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Thema: Groningen 1946 - Frühling der Schachgeschichte

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    Groningen 1946 - Frühling der Schachgeschichte



    Es gibt viele Gründe, den Ersten und Zweiten Weltkrieg mitsamt der nervösen Zwischenkriegszeit als Einheit zu sehen und damit als Dreißigjährigen Krieg des 20. Jahrhunderts aufzufassen. Der Zweite Weltkrieg baute auf dem Ersten Weltkrieg auf, die Hauptkriegsmächte blieben dieselben, und die Zerstörungen in Europa waren 1648 und 1945 ähnlich massiv, so daß sich geradezu eine neue europäische Friedensordnung aufdrängte.

    In diesem Zusammenhang wurden die Jahre 1648 und 1945 von den Überlebenden als Neuanfang gewertet, für deren Perspektiven ein friedliches Miteinander der einzelnen Staaten unabdingbar war. Sowohl 1648 als auch 1945 wurde der Friede in ein Vertragswerk gegossen, an das sich alle Beteiligten halten mußten. Nach 1945 sollten die Vereinten Nationen unabhängig von den Friedensbeschlüssen der Siegermächte den Weltfrieden gewährleisten. Die UN-Charta garantierte die Unverletzlichkeit staatlicher Territorien und gab dem UN-Sicherheitsrat weitreichende Sanktionsbefugnisse zur Hand. Als wichtigster Garant für den Frieden schien, daß die Gründung der Vereinten Nationen, die mehr sein wollten als der krisengeschüttelte Völkerbund, der sich nach den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs gebildet hatte, von den einflußreichsten Staaten auf der Welt konsensual vorangetrieben worden ist. Die fünf ständigen Mitglieder waren die Siegermächte USA, die Sowjetunion, die beiden vorzüglichsten Vertreter des "Alten Europas", England und Frankreich, sowie die bevölkerungsreiche Republik China. Der Konsenscharakter der Vereinten Nationen drückte sich durch das Vetorecht aus, das jedes der fünf ständigen Mitglieder bei einer Entscheidung besaß. Das militaristische Deutschland war besiegt, die Siegermächte waren bereit, die Zukunft der Weltgeschichte gemeinsam und nicht gegeneinander zu bestreiten, eine durch den gemeinsamen Sieg gegen die Achsenmächte neue Form der Toleranz wird dazu führen, daß eine gemeinsame Politik trotz unterschiedlicher Interessenssphären und Weltanschauungen möglich ist, das war die große Hoffnung, die aus dieser gemeinsamen Politik nach einer langen, dunklen Nacht erblühte; eine Hoffnung, die gespeist war aus dem Wunsch eines Neuanfangs und dem Wunsch, daß die Menschheit nach schwersten Verheerungen endlich wieder in bessere Entwicklungsstufen aufsteigen kann.

    Ein Neuanfang, das hieß auch, daß sich das in vielen Formen während der Kriegsjahre unterbrochene zivile Leben wieder entfalten und auf sportlichem und kulturellem Parkett an die Veranstaltungen der Vorkriegsjahre anknüpfen konnte. Auch die fast zum Erliegen gekommene Schachwelt sollte wieder Schachfeste feiern können in Form von internationalen Turnieren der stärksten Spieler der Welt. Die Niederlande, das Land des nach dem Tode des geächteten "Kollaborateurs" und "Antisemiten" Alexander Aljechin letzten lebenden Schachweltmeisters Max Euwe, hatte die Ehre, die Schachgeschichte mit dem ersten großen Nachkriegsturnier wiederaufzunehmen. Als Spielort entschieden sich die Niederlande in jenem Sommer für Groningen, eine mittelgroße und durch den Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogene Stadt. Geladen wurden die stärksten Spieler der Welt; die 20 Teilnehmer, die dem Turnier schließlich die Ehre erweisen sollten, machten durch diesen Rahmen deutlich, daß Groningen 1946 alles dafür tat, nach den langen Jahren der Dunkelheit an legendären Schachfesten der Vorkriegszeit anzuknüpfen. Dabei waren Michail Botwinnik, Alexander Kotov, Salo Flohr, Isaak Boleslawski und Wassili Smyslow aus der Sowjetunion; Arnold Denker und Herman Steiner aus den USA; Erik Lundin und Gösta Stoltz aus Schweden; Laszlo Szabo aus Ungarn, Milan Vidmar aus Jugoslawien; Miguel Najdorf und Carlos Guimard aus Argentinien; Savielly Tartakover und Ossip Bernstein aus Frankreich; Alberic O´Kelly de Galway aus Belgien; Martin Christoffel aus der Schweiz; Cenek Kottnauer aus der Tschechoslowakei; Daniel Yanofski aus Kanada, während sich die Niederlande, untypisch für ein Gastgeberland, nur durch ihren Weltmeister von 1935-1937, Max Euwe, vertreten ließen.

