem Repertoire gegen 1. Sf3 Sf6 2. d4 nicht erspielen konnte.

    Grundsätzlich können nach 1. d4 Sf6 2. Sf3 e6 3. c4 Lb4+ drei Hauptvarianten entstehen: 4. Sc3, 4. Sbd2 und 4. Ld2.

    Auf 4. Ld2 spielt Magnus Carlsen 4. ...Lxd2+ gefolgt von 5. ...d5. Alternativen sind 4. ...c5 und 4. ...a5. Nach 4. Ld2 Lxd2+ 5. Dxd2 d5 6. g3 0-0 7. Lg2 Sbd7 8. 0-0 c6 dürfte Schwarz sehr solide stehen.

    Auf 4. Sc3 empfiehlt IM Andrew Martin kurz und bündig 4. ...Lxc3 (ebd.) wegen der besseren Bauernstruktur. Dieses Abspiel ist allerdings selten. Da ich zudem ungerne Läufer gegen Springer tausche, werde ich wohl das übliche 4. ...c5 spielen, mit angestrebtem Tausch auf d4. Folgende Variante gefällt mir z. B. gut: 5. g3 cxd4 6. Sxd4 0-0 7. Lg2 d5 8. cxd5 Sxd5 9. Ld2 Sxc3 10. bxc3 Le7, und nun hat Schwarz die bessere Bauernstruktur, ohne daß er dafür sein Läuferpaar halbieren mußte.

    Auf 4. Sbd2 gefällt mir 4. ...b6 (Alternative ist das direkte 4. ...d5) sehr gut. Da Schwarz im späteren Verlauf zwei Tempi investieren muß, um den Lb4 zu vertreiben und den Lc1 zu entwickeln (Lc1-d2-g5) kann Schwarz Weiß hier eigenes Spiel aufzwingen, siehe: 5. a3 Lxd2+ 6. Lxd2 Lb7 7. Lg5 d6 8. e3 Sbd7 9. Dc2 h6 10. Lh4 De7 11. Td1 g5 12. Lg3 Se4. Deshalb ist das Abspiel für mich attraktiv, obwohl Schwarz sein Läuferpaar halbieren muß.

    Wie denkt ihr darüber?
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  2. #2
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    AW: Bogo-Indisch

    Die Hauptvariante gegen 4.Ld2, namentlich 4...De7, ist auch wichtig. Neben der Idee 5.Lxb4 Dxb4+ und Damentausch mit angenehmen Ausgleich hat Schwarz noch den typischen Züricher Plan mit ...Sc6 / ...d6 / ...e5.

  3. #3
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    AW: Bogo-Indisch

    Also wenn die QGD zu langweilig ist (ist es doch gar nicht!), dann willst du wohl auch kein bogo-indisch mit d5 spielen, das ist dann doch nochmals einiges "langweiliger".
    Interessant finde ich abspiele wie folgendes:
    1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nf3 Bb4+ 4. Bd2 Qe7 5. g3 Nc6 6. Bg2 Bxd2+ 7. Nbxd2 d6 8. O-O a5 9. e4 e5 10. d5 Nb8
    der springer will nach c5

    dieses buch sollte alles abdecken was du brauchst:
    http://www.everymanchess.com/chess/b...nd_Bogo_Indian

    ist nur leider immer noch nicht erschienen.

    Falls du das läuferpaar sehr magst solltest du aber weder nimzo- noch bogo-indisch spielen, da bietet sich eher das QGD an wo schwarz oft das läuferpaar für schlechte struktur erhält

    edit:
    Christof Sielecki ist chessexplained auf youtube und hat schon jede menge blitzpartien mit bogo-indisch gespielt:
    http://www.youtube.com/results?searc...ed%20bogo&sm=3

    das anschauen dieser partien sollte einen guten einstieg geben
    Geändert von Zapp Brannigan (03.03.2014 um 22:58 Uhr)

