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Thema: Entwicklungshilfe

  1. #1
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    Entwicklungshilfe

    Hey Leute,
    habe gerade für meinen Englisch-GK einen Vortrag über Entwicklungshilfe vorbereitet. Das Thema finde ich sehr interessant, deswegen würde ich es hier gerne zur Diskussion stellen und versuche das mal möglichst kurz zusammenzufassen.

    Wie ist die Entwicklungshilfe überhaupt entstanden?
    • Entwicklungshilfe entstand in der Phase der Dekolonisierung, kurz nachdem der zweite Weltkrieg endetet und der kalte Krieg angefangen hatte
    • die westlich kapitalistischen Länder und östlichen kommunistischen Länder nutzten es als Tool um Einfluss in Afrika zu gewinnen
    • es wurde benutzt um wirtschaftlich und politisch Druckk auf die Länder auszuüben und es wurden auch Panzer und Raketen geschickt um eine loyale Allianze gegen die entgegengesetzte Ideologie zu gewinnen


    Importsubstitution und deren Folgen
    • Das Prinzip der Importsubstituion wurde am Anfang als Allheilmittel propagiert.
    • Der Sinn war, dass die Entwicklungsländer ihre Abhängigkeit von Importen verringern sollte, indem ihnen gewaltige Kredite aufgedrängt worden sind um Infrastruktur aufzubauen
    • Am Ende überstiegen die geleisteten Schuldendiesnte die erhaltene Entwicklungshilfe - es floss mehr Geld vom Süden in den Norden als umgekehrt


    Privatisierung & Liberalisierung
    • Nachdem die Importsubstitution nicht funktionierte, versuchte man den Markt zu liberalisieren und zu privatisieren.
    • Man meinte die »unsichtbare Hand des Marktes« würde es richten
    • Heutzutage glauben viele Afrikaner, dass der Import des Kapitalismus nur ein neuer Weg war, um den afrikanischen Kontinet weiter auszunutzen, wie es vor 500 Jahren begann.
    • Die Privatisierung nutze nur den Europäischen Firmen


    BILANZ


    1 Billionen Dollar seit den Fünfzigern investiert, Armut größer als zuvor
    • Nachdem mehr als 1 Billionen Dollar in den letzten 50 Jahren den afrikanischen Menschen gespendet worden ist, sind die meisten noch ärmer geworden und sind nun komplett abhängig von Entwicklungshilfe
    • Weil die Landwirtschaft komplett außen vor gelassen worden ist von den Instrudieländern, ist Afrika nun nicht einmal in der Lage genügend Essen noch Kleidung für sich selber herzustellen


    Industrieländer

    Das politische Regelwerk, das wir im Ausland vorangetrieben haben, half unseren Unternehmen, erfolgreich zu sein«, bilanziert der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz. Er war Chefökonom der Weltbank.
    "Heute geht es nicht mehr um Ideologie, sondern um den Zugang zu Märkten und Rohstoffen und um Vorherrschaft."
    oder wie der Ökonom Peter Bauer sagte:
    "eine klasse Methode um Geld von den Armen Menschen in reichen Ländern zu den reichen Menschen in Armen Ländern zu transferieren ist die Entwicklungshilfe"
    Warum ist das so?

    1. Das meiste Geld erreicht die Menschen gar nicht, die es brauchen und wird nutzlos verschwendet. Oft erreicht nur 10-30% die armen Menschen, der Rest wird für Bürokratie verbraucht und durch Korruption verschwendet. Z.B. in einem bekannten Fall fand die Weltbank heraus, dass nur 13% eines Bildungsprogramms zu Schulen gelangte. Das meiste davon verschwand an Phantomlehrer, die in Wirklichkeit garnicht exestieren.
    2. Die Hilfe von außen zerstört die Motivation von Afrikanern um Initiative zu ergreifen.
    3. Nahrungsmittel und Kleidung werden aus den reichen Industrieländern nach Afrika gebracht und machen dort die Menschen arbeitslos bzw. zerstören die Preise. Weil mit geschenkt können auch afrikanische Arbeiter nicht konkurrieren. So wird eine eigene Industrie und Unabhängigkeit klein gehalten (bekannt als die Dutch Disease)


    AUSBLICK
    Also wie wird es weitergehen? Es gibt die Bill Gates, Foundation, Tony Blairs Commission für Afrika, ein neues Programm von der EU und noch viele mehr Billionen Dollar Projekte. All diese gigantischen Projekte hinterfragen nicht wieso die früheren Hilfsprogramme nicht funktionierten und machen einfach bei dem alten Weg weiter.

    Das mit Abstand größte Projekt wurde in den USA gestartet. Sie nennen es: “the Millennium Development Goals". Es ist eine Sammlung von Zielen um die Armut zu halbieren, Aids zu bekämpfen, Kindersterben zu verringern etc bis 2015. 11 Jahre sind nun vergangen seitdem sie damit angefangen haben und es sieht sehr unwahrscheinlich aus, dass sie auch nur ein Ziel erreichen.

