Ergebnis 1 bis 13 von 13

Thema: blunder1' Endspielecke

  1. #1
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    blunder1' Endspielecke

    Endspiele werden gerne etwas vernachlässigt; besonders junge Spieler lieben schöne Kombinationen und effektvolle Mattangriffe.
    Dabei führt eine gute Endspieltechnik nicht nur zu zahlreichen Punktgewinnen; sie stärkt das allgemeine Schachverständnis ungemein, da sie dem Spieler erlaubt, richtig abzuschätzen, ob er ins Endspiel übergehen soll oder nicht.
    Außerdem bereitet ein gut geführtes Endspiel genauso soviel Vergnügen wie eine schöne Kombination. Da Schach unerschöpflich ist, haben zahlreiche Kombinationen den Übergang in ein besseres oder haltbares Endspiel ermöglicht; auch direkt vor oder während eines Endspiels ist Taktik allgegenwärtig.

    Diese Endspielecke will ich mit einem Tribut an einen der größten Endspielkünstler aller Zeiten beginnen lassen: Akiba Rubinstein (1882-1961). Seine Meisterschaft auf diesem Gebiet ist legendär und hat ihm zahllose Punkte eingebracht.
    Sein Gegner Georg Salwe (1862-1920) war ein sehr starker Spieler, der u.a im Januar 1906 die All-Russische Meisterschaft in St. Petersburg gewonnen hatte (1. Salwe 13/16, 2.-3. Rubinstein und Blumenfeld 12/16).

    [Event "Karlsbad"]
    [Site "Karlsbad (Czech Republic)"]
    [Round "9"]
    [Date "1907.??.??"]
    [White "Salwe, Georg"]
    [Black "Rubinstein, Akiba"]
    [WhiteElo "2500"]
    [BlackElo "2640"]
    [Result "0-1"]

    1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bc4 Bc5 4.Nc3 Nf6 5.d3 d6 6.Be3 Bb6 7.Qd2 Bg4 8.Ng5 Bh5 9.f3 h6 10.Nh3 Qd7 11.Nf2 Nd4 12.Bxd4 Bxd4 13.Ncd1 d5 14.Bb3 O-O-O 15.O-O g5 16.Kh1 c6 17.Nc3 Bg6 18.a4 Kb8 19.a5 a6 20.Na4 Qc7 21.Qb4 Qd6 22.Qxd6+ Rxd6 23.c3 Ba7 24.Bc2 Nd7 25.Rae1 h5 26.Nd1 f6 27.Ne3 Rd8 28.b4 Bxe3 29.Rxe3 d4 30.Ree1 dxc3 31.Nxc3 h4 32.Kg1 Nf8 33.Kf2 Ne6 34.Ne2 Be8 35.Bb3 Nc7 36.Bc4 Bd7 37.Rc1 { Schwarz hat leichten Vorteil: von Weiß aus betrachtet sind das Feld d4 und der Bauer d3 schwach und die weit vorgerückte weißen Bauern am Damenflügel können anfällig werden. Nur reicht dies nicht, um mit Schwarz zu gewinnen. In einem Endspiel braucht man 2 Schwächen des Gegners, um gewinnen zu können. } Be6 { ! Obwohl Schwarz seinen "guten" Läufer abtauscht, ist dies die richtige Vorgehensweise. 37...Ne6 38.g3 Nd4?! 39.Nd4 Rd4 würde die Stellung zu sehr vereinfachen. } 38.Rc2 Bxc4 39.dxc4 { Obwohl sich Weiß seines schwachen d3-Bauern entledigt hat, hat Schwarz einen Vorteil für einen anderen eingetauscht: Er kontrolliert die einzige offene Linie und kann mit seinen Türmen - je nach Bedarf - auf d1, d2 und d3 eindringen. } Ne6 40.Rb1 Rd2 { ! Noch ein richtiger Abtausch. Mit nur einem Turm wird es Weiß schwerer fallen, seine Bauern am Damenflügel zu schützen. Richtig einzuschätzen, welche Figuren abgetauscht werden müssen und welche nicht, ist ein Zeichen echter Spielstärke. } 41.Rbb2 Rxc2 42.Rxc2 Rd3 { ! Die Drohung 43...Rb3 zwingt den weißen Turm in eine passivere Position. } 43.Rb2 Kc7 { Schwarz beginnt mit der Zentralisierung seines Königs. } 44.c5 Kd7 45.g3 { ? Die weiße Stellung ist nicht einfach zu spielen, da passiv, doch dieser Fehler beschleunigt die Niederlage. Besser wäre 45.h3 gewesen. } hxg3+ 46.hxg3 g4 { ! Und das ist der Grund: die weiße Bauernstruktur wird entscheidend geschwächt. } 47.Ng1 { 47.f4 ef4 48.gf4 Nf4! 49.Nf4 Rf3+ -+ } Ng5 { Gewinnt Material. } 48.Ke2 Ra3 49.f4 Nxe4 50.fxe5 fxe5 51.Kf1 Nxg3+ 52.Kg2 Nh5 53.Rf2 Nf4+ 54.Kh1 Ra1 55.Rd2+ Ke7 0-1


    Quellen: Zenon Franco Rubinstein move by move
    Donaldson & Minev The Life & Games of Akiva Rubinstein (2 Bände)


    Beiträge zu Endspielen von anderen Usern sind sehr willkommen, gerne auch aus ihrer eigenen Spielpraxis.

  2. #2
    aktiver Stammuser
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    AW: blunder1' Endspielecke

    Der bekannte Schachbuchautor IM Jeremy Silman, der auch ein Lehrbuch über Endspiele geschrieben hat, hält die folgenden fünf Spieler für die größten Endspielkünstler der Schachgeschichte: Emanuel Lasker, Akiba Rubinstein, José Raúl Capablanca, Wassili Smyslow und Bobby Fischer (https://de.scribd.com/document/24534...Players-Silman). Diese Liste kann diskutiert werden (Botwinnik? Karpow?), doch sie macht Sinn.

    St. Petersburg 1914: In einem der berühmtesten Superturniere der Schachgeschichte kommt es in der vierten Runde zum Aufeinandertreffen der beiden Erstgenannten, wobei ein Turmendspiel entsteht, das immer noch als vorbildlich gilt.

    Meine Quellen:
    • Siegbert Tarrasch Das Grossmeisterturnier zu St. Petersburg 1914 (1914)
    • John Nunn John Nunn's Chess Course (2014)

    Es ist interessant, die jeweiligen Analysen zu vergleichen, wobei zu beachten ist, dass Nunn auf viel mehr Kenntnisse und vor allem Engines zurückgreifen konnte.

    Die kritische Stellung entsteht nach dem 54. Zug von Weiß (Lasker). Der Weltmeister zeichnete sich durch sein Geschick aus, die Spannung in einer Stellung aufrecht zu halten und den Gegner immer wieder vor Probleme zu stellen; er hat langsam, aber sicher leichten Vorteil herausgespielt und die Stellungsbehandlung verlangt äußerste Genauigkeit von Schwarz.

