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Thema: Herbert Bastian nicht mehr DSB-Präsident

  1. #1
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    Herbert Bastian nicht mehr DSB-Präsident

    Herbert Bastian hatte vor zwei Jahren in Halberstedt noch überraschend sein Amt als DSB-Präsident behalten können, obwohl vorher fast sein gesamtes Präsidium zurückgetreten war und ihn öffentlich aufs Schärfste angegriffen hatte. Beim diesjährigen Bundeskongreß in Lützow ging er gegen den Gegenkandidaten Ulrich Krause, Präsident des Schachverbandes Schleswig-Holstein, als Favorit ins Rennen, doch entschied Krause die Wahl für sich. Herbert Bastian wurde vor allem sein Führungsstil angekreidet, der von Kritikern als unzeitgemäß angesehen wurde. Sein außenpolitischer Kurswechsel hin zu Iljumschinow und weg von der westlichen Opposition zum umstrittenen FIDE-Präsidenten war eine Alleinentscheidung, hier lautete die Kritik, Herbert Bastian habe diesen Kurswechsel wegen einer in Aussicht gestellten Karriere innerhalb der FIDE vorgenommen, und tatsächlich firmiert der DSB-Präsident seither als einer der Vizepräsidenten der FIDE. Zudem wurde ihm von manchen Kritikern eine Mitschuld an der Eskalation des Konflikts zwischen dem Leistungssportreferenten Thomas Luther und Bundestrainer Dorian Rogozenco gegeben.

    Neuer DSB-Präsident ist also Ulrich Krause. Bereits in seinem Wahlprogramm hatte er sich gegen Bastian abgegrenzt, er sei ein Freund eines "kooperierenden und moderierenden" Führungsstils und wolle den einzelnen Instanzen in ihrer Arbeit nicht mehr hineinreden. Zudem wolle er den Frieden im DSB wiederherstellen und die gegebene Situation überwinden, daß nicht mit-, sondern gegeneinander gearbeitet werde und sich so die jeweiligen Funktionsträger gegenseitig blockieren würden. Die Überwindung dieser Blockadepolitik habe für ihn "oberste Priorität". Zudem wolle er sich in seiner Arbeit weiter um die Verbreitung des Schachs an Schulen einsetzen. Weitere Eckpfeiler seiner Arbeit sind ein Entgegenwirken gegen die Problematik, daß viele junge Mitglieder nach ihrer Jugendzeit dem Schachsport den Rücken kehren sowie gegen das Vereinssterben. Krause ist diplomierter Mathematiker und arbeitet in der IT-Branche. Was haltet ihr von dem neuen Mann an der Spitze?
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  2. #2
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    AW: Herbert Bastian nicht mehr DSB-Präsident

    Chessbase hat über die Wahlen natürlich berichtet, wobei hier vor allem die Kommentarseite interessant ist. So hat sich auch Herbert Bastian zu Wort gemeldet. Abgesehen davon, daß sein "Leserbrief" die Zerstrittenheit innerhalb des DSB sehr gut veranschaulicht, ist dieser auch unter dem Hinblick interessant, daß er dem DSB eine Abkehr des Leistungssportgedankens vorwirft, den er selbst versucht habe, im DSB zu etablieren. Bastian wörtlich:

    Zitat Zitat von Herbert Bastian
    Das derzeitige Niveau des Deutschen Schachbundes sieht man am besten an der Zusammensetzung seines aktuellen Präsidiums: Drei Schulschachleute, die die Mehrheit haben und nichts vom Spitzenschach verstehen außer rosa Balla-Balla-Spielchen.
    Zudem sei Ulrich Krause, für den Wahlverlierer ein "idealer Repräsentant der inhaltlichen Ideenlosigkeit", gar nicht so nett, wie er in der Öffentlichkeit herüberkomme:

