Eduard Gufeld liebte das Spiel mit dem Lg7 ("Läufer Gufeld 7"), der seiner Ansicht nach seinem Widerpart auf g2 überlegen sei. Er gehörte zu den sowjetischen Jüngern der Königindischen Verteidigung, die dieses System nach dem Zweiten Weltkrieg wiederentdeckten, ausgiebig studierten und dort zahlreiche neue Ideen fanden. Diese Partie gegen seinen Landsmann Vladimir Bagirov, Kirovabad 1973, war wieder ein solches Schmuckstück dieser Eröffnung, und Gufeld liebte es, sie seinen Kollegen vorzuspielen. Tatsächlich zeigt Gufeld in dieser Partie die moderne Herangehensweise in diesem System, das, ähnlich wie viele sizilianische Systeme, allen voran der Drachen, in seiner Zweischneidigkeit einem Tanz auf der Rasierklinge ähnelt, aber er sollte der Partie auch das gewisse Etwas geben, das einen absoluten Meister von dem großen Rest trennt. Gufeld fand zunächst die Balance zwischen Abwehr auf dem Königsflügel und Angriff auf dem Damenflügel in einem Stellungstyp, in dem es auf jedes Tempo ankam. Sein Springeropfer auf h5 verschaffte ihm für den eigenen Angriff die nötigen Tempi, wobei seine Angriffsführung angesichts des unorthodoxen Stellungstyps nach 19. ...Txa2 bemerkenswert ist. So war die weiße Königsstellung danach zwar unwiderruflich zerstört, aber der Ta2 war die einzige Figur, die noch in dem Angriff eingeschaltet war, und zudem leicht wieder zu vertreiben. Dies sollte sich aber ändern. Eduard Gufeld zauberte eine wunderschöne elfzügige (!) Mattkombination aus dem Ärmel. Die Partie gilt auch als Gufelds Unsterbliche. Es ist interessant, welche Mittel er dafür fand, seine Figuren so vernichtend in den Königsangriff einzuschalten.

[Event "Kirovabad sf ch-URS"]
[Site "Kirovabad sf ch-URS"]
[Date "1973.??.??"]
[EventDate "?"]
[Round "?"]
[Result "0-1"]
[White "Vladimir Bagirov"]
[Black "Eduard Gufeld"]
[ECO "E84"]
[WhiteElo "?"]
[BlackElo "?"]
[PlyCount "64"]

1.d4 g6 2.c4 Bg7 3.Nc3 d6 4.e4 Nf6 5.f3 O-O 6.Be3 Nc6 7.Nge2
Rb8 8.Qd2 a6 9.Bh6 b5 10.h4 e5 11.Bxg7 Kxg7 12.h5 Kh8 13.Nd5
bxc4 14.hxg6 fxg6 15.Qh6 Nh5 16.g4 Rxb2 17.gxh5 g5 18.Rg1 g4
19.O-O-O Rxa2 20.Nef4 exf4 21.Nxf4 Rxf4 22.Qxf4 c3 23.Bc4 Ra3
24.fxg4 Nb4 25.Kb1 Be6 26.Bxe6 Nd3 27.Qf7 Qb8+ 28.Bb3 Rxb3+
29.Kc2 Nb4+ 30.Kxb3 Nd5+ 31.Kc2 Qb2+ 32.Kd3 Qb5+ 0-1