Die Menge an internationalen Spitzenturnieren im Schach ist schier gewaltig, und vor allem in der heutigen Zeit hat die Menge dieser Spitzenturniere stark zugenommen. Trotzdem gab und gibt es immer wieder einmal Turniere, die sich aufgrund verschiedener Vorfälle, aber auch aufgrund sozialer und politischer Kontexte, als besonders brisant oder bemerkenswert herauskristallisiert haben. Auch wenn der Kalte Krieg schon vorbei war und das „Ende der Geschichte“ von Fukushima, wie wir heute wissen, etwas vorschnell ausgerufen wurde, war Linares 1994 ein solches ganz besonderes Turnier, an das sich viele Schachfreunde noch erinnern, und das für diese eine der Bojen im gewaltigen Strome der Schachgeschichte ist. Ja, der Kalte Krieg war vorbei, und wenn man so will, darf man das auch als Triumph von Kasparov gegenüber Karpov werten. Aber auch wenn sich in den frühen 90er Jahren mit Kramnik, Anand, Lautier, Kamsky oder Iwantschuk eine neue Spielergeneration ins Rampenlicht spielte, der sich ein Garri Kasparov erwehren mußte, mußte er schachlich immer noch auf seinen Erzfeind Anatoli Karpov achtgeben, der noch lange nicht am Ende war.

Bekanntlich bezeichne ich persönlich das Zeitalter nach Kasparov als Zeit der großen Wirren und Zeitalter der Diadochen. Denn wie wir heute wissen, hatte niemand von der neuen Spielergeneration das Format eines Garri Kasparovs - aber auch nicht eines Anatoli Karpovs - und konnte die nachfolgenden Spieler derart dominieren, wie es diese beiden Ausnahmespieler nicht nur in deren Blütezeit, sondern über Jahrzehnte ihres Schaffens zu tun vermochten. Niemand hatte deren Format, und so wurden schließlich auch die 90er Jahre von K&K geprägt, die ihrer Karriere weitere Gipfelpunkte schachlicher Dominanz hinzufügten.

In diesem Sinne stand auch dieses so prestigeträchtige Turnier, das Wimbledon des Schachs, wie es gerne genannt wurde, ganz im Zeichen des Zweikampfes zwischen K&K. Bei Linares, einem kleinen spanischen Städtchen in Andalusien, muß ich mich an den Ausspruch des gerissenen Betrügers Ossip Bender aus der sowjetischen Kultsatire Zwölf Stühle erinnern, mit dem dieser dem Bürgermeister von Wasjuki ein Schachturnier in seinem Städtchen schmackhaft gemacht hatte:

Was haben Sie früher von Semmering gehört? Nichts! Doch jetzt ist das Städtchen reich und berühmt, nur weil dort ein internationales Turnier abgehalten wurde. Darum sage ich: Wasjuki braucht ein internationales Schachturnier!“
Denn es ist nicht von der Hand zu weisen, daß dieses im Weltschach so bedeutende Turnier dazu geführt hat, dieses spanische Provinznest aus der internationalen Bedeutungslosigkeit zu führen. Die Turnierserie in Linares begann 1978 und konnte bis 2010 fortgeführt werden. Dann aber forderte die Spanien immer stärker bedrückende finanzielle Situation auch von Linares ihren Tribut, und die Turnierserie kam zu ihrem Abbruch mit Weselin Topalov als letztem Sieger.