    [Event "?"]
    [Site "it Petersburg"]
    [Round "?"]
    [Date "1914.??.??"]
    [White "Lasker, Emanuel"]
    [Black "Rubinstein, Akiba"]
    [WhiteElo "2720"]
    [BlackElo "2640"]
    [Result "1-0"]

    1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.O-O Nxe4 6.d4 b5 7.Bb3 d5 8.dxe5 Be6 9.c3 Bc5 10.Nbd2 O-O 11.Bc2 Nxd2 12.Qxd2 f6 13.exf6 Rxf6 14.Nd4 Nxd4 15.cxd4 Bb6 16.a4 Rb8 17.axb5 axb5 18.Qc3 Qd6 19.Be3 Bf5 20.Rfc1 Bxc2 21.Rxc2 Re8 22.Rac1 Rfe6 23.h3 Re4 24.Qd2 R8e6 25.Rc6 Qd7 26.Rxe6 Qxe6 27.Qd3 Qe8 28.Qc3 Kf7 29.Qd3 Kg8 30.Qc3 Qe6 31.Re1 Qe8 32.Kf1 h6 33.Qd3 Kf7 34.Rc1 Kg8 35.Qb3 Qf7 36.Rd1 c6 37.f3 Qf6 38.Qd3 Re7 39.Bf2 Qd6 40.Qc2 Kf7 41.Rc1 Re6 42.Qf5+ Rf6 43.Qe5 Re6 44.Qxd6 Rxd6 45.Ke2 Ke7 46.Kd3 Rg6 47.g3 Rf6 48.f4 Kd7 49.Re1 Rf8 50.Ra1 h5 51.Be3 g6 52.Rf1 Kd6 53.g4 hxg4 54.hxg4 { Weiß droht, mit Rh1, gefolgt von Rh6 oder Rh7, seinen Vorteil zu vergrößern. } c5 { ?? Die beiden Fragezeichen stammen von Nunn, während Tarrasch keine direkte Bewertung abgibt, sondern 54...Ke6 bevorzugt. Nunn hat Recht: Es ist unbegreiflich, dass der Endspielkünstler Rubinstein ein Turmendspiel zulässt, das Weiß sicher gewinnt. 54...Rh8! 55.f5 gf5 56.Rf5 Bd8 und Weiß steht nur etwas besser. } 55.dxc5+ Bxc5 56.Bxc5+ Kxc5 57.f5 gxf5 58.gxf5 { Der weiße Turm steht ideal (hinter dem Freibauern) und Schwarz ist verloren. } Rf6 { 58...Kd6 59.f6 Rf7 60.Kd4 Ke6 61.Re1+ Kd6 62.Ra1 +- } 59.Rf4 { Zugzwang! Schwarz muss entweder den weißen Freibauern weiter vorrücken oder den weißen König nach d4 oder - falls 59...d4 - nach e4 ziehen lassen. } b4 { Hartnäckiger ist 59...d4, doch sowohl Tarrasch (ohne Varianten), als auch Nunn weisen auf den weißen Gewinn hin: 60.Ke4 Rd6 61.Rf3 Kc4 62.f6! +- } 60.b3 Rf7 61.f6 Kd6 62.Kd4 Ke6 63.Rf2 Kd6 { 63...Rf6 64.Rf6+ Kf6 65.Kd5 Ke7 66.Kc4 Kd6 67.Kb4 Kc6 68.Ka5 +- } 64.Ra2 { ! Diese letzte Feinheit entscheidet endgültig die Partie, da Schwarz entweder ein verlorenes Bauernendspiel mit 64...Rf6 zulassen muss oder Material verliert. } Rc7 65.Ra6+ Kd7 66.Rb6 { Schwarz gibt auf. 66...Rc3 67.Rb4 Rf3 68.Ke5 Rd3 69.Rb8 Rf3 70.f7 Ke7 71.f8=Q+ und Weiß gewinnt leicht. } 1-0

  3. #3
    Administrator Avatar von Kiffing
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    AW: blunder1' Endspielecke

    Diese hartnäckige, zielgerichtete und konzentrierte Vorstellung des Weltmeisters gegen einen der stärksten Spieler seiner Zeit erinnert – auch wegen des Rammbocks auf der c-Linie – an den berühmten Sieg von Khan gegen Capablanca. Auch hier zahlte sich eine Engelsgeduld am Ende aus. Nicht immer muss Schach dynamisch sein, auch wenn es heute zunehmend so interpretiert wird. Für Watson ist deswegen Aljechin der erste "moderne" Spieler der Schachgeschichte gewesen. Hier die Endspielperle Khans:

    [Event "Hastings 1930/31"]
    [Site "Hastings ENG"]
    [Date "1930.12.31"]
    [EventDate "1930.12.29"]
    [Round "3"]
    [Result "1-0"]
    [White "Mir Sultan Khan"]
    [Black "Jose Raul Capablanca"]
    [ECO "E12"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "129"]

    1.Nf3 Nf6 2.d4 b6 3.c4 Bb7 4.Nc3 e6 5.a3 d5 6.cxd5 exd5 7.Bg5
    Be7 8.e3 O-O 9.Bd3 Ne4 10.Bf4 Nd7 11.Qc2 f5 12.Nb5 Bd6 13.Nxd6
    cxd6 14.h4 Rc8 15.Qb3 Qe7 16.Nd2 Ndf6 17.Nxe4 fxe4 18.Be2 Rc6
    19.g4 Rfc8 20.g5 Ne8 21.Bg4 Rc1+ 22.Kd2 R8c2+ 23.Qxc2 Rxc2+
    24.Kxc2 Qc7+ 25.Kd2 Qc4 26.Be2 Qb3 27.Rab1 Kf7 28.Rhc1 Ke7
    29.Rc3 Qa4 30.b4 Qd7 31.Rbc1 a6 32.Rg1 Qa4 33.Rgc1 Qd7 34.h5
    Kd8 35.R1c2 Qh3 36.Kc1 Qh4 37.Kb2 Qh3 38.Rc1 Qh4 39.R3c2 Qh3
    40.a4 Qh4 41.Ka3 Qh3 42.Bg3 Qf5 43.Bh4 g6 44.h6 Qd7 45.b5 a5
    46.Bg3 Qf5 47.Bf4 Qh3 48.Kb2 Qg2 49.Kb1 Qh3 50.Ka1 Qg2 51.Kb2
    Qh3 52.Rg1 Bc8 53.Rc6 Qh4 54.Rgc1 Bg4 55.Bf1 Qh5 56.Re1 Qh1
    57.Rec1 Qh5 58.Kc3 Qh4 59.Bg3 Qxg5 60.Kd2 Qh5 61.Rxb6 Ke7
    62.Rb7+ Ke6 63.b6 Nf6 64.Bb5 Qh3 65.Rb8 1-0
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

  4. #4
    aktiver Stammuser
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    AW: blunder1' Endspielecke

    Vielen Dank für diese sehr interessante Partie; Sultan Khan war wirklich ein erstaunlicher Spieler.
    Zitat Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
    Für Watson ist deswegen Aljechin der erste "moderne" Spieler der Schachgeschichte gewesen.
    Es würde mich sehr wundern, wenn Watson das heute noch glaubt. Lasker war der erste "moderne" Spieler.