    Tony Vaux, der lange bei der britischen Hilfsorganisation Oxfam gearbeitet hat, spricht von »selbstsüchtigen Altruisten«. Sie gerieten, böse gesagt, selbst in Not, wenn sie die Not abschaffen würden. Egal, ob ihre Arbeit sinnvoll ist oder nicht, hauseigene Gutachter lassen sie stets im besten Licht erscheinen. So sichert das Geschäft mit der Armut Arbeitsplätze – im reichen Norden.

    QUELLEN:
    http://finance.mapsofworld.com/aid/f...hallenges.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C...%A4hrungsunion
    http://www.bukisa.com/articles/27594...o-poor-nations
    http://en.wikipedia.org/wiki/Develop...#Effectiveness
    http://www.zeit.de/2007/03/Entwicklungshilfe
    http://de.wikipedia.org/wiki/Millenn...ms-Gipfel_2010
    Was ist also Wahrheit? ... eine Summe von menschlichen Relationen...
    Nietzsche

  2. #2
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    AW: Entwcklungshilfe

    Du hast es für den Englisch-GK vorbereitet, es ist aber auf Deutsch?
    Very interesting...

    What I can´t understand is that your outlook to the future does not provide any kind of solution.
    I mean, what would you suggest?

    According to your explanations it would be best not to pay any development aid to the third world countries.
    But is it really worth trying it?
    In fact, there is legitimated doubt on the question whether classical development aid is a solution for the third world.
    However, there has no convincing idea come up in the last years which can replace it, as far as I concern.
    You state that poverty has even increased, but don´t forget that world population did as well.
    Moreover, we are not able to predict how the situation would develop without any kind of development aid.
    Would it be better?
    Or even worse?

    Finally, we have to distinguish between classical development aid and emergency aid. (Which I really would recommend to you doing it in your presentation as well)
    In the past few years, emergency aid has become more and more important and has really stretched its budget compared to classical development aid.
    Is it really a feasible approach to let people die instead of helping them.
    But, however, if we help all starving people in the entire world, there will be twice as much in a few years.
    This leads to the actual problem:
    The tremendously growing world population.
    How could we counteract that?
    Bevor man seinen Kopf schüttelt, vergewissere man sich, ob man einen besitzt.

  3. #3
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    AW: Entwcklungshilfe

    Ofc i have written it in english, but i didnt wanted to post it in english, cuz i thought not everyone would understand it. But the english version is way better than the german. I just translated it on the fly.

    Here is the english version:

    Development aid

    In my speech I examine the effects of development aid in Africa.
    First I want to tell you a little bit about the history of development aid.


    Why development aid in the first place?


    • Development aid was created shortly after the second world war when colonialism came to an end and the cold war started
    • Western capitalistic countries and eastern communist countries used it as a tool to gain influence in Africa.
    • Foreign aid can be used to create sufficient economic or political pressure on the receiving countries, in instances such as repayment of the aids taken as loans
    • They also send tanks and rockets. With these measures they boosted their own export industry and also won a loyal alliance against the opposing ideology.



    Import substition and their consequences


    • At the beginning they thought Import substition would be the cure-all solution


    • This means that they should reduce their depency on imports
    • So they got forced to get big loans to develop their infrastructure and fabrics
    • As a result the debts got so high that the interest rate which the African countries had to pay was bigger than the development aid

    Privatisation & liberalization


    • After they saw that the Import substation failed, they then tried to liberalize and privatize the market
    • But in most cases this lead to even more poverty and corruption
    • Nowadays a lot of African people believe that this import of the capitalism was just a new way to exploit the African continent that has started 500 years earlier with first colonies. This believe is caused by the fact that the liberalization of the market served mostly the European companies

    Blue sheet

    1 Billion Dollar since the 50s invested, poverty larger than before


    • In fact after spending more than 1 Billion Dollar during the last 50 years the African people are even poorer then before and now completely rely on development aid
    • Because the agaric sector has been disregarded completely by the industrialized countries Africa can’t even produce neither enough food nor clothes for their people.

    Industrialized countries


    • The Nobel prize winner and former chief economist of the World Bank Joseph Stiglitz said that the development aid helped only our companies to be successful .
    • Today it´s not anymore about Ideology but about access to the African market and their resources
    • Many econometric studies in recent years have supported the view that development aid has no effect on the speed with which countries develop.



