Die variante 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 a6, auch Janowski-Variante genannt, ist in letzter Zeit auch auf top-level sehr beliebt geworden (wenn auch da eher durch die Zugfolge 1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 d5 4.Sc3 a6). Die idee ist es, dxc4 gefolgt von b5 zu drohen, warum weiss normalerweise auf d5 schlägt.

Nach 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 a6 4.cxd5 exd5 5.Lf4 wurde früher immer 5...c6 6.e3 Ld6 7.Lxd6 Dxd6 gespielt, mit der Idee, Se7+Lf5 folgen zu lassen (falls weiss Dc2-Ld3 spielt muss man noch mit g6 nachhelfen). DAs ist die gleiche stellung wie 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 Le7 4.cxd5 exd5 5.Lf4 c6 6.e3 Ld6 7.Lxd6 Dxd6, aber mit dem zusatz-zug a6. Die frage ist, wie nützlich dieser zusatz-zug ist, da man eh oft später a5 spielen muss um den weissen minoritäts-angriff zu bremsen. Aber die Ansicht ist doch, dass die variante im schlimmsten fall halt "nur" gleich gut ist wie die 3...Le7 variante, und mit der möglichkeit dass a6 in gewissen abspielen sogar nützlich ist. In ein partien habe ich aber bemerkt, dass a6 auch ein nachteil sein kann wegen dem Loch auf b6, wo ein springer doch gerne mal reinhüpft und gleich noch eine Gabel droht.

Jetzt habe ich gesehen, dass die variante neuerding anders gespielt wird:

Nach 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 a6 4.cxd5 exd5 5.Lf4 spielt schwarz Lf6 6.e3 Ld6 7.Lxd6 Dxd6. Der springer ist auf f6 sicher besser als auf e7, aber die frage ist, was wir mit dem weissfeldrigen läufer machen, der jetzt nicht mehr einfach nach f5 gehen kann weil er nicht mehr vom springer auf e7 gedeckt wird. Die Antwort ist der Zug Sc6. Das sieht etwas anti-positionell aus weil es den c-bauern verstellt, hat aber 2 ideen. Die erste ist es, dass nach Dc2-Ld3 die gabel auf b4 droht, so dass weiss oft ein tempo mit a6 verlieren muss, und zweitens dass der springer danach nach e7 geht, wo er wiederum Lf5 ermöglicht. Somit kann der Sf6 nach e4 gehen, wo er hin will (und von e7 aus probleme hat hinzukommen), der Se7 ermöglicht Lf5 und kann später über c8 nach d6 und da der c-bauer noch auf c7 steht droht auch keine gabel mehr auf b6.