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Thema: Soll man gegen seine eigenen Systeme spielen?

  1. #1
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    Soll man gegen seine eigenen Systeme spielen?

    Michail Botwinnik war der Meinung, man solle sein Eröffnungsrepertoire so planen, daß man nicht in die "Verlegenheit" gerate, gegen seine eigenen Systeme spielen zu müssen. Doch wie praktisch ist der Rat des großen Patriarchen?

    Ich selbst sehe da keinen Hinderungsgrund. Wenn ich z. B. merke, daß ein System sowohl mit Weiß als auch mit Schwarz einem gute Perspektiven bietet, dann würde ich dieses System auch mit beiden Farben anwenden. Bekanntlich spiele ich Najdorf mit beiden Farben. Ein weiterer Vorteil wäre, daß man sich in "seiner Variante" bestens auskennt und natürlich auch bereit ist, sein Wissen über diese Variante ständig zu verbessern und über die neuen Entwicklungen derselben auf dem Laufenden zu bleiben. Insofern besitzt man dadurch den Wissensvorteil, diese Variante mit Weiß und Schwarz gleichermaßen zu spielen, und man spart eine Variante auf, so daß man sich tiefer mit dieser Variante befassen kann, als wenn man sich noch mit einem anderen System auseinandersetzen muß, das man mit der anderen Farbe gegen eine konkrete Zugfolge spielt. Allerdings ist das dennoch nicht das Optimum. Denn im Normalfall versucht jeder, sich Systeme aufzubauen, die nur mit der eigenen Farbe gut zu spielen sind. Gut, Schach ist kein Wunschkonzert, und die ultimative Eröffnung gibt es natürlich nicht. Im Amateurbereich gibt es aber durchaus solche Killervarianten, weil Amateure von manchen Zugfolgen regelmäßig überfordert sind und regelmäßig dieselben Fehler machen. Es gibt Eröffnungen, die sind gegen 1600er richtig gut, während sie gegen 2000er deutlich weniger taugen. Ein Beispiel wäre das Budapester Gambit, aber vor allem natürlich das Blackmar-Diemer-Gambit.
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  2. #2
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    AW: Soll man gegen seine eigenen Systeme spielen?

    Ich halte diese Denkweise auch für ineffektiv. Zum einen hat man natürlich den Vorteil, dass man ein breiteres Wissen in diesen Varianten hat, wie du bereits gesagt hast. Dazu kann man sich auch wesentlich besser in den Gegner hineinversetzen, da man auch die Gegenseite kennt.
    Außerdem hat man die Möglichkeit sich Varianten vom Gegner "abzugucken", indem man selber die Züge spielt, die für einen auf der Gegenseite am unangenehmsten sind. Dabei lernt man dann auch wieder praktische Gegenvarianten kennen, die man dann auch selber wieder anwenden kann.
    Was ist also Wahrheit? ... eine Summe von menschlichen Relationen...
    Nietzsche

  3. #3
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    AW: Soll man gegen seine eigenen Systeme spielen?

    Für Profis ist Botwinniks Rat nach wie vor recht brauchbar, aber nicht so leicht auszuführen.
    Für Amateure ist es aus Zeitersparnis und für die Vertiefung des Verständnisses sehr gut, Systeme beidhändig zu spielen.
    Vorausetzung ist allerdings, daß man beide Seiten wirklich als brauchbar für den eigenen Spielstil ansieht. Es bringt nichts widerwillig einen Typus zu spielen, wenn man die Struktur einfach nicht mag.
    Natürlich muß man aufpassen, daß man nicht vorschnell urteilt: Das mag ich und das nicht. Etwas mehr probieren, nachspielen und analysieren sollte schon sein, wenn man der Gewißheit näherkommen will.

  4. #4
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    AW: Soll man gegen seine eigenen Systeme spielen?

    Ich selbst spiele den offenen Spanier sehr gerne mit beiden Farben Ich muss dabei nur immer wieder feststellen, dass den meine Gegner anscheinend nicht kennen ^^
    die spielen dann gern mal statt d2-d4 den Zug Rf1-Re1, was ich nicht mag, dann dann Leichtfiguren meist gestauscht werden. Aber zur Eröffnung gehören ja immer zwei

    Generell halte ich von der Idee aber nicht so viel. Ich als e4-Spieler habe natürlich mein viel zu kleines Eröffnungsarsenal gegen d4 und c4. Die Eröffnungen kann ich dann aber auch nur mit Schwarz spielen. Bei e4-Eröffnungen sieht es dann anders aus. Ich könnte statt spanisch auch auf Schottisch und Italienisch in ner Blitzpartie umsteigen, was sicherlich ne gute Überraschung bei den falschen Leuten ist.
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  5. #5
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    AW: Soll man gegen seine eigenen Systeme spielen?

    Irgendwo gibts sowieso ne überschneidung, das kann man gar nicht verhindern. Bei mir ist das momentant bei 1.e4 e5...

    Normalerweise spiele ich sehr gerne gegen eröffnungen, die ich mal gespielt habe aber nicht mehr spiele, denn diese eröffnungen habe ich ja aus einem grund aufgegeben, so habe ich einen sehr guten score gegen z.bsp. das london-system, ich spiel da einfach die variante gegen welche ich früher mit weiss immer probleme hatte oder auch gegen die "moderne" variante im 2-springer-spiel: 1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bc4 Nf6 4. d4 exd4 5. e5 d5 , habe das auch mit weiss gespielt, bekam aber immer unangenehme stellungen damit, von daher weiss ich jetzt mit schwarz genau, was mein gegner nicht sehen will.

  6. #6
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    AW: Soll man gegen seine eigenen Systeme spielen?

    ich denke man soll auch gegen sich gewinnen können !!!

  7. #7
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    AW: Soll man gegen seine eigenen Systeme spielen?

    Zitat Zitat von lonny22 Beitrag anzeigen
    ich denke man soll auch gegen sich gewinnen können !!!
    also, wenn man gegen sich selbst und sein eigenes System spielt und gewinnt, sollte man ganz dringend sein System überarbeiten, denn es gibt bessere als einen selber
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  8. #8
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    AW: Soll man gegen seine eigenen Systeme spielen?

    Zitat Zitat von hako Beitrag anzeigen
    also, wenn man gegen sich selbst und sein eigenes System spielt und gewinnt, sollte man ganz dringend sein System überarbeiten, denn es gibt bessere als einen selber
    den giebt es immer egal was man(n) spielt!!

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