    PROBLEMS
    There are 4 main problems:

    1. It has been argued that much government-to-government aid was ineffective because it was merely a way to support strategically important leaders. A good example of this is the former dictator of Zaire, Mobuto Sese Seko, who lost support from the West after the Cold War had ended. Mobuto, at the time of his death, had a sufficient personal fortune (particularly in Swiss banks) to pay off the entire external debt of Zaire.
    2. Most of the money which is donated doesn’t reach the people which need it. Often only 10 to 30 percent reaches the poor people the rest is spend for bureaucracy and wasted by corruption. There was one famous case where a lot of money was donated for education. It should be used to pay teachers and to buy stuff for the school. But the reports later have shown that most of the teachers which received money didn’t even exist. The names on the paychecks have completely been made up. At the end only 13% of the donated money was actually used.
      1. a very large part of the spend money on development aid is simply wasted uselessly. According to Gerbert van der Aa, for the Netherlands, only 33% of the development aid is successful, another 33% fails and of the remaining 33% the effect is unclear. This means that for example for the Netherlands, 1.33 to 2.66 billion is lost as it spends 4 billion in total of development aid (or 0,8% of the gross national product).

    3. The donated food and clothes are causing great economic damage. Because this stuff is given free to the people it destroys jobs from farmers and other people which produce it. Even African workers can’t produce food for free. This at the end makes them even more dependent on the industrialized nations (known as Dutch Disease).
    4. The help from outside destroys the motivation of the African people to take initiative.

    Outlook

    So how will it continue? Since 2000 we experience a renaissance of the so called Big Push philosophy which says, the more you give, the more it helps.
    There is the Bill Gates Foundation, Tony Blairs Commission of Africa, a new program by the European Union and even more billion dollar large foundations. All this enormous projects don’t question why the former help programs haven’t worked and so they just continue the old ways.
    The by far biggest project has been started by the United Nations. They call it: “the Millennium Development Goals”. It’s a collection of goals to half poverty, combat Aids, reduce child deaths etc until 2015. They started 11 years ago and so far it seems very unlikely that they will reach a single goal.


    Americans donated nearly $200 billion to philanthropic causes in 2001. PLEASE protect yourself and make you dollars go further to worthwhile charities.


    (1) Don't give money to any charity that you don't know
    (2) Make sure that the organization spends at least 70 percent of its budget on program services. The best do even better.
    (3) Investigate the charity's Board of Directors for possible conflict of interests.
    (4) Make sure that the charity is registered with the IRS as a public Charity otherwise your donations are NOT tax deductible.
    (5) Do NOT donate solely on the basis of the charity's name. Some adopt names very similar to well known charitable organizations.
    (6) Do your homework. Planned giving is much more effective than last minute responses

    Aid may not reach the people who need it most. Corruption may lead to local politicians using aid for their own means or for political gain.
    Infrastructure projects may end up benefiting employers more than employees.



    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen

    What I can´t understand is that your outlook to the future does not provide any kind of solution.
    I mean, what would you suggest?

    According to your explanations it would be best not to pay any development aid to the third world countries.
    But is it really worth trying it?
    In fact, there is legitimated doubt on the question whether classical development aid is a solution for the third world.
    However, there has no convincing idea come up in the last years which can replace it, as far as I concern.
    You state that poverty has even increased, but don´t forget that world population did as well.
    Moreover, we are not able to predict how the situation would develop without any kind of development aid.
    Would it be better?
    Or even worse?
    The outlook shows how it seems to continue if nothing big changes.

    There are a lot of ideas about how to solve this problem. The first one, like u said, is stopping the importx completly. I´m pretty sure that a country which is totaly indepent from outside is extremly fast able to get to a wealth-level where at least nearly no one has to die because of no food.
    I think it doesnt have to be stopped completly, it is also possible to boost the economy. But they can´t give the people food, money money and clothes for free instead they should at least give them e.g. tools for their work.
    Other ideas are tourism as a way to fight against the poverty there. In Nambia they try right now a basic income for everyone.

    Of cause these ideas are also arguable. But its for sure that the way right now just doenst help the people. I already said, that I´m sure that a country without any economic and political pressure is able to take care for themself. This is the main problem and all the development aid just doesnt help against it - it makes it even worse.
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  4. #4
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    AW: Entwcklungshilfe

    There are a lot of ideas about how to solve this problem. The first one, like u said, is stopping the importx completly. I´m pretty sure that a country which is totaly indepent from outside is extremly fast able to get to a wealth-level where at least nearly no one has to die because of no food.
    I think it doesnt have to be stopped completly, it is also possible to boost the economy.
    If it was easy like that, why has it just not happened up to now?
    Moreover, you state that it is "also possible to boost the economy".
    Though, is that not exactly what western countries try to do with their development aid?
    You argued that it development aid had been often used in the past to gain some influence in these countries.
    But is it not somehow a cold-war-times argument which has lost its importance 20 or so years ago?
    However, I have to admit that it does not work very well as it is now.
    What I can´t believe is that it would work better in such an easy manner undertaking the measures you propose.

    This idea seems to be somehow unworkably to me.
    I mean, it has not worked in any country yet, and even in the developed countries such as Germany this idea has not managed to find any meaningful supporters.