  4. #4
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    AW: Bogo-Indisch

    Zitat Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
    Ich selbst habe gemerkt, daß ich nach 1. d4 Sf6 2. Sf3 eine Achillesferse habe, weil meine Reaktion darauf gegen stärkere Gegner beständig zu einer sang- und klanglosen Niederlage führt, indem Weiß in den geschlossenen Strukturen schnell ein += erhält, ich keine Gegenchancen entwickeln kann, und Weiß so den Vorteil konsequent zum Sieg führt...
    Verstehe ich nicht so ganz. Warum ist 2. Sf3 Deine Achillesferse, wenn Du bereit bist Damenindisch zu spielen?
    Oder ist Damenindisch Deine Achillesferse, dann hast Du das Problem auch nach 2. c4 e6, 3. Sf3...
    Natürlich ist Bogo-Indisch eine sehr brauchbare Alternative zum Dameninder.
    Grundsätzlich können aus Nimzo-Indisch, Damenindisch und Bogoindisch (und sogar QGD) aber recht verwandte Stellungen mit den entsprechenden strategischen Problemen entstehen.
    Du wirst Dich also schon den (klassischen) Strukturen stellen müssen, wenn Du den schwarzfeldrigen Läufer mittels e7-e6 zu aktivieren gedenkst.
    Wenn Du wirklich etwas anderes haben willst, dann hilft nur ein g6-Fianchettoaufbau (KID, Benoni, "Höllandisch") oder sofort f7-f5.

    Warum spielst Du eigentlich nicht Blumenfeld oder gar Wolga?

  5. #5
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    AW: Bogo-Indisch

    Bei dem Blumenfeld-Gambit und dem Wolga-Gambit ist doch das Problem, daß diese Eröffnungen nach 1. d4 Sf6 2. c4 entstehen, und da habe ich ja schon das Budapester-Gambit. Wegen Damenindisch, da hat Lestat schon ganz Recht gehabt, daß das Budapester Gambit und das Damenindisch ein höchst merkwürdiges, inkonsistentes Paar abgeben. Und überhaupt geschah ja das Erlernen und Spielen des Budapester Gambits aus dem Grund, daß ich dem Nimzoinder (nach 1. d4 Sf6 2. c4 e6 3. Sc3 Lb4), aber vor allem dem Dameninder (1. d4 Sf6 2. c4 e6 3. Sf3 b6) entkommen wollte. Das Budapester-Gambit hat aber das Problem, daß Weiß nur 1. d4 Sf6 2. Sf3 spielen muß, und schon lande ich wieder in meinem ungeliebten Damenindisch. Mit dem Bogo-Indisch bin ich nun breiter aufgestellt und kann flexibler auf gegnerische Hineintricksungsversuche und mir "aufgezwungene" unliebsame Varianten reagieren. Warum ich Damenindisch nicht mag: natürlich ist mir das zu defensiv und langweilig. In der Regel spielt nur Weiß. Aufbauten in geschlossenen Systemen mit ...g6 liegen mir übrigens nicht, weil diese unglaublich geschlossen und bauernlastig sind. Ich spiele lieber mit Figuren als mit Bauern. Das trifft auch auf Benoni-Aufbauten zu, mit dem das Blumengeld-Gambit ja eng verwandt ist.
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  6. #6
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    AW: Bogo-Indisch

    Blumenfeld für Kiffing:

    1. d4 Sf6, 2. Sf3 (Budapester abgelehnt) e6 (harmloser Antäuscher), 3. c4 (Bitte sehr, Kiffing, spiel doch Deinen QID, der nicht so recht zu Dir paßt.) c5 (Bäh, nix mehr QID, so lange ich mit Euch nicht quittbin), 4. d5 (Ben-Oni?) b5!? (Ne, bin doch "Wudapester" Gambitspieler!).

