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Thema: Europameister!!!!!!1

  1. #1
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    Europameister!!!!!!1

    2,5-1,5 gegen Armenien, "wir" sind Europameister!!!!!!!!!!!!!!!

  2. #2
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    AW: Europameister!!!!!!1

    Bin davon begeisterter als beim Fußball

  3. #3
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    AW: Europameister!!!!!!1

    Ich nicht.

    Trotzdem nicht schlecht....
    Für jeden, der das noch mal etwas detaillierter sehen möchte:

    http://euro2011.chessdom.com/
    Bevor man seinen Kopf schüttelt, vergewissere man sich, ob man einen besitzt.

  4. #4
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    AW: Europameister!!!!!!1

    Ein kurzer Interview im Deutschlandfunk mit BundesUwe kann man hier hören :

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1603151/

  5. #5
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    Avatar von zugzwang
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    AW: Europameister!!

    Der Titel darf verteidigt werden, was aber unwahrscheinlicher ist als ...

    Russlands "B"-Team" ist papiermäßig favorisiert - immer noch.
    Wahrscheinlich ist damit der Druck geringer und sie gewinnen endlich mal wieder in der offenen Kategorie.
    Russland und Ukraine sind nach der Live-Rangliste immer noch die Schach-Nationen schlechthin.

    Von den chancenreichen Außenseitern drücke ich unseren westlichen und östlichen Nachbarn wieder mal die Daumen. Beide Nationen haben in den letzten so Jahren eine erstaunliche Breite an Spitzenspielern (>2600) aus eigener Jugendarbeit hervorgebracht.Nur in den Teamwettbewerben schnitten sie schlechter ab, als es das Leistungsvermögen ihrer Spitzenspieler eigentlich zuließe.

    Für Deutschland ist es ein Erfolg im Rahmen der Eloerwartung plus einem Tick abzuschneiden und möglichst lange in der Spitze gegen die Spitze mitzumischen.
    Die Endplatzierung ist wieder "swiss-abhängig".
    Die Eloperformance und der Inhalt der Partien und Mannschaftskämpfe sagt mehr.

    Die Team-WM folgt dann noch.
    Russland und Ukraine können dann wieder mit dem A-Team antreten, wenn sie wollen.
    Germanistan muß auf die starke Kondition seiner Kräfte und den Ehrgeiz von Arkadi Naiditsch in der Weltrangliste noch vor Wijk 2014 weiter vorzurücken setzen.

    Bei den Damen haben Außenseiter noch weniger Chancen, aber mal sehen.

    Russland, Ukraine, Polen, Georgien sollten auch diesmal wieder dominieren.

    http://etcc2013.com/starting-list-women/


    Frankreich fehlt Fressinet und Polen Wojtaszek - WM-Sekundaten.
    Wenn es bei beiden wieder nicht klappt, dann vielleicht mit den Tschechen (Tschechen, Polen und ein Inder gewannen den Team-Europacup - überraschend).
    Geändert von zugzwang (07.11.2013 um 22:10 Uhr)

  6. #6
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    Team-EM 2013 Warschau

    GM Viktorija Cmiliyte gelang heute eine kleine Lehrpartie, wie ein kleiner Vorteil zum anderen die Gegnerin plötzlich vor immer größere Probleme stellt, die sich dann in kraftvoller taktik entladen.
    Zuerst ist es der Anzugsvorteil, dann das immer freier wirkenden Läuferpaar gefolgt vom Druck auf der c-Linie und letztlich die taktische Vernichtung auf Grundlage des Läuferpaars am Königsflügel, nachdem die hartnäckigste Verteidigung nicht gewählt wurde.
    Ein Lehrstück zum Thema wachsender zentraler Stellungsdruck trotz oder wegen Abtausch im Zentrum.



    Nach dem letzten schwarzen Zug Db7 ist die Stellung nicht mehr zu halten.
    Viktorija wird ihrem Ruf(namen) nun energisch gerecht und läßt die Läufer im Team mit Dame und Springer wirken.


    Der Spielfilm:


    [Event "Team EM Warschau"]
    [Date "2013.11.08"]
    [Round "1"]
    [White "Cmilyte, Viktorija"]
    [Black "Ptacnokova, Lenka"]
    [Result "1-0"]
    [ECO "A17"]
    [EventDate "2013.11.08"]


    1. Nf3 Nf6 2. c4 e6 3. Nc3 Bb4 4. Qc2 d6 5. a3 Bxc3 6. Qxc3 b6 7. e3 Nbd7 8.
    Be2 Bb7 9. O-O O-O 10. b4 c5 11. Bb2 Rc8 12. d4 cxd4 13. Qxd4 d5 14. cxd5 Bxd5 15. Rfc1 Qe7 16. Ba6 Rxc1+ 17. Rxc1 Nb8 18. Bd3 Qb7 19. Ng5 h6 20. Bh7+ Kh8 21.Qxf6 1-0



  7. #7
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    AW: Europameister!!!!!!1

    Doppelschlag!

    Zwar noch eine frühe Runde und letztlich kann noch sehr viel passieren, aber daß die (mit)favorisierten russischen Teams am gleichen Tag gegen 2 Underdogs verlieren, dürfte bisher einmalig sein.

