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Thema: Joachim Gauck - ein Bundespräsident der Herzen?

  1. #1
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    Joachim Gauck - ein Bundespräsident der Herzen?

    Es hat damals sicherlich für viel Irritationen gesorgt, als Rotgrün mit Joachim Gauck einen Mann ins Rennen schickte, der Christian Wulff locker von rechts überholt. Vieles spricht dafür, daß dieser Ritterschlag ausschließlich aus taktischen Gründen erfolgte, um im Regierungslager für Irritationen zu sorgen und die Stimmung dort massiv zu verschlechtern. Nun steht der Mann wieder als Kandidat zur Verfügung, als Konsenskandidat, geadelt von allen im Bundestag vertretenen Parteien mit Ausnahme der Linken. Schlimm: er wäre auch ein Kandidat, der den Republikanern von der Seele sprechen würde. Hier ein guter Artikel von der taz, was von unserem zukünftigen Bundespräsidenten zu halten ist und wo er politisch steht:

    https://www.taz.de/Kolumne-Besser/!88071/
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  2. #2
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    AW: Joachim Gauck - ein Bundespräsident der Herzen?

    Die taz ist sicherlich nicht auch nur im Ansatz dazu geeignet, zu beurteilen, wie geeignet der eine oder andere Kandidat denn sein koennte. Tatsaechlich faellt genanntes Blatt meistens nicht durch herausragende journalistische Qualitaet auf. Diese Kolumne stellt allerdings eine neue Qualitaet der Nichtqualitaet dar.
    In fehlerhaftem Deutsch giftet irgendsoein Yuecel da vor sich hin, der offenbar nicht einmal den Gang zum Friseur findet, und muss natuerlich in der Kolumne ueber Gauck Hitler unterbringen, nennt Gauck einen 'Winkeaugust', und natuerlich, wie im Titel, einen Stinkstiefel.
    Dementsprechend ist auch nicht ueberraschend, dass Yuecel keinen Kandidaten praesentieren kann, den er fuer geeigneter haelt.

    Interessant ist allerdings, dass du jetzt schreibst, er wuerde Republikanern aus der Seele sprechen. Das hat nicht mal Yuecel behauptet, auch wenn er ansonsten in seinem Artikel allerlei Schwachfug zusammenbastelt. Dass du jetzt den Kandidaten von SPD und Gruenen in die rechte Ecke zu schieben versuchst, zeugt tatsaechlich schon von eingeschraenkter Wahrnehmung.
    Oder glaubst du wirklich, dass Claudia Roth irgendjemanden waehlen wuerde, der auch nur in irgendeiner Weise im Verdacht ist, die rechte Szene auch nur argumentativ zu unterstuetzen?

    Fuer mich stellt Joachim Gauck im Vergleich zu Christian Wulff eine deutliche Verbesserung dar. Mit einer klaren Meinung wie der Herr Yuecel sollte man sich jedenfalls meiner Meinung nach noch zurueckhalten, bis Gauck einige Monate im Amt verbracht hat.
    Bevor man seinen Kopf schüttelt, vergewissere man sich, ob man einen besitzt.

  3. #3
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    AW: Joachim Gauck - ein Bundespräsident der Herzen?

    Ich bin ja selbst schon seit nicht wenigen Jahren in Internetforen unterwegs, und mir ist da schon oft aufgefallen, daß Personen unter dem Label von gemäßigt linken Parteien wie SPD oder Grünen auftreten und in Wirklichkeit reaktionäre Politik verbreiten und nebenbei mit reaktionärem Diskussionsverhalten koppeln. Wenn da jemand unter dem Label von SPD und Grüne auftritt, dann sagt das also erst einmal nicht viel aus, z. B. tritt ein Thilo Sarrazin ja auch unter dem Label der SPD auf, und der wird bereits als eine der künftigen Gallisionsfiguren einer neuen Rechten in Deutschland gehandelt. Hinzu kommt, daß Gauck zwar unter dem Label von Rotgrün aufgetreten sein mag. Aber wie wir alle wissen, war das keine Entscheidung des Herzens, sondern eine des Verstandes, genauer, eine Entscheidung aus taktischem Kalkül, dazu geeignet, Verwirrung in die Regierungskoalition zu tragen und den Koalitionsfrieden zu stören. Und in der Tat wäre bei der neuen Kandidatur von Joachim Gauck auch um ein Haar die Koalition gesprengt worden...

    Ich halte Joachim Gauck natürlich nicht für einen Rechtsradikalen, wohl aber für einen, der zumindest mit einigen seiner Thesen wie mit der Ausländersituation in Deutschland, zu Sarrazin, zu dem die Republikaner eine Plakette mit seinem Konterfei und dem Slogan: „ich bin ein Sarraziner“ anfertigen ließen (siehe unten), den Armen im Land und seiner Haltung gegenüber der Protestkultur im Lande wie gegenüber den S21-Gegnern, denen er vorwarf, es ginge ihnen nur um ihren eigenen Vorgarten, gewisse Haltungen bedient, die im Volke weit verbreitet sind und wo Studien immer wieder belegen, daß weite Teile des Volkes partiell bis ganzheitlich rechte Gedanken teilen. Ein Republikaner aus dem Schachfeld verglich bspw. pauschal das Demonstrationsverhalten der S21-Gegner mit dem Verhalten der SA in der Reichskristallnacht.

    Wie gesagt, Gauck ist kein Rechtsradikaler, viele seiner Aussagen kann man durchaus differenziert sehen, wie in diesem Blog ausgearbeitet wurde: http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sp...k-und-das-netz Die Tendenz bei Gauck dagegen konnte bei aller Differenziertheit herausdestilliert werden, und das ist eine Tendenz, die zumindest mich besorgniserregend stimmt.

    Ich weiß, daß Du seine Einschätzung zur Freiheit teilst, seinen Freiheitsbegriff, wo Gauck bekannte, daß ein üppiger Sozialstaat zur Bevormundung führen kann und damit gegen die Freiheit gerichtet sei. Für mich ist das halt eine Rechtfertigung und ideologische Befeuerung, den Sozialstaat noch weiter zu schleifen, was besonders die Ärmsten der Armen noch weiter treffen kann, allerdings auch die breite Mitte unseres Volkes. Aber das sind weltanschauliche Unterschiede, über die man lange streiten könnte, und gerne gebe ich zu, daß Gauck für viele Menschen im Land der richtige Kandidat sein kann. Mein Kandidat ist er freilich nicht.