    Bösartige persönliche Angriffe gegen meine Person, die Idee des Schulschachs von der bisher eifersüchtig über ihre alleinige Zuständigkeit wachenden DSJ übernommen, und die Erwähnung des Namen Jussupows haben gereicht, ihm die Zukunft des deutschen Schachs in die Hand zu legen und einen aktiven und erfolgreich agierenden Präsidenten zu eliminieren. Eine Ehrung meiner Tätigkeit fand nicht statt, und warme Worte am Grab des soeben ermordeten sind Heuchelei. Meine Freunde haben bis auf wenige Beispiele den Hasskommentaren das Feld überlassen, und so wird es auch jetzt sein. Ich habe nicht die Illusion, mit meinen Worten endlich eine inhaltliche Diskussion über die Zukunft des deutschen Schachs auszulösen. Wir wissen ja schon: Schulschach ist die Zukunft des Schachs, und wenn die Kinder vielleicht schon die Regeln kennen und bunte Blätter bemalen können, reicht das aus.
    Armes Deutschland.
    Die Zerstrittenheit innerhalb des DSB ist mit den Wahlen natürlich nicht beigelegt worden, es haben lediglich die Fronten gewechselt. Und da es innerhalb der Spitzengremien des DSB natürlich zahlreiche Funktionäre gibt, die sich an den Kriegen in den vergangenen Jahren beteiligt haben, wird es nicht einfach sein, den Frieden im DSB wiederherzustellen. Schlimmstenfalls bleibt eine Blockadepolitik, wo die Akteure im selben Boot sitzen, aber in unterschiedliche Richtung rudern und sich in der Öffentlichkeit gegenseitig beleidigen.

    http://de.chessbase.com/post/ullrich...dsb-praesident
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  3. #3
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    AW: Herbert Bastian nicht mehr DSB-Präsident

    Im "Schach-Ticker" beantwortet der Ex-Präsident Herbert Bastian noch ein paar Fragen. Unter anderem nimmt er dort auch Stellung, zu seinem Amt als Vizepräsident bei der FIDE.

    http://www.chess-international.de/Archive/72233
    „Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen auch Zwerge lange Schatten.“ Karl Kraus

  4. #4
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    AW: Herbert Bastian nicht mehr DSB-Präsident

    "Die" Krennwurzn hat auch erneut Bastian gestellt: http://www.schach-welt.de/BLOG/blog/...der-krennwurzn
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  5. #5
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    AW: Herbert Bastian nicht mehr DSB-Präsident

    Die Zeitschrift SCHACH 8/2017 stellt in ihrer aktuellen Ausgabe Ullrich Krause noch einmal kurz vor und stellt ihm im Anschluss die obligatorischen Schach-Fragen (die monatlich von einer anderen Schachpersönlichkeit beantwortet werden). Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit als Präsident, gibt Ullrich in der Schlussfrage Auskunft. Hier der Artikel zum Nachlesen:

    Ullrich Krause

    „Mein Name ist Ullrich Krause. Ich bin ein begeisterter Schachspieler und engagierter Schachfunktionär.“ So stellt sich der neue Präsident des Deutschen Schachbundes auf seiner Webseite http://ullrich-krause.de selbst einleitend vor. Ende Mai kandidierte der 49-jährige Lübecker in Linstow gegen Herbert Bastian und löste diesen nach sechsjähriger Präsidentschaft ab. Defizite sah Krause besonders bei der Zusammenarbeit mit den Landesverbänden, mit denen er gemeinsam Projekte anstrebt. Allen voran die Reformierung der Deutschen Meisterschaft bzw. die Einbettung derselben in einen Kongress nach historischem Vorbild (siehe Frage 1).
    Krause ist als langjähriger Präsident des Landesverbandes Schleswig-Holstein nicht nur ein erfahrener Funktionär und nahm als viermaliger Landesmeister von Schleswig-Holstein selbst an einigen Deutschen Meisterschaften teil, sondern hat auch die Titelkämpfe 2016 in Lübeck federführend organisiert.
    Als „Zivilist“ studierte er in Kiel Mathematik, qualifizierte sich zum IT-Spezialisten und arbeitet inzwischen als Software-Tester bei der Drägerwerk AG in Lübeck.


