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Thema: 2. Grand-Prix-Turnier Taschkent 2014

  1. #1
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    2. Grand-Prix-Turnier Taschkent 2014

    Die zwölf Matadore haben heute in Taschkent (Usbekistan) die Auftaktrunde des 2. Grand-Prix-Turniers absolviert. Nur sechs Tage nach dem 1. Grand-Prix-Turnier der aktuellen Turnierserie in Baku (Aserbaidschan), die ein Weg ist, sich für das nächste Kandidatenturnier zu qualifizieren, begann heute schon gleich das Nachfolgeturnier. Die aktuelle Grand-Prix-Serie ist übrigens von sechs auf vier Turniere gekürzt worden. Dafür fallen die Streichergebnisse weg, die im letzten WM-Zyklus die Qualifikation von Fabiano Caruana fürs Kandidatenturnier verhindert hatten, d. h. es zählen nun alle Ergebnisse.

    Der Shootingstar der heutigen Zeit, Fabiano Caruana, der auch schon zusammen mit Boris Gelfand sich das erste Turnier der Grand-Prix-Serie gesichert hat, ist wieder mit dabei, was dem Turnier zusätzliche Qualität verleiht. Auch der übrige Turnierteilnehmerkreis ist durchaus illuster. Denn die elf übrigen Turnierteilnehmer sind ausnahmslos Super-GMs. Dabei sind Hikaru Nakamura, Sergey Karjakin, Maxime Vachier-Lagrave, Anish Giri, Shakhriyar Mamedyarov, Boris Gelfand, Dmitri Jabovenko, Dmitri Andreikin, Teimour Radjabov, Baadur Jobava und Rustam Kasimzhanov.

    Doch ausgerechnet in der ersten von elf Turnierrunden gab es bereits eine Sensation zu Lasten des schon erwähnten Shootingstars Fabiano Caruana, der mit Weiß gegen den Franzosen Vachier-Lagrave eine Niederlage einstecken mußte. Schon in der Eröffnungsphase zeigte sich ein entscheidender Unterschied zwischen der Spielphilosophie Caruanas und Carlsens. Während Carlsen ausgetretene Theorievarianten vermeidet und sich mit einfachen, aber spielbaren Mittelspielstellungen zufriedengibt (etwas vorlaut hatten einige Experten diese Philosophie bereits als die Eröffnungsbehandlung der Zukunft geadelt), damit er dort mit seiner unvergleichlichen Knettechnik seinen Gegner niederringt, strebt Caruana diese Hauptvarianten mit seinem Trainer Vladimir Chuchelov an, um im Stile Kasparovs durch das tiefere Eröffnungswissen und damit aus der Eröffnung heraus zu gewinnen bzw. die Weichen auf Sieg zu stellen.

    Auf das Brett kam so eine bestens bekannte Eröffnungsvariante, der Englische Angriff gegen die Najdorf-Variante, auf das Brett. Es entwickelte sich eine typische sizilianische Partie bei heterogenen Rochaden, indem scharfe und offene Stellungen vorherrschten, beide Parteien aber einen durchschlagenden Königsangriff des anderen verhinderten. Caruana opferte zeitweise für offene Linien einen Bauern, das nächste Opfer war schon etwas handfester, als Caruana eine Abwicklung mit anschließendem Schlagen der schwarzen Dame auf h2 zuließ, um sich das Faustpfand zweier verbundener Freibauern auf den a+b-Linien zu sichern. Doch hatte Caruana im Prinzip nie die Partie im Griff gehabt und seit dem frühen Mittelspiel an immer eine etwas unangenehme Stellung spielen müssen. Die Stellung war wegen der ungleichfarbigen Läufer immer noch scharf, so daß das Faustpfand Caruanas nicht zur Geltung kommen konnte. Die schwarze Dame war glänzend postiert, und Zug für Zug konnte Vachier-Lagrave sein Druckspiel verschärfen und Caruana letztendlich taktisch und strategisch niederringen. Bei schließlich zwei Minusbauern im Endspiel halfen Caruana nun auch die schon erwähnten ungleichfarbigen Läufer nicht mehr.

    Dafür konnte Hikaru Nakamura gegen den Georgier Jaabur Jobava auftrumpfen. Jobava hatte dabei kein Glück mit der Keres-Verteidigung, weil Weiß sich ein starkes Zentrum aufbauen konnte, was dem US-amerikanischen Angriffskünstler in die Hände spielte. Jobavas Strukturen sahen am Anfang noch halbwegs spielbar aus, waren insgesamt aber zu gedrungen, um Nakamura vor wirkliche Herausforderungen zu stellen. Mit einem energischen Zentrumsvorstoß sicherte sich Nakamura dauernden Angriff. Jobava fand in einem ungleichen Materialtausch (Qualität gegen zwei Bauern) noch die stärkste Verteidigungsidee. Sein Damenabtausch am Ende der Partie war aber endgültig die falsche Entscheidung, weil Nakamura im Gegensatz zu seinem Gegner nun seinen König schnell aktivieren und damit für entscheidendes materielles Übergewicht sorgen konnte.

    Turbulent ging es schließlich zwischen Shakhriyar Mamedyarov und Dmitri Andreikin zu. Mamedyarov verpatzte dabei ein besseres Endspiel und womöglich den Sieg, der allerdings nicht leicht zu finden war. Es gewinnt wohl 37. Td6 Txd6 38. exd6 Td2 39. Tb6 f4 40. Txa6 f3 41. Ta5 Txg2+ 42. Kh1, und es fällt schwer, noch eine Verteidigungsidee für Schwarz zu finden. Nun kam das, wovor schon Wilhelm Steinitz immer gewarnt hatte: Wer seine Chance nicht nutzt, dem verfliegt der Vorteil wieder. Genauso kam es, und am Ende war für Mamedyarov auch noch der ganze Punkt weg, als er einer spektakulären Konterattacke zum Opfer fiel.


    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "0:12:33-0:31:33"]
    [Date "2014.10.21"]
    [EventDate "2014.10.20"]
    [Round "1"]
    [Result "0-1"]
    [White "Caruana"]
    [Black "Vachier-Lagrave"]
    [ECO "B90"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "2"]

    1.e4 c5 2.Nf3 d6 3.d4 cxd4 4.Nxd4 Nf6 5.Nc3 a6 6.f3 e5 7.Nb3 Be6 8.Be3 Be7 9.Qd2 O-O 10.O-O-O Nbd7 11.g4 b5 12.Rg1 Nb6 13.Na5 Rc8 14.g5 Nh5 15.Kb1 Qc7 16.Nd5 Nxd5 17.exd5 Bxd5 18.Qxd5 Qxa5 19.Bd3 g6 20.c4 Nf4 21.Bxf4 exf4 22.cxb5 axb5 23.Qxb5 Qa7 24.Be4 Rc7 25.Bd5 Qf2 26.Qb3 Qxh2 27.a4 Qf2 28.Rc1 Ra7 29.Qb4 Qe3 30.Rcd1 Qe5 31.Qb5 Kg7 32.Bc6 Rc8 33.Rg2 d5 34.Bxd5 Rc5 35.Qb3 Bxg5 36.Bc4 Bf6 37.Re2 Qf5+ 38.Re4 Re5 39.Re1 Rxe4 40.Rxe4 Re7 41.Bd3 Rxe4 42.Bxe4 Qd7 43.Qb5 Qxb5 44.axb5 Bd4 45.Kc2 h5 46.b6 Bxb6 47.Kd1 f5 48.Bc6 g5 49.Bd7 Kf6 50.Ke2 g4 51.Kf1 Kg5 0-1