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  4. #4
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    AW: Joachim Gauck - ein Bundespräsident der Herzen?

    Du beginnst deine Antwort, indem du sagst, dass auch Gruene und Sozialdemokraten haeufig 'reaktionaeres Diskussionsverhalten' an den Tag legen wuerden.
    Was genau ist denn in deinem Weltbild 'reaktionaer'?
    Und wenn alle Parteien 'reaktionaer' sind, ist es dann nicht vielleicht sogar sinnvoll?

    Des weiteren argumentierst du damit, dass Gauck wohl nur eine taktische Entscheidung von den reaktionaeren Rotgruenen gewesen sei. Das kann man natuerlich so sehen. Wie allerdings erklaerst du es dir dann, dass sie ihn dann gleich zwei Mal als Kandidaten eingesetzt haben?

    Welche Thesen zur Auslaendersituation meinst du denn bitte?
    Hier waere es sehr hilfreich, wenn du die Quellen, die du zitierst, auch lesen wuerdest.
    In dem von dir genannten Blog werden naemlich die Aeusserungen von Gauck zu diesem Thema und zu Sarrazin ausfuehrlich genannt und besprochen. Und tatsaechlich: Es findet sich dort kein einziges Statement zu Auslaendern.
    Diese Parallele zwischen Gauck und Sarrazin zu ziehen ist also grober Unfug.

    Ebenso wuerde mich interessieren, welche Thesen Gauck zu 'den Armen im Land' haette - von ihnen schreibst du schliesslich, ohne genauer darauf einzugehen. Wenn du die Saetze meinst, die in dem Blog herausgestellt werden, dann kann man doch nur sagen: Das sind die groessten Selbstverstaendlichkeiten der Welt, und keine 'Thesen'.

    Wo dann der Zusammenhang zu einem Republikaner auf Schachfeld bestehen soll, bleibt mehr als schleierhaft. Ganz generell: Was haben die Republikaner in diesem Zusammenhang ueberhaupt hier zu suchen?
    Ueberhaupt nix, trotzdem werden sie von dir bei jedem Beitrag mehr schlecht als Recht an das Thema herangebastelt, um Gauck so in einem zweifelhaften Licht erscheinen zu lassen.

    Der Blog, den du als Referenz postetest, ist uebrigens sehr schoen, wie hier ein Kandidat bewusst schlecht gemacht werden soll. Die Aussagen, an sich voellig harmlos, werden mit aller Kraft verdreht. Das Fazit passt dann schlussendlich ueberhaupt nicht mehr zum restlichen Beitrag.
    Vielleicht solltest du ueberlegen, auch mal neutrale Informationsquellen zu verwenden.

    Ich verlange ja ueberhaupt nicht, dass du den Gauck gut finden sollst, ich finde nur, dass man ihm erst einmal Zeit im Amt geben sollte, bevor man ueber ihn richtet.
    Geändert von Maschendrahtzaun (23.02.2012 um 22:57 Uhr)
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  5. #5
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    AW: Joachim Gauck - ein Bundespräsident der Herzen?

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun
    Du beginnst deine Antwort, indem du sagst, dass auch Gruene und Sozialdemokraten haeufig 'reaktionaeres Diskussionsverhalten' an den Tag legen wuerden.
    Was genau ist denn in deinem Weltbild 'reaktionaer'?
    Und wenn alle Parteien 'reaktionaer' sind, ist es dann nicht vielleicht sogar sinnvoll?
    Reaktionär ist das Gegenteil von Fortschrittlich. Personen, die reaktionär sind, orientieren sich an alte Zeiten, haben ein hierarchisches und autoritäres Menschenbild, sind konservativ bis hin zu nationalistisch und haben eine Vorliebe für das Militär. Während Reaktionäre jede Form von Sozialismus kategorisch ablehnen, können sie dagegen monarchischem Pomp durchaus etwas abgewinnen und sonnen sich bspw. an Preußens Gloria. Das hat etwas mit dem ursprünglichen Gegensatz revolutionär-konservativ zu tun, von dem das herrührt, als zwischen denen unterschieden wurden, die für eine Revolution waren und denen, welche die alten, d. h. monarchischen Verhältnisse beibehalten wollten.

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun
    Des weiteren argumentierst du damit, dass Gauck wohl nur eine taktische Entscheidung von den reaktionaeren Rotgruenen gewesen sei. Das kann man natuerlich so sehen. Wie allerdings erklaerst du es dir dann, dass sie ihn dann gleich zwei Mal als Kandidaten eingesetzt haben?
    Rotgrün wußte, daß Schwarzgelb die Mehrheit in der Bundesversammlung hat und deswegen noch einmal ihren Kandidaten durchpeitschen kann. Also werden sie sich gedacht haben, wäre es doch ein ziemlicher Prestigesieg, wenn nicht Schwarzgelb ihren Kanidaten durchbekommt, sondern wenn es der bekanntermaße rotgrüne Kandidat Joachim Gauck wird. Wenn es Gauck schafft, können sich SPD und Grüne also den neuen Bundespräsidenten quasi auf ihre Fahnen heften. Wohlwissend, daß Joachim Gauck auch im Regierungslager populär ist, wußten sie, daß sie damit abermals die Stimmung in der Koalition verschlechtern konnten. Und wie Du siehst, wäre die Koalition auch um ein Haar gescheitert, da die FDP hart blieb und die Union erst im letzten Moment eingelenkt hat.