    Jetzt zitiere ich aus meinem Aljechin-Thema:
    Zitat Zitat von blunder1 Beitrag anzeigen
    Ich habe Watsons Bücher über Schachstrategie, das erste ist 1999 erschienen.

    Ich glaube, dass der erste moderne und universelle Spieler Lasker war; Nunn und Marin haben mich überzeugt.
    Lasker war seiner Zeit weit voraus, daher verstanden seine Zeitgenossen sein Spiel nicht und dachten sich die tollsten Erklärungen für seine Erfolge aus (vor allem die “psychologische Kriegsführung im Schach").
    Diese “Märchen” (so Hübner) sind mittlerweile widerlegt, sind aber unkritisch von Generation zu Generation weitergegeben worden und immer noch weit verbreitet.
    Allerdings ist die qualifizierte Neubewertung (mit Computerunterstützung) von Laskers Stil noch recht jung und Watsons Buch Geheimnisse der modernen Schachstrategie ist fast 20 Jahre alt, der Folgeband stammt aus dem Jahr 2003.
    Zu dem Thema habe ich mich bereits ausführlich in meinem Thread Magnus Carlsen: Der “Lasker des 21. Jahrhunderts”? geäuβert.
    Watsons Bücher über Schachstrategie sind interessant, aber nicht mehr die jüngsten. Watson selber hat zu der Neubewertung von Laskers Schach beigetragen.

  5. #5
    Klarer Fixpunkt Avatar von Kampfkeks
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    AW: blunder1' Endspielecke

    Schöne Idee mit der Endspielecke, blunder!

  6. #6
    aktiver Stammuser
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    AW: blunder1' Endspielecke

    Ich habe sehr viel Schachunterricht gegeben und glaube, dass sich jeder Spieler mit dem folgenden Modellendspiel vertraut machen sollte; es beinhaltet alles, was gut geführte Turmendspiele auszeichnet.

    Im Rahmen des Superturniers New York 1924 traf der damalige Weltmeister, José Raúl Capablanca mit den weißen Steinen auf Savielly Tartakower. Capablanca gehört ebenfalls zu den größten Endspielkünstlern aller Zeiten und demonstriert in dieser Partie seine ganze Meisterschaft.

    [Event "New York"]
    [Site "New York"]
    [Round "06"]
    [Date "1924.??.??"]
    [White "Capablanca, Jose"]
    [Black "Tartakower, Savielly"]
    [WhiteElo "2730"]
    [BlackElo "2560"]
    [Result "1-0"]

    1.d4 e6 2.Nf3 f5 3.c4 Nf6 4.Bg5 Be7 5.Nc3 O-O 6.e3 b6 7.Bd3 Bb7 8.O-O Qe8 9.Qe2 Ne4 10.Bxe7 Nxc3 11.bxc3 Qxe7 12.a4 Bxf3 13.Qxf3 Nc6 14.Rfb1 Rae8 15.Qh3 Rf6 16.f4 Na5 17.Qf3 d6 18.Re1 Qd7 19.e4 fxe4 20.Qxe4 g6 21.g3 { Weiß will den schwarzen Königsflügel mit h4-h5 aufbrechen. } Kf8 22.Kg2 Rf7 { 22...Qc6 23.Qc6 Nc6 24.h4 mit weißer Initiative. } 23.h4 d5 { 23...Nc4 24.Bc4 d5 25.Bd5 Qd5 26.a5! und der Ra1 wird auf der a-Linie sehr aktiv werden. } 24.cxd5 exd5 25.Qxe8+ Qxe8 26.Rxe8+ Kxe8 27.h5 { Schwarz kann nicht wirklich verhindern, dass der weiße Turm über die h-Linie eindringen wird. } Rf6 { 27...gh5 28.Rh1 Kf8 29.Rh5 gewinnt einen Bauern. } 28.hxg6 hxg6 29.Rh1 Kf8 30.Rh7 Rc6 { Zwar ist der Bauer c3 sehr schwach, doch der Bauer g6 ist ebenso anfällig und Weiß fällt es leichter, einen Freibauern am Königsflügel zu bilden, als Schwarz am Damenflügel. } 31.g4 Nc4 32.g5 { Droht Rh6 gefolgt von f5. } Ne3+ 33.Kf3 Nf5 { 33...Nd1 34.Rh6 Kf7 35.f5 Rc3 36.fg6+ Kg8 37.Ke2 Nb2 38.Bf5 +- } 34.Bxf5 gxf5 35.Kg3 { ! Weiß opfert Material um maximale Aktivität zu erreichen. } Rxc3+ 36.Kh4 Rf3 37.g6 { ! } Rxf4+ 38.Kg5 Re4 39.Kf6 { ! Weiß schlägt nicht auf f5, da dieser Bauer den König vor möglichen Schachgeboten schützt. Weiß droht mit Matt, daher kann Schwarz seinen Freibauern hier nicht in Marsch setzen. } Kg8 40.Rg7+ Kh8 41.Rxc7 Re8 42.Kxf5 { Erst nachdem Schwarz in eine sehr passive Lage gedrängt worden ist, holt sich Weiß den Bauern. } Re4 43.Kf6 Rf4+ 44.Ke5 Rg4 45.g7+ Kg8 { 45...Rg7 46.Rg7 Kg7 47.Kd5 Kf6 48.Kc6 führt zu einem elementaren Gewinn. } 46.Rxa7 Rg1 47.Kxd5 { Die schwarzen Bauern fallen wie reife Früchte. } Rc1 48.Kd6 Rc2 49.d5 Rc1 50.Rc7 Ra1 51.Kc6 Rxa4 52.d6 1-0


    Dieses Endspiel zeigt alles, was in Turmendspielen wichtig ist: maximale Aktivität mit König und Turm anstreben, die Bildung von Freibauern, den Gegner möglichst in eine passive Lage drängen, und Aktivität höher als sofortigen Materialgewinn einstufen.

    Quelle: Burgess, Nunn & Emms The Mammoth Book of the World's Greatest Chess Games (2. Ausgabe 2010)

  7. #7
    aktiver Stammuser
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    AW: blunder1' Endspielecke

    Der Vierte im Bunde der größten Endspielkünstler ist Wassili Smyslow (1921-2010), der 1957 der siebte Schachweltmeister wurde.
    Seine Meisterschaft im Endspiel würdigte der Verlag Bock & Kübler, indem er zu Smyslows 75. Geburtstag sein Buch Die Kunst des Endspiels veröffentlichte.