    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "Tashkent UZB"]
    [Date "2014.10.21"]
    [EventDate "2014.10.21"]
    [Round "1.3"]
    [Result "1-0"]
    [White "Hikaru Nakamura"]
    [Black "Baadur Jobava"]
    [ECO "A40"]
    [WhiteElo "2764"]
    [BlackElo "2717"]
    [PlyCount "68"]

    1. d4 e6 2. c4 Bb4+ 3. Nd2 Nf6 4. a3 Be7 5. Ngf3 O-O 6. e4 d6 7. Bd3 e5 8. O-O
    exd4 9. Nxd4 Nc6 10. Nxc6 bxc6 11. Nb3 Re8 12. Na5 Bd7 13. Bf4 Bf8 14. Re1 h6
    15. h3 Nh7 16. e5 Ng5 17. b4 dxe5 18. Bxe5 c5 19. h4 cxb4 20. hxg5 Qxg5 21. Be4
    Bg4 22. Qb1 Rxe5 23. Bxa8 bxa3 24. Rxe5 Qxe5 25. Nb3 Bf5 26. Qc1 Qb2 27. Nd2 Bb4
    28. Ne4 Qxc1+ 29. Rxc1 a5 30. Kf1 Bd7 31. Ke2 Ba4 32. Kd3 Bb3 33. Nc3 a2 34. Ra1 1-0

    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "Tashkent UZB"]
    [Date "2014.10.21"]
    [EventDate "2014.10.21"]
    [Round "1.2"]
    [Result "0-1"]
    [White "Shakhriyar Mamedyarov"]
    [Black "Dmitry Andreikin"]
    [ECO "D45"]
    [WhiteElo "2764"]
    [BlackElo "2722"]
    [PlyCount "102"]

    1. d4 d5 2. c4 c6 3. Nf3 Nf6 4. Nc3 a6 5. e3 e6 6. Qc2 Nbd7 7. b3 Bd6 8. Bb2 O-O
    9. Be2 e5 10. cxd5 cxd5 11. dxe5 Nxe5 12. O-O Be6 13. Rac1 Rc8 14. Qb1 Nfg4 15.
    Nxe5 Bxe5 16. h3 Bh2+ 17. Kh1 Bb8 18. Bxg4 Bxg4 19. Qd3 Qd6 20. f4 Be6 21. Rcd1
    Qc5 22. Nxd5 Bxd5 23. Qxd5 Qxd5 24. Rxd5 Ba7 25. e4 Rfe8 26. e5 Rc2 27. Rb1 h5
    28. Rd7 Rf2 29. Rxb7 Be3 30. f5 Rxf5 31. Re1 Rf2 32. Rxe3 Rxb2 33. a4 Re6 34.
    Kh2 h4 35. Re4 f5 36. Rd4 Rc6 37. Rb8+ Kh7 38. Rxh4+ Kg6 39. Rhh8 Rcc2 40. Kg3
    Rxg2+ 41. Kh4 Rbe2 42. Rb6+ Kf7 43. e6+ Rxe6 44. Rxe6 Kxe6 45. b4 g5+ 46. Kh5 g4
    47. Kh4 g3 48. b5 axb5 49. axb5 f4 50. Rg8 Kd7 51. Rg7+ Kc8 0-1
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  2. #2
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    AW: 2. Grand-Prix-Turnier Taschkent 2014

    Ein Remisfestival gab es heute in der 2. Runde in Taschkent. Einzig der Sensationssieger gegen Caruana, Maxime Vachier-Lagrave konnte einen ganzen Punkt feiern und sich damit nach der 2. Runde mit einer makellosen Weste an die Spitze setzen.

    Gegen Ex-Fide-WM Rustam Kasimzhanov sah es erst einmal nach dem ruhigen Spanier entsprechend ruhig aus. Doch schon im 20. Zug kam die Wende, als Kasimzhanov ein taktisches Wiedernehmen eines Bauern versäumte und damit materiell ins Hintertreffen geriet. Zudem besaß Caruana auch positionelle Vorteile rund um seinen starken Zentralbauern, der besseren Bauernstruktur und der Beherrschung der a-Linie. Als Kasimzhanov sich auch noch taktisch überrumpeln ließ, war die Partie schon nach 36 Zügen vorbei. Nun werden alle Vachier-Lagrave jagen, der in Taschkent den heißen Atem der Verfolger spüren wird. Ob er dem Druck standhalten wird?

    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "Tashkent UZB"]
    [Date "2014.10.22"]
    [EventDate "2014.10.20"]
    [Round "2"]
    [Result "1-0"]
    [White "Vachier Lagrave,M"]
    [Black "R Kasimdzhanov"]
    [ECO "C65"]
    [WhiteElo "2757"]
    [BlackElo "2706"]
    [PlyCount "72"]

    1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 Nf6 4. d3 Bc5 5. Nbd2 d6 6. O-O Bd7 7. c3 O-O 8.
    Nc4 h6 9. b4 Bb6 10. a4 a5 11. Nxb6 cxb6 12. bxa5 Nxa5 13. h3 d5 14. exd5
    Bxb5 15. axb5 Qxd5 16. c4 Qe6 17. Bb2 e4 18. Re1 Rad8 19. Bxf6 Qxf6 20.
    Rxe4 Nb3 21. Ra3 Nc5 22. Re3 Ne6 23. Qa1 Qe7 24. d4 Qf6 25. Re4 Rd6 26. d5
    Qxa1+ 27. Rxa1 Nc5 28. Re3 Rc8 29. Nd2 Rd7 30. Kf1 Kf8 31. Ne4 Rdc7 32. Nd6
    Rd8 33. Rae1 g6 34. Re8+ Rxe8 35. Rxe8+ Kg7 36. Ke2 1-0
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  3. #3
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    AW: 2. Grand-Prix-Turnier Taschkent 2014

    Wie schon in der 1. Runde gab es heute in Taschkent drei Spieler, die sich in die Siegerliste eintragen durften. Der Spieltag war insgesamt unterhaltsam, vor allem, weil es in den drei entschiedenen Partien zwei tiefe Kombinationen zu bewundern gab.

    Sergei Karjakin machte es heute wie Magnus Carlsen, aus einem unscheinbaren damenlosen Mittelspiel heraus zu gewinnen. Eine großartige Knettechnik mußte er gegen Dmitri Jakovenko freilich nicht anwenden, denn dieser machte es ihm einfach, als er kurz vor dem 20. Zuge auf recht simple Art einen Bauern einstellte. Danach bewies Karjakin dennoch vorbildliche Technik, bildete sich einen Freibauern und spielte aktiv auch auf dem anderen Flügel. Sein Gegner gab in aussichtsloser Position im 35. Zuge auf.