    Of cause these ideas are also arguable. But its for sure that the way right now just doenst help the people. I already said, that I´m sure that a country without any economic and political pressure is able to take care for themself. This is the main problem and all the development aid just doesnt help against it - it makes it even worse.
    Don´t forget another somehow even more important function of development aid:
    It helps to salve the western countries´ conscience.
    Moreover, it could be even an incentive for a political party in an election campaign.

    Another point is that I don´t really think that the avaricious dictators disappear on a day-to-day base.
    They will do everything to stay at their advantageous positions.

    Just have a look at Ellen Johnson Sirleaf [1].
    She represents this group of classical dictators, just the fact that she´s a woman and that she has not carried everything across the border but invested at least a small part into the country even brought her the Nobel Peace Prize.

    [1]:http://en.wikipedia.org/wiki/Ellen_Johnson_Sirleaf
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  5. #5
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    AW: Entwicklungshilfe

    Ich bin mir sicher der Thread wird nicht viele Freunde finden (I don't like English^^)

  6. #6
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    AW: Entwicklungshilfe

    Zitat Zitat von Hans_van_Ille Beitrag anzeigen
    Ich bin mir sicher der Thread wird nicht viele Freunde finden (I don't like English^^)
    I have to state that your participation in political issues written in German is not very notable either.
    Bevor man seinen Kopf schüttelt, vergewissere man sich, ob man einen besitzt.

  7. #7
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    Frage AW: Entwicklungshilfe

    Zitat Zitat von Hans_van_Ille Beitrag anzeigen
    Ich bin mir sicher der Thread wird nicht viele Freunde finden (I don't like English^^)
    Dann lass uns das in Deutsch weiterdiskutieren...

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    If it was easy like that, why has it just not happened up to now?
    Habe ich schon geschrieben. Von der Gesellschaft wird Entwicklungshilfe erst gar nicht in Frage gestellt. Die Hilfsorganisationen können nicht auf einmal sagen, dass das was sie die letzen 50 Jahre gemacht haben der Wirtschaft in Afrika geschadet hat. Ist klar oder? Egal ob ihre Arbeit sinnvoll ist oder nicht, natürlich lassen sie sich selbst im besten Licht erscheinen. So sichert das Geschäft mit der Armut Arbeitsplätze - im reichen Norden.

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    You argued that it development aid had been often used in the past to gain some influence in these countries.
    But is it not somehow a cold-war-times argument which has lost its importance 20 or so years ago?
    Du denkst also, dass die westlichen Länder Entwicklungshilfe ganz ohne politische Hintergrundgedanken verteilen?
    Das ist Schwachsinn. Nen ganz einfaches Beispiel. Guck dir z.B. Griechenland an - Deutschland hilft ihnen, aber daran sind gewisse politische Bedingungen geknüpft.
    Hier findest du Kritik zu dem politischen Einfluss, den die Industrieländer auf die Entwicklungsländer haben:
    Der Begriff des Neokolonialismus fand zuerst in der Folge der Auflösung der früheren Kolonialreiche nach dem Zweiten Weltkrieg Verbreitung und wurde anfangs meist im Zusammenhang mit afrikanischen Ländern verwendet. Politiker und Aktivisten in den gerade unabhängig gewordenen Länder beklagten, dass ihre Länder nun zu Opfern einer neuen Art des Kolonialismus geworden seien, ausgeübt von den früheren Kolonialmächten und auch anderen wohlhabenderen Nationen. Insbesondere wurde - und wird manchmal bis heute - Frankreich vorgeworfen, eine neokolonialistische Politik zu verfolgen und bei Bedarf sogar mit Militäreinsätzen dafür zu sorgen, dass seine Interessen nicht bedroht werden.

    Auch Unabhängigkeitsbewegungen in noch unter der Kontrolle europäischer Staaten stehenden Ländern übernahmen das Konzept des Neokolonialismus in ihre Argumentation. Beispiele hierfür sind die marxistischen, anti-kolonialistischen Organisationen FRELIMO und MPLA in den bis in die 1970er Jahre von Portugal kontrollierten Ländern Mosambik und Angola.

    Zu Beginn der 2000er Jahre wird als Beleg für den Neokolonialismus unter anderem die Schuldensituation vieler afrikanischer Länder gegenüber dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank angeführt: Jedes Jahr wird von diesen Ländern mehr Geld an IWF und WB bezahlt, als sie von diesen Organisationen an Darlehen bekommen, was eine wirtschaftliche Entwicklung und den Aufbau von Gesundheits- oder Bildungswesen weitgehend unmöglich macht. Diese Abhängigkeit von weiteren Darlehen und der Notwendigkeit von Schuldenerlässen zwingen die betroffenen Länder, Programmen zuzustimmen, die von den internationalen Organisationen vorgegeben werden. Gemäß den Grundsätzen der WTO bestehen diese Programme im Allgemeinen zuallererst in Privatisierungen und der Öffnung der Märkte für Investoren. Die Folgen sind der Verkauf von Wirtschaftsbetrieben und Infrastruktur an ausländische Unternehmen, also ein weiterer Verlust an Eigenständigkeit und ein weiterer Verfall der ohnehin oft kaum entwickelten Gesundheits- und Bildungssysteme.
    QUELLE: http://de.wikipedia.org/wiki/Neokolonialismus

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Don´t forget another somehow even more important function of development aid:
    It helps to salve the western countries´ conscience.
    Moreover, it could be even an incentive for a political party in an election campaign.
    Weiß nicht was du damit meinst. Es hilft die Konsisenz der westlichen Ländern zu lindern?

