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Thema: Englischer Angriff gegen die Taimanov-Variante

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    Englischer Angriff gegen die Taimanov-Variante

    Die Taimanov-Variante ist der Bruder der gestern behandelten Paulsen-Variante, wegen der Ähnlichkeit beider Varianten ist der Begriff des Paulsen-Taimanov-Komplexes in der Schachsprache geläufig. Die Taimanov-Variante entsteht nach den Zügen 1. e4 c5 2. Sf3 e6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sc6, wobei der 2. und 4. Zug von Schwarz natürlich vertauscht werden kann. Der Unterschied zwischen Taimanov und Paulsen besteht erst einmal nur in ...Sc6, das statt ...a6 gewählt wurde. Mit 5. Sc3 a6 kann Schwarz in den Paulsen-Sizilianer überleiten, und nach 5. ...d6 in einen Scheweninger. Da das jeweils eigene Systeme sind, möchte ich mich hier auf die urtümliche Taimanov-Variante mit ihrer eigenen Spielphilosophie und die weißen Spielmöglichkeiten dagegen konzentrieren. Deswegen ist 5. ...Dc7 der logische Zug. Nun kann Weiß das ruhige 6. Le2 wählen oder sich für den Englischen Angriff entscheiden, der hier aufgrund meiner Präferenzen für diesen gegen den Sizilianer so beliebten Konzeptangriff meine Wahl wäre. Der Englische Angriff läßt sich ebenso führen wie bspw. gegen Najdorf, Weiß muß allerdings auf das durchaus störende ...Lb4 achtgeben, den Schwarz bei Bedarf auspacken kann. Dafür braucht sich Weiß mit dem zentrumsstützenden f3 nicht sehr beeilen, weil 6. Le3 Sf6 7. Dd2 Sg4 auf 8. Lf4! e5 9. Sdb5! Db8 10. Lg3 +- oder 10. Lg5!? +- stößt. Das ist sicher nicht das, was Schwarz will.

    Wir bleiben bei 6. Le3 Sf6 7. Dd2. Nun hält Schwarz nach 7. ...a6 8. 0-0-0 Lb4 dagegen, die Dc7 wirkt zusätzlich auf das Feld c3. Wegen der Fesselung ist 9. f3 erzwungen, was Weiß erst einmal wenig stört, da dieser Zug Weiß für den Aufbau nach dem Muster des Englischen Angriffs obligatorisch erscheint. Schwarz kontert erneut mit 9. ...Se5, peilt das Feld c4 an, und natürlich öffnet er gleichzeitig der Dc7 die Schleusen, ein im Sizilianer von Schwarz für gewöhnlich angestrebtes ...d5 hängt ebenfalls in der Luft. Weiß ist aufgrund des letztgenannten Punktes zu 10. Sb3 gezwungen, Schwarz sollte nicht sofort auf c3 nehmen, weil Weiß die brüchige Königsfestung durch das Läuferpaar gut kompensieren kann, deshalb ist 10. ...b5 hier der richtige Zug, womit Schwarz Raum gewinnt, das Feld c4 unterstützt und seinem Lc8 den Weg frei macht, um die lange Diagonale zu überstrahlen und auf e4 zu drücken. Nun kann sich der Spielverlauf diversifizieren, denn mit 11. Kb1, 11. Ld4 und 11. De1 stehen Weiß hier drei gleichberechtigte Fortsetzungen zur Verfügung. 11. De1 erscheint mir hier am interessantesten, weil Weiß etwas gegen die Fesselung tut, mit der Dame nach g3 lugt und gleichzeitig mit 12. Sxb5 eine taktische Drohung aufbaut, durch die Schwarz erst einmal in seiner weiteren Entwicklung gestört ist. Er kann z. B. nicht einfach mit 11. ...Lb7? zur Tagesordnung übergehen und fühlt sich vielfach zum Rückzieher 11. ...Le7 gezwungen. Nicht stärker ist 11. ...Sc4, was die Drohung zwar zunichte macht, denn nach 12. Sxb5?? axb5 13. Dxb4 Sxe3 hat Schwarz das letzte Wort. Nach 11. ...Le7 kann Weiß einfach 12. f4 nepst e5 spielen und hat nun weitere Möglichkeiten für aktives Spiel. Das unternehmenslustige 11. ...Sc4 kann aber mit 12. Ld4 Lb7 (nach 12. ...e5?? entscheidet die Kreuzfesselung 13. Dg3! +- wegen 13. ...0-0 14. Lxc4 bxc4 15. Sd5 Sxd5 16. Lxe5) 13. e5 (nicht 12. Sxb5?? Df4+ -+) beantwortet werden, wonach 13. ...Lxc3 bereits erzwungen ist (13. ...Sd5?? 14. Sxd5 +-). Nach 14. Lxc3 Sd5 15. Ld4 hat Weiß eine kraftvolle Aufstellung eingenommen.

    [Event "?"]
    [Site "?"]
    [Date "????.??.??"]
    [Round "?"]
    [White "Neue Partie"]
    [Black "?"]
    [Result "*"]
    [PlyCount "29"]

    1. e4 c5 2. Nf3 e6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nc6 5. Nc3 Qc7 6. Be3 Nf6 7. Qd2 a6 8.
    O-O-O Bb4 9. f3 Ne5 10. Nb3 b5 11. Qe1 Nc4 (11... Be7 12. f4) 12. Bd4 Bb7 13.
    e5 Bxc3 14. Bxc3 Nd5 15. Bd4 *

    Geändert von Kiffing (09.02.2016 um 21:08 Uhr) Grund: aktualisiert
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

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