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun
    Welche Thesen zur Auslaendersituation meinst du denn bitte?
    Hier waere es sehr hilfreich, wenn du die Quellen, die du zitierst, auch lesen wuerdest.
    In dem von dir genannten Blog werden naemlich die Aeusserungen von Gauck zu diesem Thema und zu Sarrazin ausfuehrlich genannt und besprochen. Und tatsaechlich: Es findet sich dort kein einziges Statement zu Auslaendern.
    Diese Parallele zwischen Gauck und Sarrazin zu ziehen ist also grober Unfug.
    Hat Gauck Sarrazin nicht tatsächlich „Mut“ bescheinigt, als viele zurecht auf diesen Rechtspopulisten einprügelten? Auch wenn Gauck damit inhaltlich sich dazu nicht näher geäußert hat, bescheinigt man jemandem i. d. R. nur dann Mut, wenn man mit demjenigen auch mehr oder weniger übereinstimmt. Eine in den Augen der Bevölkerung auch inhaltliche Nähe wird daher gewollt gewesen sein. Und tatsächlich hast Du diese inhaltliche Nähe zu Sarrazin nicht nur im Wie, sondern auch im Was auch schwarz und weiß, und zwar im taz-Artikel, in dem ausdrücklich steht, Gauck wünsche sich keine Stadtviertel mit "allzu vielen Zugewanderten und allzu wenigen Altdeutschen".

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun
    Ebenso wuerde mich interessieren, welche Thesen Gauck zu 'den Armen im Land' haette - von ihnen schreibst du schliesslich, ohne genauer darauf einzugehen. Wenn du die Saetze meinst, die in dem Blog herausgestellt werden, dann kann man doch nur sagen: Das sind die groessten Selbstverstaendlichkeiten der Welt, und keine 'Thesen'.
    Das mögen sie aus Deiner Warte heraus sein, aber so eindeutig, wie Du das darstellst, verhält sich die Sache dann doch nicht. Schließlich geht aus Gaucks Beispiel mit dem Fahrer doch draus hervor, daß Gauck dieses Stereotyp des faulen Hartz4-Empfängers übernommen hat und eher in deren Verhalten etwas ändern will, als umgekehrt, Achtung: linker Ansatz, die Arbeitsmarktsituation im Lande zu verbessern. So wird die Schuld für die Arbeitslosigkeit im Land statt auf zu wenige Arbeitsplätze auf die Betroffenen selber gewälzt, und die Politik, die da etwas ändern kann, und zwar bitte nicht durch weitere Prekärjobs und unstete Leiharbeitsverhältnisse, gerät aus der Schußlinie. Schon alleine durch seine Ideologie selbst, nach der ein soziales Netz zu Bevormundung führt, zeigt sich ja schon Gaucks Haltung gegenüber den Schwächsten der Gesellschaft. Denn von einem weiteren Abbau des sozialen Netzes wären die dann am stärksten betroffen.

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun
    Wo dann der Zusammenhang zu einem Republikaner auf Schachfeld bestehen soll, bleibt mehr als schleierhaft. Ganz generell: Was haben die Republikaner in diesem Zusammenhang ueberhaupt hier zu suchen?
    Ueberhaupt nix, trotzdem werden sie von dir bei jedem Beitrag mehr schlecht als Recht an das Thema herangebastelt, um Gauck so in einem zweifelhaften Licht erscheinen zu lassen.
    Ich hatte einmal Gaucks Thesen in gebündelter Form vor mir liegen. Und da hatte ich mir gedacht, daß das Thesen sind, bei denen die Republikaner laut aufjubeln würden. Meine Sorge ist die, daß rechtslastige Vorstellungen durch die Präisdentschaft von Gauck weiter hoffähig gemacht würden. So weit entfernt ist die Mitte nämlich nicht von rechten Vorstellungen. Ein jeder ist gefährdet, in diesen Sumpf hineinzufallen.

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun
    Ich verlange ja ueberhaupt nicht, dass du den Gauck gut finden sollst, ich finde nur, dass man ihm erst einmal Zeit im Amt geben sollte, bevor man ueber ihn richtet.
    Ein Bundespräsident hat, bevor er ins Amt kommt, natürlich immer auch schon eine ganze Biographie mit im Gepäck, für die er sich für dieses Amt überhaupt qualifiziert hat. Insofern gibt es schon genug Stoff, um über einen werdenden Bundespräsidenten etwas zu sagen. Aber natürlich bin ich sehr gespannt, und ja, interessanter als mit Wulff wird ein Bundespräsident Gauck allemal.
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  6. #6
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    AW: Joachim Gauck - ein Bundespräsident der Herzen?

    Wenn, wie du sagst, reaktionaer das Gegenteil von fortschrittlich sei, dann sind doch die meisten Linken und Linksextremen in dieses reaktionaere Lager einzuordnen, wo sie der DDR oder zumindest aber dem Wohlfahrtsstaat der Achtziger Jahre nachtrauern, wohingegen Liberale in diesem Sinne sehr unreaktionaer sind, da sie Fortschritt unterstuetzen und hierarchische Menschenbilder ablehnen.
    So, wie du den Term verwendest, ist er dagegen ein blosser Kampfbegriff gegen den politischen Kontrahenten und vor allem ohne Inhalt, der dementsprechend zu ignorieren ist.

    Tatsaechlich hat Gauck Sarrazin 'Mut' bescheinigt.
    Dass du daraus jedoch ableitest, dass Gauck deshalb Sarrazins Meinung sein muesse, zeugt von einem sehr engstirnigen und verkrusteten Menschenbild, das Sozialisten numal auch im allgemeinen auszuzeichnen scheint.
    In der Tat zeichnet es doch gerade die Meinungsfreiheit und das freiheitliche Denken im allgemeinen aus, dass es moeglich ist, auch demjenigen Respekt zu zollen, der anderer Meinung ist als man selbst. Dass sich Linke damit genrell schwer tun, ist auch hinlaenglich bekannt.
    Dass du nun also zu dieser unrichtigen Schlussfolgerung gelangst, ist durchaus konsequent.

    Wenn sich wie in Frankfurt auf der Zeil jeden Tag ein Prediger hinstellt und seine kruden Thesen ueber Gott verkuendet und wie wir ihm folgen sollten, dann wuerde ich ihm auch Mut bescheinigen, obwohl ich nie auf die Idee kommen wuerde, das was er sagt, zu unterstuetzen.
    Sogar wenn jemand den Kommunismus verbreiten will und dafuer kaempft, zolle ich ihm Respekt, auch wenn ich alles dafuer tun wuerde, dass es nicht so weit kommt.
    Dies ist der fundamentale Unterschied zwischen freheitlich und sozialistisch denkenden Menschen, das hast du in diesem Halbsatz ungewollt sehr schoen offenbart.