    Einige aufschlussreiche Zitate:

    „Die meisten Schachpartien werden im Endspiel entschieden.“ (S. 7)

    „Wer am Brett als erster die Konturen eines bevorstehenden Endspiels vorauszusehen vermag, der ist in der Lage, die Aufstellung der Bauern sowie die Dynamik der eigenen und gegnerischen Figuren richtig einzuschätzen und verfügt damit über einen wesentlichen Vorteil.

    Häufig führt der Versuch, die Partie durch Abtausch zu vereinfachen, zu einem ungünstigen Endspiel. Diese Art des Spiels auf Remis erweist sich dann als Weg zum Verlust.“ (S. 103)

    In der 20. Partie des WM-Wettkampfs 1957 spielt Titelverteidiger Botwinnik, der mit 2 Punkten zurückliegt, eine scharfe Variante seiner geliebten Französischen Verteidigung, die ein Bauernopfer einschließt und ihm die Errichtung eines Bauernvollzentrums erlaubt. Mit sehr präzisem Spiel gelingt es Smyslow, in ein vorteilhaftes Endspiel überzugehen, das er mit eiserner Hand zum Sieg führt. Mit diesem Erfolg bricht er endgültig Botwinniks Widerstand in dem Match.

    [Event "World Championship 21th"]
    [Site "Moscow"]
    [Round "20"]
    [Date "1957.??.??"]
    [White "Smyslov, Vassily"]
    [Black "Botvinnik, Mikhail"]
    [WhiteElo "2620"]
    [BlackElo "2640"]
    [Result "1-0"]

    1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 c5 5.a3 Bxc3+ 6.bxc3 Qc7 7.Qg4 f6 8.Nf3 Nc6 9.Qg3 Qf7 10.dxc5 Nge7 11.Bd3 fxe5 12.Nxe5 Nxe5 13.Qxe5 O-O 14.O-O Nc6 15.Qg3 e5 16.Be3 Bf5 17.Rab1 Bxd3 18.cxd3 Rae8 19.f4 Qc7 20.fxe5 Rxf1+ 21.Rxf1 Qxe5 22.Qxe5 Nxe5 23.Rd1 { Die Aufgabe von Weiß besteht nun darin, seinen Materialvorteil zu verwerten. Einige technische Schwierigkeiten sind noch zu überwinden. } Kf7 24.h3 Nc6 25.Bf4 Re7 26.Bd6 Rd7 27.Rf1+ Ke6 28.Re1+ Kf7 29.Kf2 { Die Wichtigkeit der Zentralisierung des Königs im Endspiel kann nicht überbetont werden. } b6 { Pro und Contra: Zwar entledigt sich Schwarz seiner Schwäche auf b7, doch gleichzeitig kann Weiß seinen Doppelbauern auflösen. } 30.Rb1 Ke6 31.Rb5 { ! Der Läufer wird von der Deckung des c5-Bauern befreit. } d4 { ? Dieser Zug führt endgültig zum Verlust, da Schwarz eine taktische Finesse übersehen hat. } 32.c4 bxc5 33.Bh2 { ! Das ist sie! Schwarz hoffte wohl auf 33.Bc5? Rf7+ 34.Ke2 Rf5 und Weiß kann seine Figuren nur schwer entwirren. } Rf7+ 34.Ke2 Re7 { 34...Rf5 35.g4 Rg5 36.Bf4 Rg6 37.Rc5 } 35.Rxc5 Kd7+ 36.Kd2 Re6 37.Rg5 g6 38.Rd5+ Kc8 39.Bg1 Rf6 40.Bxd4 Nxd4 41.Rxd4 Rf2+ 42.Kc3 { Schwarz gibt auf. 42...Rg2 43.Rf4 h5 44.Rf7 Rg3 45.Rg7 und die beiden verbundenen Freibauern entscheiden. } 1-0


    Dieser Sieg sieht trügerisch einfach aus. Die Kunst Smyslows liegt darin, dass er schon sehr frühzeitig die Konturen des sich anbahnenden Endspiels richtig eingeschätzt und dieses Endspiel dann herbeigeführt und souverän gewonnen hat.

    Monte Carlo, Frühjahr 1967. Nach einem fulminanten Start (5/5) gewinnt Bobby Fischer das kurze Turnier mit einem halben Punkt Vorsprung vor Smyslow. Fischer gehört ebenfalls zu den größten Endspielkünstlern und war bereits als Teenager außergewöhnlich stark auf diesem Gebiet. Doch in der 7. Runde wird er von Smyslow in einem Turmendspiel überspielt; letzterer vergibt mit seinem 39. Zug den Gewinn.

    [Event "Monte Carlo"]
    [Site "Monte Carlo"]
    [Round "7"]
    [Date "1967.3.??"]
    [White "Fischer, Robert J"]
    [Black "Smyslov, Vassily"]
    [WhiteElo "2690"]
    [BlackElo "2620"]
    [Result "1/2-1/2"]

    1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Bxc6 dxc6 5.O-O f6 6.d4 Bg4 7.dxe5 Qxd1 8.Rxd1 fxe5 9.Rd3 Bxf3 10.Rxf3 Nf6 11.Nc3 Bb4 12.Bg5 Bxc3 13.bxc3 Rf8 14.Bxf6 Rxf6 15.Rxf6 gxf6 16.Rd1 Ke7 17.Rd3 Rf8 18.Kf1 a5 19.g4 Rg8 20.h3 b5 21.Ke2 Ke6 22.Kf3 Rb8 23.Ke3 c5 24.c4 bxc4 25.Ra3 Rb5 26.Kd2 Kd6 27.Rf3 Ke6 28.Kc1 Rb8 29.Ra3 Rb5 30.Rc3 Kd6 { Die Partie ist ausgeglichen, doch nicht einfach zu spielen. } 31.a3 { 31.Rc4 Rb4! } Rb8 32.Rxc4 h5 { ! } 33.f3 Kc6 34.Rc3 Rd8 { ! =+ } 35.Rd3 Rh8 36.Kd2 c4 37.Re3 Kc5 { Schwarz ist es gelungen, eine aktivere Stellung herauszuspielen; Weiß steht nur leicht schlechter, doch muss er äußerst genau spielen. } 38.Re2 { ? 38.Kc3 hg4 39.fg4 } hxg4 39.hxg4 Rh1 { ? Zeitnot? 39...Rh3! 40.Ke3 Rh1 41.Rg2 Ra1! -+; 40.Rf2 Rg3 41.Kc3 Rg1 42.Rd2 c6 43.Rf2 a4 44.Rh2 Ra1 45.Kb2 Rf1 46.Rh3 Kd4 -+ } 40.Rg2 { ! mit der Idee g5 = } 1/2-1/2


    Zum Abschluss möchte ich Euch eine Kuriosität vorstellen, die auch eine Art Warnung ist:
    So wichtig die Aktivierung des Königs in Endspielen auch ist, so ist doch Aufmerksamkeit geboten, da es sonst – selbst auf höchstem Niveau – zu sehr unangenehmen Überraschungen kommen kann.

