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Thema: Schachstile

  1. #1
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    Schachstile

    Der in den 70er und 80er Jahren wirkende Schachlehrer Alexei Suetin hat in seinen Lehrbüchern schon darauf hingewiesen, daß die gängige Unterteilung in Positionsspieler und Kombinationsspieler viel zu primitiv ist und Versuche unternommen, die Schachstile weiter auszudifferenzieren. In dem bekannten und auch in der Schachburg vorgestellten Schachpersönlichkeitstest kamen verschiedene Schachstile zur Geltung. Ein wenig ernsthafter wirkt da die offizielle Klassifikation der US-Schachliga, die auf sehr plastische und zugespitzte Bilder wie "Verrückter Professor"; Barbar oder Assassin verzichtet und stattdessen wissenschaftliche Begriffe benutzt. Diese sind (frei übersetzt) Techniker, Positionsspieler, Angriffsspieler, Rechenmonster ("Calculating"), trickreicher Spieler, dynamischer Spieler, Praktiker, intuitiver Spieler, Logiker und junger Spieler. In der US-Schachliga werden die bekanntesten Spieler der USA einer bestimmten Gruppe zugeordnet. Hikaru Nakamura wäre z. B. der dynamische Spieler, Yasser Seirawan der Positionsspieler und Larry Christiansen der Angriffsspieler. Gata Kamsky fehlt in der Liste.
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  2. #2
    Anonym
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    AW: Schachstile

    Wie sagte Yasser noch? "Die Perfektion hat keinen Stil." : ) nur mal so eingeworfen : )

  3. #3
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    AW: Schachstile

    Oder Karpov: "Stil? Ich habe keinen Stil". Carlsen dazu: "Einen Stil zu haben, bedeutet Schwächen zu haben". "Dummerweise" haben im Schach allerdings auch diejenigen Meister einen Stil, die behaupten, keinen solchen zu besitzen. Nach Ansicht von GM Wjatscheslaw Eingorn ist dies ebenso logisch wie zu begrüßen:

    Bisher ist es niemandem gelungen, Schach zu einer Wissenschaft zu machen, oder anders gesagt, eine Methode aufzuzeigen, wie man mit einem ausreichenden Grad an Exaktheit in einer beliebigen Stellung den besten Zug finden kann. Sollte dies wirklich geschehen, wird das Spiel an sich seinen Sinn verlieren. Die Anhänger der verschiedenen Systeme und Methoden sollten daran erinnert sein, daß solche intellektuellen Übungen - mehr als alles andere - die Denkweise ihrer Autoren zum Ausdruck bringen. Sie systematisieren nicht das Schach, sondern stellen in systematischer Form die Ansichten des Autors über das Spiel dar. Der Stil besteht aus dem Gesamtkomplex solcher Ansichten. Einerseits setzt der jeweilige Stil einem Spieler Grenzen, andererseits erlaubt er ihm, das zu tun, was er am besten kann. Es gibt keinen universellen Stil. Das, was dieser Definition am nächsten kommt, ist wenn jemand "wie eine Maschine spielt" - ein Ausdruck, der auf die Computertechnologie anspielt. Eine solche Spielweise erfordert unermüdliche, harte Arbeit im Bereich der Eröffnungsvorbereitung, hervorragendes Gedächtnis und gute Technik in der Vorteilsverwertung. Mit dieser Herangehensweise können die Namen auf dem Partieformular genauso gut ausgewechselt werden. Wie dem auch sei: Individualität ist eine Qualität, der jeder denkende Mensch großen Wert beimißt. Sicher nicht zufällig antwortete Großmeister Stein in einem seiner letzten Interviews auf die Frage, ob seine Partien durch etwas Bestimmtes charakterisiert seien: "Ich denke, daß ich meinen eigenen Stil habe."
    Wjatscheslaw Eingorn, Entscheidungsfindung am Schachbrett, GAMBIT-Verlag 2003, S. 19
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