    Du erwaehnst das Beispiel mit dem Fahrer, dann wollen wir es uns doch einmal ansehen.

    Zitat Zitat von Gauck
    Neulich erzählte mir mein Fahrer von seinem Cousin, der mit den gesamten Sozialleistungen ungefähr 30 Euro weniger als er hat. Mein Fahrer muss aber fast immer um fünf Uhr aufstehen. Er sei der Dumme in der Familie, aber er sagte mir auch: „Ich kann das nicht, ich kann nicht so dasitzen.“ Da habe ich gesagt, dass er denen erzählen soll, wie gut er sich mit Arbeit fühlt. Wir sehen ja auch in den Kreisen der Hartz-IV-Empfänger Leute, die politisch aktiv sind und auf eine Demonstration gehen. In diesem Moment verändert sich schon ihr Leben. Sie zeigen Haltung. Das ist sehr viel wichtiger, als dafür zu sorgen, dass die Alimentierung immer rundum sicher ist.
    Was er hier sagt, koennte doch richtiger nicht sein.
    Der Fahrer sagt, er arbeitet, und moechte das auch weiterhin tun, auch wenn er damit nur unwesentlich mehr Geld verdient als sein Cousin, der vom Staat lebt.
    Gauck bestaerkt ihn darin und versucht ihm Anstoesse zu geben, wie er seinen Cousin dazu bringen kann, auch wieder in Arbeit zu bringen.
    Dass er darin jetzt das Stereotyp eines 'faulen Hartz-IV Empfaengers' an die Wand malen wuerde, ist voelliger Quatsch und in keinem Punkt dieses Beispiels belegt und zeugt viel mehr davon, dass du es womoeglich gar nicht gelesen hast und deine Meinung aus unserioesen Drittquellen beziehst.

    Du 'hattest' also Gaucks 'Thesen' in 'gebuendelter Form' vor dir liegen.
    Sorry, aber damit waerst du der einzige Mensch auf der Welt, der dies haette.
    Gauck ist schliesslich nicht Luther.
    Du auch nicht.

    Geändert von Maschendrahtzaun (27.02.2012 um 18:23 Uhr)
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  7. #7
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    AW: Joachim Gauck - ein Bundespräsident der Herzen?

    Dein kruder Linkenhaß in aller Ehren, aber meine Haltung gegenüber dem Mut bescheinigen, ist nicht etwa ein linkes Relikt, sondern schlichtweg gesunder Menschenverstand. Wenn man jemandem Mut bescheinigt, dann unterstützt man denjenigen, den man Mut bescheinigt, und so kommt das in der hiesigen Presselandschaft ja auch an. Diese Mechanismen kennt jeder, ein Gauck erst Recht. Dein eigenes Beispiel ist natürlich heuchlerisch. Du würdest nicht einem Kommunisten öffentlich Mut bescheinigen, selbst wenn er sich mutig verhält, und das weißt Du auch.

    Und auch das mit dem Reaktionär und Fortschrittlich hast Du nicht ganz verstanden, entweder aus Gründen der Rabulistik, oder weil Du mental einfach nicht in der Lage dazu bist, Dich auf linke Denkweisen einzulassen. Denn wie aus der Definition zu entnehmen war, lag der Ursprung dieses Begriffs im monarchischen Zeitalter der Revolutionen. Es war die Französische Revolution, ab der die Menschen in reaktionär und progressiv unterteilt werden konnten, und das nicht etwa aus Gründen der Etikettierung, sondern aus Gründen der Zuordnung und Veranschaulichung. Wenn nun in einer früheren Zwischenepoche die Gesellschaft näher am Pol der Revolution dran war als in der Gegenwart, dann liegt diese Zeit, der Linke evtl. nachtrauern, zwar durchaus schon einige Jahre zurück. Da sie sich aber näher am Pol der Revolution befindet als heute, sollte eine affirmative Haltung dieser Epoche gegenüber nicht wunderlich stimmen. Der Fixpunkt ist absolutistische Monarchie, die in der Zeit, in welcher der Begriff in seiner Chronologie als Anfangspunkt Bezug nimmt, selbstverständlich war, und Revolution. Da ich diesen Begriff durchaus mit Leben füllen kann, zieht Dein Vorwurf mal wieder ins Leere und darf gerne auf dem Altar für verunglückte rhetorische Auslassungen Platz nehmen.

    Im übrigen muß man schon sehr entfernt sein von den Nöten eines armen Hartz4-Empfängers, wenn man nicht erkennt, daß dieser sich durch die Gaucksche Belehrung angesprochen und als faul denunziert fühlen muß.
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  8. #8
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    AW: Joachim Gauck - ein Bundespräsident der Herzen?

    Da du auf meinen Beitrag inhaltlich ueberhaupt nicht eingegangen ist, bleibt mir nichts anderes uebrig, als ihn gleich noch einmal zu posten mit der Bitte, dass du inhaltlich auf ihn eingehen moegest anstatt irgendeinen allgemeinen Sermon vom Stapel zu lassen.

    Wenn, wie du sagst, reaktionaer das Gegenteil von fortschrittlich sei, dann sind doch die meisten Linken und Linksextremen in dieses reaktionaere Lager einzuordnen, wo sie der DDR oder zumindest aber dem Wohlfahrtsstaat der Achtziger Jahre nachtrauern, wohingegen Liberale in diesem Sinne sehr unreaktionaer sind, da sie Fortschritt unterstuetzen und hierarchische Menschenbilder ablehnen.
    So, wie du den Term verwendest, ist er dagegen ein blosser Kampfbegriff gegen den politischen Kontrahenten und vor allem ohne Inhalt, der dementsprechend zu ignorieren ist.

    Tatsaechlich hat Gauck Sarrazin 'Mut' bescheinigt.
    Dass du daraus jedoch ableitest, dass Gauck deshalb Sarrazins Meinung sein muesse, zeugt von einem sehr engstirnigen und verkrusteten Menschenbild, das Sozialisten numal auch im allgemeinen auszuzeichnen scheint.
    In der Tat zeichnet es doch gerade die Meinungsfreiheit und das freiheitliche Denken im allgemeinen aus, dass es moeglich ist, auch demjenigen Respekt zu zollen, der anderer Meinung ist als man selbst. Dass sich Linke damit genrell schwer tun, ist auch hinlaenglich bekannt.
    Dass du nun also zu dieser unrichtigen Schlussfolgerung gelangst, ist durchaus konsequent.

