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Thema: Amerika

  1. #1
    Anonym
    Gast Avatar von Anonym

    Amerika

    In der Schule habe ich noch gelernt, daß Amerika ein Kontinent ist und war nebenbei gesagt erstaunt darüber, daß nicht schon längst vorher Leute mit Entdeckergeist auf die Idee gekommen waren, mal nachzuschauen was wirklich hinter dem Horizont ist.
    Wird man heute von einem US-Amerikaner gefragt, ob man schon mal in Amerika war und man antwortet "ja, in Venezuela" dann schaut er entweder irritiert, oder behauptet noch, daß das ja nicht wirklich Amerika sei. Darüber hinaus fiel mir in der fernen Vergangenheit bisweilen auf, daß Gewinner nationaler Meisterschaften in gewissen Sportarten, als Weltmeister deklariert wurden. Bei dem Versuch die realen Verhältnismäßigkeiten ins rechte Licht zu rücken, erntet man leider oft erboste Reaktionen - für einige ist es vielleicht sogar ein Schock, wenn ihnen beim Anblick eines Globus klar wird, dass sein bisheriger Blick auf verzerrte Kartenansichten falsch war, und die USA nur einen kleinen Teil der gesamten Welt ausmachen und die Bevölkerung selbst nur eine Minderheit im Vergleich zur Weltbevölkerung ist. Ja manche fallen aus allen Woken, wenn sie in Bangkok aus dem Flugzeug aussteigen und den Hauptbahnhof erreichen, viele nur gebrochen Englisch sprechen und denken, es wäre Unhöflichkeit, wenn jemand auf einen plötzlichen schnellen Redeschwall in englisch, einfach wortlos weggeht oder nur verlegen grinst. Tja - wenn man in Deutschland lebt, bekommt man zwangsläufig mehr von anderen mit - ich meine - wer heute seinen TV anstellt, konsumiert doch zum größten Teil Filme aus den USA - das gilt auch für andere Länder, oft allerdgings mit dem Unterschied, daß sie die Filme ohne Übersetzung bekommen und darum verdammt gut Englisch lernen - siehe zB Skandinavische Länder.

    Jetzt aber mal ne Frage:
    Ich bin bei der Fragestellung wirklich total naiv: In den 50igern hab ich noch nicht gelebt, habe aber so gewisse Eindrücke durch Filme, Dokumenationen und dem was ich in der Schule lernte. Daraus ergibt sich für mich folgendes Bild: Japan war im Arsch, China noch weit von dem Status entfernt, den es heute international hat (Export, Handel etc.), Europäischen Ländern ging es auch sehr schlecht und jemand, der in dieser Zeit auf der Erde gelandet wäre hätte auf die Frage wer den 2. Weltkrieg gewonnen hat, wohl ohne zu Zögern auf Deutschland getippt. Dagegen nun die USA: verhältnismäßig reich an Ressourcen im eigenen Hoheitsgebiet, gute Verbindungen zu Saudi Arabien, florierende Wirtschaft, sehr viel Land für die Bevölkerung, Wissenschaft und Technik auf höchstem Stand (wieso auch immer). Also ein riesiger Vorsprung gegenüber dem Rest der Welt. Wenn man diese Situation mit der gegenwärtigen vergleicht, stellen sich doch 2 Fragen: Wie kann man so einen Vorteil so extrem einstellen - und wo führt es hin, wenn das so weitergeht?

  2. #2
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    AW: Amerika

    Der Kontinent Amerika ist riesig. Kennt Nord und Süd.
    Noch riesiger ist allein Ammieland. Das kennt ganz besondere Weltmeister - gedopt und hochgedopt, aber gerne first. Es ist noch größer und bedeutender als die Ganze Rest-Welt. Deshalb heißt es ja auch:

    "America first!"

    Ob nun Doktrin, Schlachtruf, Glaubenssatz oder Lebensmaxime einer als riesiger Schmelztiegel entstandenen Nation mit großen Gegensätzen und noch größeren Ansprüchen, die Ammies und die Rest-Welt (sog. "Zweite Welt" hinter America first) werden hinterfragen müssen, was passiert, wenn "America first" ins Trudeln und Wanken gerät.

