Die FIDE hat derzeit ein Problem, und damit das gesamte Weltschach. Für die im November geplante Schach-WM, die faszinierende Revanche zwischen Carlsen und Anand, findet sich kein Ausrichter. Wie der Berliner Kurier schreibt, hatte die FIDE den möglichen Kandidaten eine Frist bis zum 30. April gewährt, ihre Bewerbung einzureichen. Die Frist ist mittlerweile verstrichen, aber die FIDE steht nach wie vor ohne Kandidat da. Laut dem Berliner Kurier waren Städte wie Paris, New York, Miami, Dubai oder das aus den Kandidatenkämpfen bekannte Chanty-Mansijsk im Gespräch, aber auch da scheint kein Interesse an einer Ausrichtung der Schach-WM zu bestehen. Die Zeitung schreibt, daß sogar Oslo, und damit eine norwegische Stadt, kein Interesse an einer WM hat, obwohl das Interesse in Norwegen natürlich gewaltig wäre. „Keine Sponsoren, zu teuer“, war die Begründung.

Die Zeitung läßt schon dramatisch die gesamte Schach-WM ins Wasser fallen („damit ist die Schach-WM schachmatt!“). Das wäre in der Tat für die Schachwelt ein Horrorszenario. Aber soweit muß es nicht kommen, es geht nun darum, für die FIDE weiterhin einen Ausrichter zu suchen und diesem die WM schmackhaft zu machen, d. h. die finanziellen Rahmenbedingungen für diese Schach-WM für den möglichen Ausrichter zu verbessern. Das wäre natürlich mit erhöhten Kosten für die FIDE verbunden. Möglich scheint mir aber auch, daß Garri Kasparov seinen Einfluß und seine Beziehungen spielen lassen wird. Zieht er einen Ausrichter für die WM an Land, stünde er als Retter der von der Schachwelt heißersehnten Schach-WM Carlsen gegen Anand da, gewönne die Herzen von vielen Millionen Schachfreunden auf der ganzen Welt und würde seine Chancen für die Wahlen zum FIDE-Präsidenten drastisch erhöhen. Bekanntlich tritt er in diesem Jahr gegen Kirsan Iljumschinov an, der das Amt seit 1995 bekleidet.

Referenz: http://www.berliner-kurier.de/panora...,27017148.html