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Thema: Die Genies aus der zweiten Reihe

  1. #1
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    Die Genies aus der zweiten Reihe

    Carl Schlechter,Paul Keres,Efim Geller,Viktor Kortschnoi,David Bronstein,Vasilli Iwantschuk und Mikail Tschigorin,was haben diese Spieler gemeinsam,außer das sie Halbgötter im Schach waren?Richtig,die genannten hatten nur einen Makel:Sie wurden trotz ihrer Fähigkeiten auf den Brettern,die für uns die Welt bedeuten,niemals Weltmeister.
    Meiner Meinung nach,versagten sie deshalb,weil sie zu wenig "Siegerpersönlichkeit"hatten.(So wie in anderen Sportarten die "Trainingsweltmeister",die im Wettkampf dann doch untergehen).Das ist eine äußerst oberflächliche Ausführung von mir,wer will und kann in die Tiefe gehen....?

  2. #2
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    AW: Die Genies aus der zweiten Reihe

    Interessantes Thema. Meines Erachtens fehlt in der Liste noch Meister Tarrasch, der aber wohl, wie Zapp Brannigan schon schrieb, an seiner eigenen Arroganz gescheitert war. Dies bezieht sich vor allem auf die von Tarrasch nicht vorgebrachten WM-Herausforderungen an Steinitz und Lasker, weil eine Forderung an diese "schwächeren" Spieler unter Tarraschs Würde war. Als er Lasker 1908 endlich forderte, war es schon zu spät, denn Tarrasch hatte seinen Zenit überschritten.

    Mangelnder Siegeswille war bei Carl Schlechter auf jeden Fall zu konstatieren. Dazu gibt es in der Schachgeschichte mehrere interessante Indizien, wie hier von den Schachblättern erläutert:

    Zum anderen war Carl Schlechter nach den Berichten seiner Zeitgenossen ein außerordentlich freundlicher und friedfertiger Mensch. Er brachte es einfach nicht übers Herz, ein Remisgebot abzuschlagen. Siegbert Tarrasch beklagte sich während eines Turniers in völlig verlorener Stellung darüber, dass er sich krank fühle. Carl Schlechter gab die Partie sofort Remis – und Tarrasch gewann das Turnier mit einem halben Punkt Vorsprung. Emanuel Lasker stellte fest, dass Schlechter „nichts von einem Teufelskerl an sich habe.“ Man könne ihn nicht „verlocken, sich etwas zu nehmen, was ein anderer begehre“. Isidor Gunsberg berichtete, dass Schlechter es abgelehnt habe, in einem Turnier um den Schönheitspreis zu spielen, was er bei seinen taktischen Fähigkeiten durchaus gekonnt hätte. „Ich habe genug gewonnen, die anderen sollen auch etwas bekommen“, habe Schlechter gesagt.
    Dass er trotzdem fast gegen Lasker bei der WM 1910 gewinnen konnte, lag nach Ansicht von Treppner/Pfleger daran, dass es Schlechters Spiel, der frei von Schwächen war, an Ecken und Kanten gefehlt habe, an denen Lasker in seinem psychologischen Spiel habe ansetzen können. Laskers Stärke war es bekanntlich, die Schwächen seiner Gegner zu erkennen und gekonnt auszunutzen.

    Kortschnoi war zwar an Ehrgeiz und Trainingsfleiß nicht zu übertreffen, aber um ein ganz Großer zu werden, fehlte es ihm m. E. an dem letzten Quäntchen Spielstärke, das für die dünne Luft auf der absoluten Weltspitze ausgereicht hätte. 1978 hatte er nach seiner furiosen Aufholjagd gegen Karpov (5:5 nach 2:5) alle Chancen in der Hand, aber vergeigte die entscheidende Partie kläglich. Iwantschuk war genial, aber nervenschwach, ein ähnlicher Spielertyp wie Rubinstein, der nach 1914 zudem innerlich mehr und mehr zersetzt wurde. Bei Bronstein wird viel über die ominöse letzte Partie gegen Botwinnik während der Schach-WM 1951 diskutiert. Die These lautet, dass Bronstein nicht habe gewinnen dürfen, weil Botwinnik – ähnlich wie später Karpov – die Unterstützung des sowjetischen Machtapparats genossen habe. Die Verfechter dieser These berufen sich vor allem auf den schnellen Verlauf der kurzen Partie, die, obwohl Bronstein die weißen Steine führte, schnell in ein Remis überging. Geller und Keres wären beide würdige Weltmeister geworden, denen es zwar nicht an Spielstärke mangelte, wohl aber an Glück.
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

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