    Zwei Züge weniger brauchte Baadur Jobava mit Schwarz gegen Rustam Kasimzhanov. Der Lokalmatador, der freilich in Deutschland lebt, bekam es mit der nicht umsonst nach der vielleicht bestbewachten Festung der Welt (nichts geringeres als die Goldreserven der Vereinigten Staaten werden dort aufbewahrt) benannten Fort-Knox-Variante im Franzosen zu tun. Obwohl die schwarze Position mit dem Kg8 (bei eingesperrten Th8!) trotz des von Weiß geopferten Mehrbauern etwas unglücklich aussah, bewies der Aufbau seinen hinsichtlich der ihm immanenten Verteidigungsressourcen ausgezeichneten Ruf, denn Jobava vermochte es, alle weißen Angriffe an sich abperlen zu lassen, um dann im schwerblütigen Stile eines Tigran Petrosjan den vollen Punkt einzufahren. Tatsächlich sind solche gedrungenen Positionen für den Angreifer oft unangenehm zu spielen, weil sie den vermeintlich besser stehenden dazu verleiten, die Stellung zu überreizen. In diesem Fall vergriff sich der FIDE-WM von 2004 mit seinem Läufer im Fischer-Stil an den La7 und wurde wie schon Fischer in seiner 1. Partie gegen Spasski bei der WM in Reykjavik taktisch widerlegt. Durch die kräftige Riposte 24. ...Sd4! erzwingt Schwarz unter Drohungen eine Stellung mit anschließender Doppeldrohung. Nach 27. ...Td7! drohen sowohl 28. ...Ta5 mit Läuferverlust und 28. ...Sf3+ mit Qualitätsverlust - eine sehenswerte taktische Zugfolge, nach der Weiß schnell die Lust aufs Weiterspielen verging.

    Mit 57 Zügen deutlich am Längsten brauchte für seinen Sieg Shakhriyar Mamedyarov, was auch kein Wunder war, denn sein Gegner hieß Boris Gelfand, den man bekanntlich nicht mal eben umhauen kann. Stattdessen war zäher Manövrierkampf, übrigens in einem Königsinder, angesagt, und die Partie trug einen sehr klassischen Charakter, in der Weiß in bester Steinitz-Manier kleine Vorteile akkumulierte. Mamedyarov erarbeitete sich nämlich allmählich einen stetig wachsenden Vorteil aufgrund seiner starken weit vorgerückten Zentralbauern auf d5 und e4, so daß Weiß viel Raum hatte, in dem sich sein Läuferpaar entfalten konnte. Gelfand transformierte den Vorteil in die Gewinnung des Vorpostens b6 für seinen Springer und diesen in einen Bauerngewinn (hätte Schwarz den Bauern nicht geopfert, wäre Weiß tödlich über die c-Linie eingedrungen, weil Schwarz dort durch den Springer nicht dagegenhalten kann, weil dieser das Feld c8 kontrolliert). Damit war die Partie noch lange nicht vorbei, denn die schwarze Stellung war haltbar und war scheinbar in den richtigen Händen von Verteidigungskünstler Gelfand, der in solchen Stellungen nicht die Lust verliert, sondern zäh weiterkämpft. Hier half Mamedyarov seine große taktische Phantasie. Mit einem Qualitätsopfer fand er die richtige Idee, bildete sich ein isoliertes, durch Läufer und König unterstütztes Freibauernpaar auf d5 und a5 und führte die Stellung in einen forcierten Sieg.


    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "Tashkent UZB"]
    [Date "2014.10.23"]
    [EventDate "2014.10.20"]
    [Round "3"]
    [Result "1-0"]
    [White "Sergey Karjakin"]
    [Black "D Jakovenko"]
    [ECO "A05"]
    [WhiteElo "2767"]
    [BlackElo "2747"]
    [PlyCount "70"]

    1. Nf3 Nf6 2. g3 d5 3. Bg2 c5 4. O-O g6 5. d4 cxd4 6. Nxd4 Bg7 7. Nb3 O-O
    8. Nc3 e6 9. e4 dxe4 10. Nxe4 Nxe4 11. Qxd8 Rxd8 12. Bxe4 Nc6 13. c3 e5 14.
    Be3 f5 15. Bg2 Bf8 16. Rfe1 Be6 17. Bg5 Re8 18. Bxc6 bxc6 19. Rxe5 Bd5 20.
    Bf4 Bg7 21. Rxe8+ Rxe8 22. Nd2 a5 23. c4 Bf7 24. Rb1 a4 25. b3 axb3 26.
    axb3 h6 27. h4 Re7 28. b4 Bc3 29. b5 cxb5 30. cxb5 Rb7 31. b6 Ba2 32. Rb5
    h5 33. Nf3 Kf7 34. Be5 Bxe5 35. Nxe5+ 1-0

    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "Tashkent UZB"]
    [Date "2014.10.23"]
    [EventDate "2014.10.20"]
    [Round "3"]
    [Result "1-0"]
    [White "S Mamedyarov"]
    [Black "B Gelfand"]
    [ECO "E60"]
    [WhiteElo "2764"]
    [BlackElo "2748"]
    [PlyCount "114"]

    1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nf3 Bg7 4. e3 O-O 5. Be2 c5 6. d5 d6 7. O-O e6 8. Nc3
    exd5 9. cxd5 Bg4 10. e4 Re8 11. Qc2 Nbd7 12. Bf4 Bxf3 13. Bxf3 Ne5 14. Be2
    a6 15. a4 Rc8 16. Rae1 Qb6 17. Ra1 c4 18. a5 Qd8 19. Be3 Nfd7 20. Na4 h5
    21. h3 Qe7 22. Rac1 Kh7 23. b3 cxb3 24. Qxb3 Nf6 25. Qb4 Rxc1 26. Rxc1 Bh6
    27. Bxh6 Kxh6 28. Nb6 Ned7 29. Nxd7 Nxd7 30. Qxb7 Nc5 31. Qxe7 Rxe7 32. f3
    f5 33. Rb1 fxe4 34. Rb6 exf3 35. Bxf3 Rd7 36. Kf2 Kg5 37. Ke3 Kf6 38. Kd4
    Rd8 39. Be2 Ke7 40. Rc6 Rb8 41. Rc7+ Kf6 42. Rxc5 dxc5+ 43. Kxc5 Rc8+ 44.
    Kb6 Ke5 45. Bxa6 Rc2 46. Bf1 Rf2 47. Bc4 Rxg2 48. a6 Rf2 49. Kc5 Rf8 50.
    Bb5 Ra8 51. d6 Ke6 52. h4 g5 53. hxg5 h4 54. d7 Ke7 55. g6 h3 56. g7 h2 57.
    Bc6 1-0

    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "Tashkent UZB"]
    [Date "2014.10.23"]
    [EventDate "2014.10.20"]
    [Round "3"]
    [Result "0-1"]
    [White "R Kasimdzhanov"]
    [Black "Ba Jobava"]
    [ECO "C10"]
    [WhiteElo "2706"]
    [BlackElo "2717"]
    [PlyCount "66"]