    Es wäre zu kurz gegriffen, Groningen 1946 lediglich als Fortsetzungsturnier zu begreifen, das übergangslos an die reichhaltige Turniergeschichte vor dem Zweiten Weltkrieg anknüpfen sollte. Eine in solch einem Ausmaß verheerende Zeit wie in den schlimmsten Kriegsjahren zwischen 1939-1945 hatte natürlich auch im Weltschach ihre Spuren hinterlassen, und so waren, verglichen z. B. mit dem AVRO-Turnier von 1938, Veränderungen eingetreten. Eine Veränderung war z. B. die neue Rolle des sowjetischen Schachs. Die Sowjetunion hatte bis zum Kriegsende ihr Schachleben im Verborgenen systematisch aufgezogen. Weil der Staat hermetisch abgeriegelt war und außer überzeugten Kommunisten, die dort paradoxerweise ums Leben kamen, kaum jemand ins Land kam, fand diese Entwicklung kaum Beobachter aus anderen Ländern. Von dem Gefühl dieser Entwicklung zeugten vor 1945 nur stereoskopische Bilder isolierter Ereignisse wie dem Schachturnier in Moskau 1925, Leningrad 1934, Moskau 1935, Moskau 1936 oder der Teilnahme des protegierten Michail Botwinniks an starken internationalen Turnieren außerhalb der Sowjetunion. Das berühmte Radiomatch zwischen den 1945 noch durch den gemeinsamen Kriegsgegner befreundeten Staaten UdSSR und USA, das die UdSSR mit 15,5 zu 4,5 für sich entscheiden konnte, machte der Schachwelt bereits vor Groningen 1946 deutlich, daß in dem vorgeblichen Staat der Proletarier nicht nur Michail Botwinnik mit der Weltspitze konkurrieren konnte. Die Entsendung von nicht nur einem Vertreter, sondern von gleich fünf Vertretern, die in dem Turnier eine starke Rolle spielten, sollte diesen Befund bestätigen. Diese großzügige Entsendung in ein anderes Land zeigte aber auch, daß im Hochsommer 1946 noch immer das Gefühl von Neuanfang und Kooperation vorherrschte und der Kalte Krieg trotz erster Anzeichen noch nicht begonnen hatte. Die UdSSR gab ihre selbstgewählte Rolle der Isolierung auf und integrierte sich zunehmend in supranationale und transnationale Beziehungsgeflechte.