    1. Wo möchten Sie im Moment gerne sein?

    Bei der Eröffnung des Kongresses des Deutschen Schachbundes 2018, der aus zwei Meisterturnieren, zwei Deutschen Meisterschaften, zwei Blitzmeisterschaften (jeweils Damen und Herren), einem großen Open und der DSB-Hauptversammlung besteht! Das würde nämlich bedeuten, dass es der Deutsche Schachbund in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden geschafft hat, ein großes Projekt gemeinsam erfolgreich umzusetzen.

    2. Was würden Sie tun, wenn es ab morgen absolut kein Schach mehr in Ihrem Leben geben würde?

    Das erste der vielen ungelesenen Bücher aus dem Regal nehmen und die erste Seite aufschlagen.

    3. Was halten Sie a) für die beste und b) für die schädlichste Entwicklung im modernen Schach?

    a) Die beste Entwicklung ist die Möglichkeit, Schachpartien mit relativ geringem Aufwand im Internet als Live-Event zu inszenieren. Das hat dazu geführt, dass von vielen großen Turnieren auf eine sehr attraktive Weise auch auf Webseiten berichtet wird, die mit Schach eigentlich nichts zu tun haben.
    b) Die schädlichste Entwicklung ist das praktisch ununterbrochene Aufeinandertreffen der besten Spieler der Welt mit unterschiedlichen , auch kürzeren Bedenkzeiten. Ich denke, dass das auf Dauer zu einer gewissen Ermüdung führen wird, auch wenn es zugegebenermaßen spannend ist, den Top 10 am heimischen Computer beim Blitzen über die Schulter zu schauen.

    4. Wer ist Ihrer Meinung nach die a) am meisten über- und b) am meisten unterbewertete Persönlichkeit der Schachgeschichte?

    a) Hikaru Nakamura. Er wird nie Weltmeister werden, weil er sich weigert, die alten Meister zu studieren.
    b) Wassyl Iwantschuk. Er wird nie Weltmeister werden, obwohl er wahrscheinlich alle Meister studiert hat, die es jemals gab.

    5. Mit welchen Klischees über Schachspieler sehen Sie sich konfrontiert und wie kommentieren Sie diese?

    „Schachspieler sind langweilige, kontaktscheue Nerds, denen ihr äußeres Erscheinungsbild nicht so wichtig ist.“
    Das letzte stimmt gelegentlich, der Rest nicht.

    6. Mit welchen Vorurteilen über Ihr Schach oder Ihre Person würden Sie gerne aufräumen?

    Schach: Ich habe den Ruf eines langweiligen Positionsspielers, aber um das zu ändern, müsste ich wesentlich mehr für mein Schach tun. Insofern muss ich wohl damit leben.
    Person: Früher galt ich als jemand, der Konflikten eher aus dem Weg geht. Das stimmt heute nicht mehr, was vermutlich an den diversen Ämtern liegt, die ich im Laufe meines Funktionärsdaseins ausgefüllt habe.

    7. Welche Themen möchten Sie in der Schachöffentlichkeit/Schachpresse stärker behandelt wissen?

    Ich würde es begrüßen, wenn die Schachspieler und ihre Persönlichkeit mehr in den Vordergrund gerückt werden. Wer in der Weltrangliste welchen Platz belegt und wie das letzte Weltklasseturnier verlaufen ist, ist auf Dauer etwas langweilig. Sehr beeindruckt hat mich zum Beispiel der Film Mozart des Schachs, ich glaube, dass sich auch viele Nicht-Schachspieler diesen Film angeschaut haben.
    In Bezug auf die deutsche Schachszene gilt dasselbe: Wir sollten uns bei der Berichterstattung über unsere Spitzenspieler nicht nur auf ihre Ergebnisse und Partien beschränken, sondern auch und vor allem ihre persönlichen Eigenschaften beleuchten. Eine bekannte Nationalmannschaft hilft uns auch dabei, den Schachsport noch populärer zu machen!