    1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 dxe4 4. Nxe4 Bd7 5. Nf3 Bc6 6. Bd3 Nd7 7. O-O Ngf6
    8. Ng3 g6 9. c4 Bg7 10. d5 exd5 11. Re1+ Kf8 12. cxd5 Bxd5 13. Qc2 c6 14.
    Ng5 Kg8 15. Bf4 Nf8 16. Rad1 Qa5 17. a3 Rd8 18. Bd2 Qb6 19. Be3 Qc7 20. h3
    h6 21. N5e4 Ne6 22. Nxf6+ Bxf6 23. Be4 Kg7 24. Bxa7 b6 25. Bxd5 Nd4 26. Qa4
    Rxd5 27. Qa6 Qd7 28. Rxd4 Bxd4 29. Bxb6 c5 30. Ba5 Bxb2 31. Qc4 Bd4 32. Bc3
    Ra8 33. Re3 Rxa3 0-1
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    Neuer Tabellenführer

    Nach einem Ruhetag wurde gestern wieder in Taschkent gespielt. Die 4. Runde hatte ich unterschlagen, weil in dieser sämtliche Paarungen mit einem Remis beendet wurden, so daß sich an der Tabellensituation nichts geändert hatte. In der 5. Runde war das dagegen anders. Gleich drei Gewinne standen zu Buche, und auch die Ergebnisse als solche waren nicht frei von Überraschungen.

    So kassierte z. B. der bisherige Spitzenreiter (3/4), Maxime Vacher-Lagrave, eine Niederlage mit Schwarz gegen Dmitri Jakowenko aus Rußland. In einem Grünfeldinder mit 5. Db3 hatte der Tabellenführer früh zwei Bauern ins Geschäft gesteckt. Die Rechtfertigung besteht darin, daß Weiß zumindest einen Bauern wieder abgeben muß, der allerdings aufgrund von offenen Linien und Diagonalen Kompensation erhält. Das Festhalten beider Bauern scheitert wegen 15. Dd5? Se5! 16. Dxa8 Sd3+ 17. Kf1 Lxb2 18. Td1 Sc6 19. Dxf8+ Kxf8 und Weiß fühlt sich, euphemistisch ausgedrückt, "unwohl". In der Folge steckte der Franzose einen zweiten Bauern ins Geschäft. Als Jakowenko sich konsolidieren konnte, verlor Vachier-Lagrave aufgrund seiner bedrückenden materiellen Unterlegenheit. Erwähnenswert ist dabei ein weißes Qualitätsopfer, das die Spielführung des Weißen krönt. Mit der Kombination erzwang Weiß die Umwandlung.

    Für mich persönlich noch überraschender war zudem die Weißniederlage des von Ilja Schneider als "ewiges Talent" apostrophierten "Neurussen" Sergei Karjakin gegen den Georgier Baadur Jobava. Jobava lieferte heute eine Galavorstellung. Schon im 16. Zug opferte Jobava seinen Läufer durch einen Einschlag in die Königsfestung. Bei Karjakin schlug es auf h3 ein, und mit beeindruckender Konsequenz erhöhte Jobava Zug für Zug den Druck auf Karjakin, der unter demselben schließlich zusammenbrach. Das Mattnetz, das Jobava am Ende für Karjakin geknüpft hatte, ist lehrreich und sehenswert.

    Fast eine Seeschlange erzeugten schließlich Hikaru Nakamura und Boris Gelfand, die 97 Züge für ihre Partie brauchten. Am Ende war Nakamura der Gewinner, der für seinen Sieg Schwerstarbeit zu verrichten hatte. In der Moskauer Variante mit 4. ...Dxd7 bewies die "H-Bombe" entgegen landläufiger Meinung, daß sie nicht nur auf dem Brette schwerwiegende Explosionen zu erzeugen vermag, sondern auch Verständnis für nachhaltigen Positionskampf aufbringen kann. Der Charakter der Partie war durch ein äußerst zähes Ringen geprägt, bei dem es sehr lange Zeit kein Spieler vermochte, das Gleichgewicht zu seinen Gunsten zu kippen. Durch ein gekonntes In-Szene-Setzen eines Freibauern gewann Nakamura im 45. Zug einen Bauern. In einem Turm-Springer-Endspiel bei 4:3 Bauern am Damenflügel mit weißem Doppelbauern gestaltete sich nun die Verwertung des Materialvorteils wie erwartet schwierig. Wie im Thread schon erwähnt ist Gelfand ein zäher Verteidigungskünstler, doch vermochte er es wie schon in der 3. Runde gegen Mamedyarov nicht, die Stellung Remis zu halten. Nakamura arbeitete sehr konzentriert mit vorbildlicher Technik.

    Nach der 5. Runde gab Vachier-Lagrave durch seine Niederlage gegen Jakowenko seine Tabellenführung ab. Neuer Tabellenführer ist Nakamura mit 3,5/5 vor Andreikin, Jobava und Vachier-Lagrave mit jeweils 3 Punkten.

    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "0:53:33-0:56:33"]
    [Date "2014.10.26"]
    [EventDate "2014.10.20"]
    [Round "5"]
    [Result "1-0"]
    [White "Dmitry Jakovenko"]
    [Black "Maxime Vachier-Lagrave"]
    [ECO "A15"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "2"]

    1.Nf3 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 d5 4.cxd5 Nxd5 5.Qb3 Nb6 6.d4 Bg7 7.e4 Bg4 8.Bb5+ c6 9.Ng5 O-O 10.Be2 Bxe2 11.Nxe2 c5 12.dxc5 N6d7 13.Qxb7 Qa5+ 14.Bd2 Qa6 15.c6 Qxc6 16.Qxc6 Nxc6 17.Rc1 Rac8 18.b3 Bb2 19.Rd1 Nce5 20.Be3 h6 21.Nf3 Nxf3+ 22.gxf3 Ne5 23.f4 Ng4 24.Bxa7 Ra8 25.Rd2 Ba3 26.Bd4 Rfc8 27.Bc3 Nf6 28.f3 Nh5 29.Rd3 Bd6 30.e5 Bc5 31.a4 Rab8 32.Ba5 Ra8 33.Bd2 Rab8 34.Rc3 Kh7 35.Kd1 Ng7 36.b4 Ba7 37.Rxc8 Rxc8 38.Nc3 Nf5 39.Nb5 Be3 40.Re1 Rd8 41.Re2 Bxf4 42.Kc2 Bxd2 43.Rxd2 Ne3+ 44.Kc3 Nd1+ 45.Rxd1 Rxd1 46.a5 h5 47.Na3 1-0

    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "Tashkent UZB"]
    [Date "2014.10.26"]
    [EventDate "2014.10.20"]
    [Round "5"]
    [Result "0-1"]
    [White "Sergey Karjakin"]
    [Black "Ba Jobava"]
    [ECO "B10"]
    [WhiteElo "2767"]
    [BlackElo "2717"]
    [PlyCount "62"]