    Wudapester = Wuppertal-Budapester

  7. #7
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    AW: Bogo-Indisch

    Mag sein. Ich habe aber keine Lust, schon früh einem Bauern hinterherzurennen, wo die Gefahr sehr groß ist, daß ich hinterher wieder ein furchtbares Endspiel mit Minusbauern verteidigen muß. Von solchen stundenlangen Quälereien habe ich für immer genug und werde alles tun, dieser Tortur vorher auszuweichen. Aber ein ebenso fruchtloses Kamikazespiel bringt nun mal auch nicht immer das gewünschte Ergebnis...

    Wie komme ich zu dieser pessimistischen Einschätzung, ohne das Blumenfeld-Gambit wenigstens passabel zu kennen? Auf Shredder scort das Blumenfeld-Gambit nach der Annahme des Gambits (also nach 1. d4 Sf6 2. Sf3 e6 3. c4 c5 4. d5 b5 5. dxe6) furchtbar mit 33,5 Prozent in 103 Partien. Zum Vergleich: Selbst das für seinen Score berüchtigte Budapester-Gambit kommt auf Shredder bei 598 Partien noch auf 40 Prozent.
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  8. #8
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    AW: Bogo-Indisch

    Also wenn du es nicht magst, einen Bauern für Kompensation zu geben, dann ist das Budapester/Wolga-Gambit nicht so geeignet.
    Wenn du jedoch auch nur ungern die den Läufer für einen Springer hergibst, um einen etwaigen Entwicklungsvorsprung oder eine bessere Struktur damit zu kompensieren, dann ist Nimzoindisch folglich auch nicht das geeignete.

    Was hälst du vom abgelehnten Damengambit? Es muss letzten Endes nicht immer nur die moderne Lasker Variante sein. Diese könne man gegen stärkere Gegner nutzen. Schwarz muss lediglich die grundlegenden Pläne wissen und vielleicht ein, zwei Varianten etwas genauer kennen. Habe damit gegen einen FM locker ausgeglichen und später sogar eine bessere Stellung erreicht.
    Und wenn es hier etwas aktiver sein soll, dann wählst du die Ragozin Variante. Damit bekommst du viel Spiel und zumindest einen aktiven Plan (Lb4-d6 + ...e5)

  9. #9
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    AW: Bogo-Indisch

    Beim Budapester Gambit ist es doch nur ein Scheinopfer. In der Variante nach 1. d4 Sf6 2. c4 e5 3. dxe5 Sg4 4. Sf3 Sc6 5. Lf4 Lb4+ kriege ich entweder in der Variante mit 6. Sbd2 den Bauern sofort wieder. Oder ich zersplittere seine Bauernstruktur in der Variante mit 6. Sc3. Beim Blumenfeld-Gambit dagegen scheint die Kompensation dagegen nicht so klar und eindeutig zu sein. Nimzoindisch lag mir immer besser als Damenindisch, weil Schwarz im Nimzoinder im Gegensatz zum Dameninder genug eigene Ansätze für sein Spiel hat und auch variieren kann, was sein Spiel im Zentrum angeht. Er kann z. B. mit den Strukturen mit Bc5, Bd6 und Be5 spielen oder direkt ...d5 durchsetzen. Ich bin im Spiel.

    Das abgelehnte Damengambit habe ich schon immer für suboptimal gehalten. Weiß kann 3. e4 spielen und besitzt ein super Zentrum.
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  10. #10
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    AW: Bogo-Indisch

    Zitat Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
    Mag sein. Ich habe aber keine Lust, schon früh einem Bauern hinterherzurennen, wo die Gefahr sehr groß ist, daß ich hinterher wieder ein furchtbares Endspiel mit Minusbauern verteidigen muß. Von solchen stundenlangen Quälereien habe ich für immer genug und werde alles tun, dieser Tortur vorher auszuweichen...
    Oha, die Tyrannei des Bauern...
    Deshalb gibt der gambitspieler ja früh einen bauern, damit er sich in der Partie seltener mit Fortsetzungen zu leicht schlechteren Endspielen herumplagen muß.
    Der Gambit spieler macht essich etwas einfacher, gibt einen Bauern und weiß in der Folge,daß er über bestimmte Partietendenzen gar nicht nachdenken muß.
    Ökonomisch und etwas Schublade, aber nicht ganz unpraktisch...