    Russland (open) trat mit 4 gestandenen 2700ern davon 3 WM-Kandidaten (2 für den nächsten Zyklus, 2 vom letzten an).
    Die Türkei besitzt ein gutes Team, aber das ist theoretisch nichts gegen die Weltklasse, normalerweise 1,5.2,5 schon achtbar.
    Ich konnte den verlauf nicht verfolgen, aber nach der Notation haben die Russen es wohl in alter Tradition angelegt, wenn auch das Weißremis von Svidler dieser tradition widerspricht. Früher haben die Schwarzen gegen ein frühes Remis nicht immer etwas einzuwenden, weil die Weißen regelmäßig zuschlugen.
    Heute dachte man vllt. der coole Grischuk würde das Weißremis von Svidler an Brett trotz Schwarz schon kompensieren.
    Aber auch ein Grischuk - sicherlich in der üblichen Zeitnot kann nicht immer zaubern und verliert auch mal den Faden in einer komplizierten Stellung.
    Gratulation und Hochachtung an die Türken, die ihre Chance ergriffen.
    Ich kenne mich mit der türkischen Schachgeschichte wenig aus. Die türkischen Erfolge mit Damen-Europameisterin Ekaterina Atalik und der Jugend-WM durch Alexander Ipatov werden einige nicht unbedingt dem türkischen Schachverband zuordnen, wobai man nicht genau weiß, wie der Verband diese Spieler bei ihren Erfolgen unterstützte oder begleitete.
    Der Aufschwung im türkischen Schach ist seit Jahren deutlich zu erkennen und warum soll der Föderationswechsel oder ähnliches nicht auch bei ehemals kleineren Schachnationen erfolgen.
    Deutschland und die USA sind ein Beispiel für die Integration von Spielern mit unterschiedlicher (schachlicher) Herkunft.
    Die Russen, die jahrzehntelang mehr Spieler an andere Nationen "abgegeben" haben (Korchnoi, Sosonko, Spassky, Dzindzi (kein Russe) von den "Alten"), haben sich inzwischen mit dem Ukrainer Karjakin verstärkt.

    Die türkischen Damen mit 2 aus der GrandPrix-Serie gestählten Spielerinnen vollendeten den Doppelschlag, während die russischen Mädels heute zum historischen Doppelfehler beitrugen.
    Bereits der gestrige Sieg gegen die Tschechinnen hatte ein paar Ecken, wenn man sich die Engineweisheiten ansieht.
    Und selbst mit mittlerer Spielstärke erkennt man man, daß bei Gunina gestern zwischendurch etwas schiefgelaufen sein muß, auch wenn sie mit ihrer urwüchsigen Taktik Eva Kulovana doch wieder durcheinanderwirbelte.
    Auch Ex-WM Alexandra Kosteniuk ließ gegen Krystina Havlikova mehrere Halbzüge lang ein Läuferopfer auf g6 zu, daß sich einige Amateure ohne tiefe Berechnung hätten zeigen lassen. Die Schechin hat es bestimmt auch gesehen und fragt sich vermutlich, warum sie es nicht mit der Methode von Tal "Erst opfern, dann rechnen" nicht gespielt hat.
    Startschwierigkeiten, erstmal warmspielen und heute dann das Team von Israel, papiermäßig ähnlich unterlegen wie Tschechien.
    Eine derartige Sensation hätte ich im Frauenturnier nie für möglich gehalten und ich meine in den letzten Jahren hat es so etwas auch nicht gegeben.
    Gratulation an die israelischen Damen und auf zu neuen Überraschungen, zu denen gesternauch der griechische Sieg gegen Germany gehörte. Keine Sensation, aber eine Überraschung und letztlich einer sehr jungen Spielerin im Kampfgegen Erfahrung zu verdanken.
    Das griechische Team schlug heute wieder zu. Im Open gegen England.
    Eine kleine Überraschung, aberwer die griechische Mannschaft über die letzen Jahre z.B. auch in Dresden 2008 gesehen hat, der weiß, daß das Team über 5-6 spielfreudige, kämpferische GM der Kategorie >= 2600 verfügt, das zu solchen Leistungen in der Lage ist, wenn es läuft.

    Die EM verspricht ebenso spannend zu werden wie die letzte und es kann gerne mit Überraschungen so weitergehen.

    Im Kampf Germany gegen Polen gab es kein Remis. Das ist mit sicherheit eine Überraschung; denn die deutschen spielen mit Igor Khenkin und Daniel Fridman mit spielern, die sehr selten verlieren und dann mal mit Weiß zuschlagen. Heute hatten beide Schwarz und gegen die starken Polen ging es mal nicht gut.
    Arkadi Naiditsch zeigte Powerschach, wie man es an guten Tagen von ihm kennt, und bezwang Carlsen-Bezwinger Socko (Bundesliga vor ein paar Jahren).
    Das Läuferendspiel von David Baramidze sicherte dann das Unentschieden fürden Titelverteidiger. Sicherlich ein Lehrstück, wie hier ein kleiner Vorteil ausgebaut wurde.
    Der Youngster mit wenig Spielpraxis in den letzten Jahren hat dem Team mit dem Ausgleich bestimmt einen Schub gegeben, weil Gastgeber Polen selbst ohne Radoslav Wojtaszek mit jungen Spielern wie Swiercz, Bartel und Gajewski ein dicker Brocken ist.

    Ich drücke den Polinnen und Polen für das Turnier weiter die Daumen und sehe auch beide deutsche Teams ganz gut im Rennen, weil auch die "Größeren" schon Federn ließen.
    Die Favoriten sind allerdings durch die ersten Rundenergebnisse vorgewarnt und werden ihre Konzentration deutlich erhöhen.