    1. e4 c6 2. Nf3 d5 3. Nc3 dxe4 4. Nxe4 Nf6 5. Nxf6+ exf6 6. Bc4 Qe7+ 7. Be2
    Qc7 8. d4 Bd6 9. O-O O-O 10. h3 Rd8 11. Be3 Nd7 12. c4 Nf8 13. Bd3 Ng6 14.
    Qc2 Be6 15. Rfe1 Qd7 16. Bd2 Bxh3 17. gxh3 Qxh3 18. Bxg6 hxg6 19. Re3 g5
    20. c5 Bf4 21. Rb3 Bc7 22. Qc4 Qh5 23. Kg2 Qg4+ 24. Kf1 Re8 25. Re1 Qh3+
    26. Kg1 Rxe1+ 27. Bxe1 Qg4+ 28. Kf1 Re8 29. Ng1 Bh2 30. Ne2 Rxe2 31. Rxb7
    Re6 0-1

    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "Tashkent UZB"]
    [Date "2014.10.26"]
    [EventDate "2014.10.20"]
    [Round "5"]
    [Result "1-0"]
    [White "Hi Nakamura"]
    [Black "B Gelfand"]
    [ECO "B52"]
    [WhiteElo "2764"]
    [BlackElo "2748"]
    [PlyCount "194"]

    1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. Bb5+ Bd7 4. Bxd7+ Qxd7 5. O-O Nf6 6. e5 dxe5 7. Nxe5
    Qc8 8. Qf3 e6 9. b3 Be7 10. Bb2 Nbd7 11. Nc4 O-O 12. Nc3 Qc7 13. a4 Rad8
    14. Rfe1 a6 15. a5 Nb8 16. Na4 Nc6 17. Qg3 Qxg3 18. hxg3 Nd5 19. c3 Rc8 20.
    Ba3 Na7 21. Ne3 Nxe3 22. dxe3 Rc7 23. Red1 Nb5 24. Bb2 c4 25. bxc4 Nd6 26.
    Nb6 Ne4 27. Ba3 Nxc3 28. Bxe7 Rxe7 29. Rd3 Ne4 30. Nd7 Rc8 31. f3 Nf6 32.
    Nb6 Rc5 33. Rd8+ Re8 34. Rxe8+ Nxe8 35. Rd1 Rxa5 36. Rd8 Kf8 37. Rb8 Ra2
    38. c5 Rc2 39. e4 f6 40. Rxb7 Kg8 41. Re7 Kf8 42. Rxe6 Nc7 43. Rc6 Nb5 44.
    Nd5 Nd4 45. Rxa6 Rxc5 46. Ra8+ Kf7 47. Ra7+ Kf8 48. Nf4 Rc6 49. Ra8+ Kf7
    50. Rh8 h6 51. Rb8 Rc7 52. Rb6 Ra7 53. Rd6 Nb5 54. Rd5 Rb7 55. Kh2 Na7 56.
    Rd6 Nc8 57. Rc6 Ne7 58. Ra6 Ng6 59. Nh5 Ne7 60. Nf4 Ng6 61. Nd5 Ne7 62. Ne3
    Rc7 63. g4 Rc3 64. Nf1 Rc7 65. Ra3 Rb7 66. Ne3 Rd7 67. Kg3 Rc7 68. Ra5 Rc3
    69. Kf2 Rc7 70. Rb5 Ng6 71. Nd5 Ra7 72. Rc5 Ra2+ 73. Kg3 Kg8 74. Rc7 Ra3
    75. Rb7 Ra2 76. Rc7 Ra3 77. Rd7 Ra2 78. Ne3 Ne5 79. Rb7 Ra3 80. Nf5 Nf7 81.
    Kh2 Ra2 82. Re7 Ra8 83. f4 Kf8 84. Rc7 g6 85. Nh4 g5 86. Nf5 gxf4 87. Rc6
    Ng5 88. Rxf6+ Kg8 89. e5 Ra2 90. e6 Nf3+ 91. Kh3 Ng1+ 92. Kh4 Rxg2 93. Kh5
    Nf3 94. Nxh6+ Kh7 95. Rf7+ Kh8 96. e7 Re2 97. Rxf4 1-0
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  5. #5
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    AW: 2. Grand-Prix-Turnier Taschkent 2014

    Das Grandprix-Turnier in Taschkent bleibt auch nach der 6. Runde spannend, weil noch viele Spieler Tuchfühlung zur Spitze haben. Hikaru Nakamura ist dabei nicht mehr alleiniger Tabellenführer. Mit seinem Remis gegen den bislang sieglosen Fabiano Caruana verbleibt Nakamura zwar ungeschlagen. Dmitri Andreikin lieferte aber eine Galavorstellung gegen Sergei Karjakin und sorgte für einen Höhepunkt im gesamten Turnier. Nach einer seltsamen Zugumstellung erhielt das Spiel schnell sizilianische Strukturen. Sergei Karjakin verzichtete auf die Rochade, fühlte sich mit seinem König in der Brettmitte sicher aufgehoben, aber Andreikin legte mit feinem Manövrieren, gezielten Vorstößen und taktischer Brillanz die Schwäche des schwarzen Königs bloß. Es war spektakulär, mit anzusehen, wie schnell die nur scheinbar solide schwarze Stellung zusammenbrach. Nakamura und Andreikin stehen nun mit 4/6 an der Spitze des Teilnehmerfeldes, gefolgt von Mamedyarov, Jobava und Vachier-Lagrave.

    Shakhriyar Mamedyarov war der zweite Sieger des Tages, der gegen Ex-Fide-WM Rustam Kasimzhanov ebenso wie Dmitri Andreikin einen schnellen Weißsieg einfahren konnte. Ihm gelang es, die Partie in Strukturen zu lenken, die ihm lagen. Die Partie war stets scharf, taktisch und undurchsichtig, und als am Ende der Aseri einen ganzen Turm eingesammelt hatte, blieb Kasimzhanov nur noch die Aufgabe.

    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "Tashkent UZB"]
    [Date "2014.10.27"]
    [EventDate "2014.10.21"]
    [Round "6.3"]
    [Result "1-0"]
    [White "Dmitry Andreikin"]
    [Black "Sergey Karjakin"]
    [ECO "A46"]
    [WhiteElo "2722"]
    [BlackElo "2767"]
    [PlyCount "68"]

    1. d4 Nf6 2. Nf3 e6 3. Bg5 c5 4. Nc3 cxd4 5. Qxd4 Nc6 6. Qh4 Bb4 7. e4 Bxc3+ 8.
    bxc3 h6 9. Bd3 d6 10. Rd1 Rg8 11. Be3 e5 12. Bb5 Qc7 13. Nd2 Be6 14. f3 Qa5 15.
    c4 Ke7 16. O-O g5 17. Qf2 Rgd8 18. h4 Nh7 19. hxg5 hxg5 20. g4 f6 21. Kg2 Nf8
    22. Rh1 Bf7 23. Nf1 Bg6 24. Bd2 Qb6 25. Ne3 Kf7 26. Qe1 Ne6 27. Nf5 Qc7 28. c5
    dxc5 29. Bc4 b5 30. Bd5 Rac8 31. Rh6 Nd4 32. Ba5 Nxc2 33. Qh1 Qxa5 34. Rh7+ 1-0