    Wenn sich wie in Frankfurt auf der Zeil jeden Tag ein Prediger hinstellt und seine kruden Thesen ueber Gott verkuendet und wie wir ihm folgen sollten, dann wuerde ich ihm auch Mut bescheinigen, obwohl ich nie auf die Idee kommen wuerde, das was er sagt, zu unterstuetzen.
    Sogar wenn jemand den Kommunismus verbreiten will und dafuer kaempft, zolle ich ihm Respekt, auch wenn ich alles dafuer tun wuerde, dass es nicht so weit kommt.
    Dies ist der fundamentale Unterschied zwischen freheitlich und sozialistisch denkenden Menschen, das hast du in diesem Halbsatz ungewollt sehr schoen offenbart.

    Du erwaehnst das Beispiel mit dem Fahrer, dann wollen wir es uns doch einmal ansehen.

    Zitat Zitat von Gauck
    Neulich erzählte mir mein Fahrer von seinem Cousin, der mit den gesamten Sozialleistungen ungefähr 30 Euro weniger als er hat. Mein Fahrer muss aber fast immer um fünf Uhr aufstehen. Er sei der Dumme in der Familie, aber er sagte mir auch: „Ich kann das nicht, ich kann nicht so dasitzen.“ Da habe ich gesagt, dass er denen erzählen soll, wie gut er sich mit Arbeit fühlt. Wir sehen ja auch in den Kreisen der Hartz-IV-Empfänger Leute, die politisch aktiv sind und auf eine Demonstration gehen. In diesem Moment verändert sich schon ihr Leben. Sie zeigen Haltung. Das ist sehr viel wichtiger, als dafür zu sorgen, dass die Alimentierung immer rundum sicher ist.
    Was er hier sagt, koennte doch richtiger nicht sein.
    Der Fahrer sagt, er arbeitet, und moechte das auch weiterhin tun, auch wenn er damit nur unwesentlich mehr Geld verdient als sein Cousin, der vom Staat lebt.
    Gauck bestaerkt ihn darin und versucht ihm Anstoesse zu geben, wie er seinen Cousin dazu bringen kann, auch wieder in Arbeit zu bringen.
    Dass er darin jetzt das Stereotyp eines 'faulen Hartz-IV Empfaengers' an die Wand malen wuerde, ist voelliger Quatsch und in keinem Punkt dieses Beispiels belegt und zeugt viel mehr davon, dass du es womoeglich gar nicht gelesen hast und deine Meinung aus unserioesen Drittquellen beziehst.

    Du 'hattest' also Gaucks 'Thesen' in 'gebuendelter Form' vor dir liegen.
    Sorry, aber damit waerst du der einzige Mensch auf der Welt, der dies haette.
    Gauck ist schliesslich nicht Luther.
    Du auch nicht.

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  9. #9
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    AW: Joachim Gauck - ein Bundespräsident der Herzen?

    Ihr liebt doch beide Quellen über alles. Hier ist in Interview der Süddeutschen mit Gauck aus dem Jahr 2010. Darin äußert er sich auch zur Sarrazin-Debatte. Gauck bezeichnet Sarrazin auch dort als "mutig" und findet, er weise "auf ein Problem hin, das nicht ausreichend gelöst ist", kritisiert aber gleichzeitig seine "biologistischen Herleitungen".

    Maschendrahtzaun stört sich an dem Wort "reaktionär". Wir können uns aber vielleicht alle darauf einigen, dass Gauck - wie man an vielen seiner früheren Äußerungen erkennen kann - eindeutig einem wirtschaftsliberal-konservativen Weltbild zuneigt.
    Wenn SPD und Grüne ihr Programm ernst meinen, war es also eine Riesendummheit von ihnen, Gauck vorzuschlagen. Ursprünglich war die Nominierung von Gauck nicht mehr als ein taktisches Manöver, um die schwarz-gelbe Koalition und die Linke vorzuführen. (Die Idee dazu stammte übrigens von Thomas Schmid, Chefredakteur und Herausgeber des Springerblattes Die Welt.) Aber sollten die Sozialdemokraten und die Grünen 2013 in Regierungsverantwortung kommen und ihr gemäßigt linkes Wahlprogramm umsetzen, ist ihnen Kritik vom Bundespräsidenten sicher. Dieser besitzt jedoch dann nicht nur kraft seines Amtes eine moralische Autorität, sondern auch, weil er von Rot-Grün vorgeschlagen wurde. Er ist damit nun eine Art "trojanisches Pferd" im linken Lager.

  10. #10
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    AW: Joachim Gauck - ein Bundespräsident der Herzen?

    @Maschendrahtzaun: Du kannst Deinen Beitrag so oft posten wie Du willst, von meiner Seite aus ist dazu alles gesagt.
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  11. #11
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    AW: Joachim Gauck - ein Bundespräsident der Herzen?

    Dein letzter, sogenannter, seinen Namen aber nicht verdienender Beitrag, Kiffing, zeigt deutlich, dass es dir eigentlich nur darum geht, das letzte Wort zu haben, waehrend du in der Sache einer nicht besonders gut mit Wachs versorgten Kerze aehnlich vor dich hin irrlichterst.

    Dass Gauck 'eindeutig' einem 'wirtschaftsliberal-konservativen Weltbild zuneigt', halte ich nicht fuer richtig.
    Er selbst bezeichnet sich als 'linken liberalen Konservativen', und wenn sich jemand schon freiwillig als 'links' beschreibt, ist es meist ohnehin schon schlimmer als befuerchtet.
    Fuer mich ist Gauck jedenfalls, nicht zuletzt auch wegen verschiedenartiger Aussagen, politisch recht schwer einzuordnen.
    Fuer wirtschaftsliberal oder gar konservativ halte ich ihn jedoch nicht.
    Allerdings ist es auch nicht von besonderer Bedeutung, welche politischen Positionen ein Bundespraesident vertritt, da er mit dem Tagesgeschaeft bekanntermassen nicht oder nur wenig zu tun hat.
    Wenn die Linken sich damit ein Eigentor geschossen haben sollten - umso besser, ich denke jedoch, dass Gauck zunaechst erst einmal aktive Skandalvermeidung betreiben muss, wenn nicht schon vor der Wahl irgendwelche Lebenslauffaschisten ein geklautes Wurstbroetchen in seiner Biografie ausgraben sollten...
    Bevor man seinen Kopf schüttelt, vergewissere man sich, ob man einen besitzt.