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Another point is that I don´t really think that the avaricious dictators disappear on a day-to-day base.
    They will do everything to stay at their advantageous positions.
    Aha. Jo weiß ich auch, aber was willst du mir damit sagen?
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    Nietzsche

  8. #8
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    AW: Entwicklungshilfe

    Zitat Zitat von Aimbot Beitrag anzeigen
    Dann lass uns das in Deutsch weiterdiskutieren...
    Von mir aus...



    Habe ich schon geschrieben. Von der Gesellschaft wird Entwicklungshilfe erst gar nicht in Frage gestellt. Die Hilfsorganisationen können nicht auf einmal sagen, dass das was sie die letzen 50 Jahre gemacht haben der Wirtschaft in Afrika geschadet hat. Ist klar oder? Egal ob ihre Arbeit sinnvoll ist oder nicht, natürlich lassen sie sich selbst im besten Licht erscheinen. So sichert das Geschäft mit der Armut Arbeitsplätze - im reichen Norden.
    Das ist halb richtig.
    Einerseits wissen wir, dass die klassische Entwicklungshilfe den Entwicklungsländern zumindest keinen nennenswerten Fortschritt gebracht hat.
    Andererseits wissen wir aber nicht, wie die Welt heute ohne Entwicklungshilfe aussehen würde.
    Dass aber eine Organisation sich selbst im besten Lichte zeigt, ist nur logisch und sinnvoll und kann doch nicht der Organisation angelastet werden - schließlich versucht dies jede Organisation.

    Du denkst also, dass die westlichen Länder Entwicklungshilfe ganz ohne politische Hintergrundgedanken verteilen?
    Das ist Schwachsinn. Nen ganz einfaches Beispiel. Guck dir z.B. Griechenland an - Deutschland hilft ihnen, aber daran sind gewisse politische Bedingungen geknüpft.
    Das ist natürlich kein Schwachsinn - Vorsicht mit solchen Äußerungen:

    Denn das, was die Bundesregierung an Griechenland zahlt, ist natürlich keine Entwicklungshilfe.
    Schließlich ist Griechenland auch kein Entwicklungsland, sondern trotz allem immer noch ein westlicher Industriestaat (zumindest formal).
    Entwicklungshilfe kann dagegen nur an Entwicklungs-oder Schwellenländer erfolgen.

    Natürlich wird auch Entwicklungshilfe nicht komplett ohne politischen Hintergedanken betrieben, allerdings lange nicht mehr so konkret wie vor 20 Jahren, wo es nur darum ging, die einzelnen Diktatoren auf die jeweils "richtige" Seite zu ziehen.

    Der Neokolonialismus ist eine von mehreren Erklärungsversuchen, warum in den afrikanischen Ländern keine nennenswerte Entwicklung in den letzten Jahrzehnten stattfand.
    Allerdings gibt es noch verschiedene andere Erklärungsversuche.
    Außerdem ist die Theorie des Neokolonialismus stark umstritten.
    Tatsächlich waren nicht alle armen Staaten Kolonie - bestes Beispiel: Äthiopien.
    Umgekehrt gibt es auch Staaten, die schon lange den Status einer Kolonie verloren haben - Beispiel: Haiti - und nicht auf die Beine gekommen sind und Staaten, die viel länger Kolonie waren - Beispiel: Vietnam -, denen es aber trotzdem besser geht heute.

    Weiß nicht was du damit meinst. Es hilft die Konsisenz der westlichen Ländern zu lindern?
    Huch, was ist denn Konsisenz?

    Aha. Jo weiß ich auch, aber was willst du mir damit sagen?
    Ich will dir damit sagen, dass ich nicht glaube, dass, wenn man die Entwicklungshilfe einstellt, sich an der Korruption und dem Nepotismus der afrikanischen Regierungen irgendetwas ändern wird - weil es mir ein bisschen so vorkommt, als ob dir die Abstellung der Entwicklungshilfe als ein Allheilmittel erscheint.
    Bevor man seinen Kopf schüttelt, vergewissere man sich, ob man einen besitzt.