    [Event "Smyslov - Botvinnik World Championship Rematch"]
    [Site "Moscow URS"]
    [Date "1958.03.18"]
    [EventDate "?"]
    [Round "5"]
    [Result "1-0"]
    [White "Vasily Smyslov"]
    [Black "Mikhail Botvinnik"]
    [ECO "B58"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "81"]

    1.e4 c5 2.Nf3 Nc6 3.d4 cxd4 4.Nxd4 Nf6 5.Nc3 d6 6.Be2 g6 7.Be3
    Bg7 8.h4 O-O 9.h5 d5 10.hxg6 hxg6 11.exd5 Nxd5 12.Nxc6 bxc6
    13.Nxd5 Qxd5 14.Qxd5 cxd5 15.O-O-O Bb7 16.f4 d4 17.Bxd4 Bxg2
    18.Rhg1 Be4 19.Bxg7 Kxg7 20.Rd7 Kf6 21.Rd4 Bf5 22.Rgd1 Rac8
    23.R1d2 Rc7 24.b3 Rh8 25.Bc4 Rh3 26.Kb2 Re3 27.a4 e5 28.fxe5
    Kxe5 29.a5 Be6 30.Bxe6 Kxe6 31.Rd8 Ke7 32.Rb8 Re6 33.c4 a6
    34.Kc3 f5 35.Rdd8 f4 36.Re8+ Kf6 37.Rxe6+ Kxe6 38.Kd4 Rf7
    39.Ke4 Kd6 { Die weißen Figuren stehen aktiver, Schwarz hofft auf seinen f-Bauern } 40.Rb6+ Kc5 { ?? Aua! 40...Kc7 41.Ra6 Rf8 42.Rg6 f3 43.Rg1 Rb8 44.Rf1 Rb3 45.Rf3 Rb1 46.Kd5 Kb7! und Schwarz kann noch auf Rettung hoffen. } 41.Kd3 { Mit der Mattdrohung 42.b4 } 1-0


    Quellen:
    • Wassili Smyslow Die Kunst des Endspiels
    • Plisetsky & Voronkov Russians versus Fischer

  8. #8
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    AW: blunder1' Endspielecke

    Um die Einleitung zu dieser Endspielecke zu vervollständigen, will ich jetzt etwas auf den jüngsten des Silmanschen Quintetts der größten Endspielkünstler eingehen, Robert James Fischer (1943-2008).

    Fischer zeichnete sich bereits als Teenager als großer Endspielkönner aus, was damals so gut wie nie vorkam; ohne Internet und Datenbanken dauerte es normalerweise viele Jahre, um sich die Technik und Kenntnisse anzueignen, die für eine gute Endspielführung notwendig sind.
    Der jugendliche Fischer verblüffte seine Großmeisterkollegen immer wieder.

    Buenos Aires, Juni-Juli 1960. Der 17-jährige Fischer erzielt mit dem geteilten 13.-16. Platz das schlechteste Ergebnis seiner Karriere; gerüchteweise soll eine Romanze mit einer jungen Argentinierin dazu beigetragen haben.
    In der 9. Runde trifft er zum ersten Mal auf den sowjetischen Großmeister Mark Taimanow. Dieser vergibt im Mittelspiel den Gewinn, lenkt jedoch in ein für Schwarz (Fischer) sehr schwieriges Endspiel ein.
    Und dann geschieht Erstaunliches: Nach der Wiederaufnahme der Hängepartie steht Fischer mit dem Rücken zur Wand, doch gerade als das Endspiel seine kritischste Phase erreicht, fängt er an, sehr schnell einen „einzigen“ Zug nach dem anderen zu spielen, was es ihm erlaubt, das Remis zu halten.

    [Event "Buenos Aires"]
    [Site "Buenos Aires"]
    [Round "9"]
    [Date "1960.6.??"]
    [White "Taimanov, Mark E"]
    [Black "Fischer, Robert J"]
    [WhiteElo "2590"]
    [BlackElo "2690"]
    [Result "1/2-1/2"]

    1.c4 Nf6 2.Nc3 e6 3.d4 Bb4 4.e3 O-O 5.Bd3 d5 6.Nf3 Nc6 7.O-O dxc4 8.Bxc4 Bd6 9.Nb5 Be7 10.h3 a6 11.Nc3 Bd6 12.e4 e5 13.Be3 exd4 14.Nxd4 Bd7 15.Re1 Qe7 16.Bg5 Nxd4 17.Nd5 Qe5 18.f4 Nf3+ 19.Qxf3 Qd4+ 20.Kh1 Ng4 21.hxg4 Qxc4 22.b3 Qb5 23.a4 Qa5 24.Red1 Bc6 25.e5 Bb4 26.Qe4 Bxd5 27.Rxd5 Qb6 28.f5 Bc3 29.Rc1 Bb2 30.Rb1 Bc3 31.Rc1 Bb2 32.Rc4 Rae8 33.f6 c6 34.fxg7 cxd5 35.gxf8=Q+ Kxf8 36.Qxh7 Bxe5 37.Rf4 Qe6 38.Rf1 b5 39.axb5 axb5 40.Bd2 Ke7 41.Bb4+ Kd8 42.Rxf7 Rh8 43.Rf8+ Rxf8 44.Bxf8 Qf6 45.Bc5 d4 46.Kg1 Qf4 47.Qe7+ Kc8 48.Qf8+ Qxf8 49.Bxf8 Bg3 50.Kf1 d3 51.Bb4 Kd7 52.Be1 Bf4 53.Bc3 Bg3 54.g5 Ke6 55.g6 Ke7 56.Be1 Bf4 57.Bh4+ Kf8 58.g3 Bd6 59.Kf2 Bc5+ 60.Kf3 Kg7 61.Bg5 Kxg6 62.Bf4 { Ein Spieler, der nicht mit den Feinheiten von Läuferendspielen vertraut ist, käme kaum auf } Kh5 { ! 62...Kf5? 63.g4+ Ke6 64.Ke4 +- } 63.Ke4 { 63.g4+ Kh4! = } Kg4 64.Kxd3 Kf3 65.Bc7 Bf2 66.Bd6 Be1 67.Kd4 Kg4 68.Kc5 b4 69.Kb5 Kf5 70.Kc4 Ke6 71.Bc7 Kf5 72.Kd3 Kg4 73.Bd6 Bc3 { ! } 74.Kc4 Be1 75.Bxb4 Bxg3 76.Bc3 Bd6 77.Kd5 Be7 78.Bd4 Bb4 { ! } 79.Kc4 Ba5 { ! } 80.Bc3 Bd8 { ! } 81.b4 Kf4 { ! } 82.b5 { 82.Kd5 Ke3 = } Ke4 83.Bd4 Bc7 84.Kc5 Kd3 { ! } 85.Kc6 Kc4 { ! } 86.Bb6 Bf4 87.Ba7 Bc7 { ! } 1/2-1/2


    Nach der Partie fragt Taimanow Fischer, wie er denn diese heikle Situation so schnell meistern konnte. Darauf antwortet Fischer nur, dass er nicht nachdenken musste, sondern sich in allen Details und Varianten an eine Analyse dieses Endspiels von Juri Awerbach erinnern konnte, welche dieser sieben Jahre zuvor in der Schachzeitschrift Shakhmaty veröffentlicht hatte.