1993 waren Veränderungen im Weltschach eingetreten. Während Kasparov in Linares noch triumphiert und seinem Erzfeind Karpov erneut den zweiten Platz überlassen hatte, führte er Verhandlungen mit Nigel Short, um einen eigenen Weltschachverband zu gründen, in dem das Schach professionell vermarktet wird, und der eigene WM-Kämpfe organisiert. Bei der Schach-WM 1993 hatte sich Jan Timman im Kandidatenhalbfinale gegen Artur Jussupov behauptet, während Nigel Short sich sensationell gegen Anatoli Karpov durchsetzen konnte, der damit zum ersten Mal in seinem Leben (den WM-Zyklus von 1972 hatte der 21jährige Karpov noch nicht mitgespielt) unter normalen Bedingungen nicht in einem WM-Finale gestanden hätte. Im Kandidatenfinale schlug Short Timman und hatte sich damit für den WM-Kampf gegen Kasparov qualifiziert. Die Einigung mit Kasparov führte aber nun dazu, daß beide Großmeister ihr WM-Finale unter Schirmherrschaft der von Short und Kasparov zu diesem Zweck gegründeten Professional Chess Association stattfinden ließen und von der FIDE folgerichtig disqualifiziert wurden – das Schisma in der Schachwelt hatte begonnen. Um ihren WM-Zyklus von 1993 zu retten, entschied die FIDE, daß der erst im Kandidatenfinale ausgeschiedene Timman gegen Anatoli Karpov um die FIDE-WM spielen durfte. Von den beiden unterlegenen Halbfinalisten, nämlich Karpov und Jussupov, hatte Karpov wegen seiner höheren Elozahl von der FIDE den Vorzug erhalten. Damit nutzte Karpov die unverhoffte Möglichkeit, sich die WM-Krone nach 1985 wieder zu erobern. Er schlug den Niederländer klar mit 12,5-8,5 und beendete damit die Auseinandersetzung drei Spiele vor Schluß. Garri Kasparov hingegen gewann das PCA-Match gegen Nigel Short mit 12,5/7,5, sogar vier Spiele vor Schluß.

Somit waren in Linares also zwei gekrönte Häupter zugegen, die beide sich und der Schachwelt beweisen wollten, daß sie die „wirklichen“ Weltmeister sind. Das Turnier wurde zudem bereichert durch hoffnungsvolle junge Spieler wie Shirov, Anand, Lautier, Kramnik oder Wassili Iwantschuk, der drei Jahre zuvor in dem Teilnehmerfeld mit K&K sensationell triumphieren konnte.

Anatoli Karpov erspielte sich in diesem Super-Turnier der zum ersten Mal erreichten Kategorie XVIII einen Start nach Maß mit nicht weniger als sechs Siegen in sechs Runden. Sein Rivale Kasparov lag zu diesem Zeitpunkt bei zwei Remispartien mit 5/6 noch in Lauerstellung, was Dagobert Kohlmeyer in der Berliner Zeitung bereits als böses Omen für den PCA-Weltmeister interpretierte:

Kasparow liegt einen Zähler zurück, weil er schon zwei Remis abgab. Zuletzt konnte er seine Partie gegen WM-Kandidaten Boris Gelfand aus Minsk nur mit Mühe retten. Ist der stärkste Spieler der Gegenwart durch private Probleme (Scheidung läuft) angeschlagen?
Aber selbst Karpov relativierte zu diesem Zeitpunkt diese bei einem Stand von 5/6 bei dem stärksten Turnier seit Einführung der Elo-Zahlen unangemessene Dramatisierung (ebd.):

Auch Kasparow hat hier schon starke Partien gezeigt. Zwei Unentschieden sind kein Beinbruch, und unser Turnier geht über insgesamt 13 Runden. Da kann noch einiges passieren
Tatsächlich tat Karpov gut daran, das Turnier und die Gegner bis zum Ende ernstzunehmen und die Spannung bis zum Ende zu halten. Schon des Öfteren hatte er sich nach ähnlichen Traumstarts das Leben selbst schwergemacht, zuletzt 1989 in Rotterdam beim Weltcupturnier. Dort war Karpov ebenfalls mit 12,5/15 sensationell gestartet und verdarb mit drei Nullen am Schluß Turnier und Weltcup-Gesamtsieg. Im darauffolgenden Aufeinandertreffen der beiden Weltmeister hatte Kasparov Mühe ins Remis zu entkommen. Während Karpov sein Niveau bis zum Schluß hielt, mußte Kasparov sogar zwei Niederlagen hinnehmen, gegen den fast 19jährigen Wladimir Kramnik, der in der Schach-Bundesliga für Empor Berlin spielte, und gegen den damals noch als Wunderkind gehandelten Franzosen Joel Lautier in einer vielbeachteten Partie.