    8. Was möchten Sie in Ihrem Leben unbedingt noch erlernen bzw. bedauern, es nie erlernt zu haben?

    Klavierspielen.

    9. Was ist Ihnen peinlich?

    Meine praktisch nicht vorhandenen handwerklichen Fähigkeiten.

    10. Was gefällt Ihnen an sich und was missfällt Ihnen an sich?

    Ich lasse mich fast nie aus der Ruhe bringen, aber das gilt leider auch, wenn ich darüber nachdenke, mich außerhalb der 64 Felder sportlich zu betätigen.

    11. Welchen Missstand würden Sie in Ihrem Land beseitigen, wenn es in Ihrer Macht stünde?

    Ich würde dafür sorgen, dass alle Kinder die Chance haben, eine glückliche Kindheit zu verleben.

    12. Wer sind Ihre Helden in der Gegenwart?

    Ein ganz persönlicher Held von mir ist der Turnierleiter meines Lübecker Heimatvereins, Eckhard Stomprowski, der dieses Amt seit fast 50 Jahren ausübt und der die gute Seele des Vereins ist. Ohne ihn würde es unseren Verein nicht mehr oder zumindest nicht in der heutigen Form geben. Zum Glück gab und gibt es in seiner Generation (er ist Jahrgang 1943) viele Schachliebhaber, die jahrzehntelang wie selbstverständlich immer für ihren Verein oder Verband da waren oder noch sind und deren Verdienste man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Ich bin etwas in Sorge, ob es in meiner Generation, die jetzt die Funktionsämter ausfüllt, solche Helden noch in ausreichender Anzahl gibt.

    13. Welche Frage würden Sie gerne gestellt bekommen und wie lautet die Antwort darauf?

    Wie lauten die drei Grundregeln für die Arbeit als Funktionär?
    Erstens: Man sollte immer einen Schritt nach dem anderen machen. Wenn man auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzt, führt das in der Regel dazu, dass man einige Ziele nicht erreicht.
    Zweitens: Man kann es nicht allen Recht machen und muss sich deswegen auf Gegenwind einstellen. Je höher das Amt, desto wichtiger wird diese Regel.
    Drittens: Man darf Kritik nicht persönlich nehmen. Die Kritiker meinen fast immer das Amt und nicht die Person.

    14. Welche drei Bücher können Sie empfehlen?

    Ich würde die Frage gerne abwandeln, indem ich „Bücher“ durch „Autoren“ ersetze. Dann lautet meine Antwort: Max Goldt, John Nunn und Leopold Perutz.

    15. Welches ist die interessanteste Schachpartie, die Sie je gespielt haben?

    Ich habe 1999 bei der Deutschen Meisterschaft in Altenkirchen in der letzten Runde gegen Rüdiger Seger gespielt, und nur der Sieger erzielte eine IM-Norm. Ich kann mich immer noch lebhaft an die unglaubliche nervliche Anspannung und die extrem hohe Konzentration während der Partie erinnern. Nachdem ich gewonnen hatte, fiel die gesamte Anspannung von mir ab und ich hatte eine Ahnung davon bekommen, auf welch anstrengende Art und Weise Schachprofis ihren Lebensunterhalt verdienen.

    16. Welche Spieler würden Sie zu einem Turnier einladen und nach welchem Modus würde dieses ausgerichtet werden, wenn ein Sponsor Sie mit der Austragung eines Turniers beauftragen würde?

    Ich würde liebend gern einen Zweikampf zwischen Magnus Carlsen und Garri Kasparow erleben, vielleicht über zwölf Partien Turnierschach, gefolgt von einem Blitzmatch über ebenso viele Partien. Kasparow spielt ja demnächst in St. Louis, wenn auch nur beim Schnell- und Blitzschachturnier, an dem Carlsen leider nicht teilnimmt. Aber: Wir nähern uns meiner Traumvorstellung an!