  12. #12
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    AW: Joachim Gauck - ein Bundespräsident der Herzen?

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Dein letzter, sogenannter, seinen Namen aber nicht verdienender Beitrag, Kiffing, zeigt deutlich, dass es dir eigentlich nur darum geht, das letzte Wort zu haben, waehrend du in der Sache einer nicht besonders gut mit Wachs versorgten Kerze aehnlich vor dich hin irrlichterst.
    Es ist immer wieder interessant zu sehen, was in Dir vorgeht. Erst kommt ein ganzer Schwall an unbelegten Behauptungen und Ressentiments, und sobald darauf von einem Diskussionspartner eingegangen wird, wirfst Du ihm vor, in seiner Antwort all das nicht zu haben, was Du selbst brutal vermissen läßt. Aber lange Beiträge mit einer Handbewegung einfach abzubügeln, das kannst Du vielleicht mit kleinen Kindern machen, bei mir bist Du damit aber an der falschen Adresse.

    Zu Deinem Einwand an yury, so trifft es zwar zu, daß sich Gauck u. a. als links bezeichnet hat. Hier gilt aber das, was ich in meinem Eingangsbeitrag bereits skizziert habe. Nicht alles, was unter linkem Label herumläuft, ist links, und Gaucks Äußerungen weisen auch in eine andere Richtung.

    So ist er in seinen Denkstrukturen noch stark dem Kalten Krieg verfallen. Ich will ihm ja gar nicht vorwerfen, das DDR-Unrecht entscheidend mit aufgearbeitet zu haben. Das ist eine Aufgabe, die einem durchaus Respekt abverlangen sollte. Aber seine Haltung ist noch die eines Kalten Kriegers mit all dem antikommunistischen Ressentiments. So warf er der Friedensbewegung in der späten Bonner Republik vor, „töricht“ gehandelt zu haben und generell „Unrecht“ gehabt zu haben. http://www.sueddeutsche.de/politik/g...en-1.1288292-2 Und man muß kein orthodoxer Kommunist sein, um sich gegen diesen Gedanken aufzulehnen. Denn die Friedensbewegung war in weiten Teilen weit davon entfernt, den Sieg des Ostblocks im Kalten Krieg gewünscht zu haben. Sie wollte einfach Frieden und ging davon aus, daß jede Partei in ihrem eigenen Land für den Frieden kämpfen sollte und damit auf eine Abrüstung des eigenen Staates zu drängen. Diese Friedensbewegten gab es ja auch in der DDR. Natürlich weitaus massiver unterdrückt als in der BRD, speiste sich die 89er Bewegung in der DDR zu einem nicht geringen Teil aus der Friedensbewegung in der DDR, deren Slogan u. a. „Schwerter zu Pflugscharen“ war. Was hier vorgespielt wird, ist die Geisteshaltung eines antikommunistischen Konservativen, der meint, sich von Feinden umzingelt zu fühlen und deswegen nur allzu bereit ist für weitere Aufrüstung und weitere Konfrontationspolitik. Daß diese Kalten Krieger, nachdem der Ostblock auseinanderfiel, nicht etwa sich gesagt haben, der Feind ist besiegt, jetzt können wir endlich abrüsten, zeigt, daß die Aufrüstung in allen Ländern der westlichen Welt weitergeht und daß der Islam den Kommunismus als Feindbild ersetzt hat. Im Prinzip geht es in erster Linie um Imperialismus, was mit unserer gegebenen Wirtschaftsordnung zusammenhängt, die danach schreit, weitere Märkte, Einflußsphären und Rohstoffquellen zu gewinnen. Und in diesem Sinne ist es für einen Kalten Krieger, der auch jetzt noch, 22 Jahre nach dem Zerfall der DDR, vor der Linkspartei warnt, ein gewisses Kontinuum, wenn er, die westliche Hochrüstung im Kalten Krieg bejubelnd, jetzt sowohl den Irakkrieg als auch den Afghanistankrieg gerechtfertigt hat: http://blog.gruene-greifswald.de/201...for-president/ Um es mit der Partei die Linke zu sagen: der Krieg ist die schlimmste Menschenrechtsverletzung.

    Hier nochmal ein klarer Standpunkt zu Gauck: http://www.hagalil.com/archiv/2012/02/20/gauck/

    Was mir ohnehin schon lange aufgefallen ist, ist, daß die Gleichsetzung von Rechtsradikal und Linksradikal, derer sich bekanntlich auch Joachim Gauck so gerne bedient, meist mit einer sonderbaren Bevorzugung der NS-Diktatur gegenüber dem Ostblock-Sozialismus daherkommt. Wie etwa ist es sonst zu erklären, daß ein Gauck nimmer müde wird, die Bürger zu mahnen, niemals das DDR-Unrecht zu vergessen, aber im gleichen Atemzug vor der schmerzhaften Erinnerung an die Judenvernichtung in NS-Deutschland warnt?

