Das Sportgymnasium Dresden versteht sich als eine Eliteschule des Sports. Gemäß der Tradition in der Sowjetunion, einige ihrer Schulen zu Sportschulen zu machen, in denen die Schüler neben dem obligatorischen Lehrkanon intensiv einen bestimmten Sport trainieren konnten, wurde dieses Konzept in der DDR übernommen. Das Sportgymnasium Dresden wurde durch das Hochwasser an der Elbe 2002 stark beschädigt und wurde im Dresdner Ostragehege neu aufgebaut. Das Sportgymnasium, das übrigens ein Internat ist, bietet momentan 18 Sportarten Platz, von denen uns selbstredend die Sportart Schach am meisten interessieren dürfte. Wenn man ins Auge faßt, daß diese Schule unter ihren Schülern Elisabeth Pähtz hervorgebracht hat, so sollte ein genauerer Blick für eine Ernüchterung sorgen. Denn zum einem ist die Sportart Schach im Sportgymnasium Dresden in der dreiteiligen Förderungshierarchie, die sich aus A-Sportarten (= Bundesstützpunkte), B-Sportarten (= Landesstützpunkte) und C-Sportarten (= Rest) zusammensetzt, nur unter den C-Sportarten zu finden. Und zum anderen finden sich unter den Schülern im Sportgymnasium derzeit nur drei (!) Schüler (s. ebd.), was einem Anteil von 0,7 Prozent der Schüler entspricht, die sich für das Schach als Schwerpunktsportart entschieden haben. Das sollte angesichts der Geschichte Ostdeutschlands allerdings nicht verwundern. Denn im Gegensatz zur Sowjetunion genoß das Schachspiel in der DDR niemals eine privilegierte Stellung und wurde sogar 1973 nach dem berüchtigten "Sportleistungsbeschluß" als nichtolympische Sportart sportförderungstechnisch degradiert.