Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: Geheimnis um Claus Carstens gelüftet

  1. #1
    Administrator
    Punkte: 73.386, Level: 100
    Level beendet: 0%, Punkte für Levelaufstieg benötigt: 0
    Aktivität: 100,0%
    Errungenschaften:
    Three FriendsRecommendation First ClassOverdriveYour first GroupCreated Album pictures
    Auszeichnungen:
    Posting AwardFrequent PosterDiscussion EnderUser with most referrersActivity Award
    Avatar von Kiffing
    Registriert seit
    06.07.2011
    Ort
    Wuppertal
    Rating
    1722/1854
    Verein
    SC Tornado Wuppertal
    Beiträge
    4.468
    Punkte
    73.386
    Level
    100

    Glocke Geheimnis um Claus Carstens gelüftet

    Ein Phänomen mit Kultcharakter in der Schachzeitschrift Rochade Europa war das Wirken eines gewissen „Claus Carstens“. Denn „CC“ zerlegte in regelmäßigen Abständen ein Computerprogramm nach dem anderen und hatte dabei sichtlich Spaß, wie seine enthusiastischen Partiekommentare bewiesen. Viele Schachfreunde haben sich den Kopf darüber zerbrochen, wie dieser Mann das macht. Manche haben gar bezweifelt, daß es diesen Mann tatsächlich gibt. Die einen hielten Claus Carstens für eine gelungene Rochade-Kreation, die anderen haben sich über dieses Phänomen wirklich aufgeregt, für sie war „Claus Carstens“ lediglich ein Beispiel für die Unseriösität dieses Blattes, die sie vor dem Eigentümerwechsel der Rochade die Bildzeitung der Schachmagazine nannten. Aber auch diese haben Claus Carstens sehr ernstgenommen, sonst hätten sie sich nicht so sehr über ihn aufgeregt.

    Wer war dieser „Claus Carstens“, und ist er überhaupt echt? Nachdem der Eigentümerwechsel der Rochade Europa vollzogen ist und „Claus Carstens“ aus dem Programm genommen wurde, ist es allmählich Zeit, das Geheimnis zu lüften. Und genau dies tat das kulturelle Schachmagazin Karl in der Januarausgabe 2016, ohne dies allerdings explizit zu benennen. Die Aufklärung geschah implizit im Rahmen eines Artikels über die Schwächen von Computerprogrammen - z. B. eine Festung zu erkennen - selbst jetzt, wo sie über Wertungszahlen von über 3300 verfügen und alle menschlichen Schachspieler einschließlich Magnus Carlsen, der allerdings in der Eloliste seit einigen Monaten auch nicht mehr wie ein Adler einsam seine Kreise zieht, auf Längen übertreffen.

    Zur Frage der Echtheit von „Claus Carstens“: ja, er ist echt. Zur Frage, wie er das macht: es handelt sich bei ihm um einen starken Schachmeister, der irgendwann keine Lust mehr auf das übliche Wettkampfschach hatte und nach neuen Herausforderungen suchte. Der technik- und computeraffine Schachmeister suchte gezielt nach Schwächen der Programme und entwickelte den Ehrgeiz, eine Strategie zu entwickeln, um jedes Schachprogramm zu schlagen. Es wurde sozusagen seine Lebensaufgabe. Sein Name ist Claus Zimmermann. Karl stellt ihn in der Einleitung wie folgt vor:

    Claus Zimmermann ist in Schachkreisen heute weitgehend unbekannt. Früher zählte er zu den besten Jugendlichen des Landes, zog sich dann aber vom Turnierschach zurück. Fortan spielte er nur noch gegen Computer - und entwickelte eine bemerkenswerte Strategie, die die immer noch vorhandenen Schwächen der Schachprogramme aufdeckt. Weil er wissen wollte, wie tragfähig seine Ideen auf höchstem Niveau sind, organisierte er 2014 weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit ein Match zwischen dem Europameister von 2013, Alexandr Moiseenko, und „Shredder auf iPad“. [...]
    Wer nun selbst den Ehrgeiz entwickeln möchte, Schachprogramme zu besiegen, dem empfehle ich die fünf Leitstrategien von Claus Zimmermann, die dies möglich machen sollen:

    1. Bringe den Computer früh aus seinem Buch
    2. Provoziere ein geschlossenes Zentrum und strebe eine Stellung mit königsindischem Charakter an
    3. Provoziere die Schließung des Damenflügels (die schwierigste Aufgabe!)
    4. Bereits einen Angriff auf den Königsflügel vor.
    5. Stelle nichts ein!!
    Na, wem kommen diese Rudel an Ausrufezeichen nicht bekannt vor? Für Weiß empfiehlt Claus Zimmermann alias Claus Carstens übrigens 1. e4, was sein Freund Alexandr Moiseenko, der sich für die Arbeiten Zimmermanns begeistern konnte, weiter ausführt: „Gegen 1. ...e5 wählen wir den Aufbau mit 2. Sc3 nebst 3. d3 und 4. Ld2, mit dem Plan Sf3, g3, Lg2, 0-0, Se1, h3, f4, f5; gegen Französisch 1. e4 e6 2. d3 d5 3. Sc3; und gegen Sizilianisch 1. e4 c5 2. d3 Sc6 3. Sc3 e6 4. Ld2 d5 5. Sf3 wonach der Computer irgendwann fast immer d4 spielen wird.“ Sie sind nun mal auf Raumvorteil gepolt.
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