Daß Garri Kasparov in Linares nicht in Topform war, wurde aber auch in einer anderen Partie deutlich, die Garri Kasparov wohl regelgemäß verloren hätte:



Gegen Judit Polgar stand er zwar drückend überlegen, leistete sich dann aber mit 36. ...Sc5?? (wegen dem Spieß 37. Lc6) einen Patzer, den er wohl etwas nach dem letzten Moment noch gesehen hatte. Kasparov zog den Springer schnell nach f8, aber wie Videoaufnahmen bewiesen, hatte Kasparov nach gängiger Meinung den Springer für Sekundenbruchteile losgelassen. Helmut Pfleger und Gerd Treppner urteilten in ihrem im selben Jahre herausgebrachten Buch:

Aber dann folgte Linares 1994. Hier erlitt Kasparow den wohl schwersten Rückschlag seit langem. Nicht nur, daß er von Karpov um 2,5 Punkte abgehängt wurde; er geriet auch wieder ins Zwielicht. Gegen das ungarische Großtalent Judit Polgar, in Gewinnstellung, machte er in Zeitnot einen Springerzug, bei dem er eine simple Erwiderung übersah. Im letzten Moment bemerkte er den Fauxpas, schnappte den Springer wieder und setzte ihn auf ein anderes Feld. Hatte er ihn schon losgelassen – dann hätte der ursprüngliche Zug gelten müssen – oder nicht? Kasparow schwor Stein und Bein, er habe den Springer noch in der Hand gehabt. Auch eine Videoaufzeichnung klärte den Fall nicht völlig; doch wie es heißt, glaubten die meisten Betrachter zu sehen, daß der Springer zumindest für Sekundenbruchteile aus der Hand war. Auch wenn man ein derart blitzschnelles Geschehen in Zeitnot nicht überbewerten darf – ein Ruhmesblatt ist die Geschichte für Kasparow weiß Gott nicht. Zumal er es nicht lassen konnte, sich ausgerechnet nach Judits nächster Partie gegen Karpow [siehe Anhang] mit deutlichem Tadel an die Adresse der Ungarin in die Analyse einzumischen. Da wurde selbst die sonst eher umgängliche Judit böse und machte ihm deutlich, er solle sich gefälligst um seine eigene Partie kümmern und sie nicht immer wie ein fünfjähriges Kind behandeln. Sympathien bei seinen Kollegen hat Kasparow damit wohl kaum gewonnen
Helmut Pfleger/Gerd Treppner, Brett vorm Kopf, Leben und Züge der Schachweltmeister, Beck´sche Reihe, München 1994, S. 297f.

Die Betroffene selbst, Judit Polgar, nahm die Geschichte laut eines Bekannten eher locker und kommentierte ironisch Richtung Kasparov:

She said he was World Champion so it was no big deal, but I would love to have seen him try to pull this "J'adoube" against Fischer or Korchnoi and all hell would have broke out!!
Für Anatoli Karpov war Linares hingegen der totale Triumph. Nicht nur hatte er seinen großen Rivalen, von dem er in der Vergangenheit so oft auf Platz zwei gedrängt wurde, endlich einmal überboten, sogar mit stolzen 2,5 Punkten Differenz. Er hatte mit 11/13 (+9 =4) auch eines der besten Turnierergebnisse in der Schachgeschichte und die seit Einführung der Elozahlen 1970 höchste Turnierperformanz mit 2985 erzielt. Dieses Fabelergebnis wurde erst 15 Jahre später beim Pearl Springs Schachturnier 2009 von Magnus Carlsen überboten. Der junge Norweger erzielte damals eine Turnierleistung von 3002 (ebd.).

Doch wie läßt sich solch ein „Jahrhundertsieg“ von Karpov erklären, den die Schachwelt nach seiner Niederlage gegen Short schon abgeschrieben hatte? Kasparov selbst erkannte später Karpovs Leistung in diesem Turnier durchaus an. Er erklärt sich diesen großen Erfolg seines Rivalen aber u. a. mit der Auslosung, die eine „nicht unwesentliche Rolle“ (Garri Kasparov, Meine großen Vorkämpfer, Band 7, Edition Olms 2007, S. 457) gespielt habe. Kasparov:

Ich erhielt die Nr. 10, Karpov die Nr. 11. So spielten alle Teilnehmer bis auf einen (Lautier) der Reihe nach gegen uns – allerdings zuerst immer gegen mich.

Juri Awerbach: „Es ist nicht ausgeschlossen, daß gerade darin das Geheimnis von Karpovs glänzendem Ergebnis liegt: Nach der Schlacht gegen Kasparov trafen seine Gegner ziemlich erschöpft auf ihn...“.
Ebd. S. 457f.