    17. Auf welche eigene Leistung sind sie besonders stolz und warum?

    Ich habe mich immer allen Herausforderungen gestellt, obwohl ich einige Male großen Respekt vor der neuen Aufgabe bzw. der neuen Lebenssituation hatte.

    18. Mit wem würden Sie gerne einen Tag lang tauschen und warum?

    Mit dem bereits erwähnten Magnus Carlsen – um einmal einen wirklich tiefen Einblick hinter die Kulissen der 64 Felder und 32 Figuren zu bekommen.

    19. Wann haben Sie zum letzten Mal etwas zum ersten Mal getan und was?

    Ich habe im Juni bei den Deutschen Jugend-Einzelmeisterschaften in Willingen zum ersten Mal eine Rede vor mehr als 1000 Leuten gehalten.

    20. Wo sehen Sie die Defizite im Deutschen Schachbund? Hat sich Ihre Meinung darüber nach einem Monat im Amt geändert, sprich, wovon wurden Sie nach Ihrem Amtsantritt überrascht? Mit welchen Maßnahmen wollen Sie die Probleme und insbesondere das Thema Leistungsschach angehen?

    Das größte Problem des Deutschen Schachbundes bestand in den letzten Jahren meiner Meinung nach darin, dass die Hauptakteure nicht an einem Strang gezogen haben. Konkret bedeutet das, dass das DSB-Präsidium und die Landesverbände nicht zusammengearbeitet haben. Ohne diese Zusammenarbeit wird es aber nicht möglich sein, irgendein Projekt erfolgreich umzusetzen. Meine Hauptaufgabe muss es deshalb sein, die Landesverbände wieder zur Zusammenarbeit zu bewegen, und das war auch einer der Schwerpunkte meines Programms. Als erste Maßnahme haben wir, das DSB-Präsidium, die Präsidenten der Landesverbände Ende Oktober zu einer formlosen Gesprächsrunde eingeladen. Überraschenderweise haben fast alle sofort zugesagt! Das zeigt mir, dass es sich bei diesem Problem um ein durchaus lösbares handelt.
    Das Thema de Diskussion wird „Leistungssport“ sein, damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen bearbeiten wir die zweite wichtige Baustelle, die es im DSB zurzeit gibt, und zum anderen tun wir dies gemeinsam. Eine wie auch immer geartete Neuausrichtung des Bereiches Leistungsschach muss von allen mitgetragen werden.
    Persönlich gehört der Leistungssport für mich genauso zum Deutschen Schachbund wie der Breitensport, der wesentliche Unterschied ist allerdings, dass man beim Breitensport auch mit relativ geringen finanziellen Mitteln viel erreichen kann. Welche konkreten Maßnahmen wir im Bereich Leistungssport ergreifen werden, kann ich allerdings erst nach der Präsidiumssitzung Ende Juli bzw. nach der Gesprächsrunde im Oktober sagen.
    Die Jussupow-Schachakademie hat übrigens gerade ein wunderbares Projekt angestoßen: Artur Jussupow und seine Frau Nadja möchten gemeinsam mit der DSJ und dem DSB die Förderung junger Talente vorantreiben. Pro Jahr wird eine bestimmte Anzahl Kinder im Bereich U10 ausgewählt, die dann ein Trainingsprogramm durchlaufen; mit dem Ziel, sie nach Möglichkeit in die Nähe einer DWZ von 2000 (Mädchen: 1800) zu bringen. Die Grundidee diese Projekts fasst Artur Jussupow wie folgt zusammen: Wir arbeiten mit den Kindern, den Eltern und natürlich mit dem Trainer zu Hause eng zusammen. Dabei orientieren wir uns stets am Wohl des Kindes, unterstützen dort, wo es nötig ist und wollen fordern und fördern. Details findet man unter www.schachbund.de und www.jussupow.de .
    Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, dass der DSB und die DSJ gemeinsam mit externen Partnern etwas bewegen können. Um abschließend noch einmal Artur Jussupow zu zitieren: Wir sitzen nicht alle im selben Boot, aber wir sollten zumindest versuchen, in dieselbe Richtung zu rudern.
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