  8. #8
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    AW: Europameister!!!!!!1

    Die Überraschungen setzen sich fort.
    Aber Frankreich marschiert erst einmal im Open.
    Bei den Damen zogen die Französinnen gegen die favorisierten Ukrainerinnen dagegen den kürzeren.
    Das Damenteam der Stunde bleibt aber Israel: 3:1 Punkte gegen Nr. 2 und 3 der Setzliste.
    Die Türkei nach dem highlight gestern zurück am Boden - 0:4 1:7 Punkte.
    Wahrscheinlich war es im open enger, als der Spielstand aussagt.
    Muß die Partien erst noch anklicken.
    England schafft 2:2, obwohl die Russen einen frühen Schwarzsieg schaffen.
    Der Europameister verliert. Baadur Jobava ist ein Spieler, der auch mal bei den Toptunrieren eingeladen werden sollte. Der Georgier spielt sehr attraktiv.

    Nachtrag:

    Starkes Turmendspiel von Navara und GM Baris Esen hatte ab Zug 44. einTurmendspiel mit einem latenten Pattmotiv, das anscheinend alsVerteidigung nicht taugte - jedenfalls hob er die Pattstellung seines K auf.

    Au, bitter für Polen, aber letztendlich dann doch "verdient".
    Jugendweltmeister Dariusz Swiercz vergißt die "Taxifahrerstellung" im Turmendspiel und läßt den wK mit einem verfehlten Schach auf die Grundreihe, wonach Lucena erreicht wird.
    Prominentestes Opfer dieses Fehlers war der junge Norweger, der gerade gegen den Tiger von Madras ebenda um die Krone spielt - gegen Levon Aronjan passierte es.
    Taxifahrerstellung lt. Korchnoi, der meinte damals, jeder russische Taxifahrer kennt den Trick und seine Abwehr.
    Judit erst einmal mit Schwarz zum Remis gestoppt, aber Ungarn erfolgreich.
    Geändert von zugzwang (10.11.2013 um 23:15 Uhr)

  9. #9
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    AW: Europameister!!!!!!1

    Ruhetag bei der Team-EM, da kann man einige Eindrücke mal aufarbeiten.

    Der 8:0-Lauf der Franzosen ist erst mal gestoppt, aber das 2.2 gegen die starken Ungarn ist zu "verschmerzen".
    Somit bleibt das Team, das ich als mal "dran" ansah auch ohne Fressinet sehr gut im Rennen.
    "Meine" Polen (1) spielen dagegen - soll man sagen? - unglücklich, bekommen keinen Lauf. Der Lauf der polnischen Damen wurde von den Ukrainerinnen unsanft, aber letztlich erwartungsgemäß - nicht in der Höhe - gestoppt.
    Noch ist Polen aber nicht verloren - bei den Frauen; den Titel werden wohl andere holen, aber die Medaille ist noch möglich, zumal Russia mit dem 2700er-Rublevsky als Hintergrundveranwortlicher (Tee, Kaffee, Stimmung, Eröffnungen) nach kräftiger Aufholjagd teilzwischengestoppt wurde
    Dazu am Schluß ein paar Sätze.

    Die Griechen halten weiter vorne mit und hatten sogar beim 2:2 in der 4. Runde die etwas besseren Aussichten.
    Deutschland-Bezwinger Georgien mit Spitzenmann und Vollstrecker Jobava liegt mit 8 Punkten noch vor den Spitzenteams Russland, Armenien und Ukraine (alle 7).
    Russland hat zwar mächtig Brettpunkte gesammelt (7,5/8), doch nach den gespielten Partien hatten die Österreicher und Italiener deutlich mehr als den Halben durch Caruana verdient.
    Auch die Schachbundesliga sieht das "Phänomen", daß sich letztlich doch die Elo-Stärkeren trotz zwischenzeitlich bedenklich-wackeliger Stellung durchsetzen.
    Bitter war dabei die Niederlage von Markus Ragger, der auf dem Weg zur 2700 leider von Grischuk ausgetrickst wurde. Eine Partie, bei der Grischuk nicht alles unter Kontrolle hatte und das im Schach seltener agesprochene Glück irgendwie auf seiner Seite hatte.
    Auch Nachwuchshoffnung Robert Kreisl machte mit Weiß dem Kandidaten Andreikin zu schaffen, bis er dann auf eine Kombiidee mit Sg6 verfiel, bei der er irgendetwas Böses übersehen hatte. Andreikin mußte zwar einzige Züge finden, die hielten jedoch.
    Die Italiener kamen unter die Räder, als Moro gegen den altbekannten Michele Godena das Spiel riskant verschärfte und diesen verwirrte.
    Peter Svidler hatte gegen Sabino Brunello zwar schon Vorteil, aber der unglückliche Zug b5-b4 beendete die Partie sofort.

    Der Titelverteidiger wurde ohne seine Nummer 1 von den Georgiern ja gestoppt und mußte gegen die starken Spanier ran. Ein Duell auf Augenhöhe, das auch mit 2:2 entsprechend endete.
    Interessant verlief die Partie von Georg Meier, dem es gelang einen Mehrbauern herauszuspielen, für den Illescas als Kompensation das Läuferpaar hatte.
    Den zwischenzeitlichen Aufreger mit dem 33. Weißzug übersahen beide.