  2. #2
    beteiligt sich rege
    Punkte: 1.499, Level: 22
    Level beendet: 99%, Punkte für Levelaufstieg benötigt: 1
    Aktivität: 7,0%
    Errungenschaften:
    1000 Experience Points1 year registered
    Avatar von SchwarzerRitter
    Registriert seit
    22.11.2015
    Ort
    in der Nähe von Koblenz
    Rating
    1094
    Verein
    Schach-Freunde Ochtendung
    Beiträge
    81
    Punkte
    1.499
    Level
    22

    AW: Geheimnis um Claus Carstens gelüftet

    Ich bin gerade am Überlegen, ob die Leitstrategien vielleicht mit meiner Erfahrung übereinstimmen, dass ich gute Ergebnisse mit der Hippopotamus-Eröffnung gegen den Computer erziele.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hippopotamus-Eröffnung

  3. #3
    Administrator
    Punkte: 73.386, Level: 100
    Level beendet: 0%, Punkte für Levelaufstieg benötigt: 0
    Aktivität: 100,0%
    Errungenschaften:
    Three FriendsRecommendation First ClassOverdriveYour first GroupCreated Album pictures
    Auszeichnungen:
    Posting AwardFrequent PosterDiscussion EnderUser with most referrersActivity Award
    Themenstarter
    Avatar von Kiffing
    Registriert seit
    06.07.2011
    Ort
    Wuppertal
    Rating
    1722/1854
    Verein
    SC Tornado Wuppertal
    Beiträge
    4.468
    Punkte
    73.386
    Level
    100

    AW: Geheimnis um Claus Carstens gelüftet

    Wegen meines Artikels zu Claus Carstens habe ich einen Brief (!) von einem über 80jährigen Schachfreund erhalten, der sich selbst mit der damals spektakulären Artikelserie "Die hohe Schule des Computerschachs" der Rochade Europa auseinandergesetzt hatte. Er machte mich auf die Kritikl zahlreicher Leserbriefschreiber dieser Schachzeitschrift aufmerksam und teilte mir mit, daß beim Nachspielen diverser Partien von Carstens gegen Schachcomputer sein eigener Schachcomputer "Mephisto Roma 68020" aus dem Jahre 1987 "klüger agiert" hätte als die Schachcomputer, gegen die Carstens in den 0er Jahren antrat. Die Frage ist also hochaktuell denn je: ist "Claus Carstens" bzw. das hinter ihm stehende Pseudonym ein auf Schachcomputer spezialisiertes Genie oder ist das Ganze eher eine Show gewesen, wo die Züge des Computers z. T. getürkt sind? Oder anders gefragt, waren das Boxkämpfe oder "Kämpfe" im Catchen? Was meint ihr dazu?
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

  4. #4
    Bank im Forum
    Punkte: 3.142, Level: 36
    Level beendet: 62%, Punkte für Levelaufstieg benötigt: 58
    Aktivität: 63,0%
    Errungenschaften:
    1000 Experience PointsVeteran
    Avatar von Birliban
    Registriert seit
    06.02.2014
    Ort
    Erde
    Rating
    DWZ 1920
    Verein
    ja
    Beiträge
    277
    Punkte
    3.142
    Level
    36

    AW: Geheimnis um Claus Carstens gelüftet

    Zitat Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
    Er machte mich auf die Kritikl zahlreicher Leserbriefschreiber dieser Schachzeitschrift aufmerksam und teilte mir mit, daß beim Nachspielen diverser Partien von Carstens gegen Schachcomputer sein eigener Schachcomputer "Mephisto Roma 68020" aus dem Jahre 1987 "klüger agiert" hätte als die Schachcomputer, gegen die Carstens in den 0er Jahren antrat.
    Ich hatte die Diskussionen um Claus Carstens damals auch verfolgt. Das waren weniger Kritiken seitens zahlreicher Leserbriefschreiber, sondern das war eine regelrechte Hetze gegen Carstens, untermauert mit dilettantischen Behauptungen und Unterstellungen. Quasi Stimmungsmache von Leuten, die keine Ahnung von Engines und Computern hatten.

    Um das hier mal klar zustellen: Carstens hatte nicht einfach gegen Schachcomputer gespielt, sondern gegen die damals jeweils aktuell spielstärkste Engine, die gerade auf den Markt kam. Das waren Rybka, Houdini & Co. Es ging Carstens um nichts anderes, als die Schwächen der jeweiligen Engines aufzudecken, aufzuzeigen, aufzuspüren. Anhand der jeweils vorgestellten Partie.

    Als Fernschachspieler hatte ich Carstens Partien damals mit besonderem Interesse verfolgt, da ich ja ebenfalls mit den spielstärksten Engines arbeitete. Denn etwas über die Schwächen der jeweiligen Engine zu erfahren, ist für einen Fernschachspieler nahezu von existentieller Bedeutung, will man erfolgreich sein.

    Ich erinnere mich noch an einen "Kritiker" (Dummkopf wäre der exaktere Ausdruck), der behauptete, die gespielten Züge seitens des Computers (Engine), wären von Carstens manipuliert worden. Das ist Unsinn. Der Unsinn eines Dilettanten. Ich hatte Carstens Partien damals nachgespielt und auch die Computerzüge mit der jeweiligen aktuellen Engine überprüft. Da war nichts manipuliert, sondern die Angaben entsprachen von A - Z der Wahrheit.

Lesezeichen

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
. . . . .Email address contact imprint