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Thema: Einordnung von Schachspielern nach Motivation

  1. #1
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    Einordnung von Schachspielern nach Motivation

    Bekannt sind im Schach ja die Einteilungen in stilistische Kategorien wie "Techniker", "Schleifer" ("Grinder"), "Angriffskünstler", "Konterspieler", "Materialist" und viele mehr. Zudem kann man die Schachspieler nach ihrem Zugang zum Schach einordnen, also ob sie einen intuitiven oder einen rationalen Zugang zum Schach besitzen, was wiederum die Offenheit des Schachs an sich zum Ausdruck bringt, das offen ist sowohl für mathematisch-logisch begabte als auch für künstlerisch-musisch begabte Spielerpersönlichkeiten. Hier treffen sich sozusagen Botwinnik und Capablanca als jeweilige Extremtypen von S- und E-Hirnen.

    Der "Endspielpapst", GM Juri Awerbach, hat 1997 eine weitere Einteilung vorgenommen. Er unterteilt die Spieler nach ihrer jeweiligen Auffassung zum Sport. Es geht ihm also darum, ob ein Spieler sich ans Brett setzt, um einfach nur zu spielen, oder um jeden Preis zu gewinnen, es geht ihm auf den Punkt gebracht um die Motivation. Er teilt die Spieler in die Kategorien Killer, Fighter, Sportsmen, Gamblers (Spieler), Artists (Künstler) und Explorers (Forscher) ein, erklärt die jeweilige Kategorie und stellt ihr lebende oder verstorbene Schachmeister als Beispiele voran. Im Ergebnis sieht das wie folgt aus:

    1. The Killers – “players who are, figuratively speaking, trying to kill their opponent.*As a rule, the main definition of a killer is a man who was raised without a father.”
    1. Fischer
    2. Botvinnik
    3. Korchnoi

    2. The Fighters – “They try to win with all means, but it’s not necessary to kill. ”
    1. Kasparov
    2. Bronstein (“He tries to pose as an artist. Maybe he has something of the artist but his main strength is that of the fighter.”)

    3. The Sportsmen – “For them chess is a sport like any other kind of sport. They are normal people, but when they play it is for them just like any other sport.”
    1. Spassky
    2. Keres
    3. Capablanca

    4. The Gamblers – “He wants to play any game.”
    1. Karpov

    5. The Artist – “For whom not only the result is important.”
    1. Simagin
    2. Rossolimo
    3. Zukertort

    6. The Expolorer
    1. Averbakh
    2. Nimzowitsch
    3. Rubinstein
    4. Fine
    Leider fehlt mir an dieser Stelle mein Lieblingsspieler Aljechin, der allerdings auch schwierig einzuordnen ist, weil er sowohl ganz stark ausgeprägt Künstler und Killer zugleich war. Wie denkt ihr über diese Einteilung?
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  2. #2
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    AW: Einordnung von Schachspielern nach Motivation

    Gute Einteilung! Wirklich interessant!

    Aber wie soll ich mich selber einordnen? In das Schema passe ich nicht.

    Ich will natürlich gewinnen, aber ich bin auch zufrieden, wenn ich gutes Schach gespielt habe und die Partie remis oder verloren geendet ist.

    Babylonia
    Geändert von Babylonia (06.12.2016 um 07:45 Uhr)

  3. #3
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    AW: Einordnung von Schachspielern nach Motivation

    Du bist nach dieser Einteilung ein "Sportsmann" bzw. eine Sportsfrau. Du bist diesbezüglich "normal", für Dich ist das Schach ein Sport (oder Spiel) wie andere Sportarten auch. Wenn Du Dich ans Brett setzt, dann freust Du Dich über ein gutes Spiel. Und wenn der Gegner gewinnt, dann war er eben der bessere Spieler. Du siehst und nimmst das sportlich.
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  4. #4
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    AW: Einordnung von Schachspielern nach Motivation

    Zitat Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
    Du bist nach dieser Einteilung ein "Sportsmann" bzw. eine Sportsfrau. Du bist diesbezüglich "normal", für Dich ist das Schach ein Sport (oder Spiel) wie andere Sportarten auch. Wenn Du Dich ans Brett setzt, dann freust Du Dich über ein gutes Spiel. Und wenn der Gegner gewinnt, dann war er eben der bessere Spieler. Du siehst und nimmst das sportlich.
    Diese Einordnung leuchtet mir ein. Ich komme auch vom Sport her, habe 16 Jahre lang in Tischtennismannschaften gespielt. Für mich geht wirklich nicht die Welt unter mit einer Schach-Niederlage.

    Babylonia

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