    Die ausschnitt möchte ich mit folgender älterer Stellung und der Überschrift "Schlecht für Läufer!" kommentieren:



    In dieser Stellung spielte Weiß 1. Kxg5?, ein natürlicher Zug.
    Doch sollte dieser Zug noch etwas tückischer verlieren, als es das ungenutzte Übersehen Meiers (33. Sc5 Ta8, 34. Sxa5 Tb7 als Eventualerklärung) hätte sein können.
    In der Folge ist wieder alles in der Reihe und Weiß baut seinen Vorteil aus, nur der Abwicklung ins ungleichfabige Läuferendspiel gefällt "Aintschie". Sie hätte lieber die Türme auf dem Brett behalten, anstatt nach der forcierten folge mit 2 Mehrbauern ins ungleichfarbige Läuferendspielzu gehen.
    Sollte "Aintschie" inzwischen immer mehr von Endspielen verstehen. Weiß kann doch 2 Freibauern mit gewisser Entfernung voneinander bilden und einEindringen des wK scheint doch gut möglich zu sein, zumal immer noch mehr Bauern auf dem Brett sind.
    Und in der Partiefolge bleiben die schwarzen Königsflügelbauern angreifbar.
    Irgendwie kann derkiebitz nicht glauben, daß dieStellung nicht gewonnensein soll für Weiß. In der Partie setzt sich der Deutsche dann auch recht schnell durch.
    Trotzdem müssen die "Endspielfreunde" hier in Ruhe drüberschauen und die hinweise von "Aintschie" auswerten.
    Als "Warnung" sei darauf hingewiesen, daß der weiße a-Bauer aus Läufersicht mal wieder der falsche Randbauer ist und sich bei weiteren Abtäuschen ähnliche Schwierigkeiten wie hier

    http://www.schachburg.de/threads/122...3%BCber-Fragen Post #1
    für die stärkere Seite ergeben können, auch wenn die Bauern hier begünstigend weiter voneinander entfernt wären.

    Mit 4:4 Punkten ging es dann gegen die Engländer, die den Russen in der 3. Runde ein 2:2 abtrotzten, aber zuvor von den Griechen gestoppt waren.
    50% an 1 und 2 und dann +1 an 3 und 4 lautet die "einfache" Strategie.
    Die starken jungen GM Howell und Jones sind zwar gefährlich, aber spielerisch nicht übermächtig trotz Elo-Vorteils.
    Baramidze wählte dann gegen den Drachenspezialisten Jones auch kein Nebengleis und dürfte als "Scorer" ausgewählt worden sein. Jones war unbeeindrcukt und spulte die Theorie runter, während Baramidze verhältnismäßig früh Zeit investierte. Zumindest schien mir die Stellung noch bekannt-thematisch zu sein. Die Investition schien lohnend,zumindest ergab sich ein scharfes Spiel mit Bauern- und Figurenopfer von Schwarz, die erst gerechtfertigt werden mußten.
    Vllt. hat diese Partie nigel Short dazu bewogen gegen Georg Meier ein nebulöses Bauernopfer anzubieten, nachdem dieser die Larsen-Eröffnung Shorts gut gemeistert hatte.
    Meier gelang es den Vorteil zu stabilisieren und auszubauen, bevor in der Zeitnotphase Short tricksen konnte und ein eher haltbares als verlorenes Turmendspiel erhielt.
    Warum Georg Meier nicht mit mit 41. ... Tc3+ nebst 42. ... Ta3 eine für den Verteidiger anspruchsvollere Turmaufstellung wählte, mit der er Short noch einige aufgaben zu lösen gegen hätte (siehe als Beispiel die heutige WM-Partie, wo Carlsen immer wieder Probleme auch noch im Doppelturmendspiel stellte), bleibt undurchsichtig.
    Die Partiefolge scheint wegen der weißen Turmaktivierung jedenfalls weniger Aussichten zu bieten, was das bald folgende Remis unterstreicht.
    Damit hatte Deutschland seine Trümpfe ausgespielt; denn nicht David Howell geriet in Zeitnot sondern Daniel Fridman mit Schwarz. Kf7 im Mittelspiel sieht man nicht häufig, doch auch diese kreative idee nahm nicht den Druck von der Stellung und in der zeitnotphase vor dem 40.Zug ging ein Bauer über Bord und die Stellung bot optisch wenig Verteidigungsaussichten, zumal der Druck auf Howell durch Shorts remis jetzt mannschaftstechnisch ein Spiel auf 2 Ergebnisse war.

    Deutschland kann sich jetzt auf die Mannschafts-WM und einen möglichstwürdigen Turnierabschluß konzentrieren.
    Den Lauf und die kleine Portion - sagen wir mal - Stellungs- und Auslosungsglück (wer weiß, wie der Kampf mit vertauschten Faben ausgegangen wäre!?) wie 2011 kann man nur herbeiwünschen und nutzen, wenn es geschieht.

