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Thema: Die Rolle des Parapsychologen Tofik Dadaschew bei den Duellen K & K

  1. #1
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    Die Rolle des Parapsychologen Tofik Dadaschew bei den Duellen K & K

    Vieldiskutiert war die Rolle des Parapsychologen Dr. Wladimir Suchar bei der Schach-WM 1978 zwischen Karpow und Kortschnoi. Doch auch bei den Duellen K & K hatte es einen Parapsychologen gegeben, der zunächst Kasparov unterstützte. In der Dokumentation "Krieg auf dem Schachbrett - Das Duell Karpow gegen Kasparow" von Jean-Charles Deniau und Frédéric Gazeau tritt er auf. Tofik Dadaschew behauptet dort, bei der ersten WM zwischen Karpov und Kasparov, wo der junge Herausforderer mit 0:4 zurücklag und am Boden zerstört wirkte, habe er Kasparov gesagt, sollte er 0:5 zurückliegen, so werde er (Dadaschew) eine Atmosphäre schaffen, durch die Kasparov nicht mehr verlieren könne. Kasparov selbst bestätigte diese Angaben und führte aus, es gebe solche Menschen mit solchen besonderen Fähigkeiten, die Schwingungen spüren und Situationen beeinflussen könnten (ebd.). Nach der 27. Partie, in der Karpov endlich das 5:0 erzielte, trat Dadaschew in Aktion und alles spielte sich danach so ab, wie von ihm vorhergesehen. In der 31. Partie verpaßte Karpov den Sieg und damit ein 6:0 - nach seinen Angaben hätte er nach 28. Dc4 in nur wenigen Zügen gewonnen, während Kasparov einräumt, nach Karpovs 22. Sf3 hätte er hoffnungslos gestanden (ebd.; Partie, siehe Anhang) - der Rest ist Geschichte und wohlbekannt.

    Um Kasparov zu unterstützen, war Tofik Dadaschew, beschäftigt im KGB, von Politbüromitglied Heidar Alijew aus der Aserbaidschanischen Sowjetrepublik, der von 1993 - 2003 Präsident des nach dem Zerfall der UdSSR unabhängigen Aserbaidschans gewesen war, in den Säulensaal von Moskau, wo diese WM stattfand, beordert worden. Die in jeder Hinsicht besondere Form von Unterstützung blieb der Öffentlichkeit bis 1987 verborgen, bis Kasparov in seiner "Politische[n] Partie", die in Deutschland 1987 verlegt wurde, die Arbeit seines "Mediums" beschrieb, ohne allerdings dessen Namen preiszugeben. Der "Spiegel", schachlich traditionell engagiert und mit Kasparov in engem Kontakt stehend, war daraufhin dem Fall nachgegangen und hatte mit seinen Recherchen, von welcher Person Kasparov sprach, einen Volltreffer gelandet. Er interviewte Dadaschew am 7.12.1987, wo Dadaschew sich gar als Hellseher präsentierte und zum eigentlichen Sieger der Duelle von 1984 - 1986, wo er jeweils Kasparov unterstützt habe. Bereits Wladimir Suchar hatte sich bei dem WM-Duell von 1978 zwischen Karpov und Kortschnoi als wahren Sieger * gesehen. Seine Arbeit für Kasparov beschreibt Dadaschew in dem Interview sehr detailliert und in einer Art, die nur bestaunt werden kann, sollte sich das alles tatsächlich so abgespielt haben, z. B. während der Schach-WM 1986 bei ihrer Station in Leningrad:

    Nur bei einer [habe ich Kasparov geholfen], allerdings bei der entscheidenden Partie. Ich habe gefühlt, daß Karpow gewinnen würde, wenn ich Kasparow nicht mehr helfen würde. Also bin ich von Kiew nach Leningrad gefahren, zur 22. Partie, und habe einfach gesagt: Garri, ich bin jetzt da, du kannst, mußt und wirst gewinnen, ich bleibe nur einen Tag. Nach einem Moment des Nachdenkens war er wieder bereit, an meine Vorhersage zu glauben. Und deshalb siegte er.
    Was allerdings gegen die Angaben Dadaschews spricht ist die Tatsache, daß Anatoli Karpov, den er bei der Schach-WM 1987 in Sevilla nun unterstützte - der Parapsychologe hatte einfach die Seiten gewechselt - die Schach-WM dann doch noch verlor, während Dadaschew in einem Zeitpunkt kurz vor den finalen Spielen noch prophezeit hatte:

    SPIEGEL: Wer wird Weltmeister?
    DADASCHEW: Wenn sich Karpow an meine drei Ratschläge hält, dann wird er wieder Weltmeister - und er hält sich daran.
    Ebd.

    Aber vielleicht hatte sich Karpov auch nicht an die drei Ratschläge Dadaschews gehalten.

    Es ist übrigens bekannt, daß der Sowjetische Geheimdienst sich mit den Themen Parapsychologie und Übernatürliches im Sinne der psychologischen Kriegsforschung befaßt hatte. Als einer der Wegbereiter gilt Wolf Messing, wozu es folgende Anekdote gibt:

    Begleitet von zwei NKWD-Angehörigen betritt, kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges, ein schmächtiger Brillenträger den Kassenraum einer Moskauer Bank. Der Brillenträger begibt sich zum Schalter und legt einen Zettel vor, der die Auszahlung von 100.000 Rubel verlangt, was auch geschieht. Nun nähert sich einer der beiden NKWD-Angehörigen dem Bankangestellten und fragt diesen, ob er wisse, was er da gerade getan habe. Der Mann bejaht, wird jedoch von dem manteltragenden NKWD-Mann dazu angewiesen, sich den Scheck noch einmal genau anzuschauen. Geschockt stellt der Angestellte der Bank fest, dass es sich bei dem "Scheck" um ein leeres Blatt aus einem Schulheft handelt und wird ohnmächtig. Was war hier passiert? Der Brillenträger ist ein polnischer Kommunist jüdischer Abstammung namens Wolf Gregorewitsch Messing. Als Deutschland Polen einnimmt, muss er vor den Besatzern fliehen, da diese seine übersinnlichen Fähigkeiten haben wollen. Die Gestapo spürt ihn jedoch auf und bringt ihn in ihr Hauptquartier. Messing zwingt den Bewachern jedoch seinen Willen auf und kann so aus der ausbruchsicheren Festung fliehen - in die Sowjetunion. Dort will man ihn zunächst ablehnen, aber dank seiner Bekanntheit ordnet Josef Stalin eine Untersuchung von Wolfs paranormalen Fähigkeiten an. So kommt es zur Rubel-Abhebung mit einem leeren Blatt, zu einer Flucht aus einem verschlossenen und bewachten Raum und zum Eindringen in Stalins schwerstbewachte Datscha. Auf Stalins Frage, wie der Hellseher es den geschafft habe in die Datscha hereinzukommen antwortet Messing, dass er den Wachen suggeriert habe, er sei Berija. Nachdem Stalin vollkommen überzeugt ist, darf Wolf Gregorewitsch Messing seine Arbeit in der Sowjetunion beginnen. Seine Landsleute verblüffte er mit zahlreichen Zuschaustellungen seiner Fähigkeiten. Messing konnte Schmerzen nur durch Berührung verschwinden lassen und Erkrankungen aus der Ferne diagnostizieren. Eine Neurologin in Belaya Tserkov stellte fest, dass Gregorewitschs Kopf eine weit höhere Normaltemperatur hatte, als der Rest seines Körpers. Wolf Messing soll als Stalins "Geheimwaffe" tätig gewesen sein und sogar Einstein und Gandhi beeindruckt haben. Als Messing mit 76 Jahren starb, waren ihm viele Ehrungen zuteil geworden. Sein Nachfolger wurde Tofik Dadaschew, der Gedanken lesen konnte. Inwieweit Wolf und Tofik die Geschichte der Welt im Dienste der Sowjetunion verändert haben ist unbekannt, aber wie bekannt ist waren nicht nur die Sowjets an "parapsychologischer Kriegsführung" interessiert, auch die USA forschten fleißig.
    Wenn man diese Zusammenhänge weiß, dann fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, daß sowohl Suchar als auch Dadaschew Produkte dieser Art von psychologischer Kriegsführung gewesen sind, auch in Anbetracht der besonderen Bedeutung des Schachspiels in der Sowjetunion, das bei wichtigen Anlässen stets Chefsache gewesen war.