  9. #9
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    AW: Entwicklungshilfe

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Einerseits wissen wir, dass die klassische Entwicklungshilfe den Entwicklungsländern zumindest keinen nennenswerten Fortschritt gebracht hat.
    Andererseits wissen wir aber nicht, wie die Welt heute ohne Entwicklungshilfe aussehen würde.
    Wenn etwas schlecht funktioniert, wäre die Alternative vielleicht nicht die, dies besser zu machen als gar nicht? Insofern halte ich Dein Alternativmodell für schlecht gewählt.
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  10. #10
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    AW: Entwicklungshilfe

    Zitat Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
    Wenn etwas schlecht funktioniert, wäre die Alternative vielleicht nicht die, dies besser zu machen als gar nicht? Insofern halte ich Dein Alternativmodell für schlecht gewählt.
    Hm?
    Welches Alternativmodell denn?
    Liest du meinen Beitrag überhaupt?
    Bevor man seinen Kopf schüttelt, vergewissere man sich, ob man einen besitzt.

  11. #11
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    AW: Entwicklungshilfe

    Du hast gesagt:
    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun
    Einerseits wissen wir, dass die klassische Entwicklungshilfe den Entwicklungsländern zumindest keinen nennenswerten Fortschritt gebracht hat.
    Andererseits wissen wir aber nicht, wie die Welt heute ohne Entwicklungshilfe aussehen würde.
    Und wenn etwas schlecht läuft, dann ist es wenig konstruktiv, darauf zu verweisen, wie etwas wäre, wenn es gar nicht gemacht wird. Da halte ich es doch für besser, das, was bisher schlecht gemacht wird, besser zu machen, auch wenn dies mit einem gewissen Paradigmenwechsel einhergehen würde im Rahmen der internationalen Arbeitsteilung.
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  12. #12
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    AW: Entwicklungshilfe

    Zitat Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
    Du hast gesagt:
    Und wenn etwas schlecht läuft, dann ist es wenig konstruktiv, darauf zu verweisen, wie etwas wäre, wenn es gar nicht gemacht wird. Da halte ich es doch für besser, das, was bisher schlecht gemacht wird, besser zu machen, auch wenn dies mit einem gewissen Paradigmenwechsel einhergehen würde im Rahmen der internationalen Arbeitsteilung.
    Ich verstehe dich immer noch nicht.
    Das ist doch genau das, was ich damit sagen will.
    Leinad meint, es wäre besser ohne Entwicklungshilfe als mit.
    Und ich verweise darauf, dass er das nicht beurteilen kann, weil wir nicht wissen, wie die Welt heute ohne Entwicklungshilfe aussehen würde.
    Ich fordere also gerade das, was du auch forderst - was willst du?
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  13. #13
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    Kerze AW: Entwicklungshilfe

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Dass aber eine Organisation sich selbst im besten Lichte zeigt, ist nur logisch und sinnvoll und kann doch nicht der Organisation angelastet werden - schließlich versucht dies jede Organisation.
    hab ich was anderes behauptet? Du hast gefragt warum, wenn es so einfach ist, sich nichts ändert. Darauf habe ich dir erklärt, warum sowas so einfach nich funktioniert...


    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Das ist natürlich kein Schwachsinn - Vorsicht mit solchen Äußerungen:
    doch es ist Unsinn, dass soetwas ganz ohne politischen Hintergrund geschieht, aber hast du weit unter ja schon selber gesagt.

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Denn das, was die Bundesregierung an Griechenland zahlt, ist natürlich keine Entwicklungshilfe.
    Schließlich ist Griechenland auch kein Entwicklungsland, sondern trotz allem immer noch ein westlicher Industriestaat (zumindest formal).
    Entwicklungshilfe kann dagegen nur an Entwicklungs-oder Schwellenländer erfolgen.
    Ja, aber es ist vergleichbar.
    Aber für dich auch noch ein anderes Beispiel aus dem zitierten Text. Jedes Jahr wird von diesen Ländern mehr Geld an IWF und WB bezahlt, als sie von diesen Organisationen an Darlehen bekommen, was eine wirtschaftliche Entwicklung und den Aufbau von Gesundheits- oder Bildungswesen weitgehend unmöglich macht. Diese Abhängigkeit von weiteren Darlehen und der Notwendigkeit von Schuldenerlässen zwingen die betroffenen Länder, Programmen zuzustimmen, die von den internationalen Organisationen vorgegeben werden. Gemäß den Grundsätzen der WTO bestehen diese Programme im Allgemeinen zuallererst in Privatisierungen und der Öffnung der Märkte für Investoren. Die Folgen sind der Verkauf von Wirtschaftsbetrieben und Infrastruktur an ausländische Unternehmen, also ein weiterer Verlust an Eigenständigkeit und ein weiterer Verfall der ohnehin oft kaum entwickelten Gesundheits- und Bildungssysteme.
    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Der Neokolonialismus ist eine von mehreren Erklärungsversuchen, warum in den afrikanischen Ländern keine nennenswerte Entwicklung in den letzten Jahrzehnten stattfand.
    Allerdings gibt es noch verschiedene andere Erklärungsversuche.
    Außerdem ist die Theorie des Neokolonialismus stark umstritten.
    Ja. Das ist mir auch bekannt. Andere Erklärungsversuche? Jo gibt einige. Stark umstritten? kann sein.
    Aber das hat halt keine Konsistenz was du da sagst.