Diese von Awerbach gestützte Erklärung Kasparovs, die dieser natürlich nicht nur in seiner Vorkämpfer-Reihe verbreitet hatte, kam bei Karl-Chefredakteur FM Harry Schaack nicht gut an, der darin eine unsportliche Geste sah, den Erfolg des anderen kleinzureden und wegen der Turnierniederlage nach Ausreden zu suchen. Schaack:

Das Besondere an Kasparows Büchern ist sein Blick durch die persönliche Brille, auf eine Zeitgeschichte, die er selbst mitgeprägt hat. Dadurch ändert sich manche Bewertung, so z. B. wenn er erzählt, dass ihm Anfang der Neunziger weniger Karpow als vielmehr Iwantschuk Inspiration und Ansporn gewesen ist, an seinem Schach kontinuierlich zu arbeiten. Auch seine sehr subjektive Erklärung von Karpows Fabelresultat in Linares 1994, wo jener mit 11/13 eines der besten Turnierergebnisse der Geschichte erzielte, ist interessant. Angeblich trug die Auslosung Schuld, weil die Gegner hintereinander erst gegen ihn und danach – schon erschöpft – gegen Karpow spielen mussten. Er vergisst dabei allerdings, dass es in diesem Turnier keine schwachen Gegner gab und jede Partie kraftraubend war.
Tatsächlich war Linares 1994 ein Ausrufezeichen von Karpov, der damit allen zu verstehen gab, mit ihm ist wieder zu rechnen, und er ist nach wie vor für Kasparov ein gefährlicher Konkurrent. Sein Ergebnis machte seinen Anhängern, auch wenn die Zahl derer traditionell geringer ist als die von seinem großen Rivalen Kasparov, Mut für die Zukunft, und in diesem Lichte sahen auch Pfleger und Treppner das Ergebnis:

Hat er [Karpov] inzwischen, wieder im Besitz eines WM-Titels, auch wenn es sportlich zweifellos der sportlich weniger wertvolle von beiden ist, womöglich auch die innere Hürde genommen? Was sich in Linares 1994 ereignete, hätte ihm trotz aller neuen Stärke kein Mensch zugetraut [...]. Natürlich war in der ein oder anderen Partie auch etwas Glück im Spiel; aber doch ist dies ein Resultat, das man mit den beeindruckendensten aller Zeiten in eine Reihe stellen muß. Um wieder Nr. 1 zu werden, fehlt Karpov freilich noch ein Matchsieg über Kasparow; doch die Schachwelt ist in Bewegung geraten, und nichts scheint mehr unmöglich. Jedenfalls hat die Karriere des Anatoli Karpow, die schon dem Ende entgegenzugehen schien, einen neuen Gipfel erreicht
Pfleger/Treppner, S. 270f.

Wie auch Kasparov anmerkte, könnte ein weiterer Grund für dessen Leistung die Tatsache gewesen sein, daß Karpov dieses prestigereiche Turnier bis dato noch nie als alleiniger Sieger verlassen hatte. Um eine Analogie aus dem Tennis herzustellen, so lief ja auch Boris Becker immer vergeblich seinem ersten Sandplatztitel hinterher. Wie gerne hätte er sich einen solchen erspielt! Karpov dagegen gelang dies endlich, wonach sich ein Boris Becker immer gesehnt hatte, im Wimbledon des internationalen Schachs.

Eine weitere Erklärung für Karpovs Erfolg, der mit erst 42 Jahren im Schach natürlich noch lange nicht zum alten Eisen gehörte, ist, daß sein Spiel schon seit den Kämpfen gegen Kasparov facettenreicher geworden ist. Schon Ende der 80er Jahren fiel Zeitgenossen auf, daß Karpov auf einmal beginne, unklare Opfer zu bringen, verworrenen Situationen nicht mehr ausweiche und generell auch schon einmal „schräge Züge“ anbringe. Für den grundsoliden Teenager Kramnik war genau das ein Ansatz, gegen Karpov auf Gewinn zu spielen. Kasparov schildert

Vor der Partie hatte Wolodja, der damals noch keine 19 Jahre alt war, in einem Interview erklärt: „Karpov ist in diesem Turnier sehr aggressiv und wählt oft fragwürdige Stellungen. Wenn er so gegen mich spielt, dann habe ich die Chance, ihn zu schlagen
Kasparov, S. 460