    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "Tashkent UZB"]
    [Date "2014.10.27"]
    [EventDate "2014.10.20"]
    [Round "6"]
    [Result "1-0"]
    [White "S Mamedyarov"]
    [Black "R Kasimdzhanov"]
    [ECO "C25"]
    [WhiteElo "2764"]
    [BlackElo "2706"]
    [PlyCount "70"]

    1. e4 e5 2. Nc3 Nc6 3. g3 g6 4. Bg2 Bg7 5. d3 d6 6. Be3 Nge7 7. h4 h5 8.
    Qd2 O-O 9. Bh6 Nd4 10. Bxg7 Kxg7 11. Nd1 d5 12. Ne3 Be6 13. f4 dxe4 14.
    dxe4 f5 15. Nh3 fxe4 16. Ng5 Nef5 17. O-O-O Bxa2 18. fxe5 Nxg3 19. Rhe1 c5
    20. Bxe4 Nxe4 21. Nxe4 Qxh4 22. Qg2 Rad8 23. Nf6 Rxf6 24. exf6+ Qxf6 25.
    Qxb7+ Qf7 26. Qe4 Qf6 27. Qb7+ Qf7 28. Qa6 Be6 29. Kb1 Rb8 30. Qd6 Rb6 31.
    Qxc5 Nf3 32. Qc3+ Kh7 33. Rf1 Rb8 34. Ng2 Bg4 35. Nh4 1-0
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  6. #6
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    AW: 2. Grand-Prix-Turnier Taschkent 2014

    Fabiano Caruana kann also doch noch gewinnen. Im Duell der beiden Sieglosen bei diesem Turnier schlug Caruana den Israeli Boris Gelfand. Die Partie war aber für beide Spieler keine Werbung. Caruana hatte Glück, daß sein Gegner die studienhafte Wendung 11. ...Dg6!! -+ (Diagramm) nicht fand, während Gelfand seinerseits einen taktischen Schlag seines Gegners nicht erkannte, so daß nach dem verschenkten frühen Sieg auch das Remis nicht mehr greifbar war. Erneut zeigt sich, daß viele Spitzenspieler überspielt sind, weil das letzte Grand-Prix-Turnier in Baku nur sechs (!) Tage vor Beginn von Taschkent zuende ging. Die Organisatoren von der FIDE haben sich erneut nicht mit Ruhm bekleckert und einen schweren Fehler gemacht.

    Ansonsten konnte sich Sergei Karjakin im Duell der Wunderkinder über einen Weißsieg gegen Anish Giri freuen. Der mit jeweils 12 Jahren jüngster Großmeister und WM-Sekundant aller Zeiten konnte in einer seltenen sizilianischen Struktur ohne den Le3, aber mit dem trotz Isolierung starken Be5 und den halboffenen d- und f-Linien etwas anfangen. Karjakin opferte den Be5 zur rechten Zeit, erhielt dafür für seinen Springer den Stützpunkt g5 und konnte damit seinen Druck auf den Gegner und dessen unrochierten König verstärken, der diesem letztendlich erlag. Auch wenn Karjakin die starke Möglichkeit 23. Sxf5!! unterließ, war es schön anzusehen, wie sich langsam, aber sicher die Schlinge um den bemitleidenswerten Schwarzen zuzog. Karjakin zeigte seine hohe Spielkultur. Ich persönlich würde mir wünschen, wenn er sich weiter entwickeln und später in einer Weltmeisterschaft seine Klasse zeigen kann.



    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "Tashkent UZB"]
    [Date "2014.10.28"]
    [EventDate "2014.10.20"]
    [Round "7"]
    [Result "1-0"]
    [White "F Caruana"]
    [Black "B Gelfand"]
    [ECO "E35"]
    [WhiteElo "2844"]
    [BlackElo "2748"]
    [PlyCount "70"]

    1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nc3 Bb4 4. Qc2 d5 5. cxd5 exd5 6. Bg5 h6 7. Bxf6 Qxf6
    8. e3 O-O 9. a3 Bf5 10. Bd3 Bxc3+ 11. bxc3 Bxd3 12. Qxd3 c5 13. Ne2 Nd7 14.
    O-O Qc6 15. a4 Rfc8 16. Rfb1 Rc7 17. a5 Rac8 18. h3 Nf6 19. Ng3 Qe6 20.
    dxc5 Ne4 21. Nxe4 dxe4 22. Qd6 Qf5 23. Ra4 Rxc5 24. Rxb7 Rxa5 25. Rxa5 Qxa5
    26. Rxf7 Qxc3 27. Rxa7 Kh8 28. Rf7 Re8 29. g4 Kh7 30. Qd7 Rb8 31. Qf5+ Kg8
    32. Ra7 Qb2 33. Qxe4 Rf8 34. Qd5+ Kh7 35. Rf7 1-0

    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "Tashkent UZB"]
    [Date "2014.10.28"]
    [EventDate "2014.10.20"]
    [Round "7"]
    [Result "1-0"]
    [White "Sergey Karjakin"]
    [Black "A Giri"]
    [ECO "B48"]
    [WhiteElo "2767"]
    [BlackElo "2768"]
    [PlyCount "84"]

    1. Nf3 c5 2. e4 e6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nc6 5. Nc3 Qc7 6. Be3 a6 7. Qf3 Ne5
    8. Qg3 h5 9. f3 b5 10. O-O-O d6 11. f4 Ng4 12. e5 dxe5 13. fxe5 Nxe3 14.
    Qxe3 Bd7 15. Be2 g6 16. Qf3 Rc8 17. Rhf1 Rh7 18. Kb1 Bb4 19. Ne4 Qxe5 20.
    h4 f5 21. Ng5 Re7 22. Qb7 Bc5 23. Ngf3 Qc7 24. Qxa6 Bxd4 25. Nxd4 Kf8 26.
    c3 Nf6 27. Bxb5 Bxb5 28. Qxb5 e5 29. Qa6 Kg7 30. Ne6+ Rxe6 31. Qxe6 Re8 32.
    Qd6 Qb7 33. Rfe1 Re7 34. g3 Ne4 35. Qb4 Qxb4 36. cxb4 Nxg3 37. b5 f4 38. b6
    f3 39. Rg1 Ne2 40. Rgf1 e4 41. a4 Ng3 42. Rf2 1-0
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  7. #7
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    AW: 2. Grand-Prix-Turnier Taschkent 2014

    Baadur Jobava war der einzige Sieger des Tages. Durch seinen schnellen Schwarzsieg gegen das in Taschkent so unglücklich agierende Schlußlicht Boris Gelfand konnte sich der Georgier an die Tabellenspitze vorkämpfen, die er nun drei Runden vor Schluß zusammen mit Andreikin und Nakamura (alle 5/8) anführt.

    In der frühen Partiephase ließ Jobava den umstrittenen Einschlag der Dame auf g7 zu, konnte aber seinerseits mit seinem Turm auf g2 einen weißen Bauern nehmen. Im Prinzip kam Boris Gelfand nie ins Spiel, weil er die Probleme seiner schlecht postierten Dame nicht in den Griff bekam. Durch Angriffe auf die Dame konnte Jobava sein Spiel am Königsflügel entscheiden, und auch der Sprengzug 20. ...f5! wurde erst durch die schwache weiße Dame motiviert, an die der angegriffene Be4 gefesselt war. Weiß ließ sich tief zurückfallen. In der Folge spielte nur noch Jobava, der durch seine Angriffe im weißen Lager richtig abräumen konnte. Gelfand verlor Haus und Hof und gab im 30. Zuge auf. Er erlitt ein Fiasko.