    Neun Jahre später trifft Fischer im Rahmen des Interzonenturniers in Palma de Mallorca zum zweiten Mal auf Taimanow. Nach der Eröffnung steht Schwarz (Taimanow) sogar leicht besser, doch dann wird er schrittweise überspielt und nennt Fischers Endspielbehandlung „einfach nur großartig“.

    [Event "FIDE (28) 1970-1972"]
    [Site "Palma de Mallorca izt"]
    [Round "1"]
    [Date "1970.11.??"]
    [White "Fischer, Robert J"]
    [Black "Taimanov, Mark E"]
    [WhiteElo "2720"]
    [BlackElo "2600"]
    [Result "1-0"]

    1.e4 c5 2.Nf3 Nc6 3.d4 cxd4 4.Nxd4 e6 5.Nb5 d6 6.c4 a6 7.N5c3 Nf6 8.Be2 Be7 9.O-O O-O 10.Na3 b6 11.Be3 Bd7 12.Rc1 Qb8 13.f3 Ra7 14.Nc2 Rd8 15.Qe1 Be8 16.Qf2 Rb7 17.a4 a5 18.Nd4 Nxd4 19.Bxd4 Nd7 20.Qg3 Bf6 21.Bxf6 Nxf6 22.Rfd1 e5 23.Qh4 h6 24.Rd2 Nd7 25.Bd1 Nc5 26.f4 exf4 27.Qxf4 Ne6 { ? 27...Re7! 28.Bc2 Re5 =+ } 28.Qg3 Qc7 29.Nd5 Qc5+ 30.Kh1 Bc6 31.Rc3 { ! } Ng5 32.Bc2 { += } Bxd5 33.Rxd5 Qc7 { 33...Qb4? 34.Rb5 } 34.e5 { ! } dxe5 35.Qxe5 Rdb8 { ?! 35...Ne6! } 36.Bf5 { ! } Qxe5 37.Rxe5 g6 38.h4 { ! } Nh7 { ?! 38...f6! 39.Rb5 gf5 40.hg5 hg5 41.Rf5 Kg7 += } 39.Bg4 Nf6 40.Bf3 Rd7 { ? 40...Rc7 } 41.Rb5 Rd4 42.c5 { ! +- } Rxh4+ 43.Kg1 Rb4 44.Rxb4 { ! } axb4 45.Rc4 bxc5 { 45...Nd7 46.c6 +- } 46.Rxc5 Kg7 47.a5 Re8 48.Rc1 { ! } Re5 49.Ra1 Re7 50.Kf2 Ne8 51.a6 Ra7 52.Ke3 Nc7 53.Bb7 Ne6 54.Ra5 { ! } Kf6 55.Kd3 Ke7 56.Kc4 Kd6 57.Rd5+ Kc7 58.Kxb4 1-0


    Auch diese Partie zeigt, wie meisterhaft Fischer es verstand, Stellungen herbeizuführen, in denen sein Läufer dem gegnerischen Springer überlegen war.
    Diese Virtuosität hat GM Mihail Marin dazu bewogen, ihr in seinem Buch Learn from the Legends ein ganzes Kapitel zu widmen (Bobby Fischer's Pet Bishop).

    Für Taimanow sollte es noch viel schlimmer kommen, mit dramatischen Konsequenzen (s. https://www.schachburg.de/threads/25...ers-Opfer-quot).
    Im Frühjahr 1971 traf er im Kandidatenviertelfinale in Vancouver erneut auf Fischer und verlor 0:6, ohne ein einziges Remis. Das Match war viel umkämpfter, als es das Ergebnis aussagt und Fischer musste mehrfach hartnäckigen Widerstand brechen.
    Besonders die vierte Partie gilt als Lehrbuchbeispiel für die Überlegenheit des Läufers gegenüber dem Springer mit Bauern auf beiden Flügeln. Taimanow wehrt sich heldenhaft, macht kaum Fehler und ist dennoch chancenlos.

    [Event "Vancouver cm 1/4 final"]
    [Site "Vancouver CAN"]
    [Round "4"]
    [Date "1971.5.??"]
    [White "Fischer, Robert J"]
    [Black "Taimanov, Mark E"]
    [WhiteElo "2740"]
    [BlackElo "2620"]
    [Result "1-0"]

    1.e4 c5 2.Nf3 Nc6 3.d4 cxd4 4.Nxd4 Qc7 5.Nc3 e6 6.g3 a6 7.Bg2 Nf6 8.O-O Nxd4 9.Qxd4 Bc5 10.Bf4 d6 11.Qd2 h6 12.Rad1 e5 13.Be3 Bg4 { Diese Stellung hat Taimanow in seiner Vorbereitung als gut spielbar eingestuft, doch Fischer widerlegt dies. } 14.Bxc5 { ! } dxc5 15.f3 Be6 16.f4 { ! } Rd8 { 16...0-0 17.Nd5 +=; 17.Qd6 += } 17.Nd5 Bxd5 18.exd5 e4 19.Rfe1 Rxd5 20.Rxe4+ { ! } Kd8 21.Qe2 Rxd1+ 22.Qxd1+ Qd7 { ?! Besser war wohl 22...Kc8 doch auch da steht Weiß besser. } 23.Qxd7+ Kxd7 { Taimanow: "In what followed I felt like Dr. Watson, who could only play along and admire the resourcefulness and imagination of the great Sherlock Holmes!" } 24.Re5 b6 { ?! Marin meint, dass dies der einzige, außerdem kaum bemerkbare Fehler von Schwarz in dem ganzen Endspiel ist. 24...Kd6 hätte bessere Chancen ergeben. } 25.Bf1 a5 26.Bc4 Rf8 27.Kg2 { Weiß hat die erste Phase seines Plans abgeschlossen: Seine Figuren dominieren. Jetzt beginnt die 2. Phase, in der Weiß Schwarz zu Schwächen auf beiden Flügeln zwingt. } Kd6 28.Kf3 Nd7 29.Re3 Nb8 30.Rd3+ Kc7 31.c3 { Dieser wichtige Zug nimmt dem schwarzen Springer mögliche Felder, ohne die Elastizität der weißen Bauernstruktur zu beeinträchtigen. } Nc6 32.Re3 Kd6 33.a4 { Hält Weiß die Möglichkeit offen, später mit dem König über b5 den schwarzen Damenflügel anzugreifen. Den schwarzen Königsflügel setzt er unter Druck, in der Hoffnung, wenigstens einen Bauern auf einem weißen Feld zu fixieren. } Ne7 34.h3 { Eine wichtige Regel im Endspiel: Nichts überstürzen! } Nc6 35.h4 h5 36.Rd3+ { ! } Kc7 37.Rd5 f5 38.Rd2 Rf6 39.Re2 Kd7 40.Re3 g6 41.Bb5 Rd6 42.Ke2 Kd8 { Praktisch eine Art Zugzwang. 42...Rf6 lässt den weißen König nach b5. } 43.Rd3 Kc7 44.Rxd6 Kxd6 45.Kd3 { Der Läufer wird den Bauern g6 angreifen, der König den Bauern b6. } Ne7 46.Be8 Kd5 47.Bf7+ Kd6 48.Kc4 Kc6 49.Be8+ Kb7 50.Kb5 Nc8 { Vorsicht! Schwarz droht mit Matt in einem Zug. } 51.Bc6+ Kc7 52.Bd5 Ne7 53.Bf7 { ! Der Läufer kann immer wieder Tempi verlieren, um eine Zugzwangstellung zu erreichen. } Kb7 54.Bb3 Ka7 55.Bd1 Kb7 56.Bf3+ Kc7 57.Ka6 Nc8 58.Bd5 Ne7 59.Bc4 { ! } Nc6 60.Bf7 Ne7 61.Be8 Kd8 62.Bxg6 { ! Die Krönung des weißen Spiels. } Nxg6 63.Kxb6 Kd7 64.Kxc5 Ne7 65.b4 axb4 66.cxb4 Nc8 67.a5 Nd6 68.b5 Ne4+ 69.Kb6 Kc8 70.Kc6 Kb8 71.b6 1-0