    Damenindisch, Budapester, Sizilianisch-Najdorf mit Schwarz läßt eben auf eine, sagen wir mal noch nicht seßhafte Spielerpersönlichkeit schließen, die noch auf der Suche ist - gemeinsam mit sehr vielen anderen Pilgern des Schachspiels.

    Man könnte auch einen anderen schachlichen Denkansatz versuchen ... und sich nicht der Tyrannei des Bauern unterordnen.

    Zur Anregung eines Adelsaufstandes gegen die Tyrannei des Fußvolkes (Quelle: http://exeterchessclub.org.uk/content/contempt-pawns):

    "The most important feature of the chess position is the activity of the pieces. This is absolutely fundamental in all phases of the game (opening, middlegame and especially endgame)." -- Michael STEAN, in Simple Chess.

    Cecil John Seddon Purdy:

    "We all play a great deal of rotten chess - some more than others - and one of the roots of the trouble is the tyranny of the Pawn."

    "There are still many players whose idea of winning a game consists in grabbing a Pawn and struggling through somehow to an endgame - where, they fondly believe, a Pawn plus is an automatic win. Here we see the tyranny of the Pawn in its vilest and most nauseating form. But there are degrees, and even in master play we find weak moves being made through an insufficient contempt for Pawns."

    What is on Purdy's mind is the same thought expressed more temperately by Stean. Pawns are no use without active pieces.

    Zitat Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
    ...
    Das abgelehnte Damengambit habe ich schon immer für suboptimal gehalten. Weiß kann 3. e4 spielen und besitzt ein super Zentrum.
    Ich ahne zwar, worum es geht, doch Flüchtigkeit und Ungenauigkeit kosten im Schach so manchen Bauern. Dann besser gleich Gambit.
    Macht der Zug 3. e4 im angenommenen Damengambit dieses nicht zu einem echten Gambit?!
    Geändert von ToBeFree (07.03.2014 um 17:41 Uhr) Grund: URL-Tag korrigiert :-)

  11. #11
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    AW: Bogo-Indisch

    Zitat Zitat von zugzwang
    Macht der Zug 3. e4 im angenommenen Damengambit dieses nicht zu einem echten Gambit?!
    Hält der Schwarze an seinem Mehrbauern mit 3. ...b5 fest, hat er nach 4. a4 ein Problem.

    Aber danke für Deine Ausführungen zu dem Wert von Gambits. Ich persönlich bin ja durchaus bereit, mal einen Bauern herzugeben. Doch sollte die Kompensation dafür schon greifbar sein, und ehrlich gesagt bin ich mir noch nicht sicher, was der Schwarzspieler im Blumenfeld-Gambit für den Bauern überhaupt will. Aber das kann auch an mir liegen. Egal, ich habe mich ja jetzt ohnehin festgelegt und spiele fortan Königsindisch, zumindest sobald ich die entsprechende Literatur dazu habe, denn im Gegensatz zum Bogo-Indisch reichen die Informationen im Netz nicht aus. Aber Diskussionen über Bogo-Indisch können hier natürlich weitergeführt werden. Dafür ist der Thread ja da.