    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "Tashkent UZB"]
    [Date "2014.10.30"]
    [EventDate "2014.10.20"]
    [Round "8"]
    [Result "0-1"]
    [White "B Gelfand"]
    [Black "Ba Jobava"]
    [ECO "A40"]
    [WhiteElo "2748"]
    [BlackElo "2717"]
    [PlyCount "60"]

    1. d4 e6 2. c4 b6 3. e4 Bb7 4. Bd3 Bb4+ 5. Bd2 Bxd2+ 6. Nxd2 d6 7. f4 Nd7
    8. Qg4 Ngf6 9. Qxg7 Rg8 10. Qh6 Rxg2 11. Ngf3 Qe7 12. Qh3 Rg7 13. O-O-O Ng4
    14. Qg3 Ndf6 15. Ng5 h6 16. Nh3 O-O-O 17. Rde1 Nh5 18. Qf3 Qh4 19. Re2 Kb8
    20. Bc2 f5 21. Qf1 Nhf6 22. Nf3 Qh5 23. exf5 exf5 24. d5 Re8 25. Rxe8+ Qxe8
    26. Qd3 Re7 27. Rf1 Ne3 28. Rf2 Ba6 29. Bb3 Nexd5 30. Qxf5 Bxc4 0-1
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  8. #8
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    Andreikin spült sich an die Spitze

    Vor der heutigen 9. Runde in Taschkent hatte wie geschrieben mit Jobava, Nakamura und Andreikin ein Trio vorne gelegen. Aus dem Trio hat sich nun Dmitri Andreikin an den Platz an der Sonne gekämpft. Er landete einen wichtigen Schwarzsieg gegen den bisherigen Co-Tabellenführer Baadur Jobava. Nakamura und Mamedyarov sind die Verfolger, die einen halben Punkt hinter Andreikin liegen.

    Baadur Jobava hatte sich gegen eine Art Londoner System im Nachzug mit seinem frühen Vorstoß g4, zudem mit der Öffnung der h-Linie keinen Gefallen getan. In seinem Lager entstanden einfach zu viele Schwachpunkte, was die weitere Partieführung schwierig gestaltete. Mit einem völlig verunglückten Springerrandzug patzte Jobava schon im 13. Zug und stand fortan auf Verlust, was sich nicht mehr korrigieren ließ. Mit dem lehrreichen Zentralhebel 14. ...e5! nutzte der Russe die unglückliche Lage des in der Mitte verbliebenen und festgehaltenen Königs brutalstmöglich aus. Als Schwarz seine Traumstellung dann in ein Endspiel mit Mehrbauern transformierte, darf die Frage gestellt werden, ob diese Entscheidung für Weiß eine Erleichterung bedeutete. Die restlichen 20 Züge waren für Weiß, wie die meisten bestätigen dürften, die sich mit klar schlechteren Endspielen herumgequält haben, kein Vergnügen.

    Shakhriyar Mamedyarov indes, der 2. Gewinner des Tages, wählte mit Holländer und dynamischer Hebelwirkung, getreu der Devise Botwinniks, daß Schwarz sich nicht um Ausgleich bemühen braucht, sondern nach dynamischen Gegenspiel Ausschau halten sollte, gegen Dmitri Jakovenko eine anspruchsvolle Eröffnung. Jakovenko hielt mit Spiel am Damenflügel dagegen und stand nach dem starken 13. Sd5 und 14. Sg5 sogar deutlich besser. Vielleicht rechneten hier manche Kiebitze schon mit einer schnellen Niederlage des eigenwilligen Aseris, doch während sein Gegner den Weg zum Gewinn nicht fand, leistete Mamedyarov eine bravouröse und hartnäckige Verteidigung, zermürbte den Russen zusehends, dem nach langem Spielverlauf schließlich der Faden entglitt. In solchen Situationen ist der ehemalige Verteidiger bekanntlich psychologisch in Vorteil, und auch hier gewann nun Mamedyarov mit Motiven rund um seinen entfernten Freibauern auf der a-Linie.

    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "Tashkent UZB"]
    [Date "2014.10.31"]
    [EventDate "2014.10.20"]
    [Round "9"]
    [Result "0-1"]
    [White "Ba Jobava"]
    [Black "D Andreikin"]
    [ECO "D00"]
    [WhiteElo "2717"]
    [BlackElo "2722"]
    [PlyCount "78"]

    1. d4 d5 2. Nc3 Bf5 3. Bf4 e6 4. e3 Bd6 5. g4 Bg6 6. Nf3 Nd7 7. Bd3 Bxd3 8.
    Qxd3 Bxf4 9. exf4 h5 10. gxh5 Rxh5 11. Rg1 Qf6 12. Ne5 c6 13. Na4 Qxf4 14.
    Nf3 e5 15. Rxg7 O-O-O 16. Qe3 Qf6 17. Rg3 exd4 18. Qxd4 Qxd4 19. Nxd4 Rxh2
    20. Nf3 Rh1+ 21. Rg1 Rxg1+ 22. Nxg1 d4 23. b3 Ngf6 24. Nf3 c5 25. Nb2 Kc7
    26. a4 Re8+ 27. Kf1 Ne4 28. Nd3 b6 29. a5 Kb7 30. b4 Nc3 31. axb6 axb6 32.
    bxc5 bxc5 33. Nd2 Re2 34. Nb3 Kb6 35. Ra8 Rxc2 36. Ndxc5 Nxc5 37. Nxd4 Rc1+
    38. Kg2 Nd5 39. Rf8 Ne6 0-1

    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "Tashkent UZB"]
    [Date "2014.10.31"]
    [EventDate "2014.10.20"]
    [Round "9"]
    [Result "0-1"]
    [White "D Jakovenko"]
    [Black "S Mamedyarov"]
    [ECO "A04"]
    [WhiteElo "2747"]
    [BlackElo "2764"]
    [PlyCount "72"]

    1. Nf3 f5 2. c4 Nf6 3. g3 g6 4. b4 d6 5. d4 Bg7 6. Bb2 e5 7. dxe5 Nfd7 8.
    Bg2 dxe5 9. O-O Qe7 10. e4 O-O 11. b5 Nc5 12. Nc3 Be6 13. Nd5 Qd6 14. Ng5
    Nbd7 15. Ba3 Bf7 16. Qc2 c6 17. Nb4 a5 18. Rad1 Qf6 19. Nd3 Qxg5 20. Nxc5
    Nxc5 21. Bxc5 Rfd8 22. Bb6 Rdc8 23. exf5 Qxf5 24. Be4 Qe6 25. bxc6 bxc6 26.
    c5 Qxa2 27. Qxa2 Bxa2 28. Rd6 Bc4 29. Rb1 a4 30. Rxc6 a3 31. Rxc8+ Rxc8 32.
    c6 a2 33. Ra1 Bf8 34. c7 Bd6 35. Bb7 Bxc7 36. Bxc8 Bxb6 0-1
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

