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Thema: US-Sanktionen gegen Iljumschinow

  1. #1
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    US-Sanktionen gegen Iljumschinow

    Die Zusammenarbeit von FIDE-Präsident Kirsan Iljumschinow mit Syriens Machthaber Baschar al-Assad ist offenbar noch enger als gedacht und hat sich zu einem globalen Politikum entwickelt. Das US-Schatzamt warf Iljumschinow nach Angaben von André Schulz vor, „mit seiner russischen Finanz-Allianz-Bank in enger Verbindung zu den schon mit Sanktionen belegten syrischen Bankern Adib Majalehmung Batoul Rida“ zu stehen. Er sei Hauptanteilshaber dieser Bank und soll mit dieser an finanziellen Transaktionen mit syrischen Bankern beteiligt gewesen sein, die mit ihren Geschäften Assad unterstützten. Durch diese Transaktionen seien syrische Ölankaufe zudem aus Quellen finanziert worden, die aus vom IS kontrollierten Quellen stammten. Colin McCourty zitiert in Chess24 zudem aus der Anklageschrift des US-Schatzamts:

    Kirsan Ilyumzhinov wurde heute mit Sanktionen belegt, da er die syrische Regierung und die syrische Zentralbank, bzw. Adib Mayaleh und Batoul Rida, erheblich unterstützte und für sie bzw. stellvertretend für sie auftrat. Ilyumzhinov ist ein vermögender russischer Geschäftsmann, ehemaliger Präsident der russischen Republik Kalmykien und langjähriger Präsident des Weltschachbundes. Er wird schon ab 1997 mit finanziellen Transaktionen in Verbindung gebracht, bei der auch Gesellschaften mitgewirkt haben, die zu Khuri gehören. Ein Berater Ilyumzhinovs, damals Präsident Kalmykiens, wurde 1999 in Russland für den Mord an einem Journalisten verurteilt, der einen Offshore-Geschäftsanmeldevorgang in Kalmykien (der Ilyumzhinov zugeschrieben wurde) untersucht hatte. Die russischen Behörden befanden damals, daß dieser Anmeldevorgang illegalen Zwecken diente, und schlossen in der Folge dieses Verfahren.
    Die OFAC bezeichnete die Russian Financial Alliance Bank (RFA Bank) als im Besitz bzw. unter Kontrolle von Khuri und Ilyumzhinov. Khuri ist der Vorsitzende des Aufsichtsrates der RFA Bank, und Ilyumzhinov besitzt große Anteile an dieser Bank bzw. war früher selbst Aufsichtsratsvorsitzender. Während der Zeit seines Vorsitzes hatte Ilyumzhinov angeblich seine eigenen Vertreter in der Bank untergebracht.
    Bei den Sanktionen handelt es sich um das Einfrieren der US-Konten einer Iljumschinow „teilweise gehörenden Bank“ und um das Verbot gegen US-Bürger, Geschäfte mit Iljumschinow abzuschließen. Die Kriminalisierung von Iljumschinow durch US-Behörden dürfte Iljumschinows Bemühen, die nächste Schach-WM in den USA stattfinden zu lassen, konterkarieren. Iljumschinow selbst bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe und spricht von einer „Provokation“ (ebd.). Der russische Vize-Außenminister Sergei Rjabkow stellt sich hinter Iljumschinow und bezeichnet die Sanktionen als „gesetzwidrig und unannehmbar“. Dieser Schritt trage nichts zur Verbesserung der Situation bei und lasse ein weiteres Mal darüber nachdenken, wovon sich Washington in seiner Nahostpolitik leiten lasse.

    Es zeigt sich erneut, wie weit der Kalte Krieg II nun schon fortgeschritten ist. Nach der russischen Annexion der Krim und der russischen Unterstützung der prorussischen Separatisten in der Ostukraine ist in Syrien ein Stellvertreterkrieg entstanden, in dem der Westen auf die Gegner von Präsident Assad setzt, während Rußland in Assad in dem Antiterrorkampf einen natürlichen Verbündeten sieht und neben dem IS die Regimegegner bombardiert. Und wie im ersten Kalten Krieg wird das Schachspiel als solches in den Strudel dieser Auseinandersetzungen hineingezogen. Die gegen Iljumschinow verhängten US-Sanktionen dürften zudem DSB-Präsident Herbert Bastian vor eine schwierige Aufgabe stellen. Bei den FIDE-Präsidentenwahlen in Tromsö hatte er das gesamte Präsidium seines Schachverbandes mit seiner Politik der Zusammenarbeit mit Iljumschinow düpiert, was zu einer Rücktrittswelle und einem bislang beispiellosen Machtkampf innerhalb des DSB geführt hatte. Die Zukunft von Herbert Bastian stand innerhalb des DSB auf Messers Schneide. In einer Kampfabstimmung beim DSB-Kongreß in Halberstedt im Mai dieses Jahres konnte sich Herbert Bastian schließlich mit 109 zu 76 Stimmen in einer Kampfabstimmung gegen Joachim Gries behaupten.
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  2. #2
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    AW: US-Sanktionen gegen Iljumschinow

    Jetzt ist er doch tatsächlich wegen so etwas zurückgetreten, das kommt für mich jetzt überraschend: https://chess24.com/en/read/news/ily...fide-president

    Später mehr dazu, wie denkt ihr darüber?
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  3. #3
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    AW: US-Sanktionen gegen Iljumschinow

    Zitat Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
    ...Später mehr dazu, wie denkt ihr darüber?

    wäre er zurückgetreten, weil er das gefühlt hat, die mehrheit der mitglieder stehe nicht mehr hinter ihn oder weil er nach so langer amtszeit den weg freimachen wolle, dann wärs okay gewesen.
    aber dass er durch die fragwürdige US-sanktionspolitik dazu gebracht wurde, ist schon bitter.

    auch bobby fischer wurde damals mit einem us-haftbefehl belegt, weil er (im mit sanktionen belegten ex-jugoslawien) seinen revanche-wettkampf gegen spasski austrug.

    fischers reaktion damals:

    https://www.youtube.com/watch?v=RjbaSVXUq5c

  4. #4
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    AW: US-Sanktionen gegen Iljumschinow

    Nichts neues in Sachen Iljumschinow, aber hier der aktuelle Stand.


    http://www.deutschlandfunk.de/schach...icle_id=344833

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