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Thema: Schach-Weltcup in Khanty-Mansisk

  1. #1
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    Schach-Weltcup in Khanty-Mansisk

    Das große und illustre Feld der Teilnehmer am World Cup ist schon stark geschrumpft und die erste Halbfinalbegegnung steht mit Ruslan Ponomariov und PeterSvidler bereits fest.

    Über das bisherige Turnier gibt es mehr zu erzählen, als ich jetzt zur späten Stunde will und kann.
    Die Berichterstattung über über die Seite defekter Link entfernt, Kiffing in Kooperation mit whychess möchte ich herausstellen.

    Über den Videostream erhalten wir als Zuschauer Einblick in den Turniersaal und über qualitativ gute Bilder einen Eindruck vom Verhalten und Emotionen der Spieler sowie dem Geschehen auf dem Brett und der Uhr. Die Ausschnitte sind von der Bildregie teilweise klasse eingefangen. In der englischen Kommentierung, die mit durchschnittlichem Schulenglisch locker zu verstehen ist, teilen Anna Sharevich und Konstantin Landa ihre schachlichen Beobachtungen (hierzu wird ein Analysebrett ins Bild eingeklinkt) und außerschachlichen Beobachtungen und Meinungen mit. So werden die 3 Kugelschreiber unterschiedlicher Farben von David Navara genauso gewürdigt wie das Augenbrauenzupfen von Ivanchuk oder die Spaziergänge von Peter Svidler. Schachlich stellt Anna (WGM, Elo > 2300) die einfacheren Fragen, die Landa (GM-Elo ca. 2640, Buli-Spieler bei Mülheim) mit russischer Ruhe und Gemütlichkeit beantwortet. Gelegentliche gegenseitige Frotzeleien Sorgen für Auflockerung und etwas Entspannung von den schwierigen Stellungsbildern, vor denen die Spieler (+Spielerin Judit!) und die Kommentatoren stehen.
    Die schachlichen Anmerkungen und Ideen von Landa sind auf hohen Niveau, aber durchaus auch bei mittlerer Spielstärke halbwegs nachvollziehbar hinsichtlich der Ideen, Motiven und Bewertung. Gelegentlich kommt ein weiterer Gast (= Meister) zu besuch und schließt sich den analysen an. Heute wurden z.B. Verteidigungsideen für Chucky nach Radjabovs Opfer auf g5 gesucht und nachanfänglichem Optimismus räumte der Gast gegen Landas Weiß-vorschläge ein, daß das spekulative Opfer gefährlicher war, als er zunächst wahrhaben wollte.
    Dasbestätigte sich auch und Chucky verlor (leider)recht sang- und klanglos und auch ohne sein Zeitpolster richtig einzusetzen, was bei ihm eigentlich etwas ungewöhnlich ist.
    Der Videostream, den man für alle Runden auch nachträglich in voller länge anschauen kann (Vorspulen, Springen usw. möglich), wird durch die Engineanalyse für alle Partien ergänzt.
    Hier gibt houdini 2.0 für alle züge die bewertung und diedrei besten von ihm berechneten Varianten an. Man kann sich hier sehr schnell über entwicklung und Knackpunkte informieren und beim Anklicken der Gesamtübersicht der Partien scrollt sich ein Brett für die gerade angeklickte Partie auf. Sehr komfortabel, wie ich finde.
    Zu den enginge-Bewertungen gäbe es noch etwas mehr zu sagen, doch verschiebe ich das nach hinten.
    Innerhalb des Livestreams kommen dann noch ein paar kurze Pressekonferenzen mit Spielern und englischer Übersetzung (Peter Svidler macht es gleich selbst). Durchaus sehenswert, wenn auch nicht immer mit neuen Informationen.
    David Navara kam nach der ersten Matchpartie gegen Sascha Grischuk zu den Kommentatoren und hat die Partie sehr intensiv mit Landa besprochen. Das gab einige Einblicke in die Denk- und Arbeitsweise eines Spitzen-GM.