    Darüberhinaus hatte auch die Schachwelt während der langen Dürrephase schwere Verluste hinnehmen müssen. Es hatte ein regelrechtes Weltmeistersterben gegeben, und so waren in Groningen 1946 Weltmeister wie Emanuel Lasker, Jose Raoul Capablanca und der verfemte Alexander Aljechin nicht mehr am Leben. Das Gleiche galt für Klaus Junge, einem jungen, deutschen Schachgenie, den ein Aljechin noch als seinen Nachfolger gesehen hatte, der in den letzten Kämpfen gegen die heranrückenden Alliierten einen sinnlosen Soldatentod fand. Fehlen tat in Groningen zudem Paul Keres, der wegen seiner Kollaboration mit den Nazis wie auch Aljechin geächtet war und den die Sowjets deshalb nicht in Groningen spielen ließen (aber wenig später rehabilitierten). Der auf der Welt nicht zuletzt durch die Gründung und Entstehung der Vereinten Nationen vorherrschende Glaube an die Stärke von Institutionen, die durch ihre verbindlichen Regelungen Konflikte ausmerzen und Sicherheit und Kooperation garantieren, drückte sich in der Schachwelt aus durch eine radikale Stärkung der Rolle der FIDE als gemeinsamer Dachverband aller Schachspieler, unabhängig ihrer Nationalität, der fortan u. a. das so wichtige Privileg zugestanden wird, die Organisation von Schachweltmeisterschaftskämpfen in ihre Hand zu nehmen. Wird dieses Vorhaben zur Realität, so würde dies das Ende des früher als unbefriedigend empfundenen Zustandes bedeuten, daß Schachweltmeister, unter Zuhilfenahme beliebiger Vorwände, gefürchteten Gegnern ausweichen und sich Wunschgegner aussuchen können. In diesem Vorhaben, zum ersten Mal eine Schachweltmeisterschaft unter Schirmherrschaft der FIDE auszurichten, kam Groningen 1946 eine wichtige Rolle zu. Denn das Turnier wurde von den Spielern als wichtiger Gradmesser angesehen, sich für ein aufgrund des Todes von Amtsinhaber Alexander Aljechin durchaus mögliches Weltmeisterschaftsgruppenturnier zu qualifizieren. Schließlich hatte die schachliche Dürrezeit im Zweiten Weltkrieg gewisse Unklarheiten über die Spielstärke der Matadoren hinterlassen. Doch war diese Aussicht auf ein solches Gruppen-WM-Turnier damals nicht die einzige Möglichkeit, einen neuen Schachweltmeister zu ermitteln. Garri Kasparov weist darauf hin, daß Michail Botwinnik vor Groningen 1946 ernsthaft befürchtete, daß die FIDE Euwe als einzigen noch lebenden Ex-Weltmeister provisorisch zum neuen Schachweltmeister ausruft, wenn Euwe das Turnier in seiner Heimat gewinnt (vgl. Garri Kasparov, Meine großen Vorkämpfer, Band 3, Edition Olms 2004, S. 62).

    Nach langer akribischer Vorbereitung war Michail Botwinnik fest entschlossen, den Weltmeistertitel an sich zu reißen. Zu diesem Zweck hatte er bereits 1939 ernsthafte Versuche unternommen, Alexander Aljechin zum Weltmeisterschaftskampf herauszufordern und staatliche Unterstützung erhalten, nachdem Botwinnik glaubhaft darlegen konnte, daß die Sowjetische Schachschule nur dann ihre volle Legitimation erhält, wenn er selbst als sowjetischer "Führungsspieler" den WM-Kampf gegen Aljechin für sich entscheidet. Schließlich flatterte die ersehnte Bestätigung und gleichzeitig auch die Aussicht auf staatliche Unterstützung, von niemand geringerem als von Außenminister (!) Wjatscheslaw Molotov gezeichnet, ins Haus: "Wenn Sie sich entschließen sollten, den Schachspieler Aljechin zu einem Match herauszufordern, wünschen wir Ihnen vollen Erfolg. Das Übrige ist nicht schwer zu gewährleisten. Molotow" (vgl. ebd. S. 33). Der Zweite Weltkrieg und der Tod Aljechins hatten Botwinniks Vorhaben nur behindert, aber nicht ausgelöscht. Mit seinen 34 Jahren war Botwinnik noch relativ jung, und aufgrund der Tatsache, daß er sich im Großen Vaterländischen Krieg im Gegensatz zu vielen seiner potentiellen Widersacher relativ unbeschadet seiner schachlichen Entwicklung widmen konnte, fühlte er sich durchaus stark genug, im Zeitalter des Friedens seine Chancen zu nutzen.