    [Event "Karpov - Kasparov World Championship Match"]
    [Site "Moscow URS"]
    [Date "1984.12.07"]
    [EventDate "?"]
    [Round "31"]
    [Result "1/2-1/2"]
    [White "Anatoly Karpov"]
    [Black "Garry Kasparov"]
    [ECO "D58"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "70"]

    1.Nf3 d5 2.d4 Nf6 3.c4 e6 4.Nc3 Be7 5.Bg5 h6 6.Bh4 O-O 7.e3 b6
    8.Rc1 Bb7 9.Be2 Nbd7 10.cxd5 exd5 11.O-O c5 12.Qa4 a6 13.dxc5
    bxc5 14.Rfd1 Qb6 15.Qb3 Qa7 16.Bg3 Rad8 17.Ne1 d4 18.exd4 cxd4
    19.Na4 Rc8 20.Rxc8 Rxc8 21.Bc4 Rf8 22.Qd3 Bc6 23.Bb3 Ne4
    24.Qxd4 Qb7 25.Bd5 Ndf6 26.Bxc6 Qxc6 27.b3 Re8 28.Qd3 h5
    29.Qc4 Qb7 30.Nf3 Rc8 31.Qe2 Ng4 32.Ne5 Nxg3 33.hxg3 Qb5
    34.Nc4 Bf6 35.Nab6 Re8 1/2-1/2

    * "Psychologen sind eigenartige Menschen, wenn man andauernd über sie spricht, dann glauben sie an die einzigartige Bedeutung ihrer Mission. Während einer der längeren Auszeiten wurden wir zu einem weiteren Empfang eingeladen und der örtliche Moderator erklärte: ´Die Mannschaft Anatoli Karpows ist bei uns zu Gast. Zusammen mit ihm anwesend der berühmte...´ Sicherlich wollte er den auf den Philippinen berühmten Tal nennen. Aber plötzlich, ohne ihn aussprechen zu lassen, erhob sich Suchar und verbeugte sich."
    Aus den Memoiren Alexander Roschals in Garri Kasparov, Meine großen Vorkämpfer, Band 7, Edition Olms 2007, S. 340
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

  2. #2
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    AW: Die Rolle des Parapsychologen Tofik Dadaschew bei den Duellen K & K

    Zitat Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
    Vieldiskutiert war die Rolle des Parapsychologen Dr. Wladimir Suchar bei der Schach-WM 1978 zwischen Karpow und Kortschnoi. Doch auch bei den Duellen K & K hatte es einen Parapsychologen gegeben, der zunächst Kasparov unterstützte. In der Dokumentation "Krieg auf dem Schachbrett - Das Duell Karpow gegen Kasparow" von Jean-Charles Deniau und Frédéric Gazeau tritt er auf. Tofik Dadaschew ...
    Die Schachgeschichte scheint voller Parapsychologen. Wolf Messing (https://de.wikipedia.org/wiki/Wolf_Messing), mit dem Spassky seine Erfahrungen machte, ist auch noch einer:

    http://de.chessbase.com/post/intervi...spassky-teil-2

    X-Ray-Bestrahlung, von der Spassky ebenfalls zu berichten weiß, scheint einen ähnlichen Effekt auszulösen. Oi, oi, oi, die Zunft der schachspielenden Elite der Vergangenheit lebte ganz schön lebensgefährlich: Umzingelt von Geheimdiensten und Parapsychologen.
    „Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen auch Zwerge lange Schatten.“ Karl Kraus

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