    Die Präsentation des Weltcups finde ich sehr gelungen und ansprechend.
    Zu den Partien demnächst etwas mehr.
    Geändert von zugzwang (11.09.2011 um 00:50 Uhr)

  2. #2
    Magnusfan
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    AW: Schach-Weltcup in Khanty-Mansisk

    Schade das Polgar heute herausgeflogen ist, ich hätte ihr einen der ersten Plätze und somit einen Platz im Kandidatenturnier gegönnt.
    Wenigstens war es gegen Svidler , ihm drücke ich die Daumen. Macht auf mich einen symphatischen Eindruck und er scheint ja gerade in super Form zu sein (Russische Meisterschaft etc)
    Morgen wird Radjabov (Iwantschuks Nerven sind leider wieder mal zu schwach ) gewinnen mitsamt Navara (ist mein Tipp).
    Dann hätten wir Ponomariov - Svidler und Radjabov - Navara und da denke ich Svidler wird im Finale gegen Radjabov gewinnen
    Magnus Carlsen #1 !

  3. #3
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    AW: Schach-Weltcup in Khanty-Mansisk

    Ja, Peter Svidler ist ein toller Typ, dem ich wie sicherlich einige andere Leute heute aber nicht die Daumen gedrückt habe. Er hat die Partie aber in eigener Zeitnot sehr stark gespielt und auch seine "Schwarzstärke" unterstrichen.
    Hinsichtlich der Nerven von Chucky teile ich Magnus Bedenken, zumal das heute eine ziemliche Abfuhr für diesen sensiblen Spieler war. Vielleicht lags an Radjabovs "Eisblick" am Anfang der Partie, der sehr gut kameramäßig eingefangen und von Sharevich entsprechend kommentiert wurde. Ich hoffe, daß Chucky sich erholt und drücke ihm die Daumen.
    Leider mag ich an David, den verdienten Empfänger eines Fairnesspreises, nicht so recht glauben. Er spielte heute (richtig: gestern!) in einer dieser harmlosen, fast ausgeglichenen Stellungen sehr stark, nur um den Gewinn mit einem überhasteten Zug ohne Zeitdruck wegzugeben.
    Diese Pokerspieler ziehen wohl auch etwas das Glück an. Auch wenn ich für den überaus sympathischen David bin, glaube ich, daß er gegen den Schnellschachgoliath Grischuk unterliegt. Die Freude wäre umso größer, wenn er es schafft.

    Ruslan Ponomariov, der jüngste Fide-Weltmeister aller Zeiten und ehemaliges Schachwunderkind, hat wieder gezeigt, daß ihm dieses Ko-Format liegt.
    Obwohl er gegen Bruzon erheblich wackelte, nachdem ihm in seiner Dömäne, der präzisen Spielführung schon technisch zu nennender Stellung ähnlich Karpov (mit dessen Stil er früher verglichen wurde), ein plausibler, aber eben doch fataler Fehler (Ke7 in der 2. Matchpartie) unterlief, hat er heute und im Schnellschach gegen Bruzon seine glänzende Endspielbehandlung demonstriert.

    Wie inzwischen bekannt ist die Zusammensetzung des Halbfinals sehr ähnlich der moskauer KO-WM von 2002. Grischuk "ersetzt" Anand und die Paarugen passen auch. Neuauflage von "Pono" vs. "Pjotr". Ich glaube, damals waren 4 turnierpartien angesetzt, diesmal sind es nur 2. Ein schöner Länderkampf und zugleich hat dieses Turnier wieder gezeigt, daß die "Gemeinschaft unabhängiger Staaten" (GUS) schachlich in der Spitzenbreite immer noch führend ist. Chucky ist aber wohl der einzige, der unter allen Bezeichnungen (UdSSR, GUS und Ukraine) Erfolge erzielte. Okay für Russland wird er wohl nicht mehr spielen, indem er den "Karjakin macht".
    Geändert von zugzwang (11.09.2011 um 14:29 Uhr) Grund: Optik: Schreibfehler

  4. #4
    Magnusfan
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    AW: Schach-Weltcup in Khanty-Mansisk

    Zitat Zitat von MagnusFTW Beitrag anzeigen
    Schade das Polgar heute herausgeflogen ist, ich hätte ihr einen der ersten Plätze und somit einen Platz im Kandidatenturnier gegönnt.
    Wenigstens war es gegen Svidler , ihm drücke ich die Daumen. Macht auf mich einen symphatischen Eindruck und er scheint ja gerade in super Form zu sein (Russische Meisterschaft etc)
    Morgen wird Radjabov (Iwantschuks Nerven sind leider wieder mal zu schwach ) gewinnen mitsamt Navara (ist mein Tipp).
    Dann hätten wir Ponomariov - Svidler und Radjabov - Navara und da denke ich Svidler wird im Finale gegen Radjabov gewinnen
    Ich sollte echt nicht tippen Iwantschuk gewinnt gegen Radjabov und Grischuk gegen Navara im Schnellschach bereits. Sehr spannende und interessante Partien