    Zitat Zitat von Joachim Gauck
    „Unübersehbar gibt es eine Tendenz der Entweltlichung des Holocaust. Das geschieht dann, wenn das Geschehen des deutschen Judenmordes in eine Einzigartigkeit überhöht wird, die letztlich dem Verstehen und der Analyse entzogen ist. Offensichtlich suchen bestimmte Milieus postreligiöser Gesellschaften nach der Dimension der Absolutheit, nach dem Element des Erschauerns vor dem Unsagbaren. Da dem Nichtreligiösen das Summum Bonum – Gott – fehlt, tritt an dessen Stelle das absolute Böse, das den Betrachter erschauern lässt. Das ist paradoxerweise ein psychischer Gewinn, der zudem noch einen weiteren Vorteil hat: Wer das Koordinatensystem religiöser Sinngebung verloren hat und unter einer gewissen Orientierungslosigkeit der Moderne litt, der gewann mit der Orientierung auf den Holocaust so etwas wie einen negativen Tiefpunkt, auf dem – so die unbewusste Hoffnung – so etwas wie ein Koordinatensystem errichtet werden konnte. Das aber wirkt »tröstlich« angesichts einer verstörend ungeordneten Moderne. Würde der Holocaust aber in einer unheiligen Sakralität auf eine quasi-religiöse Ebene entschwinden, wäre er vom Betrachter nur noch zu verdammen und zu verfluchen, nicht aber zu analysieren, zu erkennen und zu beschreiben.“
    Quelle: http://clemensheni.net/2012/02/20/ei...loss-bellevue/
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  13. #13
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    AW: Joachim Gauck - ein Bundespräsident der Herzen?

    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Dein letzter, sogenannter, seinen Namen aber nicht verdienender Beitrag, Kiffing, zeigt deutlich, dass es dir eigentlich nur darum geht, das letzte Wort zu haben, waehrend du in der Sache einer nicht besonders gut mit Wachs versorgten Kerze aehnlich vor dich hin irrlichterst.
    Deine hochpoetische Sprache in allen Ehren, aber Deine verzweifelte Hilflosigkeit zeigt, dass Du anscheinend keine Argumente hast oder zumindest keine Lust, sie vorzubringen.


    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Dass Gauck 'eindeutig' einem 'wirtschaftsliberal-konservativen Weltbild zuneigt', halte ich nicht fuer richtig.
    Er selbst bezeichnet sich als 'linken liberalen Konservativen', und wenn sich jemand schon freiwillig als 'links' beschreibt, ist es meist ohnehin schon schlimmer als befuerchtet.
    Fuer mich ist Gauck jedenfalls, nicht zuletzt auch wegen verschiedenartiger Aussagen, politisch recht schwer einzuordnen.
    Fuer wirtschaftsliberal oder gar konservativ halte ich ihn jedoch nicht.
    Um die politische Position eines Menschen zu beurteilen, halte ich es für sinnvoll, auf seine konkreten Standpunkte zu schauen und nicht auf die Selbstbezeichnung. Selbst Wikipedia hilft da manchmal weiter:

    Gauck
    - ist für die Überwachung der Linken,
    - bescheinigt Sarrazin Mut und auf ein Problem hingewiesen zu haben, das er "nicht erfunden" habe,
    - ist Befürworter der Agenda 2010,
    - findet, es gibt "viele gute Gründe" für die Rente mit 67,
    - hat ein Problem mit Wikileaks,
    - meint in Bezug auf den Atomausstieg, man dürfe wichtige politische Entscheidungen nicht von der Gefühlslage der Nation abhängig machen,
    - findet die Antikapitalismusdebatte "unsäglich albern",
    - hat etwas gegen sogenannten Populismus, sagt aber gleichzeitig in Bezug auf die Occupy-Bewegung, er habe in einem Land gelebt, wo die Banken besetzt waren.

    Viele seiner Äußerungen sind sehr verklausuliert. Man weiß zwar, was er meint, und bemerkt das durchscheinende Weltbild, aber es scheint so, als ob er seine Meinung als möglichst objektiv darstellen will.


    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Allerdings ist es auch nicht von besonderer Bedeutung, welche politischen Positionen ein Bundespraesident vertritt, da er mit dem Tagesgeschaeft bekanntermassen nicht oder nur wenig zu tun hat.
    Selbstverständlich ist es von Bedeutung. Der Bundespräsident ist eine moralische Instanz, die die Macht das Wortes für sich nutzen kann; und gerade, wenn er von fast allen im Bundestag vertretenen Parteien unterstützt wird, gewinnt sein Wort weiter an Gewicht. Deshalb ist seine politische Position natürlich wichtig.


    Zitat Zitat von Maschendrahtzaun Beitrag anzeigen
    Wenn die Linken sich damit ein Eigentor geschossen haben sollten - umso besser, ich denke jedoch, dass Gauck zunaechst erst einmal aktive Skandalvermeidung betreiben muss, wenn nicht schon vor der Wahl irgendwelche Lebenslauffaschisten ein geklautes Wurstbroetchen in seiner Biografie ausgraben sollten...
    "Lebenslauffaschisten", was für ein schwachsinniger Begriff. Wenn Du Deine eigenen Beiträge mal mit der gleichen haarspalterischen Energie durchsuchen würdest wie die anderer Leute, würdest Du in Selbstkritik ersticken...

  14. #14
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    AW: Joachim Gauck - ein Bundespräsident der Herzen?

    Ich werde in meinem Beitrag zunaechst auf denjenigen von Genossen Kiffing eingehen, dann in einem weitern auf den von yury (der sich jetzt wahrscheinlich vor Trauer biegt, dass er kein Genosse sein darf...).

    Es ist von fast schon flamboyanter Lustigkeit, wie du meinst, sehen zu koennen, was in anderen Menschen vorginge. Nicht, dass ich nun deine Eignung dafuer anzweifeln solle, aber so wie meist der Koch sein bester Kunde ist, scheint mir auch hier der ganze Suppentopf etwas auf den Kopf gestellt...

    Dass du dann meinst, dass ich deinen 'langen' Beitrag - noch mal zur Erinnerung, er war:

    Zitat Zitat von Kiffing
    @Maschendrahtzaun: Du kannst Deinen Beitrag so oft posten wie Du willst, von meiner Seite aus ist dazu alles gesagt.
    als Geschreibe eines kleinen Kindes abtun wuerde, darfst du durchaus als vielleicht durch seine Konsequenz bestechenden Versuch werten, auf die natuerlich durchaus subjektive Qualitaet deiner Beitraege angemessen zu reagieren.
    Wenn du mir allerdings zeigen wuerdest, wo an dem oben von mir zitierten Beitrag die inhaltliche Sinnhaftigkeit durchscheint, bin ich gerne bereit, davon Abstand zu nehmen.