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Tatsächlich waren nicht alle armen Staaten Kolonie - bestes Beispiel: Äthiopien.
    Umgekehrt gibt es auch Staaten, die schon lange den Status einer Kolonie verloren haben - Beispiel: Haiti - und nicht auf die Beine gekommen sind und Staaten, die viel länger Kolonie waren - Beispiel: Vietnam -, denen es aber trotzdem besser geht heute.
    Klar, dass nicht jede einzelne Kolonie arm ist. Aber das sagt im Ganzen halt einfach Nichts aus.


    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Huch, was ist denn Konsisenz?
    Das Wort Konsistenz (lateinisch: con = „zusammen“ + sistere = „halten“) bedeutet Bestand, Zusammenhalt, Geschlossenheit und In-sich-Ruhen. Gegenbegriff ist Inkonsistenz (Begriffsklärung).
    huh? ich verstehe trotzdem nicht was du damit sagen willst.


    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Ich will dir damit sagen, dass ich nicht glaube, dass, wenn man die Entwicklungshilfe einstellt, sich an der Korruption und dem Nepotismus der afrikanischen Regierungen irgendetwas ändern wird - weil es mir ein bisschen so vorkommt, als ob dir die Abstellung der Entwicklungshilfe als ein Allheilmittel erscheint.
    Davon gehe ich auch nicht aus. Korruption wird insoweit eingeschränkt wie sie im Rahmen der Entwicklungshilfe stattfand. Nepotismus wird nicht verwendert. Aber die Diktatoren, die momentan das Geld in den Arsch geschoben bekommen, müssen sich dann wirklich um das Volk kümmern.
    Was ist also Wahrheit? ... eine Summe von menschlichen Relationen...
    Nietzsche

  14. #14
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    AW: Entwicklungshilfe

    Zitat Zitat von Aimbot Beitrag anzeigen
    doch es ist Unsinn, dass soetwas ganz ohne politischen Hintergrund geschieht, aber hast du weit unter ja schon selber gesagt.
    Dass es so nicht ist, habe ich ja bereits dargelegt.
    Dennoch käme ich im Gegensatz zu dir nie darauf, deinen Unsinn "Unsinn" zu nennen.

    Ja, aber es ist vergleichbar.
    Nein, es ist nicht besonders vergleichbar.
    Bei Entwicklungshilfe handelt es sich um mehr oder weniger freiwillige Zahlungen, die sich vor allem und zuvorderst an dem Nutzen für das anvisierte Land orientieren.

    Bei der Griechenlandhilfe geht es in erster Linie nicht darum, dem Land Griechenland zu helfen, sondern dem Konstrukt Euro, und das geschieht nicht aus altruistischen Motiven, sondern durchaus aus aus Gründen der Selbsterhaltung.
    Insofern muss hier klar unterschieden und getrennt werden.
    Die beiden Zahlungen haben miteinander nichts zu tun.

    Gemäß den Grundsätzen der WTO bestehen diese Programme im Allgemeinen zuallererst in Privatisierungen und der Öffnung der Märkte für Investoren. Die Folgen sind der Verkauf von Wirtschaftsbetrieben und Infrastruktur an ausländische Unternehmen, also ein weiterer Verlust an Eigenständigkeit und ein weiterer Verfall der ohnehin oft kaum entwickelten Gesundheits- und Bildungssysteme.
    Hm.
    Das hört sich sehr diffus an - schließlich ist doch eine Öffnung für den Weltmarkt genau das, was jede unterentwickelte und verarmte Volkswirtschaft braucht.
    Hier einen Teil der Lösung des Problems als Mitursache für dasselbe anzuführen, ist nicht besonders hellsichtig.
    Was der Verkauf von Unternehmen ins Ausland an der Qualität des Bildungssystems und des Gesundheitssystems ändern soll, ist dagegen noch unklarer.

    Ja. Das ist mir auch bekannt. Andere Erklärungsversuche? Jo gibt einige. Stark umstritten? kann sein.
    Aber das hat halt keine Konsistenz was du da sagst.
    Wenn du mir jetzt auch noch sagen würdest, was genau keine Konsistenz hat?
    Denn ansonsten hat der Vorwurf der fehlenden Konsistenz ganz einfach - genau - keine Konsistenz.

