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Thema: Sind Schachspieler komisch?

  1. #1
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    Sind Schachspieler komisch?

    Das Klischee, daß Schachspieler „komische“ Menschen seien, grassiert nicht nur bei Nichtschachspielern, sondern auch bei Schachspielern selbst, also bei Leuten, die mitten drin in der Schachspielersozialisation sind und von daher Ahnung haben müßten, wovon sie reden. Mein Kollege Maschendrahtzaun äußerte sich etwa in diese Richtung, und so ist wohl davon auszugehen, daß er diese Einschätzung teilt.

    Ich möchte diesen Thread dazu nutzen, das Gegenteil zu behaupten und wenn möglich zu beweisen. Generell gilt erst einmal, daß Schachspieler keine Menschen vom Mond sind, sondern Menschen wie alle anderen Menschen, die nur ihr Hobby Schach voneinander unterscheidet. Und ob nun jemand ein Strategiespiel mag oder nicht, läßt m. E. keine Rückschlüsse auf die Persönlichkeit zu.

    Zudem bietet Schach im Gegensatz zu anderen Sportarten meist einen ganz guten Querschnitt über die gesamte Gesellschaft, von der es natürlich geradezu von „komischen“ Menschen wimmelt. Man fahre etwa nur abends mal mit einem Bus durch die Innenstadt oder spaziert durch die dieselbe. Während man aber z. B. beim Fußball davon ausgehen kann, daß dort meist sehr junge und agile Menschen spielen, durchtrainiert und willens, hart körperlich an sich zu arbeiten und von daher kaum in Gefahr, sich sozusagen gehenzulassen, ist es beim Schachspielen etwas anderes. Das Vereinsleben ist meistens viel lockerer gestaltet, und die Turniere fordern einem nicht soviel Kraft ab, daß man von einer gewissen Willensstärke zwangsläufig ausgehen kann. Man kann auch dann Schach spielen, wenn man selber sich schon sozusagen aufgegeben hat. Das ist bei körperbetonten Sportarten nicht der Fall. Auch ist die innere Disziplin nicht so stark. Beim Fußball werden etwa exzentrische Persönlichkeiten mit der Zeit durch den oft vorherrschenden Korpsgeist von der Gemeinschaft aussortiert, in einem Schachverein ist die Toleranz gegenüber Schrullen und Macken der Mitglieder meist stärker ausgeprägt.

    Eine andere Überlegung wäre die, daß man bei körperbetonten Sportarten dem Sportler bei der Ausübung seiner Tätigkeit sozusagen zugesteht, gerade in besonderer Situation zu sein, die nicht mit seinem normalen Alltagsverhalten gleichzusetzen ist. Niemand würde einem Fußballspieler, der schlammbeschmiert hinter einem Ball her rennt, attestieren, nicht normal zu sein. Bei einem Schachspieler gilt das aber nicht unbedingt. Während er selbst spielt, ist er im Zivil, und wir neigen dazu, den Schachspieler auch bei seiner Tätigkeit an dem zu messen, wie sich Menschen eigentlich im Alltag verhalten müßten. Kaum jemand würde einem Schachspieler da zugestehen, in einer besonderen Situation zu sein und sich nicht unbedingt so verhalten zu können, wie es die gesellschaftlichen Konventionen verlangen, selbst wenn er während der Partie wie geistesabwesend wirkt und dann offensichtlich in besonderer Spielsituation ist. Er muß sich aber konzentrieren können, um möglichst viel aus sich in der Partie herausholen zu können.

    Auch erscheint Nichtschachspieler das Verhalten von Schachspielern bei Turnieren gelegentlich komisch. Das fängt, daß sie bei Turnieren oft ihren Laptop dabei haben, dort unzählige Varianten durchackern und bei Gesprächen oft geistesabwesend sind, weil sie gerade im Geiste ihre ganzen Varianten durcharbeiten oder sich sonstwie mental auf ihr Turnier einstellen. Das ist aber nicht komisch, sondern gehört dazu, wenn man als Schachspieler möglichst erfolgreich ein Turnier bestreiten will, das ist normaler Wettkampfehrgeiz.

    Wie seht ihr das so bezüglich der Fragestellung?
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

  2. #2
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    AW: Sind Schachspieler komisch?

    Na ja, die Frage ist wie du komisch definierst.

    Ich bin mir sicher, dass Schachspieler eher ruhige Menschen sind. Außerdem bin ich der Meinung, dass es beim Schach sehr viele 'Nerds' gibt. Das ist nicht böse gemeint, ich habe natürlich auch viele ziemlich coole Leute beim Schach kennengelernt, aber es ist halt einfach so, dass vorallem Jugendliche, die richtig gut im Schach sind teilweise sozial zurückgeblieben sind. Das liegt einfach daran, dass sie halt jeden Tag sehr viel Zeit darein investiert haben, und dann wenig Zeit für Freunde usw haben. Und klar, Jugendliche die sich nicht selber beschäftigen können, werden dann jeden Tag jemanden suchen, mit dem sie was machen können. Bezieht sich natürlich bei weitem nicht auf jeden

    Zitat Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
    Das fängt, daß sie bei Turnieren oft ihren Laptop dabei haben, dort unzählige Varianten durchackern und bei Gesprächen oft geistesabwesend sind, weil sie gerade im Geiste ihre ganzen Varianten durcharbeiten oder sich sonstwie mental auf ihr Turnier einstellen. Das ist aber nicht komisch, sondern gehört dazu, wenn man als Schachspieler möglichst erfolgreich ein Turnier bestreiten will, das ist normaler Wettkampfehrgeiz.
    Also ich halte das ganz sicher nicht für normalen Wettkampfehrgeiz. Wenn jemand geistesabwesend ist, während ich mich mit ihm unterhalte würde ich den aber auch erstmal für sehr unfreundlich und dann in nächster Konsequenz auch für 'komisch' halten.
    Was ist also Wahrheit? ... eine Summe von menschlichen Relationen...
    Nietzsche

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