    Für die deutschen Damen ging es nach der unangenehmen Überraschung gegen Griechenland nach 2 Siegen in Runde 5 gegen Russland, die mit Gunina, Kosteniuk und Pogonina die Plätze 1-3 der kürzlich beendeten Supermeisterschaft aufstellten ergänzt um Olga Girya (>2400).
    Die Auslosung mit Schwarz für Elli Pähtz und Tatjana Melamed ließ meinen Optimismus jedenfalls nicht steigen. Die Runden zuvor zeigten, daß 2 Spielerinnen im Team ihrer Form und ihren Möglichkeiten hinterherliefen, aber eine darf nur aussetzen.
    Als Ergebnis kam ein hart erkämpftes 2:2 heraus, das den deutschen Damen Auftrieb gibt.
    Ich kann mich nicht erinnern, daß Deutschland jemals gegen die Russinnen und noch weniger die Sowjet-Georgierinnen hätte punkten können.
    Außenseiterin Tatjana Melamed spielte befreit und angriffslustig gegen WGM Pogonina, die mit ihrer 2. Niederlage in wichtigen Kämpfen nun der Unglücksrabe ihres Teams ist.
    Riskant nahm sie den von Melamed mit h4 geopferten Bauern unter Zersplitterung ihrer Königsstellung an, konnte die anschließenden anwachsenden Probleme letztlich nicht lösen.
    Damit glückte Melamed der Ausgleich für die Niederlage Ketino Kachianis (Gersinska), die gegen Alexandra Kosteniuk letztlich chancenlos war.
    Während Marta Michna an 4 die Partie ruhig und ohne große Spannungen hielt, obwohl das ihrem Spielernaturell nicht unbedingt entspricht, mußte Elisabeth Pähtz am Spitzenbrett der aktuellen russischen Landesmeisterin Valentina Gunina standhalten.
    Gunina ist eine taktisch hochgefährliche Spielerin, die wenig (kalkuliertes) Risiko scheut, um Stellungen aus dem Gleichgewicht in Turbulenzen zu überführen. Hier findet sie sich häufiger und schneller zurecht als viele ihrer Gegnerinnen (siehe Pogonina-Gunina Superfinal 2013 aber auch schon wieder bei der laufenden Team-EM).
    Auch am Spitzenbrett kam es zu Verwicklungen beginnend mit Sb5, die kühlen Kopf und starke Nerven erforderten. E. Pähtz gelang es letztlich, die für beide Seiten gefährlichen Verwicklungen zu meistern und ein verdientes Remis zu erreichen.
    Mit dem sicheren Unentschieden an Brett 4 erzielten die 4 Damen und die Trainer Tischbierek und Schlosser ein mehr als bemerkenswertes Damenteamergebnis, nachdem die Sensation bei der Olympiade gegen Georgien noch mißlang.
    Aus meiner Sicht bleibt es aber ein Erfolg, wenn das Team um den Setzlistenplatz 5 abschließt.
    Ketino Kachiani hat bei aller Erfahrung und Spielstärke als ehemalige WM-Kandidatin zu wenig Spielpraxis (das gilt auch für Zoya Schleining trotz Teilnahme an EM und DEM) und Marta Michna hat letztlich in ihrer alten Heimat ein sehr unglückliches Turnier gespielt.

    Das Experiment, endlich mal die nominell besten Spielerinnen aufzustellen, hat seine Berechtigung und weist mit dem 2:2 ein tolles Ergebnis auf. Doch denke ich, daß das deutsche Damenschach ohne Melanie Ohme und Hanna-Marie Klek (Sarah Hoolt, Filiz Osmanodja, Maria Schöne) für weitere Entwicklungen nicht sorgen wird.
    Allerdings sind gerade die jungen Spielerinnen studien- und berufsbedingt zeitlich stärker beansprucht.
    Mal sehen, was sich wie vereinbaren läßt.


    Nachtrag:

    Die DDR erzielte 1963 und 1966 mit Edith keller-Herrmann und Waltraud Nowarra (geb. Schameitat) ein 1:1 bei der 2. und 3. Schacholympiade der Frauen.
    bis 1974wurde in 2er-Teams gespielt.
    Geändert von zugzwang (13.11.2013 um 21:12 Uhr)

  10. #10
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    AW: Europameister!!!!!!1

    Zitat Zitat von zugzwang Beitrag anzeigen
    Der Titelverteidiger wurde ohne seine Nummer 1 von den Georgiern ja gestoppt und mußte gegen die starken Spanier ran. Ein Duell auf Augenhöhe, das auch mit 2:2 entsprechend endete.
    Interessant verlief die Partie von Georg Meier, dem es gelang einen Mehrbauern herauszuspielen, für den Illescas als Kompensation das Läuferpaar hatte.
    Wieso spielte denn Naiditsch nicht? Krank?
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

  11. #11
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    AW: Europameister!!!!!!1

    Rechtzeitige Ruhepause, um Kraft für die anderen wichtigen Kämpfe zu sparen, denke ich.
    D-Land ist eigentlich nicht in der Lage ohne Naiditsch zu spielen. Andere Nationen sind da breiter aufgestellt, aber auch bei denen, klappt dieser Aufstellungspoker nicht immer.
    Armenien spielte mit dem eisernen Tigran gegen die Ukraine und ließ den (nominell etwas stärkeren) Akopjan draußen. Klappte nicht, zumal little big Mov mit Ausgleichschancen zum 2:2 sich verrechnete und anstatt Volokitin zu kneten sogar recht schnell den Vorteil vergab und noch verlor.
    Aber das hat er für die Aussicht auf einen Mannschaftpunkt eben riskiert.
    Wenn D-Land Naiditsch rausläßt, hat man nominell keine Kompensation.
    Die müssen die anderen erst erspielen.
    Gegen Baadur Jobavamuß mit Schwarz auch ein Naiditsch kräftig ackern und mit Schwarz hat er doch auchso seine Probleme, wie auch einige Buli-Partien gegen weniger prominente gegner zeigen (Leon Mons, aber auch andere).
    Die Idee, den soliden Georg Meier mit Schwarz zu bringen und Naiditsch eine frühe Pause zu gönnen ist daher naheliegend.
    Georgien ist zwar stark, aber nicht das Kaliber, das bei einem Erfolg warten könnte, wo ein Naiditsch unverzichtbar wäre.

