Neu-Bundestrainer Dorian Rogozenko hat der neugegründeten Schach-Plattform Chess24 ein Interview gegeben, in diesem sich selbst ein wenig vorgestellt, und über seine Arbeit als Bundestrainer und deren Perspektiven gesprochen.

Rogozenko ist sich sehr wohl um die Schwierigkeiten mit dem deutschen Spitzenspieler Arkadij Naiditsch bewußt. So führt dieser momentan noch Verhandlungen mit dem DSB, die "finanzieller Natur" seien. Er räumt ein, daß es derzeit "unklar" sei, ob Arkadij Naiditsch bei der Schach-Olympiade 2014 in Tromso mitspielen wird. Rogozenko betont aber, mit allen Nationalspielern ein gutes Verhältnis zu haben und demzufolge auch diesen Konflikt mit Naiditsch lösen zu können.

Der neue Bundestrainer beschreibt seine vielfältige Arbeit (er ist nicht nur für die Herren zuständig, sondern auch für die Damen und die "Prinzen"). Er selbst hat viele gute Ideen, was die Schachförderung der Kaderspieler angeht, sieht aber bei der Umsetzung Probleme, weil die "finanziellen Mittel" "beschränkt" seien.

Im deutschen Schach wird derzeit große Hoffnung auf die "Prinzen" gesetzt, das ist eine Reihe hochbegabter junger Schachspieler um Dennis Wagner, Rasmus Svane, Matthias Blübaum, Alexander Donchenko, Hanna-Marie Klek und Filiz Osmanodja, die vom DSB eng gefördert werden. Auch Rogozenko arbeitet mit den "Prinzen" zusammen und äußert sich zu den Perspektiven. Er sagt, bei den Jungen sollten alle eine Elo von 2600 als Minimalziel setzen. Aber "mindestens einem" der Prinzen traut Rogozenko auch das Erreichen der magischen 2700er Elo-Grenze zu. Diese hat von den deutschen Spielern aktuell nur Arkadij Naiditsch.

Für Rogozenko persönlich ist es wichtig, die Einstellung bei den jungen Spielern zu verändern, daß der "absolute Wille" da ist, für das Schach "alles zu opfern". Gleichzeitig räumt Rogozenko ein, daß man momentan nur ab einer Elo von ungefähr 2670 vom Schach leben könne. Aber dieses Risiko müsse in Kauf genommen werden. Denn Risiko "gehört zum Sport dazu".