    Die Ammies besitzen (noch) die militärische, währungspolitische und meinungspolitische Weltführerschaft.
    Andere Werte sind ihnen abhanden gekommen oder sie sind dort kaum noch primus inter pares.
    Hierzu zählen wirtschaftliche Stärke sowie Technologie und Forschung. Die Ammies geben zuviel Geld für Rüstung, Verteidigung, innere (Un)Sicherheit usw. aus. Als Abfall dieser Ausgaben spielen sie immer noch in der 1. Liga von Technik und Forschung, können aber nicht mehr alle Gebiete gleichmäßig überragend beherrschen und verlieren somit auch technische Kernkompetenzen.
    Die Raumfahrt ist so ein Beispiel, wo der american dream zwischenstoppt und vielleicht nie wieder hochkommt - über den Wolken - grenzenlos.

    In Fragen von Moral, Ethik, friedlicher gesellschaftlicher Weiterentwicklung ist den Ammies soviel verlorengegangen, was Glaubwürdigkeit angeht. Wahrscheinlich war dies ohnehin nur ein ein naiver Vertrauensvorschuß der von Show und Glamour geblendeten Restwelt und nicht von den Ammies selbst verdient oder erarbeitet.

    Was passiert nun, wenn der Ammietraum vom "Erst(er)sein" verpufft und sich der Ammie ein paar Stufen tiefer einreihen muß? Wenn er/sie nicht mehr vom Pump in aller Welt mit Schulden in aller Ewigkeit leben kann? Wenn der Ammie plötzlich selbst mit seine Milliardären aber auch Mittelständlern die zig Millionen Mitammies ohne Krankenversicherung von der Wohlfahrt ernähren lassen muß und nicht die Restwelt zur Finanzierung dieses riesigen verarmten Prekariats heranziehen kann?
    Bisher hat der Ammie nicht seinen Miliardären und Millionären das Geld abgenommen, um das Leben seiner armen und ärmsten Mit-Ammies bezahlen zu können. Die Steuern, die eigentlich die reichen Ammies zum Erhalt der Ammie-Gesellschaft mit ihren exorbitanten Rüstungsausgaben hätten zahlen müssen, wurden über Schulden in aller welt aufgenommen und so der relative Wohlstand der Ammie-Gesellschaft festgehlaten und die Begleichung der Rechnung auf die Zukunft verschoben.

    Doch gänzlich dumm und überheblich ist der Elite-Ammie nicht. Er weiß, daß auch die beste hochstapelnde Show in der x-ten Aufführung mal zu ihrem Ende kommt.
    Und deshalb hat er ein oder mehrer exit-Szenarien in petto.
    Vermutlich eines, vom dem er denkt, daß andere für ihn draufzahlen werden. Der Elite-Ammie ist ein Spielertyp, vielleicht kein Pokerspieler, aber wer weiß...
    Bevor er ein zu schlechtes Blatt erhält, blufft er noch bei besseren Karten und führt die Restweltspieler in Verwirrung.
    Dem Ammie fehlt die Rendite für seine riesigen und kostenintensiven Militärinvestitionen. Über Jahrzehnte hat er darin investiert, doch sind die Schulden nur noch gewachsen, weil die volkswirtschaftlichen Rückflüsse aus Militärtechnik den Alterungsprozess und die Nutzlosigkeit bei Nichtgebrauch eben nicht ausreichend ausgleichen.

    Dem Ammie traue ich nicht über den Weg. Dafür traue ich ihm zu, sein relativ totes, renditeschwaches Militärkapital wiederzubeleben und in in möglichst ferne Kontinente zu exportieren. Ein paar schwelende gewaltsame Konflikte im alten Europa, Vorder- und Hinterasien und der wohlhabende Ammie kann noch ein paar Jährchen so weiter wie bisher.
    Und vielleicht findet er einen Weg, sich (America first) gegen eine nukleare Kernschmelze als god's own country beim Schöpfer direkt zu versichern.
    Hey, der Ammie hat noch ein paar Asse im Ärmel und wird die Loser aus dem alten Europa schon noch über den Tisch ziehen, bevor ihm der Asiate klarmacht, daß sein full house eine überschuldete Bruchbude in der Wüste ohne Wasser und Strom ist.
    Geändert von zugzwang (16.09.2014 um 18:14 Uhr)

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