    Fazit: kalkuliertes Risiko, das diesmal nicht aufging.

  12. #12
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    AW: Europameister!!!!!!1

    Nun sind auch die 6. und 7. Runde gelaufen und das Rennen ist swissüblich weiterhin spannend.
    Das französische "Open"-Team verteidigt mit zuletzt 3 Remisen seine Spitzenposition, kam aber gegen die Azeris unter Druck, weil der starke Punktesammler Romain Edouard die "Rauferei" mitspielte und seinen König von e8 über d7 auf den Damenflügel evakuierte. Objektiv anscheinend spielbar, hat dies bestimmt Nerven(kraft) gekostet und gleichzeitig Rauf (Mamedov) motiviert. Der Zusammenbruch kam dann doch knallhart und schnell. Tkachiev (Spitzname Rauf- oder Rauschschläfer") hielt mit seinem Sieg an 4 die Franzosen auf Kurs.
    Im Duell der Verfolger und topgesetzten Teams Russland-Armenien sah es nach schwieriger Verteidigung für die Kaukasier aus. Aronjans Bauernopfer brachte ihm Kompensation, aber wohl nicht voll. Wie er dann seine Chancen mit dem Figurenopfer gegen Grischuk wahrnahm, erinnert an den Zauberer, der viele verdächtige Stellungen schon rettete. Letztendlich war es der entscheidende "Halbe", weil der russische Alptraum und große Mannschaftsspieler Erzengel Gabriel an 4 wieder zuschlug (s. a. 2008 Dresden gegen Grischuk).
    Die Russen sind bereits in der 6. Runde gegen die ausgeglichen starken Rumänen nicht ganz ohne Fortune zu 2 MP gekommen, dürften aus dem Titelrennen und vllt. auch Medaillen damit raus sein.
    Griechenland - wie üblich! - gewann und hatte den Sieg schon in der Tasche, als die anderen noch kämpften. Faszinierend wie aktiv und schlagkräftig die furchtlosen Griechen ihre Partien anlegen (auch bei der Niederlage gegen Frankreich!).
    Ukraine konnte sich nicht gegen die benachbarten Weißrussen durchsetzen und für England rettete der bei diesem Turnier sehr erfolgreiche Gawain Jones das 2:2 aus verwirrender, aber schlechter Stellung mit seinem Remis gegen Georgien.
    Aus dem Pulk der Mannschaften mit 9 Punkten dürfte es aber schwierig werden, noch auf einen Medaillenplatz vorzustoßen.
    Frankreich, Aserbaidschan, Armenien und Griechenland haben 3, 2 und 1 Punkte) Vorsprung.
    Sie werden die Medaillen ausspielen.

    Für den deutschsprachigen Raum waren die Schweizer gestern das am höchsten platzierte Team und sie demonstrierten, daß es eben "Schach-Färöer" gibt.
    Fußballexperten wissen, wie unangenehm die Fußball-Färöer zu spielen sind.
    Schach-Färöer sind noch hartnäckiger und stärker.
    Die Schweizer jedenfalls fighteten und hatten lange nicht unbegründete Aussichten, der Schachnation Ungarn einen Punkt abzuknöpfen.
    Es sollte nicht sein, ähnlich wie bei den Damen in Gestalt von Polen3, dazu im 2. Teil.

    Österreich spielt auch ein unglückliches Turnier beginnend mit der Niederlage gegen Russland, die für Spitzenmann Ragger und sein Team ein unverdienter Nackenschlag war.
    Gegen Israels D-Mannschaft (ein Färöer-Team!) gab es eine Klatsche nach dem Ergebnis.
    Den sprachlichen Brüdern aus Deutschland ging es gegen die Türken nicht besser.
    Dabei hatten die Deutschen den Vorteil, daß die Türken nach Elo-Zahl und bisheriger Turniervorstellung nun wirklich nicht als Färöer antraten, sondern ein Kampf ausgeglichener Teams zu erwarten war.
    So sah es auch lange aus, doch David Baramidze unterlief mit Schwarz ein Fehler, der nicht nur seinen Zusammenbruch bedeutete, sondern der Gongschlag für das Team war.
    Georg Meier stand lt. Ängie brauchbar, doch optisch hatte man das Gefühl, daß Ex-Jugendweltmeister Ipatov schon das Kommando übernommen hat und über mehr Stellungspotential verfügte.
    Im Endspiel suchte man vergeblich nach einer Festungskonstellation mit Turm gegen Dame für Meier, aber da störte wohl auch der schwarze g-Bauer.
    Daniel Fridman wurde zusammengefaltet, wie es ihm selbst bei früheren Meisterschaften gerade mit Weiß gelungen war.

