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Thema: Warum spielt kaum jemand mehr Sweschnikow?

  1. #1
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    Warum spielt kaum jemand mehr Sweschnikow?

    Vor etwa 10 Jahren war Sweschnikow schwer in Mode und gefühlt jeder Zweite hat es gegen mich gespielt. Heute dagegen ist es fast komplett vom Brett verschwunden. Gibt es dafür einen bestimmten Grund wie eine gefundene "Widerlegung"?.
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  2. #2
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    AW: Warum spielt kaum jemand mehr Sweschnikow?

    Ich glaube es ist nur eine frage der mode ich denke z.z wird lieber der sizzi naydorf gespielt!
    eine wiedelegung ist mir z.z nicht bekannt wird aber geprüft
    gruss carsten

  3. #3
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    AW: Warum spielt kaum jemand mehr Sweschnikow?

    In eröffnungstechnischer Hinsicht ist alles i. O. mit Sweschnikow. Auch eine kürzliche Rezension gibt keinen Anlass zur Krisenstimmung:

    http://www.bdf-fernschachbund.de/ser...ns2017.htm#The Sicilian Sveshnikov - move by move

    Im Gegenteil. Im Fernschach hat Sweschnikow in der jüngeren Vergangenheit eher an Bedeutung gewonnen, insbesondere, „wenn der Spieler mit Schwarz auf den vollen Punkt spielen will und ein Spiel auf des Messers Schneide im Vertrauen auf seine eigenen Angriffsfähigkeiten anstrebt.“

    Ich halte es deshalb auch eher für eine Modeerscheinung, wenn im Nahschach eine Art Ermüdungserscheinung zu beobachten ist. Eine andere plausible Erklärung könnte aber auch sein: In Schachkreisen spricht sich schnell herum, wenn sich ein Spieler zum „Sweschnikow-Schreck“ entwickelt hat. Das heißt: Der Schwarzspieler wird es tunlichst vermeiden, gegen einen solchen Sweschnikow-Spezialisten, der all seine Weißpartien gewonnen hat, ausgerechnet Sweschnikow zu spielen. Denn wer geht schon gern in die Höhle des Löwen, wenn man selbst kein Löwe ist?

    Der nächste Gegner, Kiffing, der gg. Dich Sweschnikow spielt, sollte also mit Vorsicht genossen (zerlegt) werden. Denn es könnte sein, der Löwe kommt.
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  4. #4
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    AW: Warum spielt kaum jemand mehr Sweschnikow?

    Ich denke es gibt drei Gründe, warum man Sveshnikov auf dem höchsten Nivea seltener sieht:

    (1) Die berliner mauer (und in kleinerem ausmass auch das Marshall gambit) geben dem schwarzen so gute resultate, dass fast alle top-GMs 1.e4 e5 als hauptwaffe gegen 1.e4 benutzen. Man sieht ja nicht nur seltener sveshnikov, sondern ganz allgemein ist es bei top-turnieren schon fast eine überaschung, wenn mal kein 1.e4 e5 kommt.

    (2) Die Sveshnikov-Variante gibt schwarz ein so gutes spiel, dass weiss Sveshnikov fast nie zulässt sondern Rossolimo (1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5) spielt (siehe z.bsp. die WM Anand-Gelfand). Dies ist ähnlich wie die Berliner Mauer, die man ja auch immer seltener sieht, weil alle weiss-spieler entweder italienisch oder 4.d3 im spanisch spielen)

    (3) Sveshnikov war früher eine agressive variante mit der man auf gewinn spielen kann. Dies ist nicht mehr wirklich der fall, die 11.c4 variante wird auf höherem niveau als ziemliche spassbremse resp. ausgleichsvariante angesehen. Auch in der alten hauptvariante mit 11.c3 laufen viele abspiele auf ein endspiel mit ungleichen läufer hinaus. Aus diesem grund wird, wenn man auf gewinn spielen will/muss, nicht mehr sveshnikov, sondern eher Najdorf und in letzer zeit auch viel Richter-Rauzer gespielt.
    Zitat Zitat von Sam Collins
    I think people need to emphasise skills over knowledge. It's no good playing 30 moves of Dragon theory if you blunder on move 31. The fact that modern tournaments can be watched with engines creates a false impression that chess is easy, and players often forget to work on basic skills like calculation.

  5. #5
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    AW: Warum spielt kaum jemand mehr Sweschnikow?

    Vielen Dank für diese erneut klare und einleuchtende Darstellung. Diese d3-Spanier auf Topebene nerven mich zur Zeit sehr, ich bin eher ein Freund von Versuchen, aus der Eröffnung heraus zu gewinnen bzw. einen glanzvollen Start-und-Zielsieg zu erlangen. Daß man statt 11. c3 auch 11. c4 spielen kann, wußte ich nicht, aber das scheint als Argument gegen Sweschnikov begründet. Denn ein Blick in meine Fritz15-Datenbank zeigte eine Überlegenheit von 1. e4 c5 2. Sf3 Sc6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5. Sc3 e5 6. Sdb5 d6 7. Lg5 a6 8. Sa3 b5 9. Sd5 Le7 10. Lxf6 Lxf6 11. c4 (240 Spiele, 58,5%) gegenüber dem mir bislang selbstverständlich erschienenem 11. c3 (602 Spiele, 54,3%). Da ich aber nur die Varianten mit c3 kenne und reines Positionsgeschiebe mir nicht gefällt (ich habe mir gerade ein paar Varianten mit 11. c4 zeigen lassen), bleibe ich bei 11. c3, wo es immerhin klare Ziele und Grundstrategien und noch eine gewisse Zweischneidigkeit gibt. Aber Fritz 15 zeigte mir auch an, daß die Hauptvarianten nach 11. c4 sehr remislich sind.
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