    Tatsächlich stand das erste große Nachkriegsturnier ganz im Zeichen des großen Duells zwischen den beiden Weltmeisteraspiranten Max Euwe und Michail Botwinnik. Beide Spieler begannen das Turnier mit phantastischen 5,5/6 Punkten, in den nächsten drei Runden kam Botwinnik durch drei weitere Siege auf überwältigende 8,5/9 Punkte, während Euwe eine Niederlage gegen Smyslov einstecken mußte. Dann kam es in der 10. Runde zum großen Showdown, als die beiden Führenden aufeinandertrafen, in den schachbegeisterten Niederlanden kamen Gefühle von 1935 hoch, als sich ihr Landsmann ebenfalls vor heimischer Kulisse gegen Alexander Aljechin durchsetzen konnte, doch vermochte Max Euwe zur Enttäuschung der "Schlachtenbummler" es nicht, ein chancenreiches Turmendspiel gegen Botwinnik zum Sieg zu verwerten (Partie siehe Anhang), doch blieb der Zweikampf der beiden auch nach dem Remis offen. Max Euwe gelang daraufhin eine Serie von fünf Siegen, womit er vier Runden vor Schluß einen ganzen Punkt vor dem sowjetischen Vorzeigesportler lag. Botwinnik reagierte mit drei Siegen in Folge, während Euwe nur auf 1,5/3 kam, so daß die Schlußrunde, vor der Botwinnik nun wieder mit einem halben Punkt in Führung lag, die Entscheidung bringen sollte. Das Finale erinnert dabei an die Abschlußrunde im Kandidatenturnier 2013 in London, als sowohl der mit einem halben Punkt in Führung liegende Magnus Carlsen als auch sein direkter Verfolger Wladimir Kramnik verloren. Nach Garri Kasparov verlor hier ein "müder Botwinnik" gegen Najdorf, aber "Euwe nutzte die Chance nicht und unterlag Kotow" (ebd. S. 65). Frank Mayer berichtet, sich auf den "Zauberlehrling" von David Bronstein beziehend, übrigens in diesem Zusammenhang, daß der Sieg von Miguel Najdorf nicht nur auf eine "Müdigkeit" (Kasparov) zurückzuführen war, sondern auch auf einen bis an die Haarspitzen motivierten Najdorf, der Wetten in Höhe von 500 Dollar auf einen Sieg gegen Botwinnik angenommen und geprahlt habe, Botwinnik "wie ein Hühnchen" zu rupfen. Die Partie (siehe Anhang) weist fürwahr sowohl auf einen schwachen Botwinnik als auch auf einen starken Najdorf hin. Ansonsten konnte in Groningen mit Alexander Kotov ein Spieler auf sich aufmerksam machen, der ähnlich wie Wassili Iwantschuk in London 2013 mit Euwe und Botwinnik die beiden besten Turnierspieler schlug, aber ebenso wie Iwantschuk in besagtem Turnier hinten die Punkte liegenließ, weswegen er vom Publikum zum Robin Hood des Turniers ernannt wurde. Pikant ist an dieser Stelle, daß sich Kotov "ernsthafter Kritik" sowjetischer Autoritäten unterziehen mußte, weil er den protegierten Botwinnik in einer "kritischen Phase" geschlagen hatte - ein Vorgeschmack auf die später virulente Absprachenproblematik sowjetischer Spieler in wichtigen Turnieren.

    In Deutschland, einer nach dem Zweiten Weltkrieg in Trümmern liegenden und geächteten Nation, der das Schicksal beschieden schien, vom Weltgeschehen nach langen Jahren allerhöchster Ambitionen nun auf unabsehbare Zeit ausgeschlossen zu sein, was sich in diesem Turnier auch dadurch zeigte, daß kein deutscher Vertreter geladen war, berichtete die Zeit von diesem Turnier. Der Autor, angegeben als "H. Klüver", der in seiner Einschätzung aber für viele sprach, schien nicht richtig warm zu werden mit dem nach seinem Sieg für viele bereits als stärkster Schachspieler der Welt und kommender Weltmeister geltenden Botwinnik. Zwar gestand Klüver Botwinnik durchaus seine schachlichen Qualitäten zu, seine Beschreibung Botwinniks als Persönlichkeit war aber deutlich weniger euphorisch, und in der Tat lassen seine diesbezüglichen Beschreibungen Gedanken an ein das neue Zeitalter der Moderne, so problematisch, weil relativ dieser Begriff auch ist, durchziehendes Motiv der nivellierten und entheroisierten und damit auch entzauberten neuen Wirklichkeit erkennen. So heißt es in Klüvers Beschreibung Botwinniks:

    Lasker und Aljechin waren starke Persönlichkeiten mit geradezu suggestiven Kräften. Botwinnik ist es nicht. Er ist eine zurückhaltende, ja ängstliche Natur, in allem darauf bedacht, seine Lebenshaltung nach Zweckmäßigkeitsgründen auf das Schach und den Erfolg einzustellen. Lasker spielte keine ernste Partie, Ohne dabei eine Havanna stärksten Kalibers zu rauchen. Botwinnik raucht nicht. Aljechin erschien in seinem ersten Wettkampf um die Weltmeisterschaft mit Euwe zu einigen Partien derart unter Alkohol gesetzt, daß sein Gegner sich zuerst, weigerte zu spielen. Gerade in diesen Partien vollbrachte Aljechin geniale Leistungen. Botwinnik trinkt nicht. Keres erzählt von Botwinnik, daß er von der Regierung ein Auto geschenkt erhielt. Zum Turniersaal fährt Botwinnik aber mit der Untergrundbahn, weil er sich so mehr auf die bevorstehende Turnierpartie konzentrieren kann, als wenn er seinen Wagen zu lenken hat. Sein Schachtraining unternimmt er in verqualmten Räumen, um als Nichtraucher dem Tabakrauch besser standhalten zu können, wenn er gegen rauchende Gegner spielt. Lasker und Aljechin waren genial. Er ist es nicht. Genial ist aber sein Spiel. Es ist von einer Konsequenz und Geradlinigkeit, die verblüffend ist und manchmal an das früh verstorbene ungarische Schachgenie Charousek erinnert. Es ist der auf reine Zweckmäßigkeit gestellte Kalkül. Dabei weicht Botwinnik dem Kampf niemals aus, auch wenn er mit dem größten Risiko verbunden ist – ein genialer Techniker und Meister der Kombination, das Vorbild, so möchte man sagen, für eine mustergültige Organisation des Gehirns!
    Der Sieger von Groningen indes sollte im weiteren Verlauf der noch jungen, wiederaufgenommenen Schachgeschichte seine Leistung bestätigen. Zwei Jahre später setzte er sich bei der tatsächlich im Gruppenmodus ausgerichteten Schach-WM in Den Haag und Moskau gegen Paul Keres, Wassili Smyslow, Samuel Reshewsky und einen indisponierten Max Euwe durch. Er sollte das Weltschach ähnlich lange prägen wie vor ihm Spieler wie Lasker, Capablanca oder Aljechin.

    [Event "Groningen"]
    [Site "Groningen NED"]
    [Date "1946.08.24"]
    [EventDate "1946.08.13"]
    [Round "10"]
    [Result "1/2-1/2"]
    [White "Mikhail Botvinnik"]
    [Black "Max Euwe"]
    [ECO "D27"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "101"]

    1.d4 d5 2.Nf3 Nf6 3.c4 dxc4 4.e3 e6 5.Bxc4 c5 6.O-O a6 7.a4
    Nc6 8.Qe2 Be7 9.Rd1 Qc7 10.Nc3 O-O 11.b3 Bd7 12.Bb2 Rac8 13.d5
    exd5 14.Nxd5 Nxd5 15.Bxd5 Bg4 16.Qc4 Bh5 17.Bxc6 Qxc6 18.Ne5
    Qe8 19.Rd5 Rd8 20.Nd7 Rxd7 21.Rxh5 Qd8 22.Rf1 g6 23.Rh3 Rd1
    24.g4 Rxf1+ 25.Kxf1 b5 26.axb5 axb5 27.Qf4 f6 28.e4 Qd1+
    29.Kg2 Bd6 30.Qf3 Qxf3+ 31.Rxf3 Be5 32.Bxe5 fxe5 33.Rc3 Rc8
    34.Kf3 Kf7 35.Ke3 Ke6 36.f4 exf4 37.Kxf4 c4 38.bxc4 bxc4 39.h4
    h6 40.g5 h5 41.Ke3 Ke5 42.Rc2 c3 43.Kd3 Rd8+ 44.Ke3 Rd4
    45.Rxc3 Rxe4+ 46.Kf3 Rxh4 47.Rc6 Rf4+ 48.Ke3 Re4+ 49.Kf3 Kf5
    50.Rf6+ Kxg5+ 51.Rxg6+ 1/2-1/2

    [Event "Groningen"]
    [Site "Groningen NED"]
    [Date "1946.09.07"]
    [EventDate "1946.08.13"]
    [Round "19"]
    [Result "1-0"]
    [White "Miguel Najdorf"]
    [Black "Mikhail Botvinnik"]
    [ECO "E34"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "79"]