    Dass Linke sich untereinander gerne bekaempfen, ist mir durchaus bekannt, haeufig bringen sie sich ja sogar gegenseitig um, hier bin ich jedenfalls der Meinung, dass alles eine Frage der Perspektive ist. Du, der du mit der linken Schulter schon an der Wand schrammst, musst ihn natuerlich als weniger Links empfinden, so wie du alle andere um dich herum als weniger Links empfindest.
    Dies schliesst natuerlich nicht aus, dass Personen, die politisch eher der Mitte zuzuordnen sind, Gauck dennoch links von sich positioniert sehen.

    Gauck sei in seinen Denkstrukturen noch 'stark dem Kalten Krieg verfallen', bemaengelst du dann.
    Erstens ist das natuerlich Unsinn, schliesslich haette er nichts mehr, wogegen er kaempfen koennte, ausser den paar Spinnern der sogenannten Linkspartei vielleicht, und zweitens ist er doch gerade einer der Figuren, die den kalten Krieg seinem Ende zugefuehrt hat mit seinem Beitrag zur Wiedervereinigung Deutschlands.

    Dann schreibst du, er haette 'antikommunistische Ressentiments'.
    Wunderst du dich ernsthaft darueber?
    Wie kann man denn jemandem, der unter dem menschenverachtenden System des Realsozialismus zu leiden hatte, vorwerfen, dass er diesen jetzt nicht toll findet?
    Wuerdest du einem von den Nazis verfolgten hinterher 'antinazistische Ressentiments' vorwerfen?
    Sicher nicht, du wuerdest das genauso absurd finden, wie ich deinen Schrieb hier.

    Wie du im weiteren Verlauf dann den Imperialismus hereinbastelst, bleibt fuer mich unklar, vielleicht einfach, weil er in jeden laengeren Beitrag von dir herein muss, wie bei so einem Toaster, wo statt Toast alle tausend Woerter der Imperialismus herauspoppt. Dass Gauck jedenfalls jetzt auch noch Imperialist sein soll, bleibt doch schleierhaft.

    Wenn Gauck vor der Linkspartei warnt, ist das ebenfalls voellig verstaendlich, wo dort doch zum grossen Teil noch diejenigen Leute sitzen, die damals den maroden Staat gefuehrt haben und ihn und andere bespitzelt.
    Wenn Menschen dich bespitzeln wuerden, wuerdest du auch vor ihnen warnen, selbst wenn das schon 22 Jahre her waere.

    Weitere Blogs, die deine Aussagen angeblich bestaetigen, sich dann aber als Schrieb der Nachwuchshoffnung der Gruenen in Greifswald herausstellen, tragen dann in der Folge auch nicht dazu bei, deine ohnehin schon in nichtweltliche Luftschloesser entschwebten Ansichten zu untermauern.

    Wenn du dich dann abschliessend beschwerst, dass Gauck nicht nur die boesen Nazis haut, sondern auch die lieben Kommunisten, reicht es voellig aus, sich anzuschauen, welche Geschichte dieser Mann gelebt hat und in welcher der beiden Diktaturen er gelebt hat.
    Ebenso ausreichen wuerde es, ein wenig nachzudenken.
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  15. #15
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    AW: Joachim Gauck - ein Bundespräsident der Herzen?

    So, nun kommt der schwierigere Teil der Antwort, naemlich derjenige Teil, der auf einen Beitrag mit halb-, oder sagen wir besser dreiviertelentschwebtem Inhalt antworten muss.

    Zitat Zitat von yury?
    Deine hochpoetische Sprache in allen Ehren, aber Deine verzweifelte Hilflosigkeit zeigt, dass Du anscheinend keine Argumente hast oder zumindest keine Lust, sie vorzubringen.
    Das klingt ja fast...wie ein Zitat von mir.
    Dass du mich zitierst, ehrt mich jetzt aber.
    Es aendert nur nicht besonders viel daran, dass man nicht einmal Poesie braucht, um in dem Beitrag

    Zitat Zitat von kiffing
    @Maschendrahtzaun: Du kannst Deinen Beitrag so oft posten wie Du willst, von meiner Seite aus ist dazu alles gesagt.
    argumentative Armut zu erkennen - vor allem, weil dann auf das wie geschrieben bereits Gesagte noch einmal ein Wiederkaeu desselben in Form eines neuen Betrages ein paar Stunden spaeter erscheint.

    In der weiteren Folge des Beitrags nimmst du dann ernsthaft die politischen Positionen Gaucks, die auf wikipedia (!) aufgefuehrt werden.
    Dabei ist wikipedia weit davon entfernt, ein in politischen Fragen neutrales Informationsmedium zu sein.
    Um dies festzustellen, reicht es, sich die Stammautorschaft anzusehen, die fuer den Grossteil der Beitraege aufkommt: Es handelt sich meist um maennliche, linke Informatiker oder sonstige (Moechtegern-)Computerexperten.
    Dass diese nun neutrale Ergebnisse praesentieren, halte ich fuer unwahrscheinlich.
    Oder glaubst du, dass Gauck, wenn er diese Liste vorgelegt bekaeme, damit einverstanden waere?

    Gehen wir aber einmal darauf ein, was du auflistetest:
    All die Positionen decken sich doch mit der Auffassung der SPD, Teile der von ihm angeblich unterstuetzten Programme sind sogar von der SPD durchgefuehrt worden.
    Wie koennte man da darauf kommen, ihn zweifelsfrei als Konservativen einzuordnen?

    Fuer mich ist die Liste eine Mischung aus linken und liberalen Positionen.
    Und dass die Kapitalismusdebatte samt Occupy albern ist, da hat der gute Mann ja nun zweifelsfrei recht.

    Dass er darum bemueht ist, seine Meinung als objektiv darzustellen und durch Verklausulierungen womoeglich abzuschwaechen, wuerde ich eher als eine Staerke begreifen. Tatsaechlich muss ein Bundespraesident gut reden koennen, wenn er mal wieder ein Klaerwerk einweiht. Da braucht man dann keinen Schreihals. Sonst haette ich mich ja bewerben koennen.


    Du sagst, dass seine Position wichtig sei.
    Findest du denn nicht, dass er die Positionen der ihn unterstuetzenden Parteien im grossen und ganzen recht gut vertritt?
    Bevor man seinen Kopf schüttelt, vergewissere man sich, ob man einen besitzt.

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