    Klar, dass nicht jede einzelne Kolonie arm ist. Aber das sagt im Ganzen halt einfach Nichts aus.
    Doch.
    Wenn es heißt: Unterentwicklung resultiert aus Kolonialismus.
    Aber gleichzeitig gilt: Es gibt unterentwickelte Staaten, die keine Kolonie waren und entwickelte Staaten, die Kolonie waren.
    Dann hat das ganze Konstrukt zwei entscheidende Schwächen.

    Das Wort Konsistenz (lateinisch: con = „zusammen“ + sistere = „halten“) bedeutet Bestand, Zusammenhalt, Geschlossenheit und In-sich-Ruhen. Gegenbegriff ist Inkonsistenz (Begriffsklärung).
    Was Konsistenz ist, weiß ich auch, aber immerhin ist es gut, dass du dich nun auch über die Bedeutung des Wortes informiert hast.
    Du hattest aber in einem Beitragsteil, in dem es um "conscience" ging, also Gewissen, eine gewisse "Konsisenz", also ohne "t" als Übersetzung angeführt.
    Daher meine Frage.


    Nepotismus wird nicht verwendert.
    Was genau passiert jetzt mit ihm?

    Aber die Diktatoren, die momentan das Geld in den Arsch geschoben bekommen, müssen sich dann wirklich um das Volk kümmern.
    Warum das denn?
    Ganz im Gegenteil: Sie müssten sich noch intensiver um ihr Konto kümmern
    Bevor man seinen Kopf schüttelt, vergewissere man sich, ob man einen besitzt.

  15. #15
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    AW: Entwicklungshilfe

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Hm.
    Das hört sich sehr diffus an - schließlich ist doch eine Öffnung für den Weltmarkt genau das, was jede unterentwickelte und verarmte Volkswirtschaft braucht.
    Damit sprichst du dicht für Privatisierung aus. Und Privatisierung braucht mit Sicherheit nicht jede unterentwickelte und verarmte Volkswirtschaft. Man kann nicht erwarten, dass ein Wirtschaftssystem, das von seinem Wesen her darauf abzielt, Ungleichheit zum Vorteil der Reichen gegenüber der Armen zu schaffen, faire wirtschaftliche Chancen in Afrika eröffnet. Privatisierung wurde ja auch schon in den meisten afrikanischen Ländern ausprobiert. Der Import des Kapitalismus nutzt nur den multinationalen Firmen.
    Wenn du das unbedingt belegt haben willst: http://www.akweb.de/ak_s/ak537/24.htm
    In Johannesburg z.B. wurde die Wasserversorgung an den Konzern Suez ausgelagert. Suez schlägt aus dem Verkauf der Ware Wasser massiven Profit, die Armen brachte die Kommodifizierung in noch größere Probleme. Zu Hochzeiten wurden 20.000 Haushalte pro Monat von der Wasserversorgung abgeklemmt, weil sie die Wasserpreise von Suez nicht bezahlen konnten. Viele dieser Menschen holten sich in Folge ihr Wasser aus Flüssen. In Alexandra, am Rand von Johannesburg, tranken die Menschen das vergiftete Wasser des Jukskei-Flusses, danach brachen Cholera und Durchfallerkrankungen aus. Dort, wo Menschen gegen diese Zustände protestierten, wurden sie von der Polizei beschossen und z.T. aus ihren Häusern vertrieben.

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Doch.
    Wenn es heißt: Unterentwicklung resultiert aus Kolonialismus.
    Aber gleichzeitig gilt: Es gibt unterentwickelte Staaten, die keine Kolonie waren und entwickelte Staaten, die Kolonie waren.
    Dann hat das ganze Konstrukt zwei entscheidende Schwächen.
    Man kann einen Einzelfall nicht für allgemein gültig erklären. Natürlich führt Kolonialismus nicht zwangsweise zu Unterentwicklung der Länder. Aber in den meisten Fällen tut es das. Wenn Eltern ihre Kinder schlagen, kann man nicht sagen, dass es ja ein Beispiel gibt, wo das Schlagen des Kindes dem Kind nicht geschadet hat und damit dann das Schlagen rechtfertigen.

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Dass es so nicht ist, habe ich ja bereits dargelegt.
    Dennoch käme ich im Gegensatz zu dir nie darauf, deinen Unsinn "Unsinn" zu nennen.
    Du hast gesagt, dass Entwicklungshilfe nicht mehr dazu verwendet wird, Einfluss in den entsprechenden Ländern zu gewinnen. Ich habe dir daraufhin ein Gegenbeispiel gegeben. Und wo hast du mir das bereits dargelegt, dass es wohl ohne politischen Hintergrund geschieht? ...
    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Warum das denn?
    Ganz im Gegenteil: Sie müssten sich noch intensiver um ihr Konto kümmern
    Ja, aber dafür müssen sie sich darum kümmern, dass das Volk auf eigenen Füßen steht. Wo ist dieses tolle Denken-Umleitungs-Schild ?
    Was ist also Wahrheit? ... eine Summe von menschlichen Relationen...
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