    Zeit für ein Zwischenfazit:

    Die Trauben für den Titelverteidiger hingen erwartungsgemäß sehr hoch.
    Ohne innere Zwistigkeiten anführen zu wollen, war es rein nach Elo erkennbar, daß die deutschen Spitzenspieler seit 2011 auf dem Rückzug sind - mit einer Ausnahme: Arkadi Naiditsch, der umgekehrt Gas gibt!
    Fridman, Khenkin und Meier waren mal >2650 und jetzt kämpfen sie langsam um die 2600.
    Gustafsson entsagt dem Leistungsschach und ist auch an der 2600-Grenze. Ähnlich, aber etwas anders Buhmann.
    Zahlenvergleiche sind nicht immer stichhaltig, aber die Elo ist doch relativ ehrlich, zumindest was etablierte Spieler angeht.
    Mit Spielern, die von ihrer Topform ein Stück entfernt sind, sind Husarenstreiche nicht die Regel.
    Es bleibt der sensationelle und historische Titelgewinn 2011 und daran darf man die Spieler nicht permanent messen. Meier Studium, Fridman Familie/Broterwerb, Khenkin Broterwerb mit Schach haben genug Aufgaben außerhalb des Schachs.
    David Baramidze ist aus einer Schachpause - ich habe jedenfalls seine Ergebnisse nicht so mitbekommen - zurückgekehrt. Wunder darf man auch hier nicht erwarten, doch hoffe ich, daß er dem Leistungsschach weiter nachgehen wird, wenn seine beruflichen Perspektiven abgesichert sind.

    Das deutsche Schach muß auf die Prinzen warten und sich Gedanken machen, wie Spitzensport und Lebensunterhalt/finanzielle Absicherung zu vereinbaren sind.

    Keine Ahnung, wie es andere nur westliche Länder machen. Frankreich, Niederlande? England schon weniger, da gab und gibt es wohl auch Probleme.
    Vielleicht ist es eben so, daß in Deutschland die 2500-2600er die Nationalmannschaft bilden und so lange sie noch Studenten oder so sind spielen und D-Land als Schach-Färöer mit dem einen oder anderen Achtungserfolg vertreten.
    Die internationale Spitze ist so nicht zu halten und Platz 10 in der Setzliste als eines der bevölkerungsreichsten Länder Europas sagt auch genug über den IST-Zustand aus.

    Wenn die Wintersportler weiterhin erfolgreich durch den Kunstschnee gleiten und die Yogiballer nicht in der Vorrunde ausrutschen, dann ist die hiesige Sportwelt doch in Ordnung und Leistung wird in allen dopingverseuchten und olympischen Sportarten doch so honoriert vom sportfördernden Innenministrium mit Zoll, Grenzschutz, Polizei und Militär, daß keine inneren Unruhen mangels sportlicher Leere zu befürchten sind.
    Geändert von zugzwang (16.11.2013 um 14:59 Uhr)

  13. #13
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    Team-EM 2013 Warschau Damenturnier

    Das Damenturnier verläuft ähnlich spannend wie das Open und geizt auch nicht mit Überraschungen und dem Aufstand der Färinger.

    Noch ist Polen nicht verloren, gilt insbesondere für die 3 polnischen Frauenteams, die sich vor der 7. Runde alle an den Spitzenbrettern wiederfanden.
    Zwar ist die Breite des polnischen Leistungsschachs deutlich dichter als beim westlichen Nachbarn und bei den Frauen schon seit Jahren sichtbar, doch diese Leistungsstärke ist ein Ausrufezeichen.
    Polen 3 - nach Elo Polen 2 - kämpfte gegen Leader und Topfavoriten Ukraine am Spitzentisch bravorös, um dann doch unglücklich zu unterliegen, weil Maria Muzychuk (Ein Chuckie eben!) gegen Marta Bartel einen Stein auswrang. Eine letztlich traurige Niederlage für Polen 3 nach einem heroischen Kampf, der nach einer Teilrevanche der Reserve für die Klatsche des "A-Teams" gegen die Ukrainerinen aussah.
    Während das Männerteam ohne "Sekundant" Radoslav Wojtaszek zwar doch etwas unter den Möglichkeiten blieb, sind die von Monika Socko angeführten Polinnen 1 beinhart und verkraften auch einige kleine Rückschläge.
    Ihr Spitzenbrett Großmeister Monika Socko geht als Beispiel voran, steckt die Französisch-Niederlage gegen Katerina Lagno weg, fightet Valentina Gunina nieder und hält gegen die Elo-Stärkste des Turniers Nana Dzagnidse die Kasse.
    Im Kampf gegen Russland war durchaus mehr drin, nachdem Jungstar Alexandra Gorjatchkina etwas den Überblick verlor und den aufziehenden Angriff von Karina Szczepkowska-Horowska nach Kf7 mit dem spiegelbildlichen Kf2 zweifelhaft beantwortete. Die Folge war eine Verluststellung mit dem Bauernhacker Txh2 (noch offensichtlich) und dem Zentrumsdurchbruch d5, den die junge Polin ebenfalls fand. Den letztlichen Abschluß eines Mattangriffs im Endspiel findet dann aber wieder mal nur Routinier EM (enginemaster) Dr Ängie Leidt (Td8). Die Polin bewahrtesich Chancen, doch die Jugendweltmeisterin konnte sich noch einmal retten und ihrer Mannschaft das 2:2 sichern.
    Auch in der nächsten 7. Runde wackelten die Russinnen. Nicht Ex-Königin Kosteniuk, die erst einen Halben abgab (gegen Polens Zawadska!), und auch nicht Gunina, die nach ihrer Schlappe gegen Socko die amtierende ungarisch-vietnamesische Europameisterin Hoang in Verlegenheit brachte und letztlich erst ein verstecktes Gewinnmanöver nicht entdecken konnte.
    Doch Pogonina und Girya wackelten, aber nur eine fiel um und Pogonina konnte die Partie noch entscheidend drehen.
    Die Chancen der russischen Damen auf den Titel sind wegen des ukrainischen Vorsprungs aber eher gering und Armenien muß helfen, damit die Russinnen vielleicht noch zu einem direkten Duell mit der Ukraine kommen.
    Den Russinnen steht vorher "nur" Georgien im Wege und da läßt sich aktuell kein Favorit ausmachen.

