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Thema: Schach-Wissenschaft als Studienfach

  1. #1
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    Schach-Wissenschaft als Studienfach

    Die von dem Universalgelehrten Peter Orantek, der die Studienfächer Sprachwissenschaft, Geographie, Kartographie, Astronomie, Informatik und Theologie erfolgreich abgeschlossen hat, von ihm gegründete "127-Schachstiftung" hat sich das Ziel vorgenommen, "Schach-Wissenschaft" als ordentliches Studienfach in einer deutschen Universität einzuführen. Sie betritt damit internationales Neuland. Zwar ist das Studienfach Schach aus der UdSSR bekannt, der "127-Schachstiftung" geht es aber ausdrücklich nicht um eine spielerische Ausbildung, sondern um das "Erlernen und Abrufen der historischen Programmiersprache Schach", das nach dem Studienabschluß wiederum in den neuen Beruf des "Schach-Wissenschaftlers" führen soll. Auf der Internetpräsenz der "127-Schachstiftung" wird ausgeführt:

    Der Student erlernt im Hauptfach Schach-Wissenschaft:
    – die Schachsprache = den Daten-Abruf der programmierten Numeralsprache mit den Bedeutungen 1-027 + 1-029, heute bekannt im Sprachstudium als Teilbereich der
    Linguistik (Nebenfach),
    – die lokale Projektion der Brett-Koordinaten --> auf die Erdoberfläche im Teilbereich
    Kartographie
    -Daten (Nebenfach),
    – die Verknüpfung von Kartographie + Sprach-Bedeutungen im Teilbereich: angewendete
    Geographie
    -Daten Asien (Nebenfach)

    – die temporale Verknüpfung in den Teilbereichen der programmierten Astronomie
    - Daten (Nebenfach),
    – die Verknüpfung von Damals-Vergangenheit und Heute-Gegenwart in den Teilbereichen
    Geschichte-Philosophie (Nebenfach)

    – die aktuellen Techniken der akademischen Entschlüsselung von Daten im Teilbereich Informatik (Nebenfach).
    Daß dieses Studienfach mehr ist als "brotlose Kunst" soll eine Aufzählung von Möglichkeiten belegen, die durch das erworbene Wissen und den Studienabschluß gewonnen werden würden:

    Der Beruf “Schach-Wissenschaftler“ ist in Europa ein neuer Beruf,
    für den es eine Vielzahl von Berufsangeboten gibt, insbesondere an der Professur-Universität, in den 7 Teilbereichen und in der
    freien Wirtschaft, die diese Teilbereiche sucht. Beispiel 1 Gegenwart: Die NASA sucht seit 1970 Wissenschaftler, die “eine Sprache ohne Sprachwandel“ kennen, um Daten von der Erde über Raketen in ferne Sonnensysteme senden zu können. Beispiel 2
    Vergangenheit: Die Hieroglyphen-Pyramiden-Forschung und Sanskrit-Forschung sucht Wissenschaftler, um alle historischen Inhalte mit verschlüsselten Astronomie-Daten decodieren zu können.
    Zudem erläuterte Peter Orantek seine Ideen in einer Lesung in der Hansestadt Bremen, konnte seine Zuhörer aber "nur teilweise überzeugen". Dort stellte er seine Ideen rund um die "geheime Zahlensprache Schach" vor, die es zu entschlüsseln gelte, und daß sein Projekt zu einer Steigerung des "interdisziplinären Wissens" führe.

    Die sowjetischen Schriftsteller Ilja Ilf und Jewgeni Petrow hatten übrigens ähnliche Vorstellungen von den durch das Schach geschaffenen Möglichkeiten für Gesellschaft und Wissenschaft. Im Gegensatz zu den Vorstellungen der "127-Schachstiftung" war dies ähnlich wie der frühe Kinofilm Schachfieber allerdings eine Satire auf den durch den jungen Sowjetstaat gelenkten Schachboom in seiner avantgardistischen Phase.

    Was haltet ihr von diesem Projekt?
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  2. #2
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    AW: Schach-Wissenschaft als Studienfach

    Grundsätzlich halte ich es durchaus für möglich und auch legitim, Schach als Teilbereich der Sportwissenschaften in Hochschulen zu beackern. Von der Stoffmenge und Komplexität her gibt es sicher Fakultäten, welche weniger Gehirnschmalz erfordern (und seitdem man für den Genderbullshit hierzulande Lehrstühle schuf, benötigt eigentlich nichts mehr eine akademische Rechtfertigung…).

