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Thema: Schach im 19. Jahrhundert

  1. #1
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    Schach im 19. Jahrhundert

    Hallo, ich bin ein Spieler der Grazer Schachgesellschaft und nachdem wir 2017 140 Jahre alt werden bin ich interessiert, soviel wie möglich über unsere Geschichte zu erfahren.
    Unser Verein ist sehr mit dem Namen Johann Berger verbunden.

    Ich bin auf der Suche nach Namen von Grazer Schachspieler bis 1945
    Aufzeichnungen über die Schachcongresse 1870, 1880, 1890 in Graz sowie über die Turniere die in den Jahren 1903 und 1927 stattgefunden haben.
    Gibt es Korrespondenzpartien nach Graz?
    Ich danke euch für eure Mithilfe und als Dankeschön wird es 2017 eine Festschrift geben. Glg Reinhard

  2. #2
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    AW: Schach im 19.Jahrhundert

    Ich habe in Antiquariaten öfters mal nach alten Schach-Turnierbüchern gefragt, aber das läuft anscheinend gar nicht, kann da leider keine Hilfe sein.

  3. #3
    unbeschriebenes Blatt
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    AW: Schach im 19. Jahrhundert

    Dankeschön, hoffe auf Privatpersonen die vielleicht einmal was gelesen haben. Glg aus Graz

  4. #4
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    AW: Schach im 19. Jahrhundert

    Zu Johann Berger fällt mir die witzige Hypothese ein, die Milan Vidmar in seinen "Goldenen Schachzeiten" aufs Tapez bringt. Nach Vidmar meinte ein Schachmeister in seinem Beisein in gemütlicher Runde, der Schachbegriff des Bindfadens sei Johann Berger entnommen. Denn Berger sei zum einen "hochgewachsen und sehr dünn" gewesen, und zum anderen "der wohl bekannteste Remismacher in noch halbwüchsigen Turnierpartien" (er wirkte ungefähr eine Generation vor Carl Schlechter). Vidmar führt diese Hypothese nun weiter aus:

    J. Berger hatte sich als Schachlebensziel in der Richtung seiner Turnierkämpfe das Lebensremis gesetzt. Er leistete bereits in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf den Turnieren des Deutschen Schachbundes eine schöne Reihe von sehr kurzen, sogar zehnzügigen Remispartien. Dabei war er ein widerstandsfähiger Kämpfer, der, wenn es sein mußte, sein Remis auch nach schwerem Kampf nach Hause brachte.

    [...] Es kann demnach schon sein, daß Berger der verkörperte Bindfaden war, daß er den Eröffnungsbindfaden aus der Taufe gehoben hat.
    Das muß zwar nicht stimmen, wäre aber plausibel, da die Schachsprache reich ist an phantasievollen und durchaus auch humorvollen Metaphern. Übrigens führt Vidmar die auffällige Remisfreudigkeit des durchaus "ätzend" ehrgeizigen Bergers darauf zurück, daß dieser, nachdem er erkannt hatte, daß es für "große Lorbeeren" nicht reiche, sich wenigstens dadurch auszeichnen könne, sich nicht besiegen zu lassen.

    Uns Schachspieler begegnet Berger übrigens auch heute noch durch die "Sonneborn-Berger-Wertung".
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  5. #5
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    AW: Schach im 19. Jahrhundert


  6. #6
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    AW: Schach im 19. Jahrhundert

    Berger und Schlechter haben der Wiener Schachschule eben nicht den attraktivsten Ruf beschert. Das ist reine Klassik ohne jedes Leben und damit ohne jedes kämpferische Element. Gerade eine solche Spielweise, wie von den "Wienern" vertreten, brachte die rebellierenden Hypermodernen, die Avantgardisten des Schachspiels, dazu, nach neuen Wegen zu suchen, weil der Mensch mehr ist als nur Natur. Es war ein weltanschaulicher Gegensatz, der sich im Mikrokosmos des Schachspiels abspielte.
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  7. #7
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    AW: Schach im 19. Jahrhundert

    Über den Schachtheoretiker und Hochschulprofessor Johann Berger (1845 bis 1933) aus Österreich steht ein interessanter Artikel in der deutschen Wikipedia:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Johann...chtheoretiker)

    Bemerkenswert finde ich, das er soviel erreicht hat, obwohl er erst mit 16 Jahren das Schachspiel erlernt hatte.

    Babylonia

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