    Fischer gilt nicht umsonst als einer der größten Endspielkünstler aller Zeiten.


    Quellen:
    • Mihail Marin Learn from the Legends
    • Plisetsky & Voronkov Russians versus Fischer

  9. #9
    aktiver Stammuser
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    AW: blunder1' Endspielecke

    Taktik kommt in Endspielen immer wieder vor; man braucht nur zu googeln und kann viele Umwandlungskombinationen finden.

    Die vielleicht berühmteste aller Umwandlungskombinationen ist folgende:

    [Event "Madrid"]
    [Site "Madrid ESP"]
    [Date "1933.06.??"]
    [EventDate "?"]
    [Round "?"]
    [Result "0-1"]
    [White "Martin Ortueta Esteban"]
    [Black "Jose Sanz Aguado"]
    [ECO "C00"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "70"]

    1. e4 e6 2. d3 d5 3. Nc3 Nf6 4. e5 Nfd7 5. f4 Bb4 6. Bd2 O-O
    7. Nf3 f6 8. d4 c5 9. Nb5 fxe5 10. dxe5 Rxf4 11. c3 Re4+
    12. Be2 Ba5 13. O-O Nxe5 14. Nxe5 Rxe5 15. Bf4 Rf5 16. Bd3 Rf6
    17. Qc2 h6 18. Be5 Nd7 19. Bxf6 Nxf6 20. Rxf6 Qxf6 21. Rf1 Qe7
    22. Bh7+ Kh8 23. Qg6 Bd7 24. Rf7 Qg5 25. Qxg5 hxg5 26. Rxd7
    Kxh7 27. Rxb7 Bb6 28. c4 dxc4 29. Nc3 Rd8 30. h3 Rd2 31. Na4
    Rxb2 { !! } 32. Nxb2 c3 33. Rxb6 c4 { ! } 34. Rb4 a5 { !! } 35. Nxc4 c2 { Der Bauer geht zur Dame. } 0-1


    Seit ewigen Zeiten wird diskutiert, ob diese Partie wirklich gespielt oder konstruiert worden ist. Der bekannte Schachhistoriker Edward Winter hat seine Recherchen veröffentlicht (http://www.chesshistory.com/winter/e...tuetasanz.html).

    Mit dieser glänzenden Kombination ist José Sanz Aguado schachliche Unsterblichkeit gewiss.
    Nur, ist dies begründet?

    Zwei Jahre zuvor wurde die „Perle von Poznan“ geboren:

    [Event "Poznan"]
    [Site "Poznan POL"]
    [Date "1931.??.??"]
    [EventDate "?"]
    [Round "?"]
    [Result "0-1"]
    [White "Tylkowski"]
    [Black "Antoni Wojciechowski"]
    [ECO "A03"]
    [WhiteElo "?"]
    [BlackElo "?"]
    [PlyCount "80"]

    1.f4 d5 2.e3 c5 3.Nf3 Nc6 4.Bb5 Bg4 5.O-O e6 6.d3 Be7 7.Nc3 d4
    8.Nb1 Nf6 9.e4 O-O 10.Bxc6 bxc6 11.c3 dxc3 12.Nxc3 Bxf3
    13.Rxf3 Ng4 14.Kh1 Qd4 15.Qg1 Qxg1+ 16.Kxg1 Bd8 17.Be3 Nxe3
    18.Rxe3 Bb6 19.Rd1 h6 20.e5 f6 21.exf6 Rxf6 22.Rf3 c4+ 23.d4
    c5 24.d5 exd5 25.Rxd5 Kh7 26.Rd7 Rd8 27.Rb7 Rg6 28.Rg3 Rxg3
    29.hxg3 Rd2 30.Na4 Rxb2 { !! Genau dieselbe Kombination!} 31.Nxb2 c3 32.Rxb6 c4 33.Rb4 a5
    34.Nxc4 c2 35.Nxa5 c1=Q+ 36.Kh2 Qc5 37.Rb2 Qxa5 38.g4 Qe1
    39.g3 h5 40.gxh5 Kh6 0-1

    Zufall oder Scherz? Dazu hat sich Tim Krabbé auf seiner Schachkuriositäten-Seite geäußert (https://timkr.home.xs4all.nl/chess/rxb2.htm).

  10. #10
    aktiver Stammuser
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    AW: blunder1' Endspielecke

    Der Grundsatz „Nichts überstürzen“ ist in Endspielen so wichtig, dass ihm Michail Schereschewski in seinem sehr bekannten Buch Strategie der Schachendspiele ein ganzes Kapitel widmet.
    Allerdings gilt er nur dann, wenn der Gegner kein Gegenspiel hat und man in Ruhe seine Stellung verstärken kann.