    Wegen der von Philidor ins Leben gerufenen "Tyrannei der Bauern", so hatte dieser schon in seinem französischen Nachfolger Deschappelles einen extremen Gegenspieler, der für Philidors Stil nur Verachtung übrig hatte ("Ich will mattsetzen. Ich will weder Figuren erobern noch verteidigen, noch angreifen. Ich will mattsetzen, et voilá tout"). Dieser leitete auch im Schach die Napoleonische Ära ein, die weltweit eine neue Romantik im Schach ins Leben rief. Für Philidors Thesen begeistern konnte sich in dieser Zeit, soviel ich weiß, nur noch der "russische Philidor" Alexander Petrov, der Philidors Theoriegebäude annahm und produktiv weiterentwickelte. Es brauchte eine lange Zeit, bis Philidors Thesen wieder nüchterner gesehen und somit angenommen werden konnten, wie bei vielen radikalen Theoretikern aber befreit von ihren Zuspitzungen, d. h. in ein "rechtes Maß" gerückt.
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  12. #12
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    AW: Bogo-Indisch

    Zitat Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
    ...
    Wegen der von Philidor ins Leben gerufenen "Tyrannei der Bauern", so hatte dieser schon in seinem französischen Nachfolger Deschappelles einen extremen Gegenspieler, der für Philidors Stil nur Verachtung übrig hatte ("Ich will mattsetzen. Ich will weder Figuren erobern noch verteidigen, noch angreifen. Ich will mattsetzen, et voilá tout"). Dieser leitete auch im Schach die Napoleonische Ära ein, die weltweit eine neue Romantik im Schach ins Leben rief. Für Philidors Thesen begeistern konnte sich in dieser Zeit, soviel ich weiß, nur noch der "russische Philidor" Alexander Petrov, der Philidors Theoriegebäude annahm und produktiv weiterentwickelte. Es brauchte eine lange Zeit, bis Philidors Thesen wieder nüchterner gesehen und somit angenommen werden konnten, wie bei vielen radikalen Theoretikern aber befreit von ihren Zuspitzungen, d. h. in ein "rechtes Maß" gerückt.
    Danke für diesen Hinweis!
    Es könnte tatsächlich sein, daß mit dem Künstler Philidor die von Purdy kritisierte Tyrannei des Bauern begann.

    Nicht nur wegen Tarrasch-Aljechin sondern wegen solcher Partien

    [Event "European Club Cup"]
    [Site "Feugen AUT"]
    [Date "2006.10.13"]
    [EventDate "2006.10.08"]
    [Round "6"]
    [Result "0-1"]
    [White "Kiril D Georgiev"]
    [Black "Liviu Dieter Nisipeanu"]
    [ECO "E10"]
    [WhiteElo "2680"]
    [BlackElo "2690"]
    [PlyCount "74"]

    1. d4 Nf6 2. Nf3 e6 3. c4 c5 4. d5 b5 5. dxe6 fxe6 6. cxb5 d5
    7. g3 a6 8. bxa6 Bd6 9. Bg2 O-O 10. O-O Nc6 11. b3 Bxa6
    12. Bb2 Qe8 13. Nbd2 Rd8 14. Re1 Ng4 15. h3 Nxf2 16. Kxf2 Nd4
    17. g4 h5 18. g5 Qf7 19. e3 Nxf3 20. Nxf3 Bh2 21. Bf1 Qc7
    22. Bxa6 Qg3+ 23. Ke2 Qg2+ 24. Kd3 c4+ 25. Kc3 Rxf3 26. Qd4
    Rf2 27. Qb6 Be5+ 28. Kb4 Rb8 29. Bb7 Bxb2 30. Qxe6+ Kh8
    31. Kc5 Bxa1 32. Bxd5 Qxg5 33. Rxa1 c3 34. h4 Qxh4 35. e4 c2
    36. Rc1 Qg5 37. Qh3 Qxc1 0-1


    finde ich Blumenfeld faszinierend.
    Andererseits sind solche Beispiele auch wieder abschreckend. Die wenigsten können auch nur ein Teil von dem zaubern, was Nisi da anstellt.
    Und wenn man so spielen "können muß" um bei diesem Gambit im Spiel, dann ist es gesunde Selbsterkenntnis, dies besser bleiben zu lassen.
    Ich selbst habe es nicht gespielt, allerdings einmal dagegen verloren.
    Angeschaut habe ich es aber mal - es bleibt aber eine ... persönliche Baustelle.

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