    Bleibt die Frage nach der Sinnhaftigkeit außerhalb des Sports. Da bliebe meiner Meinung nach noch die Mathematik. Auch die Anwendungsfelder, welche oben genannt werden, gehören in die Sphäre der Mathematik. Ein Mathematiker, der ein solches konkretes Problem auf den Tisch bekommt, arbeitet sich dann eben dort ein, es gibt jedoch auch Experten für Kryptologie – weshalb da jetzt ein „Schachwissenschaftler“ ran soll, erschließt sich mir nicht. Auch Mathematiker, die sich mit der Spieltheorie beschäftigen, benutzen als Experimentierfeld auch Schach, ohne „Schachwissenschaftler“ sein zu müssen. Zudem ist für viele mathematische Fragestellungen, für welche Schach interessant sein kann, eben die Ausbildung zum Mathematiker erforderlich – ein „Schachwissenschaftler“, mit den oben angerissenen Schwerpunkten, wäre für die Auswertung und Interpretation vollkommen ungeeignet.

  3. #3
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    AW: Schach-Wissenschaft als Studienfach

    Ich habe mir mal die Website angesehen: Was da gemacht wird ist billigstes Zahlenfischen!

    http://www.127jupiter.com/Zusammenfassung.pdf


    Hier schön von Prof. Lesch für Nichtmathematiker erklärt, wie das funktioniert:

    https://www.youtube.com/watch?v=PN1U4zUnBGQ

  4. #4
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    AW: Schach-Wissenschaft als Studienfach

    "Radosophie", der Begriff war mir tatsächlich nicht geläufig, aber hier wird erklärt, was das ist; Jagers "Heilige Fahrrad" finden wir in der Erläuterung auch wieder: http://scienceblogs.de/mathlog/2008/11/11/radosophie/

    Peter Oranteks (DWZ: 1826) Anschauungen wirken tatsächlich esoterisch und sind ein Beispiel dafür, was passiert, wenn ein an sich begnadeter menschlicher Geist Irrwege nimmt. Eine damit zusammenhängende nicht nur für ihn, sondern auch für die Gesellschaft tragische Komponente ist dabei natürlich das Problem der Ressourcenverschwendung. Da hat Prof. Lesch ganz recht, wenn er am Ende darauf hinweist, daß es in den Wissenschaften noch ganz andere Probleme zu lösen gibt, auf denen die Wissenschaftler noch keine Antworten haben. Zahlenmystik gehört definitiv nicht dazu. Ich verschiebe den Thread einmal in die Rubrik: "Lustiges zum Schach".

    PS.: Übrigens erinnern mich die Forschungen Oranteks ein wenig an diejenigen des alternden Emil Josef Diemers, der die Entzauberung der Welt nach der Niederlage des Nationalsozialismus nicht hinnehmen wollte und sich mit allen Kräften dagegen stemmte. Mit dem Fall von Berlin war für ihn eine Welt zusammengebrochen: http://schach-und-kultur.de/author/kiffing/page/3/
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  5. #5
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    Daumen hoch Orantek stürmt die erste Uni

    Interessanterweise ist Peter Orantek seinem Ziel, als Pionier die Schachwissenschaft als Studienfach in einer deutschen Universität einzuführen, nähergekommen. Wie der Schachticker heute berichtet, besteht für das kommende Sommersemester in der Universität Passau nun die Möglichkeit, die "historische Programmiersprache Schach" zumindest im Rahmen eines Kurses zu ergründen. Der Kurs firmiert unter dem Titel "Schach als Kommunikationsform" und ist Bestandteil des relativ neuen Studienfachs Kulturwirt, womit nicht die Ausbildung von Agrarökonomen gemeint ist, sondern kulturelle, wirtschaftliche und geisteswissenschaftliche Kompetenzen erworben werden. Das neue Kursangebot steht im Zusammenhang mit dem Passauer "Lehrstuhl für Südostasienstudien" und wird von Prof. Dr. Korff betreut.

    Artikel zum Kursangebot und Anmeldungen: http://www.chess-international.de/Archive/64902
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