Neulich stieß ich auf einen Chessbase-Artikel , in dem korrekt beschrieben steht, daß in den Datenbanken die Bilanz zwischen den beiden Breslauer Schachspielern Louis Eichborn und Adolf Anderssen mit 32,5 - 2,5 zugunsten Eichborns ausfällt. Nun weiß ich zwar, daß Anderssen trotz seines langjährigen Rufes, der beste Schachspieler der Welt gewesen zu sein, immer mal wieder Partien und auch ganze Zweikämpfe verloren hat. Er war nie ein Ausbund an Konstanz und Souveränität gewesen. Aber diese Bilanz erschien mir dann doch ein wenig hoch. Des Rätsels Lösung ist die, daß es sich um freie Partien gehandelt hat, wovon Eichborn nur seine Gewinnpartien in seinen privaten Unterlagen aufgenommen hatte, die dann später in seinem Nachlaß gefunden wurden und der Schachwelt fortan zur Verfügung standen. Auch wenn Adolf Anderssen ein wenig viel verloren hat, so dürfte dieser Hintergrund seine Fans doch beruhigen. Die für einen Spitzenspieler auffallend hohe Quote an Niederlagen liegt wohl daran, daß die positionelle Grundlage des Wildromantikers und Siegers von London 1851 und 1862, auf der dessen Angriffe beruhten, zu schwach ausgeprägt war. Dies hatte bereits Paul Morphy in seinem Zweikampf mit Anderssen offengelegt, der 8:3 gewann, obwohl er den Zweikampf zum Teil vom Krankenbett aus bestritten hatte.