    Damit haben wir im Halbfinale
    Ponomariov - Svidler und Grischuk - Iwantschuk

    Drei dieser Spieler werden wir im Kandidatenturnier 2012? sehen, mit dem Verlierer aus Anand - Gelfand, drei Ratingqualifizierte (das müssten eigentlich Carlsen, Aronjan und Kramnik sein?! wenn sich nichts mehr großartig ändert) und einer Wildcard.

    Ich denke, egal wer von den vieren gewinnt, verdient hätte es jeder
    Magnus Carlsen #1 !

  5. #5
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    AW: Schach-Weltcup in Khanty-Mansisk

    Wie inzwischen bekannt ist die Zusammensetzung des Halbfinals sehr ähnlich der moskauer KO-WM von 2002. Grischuk "ersetzt" Anand und die Paarugen passen auch. Neuauflage von "Pono" vs. "Pjotr". Ich glaube, damals waren 4 turnierpartien angesetzt, diesmal sind es nur 2. Ein schöner Länderkampf und zugleich hat dieses Turnier wieder gezeigt, daß die "Gemeinschaft unabhängiger Staaten" (GUS) schachlich in der Spitzenbreite immer noch führend ist. Chucky ist aber wohl der einzige, der unter allen Bezeichnungen (UdSSR, GUS und Ukraine) Erfolge erzielte. Okay für Russland wird er wohl nicht mehr spielen, indem er den "Karjakin macht".

    Ich bin gespannt, ob die beiden Russen die Ukrainer an einer Neuauflage des WM-Finals von 2002 hindern können.
    Ich schätze Pono als härter als Pjotr ein, der bei allen herausragenden erfolgen vielleicht zu gemütlich, liebenswert und jovial geblieben ist, um ganz oben zuzuschlagen. Ich würde mir durchaus wünschen, daß der nette Pjotr die Revanche schafft, auch wenn er Judit eliminerte. Dabei verhielt er sich "gentlemanlike". Quälte sie nicht nach anstrengendem und nervenaufreibenden Tiebreak in Judits Schwarzpartie und gab der "weißen" und erholten Judit mit dem Sizilianer alle chancen für ihr Spiel und einen großen Kampf.
    Alexander Grischuk hat mit Chucky endlich mal eine richtig unberechenbaren unangenehmen Gegner in den letzen KO-Kämpfen,obwohl Potkin und Navara ihm toll zusetzten und durchaus ausschalten konnten.
    Bei Chucky muß Grischuk aber mal mit allem rechnen und dürfte sich auch im rapid und blitz nicht überlegen fühlen.
    Hinzukommt, daß Chucky seine Schwächephasen anscheinend recht gut verkraftet (er hatte sie gegen Sutovsky und gestern die krasse Abfuhr gegen Radjabov) und nicht an sich irgendwie zweifelt wie vllt. früher. Bei den Interviews wirkt er recht locker, aber zielstrebig.
    In der heutigen 1. Schnellschachpartie war in der Endphase im Video aber schon Nervosität und nicht vollkommene Souveränität zu sehen. Egal, er hat sich durchgebissen und es wird immer gefährlicher für seine konkurrenten, wenn Chucky die gewissen Rückschläge so gut verkraftet.

    In der 1. Schnellpartie, die ich erst in der Endphase beobchtet habe, hat mich gewundert, warum er die Mattgefahr nicht mit h7-h6 mal etwas abfing, was zwar g6 etwas schwächt aber nicht so kritisch aussah, als schon Bauern am Damenflügel (Schwäche b6) aufgelöst waren. Muß ich mir mal ansehen und etwas dazulernen.
    Die Bauernauflösung im T vs. L-endspiel mit nur 1 Bauern beiderseits schien auch nicht notwendig. Da hätte ich mir an Chuckys Stelle mal zeigen lassen, wie Radjabov gedenkt, neue 50 Züge für Versuche zu bekommen.

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