Die lettische Nationaloper in Riga wartet in diesen Tagen mit einem kulturellen Highlight auf. Zum Programm gehört nämlich eine Oper des jungen (Geburtsjahr 1982) kreativen Komponisten Kristaps Petersons, die den Kampf zwischen Michail Tal und Michail Botwinnik 1960 in Moskau um den Weltmeisterthron behandelt und diesen Kampf in den Kontext der Geschichte mit ihrer innewohnenden Dramatik einbettet. Michail und Michail spielen Schach ist eine "musikalische Vorlesung".

Aus der Beschreibung:

Im Mittelpunkt der Oper des jungen Komponisten Kristaps Pētersons steht das Phänomen der außergewöhnlichen Popularität des Schachspiels zu der Zeit des Kalten Krieges. Eine wichtige Rolle dabei spielt der sogenannte Zauberer von Riga, der mehrfach betitelte lettische Schachspieler Michail Tal.

Die musikalische Dramaturgie der Oper stützt sich auf eine genaue Darstellung des sensationellen Wettkampfs bei der Schachweltmeisterschaft 1960 in Moskau, als das scheinbar unschlagbare Idol des sowjetischen Volkes, der Schachspieler und Weltmeister Michail Botwinnik, von Michail Tal im Spiel geschlagen wurde.

Der legendäre Wettkampf wird in der Form einer multimedialen Vorlesung aufgeführt, die sowohl die ideologische Bedeutung von Schach in der Sowjetunion als auch die Taktik von Tal betont, die sich auf seine Intuition und Improvisation basierte und es ihm erlaubte, den rationalen und akademischen Botwinnik zu besiegen.
Auch wenn es zugegebenermaßen umständlich ist, für einen Besuch der Vorführung nach Riga zu fahren, so ist doch zu hoffen, daß die Oper mit der Zeit in YouTube zu sehen sein wird, wo man sich in den eigenen vier Wänden von ihr inspirieren lassen kann.

Das Thema der Oper, nämlich besagter Wettkampf zwischen Tal und Botwinnik, wurde bei uns übrigens schon in der Metaebene behandelt: http://www.schachburg.de/threads/117...-das-Tauwetter