    Endspiele sind genauso reichhaltig wie das Schach selber; der Kampf um die Initiative kommt ebenfalls vor.
    Das folgende, berühmte Endspiel verdeutlicht dies sehr gut. Es erinnert mich an ein Eröffnungsduell, wo das Ergreifen der Initiative das Ziel ist:

    [Event "World Championship 7th"]
    [Site "USA"]
    [Round "1"]
    [Date "1907.??.??"]
    [White "Marshall, Frank"]
    [Black "Lasker, Emanuel"]
    [WhiteElo "2570"]
    [BlackElo "2720"]
    [Result "0-1"]

    1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 Nf6 4.d4 exd4 5.O-O Be7 6.e5 Ne4 7.Nxd4 O-O 8.Nf5 d5 9.Bxc6 bxc6 10.Nxe7+ Qxe7 11.Re1 Qh4 12.Be3 f6 13.f3 fxe5 14.fxe4 d4 15.g3 Qf6 16.Bxd4 exd4 17.Rf1 Qxf1+ 18.Qxf1 Rxf1+ 19.Kxf1 { Die Partie ist schnell in ein Endspiel übergegangen, in dem Schwarz auf Gewinn spielen kann, obwohl Weiß mit genauem Spiel das Remis halten sollte: In solchen Stellungen ist der Läufer dem Springer überlegen, der Bauer e4 ist schwach und Schwarz ist am Zug und ergreift die Initiative. } Rb8 20.b3 Rb5 { ! Viel stärker als das "natürliche" 20...Ba6+ . Der Rb5 ist sehr aktiv und es steht noch nicht fest, wo der Läufer am besten stehen wird. Wie der berühmte Schachtrainer Mark Dworetzki betont hat, wird bei Türmen immer wieder erwähnt, wie wichtig die Kontrolle offener Linien ist, doch offene Reihen zählen ebenfalls. } 21.c4 Rh5 { Zwingt den Kf1 in eine etwas passivere Position. } 22.Kg1 { 22.h4? g5!, da 23.hg5? nach 23...Rh1+ 24.Ke2 Kg7 oder 23...Rh2 24.Kg1 Re2 25.Na3 Bh3 verliert. } c5 23.Nd2 Kf7 24.Rf1+ { ?! Hilft dem Kf7 bei der geplanten Zentralisierung; 24.a3! a5 25.Rb1 Bg4 26.b4 cb4 27.ab4 ab4 28.Rb4 Ke6 29.Ra4 und Schwarz steht nur leicht besser, da der Ra4 aktiv ist. } Ke7 25.a3 { ? Verliert. 25.Nf3 Bg4 26.Nh4 Re5 27.Rf4 Bd1 28.Nf5+ Kd7 29.Ng7 Bc2; Schwarz hat Vorteil, aber Weiß kann noch kämpfen. } Rh6 { ! Noch ein sehr starker Zug, da der Turm jetzt auf der offenen 6. Reihe große Wirkung entfalten wird; -+. } 26.h4 { 26.b4 Ra6 -+. } Ra6 27.Ra1 { 27.a4 Rf6 28.Re1 (nach dem Turmtausch wird der e4-Bauern schnell mittels Zugzwang verloren gehen) 28...a5 und Weiß steht hoffnungslos passiv; Schwarz wird nach ...Bg4, ...Ke6-e5 , ...d3 und ...Kd4 leicht gewinnen. } Bg4 { Mit nicht einmal 10 Zügen hat Schwarz die totale Kontrolle über die Stellung errungen. } 28.Kf2 Ke6 29.a4 { 29.Nf3 Bf3 30.Kf3 Ke5 -+. } Ke5 { Droht mit 30...Rf6+, gefolgt von ...d3 und ...Kd4. } 30.Kg2 Rf6 31.Re1 d3 32.Rf1 Kd4 33.Rxf6 gxf6 34.Kf2 c6 35.a5 a6 { Zugzwang; Weiß verliert den e4-Bauern. } 36.Nb1 Kxe4 37.Ke1 Be2 38.Nd2+ Ke3 39.Nb1 f5 40.Nd2 h5 41.Nb1 Kf3 42.Nc3 Kxg3 43.Na4 f4 44.Nxc5 f3 45.Ne4+ Kf4 46.Nd6 c5 47.b4 cxb4 48.c5 b3 49.Nc4 Kg3 0-1

    Quellen:
    • Michail Schereschewski Strategie der Schachendspiele
    • John Nunn John Nunn's Chess Course

  11. #11
    aktiver Stammuser
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    AW: blunder1' Endspielecke

    Eine kleine Übung aus Lehrbuch des Schachspiels von Emanuel Lasker:

    Weiß ist am Zug. Kann er gewinnen? Oder hält Schwarz doch das Remis?

    Viel Spaß!





    1.Kh7 Ld4 2.Lh6+ Ke8 3.Lg7 Lc5 4.Lb2 Lf8 5.La3! +-


  12. #12
    aktiver Stammuser
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    AW: blunder1' Endspielecke

    Es gibt Endspiele, in denen König + Leichtfigur + Bauer gegen König nicht gewinnen.

    Das bekannteste Beispiel ist „Randbauer und schlechter Läufer“, d.h. ein Läufer, welcher das Umwandlungsfeld nicht kontrolliert:


    Hier kann Weiß den schwarzen König nicht aus der Ecke vertreiben, er kann ihn nur patt setzen.

    Dieses Motiv spielt immer wieder eine wichtige Rolle. Die Seite, die unter Druck steht, kann sich gegebenenfalls mit einem Opfer in dieses remisliche Endspiel retten.
    Die folgende Stellung stammt aus einer Turnierpartie:


    Hier erzwang Weiß mit 1.Sxb7 das sofortige Remis.

    Entscheidend ist, dass der schwächere König die Ecke erreichen kann.


    Weiß am Zug gewinnt.


    1.Le6! Ke7 2.h6! Kf6 (Schwarz droht mit 3...Kg6) 3.Lf5! Kf7 4.Lh7! Kf6 5.Kf4! Kf7 6.Kf5 Kf8 7.Kf6 Ke8 8.Kg7 +-



    In sehr seltenen Fällen kann es auch zu anderen Remisstellungen kommen:


    Hier rettet die sehr ungünstige Positionierung des Läufers Schwarz; die Stellung ist remis.

    Quelle: Juri Awerbach Erfolg im Endspiel

  13. #13
    aktiver Stammuser
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    AW: blunder1' Endspielecke

    Im Gegensatz zum Läufer kann der Springer jedes Feld erreichen; daher gewinnen König + Springer + Randbauer gegen König, von ganz seltenen Ausnahmen abgesehen, immer.

    Eine dieser Ausnahmen:


    Hier kann Weiß nicht mehr gewinnen, da er den schwarzen König nicht aus der Ecke vertreiben kann; mehr als ein Patt ist nicht erreichbar.

    Mit dem Bauern auf der 6. Reihe gewinnt Weiß leicht:


    1.Kh5 Kh8 2.Kg6 Kg8 3.Sd6 Kh8 4.Sf7+ Kg8 5.h7+ und der Bauer geht zur Dame.

    Eine andere Ausnahme:


    Schwarz am Zug kann sich retten. Wie?


    1...Kf8! (1...Kf7?? 2.Se6 und Schwarz muss den weißen König aus der Ecke und den Bauern zur Dame gehen lassen.) 2.Se6+ Kf7 und Weiß, der nur mit dem Springer ziehen kann, kann Schwarz nicht an ...Kf7-f8-f7-f8 hindern.
    Der Trick ist einfach: Wenn der Springer auf einem schwarzen Feld steht, muss der König auf das schwarze Feld ziehen; falls der Springer auf einem weißen Feld steht, muss der König auf das weiße Feld ziehen.



    Quelle: Juri Awerbach Erfolg im Endspiel

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