    Die Deutschen waren nach der kleinen großen Sensation gegen Russland wieder im Spiel und trafen in der 6. Runde auf Polen 3. Aus der schon beschriebenen Paarung Polen3-Ukraine läßt sich schließen, daß der Kampf nicht erfolgreich verlief.
    Nach dem Ruhetag trat das "winning" Team als Elo-Favorit gegen Polen 3 an, doch jedem Beobachter war klar, daß die 4 Polinnen mit Elo um die 2300 ein harter Brocken für das deutsche Team sein würden. Schließlich hatten die Spielerinnenbereits in den vorherigen Runden ihre Schwierigkeiten gegen nominelle Außenseiter.
    Trotzdem ruhten die Hoffnungen auf Brett 1 Elli Pähtz mit Weiß, Elo-Vorteil und brauchbarer Stellung und auch Ketino Kachiani hatte erholt von der Niederlage gegen Kosteniuk eine scharfe Stellung herbeigeführt. Die deutsche Spitzenspielerin übersah jedoch ein feines und starkes Bauernopfer ihrer Gegnerin und geriet durch einen mächtigen d-Freibauern in die undankbare Defensive. Psychologisch und stellungstechnisch war die Aufgabe kaum zu bewältigen.
    Während die Stellungen an 3 und 4 keine aussichten auf Ausgleich boten, opferte Kachiani thematisch und manschaftstechnisch und brachte ihre Gegnerin an den Rand der Niederlage.
    Doch Beata Kadziolka behielt mit Glück und Geschick in der Zeitnotphase das Gleichgewicht zum verdienten, aber glücklichen sieg der Polinnen.
    In Runde 7 traf Deutschland ohne Spitzenfrau Pähtz auf Bulgarien und die bisher blasse Zoya Schleining zeigte sich und allen Kiebitzen mit dem recht sicheren Weiß-Remis gegen EX-WM Stefanova, daß in der Rolle des Außenseiters das Schachpotential leichter ausgeschöpft werden kann als als Favoritin.
    Da Marta Michna und Keti Kachiani einen schlechten Tag erwischten, spielt auch die zwischenzeitliche kleine Gewinnchance von Tatjana Melamed keine Rolle mehr.

    Ein Teilfazit zog ich schon nach dem Russalndspiel. Die Eindrücke haben sich nicht verändert, sondern bestätigt.
    Die Mannschaft benötigt doch eine andere Mischung oder bei einer Wiederholung mehr Spielpraxis und Trainingslager insgesamt.
    Der Trainingsländerkampf gegen Polen 2012 wurde fast vollständig mit Spielerinnen bestritten, die für das Projekt 2013 wieder in die 2. Reihe zurücktreten mußten (Ohme, Klek, Lewuschkina). Nur Michna war damals dabei.
    Diese Konzeption und Entwicklung zeigt ihre Unstimmigkeit in sich.
    Es scheint ein Gegensatz zwischen Konzept und Miniplänen zu bestehen. Dieser Konflikt muß gelöst werden.
    Team Erfahrung+Elo oder Team Jugend+wachsendeElo - kein Hin- und Herspringen, besser wachsende Synthese.
    Geändert von zugzwang (16.11.2013 um 14:46 Uhr)

  14. #14
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    Gratulation und Anerkennung den Spitzenteams im Open und bei den Damen, die sich in einer hautengen letzten Runde durchsetzten.
    Den Franzosen bleibt als Trost, doch noch abgefangen worden zu sein, der 2. Platz nach Wertung vor den Russen, die aus meiner Sicht diesmal das Glück hatten, das ihnen bei einigen Teamwettbewerben vorher fehlte.
    Spielerisch haben sie für mein Empfinden nicht unbedingt überzeugt. Kann aber auch an meinen Ansprüchen an das russische Schach liegen.
    Die Azeris haben Duell mit den Armeniern (die Brisanz liegt - leider - außerhalb des Schachs) ein friedliches, aber ausgekämpftes 2:2 erzielt, das zum EM-Titel reichte.
    Vielleicht ihr erster großer Team-Titel, weil häufiger die Armenier, Ukrainer oder doch Russen vor ihnen landeten?
    Der mehrfache Olympiasieger Armenien 4. wird es verschmerzen können und bei der Team-WM in Kürze einen neuen Anlauf nehmen.

    Die als Siegerinnen feststehenden Ukrainnerinnen unterlagen den anstürmenden Russinnen, die sich vor Polen noch den 2. Platz sicherten.
    Mit Ex-WM Alexandra Kosteniuk stellen sie die herausragende Einzelakteurin.
    Gastgeber Polen stellt neben dem erfolgreichen Bronzeteam mit ihrer "Future"-Mannschaft das Team mit dem stärksten Elo-Gewinn: über 100-Elo-Punkte!!
    Wenn "Future" weiter so zulegt, dann ...
    Daneben gelangen den Spitzenspielerinnen von Polen 2 und Polen Future Worek und Kulon heute Siege gegen Ex-WM Stefanova und Frankreichs Star Großmeister Marie Sebag.

    Obwohl die polnischen Herren etwas unter Wert und Möglichkeiten blieben, können unsere Nachbarn im Fazit aber sehr stolz diese EM sein.
    Die Spitzenbretter eines Landes besetzt von Eheleuten gibt es auch nicht so häufig, aber die GM-Familie Socko macht es möglich!

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