    1.d4 e6 2.c4 Nf6 3.Nc3 Bb4 4.Qc2 d5 5.cxd5 exd5 6.a3 Bxc3+
    7.bxc3 c5 8.Nf3 Qa5 9.Nd2 Bd7 10.Nb3 Qa4 11.Qb2 Na6 12.e3 c4
    13.Nd2 O-O 14.Be2 b5 15.Bd1 Qa5 16.Bc2 Rfe8 17.O-O Rab8 18.Nf3
    Qc7 19.Ne5 Be6 20.f3 Nc5 21.Bd2 Na4 22.Qb1 Rb6 23.Qe1 Nd7
    24.Qh4 Nf8 25.e4 f6 26.Ng4 Ng6 27.Qh5 Qf7 28.Rae1 Rbb8 29.Ne3
    Ne7 30.Qh4 f5 31.g4 f4 32.exd5 Ng6 33.dxe6 Rxe6 34.Bxg6 hxg6
    35.Ng2 Rbe8 36.Rxe6 Rxe6 37.Nxf4 Rf6 38.Qg5 Nxc3 39.Bxc3 Rxf4
    40.Kg2 1-0

    [Event "Groningen"]
    [Site "Groningen NED"]
    [Date "1946.08.30"]
    [EventDate "1946.08.13"]
    [Round "14"]
    [Result "0-1"]
    [White "Mikhail Botvinnik"]
    [Black "Alexander Kotov"]
    [ECO "E24"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "48"]

    1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.a3 Bxc3+ 5.bxc3 d5 6.cxd5 exd5
    7.Bg5 c5 8.f3 h6 9.Bxf6 Qxf6 10.e3 O-O 11.Ne2 Re8 12.Kf2 Qe7
    13.Qd2 Nd7 14.Nf4 Nf6 15.Bd3 Bd7 16.h3 Qd6 17.Rhb1 b6 18.Bf1
    Re7 19.a4 Rae8 20.Re1 c4 21.g4 g5 22.Ne2 Rxe3 23.Ng3 Qxg3+
    24.Kxg3 Ne4+ 0-1

    [Event "Groningen"]
    [Site "Groningen NED"]
    [Date "1946.08.16"]
    [EventDate "1946.08.13"]
    [Round "4"]
    [Result "0-1"]
    [White "Herman Steiner"]
    [Black "Mikhail Botvinnik"]
    [ECO "A90"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "56"]

    1.d4 e6 2.c4 f5 3.g3 Nf6 4.Bg2 Bb4+ 5.Bd2 Be7 6.Nf3 d5 7.Nc3
    c6 8.O-O O-O 9.Bf4 Qe8 10.Qc2 Qh5 11.Rae1 Nbd7 12.Nd2 g5
    13.Bc7 Ne8 14.Be5 Nxe5 15.dxe5 f4 16.gxf4 gxf4 17.Nf3 Kh8
    18.Kh1 Ng7 19.Qc1 Bd7 20.a3 Rf7 21.b4 Rg8 22.Rg1 Nf5 23.Nd1
    Rfg7 24.Qxf4 Rg4 25.Qd2 Nh4 26.Ne3 Nxf3 27.exf3 Rh4 28.Nf1 Bg5
    0-1

    [Event "Groningen"]
    [Site "Groningen NED"]
    [Date "1946.08.24"]
    [EventDate "1946.08.13"]
    [Round "10"]
    [Result "1-0"]
    [White "Laszlo Szabo"]
    [Black "Alexander Kotov"]
    [ECO "D32"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "59"]

    1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nf3 d5 4.Nc3 c5 5.e3 Nc6 6.a3 Be7 7.dxc5
    Bxc5 8.b4 Bb6 9.Bb2 O-O 10.Be2 dxc4 11.Bxc4 Qe7 12.O-O a6
    13.Qc2 Bc7 14.Ng5 Bxh2+ 15.Kh1 h6 16.Nd5 exd5 17.Bxf6 Bf5
    18.Qxf5 g6 19.Qxg6+ fxg6 20.Bxd5+ Rf7 21.Bxe7 hxg5 22.Kxh2
    Nxe7 23.Bxf7+ Kxf7 24.Rac1 Nc6 25.Rfd1 Ke6 26.Rc5 Rh8+ 27.Kg3
    Rh5 28.Rdd5 Ne7 29.Rxg5 Rh1 30.Rge5+ 1-0
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

  2. #2
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    AW: Groningen 1946 - Frühling der Schachgeschichte

    Habe jetzt mal ein paar deiner Threads im Metaebenen-Unterforum gelesen, und muss sagen, sehr gut geschrieben!

    Man merkt, dass da eine Menge Arbeit drin steckt und im Gegensatz zu meiner sonstigen Angewohnheit in Foren, habe ich auch gründlich gelesen und nicht nur überflogen.

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