Insofern denke ich, war diese Grunderneuerung in seinem Schaffen, die später übrigens auch Kramnik in Karpovs damaligem Alter brachte, die Voraussetzung dafür, daß sich Karpov spielerisch jung hielt und für seine Gegner schwerer auszurechnen war. Wie erwartet konnte der 12 Jahre ältere Karpov Kasparov nicht mehr dessen Stellung als unangefochtene Nummer eins gefährden. Aber Karpov gewann nach 1993 gegen Timman 1996 gegen Kamsky und 1998 gegen Anand zwei weitere FIDE-Weltmeisterschaften, bis die FIDE mit ihren neuen Weltmeisterschaftsformaten auf Irrwege ging und damit nicht nur Kasparov, sondern auch Karpov verlor (die Gegnerschaft zu Iljumschinov verbündete später beide sogar, als sie bereits 2010 bei den FIDE-Wahlen Iljumschinov stürzen wollten). Derzeit unternimmt Kasparov einen zweiten Anlauf. Karpov erkannte das neue Pokal-Format der Schach-WM nicht an, zumal er als Weltmeister wie alle anderen schon ab der 1. Runde ins Turniergeschehen eingreifen mußte, und ging gerichtlich gegen Iljumschinov wegen Vertragsbruch vor. FIDE-Weltmeister bei diesem Turnier wurde der krasse Außenseiter Khalifmann, der von der Schachwelt aber nie wirklich als Weltmeister im Wortsinne anerkannt wurde. Die verfehlten Reformen des damals neuen FIDE-Präsidenten Iljumschinov (Amtsantritt 1995) verhinderten auch den gerade nach Linares 1994 von der Schachwelt so herbeigesehnten Vereinigungsweltmeisterschaftskampf zwischen Karpov und Kasparov. So blieb das Schisma in der Schachwelt bis 2006 Realität.

[Event "Linares"]
[Site "Linares, ESP"]
[Date "1994.??.??"]
[EventDate "1994.??.??"]
[Round "6"]
[Result "1-0"]
[White "Anatoly Karpov"]
[Black "Judit Polgar"]
[ECO "B22"]
[WhiteElo "?"]
[BlackElo "?"]
[PlyCount "65"]

1. e4 c5 2. c3 e6 3. d4 d5 4. exd5 exd5 5. Nf3 Nc6 6. Bb5 c4
7. Ne5 Qb6 8. Bxc6+ bxc6 9. O-O Bd6 10. b3 cxb3 11. axb3 Ne7
12. Ba3 Bxe5 13. dxe5 Be6 14. Qd4 Nf5 15. Qc5 h5 16. Nd2 f6
17. exf6 gxf6 18. Bb4 Kf7 19. Ra4 Qxc5 20. Bxc5 a6 21. f3 h4
22. Rfa1 Bc8 23. Kf2 Rb8 24. b4 Re8 25. Nb3 Bb7 26. Na5 Ba8
27. R4a2 Re6 28. Ba7 Rb5 29. Nb3 Bb7 30. g4 hxg3+ 31. hxg3 Re8
32. g4 Nd6 33. Nd4 1-0

[Event "Linares"]
[Site "Linares, ESP"]
[Date "1994.??.??"]
[EventDate "1994.??.??"]
[Round "13"]
[Result "0-1"]
[White "Garry Kasparov"]
[Black "Joel Lautier"]
[ECO "C53"]
[WhiteElo "?"]
[BlackElo "?"]
[PlyCount "58"]

1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bc4 Bc5 4.c3 Nf6 5.d3 d6 6.Bb3 h6 7.h3 a6
8.Nbd2 Be6 9.Bc2 Ba7 10.Qe2 Qe7 11.b4 d5 12.a4 b5 13.O-O O-O
14.axb5 axb5 15.d4 exd4 16.e5 dxc3 17.exf6 Qxf6 18.Nb3 Nxb4
19.Bb1 d4 20.Rxa7 c2 21.Rxa8 cxb1=Q 22.Rxf8+ Kxf8 23.Qxb5 Qxb3
24.Qb8+ Ke7 25.Qxc7+ Ke8 26.Bd2 Qd8 27.Qe5 Kf8 28.Nxd4 Nd3
29.Qe3 Qc4 0-1