  9. #9
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    Punkte: 111.053, Level: 100
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    AW: 2. Grand-Prix-Turnier Taschkent 2014

    Mit einem Remis gegen Anish Giri konnte Dmitri Andreikin seinen Vorsprung über die Ziellinie retten. Denn auch die beiden Verfolger Nakamura und Mamedyarov kamen über ein Remis nicht hinaus. Damit ist Dmitri Andreikin ein Turniersieger, den kaum jemand auf der Rechnung gehabt haben dürfte, und hat damit einen großen Schritt getan in Richtung, sich über die Grandprix-Serie für das kommende WM-Kandidatenturnier zu qualifizieren. Eine weitere Belohnung ist ein stolzer Elogewinn von 20 Punkten

    Fabiano Caruana kam mit einem Schwarzsieg, den er mit der Brechstange erzwang, und 6/11 gegen Dimitri Jakovenko noch zu einem versöhnlichen Ende. Er verliert aber 10 Punkte und leistete offensichtlich Übermüdungserscheinungen Tribut, die nicht zuletzt dadurch zustandekamen, daß die FIDE dem ersten Grandprix-Turnier sechs Tage später ein nächstes folgen ließ.

    Tabelle und Eloentwicklung der Teilnehmer: http://de.chessbase.com/post/andreik...n-taschkent-gp

    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "Tashkent UZB"]
    [Date "2014.11.02"]
    [EventDate "2014.10.20"]
    [Round "11"]
    [Result "0-1"]
    [White "D Jakovenko"]
    [Black "F Caruana"]
    [ECO "A04"]
    [WhiteElo "2747"]
    [BlackElo "2844"]
    [PlyCount "86"]

    1. Nf3 g6 2. e4 d6 3. c4 Bg4 4. d4 Bxf3 5. Qxf3 e5 6. d5 Nd7 7. Nc3 h5 8.
    Bd3 Ngf6 9. O-O h4 10. Bc2 Be7 11. Ba4 Kf8 12. b4 a5 13. bxa5 Rxa5 14. Bxd7
    Qxd7 15. a4 Kg7 16. Rb1 b6 17. Rb5 Ra6 18. Bd2 Nh7 19. Qe2 Bg5 20. Bxg5
    Nxg5 21. h3 Qe7 22. Rbb1 Ra5 23. Qe3 Nh7 24. f4 Nf6 25. fxe5 dxe5 26. Rb5
    Rha8 27. Qg5 Nxd5 28. Qxe7 Nxe7 29. Rd1 Rxb5 30. cxb5 Kf8 31. Kf2 Ke8 32.
    Ke3 f5 33. Nd5 Rxa4 34. Nxc7+ Kf7 35. exf5 Nxf5+ 36. Kf3 e4+ 37. Kf4 e3+
    38. Kf3 Ra2 39. Rf1 Rd2 40. Na8 Rd6 41. Ra1 Nd4+ 42. Ke4 e2 43. Re1 Nxb5
    0-1

    [Event "FIDE Grand Prix Tashkent"]
    [Site "Tashkent UZB"]
    [Date "2014.11.02"]
    [EventDate "2014.10.20"]
    [Round "11"]
    [Result "1-0"]
    [White "Sergey Karjakin"]
    [Black "R Kasimdzhanov"]
    [ECO "A22"]
    [WhiteElo "2767"]
    [BlackElo "2706"]
    [PlyCount "82"]

    1. c4 Nf6 2. Nc3 e5 3. g3 d5 4. cxd5 Nxd5 5. Bg2 Nb6 6. d3 Be7 7. Be3 O-O
    8. Rc1 Re8 9. a3 Bf8 10. Nf3 N8d7 11. O-O c6 12. Qb3 Nc5 13. Qc2 Bg4 14. b4
    Ncd7 15. h3 Bf5 16. Nd2 h6 17. Rb1 Rc8 18. Rfc1 Nf6 19. Bc5 Nfd7 20. Nce4
    Qc7 21. a4 a6 22. Bxf8 Rxf8 23. Nc5 Nf6 24. Qb2 Qe7 25. a5 Na8 26. e4 Bh7
    27. Nc4 Rfe8 28. f4 exf4 29. gxf4 Rb8 30. Qe5 Qf8 31. Qd6 Re7 32. f5 Nc7
    33. Qf4 Nfe8 34. Kh2 Kh8 35. Bf3 Bg8 36. Ne5 Nf6 37. Rg1 Nb5 38. Ne6 g5 39.
    Nxf8 gxf4 40. Nfg6+ fxg6 41. Nxg6+ 1-0
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

  10. #10
    Klarer Fixpunkt
    Punkte: 5.675, Level: 51
    Level beendet: 63%, Punkte für Levelaufstieg benötigt: 75
    Aktivität: 0%
    Errungenschaften:
    Veteran5000 Experience Points
    Avatar von Birliban
    Registriert seit
    06.02.2014
    Ort
    Erde
    Rating
    DWZ 1920
    Verein
    ja
    Beiträge
    421
    Punkte
    5.675
    Level
    51

    AW: 2. Grand-Prix-Turnier Taschkent 2014

    Danke für die informativen, sorgfältigen und interessanten Berichte zum 2. Grand-Prix-Turnier Taschkent.

    " Erneut zeigt sich, daß viele Spitzenspieler überspielt sind, weil das letzte Grand-Prix-Turnier in Baku nur sechs (!) Tage vor Beginn von Taschkent zuende ging. Die Organisatoren von der FIDE haben sich erneut nicht mit Ruhm bekleckert und einen schweren Fehler gemacht. " Kiffing

    "Turniersenior" Gelfand wird die Strapazen am wenigsten verkraftet haben, wie auch sein letzter Platz zeigt. Ja, die Organisatoren der FIDE haben einen schweren Fehler gemacht. Ich glaube, einen weiteren schweren Fehler haben die Spieler selbst gemacht: Keine Proteste, keine Verweigerung, stattdessen lassen sie sich herumkommandieren wie brave Soldaten, willenlos wie Marionetten, von FIDE-Hand dirigiert. Solange das so ist und bleibt, kann ich es nur als stilles Einverständnis der Spieler deuten.

    "Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will." Dieser alte Spruch der Arbeiterstreikbewegung, der auch heute noch seine enorme Kraft entfaltet, unter Führung der Gewerkschaften - könnte auch seine Wirkung entfalten in der Schachweltelite. Nur müßte dann dort aus den vielen Einzelspielern und Einzelkämpfern eine geschlossene Front erwachsen, die gemeinsame Interessen bekundet. Das scheint nicht der Fall zu sein und wo kein Wille ist, ist auch kein Weg. Offenbar scheint der Leidensdruck der Spieler nicht groß genug zu sein, daß sie sich zusammenfinden und der FIDE ihre Bedingungen diktieren. Stattdessen ist es umgekehrt...

    Was soll's, ich kann da nur mit den Schultern zucken. Wenn die Spieler selbst keinen Grund sehen, etwas ändern zu wollen, dann sehe ich selbst auch keinen Grund. Sollen sie der FIDE gegenüber also brav weitermachen wie bisher:

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